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Full text of "Neue Zeitschrift fuer Musik 1860 Jg27 Bd52"

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JetJOT, ben 1. Januar 1860. 

Wttut 



1 Uran Mn t Mtt IVt 0)««. »w* 2jI.Il Uli T>« m ft nifilH .UM. 



ftaiii Ärenöef, $erantioortlia)er ftebactenr. — Serleger: C. *f. )(a(jnt in Ccipjig. 



S*. Carito* • 1*. A*t« In fiag. «/ ls 1* t »a»nnki4 tu Bits. 

•ättfcf A«| in 3«ri4. . . Mak. AirtlHi im tBrnfftn. 

*-J|m lbt*mm, Muüe-J r.xehuf* f. Softon. JWtl»flofnilT}iattTr .öaitO. t **«« » ÄmW in «*IUKI»6U. 



3ntt.lt : 9itlfcitfeltnng. — fflcMtate ¥wi#f$rfft esn 6. 8- SBtitnanju — KcccnfUtun ; Salin* SaMMttf, Dp- >; Op.4; Dp.fi ; Dp-flj Op,7. — Km «atgfBttg. — 
Hol Bettln. — Meine ücttnng: bntfymben} ; XiBttgcfttWe. — SnteStBcniHitt 

^eiserfteifottfl. 

SS finb, wie Bereits in ber in 9cr. 16 vom 7. DctoBer vor. Satjre* mitgeteilten ffimpfang«bef Reinigung Bemerft 
würbe, im @anjen fünf Arbeiten eingegangen; eine feajfte au« SRtto g>ort ift niAt angetommeu, obfa)on beim eintreffen be« an> 
ntelbenben ©tiefe« bte @enbung al« Bereit« abgezielt begeid)net Würbe. 

81« bie Strtb.etlung biefer arbeiten an bie Ferren $rei«rid)ter sorgenommeu werben fofltt, ertlarte §r. Dr. Haupt- 
mann feinen Würftritt nnb ber Unttrgeidmete erfua)te boi,er in Uefereinftimnuing mit btn Ferren $iet«rid)tern ftrn. $rof. Sobe 
um bie ©efSOigfeit, ba« erlebtgte Amt gu übernehmen, wa« berfelbe aud) mit frennblid)er Sereitwitltgteit erfaßte. 

^nnädjft erflärten bie $$. Dr. ?tf jt unb $rof. Sobe bie ab^anbtung mit bem 2Rotto: „prüfet Ällrt nnb ba« Cefte 
behaftet" fflt borjug«meife gelangen trab be« greife« rofirbig. Der (Elftere fdjreibt: „fte ift meine« (fragten« gattj bebentfam 
nnb für bie btflnitfot PBfung bet Srage mafjgebenb. Der $err Serfaffer entwiefeft feine Sporte mit einer fo fixeren, richtig 
faffenben Sojjif, bafj bie jeftt unnmgänglid) nottjmenbig geworbene $rari« in »ollem Qnntlang mit ben (Ergtbniffeu ber Hjeorit 
ufretgengenb barau« erb,eflt." $r. $rof. Sobe bemerft*, „bafj er Bereit« in ben itp()Dti«nien ober „Harmonie unb SRobulation" 
im erften ©ante fetner <£ompofition«Ie^re ©. 430 ff. reformatorifo)e *3erfu$e t)infia>ttiä) freierer $attnoniet>etbinbungefl unter» 
nommen tjabe. ©djon au« biefem @runbe Ijabt ü)n bte in Äebe fteB.enbe Arbeit, mit ber er im 28e[entli$en übereinftimme, bor- 
}ttg«meife an^efnro^en ; $ier j« fomme, baß biefetbe mit tiefer <£infid)t in btn ©egenftanb eine einfände unb ftare Sarfteuung »et' 
binbe. Hu^ et ertenne bentnad) berfttben ben $rei0 ju, inbent er pdf bem Urteile brt $rn. Dr. Üifjt »oDIommen anfd)tiege." 
©r. ÜRnfil'Dir. aBeijmann enthielt fi6 ober tiefe SlTbfit be« UttbeilS, „ba biefelbe oon einem greunbe »on ib,m B^ertubte." 

©i< übrigen arbeiten 6, oben fämmtttdje ^erren $reidri<t|ter i^rer «Seurl^eilung unterjegen, unb bie %bb,anblungeu: 
,,©eb,(t an, ba« b,at ber 5DTenfdj getrau" unb „Xxeu ficr) felbft fei baS Äunftmetf" at« am mentgften entfpredienb Bejeid^net. SDer 
ßtrr SJerfaffer ton Sit. 1 ge&e nid)tfi (Eigene«, fonbern nur Citate f 9tr. 2 aber fei ein no$ nittjt jjnr Keife gelangter Serfud), btr 
Itjeorie berlonfunft eine fpeeiftfö otuftifdfe (titelt muftfalifo>e, wie ber Serf. glaube) unb pfodjtfdfe ©rutiblage jn geben. -Dagegen 
mürben bie beiben anbeten rlbbanbhmgcn (Sffr, 3) „Srei ift ber @eift unb mär er in ftetten geboren" unb (9h. 4) „Seljn tb.ua 
nnfere Hugen, aber fie bebörfen baju ber §eüt" als toeit bebeutfamer unb unter Umft&nben eint« greift« müibig bt jrtdjnet. X)em 
^ernt ffierfaffet oon 9er. 3 t3nne ber $rti« tttbeilt meiben, unter ber öebingung, bafj berfelbe feint BudjflabenBtjifferunfl 
in Stoten flbtrfe^e unb biefe fomol wie bie Dorljanbenm Stotenbeif^iele nnb beten Cr Mar un gen Berid>tige, ober bafj er bie 
[&mmtlia)en ©tifpiele roeglaffe. rlud) im le^tecen gaBe mürbe beS Sortrefflidfen unb ber SerBffentli<t)ung SSeri^en nod) genug 
»erbletku, aenn au^ ber praftif$t SDiufifer fobonn meniger Stuften baraud jitb^en bürfte. SBa« 9Ir 4 betreffe, fo fBnne biefe 
rtrbtit ata gu einem btftiebigenben Xefultat fü^renb ebenfaO« anerfannt werben, nur bflrfe bie *3eroffenttic^ung Bio« bann veran- 
lafjt werben, wenn ber $etr Süttf äffet feine gottn etwa d Hart! nnb »erftä nb Itrr)ec geftalten wolle. Un^meifelB^aft würbe 
er bei nochmaliger 3>uro>ftd)t fiö) in atttn oon i^m angebeuteten ^auptpunettn beftimmter unb umfaffrnber auSjubrßrfeu wiffen. 
lieber ben Brief au« 9Iew ©orf, ber ebenfaB8 fojon einige Änbeutungen bet iBeorie be« Setfaffet« gab, btmetfte $r. 3Rufif*£ir. 
Stiftmann, berfelbe enthalte einen gnttn ©ebanfen : ben tbarafteriflifd)en Unterfdjieb einer Xonart ton ibjen beiben Dominant' 
Tonarten. Da« Uebrige jebod) fei iljm unHat geblieben, ba bie ilnbeutungen be8 ©ernt öerfaffer« bod> gar jn furj unb unge- 
ttugenb anigcfaQen feien. 



©djon früher hatte ich ben £erren Preisrichtern erflärt, für ben gaü, baß mehrere gleidjgute ober minbeftenS beS Drucfe« 
ebenfalls roüvbige arbeiten eingingen, ju einem jroeiten^ßreife unter ben in meiner SBefanntmatbung »om l.Oonuar oor.3abre« 
feflgefieflten ©ebingungen bereit ju fein, unb ber erfte "Preis roirb fonacb bierburdj jener Hbtyanblung „prüfet 2WeS ic." ertheilt, 
jener oben unter 9fr. 3 erwähnten Slrbeit aber (gret ifi ber ®eift ic), roeldje bie roenigflen Umgeftaltungen erbeifcbt, ein 
jroeiter ^ßrcie oon 8 SouiSb'or, ebenfalls mit ber Seftimmung beS äbbrucfeS in b. 931. forool als auch, als Srocbure, unter ber. 
SorauSfegung, bafe ber §crr SSerfaffer feine Slrbeit ben angeeeuteten — in ben ausführlichen, ihm ju übennittelnben ©utacbten 
ber Ferren 'Preisrichter näher motioirten — Henberungen unterziehet. 

Die Eröffnung be« SouoertS ergab als Slutor ber mit bem erften greife gefrönten ©chrift 

$rn. ÜHufif«Dir. £. g. SBeifcmann in 93erlin. 

Den 33erfaffer ber äbtyanblung : „ftrei ift ber ©eifl" aber bitte ich. um eine gefällige ©rflärung, ob unter ben genannten 
Sebingungen fein 9came unb feine Arbeit veröffentlicht »erben bttrfen. 

Scatbfteljenb beginne ich fomit bie SJeröffentlicbung ber mit bem erften greife gefrönten Arbeit, bie nach beenbigtem ab« 
brucf jugleid) als SSrochure erfdjeinen toirb. Die mit bem jmeiten greife gefrönte äbljanblung foll, bei 3ufttntmung beS $errn 
SJerfafferS, nach, Serlauf einiger 3eit in berfelben SBeife in bie Deffentlidjfeit gelangen, unb bann jugleid} Der SWame beSfelben 
publicirt »erben. Die Sperren Sinfenber ber übrigen Arbeiten erfucbe icb,, Äbreffen anjugeben, unter benen bie Siücffenbung er« 

f0lflenfann - 9.8r..b.L 



©efritote ^reisfdjrift uon (Lg.Sßetymanit 

Crftfärenbe Crfauterung unb mufiftafifct) tf}eorett(tfje 

Begrünbung Der burdj bie neueren Kun|tfcfjöpfun= 

gen öemirfeten Umgcjlaftung unö UJeüerötfbung 

ber Harmonik. 

„Dicemo adunque, che quantunque la leienxadellaMiiiiea 
habbia avuto origine dal »enso dell'udito — Don e pereid da 
dar questo uffleio di giudicare al tmtimsnto solamente Delle 
com dei tuoDi e delle voci : ma 11 dovemo aecompagnar sempre 
la ragione. Ne meno si debbe dare tal giuditio tutto alla ra- 
fioru, lassando da parte il sen$o : percioche Tuno lenxa l'altro 
potra Hmpre easere cagione di errore." 

Gioeeffo Zarlino, 15S9. 

Der Jon, eine beftimmte fflangtyölje, ifi baS Material 
ber ÜRuftf. (Sr toirb erzeugt bureb einen erjitternben fförper 
ober bureb eine fchroingenbe Suftfäule, getragen bureb bie un> 
fichtbaren ©cbatlroellen ber fiuft, unb mir «ernennten ihn mit 
bem ibealften unferer ©inne, mit bem ©eböre. Dergleichen 
ntcf>t jur äußerlichen 21nfdjauung gclangenben, nichts äußerlich 
SlnfcbaulicbeS bejeiebnenben löne als ©lieber einer auSDrurfS* 
sollen uno oerftänclicben (Sprache ber Onnerlicbfeit mit ein= 
anber 311 oerbinben, aus folgen flüchtig babin maUenben Ionen 
SCßerfe oon beftimmtem Onbalte, »on f d^öner goem ju 
fdjaffen, ifi bie Aufgabe ber Üonfunft. ÜKelobie, Harmonie 
unb 8il;t)tb.muS, in unjertrennter Einheit, ober als einzelne 
(Elemente jur ©eltung gelangenb, finb bie Mittel, einem Son= 
ftücte eine fdjöne gorm ^u geben unb feinen Onb,alt jum 
lebenbigen, oerftänblidjen IfuSbrucf }u bringen. 'Sia fteb. bie 
»orliegenben Slätter aber ljauptfäcfylicb. bie aufgäbe fteUen, 
bie @efe£e ber in neueren jonroerfen anertannter praftifdier 
SKeifter erf djeinenben , in früheren t^eeretifdjen Serien aber 
noeb, nicb,t erflärten 3uf<nu>ncnflänge unb äccorbfolgen ju er« 
grünben unb beren natürliche (Srenjen aufjufinben, fo fönnen 
bie ?eb,ren ber ÜKelobie unb beS 9?t;tjtf;muS bier nur infofern 
in 93etracb,t gejogen »erben, als fte mit benen ber Harmonie 
in 93erüb,tung ober SSerbinbung treten. 

Xonfijftent. 

Unfere erfie Aufgabe roirb eS fein, aus ber faft unjä£)l= 
baren ÜRenge »on möglichen Ionen eine SReilje auSjuroätjlen 
unb f eftjufteQen. welche geeignet märe, ben SWetobien unb $ar> 



monien eines tunftgeredjten SDJufifftücfeS ju ©runbe ju liegen. 
3?äcb,ftoerioanbte löne fteb,en ju einanber in bem SSerfyältnifj 
einer Octaoe ober einer Quinte. SBei einer fortgefe^ten Steige 
eon Dctacen erfennen mir ftetS biefelben, nur in b_ öderen ober 

tieferen Sagen erf cb, einenben Z'6ne : C — c — c — c :c. (Sine ebenfo 
fortgefegte SReibe »on Ouinten aber giebt uns baS folgenbe, 
aus unter einanber »ermanbten, »erfdj iebenen Ionen beftebenbe 
Ionft;ftem : 

. . . feses, ceses, geses, deses, asas, eses, bb, fes, ces, ges, 

des, as, es, b, F, C, Q, D, A, E, H, fis, eis, gis, dis, ais, 

eis, his, fisis, cisis, gisis, disis, aigis, eisis, hisis . . . 

93iS ins Unenblid)e fortgefegt, fönnte biefe 9?eir)e oon reinen 
Ouinten (3 : 2) bennoeb, niemals einen Ion erfdjeinen laffen, 
ber ju einem ber »orf;erge^enben in bem S3erljältniffe einer rei» 
nen Dctaoe (2 : 1) ftänbe. Sin mit feftfte^enben Ionen »er« 
(ebenes dnftrument, mie etwa bie Orgel ober baS Slaoier, 
müfjte nun bem obigen ©tyfteme nad) in jeber feiner Octaoen 
35 oerfdjiebene löne enthalten, ot;ne bafj baburdj jugleicb, eine 
97eib)e oon reinen Octaoen geroonnen märe, benn meber ber Ion 
his, no-^ ber Ion deses mürbe bie reine Octaoe beS loneS C 
ergeben, unb ebenfomenig mürben bie löne fisis ober asas ju 
bem Icne O in bem Ser^ältniffe oon 2 : 1 fielen u. f. f. Da 
aber ein jebeS praftifd) brauchbare ©Aftern in einer beftimmten 
Slbgrenjung erfdjeinen mnfj, fo begnügt ftcL> bie heutige Ion« 
fünft mit einem ©»fteme oon 12 eerfdjieDenen Ionen in ber 
Octaoe, inbem fle eine gleich, fch,»ebenbe lemperatur ber obigen 
Ouintenfolge bei burch,gängig reinen Octaoen ju ©runbe legt, 
toobei bie obenfteb,enben „ en^armonifd) en löne": his, C unb 
deses, ebenfo hisis, eis unb des u. f. f. mie bei einem mobl« 
temperirten Slaoiere als gleicbflingenb angenommen merben. 

12. 
ces 
H 



Durch, baS aufgeben jener matbematifeben Sceinbeit ber 
lonoerhältniffe, mit SluSnabme ber Octaoen, geroinnen mir 
bie @nb,armonif, eins ber »irffamften SDcittet ber neueren Ion» 
fünft, um auch, bie entfernteren lonvermanbten mit einanber 



1. 


2. 


3. 


4. 


5. 


6. 


7. 


8. 


9. 


10. 


11. 


deses 


des 


eses 


feses 


fes 


geses 


ges 


asas 




bb 


ceses 


C 


eis 


D 


es 


E 


F 


fis 


G 


as 


A 


b 


his 


hisis 


cisis 


dis 


disis 


eis 


eisis 


fisis 


P 8 


gisis 


ais 



n Serbinbung ju bringen, ©eit i&rer p raftifd) brauchbaren 
gefifiellung abei Ijat eine gleid)fd)»ebenbe Temperatur, felbft 
in Serbinbung mit ber reinen Stimmung, in meiner j. SB. ber 
©anger bie Derje ober bie Quinte ertönen lägt, aud) ba« 
feinjte mufifalifcbe Oljr nid)t beleibigen tonnen, benn 39 ad), 
$atybn, SRojart, Seetbooen unb faft aOe neueren äReifier 
Epaben ©orjug«meife ba« temperirte Slooier mit unb ob,ne 
Segleitung oon ©efangftimmen ober 3nftrumenten untern« 
perirter Stimmung gewählt, um ibre 2xnbid)tungen ju ©e= 
bJr ju bringen. 

Sonfoitanjen. 

Sonfonanjen nennen mir biejenigen 3ufammentlänge, 
n>eld)e, wenn fie ob,ne SBerbinbung mit anberen Harmonien er« 
fcbeinen, bem ©etyöre ba« ©efüljl ber ©elbftftänbigfeit 
unb ber Stube gemäßen, im ©egenfafce ju ben unfelbftfiän« 
bigen Diffonanjen, melden ba« ©treben innewohnt, in 
eine (üonfonanj fiberjuge^en ober fid) in eine fold)e auf ju« 
löfen. $o(gt aber ftatt ber erwarteten StuflSfung ber Diffo» 
nanj eine neue Diffonanj, fo entfielt eine Irugfortfcbrei« 
lang. Die juerft erfannten Sonfonan jen waren ber (gintlang 
unb bie Octaoe; man empfanb al« foldje fobann aud) bie 
groge Quinte unb beren Umfebjrung, bie Keine Quarte; 
ferner bie groge Xerje unb beren llmfebrung, bie f leine 
©erte unb enblid) bie fleine Sterbe unb beren Umfeljrung, 
bie groge ©erte. Der groge (Dur«) Dreiflang, unb 
ebenfo ber fleine (ÜRoll«) Dreiflang, enthält bei Ser» 
bopplung feiner löne in ^oberen Dctacen alle jene ($onfo* 
nanjen, unb mit ben Umgenannten Äccorben, welcbe aud) in 
ber Seifert« ober Ouartfert»8age ibre confonirenbe 'Jfatut 
nod) bewahren, ift ba« Selb ber (Sonfonanjen für immer 
abgegrenjt unb abgefdjloffen. Slße übrigen 3ufammenflänge 
aber bat ba« Otyr oon je fjer al« Diffonanjen aufgefagt, 
unb beren Slnjab, l l)at fid) bi« auf bie heutige 3"* immer mebr 
unb mebr oergrögert. Unfere »eitere Aufgabe wirb e« alfo 
oorjüglid) fein, bie Berechtigung ber bi«bjr nod) nicbt erf (arten 
Diffonanjen barjutb.un unb beren natürliche ©renjen feft« 
jufteQen. 

lieber bie praftifdje Jlnwenbung ber (Jonfonanjen aber 
baben mir oorber nod) ^olgenbe« ju bemerFen. Da ein jebev 
confonirenbe 3ufammenflang eine entfcbiebene ©elbftftänbigfeit 
in fid) trägt, fo fann aud) fein auftreten unb ba« gortfd)reiten 
ber oerfd)iebenen ib.n bilbenben ©timmen feinen unbebingten 
3mang«regeln unterworfen fein. ÜKebrere ©timmen formen 
alfo mit einem Sinflange, mit einer Octaoe, mit einer Quinte, 
Derje ober ©erte unb beren SSerbopplungen in i) oberen Octaoen, 
ober aber mit einem Dreiffange in jeber feiner oerfd)iebenen 
Sagen frei auftreten, fie fönnen au« einer Sonfonanj in eine 
jebe anbere übergeben, nur foQen, ben früberen SRegeln nad), 
parallele (Sinflange, Octaoen unb Quinten gänjlid) oermieben 
meroen, unb jwei ©timmen in geraber Bewegung nur unter 
gemiffen ©ebingungen in eine ber genannten (Sonfonanjen 
übergeben. 

2Benn in einem mefyrftimmigen ©afce jwei ober mebr 
©timmen im Sinflange ober in Octaoen mit einanber fort« 
fd)reiten, fo geben fie ibre barinouifcbe ©elbftftänbigfeit auf, 
obne bag baburd) ein 3Wigflang entfteljen fönnte. @eb,t in 
einem oierftimmigen ©a?e j. 23. ber ©opran mit bem lenor 
unb ber Sit mit bem Sag in Octaoen einber, fo wirb au« bem 
oierftimmigen ein »erboppelter jroeiftimmiger ©afc ; gebt ebenfo 
ber ©opran mit bem S£enor in Qctaoen, wäbrenb Sit unb 
Sag ibre barmonifcbe ©el^ftfrÄnpi'"'*»* fifmnhrm fn mirh hn» 



burcb ber oierftimmige jum breifiimmigen, mit einer oerboppet« 
ten ©timme oerf ebenen ©a(je; geben aber ebenfo ©opran unb 
Sag in Qctaoen, »äb,renb alt unb lenor eine eigene ©elbft« 
ftänbigfeit bebaupten, fo wirb ba« barmonifcbe ©ebäube, beffen 
©cbmerpunct nun in ber 33afi« unb im ©ipfel jugleid) liegt, 
Wantenb unb baltlo« erfd)einen. Dod) fann ein abfoluter 
äWigflang aud) baburd) nicht beroorgebrad)t werben, ein folcbe« 
©djwanfen ober (Smporbeben ber Safi« oft fogar ^öd)fi wir^ 
fung«ooH angewenbet werben. Od) erinnere biet nur an ber« 
gleichen Qctaoenparadelen be« oierftimmigen Sanon« in 
Seetb. ooen'« „gibelio" unb an bie SSerbopplungen einer ba« 
burd) mäd)tig beroortretenben SDcelobie in 8ifjt'fd)en Som« 
pofitionen. 

Den Üerjen unb ©erten bat man oon jeljer ein freie« 
auftreten unb |$ortfd)reiten geftattet, mit Su«nab.me be« ju« 
weilen oerfucbten ©erböte« ber ftufenmeifen Sufeinanberfolge 
jweier groger Serjen, weldje« inbeffen oon ben praftifcben 
SDceiftern ju feiner 3eit ftreng bead)tet worben ift. 

Ucur ben confonirenben Quinten »erbietet man nod) b. eute, 
in benfelbrn ©timmen unmittelbar auf einancer ju folgen, unb 
erft in neuerer 3"t b at man ba« bierauf bejüglicbe ©efet) ju« 
weilen etwa« freier babin feftgeftellt, bog mehrere ftufen weife 
auf einanber folgenbe Quinten unftattbaft feien, ©o oiel oer« 
fd)iebene ©rünbe man aber aud) aufgefudjt b.at, parallele 
Quinten al« naturwibrig ju erflären, fo fd)eint ba« Verbot 
berfelben bennod) nur auf Meinung unb Sorurtb. eil, nidjt aber 
auf SRaturnotb. wenbigfeit ober baltbaren Serftanbe«fd)(üffen ju 
berufen. 3abrb.unberte b.inburd> ^at tai mufifalifcbe O^r 
SEBoblgef aDen an fortgefe^ten Quintenfolgen gefunben, unb 
unfere anerfannteften praftifcben ÜJieifter ^aben fid) bie §rei« 
beit genommen , Quinten in ftufen« ober fprungweifer fjolge 
auftreten ju laffen. ©tatt oieler SBeifpiele bier nur ba« folgenbe : 
Beethoven, Son. Op. 53. 




Die neuere mufifalifd)e ©rammatif fann alfo o$ne Se» 
benten jene« Verbot paralleler Quinten aufgeben, umfomeb.r, 
al« ftd) baffelbe niemal« auf beren Umfebrung , auf parallelen 
oon Quarten, melcbe bod) ganj biefelbe b,armonifd)e SBebeutung 
baben, au«gebeb.nt b.at. Dem ©djüler aber wirb ber oerftän« 
bige ?eb.rer eine unfd)öne Quiiitenfolge ebenfomol wie eine 
gefcbmacflofe lernen« ober ©ertenfolge oerbeffern. 

(8ortfe»unn folqt.) 



Kammer^ unö ^ausmufifi. 

Weber unb ©eiönge. 

3ttUll» famitttr«, ©p.3. Sünffitörr für eine 2Wejjo«©opran« 

ober Sariton*©timme mit ^ßianoforte=33egleitung. Hamburg, 

ä. Sranj. ^ßr. 15 3cgr. 
, (Dp. *. Sünf ©eränge für eine SJcejjo. ©opran« ober 

33ariton=©timme mit Begleitung be« ^ianoforte. fieipjig, 

Cf. «. Sahnt lir. 171/» «R flr . 



3uliu* Cammets, ©p. 5. 5unf (Bffänge für eine ÜRejjo- 

©opran= ober Bariton*@timme mit Begleitung be« $iano« 

forte, (Sbenbaf. $r. 20 9?gr. 
, (Dp 6. 3ff)n (Bffänge für eine WejjO'Sobran» ober 

8ariton=©timme mit Segleitung be« ^Jianoforte. Sbenbaf. 

£eft 1 unb 2 ä 17'/s 9<cgr. 

-, (Dp. 7. Sdjifffi'öer oon 9cic. Senau für eine 9J?ejjo» 



©opran* ober Bariton=©timme mit Begleitung be« Biano» 
forte, Seipjig, Breittopf & gärtet. Br. 25 3cgr. 

8tm ©djluffe eines oerffoffenen Sabre«, beim Antritt 
eine« neuen 3"tabfcbnitte8 : ma« föunten mir Sntfprecbenbere« 
tb,un, in welcher äBeife beffer ben 3tugenblid feiern, al« burdj 
bie freubige Slnerfennung unb Sinfüljrung eine« neu anftreben* 
ben reicbbegabten latente«! duliu« Sammer«, ©tipenbiat 
ber SDcojartftiftung, bie unter bem Brotectorat be« ^erjog« 
oon Soburg«@otba ftcb oorgefefct b,at, »ürbige Oünger ber 
lonfunft ju unterfttt&en, finbet ftc^ an ber ©pi(je biefer 3«' en 
mit einer Mufft oon Sieberbef ten nerjeidjnet. 6« ftnb bie örft« 
lingflwerfe biefe« Somponiften, unb bodj tonnen mir fd;on nad} 
biefen anfangen betätigen, baß bie 3Jcojartftiftung leine beffere 
S33ab,l ^ätte treffen tonnen. (Sine ooüpulfirenbe ttjrifcbe aber, 
ein ©dja(} an ßmpfinbung, eine große Sauterfeit mufifalifcfyer 
©eftaltung, bie gleid) weit entfernt ift oon bem finnliaVfüßlitben 
©piel unfrer Dugenb-Sieberfänger, mie freilieb aud) bi« 
jefct oon ber gewaltigen liefe eine« ©djumann, oon bem alle 
©d)ranten fprengenben genialen Slnftürinen eine« Sifjt, be* 
jeidjnen ben genannten jungen Somponiften al« einen macteren 
Vertreter feiner ftunft, al« einen Sörberer be« reinen ®ef ebmaec«, 
al« einen Äünftler, beffen unoerwanbter Blicf auf ein bepimm» 
te« 3>d, beffen gebiegene ©efinnung, beffen grünblicfje (Einftcbt 
in ba« SBefen ber 2Rufit un« für bie 3 u bmft aueb auf größeren 
©ebieten roab,rb,aft Bebeutenbe« b,offen laffen. 

©eb,en roir b,iernacb, ju ben genannten Sompofitionen be« 
(Sinjelnen über. 3n ber Sntwirflung begriffen, mie un« 
$r. Sammer« b.eute noeb, erfdjeint, märe eine ©efammt« 
ßtiarafterifiif weniger am Bla&e. üftoge ba« ßinjelne für 
fieb, fetber fpredjen, unb au« ber ©umme biefe« Sutjelnen ba« 
Bilb be« ©anjen fid} ergeben, fo meit e« ein ©anje« genannt 
»erben fann. ©ämmtlicb,e ©efänge fmb für SDcejjofopran 
ober Bariton gefcb,rieben, um fie fo allgemein mie möglid) ju* 
gänglid) ju machen. 

Dp. 3 beginnt mit bem Prolog oon ®oetb,e: „Sin bie 
Spüren »iß icb, f d> leiten" ; e« ift tief cbarafteriftifd» aufgefaßt, 
ber »eb,mutb,8oolle Onb,alt be« ©ebidjte« in fdj lidjter, aber 
anfpredjenber SDielobie getroffen, bie Biertel ber ©ingftimme 
galten ©cbjitt mit ber Begleitung; SD3a^rb.eit be« ?lu«brucf8 
trofc großer ©implicität — barin ift ein ^auptfennjeidjen 
8 a m m e r «' au«gefprod>en. Sr weiß jeberjeit ben angemeffenen 
Ion anjuf cb, lagen. Born öinfadjften, frieblid} Stufigen bi« jum 
gemaltig Bewegten, überall ift er tyeimifcb, unb barum wirb 
aueb, ber Sluefübjenbe fofort in bie SRitte ber ©adje gefübrt. 
Dabei ftrömt in biefem erften Siebe, wie in allen fpäteren, bei 
aller einfieb. t«ooQen Bermenbung ber ÜKittel bod) bie (Srfinbung 
ungefeffett, fern oon aller SReflerion, unb fie barf barum aller- 
orten ityrer 3Birfung gewiß fein. „Du bift wie eine Blume" 
oon $eine beftfct ebenfaü« eine, wenn aueb nid)t originelle, 
boeb, feb^r anfprecb,enbe SDfelobie. Irefflicb, ift bie SBenbung 
bei bem 2Bunfcb,e „baß ©Ott bia> erhalte", wo fio> bie tieffte 
SauterfettberGrmpfinbung fcb^mutflo« unb oiel!eia>t gerabe beß» 
b,alb um fo einbringlidjer au«fprio) t. Da« folgenbe, „$rü^ling«< 
Wonne" oon Bruno Sinbner, muffen wir ju ben feb, wacheren 



rennen. 2« liegt bei allem treffenben Äuöbruc! boeb etwa« 
,,@ewöb.nlicbe«" barin unb bie mufitalifdje ärdtiteftonil ift 
weniger ju loben, ob.ne baß boeb, etwa« in ber Sfjarafteriftii 
babureb, erhielt würbe. Sin alte« Sieb: „£ief unten", bie nun 
tommenbe Kummer, ift oon ungemein lieblichem ©epräge; Un- 
gej»ungenb,eit bei fprecb,enber S33a^rr)eit ift ber äu«brucf be«« 
felben. Da« „üttailieb" oon @. Ouliu« jeicb.net |lc^ bureft 
feine lebenbige, ^eitere Bewegung au« — bie Begleitung be« 
Baffe« ift meifterbaft bebanbelt. 

SßJenn bie bieder befpvocb,enen ©efänge fämmtlic^ auf einen 
oer^ältnißmäßig früben Urfprung jurücfmeifen, wo noeb, 
bie äußeren ÜJtittel ftcb in ben engfteu ©renjen bewegten , fo 
jeigen bie folgenben mef?r unb me^r ein Borwärt««, ein 8lu8« 
einanberbrängen, ba« fieb bi« ju bem ^Juncte fieigert, wo bie 
abfolute üKelobie zeitweilig in ben ^intergrunb tritt, unb an 
©teile blo« formeller ©cböuljeit bie cb,arafteriftifcbe SBa^r^eit 
ba« Söort ergreift. 3n biefem Bilbung«gange be« (äinjelnen 
fpiegelt ftcb, bai Bilb ber ganzen mufitalifeben Sfeujeit ab, unb 
wir bebauern nur, nid>t fd»on an biefer ©teile jene 3"ge oer« 
folgen ju fßnnen, in benen ficb, ba« ©efagte am beutlicb,ften 
au«fpricbt. gtreilicb, blirft auc^ in ben ferneren Siebern, wie 
in ben fdjon erwähnten, an mannen Orten biefe« ober jene« 
bebeutenbe Borbilb burdj, fo namentlich, Robert Sranj, wa« 
bie formeüe ©eite betrifft, unb in ben 5Kelobien finben fidj 
nicb,t feiten äfnftänge an ben ©roßmeifter mufifalifdjer Steril, 
an Sranj ©cb,ubert. SQSir mögen unb bürfen ba« nicb,t 
rügen. Da« ©enie artet bei forcirter Originalität befanntlidj 
nur ju leicht in Bijarrerie unb SDianierirtbeit au«, ba« walpre 
latent aber ift ju allen 3^'ten im ©egentbeil gerabe baburc^ 
felbftänbig geworben, baß e« fia) an bebeutenbe SDieifter äußer« 
lieb, anfd)Ioß, um fpäter erft, bei guneljmenber eigener Steife, 
aueb. oom urfprüngtieb, eigenen ©eifte ^injujut^un, unb fo ba« 
Ueberfommene fort« unb auSjubitben. ©o gering bemnacb, bie 
bloße unfruchtbare 9cacb,ab,mung an jufcb, lagen, fo oieloerfpre« 
cb, enb ift berjenige probuetioe ©eift ju nennen, ber feine großen 
Borgänger fo weit al« 9Jcufter ficb, aneignet, fo weit in biefen 
Borgängern überhaupt ba« ewig Bteibenbe oertreten ift, — bei 
aber in ad benjenigen fallen f ortbilbenb unb barum aueb^ fetbft« 
fc^affenb auftritt, wo ein neuer 3nbatt, wo neue Seben«» unb 
3eitbebingungcu ober bie gefteigerten ÜJlittet i^re neuen, ent» 
fpreebenben gormen oerlangen. Diefe« nun fßnnen wir auf 
ben Gtcmponifien oorliegenber ©efänge anmenben. SSBenn in 
bem ebenbefproebenen Riefte ein burebgängig reicher gonb oon 
^Pbantafte, oon fünftterifc^er ©ä)affen«fraft ju conftatiren war, 
fo tritt un« in ben fpäteren in immer größerer 9?eife entgegen, 
woju bort erft ber Seim gelegt war: neben immer felbftän« 
bigerer Spaltung eine ftetig fteigenbe Beberrfcbung aQer ÜWit« 
tel, — fo feben wir ben Somponiften in ben b,eroorragenbften 
biefer ferneren ®e)änge ebenbürtig ben beften Siebercomponi» 
ften unfrer 3 e 't- 

9cadj biefen allgemein gefaßten SBorten tonnen wir un« 
auf bie einfache 3lnfüb,rung be« On^alte« befebränten. „De« 
©änger'« iroft" oon 3ufi. Serner eröffnet Op. 4. <S« 
jeidjnet ftcb, wie bie fämmtlicben Sieber biefer unb ber folgen« 
benOpu«=3 a b'< burc^eine reiche unb gleicbjeitig ebarafteriftifeb, 
oertiefte Smpftnbung au« ; ber 2Bedj fei be« Üactmaße« ift oon 
treff lieber fflirfung barin. „©tille ©icberbeit" oon Sen au 
ift ein ÜJceifterftücf, wie benn überbaupt bie wilbbämonifcb,e 
©cbwermutb biefe« Dieter« unferm Somponiften geifiig na^e 
}u liegen fetjetnt. „Unb wüßten'« bie Blumen" oon $ eine bil« 
bet in feiner Seibenfcbaftlicbfeit einen febarfen ßontraft ju bem 
folgenben „Umfonft" oon SB. Öfter walb, — ein böd)ft lieb« 



liße« Donflücf. 3n bem legten Siebe biefe« $efte«: „©efynfußt 
naß ÜRu^e" oon 3'- SRuperti wollen und bie ©egenfäge 
nißt reßt genügen, 6« mieberbolt fiß: „Sttein wilbberoegte« 
$erj", ba« erftemal „roilbauffabienb", ba« jweiteinal „be* 
fanftigenb" ju fingen; — nun aber bleiben btejelben Jioten bei 
gleißen ©orten, unb wenn fßon Diefe ©ieberljolung an unb 
für fiß überflüffig genannt werben muß, fo fragen wir außer* 
bem billigerweife: woju ben contraftirenoen 2lu«brucf bei glei- 
ßem Derte? 

Dp. 5 wirb burß ©ei bei'« oielfaß componirte«: „©enn 
fiß jmei $>erjen fßeiben" eröffnet. .Übne gerate ben Erauer« 
marjd;=9ib.vtb,mu8 ber Vaßbegleitung fßön unb entfpreßenb 
ju finben, b,aben mir boß biefe Sammer«'fße (Sempofitinn 
in it^rer rottrbigen, b,erjlid)en ©eife boß über bie Bieten belieb« 
ten ßmpfinbeleien ju feßen. Die jroeite Kummer: „Siebe«» 
früb,ling" von Seiiau, foroie bie folgenben „Die Siebe fa,at ge« 
logen" oon ©. Oftermalb, „3n Der gerne" oon Uljlanb 
unb „Siebe unb griib.ling" oon $off mann oon galler«le* 
ben fmb einanber oerroanbt, gleißmäßig b.eroorragenb naß 
|ebet (Seite, »ab,re perlen ber mufifalifd)en Snrif. $ier fyat 
auß bie äu«flattung in Setreff ber 9Jcittel ba« ganje weite 
SEerrain fiß angeeignet, ob,ne geffeln, mit bebeutenoer ftraft 
ber Srfturung unb gleißjeitig boß auß mieber mit einer tuet« 
fen Vefßräutung am rediten Orte fßmiegen fiß allenthalben 
Üert unb muiifalifße ©ewanbung an einanber. DUfe Sieber 
oerbienen bie roeitefte Verbreitung — ber günftigften Slufuab,me 
fmb fie gewiß! 3b, re breite Entfaltung läßt fie, wie bie meiften 
naßfolgenben, jugleiß al« für Den ßoncertoortrag empfehlen«' 
wertb, erfßeinen. 

Dp. 6 enthält in jwei£eften jeljn ©efänge, wie efl fßeint 

ju ganj oerfßiebenen Qaltn entftanoen unb barum unter 

einanber feljr ungleidj an Durßbilbung. Die„§rül)ling«feier" 

oon Üb Unb, wunberliebhß erfunben, ift ifcte« breitactigen 

<|$eriobeubaue« wegen eigentbümliß beroorfteßenb. @iue warm 

angebaußte dempofition ift ba« Sieb „an ben ©fßeberg" oon 

©ei bei; al« noß gefälliger, unb boß aud) oon meifterb^after 

gaitur moßten wir ba« iolgenbe„ÜMailieb" oon JRobenberg 

bejeißnen. 3n „Sebemobl" oon ©ei bei fönnte bie trübe 

©runbftimmung be« ©ebißte« aud) mufifalifß fd)ärfer l>er« 

oortreteu, bei „©anbrer'« Jcaßtlieb" oon @oetb.e wieberbolt 

ftd) biefer Vorwurf ber mangelhaften ©ßattirung, — roa« 

bei jenem oon ber ganjen gaffung, ba« gilt bei biefem le&teren 

©efange fpeciell bei ben ©orten : „3ld>, tcb bin be« treiben« 

mübe" oon bem b,ier unfrer SDJeinung nad) ungehörigen i / t 

lactmaße, oon ber unruhigen Vcroegung ber ©ingftimme über« 

Ijaupt; liebliß bagegen ift ber ganje fernere Verlauf biefer 

Sompefition. „Sine meinen Xbjränen fprießen" oon $eine, 

„@ute 9?aßt mein 4>erj" oon ©eibel unb „Da« Vlümßen 

ffiunbeibolb" oon Vürger fmb im beften ©inne oolI«tl)üm» 

liß. „©eißtDu nod)" oon dioquette ftidjt bagegen, xone bie 

ganje tertlid)e Veb,anblung anbetrifft, anfebjilid) b,eroor; e« 

bietet für ten Vortrag im p»rlando eine banfbare Aufgabe unb 

jeugt in biefer $infid)t jugletd) oon bem feinen Xacte be«Som» 

poniften, ber feine äuiücrurferoeije jebedmal auf t>a« Onnigfte 

ber 9tatur be« lerte« anjupaffen fud) t. Da« lefcte Pieb biefer 

Äeib^e „"ilbenbläuten" oou S. Ved)ftein ift oon großem Sieb» 

tei); oieDcidit wäre jebod) ju ben ©orten: „©in ©löcflein 

b^ört' id) fd>aUen mit feierlid)em ftlang" ein nunber b,üpfen« 

ber 8}b.i)tl)inu« angemeffeiier genefen. 

Die Seiten feilen bie ffirften fein, ba« trifft im eorliegen» 
ben SaUe fo jieuilid) ein. Dp. 7, ba« legte ber bi«ber erjd)ie* 
nenen, enthält bie „©d,""' " " " " 



ba« Vefte ber ©ammlung. "Hut Hummern biefe« ^efte«, ba« 
„Drüben geljt bie@onne fdieiben", oollSrauer unb©eb,mutb^; 
ba« „Drübe wirb'«", in wilber Vewegung gegen ba« erfte ab' 
fted)enb; baSfanfte, anmutige: „Sluf gebeimem©albe«pfabe"; 
ber wilb leibenfd)aftlidje „©onnenuntergang" unb fd)liefj(id) 
ba« tief empfunbene tonmalerifcbe: „auf bem leid)" mit ber 
glißernben 3weiunbbreifjigftel*!öeg(eitung ftnb ade oon gleidjer 
Ütiefe ber Cmpfinbung, oon gleidier^ßbe fünftlerifdjer Stnfidjt 
getragen, ©ie fie coucentrirt unb in b,öb,erem s D(afje nodjmat« 
alle trefflichen (Sigenfdjaften be« Vorhergegangenen aufweifen, 
fo eröffnen fie un« jugleid) bie 3lu«fid)t auf eine reiße fernere 
©irffamfeit be« jungen Somponiften, beffen folgenben Vrobuc« 
tionen wir mit inniger Üljeilna^me entgegenfeljen. 

% Sob^mann. 

Aus Königsöerg. 

Unfere Soncertfaifon war in lefcter 3eit feb,r belebt unb 
jwar in iutereffantefter ©eife. 3"»<>d)|l waren e« bie Quartett« 
©oireen ber $$.3aptya, jparpf, ^ßabft unb $ttnerfürft, 
weiße un« unter ben claffifßen ©erfen einige neue Dorf üb, r« 
ten unb jwar (außer einem l)ier noß nißt gehörten Duintett 
oon 9Rojart mit (Klarinette) ein Quartett oon Veit, wel« 
ße« jwar nißt tief, boß oon freunblißer Slrt war; ber Som« 
ponift flreifte juweilen etwa« fübbeutfß an ba« rein ©innliße 
ber oirtuofen ©eigeneffecte com überwunbenen ©tanbpunet, 
befonber« im ginale; boß war ba« ©ert oon etyrenwertyer, 
oiel Xalent oerratb,enber arbeit, ©obann würbe un« ba« be* 
reit« öfter« erwähnte Quartett oon Slb. Äöttliß in % moÜ 
oorgefübrt, ba«felbe, weiße« bei ©elegenb^eit ber lonlünftler« 
Verfammlung in ber glänjenben Vrioat*ü)fatin6e be« $rn. 
Soncert«äK. Daoib oon ben $$. ©ebr. Füller mit fo 
(jößft ebrenbem (ärfolge oorgetragen würbe, baß ber fünft« 
finnige Verleger §r. Oul. ©ßubertb, & Somp. in Seipjig 
ba« au«gejeißnete ©ert ju Dftern erfßeinen laffen wiü, baju 
noß ein anbere« Quartett be«felben Somponiften, ber bainit 
in berSünftlerwelt©enfation erregen wirb. Veiläuftg erwähne 
iß, bafjÄötttig feit darren in^ufjlanb concertirenb reift unb 
noß bi«@b' na ro 'ß- ®' n brüte« neue« Quartett berOapb^a'» 
fßen Äbenbe war oon Waf 33ruß, ba« ungewöbnliß unb 
oon ebler ärt, boß meb,r für 3)tufirer intereffant, al« für ba« 
publicum oon befonberem ©enufj ift: bie Vf)antafie müßte 
etwa« blüb^cnber fyeroortreten. Die legte ©oiree braßte auß 
©ßubevt'« naßgelaffene« große« © bur»Qtiartett, ein wun* 
ber^errliße« ©ert, beffen ffraft im Vuncte tiefen unb fiarten 
©efü^t« Hegt, bie „intereffante" ©eite ift babei feeunbär. 
Unb fo foüte e« immer fein. 

$r. ^. o. Vronfart lj>at un« auf 14 Sage befußt unb 
r)ter brei gut befußte Soncerte gegeben, in weißen feinem 
©piele eine b^ößft eb,renbe unb lebhafte Änerfennung gejoQt 
würbe, reat burß bieüb^atfaße erwiefen ift, baß er feinfjubli« 
cum burß brei ßoncerte in reger ib^eilnab,me erhielt. Die 
Programme entbielten folgenbe ©tüde. Srfte«6oncert: Veet« 
b ooen, ©onate D moll; Sifjt, Iannbäufer=Iran«fcription; 
ßb°P' n » Si« moll'^olonaife unb Verceufe; Sifjt, Au bord 
d'une source, Ungar. 9ib a Pf"bie 9er. 6. Daju Sieber oon 
Radiert, ©ßumann, ©djubert, gemifßte Quartette oon 
HRöbring unb $. Dorn. — Snwif Soncert: SRojart, 
^>b,autafte S mofl; ©. Vaß, ßromatifßeVb^antafie unbguge; 
Veetbooen, ©onate appaffionata Dp. 57, ff moO; Sb^opin, 
97octurne © moü, Verceufe auf Verlangen wieberb^olt; Sifjt, 
«w.,.^.0« « ,. ": »on aflen!). Daju 



6 



©«fange ton Slara ©cbumann, ©djubcrt, Sfouarb. — 
Dritte« Soncert: (S^ofin, Vaflabe 31« bur; tfifjt- Ungar, 
atyapfobie 9?r. 13; 3Kenbel«fobn, brei i'iebet ebne VJorte; 
Veetbooen, ©onate Dp. 109; SHfjt, ©bmpbonifdje Did)» 
tung„2:affo" im Slrrangement für ein Slaoier ju oier$>änben 
(bie ©econbopartie oom SRefer. gefpielt). Daju i'ieber oon 
©pobr mit tierbänbiger ßlaoierbegleitung „©angeeluft", 
„©onbelfabrt", oierftimmige Sieber: oon t'öroe „3n ber 
5Riuienfird)e" unb Delfcbläger „Volf«lieb", wie aud) 'ein 
© epran'G>oncertIieb„1)aS Drafel" Dp. 72 com Unterzeichneten. 
$. o. Vronfart'« Spiel ift (wie betannt) oon fetyr gebiegener 
Art, außetorbentlid) ebel unb geiftig, ba« Virtuofe innig mit 
bem On^alttidjen oerf djmeljenb ; nad) ©eiten ber Äraft unb 
Vraoour begrenzter al« o. Vülow'8 ©piel, ift ba« o. Vron» 
fart'fdje bemfelben bod) an 2lrt oerroanbt; bie beiben Sünftler 
»erhalten fid) etwa fo ju einanber, roie ein feltene« ^Jaar oon 
Vruber unb ©djwefter, bie oon gleichem ©ehalt finb, oer» 
gleidjeroetfe ju einanber fteben. ©ie gehören, oon ben ©onnen« 
ftra^len ibre« ÜReifter« 8if jt beglänjt, in ber gegenroärtigen 
Slaoieroirtuofen*@eneration neben einanber, an Oebem oon 
tb.nen tann man ben änbern erfennen lernen, wenn man ben 
obigen bilblidjen Sergleid) feft^ält. o. Vronfart'« ©piel 
wirb jeben ooturtbeil«freien Ruberer ebenfo roie ba« 0. Vü« 
low'fdje für fid) geroiunen unb fo gefdjab e« benn aud) b,ier — 
roa« bei ber Vielfeitigfeit feiner Programme boppelt eb.renb für 
Vronfart ift. SBo «nmutb unb geiftige ^otenj fid) fo fdjon 
in einer eminenten Üedjnif oerfdjmeljen, fann immerhin eine 
abweidjenbe Snfid)t in ber Sluffaffung biefer ober jener ÜJiufit« 
freue bei bem 3"börenben 'JMag greifen, ob.ne ben SBertb. be« 
Sünftler« ju beeinträchtigen, ©o finbe id) j. V., baß oon ben 
inteüigenteften Virtuofen b,eut ju läge bie©eite ber gemütb.» 
Iidjen Vertiefung in manchen "ißrobuctionen nid)t oolUom« 
men erftböpft wirb; wäre id) ein Soncertfpieler, auf fie würbe 
id) mit ganjer ©eele l>inbrängen, um ba« ßlement ber ®e« 
füblöroärme bem oljnebin füblen Slaoiertone (ber im ©aale 
fo feb,r oerflfld)tigt roirb) einjuatbmen unb oon tym auSfhömen 
ju laffen. Sei bem enormen Sonnen erfter Virtuofengrößen 
waltet ganj beimlid) unb ihnen felbft rool unbewußt eine Slrt 
oon 3rcnie, in bem befonberen äßortbegriffe oerftanben, baß 
be« Sünftler« au«fübrcnbe Gräfte bie Aufgabe oon oben b,erab 
anjufeben befähigt finb — : ,,3d» oermag bieje« ©tuet ju 
fpiclen, nid)t nur mit i'eidjtigfeit unb ©d)önbeit, fonbern aud) 
mit ©eift unb ©d)roung". Veneiben«wertb bie Sünftler, benen 
man einen foldjen ©ebanfen unterlegen barf — nur um batnit 
bie $>öbe ibre« ©tanbpunete« anfdjaulid) ju mad)en. (Ein fol* 
d)e« ©djweben über bem gefpielten SBerte muß unb wirb bei 
jebem bebeutenben Sünftler ftattbaben; bei ©tücfen aber, wie 
j. 93. Veetbooen fie in feinen beften ©onaten gab, bie au« 
fo tiefem £erjen«grunbe entfproffen finb, muß mit jener @r« 
bebung über ba« 2Berf (al« ein ju „6recutirenbe8" betrad)« 
tet) aud) eine innige Verfenfung in baefelbe' ftd) oerbinben, 
wie e« unferen Virtuofen nur für bie glürflidjften üRomente 
ibjrerGioncertprobuctionen gelingt: bie im ©piele tätigen firäfte 
ge'bcn leid)t au« einanber unb finbeu fid) nid)t immer roieber. 
6« ift aQerring« b'«"''l b a « Slllerbeiligfte unb §öd)fte be» 
rübrt, ba« felbft bie ©roßten nur im fd)önften 3 u 8 e erreid)ten. 
©ie fmb eben 3lenfd»en; — aber toxi 3beal bleibt bod). — 
9?id)t mübe werben (felbft al« ein ßrfter), ju ftreben, ganji be« 
fonter« aber in reiferen Oabren, wo im eblen SLUenfdjen bie 
ßrbebung unb Vertiefung mit einanber oerbunben finb: ba« 
treffe ju bei allen ed)ten Süiiftlerbelben. p öghler 

(S$lu§ folgt.) 



Aus Berfin. 

3)ie Soncertflutb, oon ber legten SBodje be« 9cooembet 
ab, war wabrb>ift groß. Sin junger ^Jote au« SBarfdjaa, 
Sotto, jog triumpbireno in Preußen« 3)tetropole ein unb au«, 
unb fo mag aud) fein 9?ame al« rubnigefrönter SJioltnfpielct 
in b. VI. eine bleibenbe Erinnerung finben. 3)etfelbe, auf 
bem ^Jarifer Sonferoatorium ber 3Kufif gebilbet unb faunt ben 
Änabenjabrcn entmad)fcn, bocumentirte fid) bei feinem Sluf» 
treten im f roll'fdien Sbeater fogletA al« ein großer ©eiger. 
Da« Äünftlerbewußtfein in fid) tragenb, giebt er, befeelt unb 
burebbrungen oom beiligen geuer ber jfunft, roar^rr^aft ©roße« 
unb ©taunen«wertbe«. 35ie bebeutenbften ©d)wierigfetten in 
Doppelgriffen, «Doppelpaffugcn, IriBern unb IriOerfetten, 
©taccato«, Äccorben», ^»arpeggien» unb glageelelfpiel übet» 
winbet er mit 6erounberung«ioürbiger ?eid)tigfeit bei fd)Bner, 
eleganter 93ogenfübrung unb unenblidjer Steinzeit be« £one«. 
Oft biefer aud) je^t nod) nid)t ber mäd)tige 3<»"l>erton $aga- 
nini'« unb bat berfelbe aud) nod) nid)t bie ©röße unb gülle, 
wie ibn unjere oier ©eigerfönige Vieurtemp«, doaebim, 
Saub unb ©inger befi^en, fo b at * r be ' feiner großen 
3ugenb unb bei fortgefegter Steigerung feiner ©eifte«fiäfte 
bie b"b e 3lnwartfd)aft unb fidjere ©ereebtigung, in wenigen 
Oabren mit ju ben „©eigerföuigen" gejäblt ju werben. Sin 
^8 a ganin i auf ber ©»©aite, fpielte er einen Soncettfag eige- 
ner, gebiegener Sompofition unb Seonarb'«: „Souvenir de 
Haydn" mit binreißenber Vegeifterung unb ©djönbeit, untet 
ftürmifebem 93eifaü be« publicum«. Srren wir nid)t, fo ift ec 
in fed)« <5onceiten bei JiToll'« aufgetreten. — 31in 29. 9co« 
oember faub im ffinglifdjen $aufe bie jweite ©oiree ber 
$$. Dertling unb 93 e et er für Sammer* unb ©alonmufif, 
unter 5IKitwirlung ber ©ängerinnen %xl. Älapprotb unb 
©iffborn, flatt. aufgeführt würbe 1) bie g moH«©onate, 
Cp. 30, für ^ßianoforte unb Violine oon Veetl)ooen; 
2) ?ieb: „bie $oft" oon granj ©d)ubert; 3) Nocturne in 
(£« bur oon Sboptn, unb Ungarifdje dibapfobie, 9?r. 6, oon 
8if jt; 4) Äd)te« Violin-Soncert, in ftorm einer ©efang«fcene, 
oon ©pobr; 5) ?ieb: „55er Trübung nabt mit Vraufen", 
oon SWenbelefobn; 6) ©roße« Quintett, Dp. 114, oon 
%t. ©djubert. Ratten mir Veetbooen'ö ©onate in etwa« 
fdjwungoollerer Sluffaffung unb mit größerem Ion oon ©ei« 
ten be* ©eiger« gewünfd)t, fo würbe ba« ©pobr'fcbe (Soncert 
oon $. Dertling, unter anbaltenbem VeifaQ be« publicum«, 
ganj mit ber 3<>rtbeit, Onnigteit unb Virtuofität nad) ?luffaf« 
fung unb Ion gefpielt, um bamit beut fiirjlid) babingefdjiebenen 
Sltmeifter ©pobr einen würbigen J)enfftein ju fegen. ÜDa« 
©cbubert'fd)e Duintett mit feinem 9Melobienreid)tbum, feinen 
berrlidjen Variationen über ba« j^orellenlieb unb feiner uner« 
fd)öp|licben 9ieuljeit im formellen würbe oon ben fünf ©pie« 
lern in feinen fünf ©ägen jur wabrbeit«gemäßen, d)arattert* 
ftifd)en ^rarogatioe erboben. @r;of>in'($ Nocturne unb Süfjt'« 
9ib<ipfobie würben bie«mal oon |)rn. Vetfer jroar redjt 
brao, aber nidtt in ber ben Somponiften eigentbümlicben, tenn* 
jeiebnenben SQBeife gefpielt. 9?tcbt allein Kraft unb £ed)nit ifi 
nbtbig (wie Veibe« unfer ©pieler in bot)em ©rabe befigt), um 
ßb^pin u«b ?ifjt in tt)rer Driginalität tjinjufteOen unb jur 
©eltung ju bringen, fonbern e« gebort aud) tai ©eniale ber 
Sluffaffung baju. 5)ie beiben mitmirfeiiben ©ängerinnen, 
©djülerinnen unfere« ©efanglebrer« Dr. ©d)warj, r>aben 
feit September b. 3., wo wir biefelben jum legten Wale ge» 
bbrt, ganj bebeutenbe gortf ebntte gemacht. Sri. ftlapprotb'« 
©efang gefiel un« unb bem publicum entfdjieben beffer, al« 



ber ®efang oon gr(. ®ifffjorn. (Srftere fang ba« Sd>u« 
6ert'fd>e i'ieb mit SJerftäiibnijj unb Bollern, eblem Ion bei 
»oflftänbig reiner Ontonation und meift guter, beutlidjer SJoca« 
Iifation. (Sineit guten JRatb wollen mir tiefer jugenblid)en, 
b,übfdjen ©ängerin geben, fid) cor beut „3uoiel" in ben Ion« 
nuanren jii fyüten. 9Jei fortgefe^ten ©tubien wirb fle geroifj 
für bie golge nod) al« eine brnmtbare Dpernfängerin i^r 
®lürf mad>eii. Die (Stimme ber fjvl. ®if fljorn ift rool ftär« 
ler, aU Die ber erfteren Sängerin, bod) finb bie Jone Dom ein* 



geflridjenen h bie jum jtoeigeftrtdjenen e, nenn aud) frei »ora 
®aumen« unb dcafalton, mit einem eigentl)ümlid> b, arten limbre 
b,örbar. Die in ber Äu«fprad)e fdjmierigen £erte«»orte be« 
SDienbeUfoljn'fdjen Siebe« fanben bejftalb nidjt immer bie 
richtige 93ocaltfation. ÜRan erfannte aud) Den gortfdjritt tiefet 
jum Promatifdjen ©efange befähigten (Sängerin beifällig an, 
uno fo freuen mir und, bafj Dr. <Sa)toarj mit feiner pbtyfio« 
logifdjen ®efang«metf;obe b, ier immer meb.r jur ®e(tung fommt. 
l{Joit[e»iuig folgt.) 



3U eine Leitung. 



(Eorrefponbenj. 

ftipjig. 9m 21. December fanb bie jmeite 8benb«Unterbaltung 
für Äammermufit im ©aale be« ©ewanbbaufe« ftatt. Der erfle Xbetl 
braebte bat © bur-Ouartett oon iBeetbooen Op. 18 unb ba« ©bur« 
Duartett für ^ianoforte, Violine, Öratfdje unb Sioloncett oon S. 3R. 
b. SBeber; ber jw-ite ba« Quartett Dp. 14 oon 2Kenbel«fobn in 
S»bur. Sieben ben$$. ©aubolb, {»ermann unb gr. ®rfi|j« 
matter ttirfte an ber erften ©eige >>ie«mal ftatt Soncert»9R. Daötb 
ber Concftt-SDi. 9t. Drebfd)od, ber jebod) gerabe an biefem abenb 
niebt befonber« bi«ponirt fdjien unb überhaupt für ben Quartett-Sor» 
trag etwa« mebr Reinbett ber auffaffung unb 9cuancirung be« 83or« 
trag« wünfeben lägt. 3m SBeber'fdjen Duartett fpielte grl. «ouife 
©auf fe bieSlaoterpartie mit bödjft anertennen«TOertber}3räcifion unb 
»otttommener SBiebergabe ter geiubeiten. Sie feiten aufgejübrteSom« 
pofition erfreute fid) «uer günftigen Sufnabme; un« Uta ba« origt« 
nette, launige ©d)erjo am beften besagen, im Snbante b«rfd)t an 
mebreren Stellen ein äufjerticbe« $atbo«, ber eifte Sag ift aber jeben« 
faü« oon allen ber mufitalifd) l-ebeutenbfte. Dieffiabl be« SWenbel«« 
fcbn'|d>tn febr au«gebebntcn aber an (Srfinbung binter ben oorberge« 
gangenen toeit jurüaftcbenben SBJerfe« toar an btefer ©teile taum etne 
glfidlicbe ju nennen. 

flafrl. Dr.Srnft ©aufebilb, Docent ber 9Rufit an ber ^teftaeif 
Unioerfität, gab türjlid) in berSula unter SRittoirtung ber Soncert»äR. 
$ 3 f 1 unb 6. $ u n o 1 b , f owie be« Sapett «»JH. t! u Q u. f . m. ein Soncert, 
in bem er auefdjliefjlicb eigene Sompofttionen jur Sluffiiljrung bradjte. 
Con ben brei Jpauptpiecen be« Programme«, »eldje fid) intgefammt 
burd) ftreng tbematifd>t Arbeit au«)etd>neten, fdjien ba« Buo in SmoQ, 
befl'en febr fd)niertge SJiolinpartie (£oniert<3Jt. ©8fl übernommen 
batte, ganj ooi;Uglia) ba« äufjerft jablreid) oerfammelte publicum an« 
uifprea)en. Äußer einem Xrio in 3 ntoll unb einem duartett in 
5 ntott tturben bann nod) brei Sieber be« Soncertgeber« Borgetragen. 

fEagesjiefdjiffjle. 

Seifen, Concrrtr, Ciiaoarmriiio. 8nt 23. 3)ecember fanb in 
Dre*ben eine muftfalifdje atabemie ftatt, in ber al« (SrSffnung 
8if jf* „gefWänge" jur «uffübrung tarnen, lieber ben ffirfolg fagt 
toeber ba« S)re«bener 3ournal noa> bie ©ädif. conftitutioneüe 3*'tung 
Stn>a«, wir bttrfen alfo amiebmen, bag er ein gilnfiiger gewefen ift. 
3>ie »eftrenten beiber »Blätter finb betanntlid) ptincipielle ©egner 
ber SDtufitentmidlung. — 3n bemfelben (Soncert »ourbe aud) © d) u « 
mann'« (£ bur«@ompbonie gefpielt. 

8m ly. 3)ecember fanb in Main j ba« fdjon im Borau« oon un« 
erttäbnte 8erein8«Sontert jum @ebäd)tnig ©pobr'8, unter Sei« 
tung Rr. SWarpurg'e ftatt. ®ie Ouoenure )u „3effonba" eröffnete 
ben abenb. $r.2(.£ompelau«$annooer, einer ber beften ©ajüler 
©pobr'«, fpielte beffen ©efang«f«enr unb bie ^bantafte über 2Ro« 
jart'jdje Ib«nien. grl. $. *Pfeiff trug jtoei Saoatinen au« „Sauft" 
»"b „Remire unb Sjor" oor unb bie i'iebertafel imSSerein mit bem3)a« 
mengefangoerein fangen bie Ontrobuction au« „'Jeffonba"; ben jroei« 
ten Xbeil be« Concm« füate 3R o jart'8 Stequiem. 

3)te beiben ©oireen für Äammermufit, bie oon SSieujtemp«, 
3aell unb $ellme«berger in SJien oeranftaltet »urbn, finb oon 
glänjenbem Crfolge begleitet unb ber ÜWufirominefaal beibe ü)tale ge« 
brängt oott getoefen. I>ie erfte fanb a.n 15. Becember ftatt unb branjte 
u. a. bie ©onate oon »ubinftein Op. 4M g moü für ^ianoforte unb 
Cratfdje, oorgetrag.n oon ^aell unb SBieurtemp«; in ber feiten 
aniia.Becember erlangte bie oon Jaell gefpielte Dmott» Sonate oon 
©d)umann, bie oor einigen jähren juerft mit Kälte aufgenommen 
»ar, bie«mal raufdjenben »eifaO. 3n berfelben ©oiräe tarnen nodi 



0pobr'«2)oppelquartett unb »eetbooen'« duartett in <£t« moll, 
Op. 161, jur «uffttbrung. 

3tm 28.9cooember fanb ba« erfte pbtlbatmonifd)e Soncert in 9c e tu 
fjort ftatt, in toeld)em bie Sbur-Sompljonie oon granj ©d)ubert, 
bie Ouoertnre jum „2Räbrd)en oon ber fdjönen SKeluftna" oon SWen« 
bel«fobn, bie ©ranbeSaprice für^iano, componirt unb oorgetragen 
Oon Srtbur SKlapoleon, bie Sntrobuctton au« „Sobengrin" unb bie 
Ouoertute ju„gibeiio" (inQ) jur Suffübrung tarnen, ©t ig eilt fang 
aufjerbem feine „Ibrane" unb bie Caoatine au« „Don 3uan". 

3m oterten ?rioat»(£oncert ju iBremen fpielte ber Sioloncettift 
Saoiboff, burd) fein auftreten im bieftgen ©emanbbaufe juerft be« 
tannt geworben, mit raufdjenbem Seifall fem Concertino unb © e r o a i «' 
Souvenir de Spaa. 

3)a« jreeite Sompbonie-Soncert in 8re»lau fanb unter Stei« 
nette'« Leitung am ltf. December ftatt. ©a« Programm ift nid)t er« 
näbnen«n>ertb. 

itluunlrilt, 3urTühruna.rn. Qinem ^rioatbriefe entnehmen wir 
bie 9tad)rid)t, bafj ber fiäcilienoerein juÄrnfterbam oor Äurjem in 
feinem 39. Soncert bie „Prelude*' oon g. i'ifjt ju böcbft gelungener 
Suffübrung gebradjt bat. Sie Sufnabme mar eine älänjenbe, allgemein 
anfpred)enbe, unb bie nn«oorliegenben bortigenölätterfinb einfitmmig 
oott öerounberung Über ba« Sert felbft nie aud) über bie Seiflung ber 
HRufiter. (Sin Dirigent ber SHilitSrmuftf, $r. Duntler im $aag» 
beabfidnigt ba»felbe JBert für fein <5orp« ju arrangiren, um e« fobann 
im näd)fien ©ommer an oerfdnebenen Jpauptorten be« Sanbe« jur8uf« 
fübrung ju bringen. Da« gefd)iebt in ip o 1 1 a n b. 

Der grogberjoglid)e ©cblogdjor ju ©dimerin unter Leitung oon 
3uliu« ©djäffer gab am 6. December fein erfte« Soncert, in »el« 
d)em ein Sboral oon © e b. ©ad), SWotetten oon HR i d). iB a d) , 3R i d). 
©attbn, äJcenbeläfobn, ein Credo oon JBallifer, ba« Kyrie oon 
Stöbert granj unb öei|inad)t«lieber oon SRid). ^rätoriu« unb 
3Rid). ©aobnjur Suffübrung gelangten. 

Die erfte auffübrung oon ©djumann'« „SDlanfreb" in ©ien 
bat fo gejttnbet, bag bie @efettfd)aft ber 9Jtufttfreunbe bie ©ubfeription 
auf eine jioeite oeranflaltet bat, bie am 8. Januar flattftnben fott. 

9m '0. December ift in SB In ba« erfte Oratorium ©anbei'«, 
bie oor einigen 3abren im Druct erfdjienene „Sftber" jum erftenmat 
in Deutfd)lanb aufgefübrt h>orben. 

Ilrur unb nrurtnllubirtr Opern. Sm 22. December fanb nad) 
bem Vorgänge Soburg« aud) in Stuttgart bie erfte 9uffübrung 
oon SKeperbeer'ä „-ÄJatlfabrt nad) ^loermel" ftatt. Der Crfolg 
blieb ungewiß, ba« Sert felbft faub weniger allgemeinen Seifatt al« 
2» ü b 1 b o r f e r'« 2»afd>inerie. 

8m -28. December würbe im Sarltbeater ju SB ien Offenbad)'« 
Operette: „Der (Sbemann oor ber Ibür" jum erftenmal aufgefübrt. 
Sn bemfelben abenb fdjritten 9t ef); 09'e urfprünglid)e fieben äRäb« 
d)en in Uniform um 20 oermebrt, alfo fiebenunbjwanjig 3Räbd)en in 
Uniform über bie dreier. ÜRebr Quantität — weniger Qualität, ift 
nun einmal bie £ unfilofung uuferer Sage. 

vluajfidjnungrn, ßtfdrberungrn. Dem ©ofmufttbänbler ftart 
© aeiinger in SBien würbe oom Saifer oon Oefieireid) ba« gol« 
bene 93erbienflfreuj mit ber Srone oerlieben, in anertennung fetne« 
oieljäbrigen erfolgreichen Wirten« für ba« allgemeine Vefte. 

3Kurtt.Dir.Smil Sücbner au« Seipjig ift al« SDtufitbirector 
nad) 9Jtagbeburg berufen. 

Der iDcufif'Dir. be« aadjener ©tabttbeater« Otto Deffoff 
ift juin jweiten ©ofcapellmeifter in Saf fei ernannt. 

fPrrfonalnadtricbttn. Die ©ängerin grl. 8gne« 83ur» b«t fid) 
in S3 erlin al« ©efanglebrerin niebergelaffen. 

Die ©ängerin ifflippern am ©oftbeater ju ©erlin (at fid) mit 
bem arebitetten Öarrier« oon öüdeburn oermäblt. 



8 



Intelligenz -Blatt. 



Jon. Sebastian Bach, 

Neun Alt-Arien 

aus 

verschiedenen Cantaten und Messen mit Pianoforte-Beglei- 

tung bearbeitet von 

Robert Franz. 

Nr. 1 bis 9 in einem Hefte Preis 2*/3 Thlr. 

Verlag von F. Whlslling in Leipzig. 

In der C. BtCK'schen Buchhandlung in Nördlingen ist erschienen 
lind durch alle Buchhandlungen zu beziehen : 

prterhnd» fftr ku ßimtx^t 

Gesammelt und herausgegeben 
von 

Johannes Zahn, 

Semin&rin.p«ctor in Altdorf. 

5 Bogen gr. 8. broch. 12 Sgr. 
Obwol zunächst einem localen Bedürfnisse entsprungen, wird 
diese trefflich gewählte Liedersammlung gewiss vielen Mannerge- 
sangvereinen willkommen sein. Es wurde Alles ausgeschlossen, was 
dem Texte nach unrein und anstössig, nichtssagend und ordinär er- 
schien und was nicht auch eine bedeutende, ausdrucksvolle und 
doch zugleich ansprechende und einfache Melodie hat. 



3]tai&Hlttn-$tora 

von 

B. Schott's Söhnen in Mainz. 

Beyer, F., Album 1860. 6 Morceaux elegant». Suite 14. 

Op. 142. 3 fl. 36 kr. 
, Chants patriotiques. Nr. 57. Schwertlied von 

CM. v. Weber. Nr. 58. The Gazelle. Ind. Lied. Nr. 59. 

Schweiz. Volkslied, ä 18 kr. 
Gerville, L. P, Serenade sur la Korn, des noces de Figaro. 

Op. 63- 45 kr. 
Hamm, J. V., „Das Allerkieinste". Polka. 18 kr. 

, „Etwas noch Kleineres". Polka. 18 kr. 

Mangold, C. A., Frühlings-Reigen. 6 Skizzen. Op. 59. 

2 Hefte, ä 1 fl. 12 kr. 
Stanzieri, G., Brises d'Italie. Pensees musicales. Nr. 1. 

Venise. Barcarolle. 45kr. Nr. 2. Bologne. Caprice. 54 kr. 

Nr. 3. Florence. Nocturne. 36 kr. Nr. 4. Naples. Sal- 

tarelle. 54 kr. Nr. 5. Sorrente. Andante. 54 kr. Nr. 6. 

Rome. Ch. et Choral. 54 kr. 
Wallerstein, A., Album 1860. 6 nouv. Danses eleg. 1 fl. 48 kr. 
Weber, J., Dinorah. Polka sur le Pardon de PloSrmel. 

Op. 22. 36 kr. 
Beriot, Ch. de, Methode de Violon. 2. Partie. 7 fl. 12 kr. 
Dancia, Ch., 6 petits Airs varies pour Violon avec Pfte. 

0|>. 89- Nr. 5. 6. ä 1 fl. 
Esser, H., 6 Lieder für 1 Singst. mitPfte. Op. 61. 1 fl. 48 kr. 



Garcia, M., Nouv. Traite sommaire de l'art du chant. 
(Neue summarische Abhandl. Aber die Kunst des Ge- 
sanges.) 10 fl. 48 kr. 

Stasny, L., Potpourri sur les Vepres siciliennes pour petit 
Orchestre. Op. 69. 3 fl. 12 kr. 

$f*ilp7it~ni 

im Verlage von 

G. F. K a h n t in Leipzig. 

Ö- Zu beziehen durch alle Musikalien- und Buchhandlungen 

des In- und Auslandes, «^j 
Bubinstein, A., Op. 44. Soirees ä St. Petersbourg. Six 

Morceaux p. Piano. Liv. I. Romance. Scherzo. 10 Ngr. 

, Idem Liv. II. Preghiera. Impromptu. 15 Ngr. 

, Idem Liv. III. Nocturne. Apassionato. 25 Ngr. 

, Op. 50. Charakterbilder. Sechs Ciavierstücke 

zu 4 Händen. Heft 1. Nocturne. Scherzo. 20 Ngr. 

, Idem Heft 2. Barcarole. Capriccio. 17»/ 8 Ngr. 

, Idem Heft 3. Berceuse. Marche. 1 Thlr. 2*/ s Ngr. 

Schnlz-Weyda, Jos,, Op. 31. Drei Lieder für Sopran, Alt, 

Tenor und Bass. (Gute Nacht mein Herz. O sieh' mich 

nicht so lachend an. Ich lieb' eine Blume.) Part, u St. 

25 Ngr. 
, Op. 39. Nr. 1. Der todte Kosak, für eineBase- 

oder Baritonstimme mit Pianofortebegleitung. 10 Ngr. 
Speer, W.F., Op. 1. Une Pensee. Nocturne elegante pour 

le Piano. 10 Ngr. 
Udbye, M. A, Op. 8. Acht Stücke für Pianoforte und Vio- 
loncello (od. Violine). Heft 1. Morgengesang. Sinniger 

Gedanke. 15 Ngr. 
, Idem Heft II. Tanzende Nymphen. Nordische 

Sommernacht. 17'/j Ngr. 
, Idem Heft III. A la Mazourka. Halling-Polka- 

tanz. 25 Ngr. 
, Idem Heft IV. Aufregung. In ruhiger Stunde. 

27 Vs Ngr. 

Ouvertüre zur Oper: Fredkulla für das Piano- 



forte zu 4 Händen. 1 Thlr. 5 Ngr. 

Welcker.Karl (Musikdirector), Schiller-Fest-Marsch. Zur 
lOCjährigen Geburtsfeier besonders componirt und auf- 
geführt zu Leipzig. Für das Pianoforte. 7 Vi Ngr. 

, Idem für Orchester in (correcter Abschrift). N. 

1 Thlr. 5 Ngr. 

Wetterhan, W., Abendhimmel, für eine Singstimme mit 
Begleitung des Piano. 7 1 /., Ngr. 

Wollenhaupt, H. A, Op. 48. Bilder aus Westen. Vier 
charakteristische Stücke für das Pianoforte zu 4 Händen. 
Heft 1. 22»/ s Ngr. 

— -. Idem Heft II. 22»/a Ngr. 

, Op. 49. Ein süsser Blick. Salon-Polka für das 

Pianoforte. 15 Ngr. 

Op. 50. Trinklied aus der Oper: Lucrezia Borgia 



von Donizetti. Illustration für das Pfte. 17Va Ngr. 

-, Op. 52- Musikalische Skizzen für das Piano- 



forte. 15 Ngr. 



SQr* AUFTRÄGE *^rS 



auf Musikalien jeder Art (wo solche auch erschienen oder angezeigt worden) werden auf das sorgfältigste aus- 
geführt durch die Musikalienhandlung von C. P. BLAHNT in Leipzig. 



1 ltl«ii m 1 Mir i<d 8a|H- BnM 

M* «nia Hu «6 «■■■im Vit M, 



cSeiuatfl, fren 6. Jfanuar 1860, 

Stent 



fttftmiiiHilfllim tat ptiupiif i M#t. 
ITn mummt ii4— ■ ■!■ ftiMMin. 0n4 , 

fitufinHn- mtfc 1 



rfranj SBrenaef. 8erantn>orttiä)er SRebactenr. — »erleget: (£. 4, XaGnt in Cnpiia.. 



tramrta'f te »Bit. * Böifltt. (tt. *J«*n) i« Cetlta. 

MdM «■! im jftti«. 

lata li*»rtf*m, HihbI belauf* t* Haft»!. 



•WS. 



3ipriaibfnifjigFtrr Saab. 



1. ■rlomu« * C«K|. im Itt» f od. 
I. **r«atit(4 In Situ, 
til, IriAtUm im BnW». 



grnUTt : OtMmtc Vreiffttrift »em «. g. SBtt|«uB« (B»rt|t»«w)> ~ 0«*« M* 
Batate »so „(afbchMBCi" Mm (kWk! ntb Mmmtunt. — Vmt JtfmlgfbtM, 
(641*1). — CM VnlU (SertfeMMB). - JRcnit 3tttt*gi ■»!««■«( 
CmtftMktmi j Xag»*g* W4te f Scmf f a)tcf. — 3*lclHtmSl*tt. 



<$*krimte ^rräs^rifL 



fefflbauM Grfimttnraa imb omPalifib tfeorttiföe So 

gitntang ba tntr$ feit ncitfttn lhioßfi^9f fingen betvirtten 

lligrßaitaRg mä ttktterbilfeimg to ßanwiril 

MB 

C J. ttkttnumn. 

(gmtftfeBKftO 

$nr*£rainrt. 

Sic Stflne einer jeben berftfinblidjen äffetobie inoffen 
r$bt$mifa) georbnet frin unb fitt) nm einen beftimmten SWitttt« 
pnnet ober $a übt ton bemegtn. Den ©runbbfeiler eine' 
aogefä)[cffentn ^armonifdjtn 3jmfrMee Mlfe-et ebenfe ein 
beftintmter confonirenber Sreiflang, ein $auptaccorb. Sin 
Xon wirb ftft bureb, StebentBne jiint $aubttone, ein Bccorb 
erft bura) fRebtnaecorbe jum $anptacccrb. (N btt Unter» nnb 
bet Oberquatte wirb ber $auptton, bie Xonica, feine nääjften 
Scroanbten, feint Sominanttn »rennen: 
F — C— Q 

nnb btt auf biefen XBnen rnljtnb tu SreitlSnge vrrben rbenfo 
bie naturli$fien Sttbenaccorbe b(8 tonifdjen ober $an»tac»i> 
b«j bitben: 

FtCeOhD. 

Sin auf fo[$e Seift jitm $anptaccorbe erhoben« SreU 
Mang btlbet nun mit feinen beibeu Sominantaccorben bat 
©ttftem ber Xonort. £ine$cnart tann bemnad} nidit burd) 
einen ernjelnen Äccorb, fanbern erft burd) eine See orbfolge 
bargeftettt nxrbtn. Sit S u 1 1 e n at t be fte$t in tyren $aupt> 
momenten an8 grofjtu obtrSurbrtitlängen, unb eint mit 
btm (anpttont beginnende in elobtf (befolge i^rerlBne gttbt 
nn8 bie „biatonif dje" Surtonleittt: 
C d e f ; t h, 

BQc übrigen I8ne nnferrt JEonfoftemet) fnb in Stjie^nng auf 



..■CooqIc 



btefe ©tammtflnt ber SEonart „^romatifd^e" ober 
9tebent6nt. 

X>ie gegenfeitigen lomoer^attnifft btr ©tammtBnt einer 
jeben 3)ur» ober SHcatonart jeigen jeber^eit nur „grogt ober 
Iteine" OnteroaOU auf, nnb erft mit SBennfeung Don o^roma* 
ttfd)tn ZSntn (Bauen „Übetmägige ober utrminberte" 
OnterBatte gt&ilbet ntrben. ©o ift j. 89. f— g eine große 
©ecunbe , f — » eint gro§t Itrjt , f — h eine groge Onorte, 
f — c eine gro§e Ouinte u. f. f. Sie Untle^rung tiefer Ion- 
»er^altniffe giebt Weine dntenaKe: g— f eine tleine ©tbtime, 
i — f eine tteme ©erte, h — t eine Htine Oninte, c — f eine Heine 
Quarte u. f. f., benn au« ber Umfe^rung eint« jeben großen 
OnteruoDrt entfielt ein MeintB, anf berllmfefirung eine« jeben 
Bbermftgigen ein oermtnbertrt 3nteroaa unb ebenfo umgele^rt. 

Kuger ben beiben mit bem ©auptbreittange bnrd) je einen 
gemeinft^aftlto^en Son oerbnnbenen Sominantaaorbcn 
FiC nnb Oho, beren @rnnbt6ne mit ber Konica qnint- 
oernianbt finb, er[u)einen in ber Surtonart noa) jtoei mit 
bem tonif ojen btir^ je jioci gemcinfo>afttto>e IBnt ecrbnnbenc 
tleine ober SRofl'SreitUnge * C e unb eOh, beren 
@runbt6ne mit ber Sentca ttrjotrnianbt flnb: 

F a C e G h D. 

SWit btm $anetbreiltange unvtrbnnben ftnbtn fid) non> bor 
ber „tleine Srnffang" : DF* unb ber fogenannte „Der min* 
berte S reitlang": h D F. Ser lettre iß »egcR btr 
tleintn Ouinte n — F, meldet nid}t ju ben Sonfonanjen ge^Srt, 
biffonitenb. Sie Serbinbung ber tleinen lerje unb Keinen 
Ouinte aber bittet eine fo toeidjt Siffonanj , bag fomol biefer 
Sreitlang r alt aQe biejenigen Stptiraenaccorbt , in btnen er 
enthalten ift, jeberjeit frei auftreten bürfen, mityrent) härtere 
Siffonanjen, namentlia) in ber Cocalmufit, einer Corberei« 
tnng btbürfen. 

Um bie Surtonart weiö>er jn fümmen, wirb ^oufig ftatt 
M großen Unterbontinantbrtiflangeä ber tleine, unb ju beffeu 
Silbung fobann ein ^romatifa)er Ion (»■) benu^t: 

FiuCeOh D. 

Sa nur aber miT bie ©ebrittt eine« @<mj> ober $atbtene* 
als metobtfo>r, aüe übrigen aber alt! Ijarmonifajt 
©abritte ertennen, fo btlbet bie Tonleiter bieftr „»eiferen 
Snrtonart" 

Cdefguhc, 
Original from 

UNIVERSITYOF MICHIGAN 



10 



be« Sprunge« »on as ju h wegen, feine jufammenljängenbe 
melobifdje Solge, unb roäljrenb eine biatonifdje Tonleiter ju 
jeber Harmonie ber Joiiart auftreten fann, h)ürben Ijier bie 
Jone as unb h entroeber j»ei oerfdjiebeueu Harmonien ange» 
IjBren (1), ober al« dSlieber eine« gebrochenen Slccorbe« be» 
trautet (2) , ober enblid) ber eine ober ber anbere al« freier 
Durdigangöton aufgefaßt »erben muffen (3); j. 33. 
1. 2. 




^^^^^^M 



m 



Da« 33eifpiel 4 aber ift unjuläffig, weil Die beiben Dnrd>= 
gang«töne as unb h (jier feinen melobifdjen 3 u f ammen ^ an fl 
tyaben, roie j. SB. oier berfelben, as, a, b unb h bei 5. Steljn« 
liefen ©ebingungen mürbe eine jebe mit djromatifdjen Jonen 
»erfeljene tjinauf» ober Ijerabfteigenbe Jonleiter unterworfen fein. 

3cur bitrd) einen djroinatifdjen Jon fönnen in ber Jon» 
art übermäßige uub oerminberte OnteroaHe pr (Srfdjeinung 
gebraut werben, weldie, wie fdjon bemerft, fämmtlidj biffo« 
nirenb finb; fo b|ier j. 33. bie übermäßige Secunbe as — h unb 
beren Umfebjung, bie oerminberte Septime h — as, ferner bie 
übermäßige Quinte as — e unb beren Umfeljrung. bie Dermin« 
berte Quarte e — as. (Snblidj tritt l)ier audj neben bem »er» 
minberten Dreitlänge d f as ber fdjarf biffonirenbe „über» 
mäßige Dreiflang" as c e auf, welken mir nebft ben 
Septimenaccorben, bie burri» 33eiui|juiig oon djromatifdjen 
Ionen entfteb, en, fpäter nod) befonber« tu 33etrad)t jieben werben. 

iffiie aber bie weitere Durtoiiart l)ier ben ebromatifdjen 
Jon as benu(ste, fo fann eine jebe Jonart außer ifjren Stamm» 
tönen nod) alle übrigen Jone unfere« Jonföfteme« al« djro» 
matifdje ^icbeiitöne in äluioenbimg bringen, um bainit balb 
iljre 2Melobien audjufdjiuücfen, balb iljren Harmonien ein 
reifere« Solorit ju geben; j. 33. 



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Srljeben wir einen ÜWoUtreiflang jum ^auptaecorbe, 
inbem wir itm mit ben Mollbreiflängen feiner Unter» unb 
Dberbominante in iSerbinbung bringen, fo erhalten wir ba« 
Softem ber Molltonart: 

DfAcEgH. 



Diefe, in ib,ren $>auptmomenten in weichen ©reif längen auf« 
tretenbe Tonart ift trüben unb fdjroermütfyigen Sljarafter«, 
unb in melobifdjer unb Ijarmouifdjer §infid)t ftet« ber ent» 
fd)iebene (Segenfafc »on ber Haren unb fübn aufftrebenben 
Durtonart. Senn j. 95. bie le&tereibjenbeftimmteftenSdjlujj» 
faß mit bem Oberbominantaccorb bilbet, fo bilbet ib,n bie 
Molltonart mit iljrem Unterbominantbreitlange; wenn 
bie melobtfdje Durtonleiter mit bem (Srunbtone be« $aupt» 
breiflange« beginnt unb ftufenweife Ijinauffteigenb mit einem 
$albtone in bie Octaoe beffelben leitet : edefgahe, fo 

beginnt bie melobifdje Molltonleiter mit ber Quinte be« 
^muptbreif lange« unb fteigt ftufenweife in benfelbendnteroaüen 
b,erab, ebenfall« mit einem $albtone in bie Octaoe ifyre« Slu«« 
gangSpuncte« leitenb: 

edchagfe. 

Die Durtonart jeigte jroei quintoerroanbte große, bie Moll« 
tonart jeigt ebenfo jroei quintoerroanbte tleine Dreitlänge 
d F a unb e G h auf ; mo bie Durtonart jroei bem tonijdjen 
terjoerroanbte M oll» Dreif länge barbot, ba finbet bie Moll* 
tonart ebenfo jroei terjoerroanbte Dur »Dreitlänge FaC unb 
C e G cor: 

DfAcEgH. 

ßnblid» erfdjeinen in ber Molltonart nod), unoerbunben mit 
bem tonifdien Dreif lange, ein Durbreitlang g H D unb ein 
»erminberter Dreiflang H D f. 

333enn, roie oben bemerft, bie Durtonart jumeilen burd) 
ben roeidjenUnterbomtnantbreif lang milber geftimmt wirb, 
f o roirb nod) häufiger bie Molltonart fräf tiger burd; einen l?ar= 
ten Qberbominantbreiflang geftaltet: 
D f A c E gis H. 

Die melobifdje Tonleiter biefer „härteren SJfofltonart" ift bie 
folgenbe: 

e d c h a gis f e 
unb iljre b^armonifdje Begleitung ift megen be« unmelobifdjen 
fibermäfjigenSdjiitto« gis — f, welcher bureb, ben djromatifdjen 
Ion gis herbeigeführt rourbe, benfelben 33ebingungen unter« 
roorfen, roie bie ber Tonleiter ber „meidjeren Durtonart". 
8udj Ejier erfdjeinen nun übermäßige unb oerminberte dnter» 
»alle, ferner ber oerminberte Dreiflang gis h d unb ber über« 
mäßige Dreiflang c e gis, unb felbftoerftänblid) fann aud) bie 
Molltonart außer iljren Stammtönen unb bem Ijier auftreten» 
ben djromatifdjen Jone gis nod) bie fammtlidjen anberen Jone 
unfere« Sonftjfteme« al« djromatifdje 'Kebentöne benufen. 

2)rei!Iong8=goIgeit. 

3wei auf einanber folgenbe Dreitlänge f;aben entweber 
alle brei, jwei, einen ober feinen Jon mit einanber gemein« 
fdjaftlid). 

3m erften gälte tritt berfelbe Slccorb jweimal hinter 
einanber auf, unb feine oerfdjiebenen Stimmen tonnen babei 
in einer unb berfelben ?age tertjarren, ober biefelbe fteigenb 
ober fallenb medjfelnj j. 33. 




11 



Cierbei iß gu otmerfen, baß ber Sreitlang in feiner Qrunfe* 
tagt bie ntetfie, in ber 5Eerjfert«?age weniger, nnb in ber Quart« 
fert-8age faft feine ©elbßanbigteit me$r jeigt. (Ein befrie« 
bigenber ©djlug mfirbe alfo nut mit bem tonifdjen Sreiflauge 
in ber @runblage, nnb ja« auf aecentuiTtemSacttfcUt, 
gebilbet werben tonnen. 

$afeen jus« auf einanber folgenbe Dreiflange jteei £5« 
gemtinfd)aftÜd), fo werten eben biefe bte natfirtiebfttn tottbin* 
benben ©lieber berfelben bilben, nnb nur eine Stimme wirb 
befrei metobifc>, b. $. (faifemoeife in ben felgenben Äecorb 
fibergefcen: 

a. F d h u G b C 



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©d)on bei einer folgen natürlichen gfolge Don ffireiflangen 
wirb bie Stotytotnbtgfeit einer eierten Stimme fttytbar, nm ben 
folgerichtig anftretenben rlccorben, wetd)e babei bie Duartftrt- 
Tage nia)t ueenteiben tonnen, eine feßere S3a|l* in bem ©rnnb» 
tone ober in bei letje jn geben; j. ©. 




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SBie Un btnrd) ben @>runbton, fo tBnnen biefe SJwiHange 
and) bnrdi bie Jer je, ober burd) bebe lüne abn>ed)fetnb baflrt 
»erben; j. 9. 



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Sinbtftimmter€d)lugfatl aber wirb burd) terjoerWanbtc 
5)reitlänge nid>t berbeigefü^rt, felbß wenn, wie jjier, ber Sag 
einen Cürintenfcfiritt nimmt. 

Sei einer gotge »cn confonirenben Sccorben ift äuget 
ber $irr gegebenen nattitlidjften €timmenf(tyrnng eine jebe 
anbete fflr gwetfmafjig eradjtete julaffig; j. 8. 



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»ein «od? ja bemerfen iß, bagbet serbunbenen^reinattgen 
tterbeift« Ottawa nnb Quinten felbft im ßtengßen ©Itflt 
M ettaabt"flnb, ba biefe fdjon «(feinen, wenn $ier bnlerjen« 
fdfritt brt Saffel junt 6ertcnfd)tüt umgetefett wirb: 



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£uiinten»erU)anbte ^reittänge Ijabtn jrberjeit einen SEon 
mit einanber gemein[d)aftlid). Ditfer bitbet nun bie naturttdfße 
■Serbinbnng feld)et ikeerbe, ttäbrenb j|nwi Stimmen babei 
melobtfd) fortfd)reitertb in ben fotgenben ÜJxeirTang übergeben: 

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9ud) biefe Vccorbe fcbflrfen, ber ^ter tbtnfatia aaftretenben 
Onartfe jiaccerbe toegen, bei Safiinng bmdi eine »ierte Stimme, 
nnb biefe tonnen fie, nie oben, in bem ©ntnbtone ober in bet 
lerje ßnben; j. 8. 




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3)ie&erbedtenCctaoenunbJQuintenpnband)^iet,beinatfir> 
Iid)ßer ©timmenfäbning, fobalb ber Ouintcnfdjritt be« ©ranb« 
taffe« jnm Ouartenfd>ritte lungrftbtt toirb, unoermcibltd), nnb 
eben beß^alb „erlaubt"; bod) ifi aud) t)t« eine jebe anbete 
jtoedbien(id)e ©timmenfut)rung an juwenben ; j. 8. 



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ÄBe birjenigen 3)reifISnge, beren <Sronbbaffe iat$er^alt> 
niffe einer ©teunbe jn etnanber ftet)en, |lnb, ba fle leinen 
£on mit einanber gemeinf d)aftltd) ^aben, nnoerbunben : 

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t « I I * ? , , 

ttnä) bei biefer Kccorbfolge laitn femol ber ©rnnbton all 
bte Xerge gm 8aß8 benufet werben, motei jebodj ja bemtrten 



12 



ifi, baß bei gotgen uneerbunbener Dreiftänge bie oerbecften 
Duinten, befonber« beim ftufenmeifen ©tetgen be«@runb« 
baffe«, ebensowenig woc)lflingenb al« bie offenbaren Outnten 
unb beßbalb ju oermeiben ftnb. 




GEbenfo Hingt bie 33erboppfung be« ©runbtone« be« oerminber» 
ten Dreiflange«, aud) wenn er md)t al« leiteten erfdjeint, »ie 
b,ier im erften 93eifpiele, fct)ärfer al« bie feiner lerje unb 
Quinte, wie benn biefer Slccorb überhaupt in ber Derjfertlage 
am »ol)lflingenbften ifl. 

(Sortjefcung folgt.) 



Meöer öie Baffabc oom „öatöeftnaßen" oon {jeööef 
unö Sdjumann*). 

3n«Rr. 19 b. SBt.(93b.51) befinbet ftcb in bem j»»eitenSerid)t 
Aber bie feipjiger £onfünfiler«S}erfammlung eine 33efpred>ung 
be« „£aibefnaben", unb fo £refflid)e« biefer 83erid)t über ba« 
SMetobrama enthält, fo fdjetnt mir bod) bie Suffaffung obiger 
SBaflabe bem Siebter unb Somponiflen nidjt ganj geredjt ju 
»erben, unb barf id) beßljalb tool annehmen, baß aud) einer in 
biefem <ßuncte bieergirenben änfid)t bie Wufna^me an biefer 
Stelle nidjt oerfagt »erbe. 

Den nädjften SÄaßftab jur Seurtyeilung einer Didjtung 
ober eine« fiunftganjen »erben immer bie ©runbgebanfen be« 
SBerfe« bilben, unb gerabe hierin muß id) oon jener äuffaffung 
mefentlid) abweisen, angenommen: ein fo genialer Didjter 
»ie Jpebbel roiire ercentrifdj genug gemefen, bemSorwurf „ber 
©cbauer* unb 2Jcrrbgefd)itr>te" nacbjugeljen, blatte nur ein 
©tütf mittelalterlicber „gräglid^er ©e»altftreid)e" poetifcb, ein= 
Heiben unb lunftlerifd) gehalten »oOen, »ürbe ba« »ol SRo* 
bert ©djumann, ber ftet« fo tief unb wunberbar ben ©eift 
jeber Did)tung erfaßte unb in ber ©djmefterfunft benfelben 
reidj oeiflärte, ju fo meifterb,after ÜMobramatiftrung l)aben 
erregen unb begeiftern tonnen? 

Der ^atoefnabe a^nt, oom „Üraum in Sngftfdjroeiß 
aufgerüttelt unb erfdjrecft", fein fommenbe« @efd)id: 

„8dj 9Rcijter, acb SDZetfter, fic fajlagen miä) tobt, 
©ie ©onne fie ifl ja »ie Slut fo rotb !" 



*) Sei ber SBicbtigfeit be8 ©egenftanbt« unb ber tüdttigen äftbe* 
tifeben ©efmnung, bie fta) in ben folgenben 3eilen auefpriebt, glaubten 
tetr biefelben unferen liefern nidtt »orentbalten ;u bttrfen; freütdb ^aben 
»ir bier oon »ornberein ju betonen, baß e« unfereiu in förage ftebenben 
Referenten über bte 2ontfinflIer*$erfamm(ung feineStoeg« eingefallen 
ift, bie §ebbet'fd)f Sicbtung irgentreie berabjufeßen, er bat oon ber 
Siebe be« SSolte« an ©djauergefdiicbten al« bem Äobfloff be« Dieter« 
gejprocben, in ähnlicher Seife, tote man ben „Sauft" be« SKittelalter« 
als bie isrunblage be« unenblia) »ergeifligten 3Hetfter»erfe« oon 
©oetbeju betrauten bat- SD. SReb. 



unb »eher in ben SBorten: 

„9$ äRetfter, mein SKeifter, tdj geb, tcb geb, 
»ringt meiner äRutter ba« tefcte Sbel" 

SBeber ber „$>irte oon frommer 8lrt", nod) baß ber arme 
finabe ad feine §abt Eingeben »iU, fann ib,n erretten — , 9cie« 
manb tann feinem gatum entgegen. — Diefer ber Didjtung 
ju ©runbe liegenbe fataliftifdje 3 U 8 *»«& nodj befräftigt 
burd) bie bämonifd)e ©eftalt be« Jfrted)tefl. Siegt nid)t oft im 
ÜRenfdpen eine 93oral)nung feine« ®efd)i(f « ? Unb »enn 3lbnun< 
gen unb Iräume fta> aud) nid>t immer erfüllen, bier wirb eine 
ntädjtige ©aite menfd)lid)er Smofinbung angefd)(agen , jeben» 
fall« bat ber ©id)ter ba« 9ted)t, biefe Obeen fünftlerifd) ju er* 
f äffen unb ju gefiatten, unb ba« bat $ebbel meifter^aft im 
^aibelnaben getb,an. — 3Jon ©d)umann'« tief djaraf« 
teriftifd)en, »unberbaren garbentönen gehoben, »irb biefe 
Sallabe »o( nod) lange ein Sorbilb bleiben, ba« SDMobrama 
in Üeinerer gorm größeren ftreifen ju erfcb, liegen, unb mit bem 
3Bunfd>e, bafj anbere begabte ÜReifter ©d;u mann auf biefem 
nod) wenig betretenen ^ßfabe folgen, möge e« mir oerfiattet fein, 
biefe ©emerfungen b,ier nieberjulegen. 

3ferlob,n. g— m. 

Aus Königs6erg. 

Daß »ir in bem fyier angebeuteten (Sinne, »enn man bte 
Ougenb, ben ecb, t fünftlerifdjen ©eifi unb ba« enorme können 
be« $rn. o. JBronfart ermägt, nod) ©roße« oon ibm ju er* 
»arten b,aben, ba« bemeift allein fein »unberfdföne« ©piet ber 
S3eetbooen'fd)en ©onate Dp. 109, »eldje (abgefegten oon 
einem ftörenben ÜJJomente) bie 3nnerlid)fcit ber 3)iuftf fdjöner 
enthüllte, a(« bie« bei ber ©onate Dp. 57 ber gaQ »ar. 

$.o.S3ronfart'« Snroefenbeit in Königsberg gab mir 
©elegenbeit, ?ifjt'« f^mpb, onif(b,e Didjtungen im oierb,änbigen 
Arrangement für ein Slaoier mit ib,m ju fpielen, wa« mieber« 
bott bor einer angabt 3 u ^rern, nie audj in größerer ©efell» 
fdjaft unb fdjließlicb, im britten Soncert gefdjab,. 3)er (Erfolg 
»ar flet« ein feb,r günftiger, tnbem bie SWufif (ob»ol bei erfl« 
maltgem ^ören ftellenweife für SDtancben fd)»er faßtid)) bod) 
immer einen ftarfen, großartigen unb fajönen Sinbrud madjte; 
bei »teberb,oltem $>ören aber »irfte fte junebmenb begeifternb 
unb niun wollte bie ©türfe immer aufö Slkut b^ören. t)ie 3 U * 
^örer »aren oon ber oerfdjiebenften ärt: Senner, 9Kufifer, 
Säten, Dilettanten, geinbe unb greunbe »ie audj Ui.entfa)iebene. 
Die in ba« $arteiroefen nid)t Eingeweihten waren im ^ödjften 
©rabe befrembet, al« fte erfuhren, baß biefe ÜKufif oon an« 
beren al« ungenießbar oerfdjrien werbe. @in „@faffifer", ber 
oorjug«wetfe in ©eb. 93 ad) lebt unb ftd) im Urt^eile gern feb^r 
unummunben äußert, feiner 9lrt oon SKufif aber fo fern fteb,t, 
al« ber neuen Sifjt'fdjen, unb coli SRtßtrauen für biefe mar, 
biefer GEtaffifer borte ben „laffo" mit Öntereffe jmeimal b,in« 
tereinanber ganj unb einmal in SSrudjflüden. Od) erwartete 
ein feb^r fajroffe«, abfolut abfpredjenbe« Urtb,eil; biefe« lautete 
aber ju meiner SSerwunberung bem ©inne nad) fo: „9Keine 
Erwartungen ftnb getäufd)t, benn tcb finbe bieSKuftf großartig 
unb genial, Sinjelne« ganj »unbetfd)ön, Inbereö mieber feb,r 
b,art unb ein paar ©teilen nid)t«bebeutenb, ben ÜJcarfd) am 
©nbe ju militärifd) für eine Slpotfjeofe; ba« ©anje »ar mir 
aber feb,r genußood unb intereffant." Die« ftnb einfache Stb, at« 
fatben, für bie td) bürge, bie aber um fo meb. r bemeifen, baß 
?ifjt'« fnmpb|onifd)e Dichtungen faltbar ftnb, al« wir fie 
b,ier nur im befd)ran!teften 6laoier»arrangement, nid)t im 



13 



Drdjefteroriginal , (aber aud) mit Begeiferung) »orfpielten. 
ÜRan beadjte biefe Arrangement«! 

Da« ©lüdf mar unferer ©tabt mufifalifd) fo günfiig, ba§ 
wir jwei Slaoierfpieler »on b,ob,tm SRang ju gleicher 3«it in 
unfern ÜWauern beifammen Ratten: ju $. c. Bronfart tarn 
nod)$r. 3)cortierbegontaine. 3d) ^atte (ängfl gemflnfd)t, 
biefen ©fieler be« „legten Beetbooen" ju ^ören; nun 
gab er bei unö an Beettyooen« ©eburt«tage benl7.Decem' 
ber ein granbiofe« geftconcert mit einein Programm au« tauter 
bebeutenben unb jum Sfpeil tfitx wol nod) nie aufgeführten 
Seetf)ooen'fd)en SBerfen: I. ibeil: £oriolan»Ouoerture für 
Drdjefler. Soncert für $ianoforte © bur mit Ordjefter. „An 
bie ferne ©eliebte", Sieberfrei« für ©efang mit (Slacierbeglci« 
tung. ©onate Op. 102 5Rr. 2 D bur für ©laoier unb Bioion' 
cell (mit §rn. $ünerfürft gefpielt). II. Zfftil: Opferlieb 
»on 2Hatb,effon für ©olo, ßljor unb Ordjefter Dp. 121. 
©tatt be« Biolinconcert« in D bur fpielte ber ßoncertgeber 
bie£mod>©onateOp. 111. „änbie Hoffnung," au«£iebge'« 
„Urania" für ©efang unb $iancforte. $b,antafte für ^iano« 
forte, Sb,or unb Ordjefter Op. 80, alle ßla»ierpartien oon 
ijrn. fDc. be gontaine »orgetragen. Da« b«"licb,e (Soncert 
ßanb äußerlich, unter bein böntonifeben ©influffe be« 3 u f a ^> 
benn mir jetylen nadjträglicb etwa ein Dugenb jener fatalen 
DWißgefd)ide, bie einen (Soncertgeber jur Verzweiflung bringen, 
ba« publicum in bie petnlidjfte S^eilnabme unb bie äHitmir» 
tenben in fieberbode «ngft »erfegen tonnen: ber abfagenbe 
(Sapedmeifter unb ©änger; ber nid>t anfommenbe Biolinift 
Scott) au« Seipjig; (alter ©aal; falte ginger; Unmoblfein; 
fd)led)te Beleudjtung; unfiebere« Ordjefter; auf loderen Brettern 
eine« fdjled) ten Drd)cfter='iPobium« ein geängftigter balbfid)erer 
6b.or; eine Sage, bie fid> }u ben trügen be« ©pielenoen nieber« 
fegt; eine jerfadenbe Partitur; ein febleube« Beetbooen« 
äRebaidon, ba« angefünbigt, bod) niebt angefoinmeu aar (aber 
burd) eine Büfte erfegt tourbe) k. 6« mürbe julegt bor lauter 
gatalität fomifd). Da« erfte ©tüd ging ber iöMitung nad) 
barum »erloren unb ber angegriffene, neroö« aufgeregte ftünft* 
(er bätte, bei einiger Soncertgeberpl)ilofopbie,3)caiicbe8oertufd)en 
unb »erbrüten tonnen; — aber feine fiuuft feieite bod) ii^rett 
Iriumpb, gunäajft in ber fetyr fajroer ju bebanbeliiben SBiolon» 
ceO«©onate, beren «bagio £r. 'SR. be gontaine »ob^ibaft 
groß unb tief finnig, fo red)t au« Beetboocn'jdjeiu ^t^antafie« 
leben fyerau« fpielte. Dem Bioloncediflen tonnen mir nur ti9 
ebrenbfte Job für feine trefflieb auf ben ^ßianiften eingebenbe 
äRilleifiung fagen. 3m Slccompagnement De« Siebertreife« tyäu 
ten mir, um be« (gelingen« willen, etiua« nieljr 'Jcacbgiebigfeit 
gegen bie (für ben abfagenben ©änger fo bereitwillig 
eingetretene) ©ängerin geroünfdjt "Der ßoncertgefcer mar 
nod) erregt Don ben erften ©d)idfal«fd>lägen einer unfelgfainen 
Drd)efterbegleitung bei bem © bur*(Jonccit. Die unvorbereitet 
gefpielte (5 mott=©onate Op. 111 gab roieber 3eugni§ " >on 
ber »odgeiftigen «uffaffung«gabe unb ibeeüen (Srgriinbung ber 
Seetboben'fdjen („oerrüdten!") ÜJcnfit. 2iMe Wand>er 
ftimmte in ben lebhaften SeifaQ nad) bem Bortrage ein, ber 
biefelbe ©onate, b,ätteer ju 9eetb.o&en'« 3 e '' g'l'bt, mit ben 
Slnberen total »erbammt ^aben unb fie aud) jeet uod) au«lad>en 
mürbe, tonnte er bie ©onate nicht unter Beetbooeu'« s Jca = 
men. liefen fübrt fo mandie« mufifalifebe mauvais sujet im 
SRunbeunb wirb ifyn bem wabrenSBefen nad) nie unb ninimer- 
meb,r im $>erjen b^ben, trog öffentlich nadigefdtriel'ener %tyxa' 
fen, bie un« bie neueÜDcäbj oerfiinben foQen, bajj Beetbooen 
ein grofjer Wann unb ber betreffenbe 9}iii|ifpfufd)er fein i'ev 
eb,rer fei. ÜKan erlebt f r re —-' : ' ..-.-... 



man jufäHig ben 9)tann fennt — ben ffiinbrucf, mie wenn ein 
£augenid>t« bie Xugenb preift, beren guter Warne bod) fo feft 
fielet. Od) mürbe ein offene« Befennen, bafj demanben ber 
„legte Beetbooen" burd)au« unlieb, meil unfaßlid) fei, b^Bb,er 
ad)tcn, al« einen erlogenen Öntb,ufta«mu«. S3Jeld)er oorb. anbene 
äftbetifebe unb tbeoretifdje 5Dca§ftab paßt an bie legten Beet« 
IjoDeu'fdjen ©onaten unbOu.irtette? fteiner! bie SKufit barin 
mill lebiglid) burd) fid> felbft, abgefebtn »on ädern «n« 
beren, betradjtet werben. Unb bie« tb^un erft jegt bie Beurtei- 
ler, nad)bem Beetbooen« ?eib in ©taub jerfaden; al« er 
lebte, rourbe er oerfpottet (»on ben ©d)led)teften freilid) nur — 
benn anftanbige ©eifter fpotten überhaupt nid)t über ein ffierl, 
blo« meil e« tynen unoerftänblid) ift). Die ^bontafte mit 
Q.\)ox fpielte $r. ÜK. be Oontaine mit berrlidjem begeifterten 
©d>munge. — ©päter gab er nod) eine ©oiree, weld)e jebod) 
fd)road) befudjt mar. Cr fpielte bie Irio« in ö« unb 3), 
bie legte große %« bur»©onate »on Beetbooen Op. 110, 
©djerjo oon ÜRenbel«f obn au« Op. 16, d mod; aud) 
Bad)'«« mod.guge i / l lad. — 3m Idealer würbe £einr. 
Dorn'« ältere Oper „ber ©<i>öffe »on ^Jari«" mit Beifad 
mieberb.o(t gegeben. Unfer Sbor tann „2ob,engrin" nid)t capi* 
ren unb bie Oper ift nun (id) glaube jum brittenmal bereit«) 
jurüdgelegt, naajbem bie Decorationen unb bergl. beinahe 
fertig waren. Da muffen bie Sb,5re an anberen Xbeatern mol 
eine ganj anbere 5Kenfd)en»9ta9e al« bie ftönig«berger Sb,or« 
fänger fein. SouiS Äöb,ler. 

Am Berfin. 

(Bcrtiejang.) 

&x. Wuftt'Dir: 3ul. ©d)neiber gab aut ÜRittwod) ben 
30. 9co»ember ein geifi(id)e« Soncert in ber 3Berber'fd)en 
Rird)e3umBeften ber$eftalo)ji>©tiftung. $rn. ©djneiber'« 
eigene Sompofitionen al«: Sine Baßarie au« bem Oratorium 
„jutb«", ein dtecitati» unb «he au« bem Oratorium „Die 
^eilige 9cad)t" unb eine ©erageftmä « Santate bilbeten bie 
^»auptnummern feine« Programm«. — «n bemfelben «benb 
fanb im «rnim'fcben ©aale ba«Soncert oon $rn.«lb.{>abn 
ftatt. Den mefentlicben Ibeil be« Soncerte« «bilbete 9c ob. 
©d) um an ii6 mufifalifd)e0 iDcäbrd)en „Der 9tofe Pilgerfahrt." 
Diefe« reijenbe $b.antafiebilb, roeld)e« in ?iebe fd)welgt unb 
in ©d)merj »ergebt, ift al« eine ber legieren ©djBpfungen be« 
berübmten (Jomponiften »on feffelnber Sb. arafteriftit. Bei biefem 
ßoncerte war aud) einmal wieber unfer genialer unb au«ge* 
jeid)neter Biolonced'Birtuo« SBobler« beteiligt, ben wir 
jjiermit aufforbern, felbftanbig concertirenb in biefer ©aifon 
aufzutreten. — «m l.December fanb ?ie big'« britte ©oiree 
fürOrcbeftermuilt in ber ©ingatabemie ftatt. Da« Programm 
entbleit bie Ouvertüre ju „Oberon", ©d)erjo au« bem ,,©om« 
mernad)t«traum", bie S mod'Sbmpbonie »on ©pob^r (jur 
(Erinnerung an ben »erftorbenen ÜReifter), Ouoerture jum 
,,'ii ; aff erträger" unbbie«bur«©»inp^onie»onBeetbo»en. — 
Der 3. December brad)te un« bie erfte ber »ier mufifal. becta> 
matorifd)en ©oireen in ber ©ingatabemie, »on ber ©efang«» 
lerjrerin grau Oufiijrätbiu Burcbarbt oeranftaltet. 3 UI « u f* 
fübrung taut 6arl Söwe'ö neue« Oratorium „Da« $obelieb 
©alomoni«", al« Oratorium gebid)tet »onffi. lelfdjow. Bei 
niept ju großer Sänge (ba« in Siebe ftebenbe mäbjte 2 1 /» 
©tunbe) niufj ein Oratorium mufifalifd) unb biebterifd) burd) 
beftimmte @t>arafteriftit ber "IJerfonen unb ber ©efüble geiftig 
aiijieb.eub, erbebenb, erbauenb unb barum aud)im©tvle ,, r ei- 
'■ : -- rN -- '"-■ ^ : - öj: - t; ' be* ©t^le« wirb nun 



14 



in biefem Oratorium gewiß feljr »ermißt, ©er lert, aller 
Heflbetifbar, bürfte in feiner ©cblüpfrigfeit, felbft al« Opern« 
tert, mannen Slnftoß erregen. ÜJian lüfte ben nidjt afljufein 
gewebten @acefd)leier orientalifcber Allegorien ein wenig, 
unb bie Situation in iljrer norften SBirÜi^teit tritt an ©änger 
unb $örer beran. ©injelne Arien, Gböre unb Snflrumental« 
effecte ausgenommen, bilbet biefe« „$>oIjelieb ©alomoni«" 
leinen großen $öf>epunct in ber 3nbi»ibualität be« ßomponi» 
ften, fonbern einen ©tapelplafe für Gopten längft gehörter 
Opernmelobien. Den burd)fdflagenbften Effect machte unftrei« 
tig bie »ortrefflicb »on bem ÄBnigl. Dpernfänger |jrn. 5*id e 
gefungene Slrie ©alouio«: „3"m SMörrbenberge will idj 
gefyen", »on einem lieblichen unb gut geblafenen (Jlarinettfolo 
eingeleitet. Nebenbei fei fyier bemerft, bafj biefer treffliche 
©änger siel ju wenig bei unferer Oper befcbäftigt wirb. Die 
$£. gri de unb »onberDften fangen burcbweg ihre ^Jar» 
tien, Sefcterer ben SBräutigam, mit ebler Sluffaffung unb cor« 
jüglidjem Jon. gür bie angreifenbe Partie ber „©ulamit" 
^atte bie jugenblicbe Softer ber (Soncertgeberin §rl. ?öbia 
SBurcbarbt, trofc allen löblichen Sif er« unb Semfiben«, Weber 
Dauer, Suffaffung nocb geuer. 3n bem Duett: „Sangt und 
bie gflcb, fe, bie Meinen" entlebigte ficb in außerorbentlid) ljumo» 
riftifcber äBeife „Der tenorfmgenbe ©ruber" ©ulamit« feine« 
SBocalparte« unb erregte, woblauflgerüflet mit »orgüglicb guten 
®aumen= unb Nafaltönen, burd) fein eifrig mippenbe« Äccom» 
pagnement be« Notenblattes allgemeine $eiterfeit unb Selu« 
ftigung. Die dnftrumentation in ibjer orientalifcben GiombU 
nation mit allen möglieben ©d)laginftrumenten al«: trommeln, 
Seelen, ©lorfenfpiel :c. läßt un« febr häufig in 2Rarfcb«, 
$olfa> unb 2Baljer=Nb»tbmen einen in Siebe fdjwelgenben 
©ultan unb ben Sflufjug unb Slbmarfcb Kon Sanitfcbaren be« 
$albmonbe« »ermüden. SBeil biefe« jüngft geborene ÜRufen« 
finb be« Orient«: „Da« $obelieb ©alomoni«" (Oratorium ge» 
nannt) ben mit 9ted>t boebgefeietten Namen be« großen unb 
weltberühmten ©tettiner Saflabencomponiften getragen, baben 
mir au« $ietät für benf elben bie« SBerf feiner jfingften ©cböbfung, 
ba« äße« Slnbere, nur fein Oratorium ifi (wie wir ben Segriff 
Oratorium faffen) anbäcbtig unb aufmertfam mit angehört, 
aber erbaut finb wir unb bie 3u§örer batoon nicht geworben. 



SBir ratzen beßljalb jffir fpäteren, weiteren ©ebraudj ju einer 
großen ©treicfcung unb Sluömerjung. Der mäßig befefete 
©aal erlebte fomit nacb. bem jweiten Ibeile eine Heine SBlfer« 
Wanberung. Slucb, wir geborten, auf ben Neft »erjid>tenb, ju 
ben au« bem Orient nacb. bem Occibent SBanbernben unb citirten 
und babei auf bem 9?aa)baufeweg ben ©oetbe'fcben ©Bruch,: 
„@inee febirft ficb, niebt für Slle" in ber Umtebrung „»de« 
febirft ficb niebt für Einen!" — am 4. December fanb bie »oh 
ber $ianiftin grl. Wall). SRartmorbt, einer ©cbülerin un« 
fere« gefragten unb talentboflen 3Rufif=Dir. N o b e r 1 9? ab ecf e, 
»eranftaltete SDfatinee ju einem wobltbätigen Qnstde im 
©töcfer'fcben ©aale ftatt. Die große <S bur«©onute Op. 53 
Bon Seetbooen u>urbe nacb Setbnif unb Vortrag ganj Bor* 
trefflich unb unter Seifall be« publicum« »on ber Soncert« 
geberin gefpielt. Die Variationen für jwei fttügel über ben 
3igeuner^9){arfcb au« „^reciofa" »on ÜKenbelfifofyn unb 
aJJofcbele«, foWie ba« Rondo brillant 6« bur Ob. 29 für 
3Wei Flügel »on ÜRenbelefobn, ebenfalls »on Sri. 3Rarf« 
Worbt unb $)rn. Stob. Stabecfe »orgetragen, fanben burd) 
ib.r Bräcife« 3 u i an,n,en fP' e ^ allgemeinen Seifall. £mti ©cbü« 
lerinnen ber @efang«leljrerin grl. @a«Bari unterftü^ten ba« 
Soncertmit b^eroorragenbem ©efangfitalent, unter gefteigertem 
Seifall be« publicum«, grl. <ßecbmann fang ©eelbosen'« 
Srie: ,,Ah perfido" mit »ollem, fdjöneni Ion unb eblem 
äuöbruct, fowie mit grl. SBaer ba« Duett au« Nicolai'« 
„Suftigen SSieibern." S3eibe ©äiigerinnen trugen biefe* Duett, 
ba« freilieb, fireng genommen gu ben anbeten Nummern be« 
Programm« niebt b^armonirte, routinirt unb in bramatifcb« 
^umoriftifeber SEBeife »or. Sri. 9?aer fang außerbem bie in 
unferen ßoucerten je(jt unsernieiblicbe Sllt=Slrie ber Ouno au« 
$änbel'« „©emele" mit frifeber, frafliger unb gut gefcbulter 
©timme, bie bei fortwäbrenbem ©tubium ficb nod) ju allen 
feineren Nuancen entwirfeln wirb. Der Siolinoirtuo« $r. 
©rünwalb fpielte »ortrefflicb unb unter SBeifall eine ,,R6- 
verie" SSieurtem»«'. ^r. Nabecte fpielte unb begleitete 
fämmtlicbe ©efangSpiecen mit anerfannter 5Neiftevfcbaft. Die 
beiben ©tßrfer'fa^en S'ügel batten burebweg eine prächtige 
ftlangfüfle. 

(gettftjung folgt.) 



•Kfetne 3ettung. 



5(p^oristnen. 



3Ran bat an »erfebiebenen Orten ben SSerfudb gemaebt, (ei ber 
Äircbenmufil bie Snjtrumentalbealeitung wegjulafien; man will bie 
3nf rumente au« ber fiirdie verbannen, inbem man, wie in alter Bett, 
Sborgefänge obne ^Begleitung für ba« einjig Slngenteffene bält. S)a8 
ifi 9leaction, ganj in berfelben SBeife, wie auf tircblicbem Gebiet über« 
baupt tie Äücttebr jum alten 3ieaction ijft. Seibe Srid)einungen cor« 
refponbiren mit einanber. SDBer für ben gortfd)ritt auf tircblicbem ©e« 
biet ifi, muß aueb für bie Snftrumentalbegleitung fein. 



SKebrete SSübnen baben nun loirtlid) bie 3>"if(bfnoctemufi! im 
©Cbaufpielgantbefeitigt. Sa« ifi niebt eine wirtliebe ilBjung bergrage: 
man Wirft auf foldSe Seife einfad) bie glinte ine Äorn. Sa« fuberfte 
3Uittel gegen 3abnf<bmer)en ifi aQerbing«, wenn man bem Seibenben 
ben Äopf abfebnetbet. traurige fiuuftjuftänbe ba«, Wo lange Debatten 
f olebe SRefultate baben. 

(Eornfponbenj. 

tpat'xs. Sem Sernebmen nacb beabfldjtigt 9t. XBagne r im 8anfe 
ber nfidjjten 3eit einige größere Soncerte, tn benen er 8rtfd>ftü(te an« 



feinen SBerten geben will, bier ju »eranflalten. @« war bie«leine«toeg« 
fein $lan bei feiner Ueberftebelung bietber, benn er wäblte <ßariS nur 
ju feinem äufentbaIt«ort, um, wie ©ie aud) 3br«n üefern bereit« mit« 

fietbeilt baben, bann unb Wann gute SWufit boren ju tonnen, ©o. 
cbeint fein Sorbaben mebr ein ©ebritt )u fein, ben ibm, Wiber feinen 
SBiUen, äußere ffierbaltniffe aufgenütbigt baben. 3n ber Xbat bat 
Wol aud) ber Umflanb baju beigetragen, bafj für je^t in Carlerubc jur 
9luPb run 9 f einer Oper„3;rif)an unb3foIbe", b.b. unter ben »on ibm 
gefleüten SJebingungen, teine 9u«ftcbt ift. Sagner batte baSCngage» 
ment einer neuen ©ängerin ale Srägerin ber ^auptpartie »erlangt, ba 
ben beiben bsrt engagirten ©ängeiinnen biefelbe ju tief lag. äuglridj 
War e« fein Sunfä), baß minbefien« bie Xrägerin ber ©auptpartie 
biefe unter feiner eigenen Leitung einftubiren tünne. 3)a« febeint über« 
baupt bie©ebingung ju fein, unter ber bieCper jut erflenfluffübrung 
tommen fott. ©o ift Sagner babureb aUcbing« in fcblimmer Sage, 
unb e« wäre folglia) nia)t ganj unmäglid). baß fogar bier in $art« 
eine erfle Suffübrung »eranftaltet würbe. 



£ofl<sfjef(§tc§le. 

Seifen, Conrerte, Cnaaarmrnle. grt. SRarie 9R8«ner bat 
in ben legten Soeben )n IXUncben, Nürnberg, Srlangen, 



15 



Segen«burg, Mannheim unb ©armftabt concertirt. ©ie tsirb 
■äcbften« nach. S e r l i n geben. 

ttoncert»SDt.2aub tft son feiner äunftreife nacb©ollanb »urütt« 
geteert unb gebeult nach einigem auf enthalt in »erlin Äufjlonb 
aufjufucben. 

8m 30. ©ecember bielten bie Bereinigten SDMnnergefangsereine 
©re«ben« eine mufitalifche geier jum ©ebächtnlfj SReijjiger'*, bor 
einem eingelobenen publicum. Sine ©entrebe son Xb- ©robifd) 
nnb SDtännergefänge Bon SReifjiger, bie son ben serfcbiebenen 2>iri» 
genten ber Sereine geleitet mürben, bitbeten ba« Programm. 

am '28. ©ecember fanb in S erlin bie jweite jtammermufit« 
©oiröe ber ©©. r ü n W a l b unb © l u m n e r fiatt. 3ur Suff übrung 
tarn u.a. Schümann'« Ouartett in $« bur, Ob- 47, bie SlaBierpartte 
burch ©rn. SB lumner, bie @aiteninftrumente burch bie ©©. ©rün< 
»alb, ffluerft unb Srun« «ertreten. 

3m SWünehener ©oftbeater bat am 20. ©ecember ein lOjäh* 
riger Siolinift oon bort, Warnen« Obermeier, burch feine fiaunen«« 
Berthe Sraoour großen Srfolg gehabt. (Sr fpielte auf einer wertb sotten 
Oeige, bie ibm früher f<b>n oon Äb'hig Subwig gefcbtnft mar. 

3n Serlin fpielte bei Ar oll'« ein Siolinoirtuo« SÄappolbi 
•u« SBien, in ^rioatfreifen ein junger Sßianofortefpieler ©.SRaccia« 
ton au« Steapel, ein ©ohn be« bortigen ©ofcapellmeifter«, ber aber 
auch für bie beutjcben SWeifter ein tiefere« Serftänbniß jeigt. 

Sllfreb 3«ell mar auf feiner ©unpreife nach Sremen in 
8eip jigfurje3eit anwefenb. SRacbbem er bort concertirt hat, wirb er 
am 1'2. Januar bei un« im ©ewanbbaufe fpielen. 

8m 30. ©ecember gab berSianift SRubolpb ©afert in Serlin 
im englifd)en ©aufe ein Soncert, worin er namentlich burch ben Sor> 
trag ber l'if jt'fcben ©on 3uan>$bantafie glänjcnben (Srfolg erntete. 
Sine Sonate eigener <£ompofitiou braute bem fioncertgeber weniger 
Seifall ein. 

{Roger tsirb im Saufe be« 3«nuar an mehreren Orten Belgien« 
gaftiren; fo bat ber Xbeaterbirector in antwerpcn auf neun äbenbe 
mit ibm etnen Contract abgefcbloffen, aufjerbem tsirb er in ©ruf fei, 
©ent, Sütticp, fpäter auch im ©aag fingen. 

»m 28. ©ecember seranftaltete ©ofmuftfer SWoratt in SÄün» 
d)en eine jtseite mufifalifcbe ©oiräe. am erften 2Beibnac^t«tage fanb 
ebenbort im Obeon ba« eierte abonnementconcert ftatt, in bem auch 
8if}t'« „geftf länge" aufgeführt würben. 

3m legten abonnementconcert ju©annoser, am 17. 3)ecember, 
»irrten gleich jeitig 3oa<pim unb grau Clara Schümann mit. 
3oaepim Birigirte aufjerbem bie Orcpeflerflüde. 

3n $ari« finb bie ©oireen für Äammermuflt son ©iBori unb 
Xh- SRitt er fo japlreicp befugt, bafj ber fogenannte SeetboBen«©aal, 
too biefelben ftattfinben, nicbt ausreicht. 

am 22. ©ecember gab bie Sängerin SR o f a © ag e na a r in gr an f « 
fürt a. 3R. eine sielbeiuchte mufitalifcbe ©oiräe 

am 30. ©ecember gab bie ^ianiftin fiamilla B. SBeberSfelb 
in SBien ein Soncert. 

am 17. ©ecember gab SÄortier be gontaine in SRiga ein 
Goncert. 

grau Socpfol6«galconi giebt bemnächft mehrere Concerte 
inSD£e(}. 

Aluftkfefte, aufTübrunarn. ©ieSentralcommiffion ber fcpmeije« 
rifchen SDcufttgefellfcbaft ju Sa fei bat an ihre SDiitglieber ein Srei«« 
|d)reiben folgenben 3nl>alt« erlaffen: „SRacbbem tsir leiber oeranlafjt 
gewefen finb, 3hnen mit Schreiben »om 3. SKai b. 3. bie Serfcb^iebung 
be« bie«jäbrigen SKufttfefte« an^ujeigen, fo gereift e« un« }u um fo 
aröfjerer greute, ©ie nun auf ben 7., 8. unb 9. SDcat nacbfien 3»b! re« 
pierber nacb iöafel ein;ulaben, auf nelcpe Xage tsir bie abbaltung 
be« gefte« bejcbloffen baben. Sei ber geftfeßung biefer läge jinb tsir 
burcp bie \yitx fc^on oft unb namentlich, aucb im legten grübiabr ge« 
macbte Srfabrung geleitet toorben, bafj Cbor unb Orcpefter siel lieber 
unb siel beffer oor, al« tsäbrenb ber fcbünen 3apre«jeit ftubiren. C« 
leitete un« ferner bie SRücfftcbt, bafj unfer gefammte« publicum ftcp ju 
anfang be« grübjabr« noc^ bier befinoet, »äbrenb e« fid) burcp längere 
abtsefenbeiten nacbbcr mit jebem Xage mebr liebtet. Sag tsir alfo 
unfere Sibgenoffen lieber im 5Kai, al« im boben ©ommer bei un« em< 
»fangen, werben fie felbft um fo mebr natürlich finben unb billigen, al« 
beut ju Xage bie Sifenbabnen ba« Steifen aueb bie an bie ©renjen be« 
l'anbe« für jebe3eit im 3abre augerorbentlicb erleicbtert baben. I' eiber 
tonnen wir am näcpften fteft ©anbei'« anbenten nun nieb^t mebr feiern ; 
wtr b^aben e« befjbalb auep sorgejogen, für bie erfte auffüprung feinen 
„3epbta" ju wäblen, ein bier unb fonft in ber ®d)weh bi« ie(}t noch 
Wenig ober gar niept aufgeiübrte« Oratorium, ©a« Programm für 
ba« j weite Soncert ifl folgenbe«: Ouserture son a. SB alt er, brei 



©oli(®efang unbStoline), erfler«ct b«r„«Icefie" son ©lud, Neunte 
©pmpbonie son 93 e e t p o s e n. 

3mgranffurter ©tabtbeater fanb am 31. 3)ecember eine fon« 
berbare ©ploefterfeier ftatt. S« würbe an ein unb bemfelben abenb 
aufgeführt: ©ie §ebriben«Ouserrure unb baeginale jur „l'oreles" son 
SWenbeUfohn, „Site unb neue 3'it" fomifepe« Xanjbisertiffement 
son ©aOetmeifter Opf ermann unb fcbliefjlicp „SEBeihnachten", phan« 
taftifche« a»är<hen in einem act, nach 8oj son ©effe, SRuftt son 
©uftas ©chmibt. 

Sie ©ingafabemie in 8 er l in hat Bor Äurjem $ ä n b e l'« Ora« 
torium: „®er ©(pwermütbige unb ber grohfinnige" (Allegro e U Pen- 
seroso) aufgeführt. 

Otut unb neueinOubirte ©prrn. 3mTheitre lyricjae ju ^Jari« 
tft eine neue Oper oon ©ounob: „$bilemon unb Sauet«" in Sorbe« 
reitung. ©ann wirb auch STOo jart'8 „Cosi fan tutte" folgen — wie 
e« heifjt mit einem Xerte nach ©hatfpeare (?). 

3n ©anjig wirb üRartull'« Oper ,,©a« 3Balpurgi«feft" (Otto 
ber ©chü^) neu einftubirt in ©cene gehen; auch ein ClasierauSjug 
berfelben wirb binnen Äurjtm im ©ruef erfcheinen. 

©ie italienifchen Opern<SorfteQungen im Sictoriatheater ju 
Berlin mufjten burch bie ffirtranfung be« $rn. Carrion einftweilen 
unterbleiben. 

fllufikaltfdje Oon i täten, ©ie bei ©elegenheit ber ©chiüerfeier 
aufgeführte Sülartull'fche (Sompofition : ,,©ie@unft be« augenblicf«" 
für 3Rännerc^or, ©oli unb ©armoniemufit wirb jum Seften ber ©chil* 
lerftiftung bei <S. g. © ch u l ) (SB. © e s r i e n t'8 Nachfolger) in © a n j i g 
erfcheinen. 

Beut Äunftfacben. 3n SÄünchen war BorSurjem eineSorträt« 
büfte be« serewigten Sapellmeifier« ©tun^ son $rof. ©albig im 
Sunftserein«locale au«gefteUt. 

2lu*jtid)nunjtn, fifförberungen. 3n ©annoser finb in ben 
mufitalifepen 3ufianben eerfchiebene aenberungen oor fiep gegangen, 
an ©teile be« $ofcapeU«3W. arnolb SB ebner pat ©ofcapell-3W. 
©cpolj bie ©irection ber ©ingatabemie übernommen. 3oaa>im 
tft mit bem Xitel „Soncertbirector" unb ber Siolinfpieler unb Äam« 
mermufifer a. SiJmpel mit bem Xitel: „Sammersirtuo«" beehrt 
worben. 

Ää«lin au« Seien rieb in Unterwalben, am Confersato« 
rium )U Seipjig gebilbet, hat bie türjlich au«gefchrieben gewefene 
©teile al« ©efangleprer an ber Santonfchule ju C p u r erbalten. 

j0br*rälW. am 24. ©ecember ftarb in © t u 1 1 g a r t ber 3Äufi- 
tatienbänbler 3umfteeg, ©ohn be« Somponiften, 64 3ahre alt. 

©einrieb ante, 1823 geboren, Schüler son ©ummel, al« 
trefflicher Slaoierfpieler unb burch inftruetise ©a<hen, bie bei $eter« 
unb Sahnt in l'eip}ig erfchienen, fowie burch jahlreiche arrange« 
mente in ber SDlufifwelt sortheilhaft betannt, ftarb in Seipjig am 
31. ©ecember. 



Dermil*cfjles. 

©er SBien er SDtännergefangserein hat foeben feinen fünften 
3ahre«bericht für ba« Sereinüjabr oom 8. October 1858 bi* 7. October 
1859 Beröffentlicbt, bem wir folgenbe Xhatiachen entnehmen, ©er 
Serein jäblte am 30. September 1859 an actisen 2Jlitgliebern 40 erfte 
Xenore, 61 jroeite Xenore, 64 erfte Säffe, 57 jweite Säffe, alfo im 
Sanjen 222 ©änger ; eine 3unapme son 27 Stimmen gegen ba« Sor« 
fahr, ©ie 3*h' ber beitragenben s JJlitglieber beträgt 402. ©a« arepis 
war burch 30 Stummem bereichert, unb jeigt jefct einen Seflanb oon 
703 Kümmern mit etwa 2050 ©efangftitden. ©ie Qaffe hatte einen 
Seftanb son 1549 ff. 70 tr. al«Uebertrag für ba« näcbfte Sereinäjahr; 
an @h«nhonoraren für erftaufgefübrte Originalcompofitionen würben 
an Somponiften 28 ©ucaten behänbigt; aufjerbem ben örben gerb. 
©(pubert'8 ein nachträgliche« autorponorar für beffeu „gierabra«" 
übergeben. ©er®efammtoerein wirtte einmal in einer firchlich«n auf' 
führung, in jwei Soncerten, jwei i^eftlicbertafeln, beim patrtotifchen 
gefte im t. t. augarten unb beim ©efaugfefte in l'in), alfo im ©an* 
jen ftebenmal; er fang bei ben öffentlichen $robuctionen 70 &\)'6rt 
unb Quartette, mit Ginfchlufj ber Uebun^eabenbe, Viebertafeln >c. 
186 9cummern, beren ©irection fiep auf t>ie ©©. (Spormeifter ©erbed 
unb Schläger oertheilte. Unter ben gelungenen SBerten heben wir al« 
befonber« bemertenSwerth heroor : ©chlacpibpmne au« „dtienii", 2Ra« 
trofenchor au« bem „gliegenben ©ollänber" son £B agner, &bor ber 
ffiapulet au« Serlioj' ©pmpbonie „SRomeo unbjulie", Sarbengefang 
Boniüiehul, „aKinnefänger"unb„greiheit«lieb" oontt. Scpuman n, 
(Sh« au« „©enooesa" Bon SR. ©chumann, ,,©a« l'iebe«mahl ber 
apofiel" son SR. SB agner, aufjerbem jahlreiche SBerte son Schubert, 



16 



Set er, ©abe , fo bog bie Xnfttobt chic »a&rfiaft tnnfhtgalrtge go 
sannt »erben fonn. 

S)et Orgelbauer. HJjtJkb e n fn # a 1 6 1 r fta b t bat mit bem glutt* 
liebften (Erfolge and) an Reinen £attborgeln btc Mit $aat in bei 
©djtoeh erfiwbeueu Spring» {ftege(') (aben angebraebt nnb tüte 
foldjt Drgtf in^albrrftobt jnr Snffofct, tefMumaitfasf aufgefttlEL 

2)at Setmagra bei „perfewrantia" {SUttrberfe-Tgungf-anftiu't 
fflr btntfcbe $$eatci>äRitalieb«) beträgt bem „l6Mler»«tttjto" jufolge 

?egenu>5itig nebe an 92,000 Xbli. 3m Sauft »engen Sabrtt tft et trm 
5,000 £bft. geflicuen. 

So gt r'i Sentfti am 15. Seamber bat 28,400 gtc». eingebt ai*t 



S)ie 8Rciart*©tiftnng jugrantfiitta, SW„ begrünbet Bei bttn 
tm 3abre 1888 bafelbfl »eranflaftrten ®Sn«rfeflc, bat ein Stibcnbium 
ja ttetaeben. S( lommtn bierbet folgeube Statuten in SScrtaipt : S 1 . 
,,SDie SKoiart'ßtifning bt|»ttlt Unttrflll$ung mufttnJtfcbeT latente bei 
ibretHusbUbnng in ber Somttofiticntiebre." $ 2. 3fingfingt an* allen 
SSnbtm, in benen bie betttf^e «^radve bie St>tadje bet Saite« iß, 



tonnen bitfcUnterftngmig mVnforafbntfaten, nenn fle nnbefä)o(t*neu 
Rufet finb uubbefonbere mufttAltf^e iBcfabtgung btfttKtt." $ 25. JBc 
Mtbungen um bat ©ttDtnbtum werben ra franfirten 3nfa)riften bei 
bttn Äntfäjufj geraadjt; bicfelben muffen nebft Sngabe bet Stiert ntft 
£eugnif[en Übet bie mufttaliftben RSbigfetten unb Seiftangen be» 8e« 
mtrbert begleitet {ein," S *Ä „8mugen5eugnifieuub<frninbignnge8, 
fo toirb bet Bewerber «am Sutfibuffe aufgeforbert, feine mujltaltfcbe 
vefMgungbntä) bie Xbat ua&M&etfeu." 8 27. 2>tm Bewerbet mtib 
bie ttombcfttlon einet »«ra nutfcbnfj bestimmten Siebet nnb einet 
3nftruntrntaI>Ouartett'@alMt übertragen." § 29. „S>rei SRnfUer »an 
anertannter «uiotitfit üben bat Amt bet ^reitriebter." § 38. Set er* 
mä&lte Stiptnbiot »irbfobann nacbrBabl bet9utfa)uf[et f Wobei jebottj 
bei fönnfa) bet ©d)*Het* mSglicijt btrudftytut werbt» fott, etnem 
SRctfler in ber (aanqiefEtientItbre iura Unterria)! übergeben." — 35er 
„Beroaltntig«'Sti<feWB ber äRejart- Stiftung" lobt! gut Vnmetbnng 
binnen btei SRonatcn «am 18. &ctrmber aflt bitjenigen ein, 
Wel<be geneigt unb na& abigen Sorfdjrtften geeigeufebaftet finb, fid) Bin 
biefet ettbeubium in bewerben. 



Intelligenz -Blatt 



Im Verlage von 0. F. KAHnTT in Ledprig erschien soeben : 



FRANZ LISZT'S 

ESAÄMEITE IIIIII. 

In sechs Heften. 



Crstes Heft 

•MigBon Goethe. 

Es war ein König in Thule den. 

Der Du von dem Himmel biet ...... der*. 

•Freudvoll und leidvoll der*. 

Wer nie »ein Brod mit ThrAnen au .... der». 

Ueber allen Gipfeln ut Ruh' den. 

Preis 1*/, Thlr. 

Zweites Heft 

Lieder aus Wilhelm Teil Schüler. 

Preis ■/, Thlr. 



Drittes Heft 



Die Lorelei 

Am Rhein 

* Vergiftet sind meine Lieder 
*Du bist wie eine Blume 
Anfangs wollt' ich fast versagen 
Morgens steh' ich auf .... 
Ein Fichtenbaum steht einsam . . 
Preis l 1 /« Thlr. 



JTimt«. 
dtrt. 
der», 
der», 
der», 
der», 
der». 



Viertes Heft 

Comment disaient-ils? V. Bugo. 

Oh ! quand je dors den. 

S'il est un charmnnt guon dera. 

Enfant, si j'etais roi dtrt, 

Preis 1 Thlr. 

rliftesHert 

Es rauseben die Winde ReUttab, 

Wo weilt erT 

Nimm einen Strahl der Sonne. 

Schwebe, schwebe, blaues Auge .... Din$eltt*dL 

Die Vatergruft U Aland. 

•Angiolin dal biondo crin Bocella. 

Kling' leise, mein Lied Nordmann. 

PTeis l»/j Thlr. 

Seefestes Heft 

Es mnss ein Wunderbares sein Sedhcih. 

Das Veilchen /«. Müller. 

ßchlfisaeiblOmchen der». 

Lasst mich ruhen Hojfriann. 

Wie singt die Lerche. 

In Liebeslust der*. 

Ich mfichte bingehn Herwegk* 

Preis IVi ThlT. 



Die Lieder mit ' beteiofcnet sind Air wsahiedeite StfamiuegiMer (Öoptan oder Tenor, Hssu-Sopran oder Bariton) in nraifuhoB 
Verdonen beraugegeben, 

AUe hier bttprockenen und angezeigten Musikalien und Bücher tind m der Musikalienhandlung von 0. F. Kabnt th Leipzig xu hohen, 
fltingclne Shumnem bet Steunt 3^f4ttft für ÜRufl! »erben jn 5 Wgr. bertebnet. 



Qtmä Mi (••»•» CMiwal <■ WH* 



lümmln am ] *n ll)iS«»ra. fit« 
Ht «oM mb M « im» WtXU*. 



cScipjifl, öcn 13. §anuax 1860. 

Stteue 



Mi p»tt|Mt i mm. 

fAvmnMii tukutuk tlt Vtftfste^ 9n*M 



£dt0d)*ift fut 




U0tfc, 



rfrani 3itenöef, $erantroortlio>er SKcbactarr. — Verleger: E. /. Maljnt in Ceipjig. 



tM»t»rii'f*eSn<t<ft WnW*. (St. »oSnl in Stil in. 

»*. QriMrt ■ »- *■»* in Viag. 

•tliUa )m f» 3«ri*- 

R*it« li^ixH«, Miwtail Exdh*an> in Saiten. 



3w(it>ibfnnfotg|ltt BaaS. 



I. •ftmau * (ny, In Ren B»rt. 

L JMnluiitiB) In IDien. 
■i>. MAI«) in SB«fi*<m. 

C *«inc > *«rtt ts WU«btt»|U. 



SnHIt : CtMntc Vceltf ajrift »t* f, 8. mdfrntam ffietH(fnng). — Rrcenftontn : 
Dr. 8. V- ««t («ttwnci», Dr. ißntnrt *«flio?l !*$« neu tt*fU*Uf*)> 
MAo. — Btttgtnlte <Jettai*tn*aen (gsttfttyuig). — tWflwr Briefe. — 
ln*fflotIln(B»ri(^iutB). — JHtine 3eitnng: C^orifiMn; Snnftoabcti; 
ZAt(«l(fa>t«)lc i — JWtl[4« Knttiget, — 9nltllgts)t[ittt. 



iekritoie frrisscjjrift *) 

tfitforenlK griitatfnnifl irab nnfEIfiliW tfttoretitöt JBe« 

grüMoung ber bat* We nfneftniÄmrfwityfanijtii öttoirfttj 

UatfleftnUjmfl nn. gSeiterbUtang ber ■gutnwrll 

nun 

C. t. ftetymaim. 

(gsrifegunij.) 

gtotoaubtfafrft b« «cewbt trab ber ftmortai. 

Sie tiefer betrachteten confonirenben ttecorbe unb beren 
natürlicbjie gottfdjr*itung*n geboren ber ctajfifttycn fomol nie 
ber romantifeb/n Xonfunft, ber JBocal» unb ber dnftntmental* 
mnfit an; nnferer aufgäbe gemäfj galten mir bejftalb nid)t 
noiljig, eine auäföljrltdje SJegrUnbung bet baljin gefcörenben 
©efege gu geben. 3efct aber f$reitcn wir jur Veantroortung 
ber ftrage: ÜRit tteldjem Ktdfte lägt bie neuere Xonfunft ja« 
»eilen Slceorbe auf einanber folgen, bie m$t einer unb berfet* 
ten Xonart, fonbern oft ben Bon einanber entfernteflen Xon* 
arten angehören? Stufl ber fotgenbeu UnterfuOjung mirb 
Verborgenen, baß bie Seij&eigung ber Slceorbe fomot nie bie 
ber Xonarten einen fo Hielten Umfang einnimmt, ba§ j»ifd)en 
ga>ei mit natihüdjtr ©timmenfubrung auf einanber fotgenben 
confonirenben 2)reiflangen flet8 eine innere *3erbinbung ober 
Cermanbtfrfiaft nadfjumeifen fein toirb. 

Die «3er»anbtf4aft ber Xonarten uadj @raben ift bie- 
jtnigt, »o bie größte Stebjtlicbfeit berfelben in tyten ©tamm* 
tönen aU tnaßgebenb betrautet »Üb. ©o iß bie (S bttr> »on 
bet @ bui'Xonart um einen @rab entfernt, ttieit in beiben ber 
Unterfd)ieb berfelben nur in einem Icne befielt. Sbenfo eer> 



•) Qe ip Bftert boTfletommen, bog fflrriW nnfer» S'M^"^ °&ne 
tetcieOf Sitaubnig niebn abg(bm(It umrbtn; nenn wir gegen ein 
jelibrt Scrf ab^en im Sflgemeinen Id)on Senoabruna. einlegen muffen, 
lo gilt b«9 bc<6 nod) im erbSbten äHaafje »on gegentoSrngec ^reiB* 
d>nft, bie obntbin no^ befonb ert ol« IBro^ure ton bei 8Jcrloa*bonb» 
ng b. 6t. neräffentli^t mtrben teitb. 

anrntttnng ber Bttlogebanblnng. 



l 

Ut: 



Ijält Pd) bie (E bur« jur g bur-Xonart, ferner bie % moD* jur 
S moH* unb jur © mod'Zonart, »a^renb bie g(eta)e ©tantm- 
töne jeigenben ^araOeltonaiten, tote & bar unb % moH, a(0 
baS mannlid>e unb »eibüo>e ^Jrinctrj eines unb btflfelbtn Ser* 
uanbtfcbaftägrabeS angefeb^en hierben. Saffen toir bemnaco ben 
©auptton einer 3)«r- ober einer SRcßtonart um eine Ouinte 
ftetgen, fo geiangea mir jn bem $aupttone einer in Oejte^ung 
auf bie erjiere um einen ©rab etfjoljten Xonart. Soffen mir 
iljn ebenfo um eine Ouinte faden, fo treffen mir ^ier ben $)au»t- 
ton einet im %err/fi(tniffe jur erjfrren um einen ®rab oer> 
tieften Xonart an. X>ie u bur> ift bemjöfolge oon ber X>bnr< 
ober 8 buT»Xonart um jmei ®rabe entfernt. 9htn bleiben btefe 
im jmetten SJcrwaubtfdjaftagrabe ju einanber fte^enben Xou» 
arten aber gerabe in bei $auf tfaä>e, in tytren tonifcfien 3)rei« 
Hängen, beren OrunbtBne in bem biffonirenben Cerbnltnijfe 
einer ©teunbe ju einanber fielen, unserbunben, toa^renb bie 
$aubtbrett(änge bei Xonarten britten unb vierten ©rabrt fid> 
at8 oerbunbene, tergbermanbte Bccorte ertoeifen. 

Sttitbt bie äußere SUljntidjftit ber ©tatnmtBne, fonbern bie 
Serbinbungen beö $auptaccotbefi toerben unt alfo fiebere Hn* 
^altebunctegetoä^ren, gltiajjeitig au 4 bie näheren unb entfern« 
teren Sertoanbten ber Xonart ju erforfdfen, %(4 nätf^fiber- 
manete Secorbe erf feinen un« biefenigen, ttei^e ein unb 
berfelben Xonart angehören unb son einanber nur in einem 
Xone ttnterf^ieben flnb: bie terj&ermanblen Äccorbe. ©o 
finb bie nät^ften Sermanbten btfl C bur*3)reitlange0 ber Ä moO* 
unb ber Q moH'Ereif (ang. <£inc fernere Sermanblfa^aft erTennen 
toir in benjenigen Kccorben, toelcbe berfelben Xonart ange^Bren 
unb ton einanber in jmeiXBnen untertrieben Pnbj fo ber 
bem C bnr»X>reitlai:ige quintserntanbteS bur* unb © bur* 
Xireiflang, unbmit^injujie^ung ber netteren Durtonart aua) 
ber $ moH-Dreittang. Xüe auf äbnlid^e SBeife noo> mit einem 
befitmmten etetorbe in Serbtnbuug fie^enben entfernteren 
Qermanbten finben flet) nun nidjt me|jr in ber Xonart bet erfte« 
ren bor; fo bie bem C bur>$retflange nod) tterbunbenen Slceorbe: 
ber S moQ*X>reillang unb bie ibm terjvermanbtenüceorbe: ber 
X bur-, <S bur*, Ä« but* unb 6a bur-Xreittang. 

Sbenfo eerloanbt tnie bie b,ier genannten Slceorbe toerben 
fid» üi«fi bie Xon arten ermeifen, beren batmonififee ©rnnb< 
Pfeiler fte bilben, inbem mir fte ju $auptbreiflängen erbeben, 
3n neuerer 3«t ^at man nod) einen mi}ftifa)tn3ufammen^ang 
j»i[a)en benjenigen Xonarten »ajfrgenoiiinien, beren $nuBt' 
töne im Ser^ältntffe einer tleinen Unter* ober Oberquinte ju 
einanber fielen, mie 6 bur unb %i& bnr ober ©e« bur. 3 K 



18 



fdjarf en mobulatorifdjen ©egenfäfcen eignen ficb, tiefe {ebenfalls 
beffer, al«bie ebenfall« nocfyal« entfernt eerroanbt betrachteten 
Xonarten, beren $aubttöne im SJerbältnifj einer ©ecunbe ju 
einanber jlefjen, wie CEbur unbDmoQ, ober Simon unb©bur. 
Sie meidje Sonart bei- Dberbotninante einer Durtonart aber, 
unb bie b,arte ber Unterbominante einer SWoHtonart, wie £ bur 
unb ® moll, ober 31 moQ unb D bur, fter)en einanber tro& ber 
SSerbinbung iljrer quintoermanbten Dreiflänge fo freinb ge« 
genüber, baß fie nidjt einmal ju mobulatorifd)en ©egenfäfcen 
ju benufcen jinb. Die Solge be« S bur« unb be« © moll*Drei» 
Hange« würbe und in bie g bur=£onart, bie be« 31 moll» unb 
be« D bur«Dreiflange« in bie ©bur« SConart »erfefeen, benn bie 
Durtonart fann rool, wie oben bemerft, mit 6, arter ober weiter 
Unterbominante, niemal« aber mit weiter Dberbominante, wie 
bie üKofltonart im ©egentb,eile wol mit weiter ober Ijarter 
Dberbominante, niemals aber mit gartet Unterbominante jur 
ttnwenbung gebracht werben. Der Dur» unb ber Molltonart 
würben fid) alfo bie folgenben SJerwanbten anf fliegen : 

Sur. fftoS. 

12 bur. Kmolt. 

gaoll. ftbur. SlnioU. 8moa. Qfeui. £ moll. 3 bur. «tut. «utoB. Gbur. 

Htur. CEbur. SrnoO. (SuioII. 

Cntoll. Hbur. 

JUbur. ««bur. ifitmoll. giemoH. 

Der £ bur=Dreiftang ift, wie bemerft, berbunben mit allen 
$au»tbreiflangen ber b,ier angegebenen 93erwanbten ber £bur« 
Sonart, er ftnbet fid} fogar »oßftanbig vor in ber 3 moll», 
9 bur-, 91 moll«, £ bur«, S moll*, © bur« unb D moDUlonart, 
unb fteljt alfo nicbt allein mit ben tonifdjen Dreiflängen, fon« 
bern aud) mit ben übrigen Harmonien biefer Tonarten unb 
beren weiteren SJerjweigungen in näherer 33ejietyung. SJmei 
auf einanber folgenbe 3lccorbe wirb ba« Dbjr baber nicbt in 
ib,re entferntefte, fonbern in i6,re näcbfie 33ejiefyung ju einanber 
fefcen. ©o wirb j. 23. bei einer in £ bur erf djeinenben Äccorb« 
folge wie: 



n&. 



EEpTftTjni *. i^Epif 



ba« Ob,r nid)t in bie um fünf ©rabe entfernte De« bur» ober 
39 moK'Ionart gef übrt ju werben »ermeinen, fonbern mit auf« 
faffung ber Dobbelbebeutung be«£burbreiflangefl biefe 3lccorbe 
al« ber »erwanbten 5 mofrSonart angeb,örig »ernennten. 3ft 
aber fomit ba« unoermittelte auftreten be« De« bur«Dreiflange« 
gerechtfertigt, fo fann wieberum aud) jjebe feiner b,armonifcb,en 
33ebeutungen, wie j. 33. bie al« Uiiterbominant»Dreiflang bon 
31« bur, al« tonifd)er, al«Dberbominant»Dreiflang»on@e«bur 
u. f f. benufet, unb betngeinäß eine ÜRobuIation au«gefübrt 
werben; j. 93. 





(Sine afynlidje ©rflärung unb Slnmenbung wirb ebenfo ber 
obenfteb, enben golge be« £ bur» unb 33 motUDreiflange«, wie 
aud; ben nacbfteb,enben DreiFlang«fo(gen gegeben werben fönnen. 



3n welcher Sonart biefe äecorbe nun aud) auftreten mögen, 
ber innere 3«fammenb,ang berfelben wirb 3. 33. folgenbermafjen 
nadjgewiefen werben fönnen: Die Slccorbfolge 1 ftnbet ftcb in 
g moll, 2 in © bur, 4 in 9 moll, 5 unb 7 in £ bur, 10 in 
3f bur, 11 in (S moß; bei 3 fann ber £« bur-Dieiflang bem 
£ bur »erwanbten 91« bur angehören ; ba« 33eifbiel 6 fann ben 
£ bur»Dreiffang ber £ moüVtonart bejeidjnen, mit beren Ober« 
bominantaecorb ber gi« bur«Dreiflang in näcbfier Serbinbung 
ftebt; 8 benufet ben 31« bur>Dreif(ang ber £ bur «erwanbten 
% moU'Xonart; 9 fmb terjbermanbte, oerbunbene Dreiflänge 
u. f. f., wobei jeboeb, ju bemerfen ift, ba§ bie b,armonifd)e SJiel« 
beutigfeit ber Slccorbe noeb manebe anbere, bureb. r>orangeb,enbe 
ober nadjfolgenbe Harmonien bebingte Grrflärung julägt. 

Die neuere jparmonie(cb,re fann bemnad) mit Siecht ben 
©a(j aufftcQen: Sinem confonirenben 3lccorbe fann 
jeber anbere confonirenbe Slccorb folgen, ©elbftoer» 
ftänblid) giebt bie oben angewanbte natürliche Stimmenffl^rung 
unb ba« SJermeiben ber melobifcb auftretenben übermäßigen 
unb oermiitberten unterbaue, ber offenbaren uno berbeeften 
Quinten« unb DctabenCarallelen, fowie ber unb.armonifcben 
Ouerftänbe einer jcben Slccorbfolge ben meiften äußeren 3 U * 
fammenb,ang, wiebennenblicbaud) wob,l jubead)ten ift, Slccorbe 
Don entfernter 33erwanbtfd)aft nidjt <n ju raffet 33ewegung 
unmittelbar auf einanber folgen gu laffen, um bem Obre j$tit 
ju gönnen, aueb ben inneren 3uf(tmmenb,ang ber Harmonien 
ju erfaffen. 

Siffononjtn. 

Die Diffonanj ift bie metobifcb,e 33erjögerung einer 
Eonfonanj unb muß al«folcb,e jeberjeit ftufenweife auf« ober 
abwärt« fcb,reitenb in bie Ie(?tere übergeben. SBirb ba« Ob,r, 
welche« eine folcb,e „Sluflöfung" ber Diffonanj erwartet, 
getäufebt, inbem biefe jwar melobifd» fortf djreitet, babei aber 
in eine neue Diffonanj tritt, fo entfielet eine „Strugfort« 
febreitung". 3Bir unterfd)eiben bei ben Diffonanjen: 35or« 
fd)(äge, DurdigaiujMöne, 33orau«nabmen, gebunbene 35orb, alte, 
biffonirenbe Dreiflänge, frei auftretenbe unb gebunbene ©ec» 
timenaecorbe unb entlid) ©cutimenuecorbe über einem ober über 
mehreren ^laltetönen. 

Uorfdjfägf. 

93orf erläge fmb melobifcb,e SJerjierungen eine« 8ccorb- 



19 



tonefi ; fie tonnen biefem unten, oben, ober unten unb oben bei« 
gegeben »erben; f. u. 1, 2, 3, 4. Sei längerem Slnhalten, 
toic j. 8. bei 5, beunruhigen fie ba« Obr meb,r, als bei fcimeHe« 
rem Öerfdjwinben, tote in ben biefem oorangebenben SBeifpielen, 
befonbersl nenn ber »erjögerteSlccorbton gleichzeitig in einer 
onberen (Stimme fdjon oorbanben ift. 3>a6 SBeifpiel 6 ifi 
bafyer »ofylflingenber, aU ba8 bei 5. Stuf unaccentuirten 
Sacttbeilen aber fönnen aud> bie 33orfd)läge längerer Dauer 
ob^ie Siebenten Slnmenbung finben, ba fie bier »eniger träftig 
b.eroortreten als auf accentuirten; f. 7 unb 8. dm testeten 
Seifpiefe fmb jugleicb cbromatifcbe Jone ju 83orfcblägen, beren 
r>ier aud) in jroei unb in brei Stimmen gleichzeitig cor einem 
unb »or mehreren Slccorbtönen erfdjeinen, benu&t »orben. 

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Da« gleichzeitige 3 u f amntentre ff en e * ne $ £one« mit feinem 
djromatifdjen 9?ebentone, wie b,ier im »orlefcten lade (a — ais), 
gehört ju ben fdjörfften unb gewagteften i>iffonanjen unb ifi 
befehalb nur in ber 3nftrumental», nicht aber in ber SJocal« 
mufif in äntoenbung ju bringen, benn ben Jonen ber Organe 
berlefcteren fet)lt bie fjefrigfeit, um fo fa)»er aufjufaffenbe 
biffonirenbe Serbältniffe mit Sicherheit unb SReinbeir jut »er» 
ftänblicfyen @rf Meinung ju bringen, ßum Seroeife aber, bafj 
aOgemein anerfannte mufitalifdje Autoritäten aucb m biefen 
fdjärf fien 3)iffenanjen ©ebraucb, gemacht b,aben, möge b,ier bat) 
folgenbe SBeifpiel $la& finben : 

Beethoven, Adagio der Son. Op. 106. 




Durdjgangstötif. 

®urdjgang«töne bilben bie melobifcbe Serbinbung 
jtteier 2Bne eines unb beffelben Sccorbeö ober »erfcbiebener 
confonirenber ober biffonirenber Sccorbe; j. 33. 1, 2, 5. ©ie 
tonnen oon einer ober con mehreren (Stimmen gleichzeitig, 
in ber geraben ober ber ©egenbewegung benu^t »erben: 7, 8, 
9; cbromatifdje 2öne in Slntoenbung bringen: 5, unb burcty 
Sorfcbtäge »erjiert »erben: 8. @ä tonnen jroar ber 35urdj» 
gangStöne mehrere, ftufenmeife neben einanber liegenbe auf« 
treten, boch »erben fie ftetS, »ie ade 35iffonanjen, melobifcb, 
auf ober abroärtS fchreitenb in einen Slccorbton übergehen 
mfifTen Da$ 93eifbiel 6 ^ws»* v>.^*m\w to\n* ViidnAFim» h«nn 



eine ©timme übernimmt bier fpringenb gfeicbfam bie bei« 
ben oberen ©timmen beö folgenben 33eifpielS 6 a. 3)en 
Sorfdjlögen gleich, trüben aud) 35urd)gang«töne bie Harmonie 
eine« befiimmten 2lccorbe« am »enigften, »enn fie auf leichten 
lacttbeilen ober in fcbnellerer S3e»egung erfdjeinen. ffibenfo 
fcbreiten £>nrcbganget6ne »ifliger au« einem auf ihrem SIuS« 
gangSpuncte liegen bleibenben Jone IjerauS, »ie bei 1 unb 
2, alö in einen in ihrem 3i*lpuncte liegenben Ion binein, 
»ie bei 3 unb 4. 

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Doronsna^mtn. 



3u einem confonirenben ober biffonirenben Äccorbe er« 
fdjeint juweilen ein feiner Harmonie frember Ion, ber erfi in 
bem ih.m unmittelbar folgenben Äccorbe eine oerftänblidje 
h,armonifd)e Sebeutung erhält, ©oldje Sorauöna^men 
fdjreiten ba(b ftufenmeife, halb fprungtteife in einen Son ber 
erfteren ober ber folgenben Harmonie fort, unb mehrere ber 
unten folgenben Vorausnahmen fmb bem Obre nicht meb,r 
fremb, anbere aber laffen fid) nur burch eine jum ÄuSbrud ju 
bringenbe ©timmung rechtfertigen, in »elcher bie Seibenfcbaft 
bem Serftanbe corau«eilt, ober ber ßigenfinn ftdj nidjt ber 
^erfömmlichen ©itte fügen »id. (Sin intereffanteä S3eifpiel 
hierju h^at Schumann in feinen Jcreieleriana geliefert. 



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20 



SBcnn bie Vorfchläge unb DurcbgangStöne i^rer 9?atur 
nach ben minber bercortretenben, unaccentuirten £acttbei(en 
angehören, unb bie Vorausnahmen nur al« ganj befonbere 
Abnormitäten betrachtet »erben fönnen, fo treten bie Vor« 
^olte, welche ihre biffonirenbe (Srfcbeinung bureb bie Serbin» 
bung mit bem SEene eine« ihnen »orangebenben Accorbe« cor- 
bereiten, nunmehr feft unb gewichtig auf accentuirten 
Üacttbeilen auf, ober fte ftempeln ben Üacttbeil, auf welchem 
fte erfebeinen, buraj ihr (Sewicbt ju einem ferneren*). 3 ur 
Vinbung ober Vorbereitung eine« folgen Vorhalte« fann 
jeber Xtsn eine« ihm »orangcljenben confonirenben ober btffo* 
nirenben Accorbe« benufct »erben, fie tann auf accentuirtem 
ober unaccentuirtem Üacttbeile ftattpnben, nur muß fte, um 
ber ©fernere ber folgenben 3)iffonan$ ein ©egengewicht ju 
geben, minbeflen« bie ÜDauer ber ÜDiffonanj lelbft b, aben. Ueber 
bie Auflöfung ber {enteren aber ift »Jolgenbe« ju bemerfen. 
Sa bie ÜDiffonanj eine melobifcbe Verzögerung Der Sonfonanj 
ift, fo wirb »on jroei biffonirenb auftretenben Jonen amnatür» 
tieften ber eine ftufenweife fadenb ober fteigenb in eine (£on= 
fonanj übergeben muffen. 33ei ber ©ecunbe fann nun ber 
obere Jon nicht faOenb, unb ber untere nicht fteigenb in ben 
Einflang übergeben, weil bie Diffonanj nicht al« Verzögerung 
eine« febon borbanbenen Jone« erfebeinen barf : 



Ü 



Sa & 






m 



»obl aber fann ber untere Uon metobifcb abwärt« ober ber 
obere ebenfo aufwärt« febreitenb in bie Sonfonanj ber Sterje 
übergeben : 

ober auch: 



ffff fit \ *r^§ ^ß 



Sei ber ©ebtime tann ber obere Jon au« bem angeführten 
©rurtbe nicht ftufentoeife fteigen, ber untere ebenfo nid)t fallen : 



T 



Aber bie Auflöfung ber ©eptime tann ftattftnben, wenn ftcb ber 
obere Jon melobifcb abwärt« ober ber untere ebenfo auf» 
wärt« fortbewegt: 

ober: 



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rr 



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JZL J n^( 



f 



* 



3Die Vemerfung aber, bog bie ÜDiffonanj williger herab» al« 
btnauffteigt, »eranlaßte bie früheren £beoretifer, it)r überhaupt 
nur bie fjortfebreitung um eine ©tufe abwärt« ju erlauben, 
mäbrenb bie neueren Sonfefcer mit »ollem SRecbte bie metobifcb 
aufwärt« fteigenbe 3)iff onanj ebenfalls in Anmenbung Bringen, 
ba fte ftcb auefy auf biefe SBeife al« bie regelmäßige Vermöge« 
rung einer Sonfonanj erweift. (Sjortftsung form.) 

*) Sterbet ifl \u bemerfen, bog ba8 jwettbeilige Metrum unb 

mttrifcoe ©lieb nur etnenStccent, ba« brettbeilige aber beren jtoei (einen 

i ii» 

§auj>t« unb einen 9?tbenoccent) bat ; }. 8. 2 ff I f f f f t 
ii ii i . ii. |.4^IIIUJLJtl 

ITTTitrtrcn -ttxrciri ie - 



Küdjer, 3eitfdjrtften. 

Dr. $. f>. ötaf faurenetn, Dr. dbaaib tjansfitfi's rrr)re 
Dom Qcu|tftafi|'d)-5rfjönfn. ©ine äbwebr. Seibjig, ^einrieb 
ÜRattb,e«. 1860. XII. 227 ©. 

| 3Btr bürfen bei unferen Sefern bie Vefanntfdjaft mit ber 

$an«licffchen ©ebrift, wie mit ihrer cor fahren febon er* 
folgten SBiberlegung in b. VI.»orau«fe&en; ift ja beebbieganje 
neuere @nt»icfelung ber Sxnfunft, beren 3)otuietfcber unb gür« 
fbredjer ju fein bie Aufgabe ber „9ceuen3eitfchrift fürOTufif" 
genannt »erben muß, eine tbatfäcblicbe Abfertigung jener ge« 
fiur)ldfeinblicr)en Doctrin. (Sine Sefpredjung be« obengenannten, 
foeben erft^tenenen Ü23er!e« ift alfo ftrenggenommen in unferer 
3eitfdjrift unnötbig; mai ber SSerf., ein tb,ätiger ÜRitarbeiter 
b. 331., oerfidjt, wa« er jurücfweift unb »erurtbeilt, ba« ift »on 
SBegtnn an auch con un« »erfochten , ober juräefgewiefen unb 
»erurtbeilt worben. SBir b,aben alfo, inbem »ir ben litel 
biefer grünbtidjen 3Tbn>er)r nannten , ib^ren 3nb, alt ju gleicher 
3ett angegeben : e« ift bie »on ben ftiebbattigen ©rünben einer 
reifen Silbung unb ber Srfabrung unterftüßte SSiiberlegung 
einer Sebre, bie bem (Srunbtoefen ber ÜKufif, ben ^rineipien 
ber Sleftb]eti! in« llntli^ f eblägt, bie, faü« fie jur Oeltung ge» 
langen »ürbe, eben ba«jenige notb,»enbig jur »Jolge b,aben 
müßte, wa« »on Ungebilbeten ober S3ö«»iUigen ber mobernen 
ÜRuftf«9{ic6tung in bie ©ebube gefeboben wirb: ben 3Jiateria« 
It«mu«, b. i. ba« Vorwiegen be« formellen. 3nbem »ir fomtt 
ben ?efern bie ?ecture ber Saurencin'fcben ©ebrift an« $erj 
legen, »ollen wir an biefer ©teile nur noeb einige SBorte über 
ba« Sntfteben unb bie allgemeinen 3Iu«gang«»uncte, unb f ebliefj« 
lieb ba« abfcbliefjenbe ßenburtbeil berfelben folgen (äffen. 

©ie banft, wie ba« Vorwort fagt, ibr Sntfteben ber erften 
Auflage »on $ an« lief« 23ucb unb lag fajon cor »ier 3ab,ren 
fertig im $ulte be« Serfaffer«. ©eitbem bat bie Sebre ,,»om 
2Ruftfalifci)"©cbb , nen" ib,re jroeite Auflage erlebt unb fomit bie 
©efabr, bie wenigften« für ben Augenblirf mit ber größeren 
Verbrettung einer 3rrlebre »erbunben ift, gefteigert. 3)a« ift 
bem Verfaffer ^auptbeweggrunb geworben, nun feinerfeit« 
mit biefer „Abwebr" bertorjutreten, ^umal jene jweite Auflage 
be«$an«ltcf'fcben Suche« ftd) »on ber erften j»ar burcbJpin« 
jufügung eine« Vorwort« unterfebeibet, im gefammten -Qnbalt 
aber, alfo im SBefeittlicben , burdj Seiest«. 3enem Vorworte 
in feinom »ertoabrenben S^arafter gilt nun junäcbft ber An« 
griff unfere« Verfaffer«. @r »eift Jpan«licf nacb, baß feine 
Vcbaubtung: bie ffritif babe ibm »oüftänbige ^ßolemif gegen 
Ade«, »a« Oefübl ifi, auf gebiebtet, ftch einfach buri| ben 
Inhalt biefer feiner ^olemif wiberlcgt; baß ibm bie gefammte 
Rritil jene gefübl«feinbliche Sebre nicb,t auf gebiebtet bat, 
fonbern baß biefe in ber £bnt ber wefentlic^e 93eftanbtb,eil 

' barin ift, uub baß bergleichen nachträgliche Verficberungen com 
©egentbeil in ber SHJiffenfcbaft nicht am Orte finb, bie fefte 
©runbfäße forbert, aber feine »oreiligen Au«fprücbe. Der 
Verfaffer fomntt fobann auf biejenigen fritifeben ©timmen, bie 
»or ib,m bereit« ben Selbjug gegen $)an«licf mit (Srfolg be= 
gnnnen — Ambro«, Vrenbel, Sarriere, Vifcb,er unb 
Äuttaf — unb erflärt fieb ju berfelben ijab,ne fpeculatteer 
^bilofopbte, fowte, baß er au« biefem ©runbe in feinem SBerfe 
felbft ftcb nur auf ben einjigen Vertreter be« „gefunben 2Ren« 
febeneerftanbe«" inbiefer©a<be,auf^}rof.Sobe, bejogen b,abe, 
bamit ftcb ba« „recht wirffame ©egenfa^cerbältniß" berftelle, 
nicht aber feine Anftdjt jur bloßen Abfchrift früherer AuSfbrücbe 
berabfinfe. Am ©chluffe be« Vorwort« befennt ftcb ber Verf. 
jum (Zentrum ber altbegelfcben ißartei unb erblicft in biefem 



21 



Bannerträger bet mcbernen Aefitjetit mit SRecbt ben competen« 
ten ©eroätjrtmann feine« SRed)t« in einer Angelegenheit, beten 
auf bie ©pifce gefteÜte« SBefun iifii, unb mit iljm ade «blieben 
greunbe ber ÜWufif, on mannen ©teilen jum 3»rn unb Un« 
mutb. getrieben. 

9cad> biefen einleitrnben Bemerfungen »erfolgt nun ber 
Cerfoffer bei« Ontyalt ber $an«licffct)en Brodjute .ßeile für 
geile, mit ©eredjtigfeit, aber aueb, roo es not^t^at, mit äußer« 
fter Strenge. <£« wäre babei »ieHeiebt»ünfd)en«ioertljgeroefen, 
ber Serfaffer b,ätte ba« ©anje, nacb. bein Sorbilbe be« §an«' 
licf'fdjen Bud>e«, in Abfdjnitte ober Kapitel eingeteilt, ber 
Ueberfidjt unb Anfdjaulicbfeit falber. „Aflefl jufammengefaßt," 
fo f fliegt bie umfangreiche, logifdj bünbige SBiberlegung, 
„ergiebt fidj ftolgenbe« : bafl^Jrincip, Don welkem bie reoibirte 
Äeftyetit ausgegangen, ift grunbfalfcb, bafyer unhaltbar. 
Diefe im öerfaffer felbft getagte Srfenntniß ift im Serlaufe 
feinet SBerfcfyen« oft an ba« £age«lid>t burdjgebrodien. Daljer 
enthält benn biefe ©djrift ber 3unlcf nahmen, 3 u dcftänbniffe, 
©ebanten»orbeb,alte u. bg(. ©opfyi«inen bie SDtaffe. 3 u ' e 6' 
triebt fte fogar ganj ju ftreuje mit einem »erfaßten : Peccavi ! 
3m öinjelnen eiitb.aU £ an« lief« Sßerf »iel ©tiftreicbe«, ja 
fogar Ireffenbe«, namentlich inBejug auf bie ©Richte ber ein» 
jeitigenBirtuofen/ftarren Sontrapuncttften unb überhaupt auf 
3ene, bie außermufifalifd)en 3»»ecten frören. Diefen Aden 
giebt e« feljr Ijeilfame Seiten. ©tbjiftifcb. betrautet, ift aber 
$ an« lief'« SBertdjen ein ÜHeifterftücf im Kleinen. Denn efl 
ift nietjt möglich, ftd> leidjtfließenber unb bodj bem ©d)eine 
»on SBiffenfdjaftlicbfeit genügenber au«jufpretb.en, at« e« $rn. 
Dr. £ an« lief b,ier gelungen ift. $ierb,er gehören aueb, jene 
vielen, auf einen roirflieb. gefunben Kern b^nbeutenben geift» 
reiben Apercu«, bie fieb, wie fdjon an ber geeigneten ©teile 
erwähnt, barin bemerfbar machen. 9?ur fdjabe, bafj, trofc aller 
biefer einzelnen Boqüge, ba« ganje SBerldjen bod} eine §alb» 
$eit — batyer eine S^löfburt ift!" 

Beügemaße Xetracfjtungen 

bon 
$. flrra&c l. 

(Sortfefcung au« 8b. 50, Sh. 6.) 

©djon im $erbft borigen Oabje« rourbe gelegentlich ein« 
mal in b. 81. be« feljr erfreulichen SRefultate« unferer Ion« 
ffinftler » Berf ammlung gebaut, bafj ©efyäffigleiten unb lügen« 
^afte Sntftedungen meljr unb metyr ju »erfebroinben beginner., 
unb einer unbefangeneren, ruhigeren, nenn aueb. bon anberen 
©tanbpuneten auSge^enben Betrachtung ißlafc machen. Unter 
folgen Umftanben lägt jldj eingeben, laffen ftcb, Anfidjten au«» 
tauften, unter folgen Umftanben ift eine fd>ließlid>e Berftän« 
bigung möglieb. s Jcur jene Angriffe »erbienen leine Berücf» 
ftdjtigung, bie in geb. äffiger, leibenf d)aftlid>er ©eife bie ©renjen 
be« Anftanbe« überfdjreiten , meldte jeber öffentlichen Be« 
fpredjung ge3ogen finb. S« ift, beiläufig erwähnt, eine ber 
toicfytigften Aufgaben ber ftritif unferer Stage, eiue fefte, felbft« 
bewußte Haltung ju geninnen, eine Haltung, bie mit »oder 
Beftimintljeit Humanität ber ©efinnung cerbinbet, unb jugleidj 
jene 9?ücffid)ten be« äußeren Anftanbe« nimmt, beren immer 
größere Bernadjlaf figung in neuerer 3"t bi« gefammte treffe, 
namentlich auf bem ©ebiete ber Literatur, bei einem Itjeile 
be« publicum« fo feljr in ÜWißcrebit gebraut b,at. 3n biefem 
©inne mar e« un« angenehm, Mäßigung unb Neigung ju 
unbefangenerer Auffaffung bei »erfebiebenen ©timmen ber 
treffe in »crfdjiebenen Blattern tnabriunehnten . bie un« tu« 



fällig faft gleictjjettig in biefen Sagen ju ©cfldtjt famen. @o 
ein Auffaft in ben SBiener „Siecenftonen" über muftfalifcb.« 
^arteiuugen. <£« ift nicb.t unfere Abftdjt, t)ier ausführlicher 
einjugeb.en; aueb, ba« »on un« oben angebeutete Ib,ema »er« 
langt eine grünblicbere ©eb^anblung, bie ttiv un« für eine an« 
bere ©elegentjeit oorbeb. alten. 9cur bie au«gefprocb.ene Ib.atfacb,e 
rooüten mir conflatiren. Aderbing« bleibt noeb, «Biete« übrig, 
über.ba« ju regten märe. 3)tancb.e«, toa« bie neubeutfebe 
©cbule betrifft, ift f$itf aufgefaßt unb mürbe mit leidster 
5Küb.e berichtigt merben tonnen. $auptfäcb.licb. ber Umftanb, 
baß bie ^ßerfönlidjleiten einanber jur 3 e 't no< ^ J u 
fern fielen, baß biefelben bisher ntd)t in unmittelbare S3e= 
rüb.rung gelommen finb, ift b,iercon bie Urfacb.e. On biefem 
©inne Ijätten mir aderbing« ge»ünfd)t, baß oon jener ©eite 
unfere £onrünftler«$}erfammlung meb.r befuebt morben wäre. 
IS« ift al« unbebingte gorberung au«jufpredjen, eflift 
aDen 3)enen, meldte ficb. berufen glauben, bie Seftrebungen ber 
neubeutfd)en ©djule »ieberb,olt jum ©egenftanb ber SJefpre« 
djung ju wählen, jur $flid)t ju machen, biefe perfönlidje 
SJerftänbigung, ju ber fernere Jonlünftler«3Jerfammlungen 
bie bequemfte ©e(egent)eit bieten, nidjt länger ju eerfdjieben. 
Oft biefelbe erfolgt, fo wirb Stele« fofort in einem anbern 
?idjte. erfdjeinen. S« ift ber SDcangel an eigener Anfdjauung 
ber SJerfcältniffe unb 3"Pänbe, e« ftnb oftmal« toeniger lünft« 
lerifdje ©egenfäge, al« meb^r nur Serfcb.iebenb.eiten in ben ad« 
gemeinen Serfyältniffen, S3erfd)iebenbetten aueb be« norb« unb 
fübbeutfdjen SBefen« unb ber baburd) bebtngten gefammten 
©eifteSricb, tQng , »eld)e ÜDifferenjen in SSejug auf S)inge ent« 
fielen laffen, mo bei näherer Betrachtung eigentlid) feine finb. 

3)a« ©leid)e gilt r*on einer ©emerfung ber „Deutfdjen 
SWufif jeitung ", menn fte bei einer 9efpred}ung SBargiel'fl 
un« citirt, unb unferen Au«fprud), baß berfelbe ob^ne ieglid)e 
Slaque » SDtanBoer fid) jur ©eltung gebraut ^abe, ju beut 
ibrigen macb. t, mit ber ßinfdjaltung jebod) , baß man bie fünft« 
lieb, e 9cai»etät unferer 3<itfcb,rift berounbern muffe, bie fidj an« 
ftede, al« ob ber Auöbrucf „Plaque" nidjt ba« 2Rinbefte ent« 
hielte, »obureb, ib.r ©emiffen betroffen mürbe. Aueb, Bemerfungen 
nie biefe finb nur möglieb. , menn man bie 3ufttinbe ntct)t au« 
eigener Anfcb.auung fennt. Da« SBefte, »a« man ber ftnnft 
unb ben fünftlerifeb,en 3uP5nben unferer Sage »ünfdjen fann, 
ift ein gefunber 6ntlmfia«mu«. Aber gerabe biefer 6ntb,u= 
fta«mu«, ber überad ba ftdj funb giebt, mo ein (ebenbiger gort« 
fdjritt fid) geftaltet, mirb nid>t »erftanben, meil man feine 
Urfaa)en nidjt begreift, unb folglich, burd) rein äußerliche 
SWotioe erttären ju muffen glaubt. 9cur eine ©tunbe ruhigen 
münblicb.enAu«taufd}e« über fold>e Dinge mürbe ädern ©treite 
ein (Ente machen. 

Sor fiurjem mürben Sifjf« „gefttlänge" in Dre«ben 
aufgeführt. Der Bericbterftatter in ber „Seipjiger 3"tung" 
tritt entfd)ieben aden Denen gegenüber, bie gebanten« unb 
geroiffenlo« über Dinge abfpred)en, bon benen fie faum erft 
eine Ahnung ^aben. ffir »erlangt 83orfidjt, längere, mittat« 
t^eiifetje Prüfung unb roeift jugleicb. jenen »agen Slafftcität«» 
eifer jurücf, ber fiel) an anertannte tarnen Hämmert, eben meil 
fte anertannt finb. Reibet aueb, fein eigene« Urteil nod) mefent« 
lieb, an Unflartteit, fo baß e« feb,mer b^ält, ben mab,ren ©inn 
beffelben ju erfaffen, fo barf un« bie« niettt abgalten, bie gute 
Weinung, bie fid? im Uebrigen bocumeutirt, ju aeeeptiren, ba 
e« natürlich nicb.t fofort unb bei md>t au«reid)enber Drienti« 
rung bureb. mieberljolte« ^Bren möglict) ift, ben entfpredjenben 
$öb.epunct für bie Betrachtung ju gewinnen. 

Audi eine ©timm? int ..Peiniiaer Tageblatt" bei ©e« 



22 



legenfyeit ber Sefbrecfyung be« 9?eujaljrconcerte« im ©ewanb« 
l>aufe »erlangte Aufführung ber SBcrfe ber neueften ^tit, — 
ein Serlangen, ba« immer allgemeiner wirb, — ebenfo wie 
weiter gurürfliegenber, alterer fiunftfdjobfungen, um ben engen 
ftrei« be ffen, wafl bier bei un« gur Aufführung allein jugelaffen 
ift, auf biefe SBeife gu burtbbredjen. ©laubte aud> biefe 
©timme ib,re gorberung mefentlid) befdjränfen, geroiffe 33or« 
behalte madjen gu muffen, fo ift bod) bie gorberung felbft 
fdjon ein gortfcbjitt. 2Ba« bie erwähnten Vorbehalte an 
fic^ betrifft, fo fünnen wir benfelben aflerbing« »on unferm 
©tanbbuncte au« nid)t beiftimmen. Der S8erid)terftatter »er« 
mißt, um nur Sine« gu erwähnen, gur £tit nodj ein neue« 
Kunftibeat. S« ift it)m jebod) entgegen gu balten, baß ein 
folcbe«, eben toeil e« ein fbecififdj »erfcbiebene« ift, »om alten 
©tanbbunct au« nid)t erfaßt werben fann. ÜRan muß in ben 
Jfrei« beffelben bereit« eingetreten fein, um e« richtig würbigen 
ju Knnen. 

©o»iel an biefer ©teile. Sin ausführlichere« (Singeljen 
lag Ieine«weg« in unferer Sbfidjt. SRur in Äürge Anbeuten 
wollten wir auf un« erfreuliche 3 e <^ (n ber &tit. 9Ran geige 
fiel) jur Verftänbigung geneigt, man gewähre ber gegenwärtigen 
8?unft bie Sftedjte, bie fte beanfbrud)en barf, unb aller ©treit 
wirb aufhören, alle §aft unb Ueberftürgung wegfallen. 

(Stiib fortsetzt.) 

TUtencr 35riefc. 

Cbernberidjt. 

„?ot)engrin" War feit Ouli be« »ergangenen bie jutn 
19.9?ooember b.d. bie eingige brennenbe grage unfere« Obern» 
rebertoir«. SWun b.at ibm „£annb,äufer" in einem SBettfambfe 
bie ©bifce geboten. Der äu«gang«bunct biefe« fingen« ift 
öorberb, anb nod) in ber ©djwebe. Sßom unbebingt fünftlerifcb, en 
©tanbpuuete au« ift wol ba« Uebergewicb, t „8ob,engrinö" auger 
aDen 3*b*if«l gtfteDt. 3» oen Äugen unferer ,,vox populi" 
wiegt in gegenwärtigem Slugenblitfe „Sannlpäufer", al« reig» 
»olle Srfcb, einung eine« für un« ©bätergefommenen, aflerbingfl 
febwerer, al« ber feit feinem lange genug erfeb, nten Auftauchen 
in ber 2b,at »ielfacb genoffene, ja in Slut unb üeben un« fd)on 
gebrungene „tfotyengrin". SRoä) Sine« ift«, ba« — bei bem 
jefeigen ©tanbe unferer obernbüfynlidpen ©adjlage — wenig« 
ften« »orläufig ba« Ontereffe für „£annljäufer" reger ert)ä(t, 
al« jene« für „gofcengrin". SEBie 3b,nen befannt, ift «nber, 
unfer ©raalritter par eicellence, feit äRonben fdjon tranf» 
b,eit«b,alber bienfiunfätyig. Allein e« wäre b,art, einer eingigen 
— Wenn aud) nod) fo gewidjtcoöen — $erf5nlid)feit willen 
unfere SBagnerfreunbe ben Kärgeren gießen gu (äffen. ÜRan 
mußte benn auf einen Srfafcmann für ben UnmBglidjgeWorbe« 
nen Sebadjt nehmen. Salb fanb ftd) ein foldjer in unferem 
SBalter. S« giebt Äünftlergeftalten , bie meb,r gäb,len al« 
wiegen. 3 U biefen grb,5rt ber in {Rebe fteb/nbe ©änger. SBefter 
SBiBe ift ba. Äucb, guter ©timmfonb unb genügenbe fbecififcb» 
mufifalifd)e Silbung läßt fieb bei ibm wenigften« nid)t gang 
»ermiffen. Slber Sobengrin ift cor ädern ein bramatifdjer, 
unb ib,m gunäcbft erft ein mufifalifcber Sljarafter. $ier liegt 
nun bie bebenflicbe ©eite be« jefcigen Darftefler« biefer SRetle. 
ÜRit correctem abfingen ift ibjSBefen nod) lange nid)t erfdjöbft. 
S« banbelt fid) t)ier, wie befannt, um ein SBerf ber aotunft. 
Dobbelt embfinblid) wirft folebe fbecififd>»mufifalifd)e Stnfeitig* 
leit in oorliegenbem gatle, wo nid)t einmal biefer gorberung 
belle« ©enüge gefd)ieb,t. ©alter nü(jt fein fd)on »on $aufe 
au« ni(b.t ftarte« Organ bereit« in ben erften ©cenen ber Slrt 



ab, bafj e« für fpätere Hu«= unb Durcb, geftaltung , felbft nacb, 
blo« tönenber ©eite b,in, in ber golge nicb,t mebr au«reid)t, 
ja, an jenen ©teilen, wo befanntermafjen ber b^ödjfte ?lufwanb 
in» unb ertenfioer ©timmfraft nßtb, ig, faft bi« gur Unoernet)m> 
barfeit bab,infcbwimmt. Sin im ©»reib, tone gewanbterer, über« 
1) au»t naa) allen 9?td> tungen burcbgefcb^ulterer DarftcUer Wüßte 
fttt) gwar aueb in berartigen gäUen gang gefebieft gu Reifen. 
3cb Werbe nod) im Serlaufe biefe« SBeridjte« auf bie Seiftungen 
einer folgen fünftlerifcb. en fflugtjeit gu ffired)en fommen. ÄUein 
ba« Parlando, übertäubt ba« Declamatorifdje, ift $rn. SBal« 
ter'8 em»finblicb,fte ädjille«ferfe. ©o embfängt man benn in 
feinem So^engrin eine troftlofe $albljeit. 36 meine«tb,eil« 
f;affe alle« Unau«gegol>rene fo giünblid), ba§ e« mir lieber 
wäre, jahrelang um ben ©enufj „?ob,engrinfi" gu fommen, al« 
it;n fo ärmlid) eertreten gu wiffen. Sud) mit ben übrigen 
DarfteOern biefer D»er fei e« mir »ergßnnt, ein SBBttcben gu 
reben. ©ie erinnern fid) wol nod? ber freubigen, ja gehobenen 
©timmung, mit melier meine früberen Seridjte »ie SlBieber« 
gäbe ,,?cb,engrin«" auf unferer SBüb.ne begrüßt b,aben. äflein 
unfere ©änger ftnb ber Wt\) rjat>I nacb feitbem lauer geworben. 
Der urfprünglictye 3»uoer be« Äünftlerifdjen fdjeint nun bei« 
najje »oOftänbig im$anbwerf«mä§igenauf=, ja untergegangen. 
9cur Slfa (grau Duft mann) ift ib^ren elften {Regungen t*eu 
geblieben. Diefe (entere b^aben nur in bem feit einiger 3"t oe * 
benflid) angegriffenen Organe ber Darfteüerin eine ©djranfe. 
dm Uebrigen midelt pd) ber „Oraalmtitlju«" giemlicb. flau ab. 
lelramunb — balb^rn.33ecf, balb einem Neulinge unferer 
SBüfyne, $m. 8?ubol»t), anoertraut — wirb neueften« mebj 
gewütet al« tonföracb, lid) bargefteüt. ©elbft SS e rb i t)ätte »olle« 
SRedjt, ftd) gegen berartige« 2o«legen feiner ©djreirotlen ade« 
Srnfte« gu fträuben. Ortrub wirb burdj grau Sgillag, bie 
im ©Uten unb ©dflecbten b.öd)ft be»orreo>tete Vertreterin ber 
fog. großen Ober, gang in« Weufranjöfifdje überfe^t. Sucb ber 
fonft eb^renfefte $»r.^rabanecf tt)ut in neuefter3«t at«$eer« 
rufer ein 3 uc ' el an Slnfbrüdjigfeit, $r. ©cb,mib (^einrieb) 
ein ©leiere« an jener bfalmobifcben SBürbe, melcbe nur burd) 
einen turgen ©djritt »on eiftger ffälte abliegt. Unfer St)or 
entbehrt — feit be« treff lieben SBeinfobf« Srtrantung — 
aller grünblid)en Oberleitung. 9einab.e ficb felbft überlaffen, 
fünbigt er nid)t allein bebenflid) gegen 8teinb.eit unb Xact, 
fonbem betont bergeftalt, al« ftfinbe über allen ib,m gugewiefe* 
nen ©iücfenein „senza ogni espressione." Äudj ba« Ordjeftet 
läßt ftd) oft geb^en unb wirft balb flau, balb mit einem alle 
übrigen Xräger biefe« Drama« weit überwudjernben äußeren 
JTraftaufwanbe. 9?ur in ber SBiebergabe ber rein inftrumen« 
taten ©ä^e ,,?ob,engrin«" bewährt biefer oielgequälte, bafyn 
oft bi« gu cSUiger ©eiftloftgfeit erlahmte ftörber noa) immer 
feinen alten 9iu\)ttt. — Sin neuen Srfd)einungen b,at unfere 
Ober feit langem 9?icb,t« gebracht. Denn„3;ann^äufer" gehört 
ebenfo wenig in biefe Stoffe, al« ber in ben grauen &titm 
unferer feiig entfdjlafenen italienifdjen ^ofober fattfam au«» 
gefoftete 5Serbi'fd)e „£roubabour". Daß man biefe nid)t«« 
würbige 3J?acbe neuerbing« aufgewärmt, unb ber 3*^ na 4 
biAt an „Uannr/äufer" gefteQt b]at, ift gerabegu unbegreiflich. 
Denn, DantSBagner unb feiner enblicb ty ter gum Durcbbrudje 
gefommenen 9?i6tung, intereffirt ftd) bod) wol nur eine feb^r 
fleine ©d)id)te unferer Eb,eaterbefua>er für folaje« 3 eu 8- Ueber 
bie DarfteUung«weife biefer ^Jfeubonljmität überflüfftgfter Slrt 
fei Odilen nur furg benterft, baß e« unfern ©ängern ein ?eid)te« 
geworben ift, ftd) bie Unarten tyrer füblidjen ©ruber angu* 
gewBbnen; wäb^renb e« ib,nen nie gelingen bürfte, bie SDlad}» 
werte eine« 83 erbt unb ©enoffen einerfeit« burd) ©ragte, 



23 



anbrerfeit« burcb, (inen gewiffen ©djein bon Seibenfd)aft(id)Teit 
be« Sortrage« genießbar ju machen. Die« war nämlicb ber 
einjig ftidjbaltige Sorjug, ben inanweilanbunfereritalienifcben 
{pefoper geredjterweife einräumen mußte, ben aber unfere 
beutfdjen ©änger trog emftgflen ©treben« mental« ju erretten 
im ©tanbe fein »erben, ba eine foläje ©rrungenfdjaft tyrem 
urfprüngtidj ganj berfdjieben befaiteten ßünftlerroefen ent» 
trieben wiberftrebt. (Sin bjeftge« Statt, beffen 2Hufifreferent 
ber bielfadj bef proebene Serf äff er ber@cb.rift „Som muftfalifcb 
©d)Bnen", madjt eö fid) ju einem ber ttebften ©efdjäfte, unferen 
gewiegten 9Jcuftfer, $rn. ffiefert, in jebem feiner ©dritte at« 
Senfer unferer |jofopernbül)ne ^Öbnenb abjufanjeln unb anju« 
mätetn. On ben meiften gätlen gefd)iet)t bie« mit großem Un« 
rechte. Denn überblicft man unfer SRepertoir, fo faßt e« ber 
3ierben viele fowot au« ben e^rwürbig grauen Sagen be« 
6laffki«mu«, wie au« ber neuefien Slütbejeit ber eebt brama« 
tifdjen Oper. 3dj toinme fpäter eingetjenb auf biefen ^ßunet 
jurücf. allein biefe ffiinfcbmuggelung be« Serbi'fdjen „iron* 
babour«" auf beutfdjen Soben war ein arger Wißgriff, ben 
bie ©ötter unferem Scfert verjei^en mögen, fall« fie e« ge« 
redbterweife tonnen! 

(6$t»S folgt.) 



Aus Berfin. 

(Sfcttfeeung.) 

üm 6. December gab ber tönigt. Domf änger $r. Otto 
im Strnim'fdjen ©aate ein überau« jatytreid) befugte« (Jon« 
cert. ©ein ^öd)ft intereffante« Programm beftanb au« nidjt 
weniger at« 12 Hummern, fo baß bie Sefudjer nidjt nur genug, 
fonbern aud) Äu«gejeid)nete« für tyr ©etb erretten. $r. 
2Ruftf«Dir. 3. ©tern tyatte bie Leitung unb Segleitung 
fämmtticber Siecen am fjlfigel übernommen. 3*oötf ©änger 
be« Domdjor« fangen mit betannter ÜMeifterfdjaft 1) ein Ave 
Regina eon SDcenegati, 2) ben S^or ber SBadje au« „Die 
Beiben ©eijigen" oon ©retrt) unb 3) ben Irinfdjor au« ber 
Oper: „@raf Orto" oon töoffini. Der ©retrto'fcbe Sb>r 
erregte, weniger burd) feine ßompofition at« burd) feine un» 
fibertrefflid)e8[u«fütyrung im pianissimo, crescendo unb wieber 
decrescendo, fowot in ben b"b.en at« liefen Xonlagen, bei 
»oUtommen beuttidj berneljmbarer £erte«au«fprad)e ftürmifebe 
©enfation, fo baß bie ©änger unter anbattenben Seif au*«« 
fpenben unb da capo«9?ufen fid) enblidj genötbigt fa^ en, ben 
ganjen 6b. or unter oerftärftem Seifall noeb einmal borjutragen. 
Diefer Sbor Hang aud) wabrb,aft wie ©efang au« böseren 
©pbären. Der Soncertgeber fang mit feiner frönen, tiebltdjen 
lenorftimme unb mit unbergleidjlidjem 8u«brucf bie Slrie au« 
„DonOuan": „Sin Sanb ber greunbf djaft", bann jwei Sieber: 
„Dein Hngeftd)t fo lieb unb ftbön" oon 9t. ©djumann unb 
„De« ÜWorgen« in bem Xbaue" oon Cffer unb bejauberte 
babhreb ade £örer fo, baß burd) einen allgemein entbufiaftifeben 
Seifall ftürmifd) ein da capo »erlangt würbe. $v. Otto wie« 



berbolte aber teine« ber eben gefungenen Sieber, fonbern trug 
ju großer greube aller »nmefenben ©djuberf« Sieb Op. 20 
,,©ei mir gegrüßt" fo wunberbar fajön bor, wie wir bie« Sieb 
unb aud) bie anberen ©efänge nod) bon teinem Senoriften ge« 
bort b^aben. Obgleid) fämmtlidje Soncertpiecen beifällig auf* 
genommen würben, fo waren bie Seiftungen be« Soncertgeberfl 
unb be« Domebor« am SWeiften bu djfälagenb. 3 um »i«ten« 
male feit bier SEBodjen borten wir $änbel'« ©eme(e«ärie, 
bieömal bon ber gefdjäfeten Slltiftin grl. üennb ÜReber mit 
©efdjmact bortragen. Die ©ounob'fcbe SSiolin«5Dcetobie fUr 
©efang übertragen unb ba« ©tern'fa)e Sieb: „Stumengruß" 
mit Srummftimmen fang grl. 3. ÜWe^er am beften. Unfere 
ättiftinnen berfotgen mit einer wabren Raubgier ben ©efang 
ber 3uno au« „©emele", fo baß bie bieftgen ÜWufit^änbler gar 
nidjt Seute genug madjen Tonnen, um allen altfingenben ga« 
milienanforberungen ju genügen. Senn biefe« neuerbing« 
buro) (Jrl. Stbertine Weber b^eroorgerufene ©emele — 
3uno — lieber bei un« nod} lange anhält, bann wirb wot 
wenigfien« ein unternebmenber Serleger mit 9?ad)bruct (ob.ne 
Serbonnerung?) bürgeren muffen. Die fd>webifcb,e ©ängerin 
8tl. ©ignilb $ebbe, eine ©djülerin unfere« geiftreidjen 
2)cufit=Dir. 9iia). SßJüerft unb fpäter nod) be« $arifer 
Sonferbatorium« ber üKufit, fang bie 9?omanje au« ber 
„Oübin" ed)t bramatifd) unb mit ^Jräcifton, fttutt, güße unb 
firaft be« ione«. Die b,ob.en SEöne ibre« ©timmregifter« in 
ber jweigeftrid)enen Octabe b oben mitunter in ben (Sinfä^en 
etwa« ©d)neibenbe«. Om Uebrigen gebietet biefe außerorbent« 
lidj gut gefdjulte ©ängerin über einen fo großartigen ©timm« 
fonb, baß bie« eben ängefübrte wabrfdjeintid) nur erwähnt ju 
werben brauebte, um mit ©icberfyeit fernerer unb boQenbeter 
Seiftungen biefer bebeutenben ffünftlerin gewärtig fein ju 
tonnen. Da« SBermlänbifdje SSolfalieb mußte bie ©ängerin 
da capo fingen. Da« Sieb bon Jaubert „Der Söglein 8lb« 
fd>ieb", in Dbur tran«ponirt, fang biefe fd>webifa>e 9cad)tigaQ 
außerorbenttid) gut unb l^eifädig. grl. $ebbe fotl nebenbei 
eine borjügücb/e ©djaufpielerin fein. Die $)$. üMuftt«Dir. 
SRob. ?fiab*£le unb ©igiSmunb Stumner fpielten mit 
eminenter Sedjnif, Äraft, bielem ©efü^l unb großer Srabour 
auf jwei ©töder'fdjen glügeln oon mächtigem Stange ba« 
Slnbante mit Sariattonen bon 9?ob. ©ebumann unter Sei« 
fall be« publicum«. Dann trug $r. Stumner nod) jwei 
Elwierftücte bor. S^opin'8 ^rälubium fpielte er mit bieler 
dnnigtejt; jebodj Iönnen wir un« mit feiner ftürmifdjen Auf« 
faffnng ber © bur«$olonaife bon <S. ÜR. b. SBeber nid)t ein« 
»erftanben ertlären. S« fdjien, at« $ätte ber Spieler, je nä^er 
jum ©djluffe tommenb, große Eile, fertig ju werben. Daß 
barunter bie Deuttidjfeit leiben mußte, berftebt fid) bon felbft. 
Sin nod) fefcr junger Siolinift, $r.daubel(a,©d)ü(er unfere« 
berbienftboHen (5oncert«5Dc. $ubert JRie«, fpielte aiarb'8 
^antafte über SKotibe au« ber Oper: „Sinba bi (5b.amounii" 
correct unb tüljn, aber mit Keinem unb nid)t immer reinem 
^ on - iSortfetmng folgt.) 



Kfetne 3eituug. 



5ip^orism«tt. 



Iroft be« ©attge« ber Keujett nad) materiellen ®ütem, unb troQ 
ber gefolgerten Oenufjfudjt bleibt e8 immer no<b auffadenb genug, wie 
in fo mancher namentlid) Heineren ©tabt entfdiiebene Äüdfdjritte im 
5ffentlid>en gefett|d)aftlid)en Seben toabnunebmen ftnb. 3)er gefett« 
fdjaftlidieCertebrmgrößf " "- :r - ' ' '" --•--" 



boben verloren an $alt, an geiftiger Sebeutung, an bie ©teile finnigen 
»ertebr« unb eblerer ©itte ift ein jiemlicb robe« ai5irtf)«bau8le6en ber 
SKänner getreten. 92id)t unbebingt unb an ficb felbft jwar ift ba8 le|> 
tere ju bernerfen; jene« Uebermaafj aber ift oom Uebel, wo tt ade« 
Snbere berbrängt unb barum ftt)liefjlid) in Xrioialität untergebt. — 
Jfflarum toir biefe ©emertuna an biefer ©teile tnacben? Sem aufmert- 

berau ba jene eben bejetd)« 



24 



neten «Rosette ftd) geltenb mad)en, wo lein georbnete« Äunfl* 
leben ejtftirt, wäbrenb umgefebrt an jenen Orten ber gefeflige »er« 
lebr an@d>wung unb Sebeutung gewinnt, wo bie Äunfl in ibreSRedjte 
eingetreten ift. 2Ran fann fogar in ber iBerfelgung biefer SBobrneb« 
ntung noäj weiter geben unb beutlid) beobadjten, wie bie bejeidjneten 
Wüdfcbntte ßanb tn ßanb gingen mit bem JBerfaIl be« Ä'unftleben« in 
auen ben ©tobten, bie fiiiber ein fold)e« befaßen unb besfelben burd) 
jufaUtge Umftänbe »erluftig gingen. 3>te Sinflüffe ber Äunft auf »er- 
eblnng unb ©eftttung fbringen nirgenb« beutli^er in bie 8ugen al« 
gerabe unter folgen Umfiänben. 

dOXXtfpOnbttt^. 

Xtipfy. 35a« 10. abonnementconcert am 9cenjabr«tagi 
braute in feinem erften Xfceile eine «Motette »on ßaubtmann für 
aKannerfhmmen unb »lediinftrumente, bieOuberture jur„3auberfl»te", 
bteßbmne für eine ©obranftimnte unbCbor bon 3Renbel«fobn, bie 
©olobartie bon grl. Sannentann gefungen, ein für eine religiSfe 
Ceremonie befMmmte« 3nftrumentalfiü<i bon Cberubini unter bem 
Xttel „religiiifer SKarfdj", enblid; ben ©cblußdjor be« jweiten Xbeile« 
au« ber „©djBbfung", bie ©oli gefungen »on grl. Xannentann 
unb ben ßß. ® ernarb utib Bertram. Xen jweiten £^etl füllte 
bie Neunte ©bmbbonie, bie in biefer ©aifon bereit« beim ©djiUerfefle 
juräuffüü,rung gefommen War. grau Xrebfdjod wirfte in berfelben 
außer ben berett« ©enannten al« ©oliftin mit. lieber bie StuSfübrung 
biefer SBerfeCtwa« binjujufügen, bürfte faum nötbig fein, ba a(Ie3Hit. 
wtrfenben in lefcter 3«t wieberbolt fdjon befbrod)en würben. 



(Tagesgefdjidjfe. 

Sftfen, Conrerte, Sngaarmrnts. 9tm 4. 3anuar tratSnber 
im SBiener ßofoberntbeater jum erftenmal nacb. feiner ©enefung 
toteber auf, unb jwar al« ©ttabeffa. 

Slnt 10. 3anuat bat ß. b. Bülow feine Steife nad) «pari« ange» 
treten; er wirb fitb »orber nadj ©tuttgart, »oben unb 83afel 
begeben. 

3n SB a r m e n , Wo 8 n t o n Ä r a u f e feit einigen SKonaten in feiner 
neuen ©tellung tbätig wirft, fcaben im taufe ber legten SBodjen bereit« 
etneanjabl »on mufifalifdjenäuffübrungen ftattgefunben. Slm25.9lo« 
»ember eröffnete ber ftättifdje ©ingcerein ben Steigen burdj ein Hei» 
tie«, aber trefflid; jufammengefteate« Programm; am 10. Xecember 
fanb bie erfie, am 1.3anuar b. 3. bie jweite ©oiröe für Itammermufil 
ftatt, in benen 8. & raufe bie Clabiertoartie, granj©eiß bie Sjio» 
lme unb ßermannSäger ba« SJioloncell ftoielte. 3n ber jweiten 
würbe u. a. „@d)b'n fiebwig" »on ßebbel mit ©djumanti'« meto» 
bramatifdjer Begleitung gefbrocben. Sie Programme »on beiben 
Slbenben ftnb ju loben. — 8m ■&. Xecember gaben bie ®ebr. ©eiß 
ein Concert, granj ©eiß, ber SSiolinfbieler, »robucirte fid) u. a. in 
bem änbante unb ©djerjo catrijiofo »on gerb. Xa»ib, 3fibor 
©eiß, ber Clabierfpieler, in ©adjen »on C&obin, Sifjt, «ad;, 
werger unb 3Renbel«fobn. Beibe jufammen fbielten SDiojart'« 
ffi moll.©onate. 8ußerbem tarn ba« Xrio Ob. 1, <&« bur, »on Söeet- 
bo»en jur äuffübtung unb bie Viebertafel fang SDienbelSfobn'« 
geflgefang unb ben ©olbatendjor au« „Seffonba". — 3njwifdben ifl 
nun aucb ber neue Concertfaol ber ©efellfibaft (Soncorbia »oUenbet unb 
Werben nun in nädjfter 3eit bie eigentlid;en Slbonnementconcerte be< 
ginnen fünnen. 

QEbarle« SKaber gab in SBien am 8. 3anuar fein britte« unb 
Ut}tt9 (Joncert. 2lm 6. 3anuar fanb bafelbfl ba« jweite Soncert ber 
Singafabemie ftatt, in bem u.a. ba« inSBien bi« baljin nod> nid;t auf« 
>;e»übrte Lauda Sion »on SMenbelSfobn gefungen warb, äu bem» 
'dben 2age gab aud) bie (Jla»ierf»ielerin grl. Marie Sßoiffer im 
©alon be« 5$ianofortefabrifanten ©djweigbofer ein Concert. 

3n Sre«ben fanb am 8. 3anuar im 2Heinbolb'fd)en ©aale 
»on ©eiten ber ©ingatabemie eine ©ebäd^tnißfeier für dtei^iger 
? a "-„— 3)ie bortigen Sammermufiler g. $>üllwe(t, g. SKeumann, 
i'. ©Bring unb 6. Äummtr wevben mit bem Slaoierfcieler iölaß* 
mann im Jpctel te ©are brei ©oir«en für Äammermufit geben. 

Stlfreb 3aelt bat im legten ^prioatconcert ju SJremen 
Jpanbel'fdje Sariaticnen, ba« C moü»Soncert »on iöeetb>»«n mit 
ber Cabenj »on ©reöfdjoct, (Jboöin'8 gi« bur»S»otturno unb eine 
eigene Sombofition gejcielt. 

3n SB er lin bat $. ». SBülow am 6. 3anuar feine britte unb 
le(}te ©oir6e gegeben. 3m griebritb'äßilbelmftäbtifdjen Xbeater trat 
SS ieurt ernte mehrmals auf. 8m 7. Sonuar gab bie ©ängerin 



8 1 i t >a © t a b V) e u er im ©aale ber ©ingafabe mit, am 10. fir. ß ein . 
rtdj ©antenberg im armra'fdjen ©aale ein Soncert, Sebterer auf 
ber glote. ' 

r. 3 r ( ^ c £ " ffl ? b ' nit . um 6ftid > t «t »"b. am 19. »oöember eine 
mufifalifdie ©oirte ftatt, bie burdj i^r mujtergültige« ^wgramm »on 
großem 3ntereffe tfl. <5«wirften barin al«<Etabierf»teler ber am Sieib- 
Jiger<5onfer»atoriumgebilbete ßugo Seonbarb; ber ebenfalls in 
Seipstg belannte »ugup Sreißmann fang l'ieber »on K.gran j, 
ßr. 3 u 1 1 u 8 S i di b e r g fbielte ba« ailegro au« » e e t b o b e n'« »iolin. 
concert, ein X a r 1 1 n t'fdje« XonfHW unb eine Cbaconue bon 3. ©. 8 a dt 
f? n ".«J t 6rn : £'."> ® r MeI jufammen Sutrobuction unb »onbo 
ur 93iolme unb $ianoforte »on granj ©ebubert unb mit ßrn. 
|eonbarb *eetbo»en'« ©onate für »ioüne unb ^ianofortfin 
C moö ßr. Seonbarb attetn trug ba» ällegro au« 3. ©.SB ad»'« 
S moU-Soncert unb ein ©cber jo »onttbofcinbor « • «¥ • 

. a^ 6, Ü, a ? ua I fanb in 5 r a " ' f « r t a. SK. ba« fünfte aRufeumBcon- 
l fXl. » @8 r 6ra Ä e ."-«Ä ein ^ »*« fl "«if»U*e" Oil»erture »in Jeh?. 
rtdjßenfel unb ba« aBenbelSfo^n'fcbe Octett 

©a« fed)«te @efellfd;aft«concert in « 8 In am 3. 3anuar bra*te 
SWojarf« 3u»tter.©bmbbonie unb ßiller'« Versacrum ^ 

am 4. Sannar gab fiammermufifu« 6b. ©an» in »erlin 
feine jweite ©oiröe für fiammermuftf. s " * e,1,R 

9B,Äri. hf »^Ä t ? n8 1 ! n « a "«? ( '"ß«b«m melbet un« b«r 
äRufif-Xiir. ■St djarb ßol, baß ?t jf« „Preludes" bei ibrer auf. 
fübrung am 24. 9Jo»ember im Concert be« Sacilien»erein« da capo 
»erlangt unb audj gefbtelt würben. Eie Bufnabme ift alfo trofe. 
b t em ', b i 6 K i be . r b " l . d ' b,e öffentliche treffe nod. fonflwie auf b n eiaen. 
tbüm id,en ©etfi Sifjt'fd.er SBerle im borau« b ingewief n, unb ba« 
8ierflänbn.ß auf fol.be «BJeife »orbereitet war, eme%mbu r "äfl5e ge. 

9r„h?*lK 6u * r fc 8 pn V n «^' er 3eit , toieb «^» «omboritionen »on 
ff«n»Jj ? ^- ^ a J .15I<. a ! ,ffubr t un9 ««J»»««*- @» ™ einem geiflliien 
Concert bte »terte abtbetlung feine« Oratorium« ,,3uba« 3fiariotb»; 
ju ffleibnaditen würbe m ber bortigen fiau»ttird;e eine 2Be&t«can. 
täte besfelben unter Settung be« Gantor «äbm gefunaen. 

9«ii??r! feK ^ lfie ® eele S flI " t f ür *™ »erfiorbenen Xenoriflen gran* 
SBilb tft in SBien am 7. 3anuar in ber ^farrtirdie ju ©t. Carl auf 

gefammten ^erfonal be« ßofoberntb,eater« unter ederf« Seüuna 
begangen werten. «■»•«■b 

».• « rut »"» » fU «"fl»>»'T«' ©P«n. am 4. Sanuar bat nun enblidi 
bie erpe autfübrung ber italienifdien OberngefeUfcbaft im »ictoria. 
tbeater tn » erl i n ftattgefunben. C« würbe ber „öarbier" unb »war 

«i e :w Sro6 v m S" faI l 8e3eb . en - „®9 ra - attot - bie ^rimabonna, eine 
©djülertn ber Siarbot, bat atte Erwartungen übertroffen; ber Xe- 
nonft Carrion iflal« einer ber erften ©änger längfl anertannt. 81« 
»artolo ercelltrte @gr. g r i j j i. 

. 3" ® ar " , f , » bt tturbe am 1- Sanuar „9iienji" jum crflenmal 
tn glanjenber au«flattung unb mit großem Crfolg aeaeben. 

fleue «unAfadjrn. SBei ©dj ubertb & Com b! ift nun bie bereit« 
»on un« angejeigte Cifjt^SBÜfte erfdjieneu. ©ie ifi etwa 5 3oll bod», 
unb »on guter <Portrat=ae^nlid)feit, wenngleid; bie geringe ©röße ein 
feinere« Xietatl mdit wobl juließ 3ebenfaO» aber ift biefelbe ben ae. 
wobnlid)enKt»»e*.©ib«büfien weit eorjnjie^en, bei benen in berÄegel 
»on aebnhdjfett gar lern ©ebanfe ift. 

^uaieidjnunorn, firförberungen. aieranber ©rebfeboef bat 
»om Saifer »on Oefterreid) ben Xitel eine« 1. 1. itarnnter-SSirtuofeii 
erbalten. ' 

3. SRieti ift nun befiniti» jum ßofcabeHmeiflcr in Sre«ben, 
alfo jum 9?acb. folger 81 e i ß i g e r'« , ernannt worben. 

Unfer SKitarbeiter $ a u l g i f d; e r , ber bie SBearbeitung be« großen 
SRegifter« unferer 3eitfd>rift übernommen, bat bie ©tette eine« ©efana. 
unb ÜRuriflebrer« am ©bmnartum ju 3 w i tf a u erhalten. 

Sei Äönig »on ßannooer bat an bie ^»aubtmitwirfenben be« 
„atien^i" bei ©elegenbeit ber erfien auffübrung im bortigen ßoftbeater 
Wertb»oUe ©efdjenfe unb bem Cbor»erfonal ein öelobiqunqsfcbreiben 
fenben laffen. 

«obtftfäUe. 8m 31. Secember flarb im ^rager allgemeinen 
Äranfenbaufe ber Combonift üuigi JRicci, Director ber ftäbtifeben 
aKufitcapcae unb be« Xbeater=Orrtiefter« in Xrieft. 3u feinem SBJab.n. 
pnn batte fidj ein fiel« mebr junebmenbe« törberlidje« ©ieitbum ae« 
feilt. Cr war .',1 3abr alt geworben. 

3n SSien ift aml.Sanuar Der ehemalige ßofobernfanger gran» 
SDSitb geflorben. 

firitfhafltn. B— n in 3f n. Söarum f^Weigen ©ie fo lange? 



25 



eKritifdjer «flnjeioer. 



^njhucttöeS. 

S3üd)er. 

Beneblet Wibnumn, C3(iit-rar6aß-Uf6ttngrn, nebjl lurjen (Erläu- 
terungen. Sine foflematifcb georbnete 3ugabe ju jeher $ar« 
tnonielebre. Seipjig, <£. SRerfebutger. $r. 15 9?gr. 

Ob jum SSortbeile berSdjüler, »rieb« ba«©tubium ber Harmonie 
grünblid) betreiben wollen, ba« ©eneralbaßfbielen (ba« ©eneralbaß- 
begletten berXonflüde) in unferer3eit unerläßlid) notbwenbig, ift eine 
grage, meiere ber $r. SJerfaffer in bem 93©rWorte feine« S3udt« felbft 
mibt beantwortet, ©o wirb er benn aud) »on uns , bie wir ferne Ar« 
beit möglicbft bünbig jn betreiben gebenfen, nidjt eine umfaffenbe, 
grünblnbe SBfung ber für feine ©dirtft aUerbing« Widjtigen grage er» 
»arten. Un« fdjeint ba8 S9ud> burdjau« feine l'üde in ber X'itcratur 
auSjufttHen, troto. ber in ber SBorrebe angefübrten (Sitate ton ©. SBe. 
ber, SWattbefon unb Kaue. — ©er SSerfaffer bat flcb, rote er felbft 
l«fltr ba* „?ebrbucb ber Harmonie »on <£. g. Hiajter" (l'eibjig 18f»7) 
»um SBegweifer genommen, unb biefe« finben wir benn aud) au« bor« 
liegenbem SBerte wieber berau«, jebod) in ber SBeife, baß in lefeterem 
bte $austfadje bie «etfbiele ftnb, W%enb e« bei Stifter berXert ift. 
Uebrigen« begegnet man oft ©teilen , tteld)e ber S3erfaffer würtlid] au« 
bem wtdjter'fqien Jebrbudje abgefdtrieben , obne fie boeb al« (Sitate ju 
beietdmen ; aueb corrumbirte ©efinitionen finben fi(b, fo }. SS. ^ag. 1 : 
„unter 3nter»aH (3wifdjenraum) »erftebt man ba« SBerbältniß, in 
weltfern etn Ion ju einem anbern in SSejug auf einen anbern (!) 
flebt." — ©ie S3eifbiete, »on bornberein, fiub meift bem SSerfaffer unb 
jwedentfbredjenb ; aud) bte in ber jweiten §filfte be« S9u<b« »on ©eb. 
»«*» ¥&• ffi. »a(b, Äned)t, görfter, SSogler, Äirnberger, 
yabbn, SKojart u. «. fmb gut ausgeteilt, ©ie lefete (66.) Uebung 
be« »u(b« beftfäftigt fi<b mit ber Begleitung be« SRecitati»«, unb e« 
otebt bierju in ber »nmertung ber SSerfaffer gute SBinte, obgleid) febr 
lurj 3m ©anjen genommen finb bie „©eneralbaßübungen" »on SB. 
SB tb mann ein mit gleiß unb gutem SBiüen gearbeitete« SBerttfen 
unb für Sebrer unb ©djüler ju embfeblen. — ©ie Bu«ftattung ift, Wie 
bte ber meiflen bei <£. SDlerfe burger erftfienenen SBerte, febr uerlidt 
unb gefcbmadooll unb ber ISrei« febr niebrig. —d— . 

gür ^ianoforte ju jwei unb »ier £änben. 

Dr. £. Kodjer, GfapierlpieriJud). Stuttgart, SB. SRifefcbfe. 
?t. k $eft 21 SRgr. 

„», ^"9' mir nur baB » toeite *# bi£ f e8 ' mit Wt langem, braten« 
fWfem Xitel in ber S3ücbern>elt auftretenben SBerte« »or*), jebod) itf 
babe baran entf Rieben genug, um ben SWangel »on ad' unb jeber 
2Retbobtt tm ganjen SSutfe ju ertennen. ©e« JBerfaffer« ganje „neue" 
SWetbobtt ftfetnt ju bafiren auf bem Ouinten* unb Ouartencirtel ber 
Xonarten, ffir bringt Xonftüde in ber golge: 6 bur unb C inott, 
bur unb © moll, © bur unb © moll, % bur unb % mott, u. f. ro. 
SSfjt benn aber Jpr. Dr. Ä o tf e r roirflitf, naibbem ber ©tfüler, reif e« 
btefe« $eft »orftfreibt, bie beiben erften ber fecb« Slementi'ftfen ©o- 
nottnen (Ob. 36) gefielt bat, bie SSorübungen, lonleitem unb Xon» 
ftüde au* © bur unb © moll fpielen? — ©ie lonftüde in »ierftim« 
mtgen Sccorben, mit bem aufjergeroöbnlicben gingerfa(}e, notf ebe bie 
©djüler ben gereübnlieben autf nur annäberungäroeife fttfer baben? 
©te «rbeggien in weiten Xonlagen? ©ie »orgejeiebneten XriUer» 
Übungen, u. f. w.? — Unb nun bie Xonftüde felbft !? Sn „bem Obr 
unb ©tnn beSSinbe« angemeffenen Xonftüefe", al« „etwa« 
KeueBjurabfitrjung unb SSerannebmlitfung be« SBege« unb 
Crreicbung eine« ebeln unb Wabren 3iele«!?" — Söie ftnb fte botf 
faft aüe fo troden unb langweilig! ©ie meiften berfelben fmb natür» 
tid) »on $rn. Dr. & od) er unb über biefe will idj nidjt mebr jagen, 
al«: bafj fte gar trefftieb ben mebr al« fünfjig3abre »or beröegenwart 
hegenben mufitalifcben ©tanbbunet be« SSerfaffer« jeigen. «ußerbem 
aiebt »orliegenbe« ^eft ©tüde »on 2KfiUer, abam, Slementi, 
SKojart; aud; »irnberger (!) ift »ertreten. — ©ieje ©öeculatton 
aber bejeidtnet unb empfteblt ber SSerfaffer felbft al« ba« Si'ert „feiner 
mebr al« fünfjigiöbrigen Srfabrung al« SÜBufitlebrer" unb — al« 

•) Sine «ritif Mstx ta« erfte *tft, bie im fijcfmtürten mit ttr $ter ttfolaen» 
Mb übet hat jntitc üttteinftimmt, (inbtt fia) im SO. »be. Mi. 22. 



„metbobifdt forrftfreitenbe Cinleirung in ba« ©biet unb SSerftanbnifi 
ber CElafftter"! — d— . 

Stg. Ceöerl unb Couis Starfi, Heue 3ugeno6ißfio%ft für ba« 
^ianoforte. Stuttgart, (Sbuarb ^allberger. §eft ä 109cgr. 
ober 36 fr. rfcein. 

Ä.8trutö, ©p. 74. Das $d)6nttt beatftfjer DorRsfieber, jur Cr- 

Weiterung für angeljenbe ^3ianofortefbiefer. 8ei»»ig, 6.aKer» 

feburger. ?r. k $eft 10 5«gr. 
«frijj Sptnbfer, ©p. 90. Dmmortefffn. fttetne lieber unb ©tüde 

für baö $tanof. ju cier ^änben. ÜJcagbeburg, $einrid)«b,of en. 

?t. 8ief. I. 17Vs$Wgr., Sief. II. 15 <Rgr. 6plt. 27V s 5Rgr. 
C. f. Brunner, ©p. 360. 5erf)s (Eonßifber für ba« ^ianoforte 

ju eier $anben. 8eipjig, S. 5Werfeburger. gmi f)efte . 

?r. ä 15 5Wgr. 

, fflp.341. Cieber-P^anfafle für ba« «ßianef orte ju oier 

^änben. 2etpjig,S.g.Äab;nt. 2>rei$efte. ^}r. ä 12 , / 8 9cflt. 

, ©p. 282, 285, 289. Drei Diperfiflemenls für $ia- 

noforte ju »ter ^änben. gbenbaf. ^Jr. k 20 SRgr. 

, ffip. 260. 3tpei Pr}anfanm über ?ieber ooit Ätttfen 

für ^ianof. ju oier ^änben. (gbenbaf. ^r. 15 SRgr. 

©ie neue3ugenbbibliotbet »on Sebert unb ©t ort fotl eine Weibe 
letdit ausfübrbarer, faßlidjer unb für jebe tinblidje «Her«, unb Cnt- 
wtdlungsftufe beregneter Xonftüde entbalten. Un* liegt baoon nur 
ba« tiierte $eft »or. 91 adi biefem allein f3nnen wir nid)t beurtbeilen, 
ob ba« ganje SBert ein gut foflematifd) georbnete« ift ober nidit. 3n 
biefem ©efte befinben fltb brei ©tüde: SRr. 1, SKajurta mit »olnifdten 
»oltsweifen, Wr. 2, «Pbontafte tt6et beut fÄ e gsgerlieber unb 9er. 3, 
^bantafte über febwebiftfe S3olt«weifen. ©ammtltdje ©tüde finb mebr 
ober »entger ?otf>ourri«, berbunben mit SSariationen. ©ie Slrt ber 
SBebanblung gebort fowol compofitionett al« inftrumentaliter in bie 
3ett ^abbn'«, SWojart'« unb 83 ad)'«, beren SKanieren fttft aber 
letber juweilen febr edig geflalten. ©er alleinige 3wed biefe« $efte« 
ftfetnt für ben Unterritft nur barin ju befteben, ben ©tfüler mit ber- 
ftbtebenen S5olt«weifen tefannt ju mad)en, jugleid) aber babei eine 
SStlbung beiber $anbe ju erjielen. (Singefübrt ift ba« SBert in ber 
©tuttgarter9Rufitftbule. gaft benfe(ben3wed »erfolgen bie ^otbourri« 
»on ©trutb, nur baß fie mebr für bie Weiterung al« für ba« ernfte 
©tubtum beftimmt Tinb. 3m ©anjen ftnb fte moberner gebalten, al« 
bte tm obigen SBert, unb werben befjbalb allgemeinen Hnltang finben. 
»on ben »lerbanbigen ©atfen beben Wir bie 3mmorteüen »on gri^ 
®J"™ bler 6eröcr - ®' e mad)en auf nod) junge ©emütber eine treff- 
Ittfe SBtrtung. (Srnfi gebalten, aber babei melobiftb einnebmenb, ift ber 
©tvl berfelben mebr bolöpbon al« bomobbon ; unb ber (iombonift bat 
burd) biefe Hrt ber S3earbeitung in ber Literatur für bie 3ugenb eine 
i'üde bScbft glüdlicb ausgefüllt. 3nbem wir ba« SBert febr embfeblen, 
boffen wir jugleid) auf eine balbige gortfe(}ung in gleieberSBeife. Hud) 
bte fed)« _Xonbilhier »on S. g. Sjrunner fmb nußbringenb, obgleirtj 
fie al« Driginal»Somborttionen ben borbergebenbeu weit nadiftebeu. 
©o lange aber beffere (Eomponifien bie liebe 3ugenb gleidjfam barben 
laffen, fo lange werben biedrer bier unb ba fid> anS3runner balten 
muffen, ba er in infhucti»er SBeife al« 33rattiter immer nod) ffitwa« 
für fi<b bat. ©ic Xonbilber ftnb baju beftimmt, jwei ©d)iiler »on 
gteicben Sräften »u beftfäftigen, unb befjbalb oft ©uo-artig bebanbelt. 
9lu<b bierin ift Mangel. Seniger an nun folgeiiben üüeberpbantafien ; 
fie ftnb für ben Unterriebt burtfau« niebt ju embfeblen. Vieber, wie 
„©retelein" bon Süden, „«» bie ferne ©eliebte" bonötrfcbner jc, 
berbunben mit SS r u n n e r'fd)er ^5bantafie, fmb Ieia)t berbaulitfe« 
gutter für feidjte Dilettanten, bie ber ©djule entlaufen fmb, obne bort 
etwa« SRecbte« gelernt ju baben. 9Hebr©lüd wirb bieSSerlagBbanblung 
mit ben brei ©ioertiffement« über a)loti»e au« „Xannljäufer", ,,9torb» 
ftern" unb „Sobengrin" madjen. ©a« fmb jeftt geiutbte artttcl unb 
Srunner bat fie in feiner3tt fo munbgereebt al« möglid) jufammen« 
gefteüt. ©ie beiben ^bantafien über ,,©u feböne äRaib" unb „©er 
fiiebeäbote" fmb unter bie »orbergebenben ju rennen. <£. ^>. 



26 



SWuftf für @d)uJc unb £ang. 

Wtömann, 35., Dorftfjufe oes (Befanges. (Sine tb>retifd>»raf* 
tifd)e Anleitung für bcn $rieat= unb ©d}ulgefangunterrid)t. 
9?ad) einem bjnterlaffenen 3ßanufcri»te beS SDiuftfbtrector« 
3. 9?. ©d)elble gu granffurt a. 2R. bearbeitet, tfeipjig, 
<£. SWerfeburger. $r. 15 9?gr. 

25er §err Herausgeber bat in ben legten Sabren fo wader auf 
bem gelbe be« 95ott«fd}utgefange8 gearbeitet, baß felbjl ba« S$er$eid>niß 
ber Sttet feiner SBerle unb Sßerttben einen jiemtidjen Saum füllen 
würbe. Sein SBunber, baß fid) berfelbe, bei feinen mannigfad)en guten 
Katurgaben, bie er befifct, in fein ga<b eingearbeitet. Unb fo giebt er 
aud} bter wieber naeb ben ©tijjen be« »erewigten ©djelble ©ute«, 
©raud>= unb faltbare«. 3eber toernünftige ©efangtebrer wirb unter» 
fdjreiben unb anwenbbar ftnben, wa« bier gefagt ift über ba« ©ebör« 
fingen in ber eiementarfdmfe, über SSednng unb Belebung be« auf- 
fafjung«»erm<Jgen«, über SRäbren be« Xongebatbtniff e«, treffen, ffiieber* 
geben ic. jc SBirb babei bent nötigen, n'atürlidjen ©ef üble be« Äinbe« 
gefunbe SRabrung au« beut SSorne ber ^oefie bargeboten, fo wirb unb 
muß ber ©efangunterrid)t ein 8ilbung«mittel be« (leinen 9Jtenfd)en in 
£b«t unb SBabrbeit »erben unb nid)t blo« ©cielwerl unb Unterbai» 
tung«ntittel fein. Sie änerbnung be« ©toffe« ifi fo gefd}eben , baß 
baburcb bie jarte Sinberftimme gefront unb bit ©efunbbeit berfelben be» 
fürbert toirb. Sie llebung«beifotele ftnb fcom $erau«geber felbft erfunben. 
Siege ftd) über einjelne, unbebeutenbe Sleinigfeiten mit bem SSerf. regten, 
nenn anber« e« 3eit unb Raum gemattete, fo bliebe bod) ba« SEBefent« 
liebe be« SBertefl unangetaftet unb Serfaff er, wie fd)on längfi, ein bo"<bfl 
ebrenmertber ÄunfttoSbagog. 

Jfocfj, (Cart, (Dp. 10. Primel - « uno Deirdjrn. ffinberlieber mit 
©ityouetten »on Äarl gröbjid) für eine ©tngfiimme mit 
Begleitung be« ^ßianoforte. Serfin, im ©elbftöerlage beS 
QFomtoonifien, 8ei»jig, SRobert Briefe. $r. 20 'J?gr. 

3)iefe netten Silbernen werben namentlid) tleinen Äinbern ©»aß 
macben (wie wir au« (Srfabrung mittbeilen tünnen) unb bie Suft }um 
©Ingen ermeden. ©rBßere Äinber, bte auf bie SRoten feben foffen, um 
narb ibnen ju fingen, werben ftd) leicht burd) bie Silber jerftreuen 
laffen. 3ur »nafyfe be« Xerte« unb 3mjbrimirung beffelben mögen 
fte ju benufcen fein. Ser muftfalifdje SBertb biefer „Primeln unb 
SSeildjcn" ift nid)t befonber« bod), & ält P 4 ) ö6er inimer über bem Sil» 

«ewöbnlid)en. — Ser SBortrag muß (StWa« bei ber ©acbe tbun. 25er 
trei« von 20 9?gr. ifi etwa« bo<b. 

(jomann,A. unb L'inbemonn,3l., Birrftimmige lieber für ®bm» 
nafien unb 9?ealfd)ulen, »orjfiglicb, jur Senufeung auf bem 
£urnp(a$e herausgegeben. ^ßotSbam, Stug. ©tein. 

41 lieber auf 64 ©eiten. Son fräftigem ©ebrot unb Sorn, wie 
fieb« für beutfebe 3ünglinge jiemt. 9tur werbe ber nBtbigen ©tim» 
mung auf bem Zurnplafee bureb rüstige DiSciplin 3led)nung getragen, 
bamit 8ieber wie: „Sern ©w'gen unfre Sieber" jc. „SEBir bauten bem 
Herrn" sc. ibre SBirtung niebt »erfeblen. SRr. 17 (@. 22) muß ba« 
jarte „O sanctUsima" ju Äörner« ©cblaebtliebe : „H8r un« Stttmäcb« 
tiger" k. bie Sßelobie abgeben. ®a« tonnte eine anbere oerritbten. 

Ctabemann, 31. unb £. Stein, Sammfung pierßimmiger (Befänge 
für ©J^mnafien :c. herausgegeben. <Srfh8 $eft, entb^altenb 
50 lieber unb 6$ora(e. $ot«bam, «. ©tein. $r. 6 SRgr. 

(Sine jWar etwa« ältere, aber nicbtSbefiowentger gute ©ammtung. 
(Sinen Würbigen Snfang ftnben wir in (SRr. 1) ©ebet öon ©erger. 
Sei SRr. 2 wollen un« SBort unb SBeife niebt reebt »nfammen baffen. 
3u $» ff mann'« „Jteue Siebe ic." (0. 33) eine 3JWobie au« »eet» 
boben'e eroica.Rinale ju nebmen, wollte un« nidjt ju So^fe. SSon 
©. 45 an giebt« (Sboräle (33—49) in einer »on ber betannten niebt ab» 
weidjenben 8rt unb SBeife. 

Sammfong geifiltcfcex lieber für »terfUmmtgen SWannergefang 
mit befonberer SRfid fid^t auf OfinglingScereine Bearbeitet unb 
herausgegeben »on einigen jungen fjreunben. ü)itt einem 
Sormort »on $rof. 3. JRtggenbaeb.. 3«eite üerme^rte 
aufläge. S3afe(, SSab.nmaier. 

«u« bem »orworte be« Hrn. ?rof. 9tiggenbaeb entnebmen »ir, 



baß wir bier niebt ©toff jurSunfHlbung ju fueben baben, fonbern man 
folle fid) an ftngbaren , leisten Siebern erfreuen unb erbauen. SBer 
ertennt ba« ni<bt mit ®ant an? 3ur Äunftübung giebt e« atlerbing« 
anbere Sßerfe unb ©toffe. SKan pnbet bier reieb«« unb gefunbe« 
Material jur Srbauung unb »war: 1) i'oblieber reä)t fräftigen Sähe«, 
SRr. 1—8; 2) «boentlieber, 9h. 9-13, »efannte«, 2)agewefene«, aber 
immer ju SBieberbolenbe« ; 3) SBeibnad)t«lieber, 9?r.H— IG, babei ba* 
überall fid) fvnbenbe: O bu fritylitbe k. ; 4) MeujabrSlieb, S»t. 17, bon 
©oubimcl, rbtotbmifib. SBitt gefungen fein unb gejablt, wegen ber 
unnatürlicben »bbtbmen. ©o gebt e« weiter im «trajenjabre. 3m 
Anfange wirb be« SJatertanbe« gebaut. 

3{ien^ofj,C.unbttnbemttnn,3l., Deutftfjfrfieber^ain, «uswa^t 
ber fd)6nften beutft^en SoüSroeifen w. 3. aufläge. <PotS« 
bam, Siegel. $r. 2»/ s 5«gr. «Kebft änbang bierju. 

2)a« 2Ber!(ben giebt auf 48 ©eiten Octa» 65 Sieberiben. 2>ie 
«uswabl au« bem reicben Seine be« beutfibenSolfsliebe« ift reAt gut 
getroffen, Wenn man weiß, mit wetzen ©cbwierigteiten biefetbe bei ber 
SKaffe be« ©emeingute« beutf(ber 3unge »erfnüpft ift. SDer 2fiimmige 
©afc tft fangbar, weil richtig. Sorrecter unb beutlidjer Srud unb bie 
«u«ftattung finb bem jugenbliiben äuge gewiß Wobltbuenb. 5»ur 
gegen bie Wadjabmung be« 2itel« »on Jpentfdjel'« „Sieberbain" — 
wenn aud)bier ttebt „beutfeber l'ieberbain" — ließe fid) Stwa« fagen. — 
Den »nbang betreff enb, ftnben fid) bierin 23 Sieber ebenfall« »on gut 
2ftimmigem ©a(}e, SJolt«« unb anbere ©efänge. 9t. @. 

Unterhalt itp^muftf. 

Sieber uno ©efänge für eine ©ingftimme. 

.Oscar DCofDe, ©». 2. £ ieöer für eine ©ingftimme. 8ief. 1. 

„5Die le^te J^räne." — „SRub,e in ber ©ettebten." Serlin, 
. ©eblefinger. ^r. 12Va %r. 
Äföett ^etnfe, (Dp. 1. Setfjs £ itbtx für eine ©ingftimme. rßotS» 

bam, Siegel. <ßr. 15 9?gr. 
^uftao Cange, (Dp. 1. Drei ©ebidjte »on (Sirfjenborff unb 

3ebli6 für eine ©ingftimme. SSertin, ©d)leftnger. ^5t. 

15 9?gr. 
ÄoöertCtfner, (Dp.1. Setfjs £ieber für eine ©ingftimme. <Sbtw 

bafelbft. «ßr. 22»/s 5Rgr. 
Corf anicOefs, (Dp. 3. Sünf ©eöitfjfe »on Sari ©iebel, in 

ajfuft! gefegt für eine ©ingftimme. 3>fiffefborf, SBilfielm 

Sabrboffer. $r. 22»/j 5Rgr. 
Couis ScOuöert, (Dp. 4. „ffis jie^t ein fjrißes Seinen«' unb „Du 

mein TUTes" für eine 9Kittelftimme. Serlin, ©eblefinger. 

$r. 12'/s 5Rgr. 
, (Dp. 5. Der brei Burfajen Oeb.— „3cb, mBd)t' i^ren 

tarnen fdjreiben in jeb' 2Jergi|jmeinnicb,t" für eine b^&e 

©timme. ebenbaf. fjr. 15 5Kgr. 
rfranj o. Coesfetb, (Dp. 1. Der (Beift am i)ünenmare. ftattabt 

für eine »abstimme. (5öfn, 2R. ©d;to§. tyt. 15 9cgr. 
Q. Soötreq, (Dp. 5. 3wei (Befänge für 5D?ejjofo»ran ober «rt. 

1. „SeSber" »on (gidjenborff. 6affe(, ßarl SutfBarbt. 

^Jr. 7V S %r. 
, bo. 2. ,/Die Oungfrau" »on ^eine. ffibenbaf. 

?r. 12«/ a 9?gr. 
*3earp cfuc^s, (Dp. 2. 3»et £ieber für eine ©o&ranfittnme. 

granffurt a. ü)i., SE^. $enfel. ^r. 10 5Rgr. 
, ©p. 3. „Die tteae", ®ebid)t »on ©eibel, für eine 

SBariton« ober ältftimme. Sbenbaf. ^ßr. 10 9?gr. 
Cubroig federt, ®p. 4. Drei (Bebidjte »on Otto SRoquettt 

für eine ©ingftimme. Ebenbaf. $r. 15 9?gr. 

SDtit «bficbt baben wir au« ber großen ämabt oon ©efängen, bie 
un« beute jur Sefbredjung vorliegen, bie ffirftlingSwerte jufammenge. 
(teilt; mand)e gorberung wirb fid) bier befajeiben muffen, nur jum 
Meinen Xi)tÜ erfÜüt ju werben. S« ift audb in unferen lagen, unb 
feit burd) Stöbert granj ber muflergültige KuSbrud, bie innigfte 
8erfd)meljung »on Xejt, 3Äe(obie unbSeglettung erreid)t, immer no* 



27 



bo« Sornrtfttil ftfiofta.: roenn ju nicftH Snbtrem, [* tei<fte bod) jrten» 
fnff« ju jener „etnfattften" gorm bet ffompofittos bat- fojaffenbe Ber« 
raSaen au« ; bafter jene SERenge Don fiebern, bie al« Ob. 1 in bit Bell 
rüden, jufanim'njtldjtwifjt au« Uebertieftrtem unb tntcftairifcb. Äugt» 
ternttm, nnb in ber Btegel mit bttt beutlitbften ©puren ber UnfEbtgfeit 
ibrtr Sompomftcn btbaftet, fltt an« fcftülerftaffen Anfängen ju bem 
(Stobt fttnftlerifdier SoKenbung aufjufebwingen, bei narft frieden 
ffitifttrn in bitftm gatbe, toi« ©eftubert, ©iftumann, granj, 
ju ferbern iß. — 3« bieieniat (Elafft, »o rein« ERtiftanigmu« unb 
Unbeftülfiicftieit briDterftanb Debatten unbmebemnaibba« wbieibueHe 
Seien ganj baftinttn bleibt, geboren bieÜttber ein O «car flol be, ber 
in Sit. 1: „Sie htjte Xbränt" «nett Ätflatfä) btr VrooVfd)en fiFtofe 

ärit6t,inSr.2: „»übe in btr (Beliebten" für biefen^baltgitnjmiber' 
finnig «git&to öenrtajnrt, an« ffl moH otne SPtotibirnngiu ©bat über* 
t, unb mit bem lebten «Berte ber ©tropfte toieber nuD eintreten lägt, 
i affo bie Qrunbbebfngungen einer poetifeften Äusbrudenwif* fremb 
Enb. — 3Rit Dp. 1 bon tt. oeinb »eilen mir im« triebt nSber be« 
Saftigen, bem borffnrjem in b. JBl. (obenb ertoSbnten tSotnpontften aber 
brafttatb gtben, niajt mtbr bergleieften Sieb« juvcrBffcntlicfttn, beeer *r 
fit einem ©adjbtnbigen Jur Prüfung vorgelegt bat. — San freierem 
SnBbrud, Von grSfierer Säilbung finb bft brei fieber ben <B u ft. S a n g e, 
»fiten nur nidjt bfe »ielen Xerttoitbtibotungen ba in Kr. 1. ©ei SRr.'J 
„grfl$ling«na<ftt" tritt ein SBibtrfprueft jtoifcbtn Mfttttbmu« nnb Xert 
rin r ber btt fflatrbeit ber (Bmpfinbung bntnrratfttigt. — Stöbert Sit« 
ner bat nod) ftftr ju lernen, Moor er ein »iriltift Btr SSeriffentlitbung 
»ÜrbigH Ob- 1 1» Moffra ™ ©tanbe iß, fleftr SRr 1, Wo n. a. tu 
ftarmlofer JBeife btr SSafj mit ber ©ingjrhimie nnifeno gebt, aber bie 
XricltngSnge aanj oftne rbbttmifcftt Qlieberung inm ©eftlujfe fflbrtn. 
Sie Setfamatten ift burebaut uerfefttt. — <Eat 1 3Ki ebe 1 1 gebt auf 

Softem ©tsft btr Bilbnng, aber aua) ber ©tfebmadtoftgteit. Bt bittet 
;rinflitbtr r »btr bielmtftr Sompofitiontn im ©röte ber Of fenbaä)'« 
fettn ©perttten, bie babei botft auä> nitftt o^ne @<fiu>n[R nnb Itntlarbeit 
btrQmsflnbnng fmb. — ScnisS^ubextiftein Satmlof er ©finget; 
ec bleibt unt batnm Stiebt« Aber ibn in fagen. — ©et <Eoesfe(bf<$en 
SBatabt, im ©tblt tnan$n ttffectfmite ton grS|ettn ffltufttrn, febtt 
nur bie Srflnbniw ber Sedieren. — Sie beiben Ciebet »on ©. S5o bt- 
te^| baten ein fri|4b><(ffctnbe8&eben unbjengen bon einem btae^ten«* 
uertatn Xalent ber Sbarattetiftit. — ©o jiemtitft baa Oegentbeil gttt 
ug pentbgmfte, beffen gelsagte Sutntubungtit anb gef a>mad«- 
toibrige Stxjitningen nio>t für benftßangel anurfbrüsglia)bit eutftfiä- 
big« iPrmeiL — wenig 9tarürlid)Ittt taten anib. bie lieber »on ?nb« 
»ig «eitert. $.2. 

fCaxl Cjernq, (Dp. 809. „fytoift a« ÜMmi's Croße." Vtu 
Satein mit beutfö» Uettrfefeang. ffiajfet, ff. SuttyatM. 
$r. 12 1 /, Mgr. 

&. SKunttmßenger, ©b. 1. «Uorro} " tmb „Srage tiin)f M , jwri 
Pitbet etm$rtt$. eraunfd)metg,S.SeinI)oI^ ^r. 10K 8 t. 

£a( Obn» oon bem frnä)tbaren Ä.fijerni), teeftbn an Duan- 
titflt bn Bette ebenfo biet ju Xag^e gtfSrbert bat, ttie Bittteiit jnan> 
jig (Somboniflen »>n m5§tgem gletfi jnfantmen genemtntn, tft folibe 
gearbeitet nnb bettltb Überall eine fertigt mnfifaliTa^e^anb, »eld)e mit 
Hid)tiättrt brebndit, sftnt auf Originalität ber (gebauten aber a»f 
ffi^atartertiefe eid ü geben, ©a» QtbicfcJ bat eint fliegenbe nnb gt> 
fd)idtc mnfiiatijibt fcelonung gefunbtn unb ift in biefem ©innc ntirt» 
(am, namentlich hn SRnnbe etnet für ben getragenen fflefang quält* 
peirten ©Sngenn; ab« bfe Auftrügt an eine boetif^t ©nrifibrin« 
anng beXBtgenpanbta »erben nio)t immer erfüllt unbaufierbtm tragt 
bit fficmbcfirkn ein trtwe Mraltett* (Bterfiat. 

£ie Siebet bau SSlnmenftengel ftni at* £rftlinje niä)t Übel 
3n mtlobiSf et Vejiebung matben fit einen gefälligen Bhtbnttf. Sie 
f ionsfottebegldtnng bon 8ft. 1 ift ttmat bfttfttg unb gemSbnlitb au*> 
gtfaSen, tntf a)itben beffer, and>in Sejuganf a>aiattetifhfd;enKulbn»I, 
tft Kt. 2 „Sragc nitbr. Sie ©tinrmtage ber Sitbtr wirb nid)t iebet 
©ingettn bequem fein; fie lagt nngeutg, ob btt C»m|wni)t tue Alt« 
ftinune obn täten ©sbran im Buge getobt b>t %, IB. SB. 

gut Vianoforte. 

•ft. ^rfi{|miu$er t (Dp. 46. 3nf bnn IDaffer. 8arcaro(c fSr 
¥wnoforie. gripitg, ff. 8- **b>it. $r. 17'/i Ägr. 

, ©». 3S. !■ Sit, »Dinanje ffit ^ianofotte. ffioen» 

bftfclbß. ?r. 15 »gt. 

, ©0 34. Zr« Ä«w de« Nymphe*. Hoicetu carec- 

Urirtiqne pour FUno. fftajbttf. fy. SO 9tgr. 



St. fatifamad)tx, ffip, 28. ft*. Fä&e brillant* pour Piino. 

ffbenbaf. ft. 20 ftgr. 
, (Dp. 35 fitotr ofjtte Q)ortt far$iattofoite. fftenbaf. 

2 $efte & 15 Kgt. 
, ©p. 27. MihdU-Impromptu poui Piano, ffbettbaf. 

fr. 15 9*ar. 

$r. ril^matbtr, btr un« auf btm gtlbt btr Staf<inceII>9Rufll 
ftbon fo mancb.( banlenetDtrtte Oatt geboten bat, flbttattbt nn« E>in 
eine Seifte »an ©alonftücTen für ^ianöfotie. Or befifit <Stfd)ma(t nnb 
Kantine, fonngeregelte, glatte, btm 3tttttbürfntft bufcigenbt Stabiet* 
früde ju probuciren. SJamit ift bo« ©Ünftige, ua« über biefe ©tfte 
feiner XftStigleit betjubringen ift, anfgefptoiften. Unb bat tonn in ber 
Xbat aut^ genügen, bem Soinboniften Tfowd, tele übertaupi. ©rofiemi 
SBertb tetrb er felbft berartigen Sntngnijfen nieftt beiteqen. ^at er 
boi, um (eint ebfert fünftterififte Kttfttung jn boenmenttren, terrir* 
meftrfitct fbengtrtn gorbeTUngtn Smj|preo)cnbef batgeb»ten. Sit« 
*erau«gefa)itft, tann ibm btr Sertcnrf einer gettiffen SRtnatntit btfl 
©ri)I« , bt* XRangelt an Soneentration nnb Sefdjtanrnng be* ©toff«, 
ber Jtofettttie mit einer [djra fo flberfSttigttn bilettanttfiften ©enti* 
ntentalitSt nid)t erfpart tserben. SSrt in tiefer ffieift ui$t fifton ba« 
Utttrfd)nifingtid>fte gtltifttt ntorben, fo Knute bie Wturtbttliing autn* 
fall« neo> einen anbern SRagjtab anlegen, 

ÄPÖ.pfTuj^ttUpt, ©p.t4. 3 AWt ntwM poac Piano. S5etün, 

©a>lerm«r. $r. 20 %t. 

, ©p, 8. Improoptu p. Piano, ffbenbaf. $r. IOWijt. 

, ©p. 5. Or. Oaiop de Concert pour Piano. S&eobftf. 

$r. 15 OTgr. 

Der *3etfaffer ift betannt alt ttbentenber Sirtuo«, tr totig and) 
tfftetboft unb mit Qefä>i<f nnb 9efa)mad in ber SampojuiDn fftr fein 
3nfrrument ju arbeiten. «Jon ben rnfflfrben Siebern ftnb bie erften 
j»ei, äigeuntrliebtt, bntd) rftatafttripifa) nationalt eiaentftümli^teit 
bou tntwtffanlet 2Bittnttg. Sa« Stnbrambtn ift at« nll^Itnie ©tubie 
u tutpfeftlen; etenfo toitb fieb ber Concert- ©atepp al* tffecteoüt« 
Colon« nnb »trbulenfifld tmttungRrritt unb (o^nenb ertseiftn. 

atSiale. 
Cd.Ätttnbfs ÄU^S, ©p.20. She iamour. Pikee de Salon 
pour Pianoforte. Stotterbam, Clett«. $r. I fL 

Bit fSnncn bem Dp, 20 bee Somponiften rein gftnßige« Srogno* 
fticen fttüen. $r. iflranbt«8nbe f rftrtnt feiltet biet $Krv©tnbuH 
gemaeftt jn baten unb meitig ober gar rctne^etjenC^ubien. uitratttn 
t>m frtunblid), bon jefct an mtftt ^ctitn«ftnbten jn tniten nnb bat 
4>erj«©tubium gaajlia) aufjngeben. — d— , 

«Äi^er, Beitföriftea* 

rf. «. ScQufjt Bfeiei f}tmmth%u. Sctujtg, ff. SRcrfeotttget. 

3m Sortoortt bt» S3fi<bltin« teifjt t«: „— fo barf üd> rool bn 
Btrf affer ber froftert Hoffnung bingtten , burift bit $trantgatt bitft« 
Keinen Berlifttn« ein in bitftnt garte tief gefüftlte« Sebürfnig ttfrtf 
btgt jn baten." £8ir ab« meinen, efl fei ba« Sncft be« Vufftfneibrnl 
nid)t ttertft unb reebtfertigen unfere flutfage bnrtft aRittfteilnrtg einiger 
terStfinitionen, bie wir uifSQig in bem nnoufgefa)nittenn Sjempl ort 
fltlefen. ©o fteifjt e« S 1. , r {iarmenieieftre ift bitjesige Sifftn* 
fiftaft, bie fi* botjüglia) Damit befAaftigt, bie Segeln ber (Eompofitun 
ftftjupdtra. ©ie toiib bänfjfl aua>*on|et)lunft, Otnetaltaf], 
SontTapnnct, muftlaUTebe 0rammati! r reiner ©a» ge- 
nannt" — % 2. „Unter Ion wrftebt man flbnftanbt einen (eben 
taut, ber eint befrimmtt $3tt ober liefe bat." llnb glekft babinter: 
„Siegt jaiftbtn jtoti Xaften non) eine, fi tttrSgt iftte (Sntfemung ben 
dnanbtr einen ßanjen Ion." S 3. „8ul Xtlnen entfteften ^nteroofle. 
Sntett-aU fteifjt: bie Entfernung einet ftfftem Xonrt Ben einem 
tiefem." ©o frftreibt ©r, ©tftul) auf bem trften Blatte feint« Bucft« 
unb auf btm » orfefeten beffelben Benennt tr bie neuen «intritte be« 
fjugentbtma« broQtg genug: „gorrfe^ung rciltema«." — Unb nun? 
— (elfte* Opu« ift , btm Xitel jufolar, iiitbefonbere btftimmt „ für 
Etbrtr, btntn baran liegt , mit iftttn @<ftülern einen eben fo leitfttfa6> 
tieften, alt grfinblicften Surfu* in ber ^armonieleftrt bnrd)|umacftenF H 



28 



Intelligenz -Blatt. 



$tatt IJEtasiltalien 

im Verlage von 

Breitkopf A Härtel in Leipzig. 

Ambros, A. W., Op. 9. Kindheitstage. 14 kurze Ciavier- 
stücke für kleine und grosse Leute. 1 Thlr. 5 Ngr. 

Beethoven, L. Tan, Op. 29. Quintett für 2 Violinen, 2 
Bratschen und Violoncell (C dur). Arrangement für das 
Pianoforte zu 2 Händen von H. Enke. 1 Thlr. 20 Ngr. 

Brach, Max, Op. 8. Die Birken und die Erlen. Gedicht 
aus den Waldliedern von Piarrius, für Sopran-Solo, 
Chor und Orchester. Partitur 2 Thlr. 

Golde, A., Op. 22. Ballade pour le Piano. 20 Ngr. 

, Op. 23. Impromptu-Mazurka p.le Piano. 20 Ngr. 

Grütcmacher, Leopold, Op. 2. Trois Pieces pour Violon- 
celle et Piano. Nr. 1, 2 ä 15 Ngr. Nr. 3 20 Ngr. 
1 Thlr. 20 Ngr. 

Heller, St., Oeuvres de Piano. Arrangement pour le Piano 
ä 4 mains: 

Op.37. Fantaisiesurl'opera Charles VI. deF.Halevy. lThlr. 

Op. 77. Saltarello über ein Thema der vierten Symphonie 
von F. Mendelssohn-Barthoidy. 25 Ngr. 

Op. 85. Nr. 1. Tarantelle. 18 Ngr. 

Op. 85. Nr. 2. Tarantelle. 20 Ngr. 

Op. 86. Im Walde. 7 Charakterstücke. Heft 1 u. 4 ä. 
20 Ngr. Heft 2 u. 3 ä 25 Ngr. 3 Thlr. 

Hiller, F., Op. 75. Ver Sacrum oder die Gründung Roms. 
Gedicht von L. BischofF, für Solostimmen, Chor und 
Orchester. Partitur, netto 9 Thlr. 

, Dasselbe, die Quartettstimmen 4 Thlr. 25 Ngr. 

, Op. 86. Suite in canonischer Form für Pianoforte 

und Violine. 2 Thlr. 20 Ngr. 

Kiel, Fr., Op. 10- Nr. 1. Zweistimmige Fuge für Piano- 
forte. 7 1 /» Ngr. 



Krause, A., Op. 11. Drei Lieder für eine tiefe Sopran- 
Stimme mit Begleitung des Pianoforte. 15 Ngr. 

Lee, S., Op. 89. Chant du Soir. Nocturne pour Violoncello 
avec accompagnement de Piano. 15 Ngr. 

Liszt, Fr., Ave Maria. Für die Orgel eingerichtet von A. 
W. Gottschalg. 10 Ngr. 

Meinardns, L., Op. 6. Deutsche Messgesänge für vier- 
stimmigen Chor mit Begleitung der Orgel (ad libitum) 
1 Thlr. 5 Ngr. 

, Op. 15. Lieder und Gesänge für 2 Stimmen mit 

Begleitung des Pianoforte. 2Hefteäl8Ngr. lThlr.6Ngr. 

Merkel, G., Op. 27. Frühlingsbotschaft. Salonstück für 
Pianoforte. 15 Ngr. 

, Op. 28. Polonaise brillante pour Piano. 15Ngr. 

Moscheies, I., Op. 129. Der Tanz. Charakterstück (nach 
Schiller's Gedicht) für das Pianoforte zu 2 Händen (in 
Commission). 25 Ngr. 

, Dasselbe für das Pianoforte zu 4 Händen (in 

Commiasion). 1 Thlr. 

Muck, A. L, Bekenntniss von H. Heine, für eine Tenor- 
stimme mit Begleitung des Pianoforte. 15 Ngr. 

Reinthaler, C, Op. 11. Sechs Männer-Quartette fürChor- 
und Sologesang. 1 Thlr. 15 Ngr. 

Schlottmann, L., Op. 11. Polonaise de Concert pour le 
Piano. 20 Ngr. 

, Op. 12. Drei Duette für 2 Sopranatimmen mit 

Begleitung des Pianoforte. 25 Ngr. 

Street, J., Op.17. 3""- Sonate (Amoll)p. leP. lThlr.20Ngr. 

Teschner, G. W., Zwölf Lieder für Sopran. Alt, Tenor und 
Bass. Zwei Hefte ä 1 Thlr. 2 Thlr. 

Wagner, R., Eine Faust-Ouverture für grosses Orchester. 
Arrangement für 2 Pianofortes zu 8 Händen von K. 
Klauser. 1 Thlr. 20 Ngr. 

Wohlfahrt, H, Kindersonaten mit genau bezeichnetem Fin- 
gersatz und Vortrag für das Pfte. Nr. 3. 18 Ngr. 



Hwellen - Zeitung «®§8* 



Die Novellen- Zeitung, welche beim Beginn des neuen Jahred zum Abonnement auf ihren siebenzehnten Jahrgang 
das geehrte Publicum ergebenst einladet, überlässt wie billig die Würdigung ihres Werthes ihren geschätzten Lesern. 
Nur auf ihre Tendenz erlaubt sich die Verlagsexpedition hinzuweisen. 

Den Ausspruch Schüler s festhaltend, dass vor Allem der Lebende Recht und zwar zugleich ein Recht auf unsere 
innigste Theilnahme hat, wird diese Tendenz nach wie vor dem warmen Pulsschlage der Gegenwart gewidmet sein und 
zwar im Gebiete der belletristischen Production, der populair vorgetragenen Wissenschaft, der gesellschaftlichen Zustände, 
der Besprechung hervorragender Begebenheiten aus der Tagesgeschichte und der literarischen Kritik. 

Für die Leitung und Vertretung der Letzteren ist der durch seine langjährige kritische Thätigkeit in Dresden, 
wie durch seine kunsthistorischen Arbeiten und lyrischen Schöpfungen auch in weiteren Kreisen ruhmlichst bekannte 
Schriftsteller Otto Banck seit geraumer Zeit gewonnen, eineThatsache, die allen Freunden von Witz, Humor und Schärfe 
eines tiefdurchdringenden kenntnissreichen Geistes willkommen sein wird. 

So möge denn unser Blatt in seinen Novellen, historischen und naturgeBchichtlichen Genrebildern, lyrischen Dich- 
tungen, buntbewegten Feuilletonartikeln und literaiischen Besprechungen einen traulichen Salon bilden, der bei Ausschluss 
alles schwerfällig Trockenen seinen Conservatismus, seinen Kortschrittsdrang und sein Nationalgefühl darin sucht, die alten 
lieben Gäste festzuhalten, neue zu fesseln und den edleren Regungen deutscher Intelligenz einen Anhalt zu bieten. 

Die Novellen-Zeitung erscheint regelmässig wöchentlich einmal in gr. 4. und beträgt der jährliche Pränumera- 
tionspreis 5*j 3 Thlr. 

DerlagsflFprtntion &er HonfUen-3fütrag. 

Alphons Dürr in Leipzig. 



Tnirf tifln i'fptplr 6rf)nimft in l'ctrita. 
.ftiprllt rill» SSkeMnn» hnn XL £rfi*iff'c SÄfintftl in TFTnini 



Ihm» 1 MKltlt«Wtn. TnU 



«JSeipjtfl, ben 20. Sauuai 1860. 

Sfceue 



Eeitedjvift fü* 




Muffbli« • tut CnA^aUmtM u. 



U0ik, 



tfranj SrenoeC, SBfranuoortlidjeT Mebactnir. — Cerltger: (t. <f. XaQnt in Ceipftig. 






Jlf4 



•. Vitamin * Cm*. 1« Ittto f Jrt, 
1 Mnttmki* in ffliin. 
lu. JrtrtW» l> Butt". 



falclt: Sstttc VRtftrtfttivait. — •cttfntt fidITWn Mt C. 8- Bri*««u (gtttftfmj). — Ktttifi«™: «*t«s ahttlafeta, D». so. — Xle U«Iint[4t Daet (■ 



$meite 'Jfjetserfijeifoufl. 



■£ht fHß* nnferer 2)efanntmad)ung Dom 1. 3anuar btefe* 3a$ret nnb ber barin enthaltenen Anfragt an ben $errn 
Setfaffer ber mit bem jtteütn greife geMnten H&banbtung ift bie (BrUftrung bei tut« eingegangen, bafj bcrftlbc mit ben bort 
gefüllten Oebingmigtn ttn&trftanbcn fei, nnb jugteid) bie ffirmädjtia.tnig ber SerSffentlicQtuig feine* Kamen«. 3>er Setfafftr ift 

$r. ©ruf Dr. g. $. Sanrencin in Sien, 
nnb btr Arbeit brtfel&ra ift bjerbnrd) fonad) btr jtteite $r ei* erteilt toorben. 

JDet tbbrnd* in b, 8t. nnb afS »rocjjnre foQ foatet «folgen. «De« ttebtiat ifl etlebigt. 9tur bie &6t)anbttmg ,,©eb> 
tymt nnfere Hugen" tc. nmrbe bis \t%\ nic^t jurfligeforbert. SB« crfud)en ben $errn Strfaffer um Angabe einer SbTtffe. 

X>. »eb. 



«kAb ^rriMiferift. 



feßärnÄr etläatmmg tut* anfEMEtfö tftwrrtif*e 8* 

grtabiug bar band Me nratftenftrapf^fittfitii btttirftta 

Ungef altmfl tri ftBeitcxbütntng ber $<tnuvtt 

■■B 

C #. ftttymoiu. 

Offenbare ober berbedte ^araUelgange vertieren ib>en 
ttyarafter al* folt^e nid>t, ana> aenn fle bttrd) Sor^alte »*r- 
jSgert, ober bmdj eine in ber ©egenbemegung baju auftrrtenbt 
©timme Bitniger ouffaüenb gemalt »erben; f. u. 1, 2. 
ttbenfo ift auf tafl fa)ma»Ienbe SEBefen ber SJiffenanj bei einer 
t^ret Xianer nad) jn turjen Sorbertttung (f. 3) föon früher 
anfmertfam gemadit toorben. Sine Äuana^rae aber oon ber 
Kegel, ba& teis burd> eine Sinbnng »ergögerter ««ortton 
in einer anbewn €timme glti^jtittg ft^on oor^anben fein 
barf (f. 4, b, 6), bitbet ber b>rabßtigenbt Stirnen* ober ber 
b>aaff)ctgenbe Septnwnwt^att (f. 7, 8), in n*Ia)en SiUtrn 
bie tieffte ©ttmme eine genngfam feße Safil bilbet, nm bie 
Srfdjeintmg ii>te« in b,Bb/nt Sage gteiijeitig öerjögerten 
Jone« ertragen jn tSnnen. 



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On ben fofgenttn Bttfpitten i)l min balb bn ©rnnbton, 
balb bie Xerge, bie Onint«, ober gtcitycitig mehrere bitftt 
IBnt eint* X)reif(ange* bnra) metobtfd) betabfltigenbt, nnb 
fobann and) bnrd) tbtnfo ^inanffteigenbe Cotbalttbiffonanjen 
Derjflgert uorbtn. 

fDrfo&tfd) Qtraftftrigrnot Dor^aClr. 

Mi Otfhdtj 

i> B '^li- ?- ' l T^ J rf J r i 

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be< (Srunbtone* unb bei letje ; 



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bet tetje anb btt Quinte; 



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be» ©runbtone«, bet Set je 
unb bet Quinte. 



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ötfro&ifd) ümanffteigenoe Dorljaft«. 

Sttjögetung be* (Stunbtone* ; bet Jetje ; 



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bet Ouinte ; 



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be* @runbtoue* unb bet lerne ; 



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bet Setje unb bet Ouinte . 



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be* ©runbtone«, bet letje unb bet Ouinte ; 



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ber Ouinte. 



3>urd) tote 2lufnal)me biefer (enteren SSor^alte in bie » rat» 
tifdje Harmonielehre, bie unbebenflid? gefdjeljcn fann, ba aud) 
fte al« regelmäßige SMffonanjbilbungen auftreten unb fort» 
fdireiten, gewinnt biefelbe an Älar^eit, gaßliebfeit unb fjrei» 
tyeit, beim e« ftnben babureb,, wie wir fogleid) feiert werben, 
nid)t allein ade bisher benutzten, fonberu auch, bie auffaUenbften 
3ufammenflänge unb Slccorbfolgen ber neueren üKufif ifyre 
Rechtfertigung unb Grrflärung, ber Sonfe&er eine bei SEBeitem 
nod) nid)t erfeböpfte gunbgrube neuer unb funftgereebter $»av» 
monien unb beren folgen, unb enblicb bie Slnjaljl tljeoretifdi 
ju erflarenber unb ju bidigenber Diffonanjen jugleid) ib,re 
natürlichen ©renjen. 

üffiie wir bi«b,er nämlid) bielöne eine« 35reiflange« burd) 
Sorljalte oon unten ober »on oben oerjögerten, fo fßnnen wir 
einen {eben berfelben aud) burd) jwet gleidj jeitige Sorbalte oon 
unten unb oon oben »erjßgern: 

©feidjifitig mrfo&ifdj auf- uni» äßtbärts fdjreitrnb' Dor^afte. 

bet letje ; 



Setjdgerung be« (Stunbtcne* ; 
1. _ I i 2- 

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$ierburd) nun wirb bei 1 ein »ollfiänbiger £erjquintfe»timen= 
äecorb, Bei 2 berfelbe in ber £erjquartfert«8age, bei 4 «in 
anberer ©ebtimenaecorb in ber ©ecunblage hervorgerufen, 
unb beibe ftnben jugleid) eine natürliche, wenn aud) bieder noch, 
niä)t beamtete regelmäßige äuflöfung in ben folgenben confo» 
nirenben üDreiftang. 

^aben wir in ben »orB,ergeb,enben Seifbielen einen ber 
XBne eine« 3)reiHange« burd) jwet gleichzeitige SJoiljalte oer» 
jögert, fo IBnnen wir nun aud) j. 23. ben ©runbton burd) einen 
3Jorb,aIt oon unten, bie lerje aber bureb einen oon oben, ober 
umgefebjt, ober beibe Jone gleichzeitig oon unten unb oben 
eerjögern. ©iefelben S5orb,alte fönnten ebenfo bei ber SCerje 
unb Ouinte, ober aud) bei allen brei Jonen be« Slccorbefl in 
änwenbung gebrad)t werben, wobei benn unter Dielen anberen 
aud) bie folgenben 3Jorb,alt8bilbungen ib,re Sntfteb,ung ftnben: 

3ccoro6if6ungen oura) öor^afte. 

1. J J ^ 2-i J * 3. 




Sei 1 erfjält ber ©runbton be« S bur»S)reiflange8 oon oben 
unb unten, bieüterje oon oben unb bie Ouinte von unten einen 
SJorljali, woburd) ba« auftreten unb gortfdjreiten be« biffo» 
nirenben »erminberten 3)rei!langc« in ber S bur«Ionart 
feine Rechtfertigung unb Srflärung finbet; bei 2 erfdjeint nur 
ber Seiteton al« Sort)alt eine« 5Kott=3)rei!tange«, woburdj ber 
biffonirenbe übermäßige ©reülang b,ertJorgerufeu wirb: 
Sei 3 erfd)eint burd) S3erjögerung be« ©runbtone« be« S bur» 
Dreiflange« boit oben unb unten mtb ber Serje oon oben ber 
2)ojninantfeotimenaccoib ber £ bur=£onart; bei 4 ent= 
ftet)t buraj ben3?orb,alt be« ©runbtone« be«(Sbur=3)rei!lange« 
oon unten, ber Ouinte oon oben unb ber Serje oon oben unb 
unten ber auf bem Seitetone ber S bur=2onart ftel)enbe 
©eptimenaecorb; bei 5 finbet ebenfo ber oerminberte 
©eptimenaecorb ber weiteren d bur^onart, bei ß enblid) 
ein ©ebtimenaecorb mit übermäßiger Ouinte in ber 
härteren % moH^Ionart burd) jtoei S5orb;alte oor ber Konica 
feine natürliche (SntReb.ung unb Sebeutung. 

biffonirenbe 2)rcinänge. 

3Bir baben fdjon früher bie Semerfung gemadjt, baß bie 
Weid)e 3)iffonanj be« oerminberten Dretflange« feiner 
Vorbereitung bebarf. ©eine 3)iffonanj bitbet bie Heine Ouinte 
ober beren Umfefjrung, bie große Ouarte. Siner biefer Jone 
ober beibe gleichzeitig werben alfo melobifd) in eine ßonfonanj 
fortfdjreiten müjfen, wäbrenb feine £erje, welche mit ben beiben 
anberen ©timmen confonirt, wie jebe confonirenbe@timme 
überhaupt, alfo aua) eine ben folgenben Seifpielen noch, b,in= 
jugefügte confonirenbe oierte ©timme, eine freie gortf ebreitung 
bat. Der in ber S bur»1onart erfcb,einenbe oerminberte Drei» 
flang fann ficb, auf foldje Seife regelmäßig in ben S bur», 



31 



g bur«, ©bur«, 81 motl«, ßntoU«, unb D moü-DreiHang 

auflösen: 

anfTöfnngfn bes p°rminberUn Dttiftfangfs in 6er tt bnx-domxt. 

2. , I 3. ä 4. ff. „J 5. 



ÖP* 



r r 



^r^ 



7 ff. 



^ß^m 




Der »erminberte Dreiflang fanrt felbftoerfiänblid; nidjt allein 
frei, fonbern aud) gebunben, auf leidjtem ober fdjwerem 5£act= 
ttyeile auftreten, bocb, roirb er fowol wie feine Sluflöfungen 
wobJHingenber, wenn er mit einem ibm terjoerroanbten Drei» 
Hange in SJerbinbung tritt, unb bamit jum ©ebtimenaccorbe 
auf bem Seitetone einer Dur« ober2)2oU'£onart, ober ju beren 
Dominantfeptimen-äccorb roirb. 3n einer f^olge »on Drei« 
Hängen roirb er beß^alb nural« eben uneermeiblid), außer« 
bem aber aud> in feiner mo^lflingenbften, ber Sterjfert«2age ( 
gebraust. 

Der übermäßige Dreiflang fann, »ie fd)on bemerft, 
nur burd) ben cfyromatifdjen Ion ber weiteren Dur« ober ber 
härteren 2Jcoü"tonart jur Grrfdjeinung gebraut »erben, unb 
feine Diffonanj, bie übermöfjige Quinte, ift fo fdjarf, baß fte 
entroeber regelmäßig vorbereitet, ober aber al« melobifdjer 
DurdjgangGton auftreten muß (f. u. 4, 5, 6, 7). Diefer 
Sccorb ift jebodj fo enbarmonifdjer 9Jatur, baß ba« Ob.r burdj 
feine bloße ©rfdjeinung nod> nidjt unterrichtet roirb, reeller 
feiner brei St8ne bie übermäßige »Quinte ber@runblage bilbet: 

s + — -*i - — -r 

(8oitfe$una folgt.) 



Mammer= unö (jausmufift. 

gür fJianoforte )u fcier §änben. 

Altton fluMnßein, ©p. 50. Cr)araRtfr-Bif&rr. ©ed)e GFlaoier« 
flücfe ju »ier $änben. $eft I, $r. 20 9cgr. $eft II, 
$r. 17Vs SKgr. $eft ffl, fjr. 1 Stylt. 2»/i %r. ?ei»jig, 
6. g. Aa$nt. 

Durd) biefe« 2Berf wirb bie Literatur ber cierb,änbigen 
Slaciermufit banfen«wertb. bereidbert; {Rubin fte in'8 SRame 
fa)ließt fdjon in fid}, baß nichts ©ewitynlicbe« eorliegt. Um 
bie« ju erfennen, ift e« aber nötbig, baß bie ©tücfe in coQ« 
fommener 3lrt jum »Sortrage fomrnen, wa« nidjt bei jebem 
©bielerbaar a prima vista erjielt »erben bürfte, obgleidj bie 
©lüde nid)t „fdjwer" finb. (£« !ommt bei ihnen oiel barauf 
an, baß man in ber neuen unb fpecieH ^ubinftein'fo^en 
©eifteäweife, .überhaupt aua) in ben formen ber mobernen 
Siedjnif Ijeimifdj fei, um ber SWufif bie rechte Seben«« 
Sßbtjfiognomie ju geben: barin liegt ber 9?erö alle« SJer» 
ftänbniffe«. 

Die 9? u b in ft e i n'fdjen „(Sbarafterbilber" finb edjt mobern« 
romantif djer Sltt : fie jlnb falonromantif d) — ein toaffenbe« 
SSJort ju befanntem Segriffe. Denn getoiß fub.lt jeber in ber 
äRufif Sewanberte, baß jene Art ©tüde bamit gemeint finb, 



wela)e ein lebhaft bewegtes ©eelenleben in ben mufifatifdjen 
formen ^oberer gefeüfdjaftlidjer Sournure enthalten, »orin 
bie SBatyrfyeit mit ber anmutliigen ©efäfligfeit (Weldje ibre 
eingelebten Iljpen bat) einen SBunb fdjließt. — ©o berühren 
SRubinftein'8 ©tücfe §erj unb ©eift unb finb babei eon 
finnlidjem SReij; fie ftnb bie« aber nidjt im Übeln SBegriffe, 
fonbern auf bem ©runbe beS Stubinftein'fdjen nobeln, et»a« 
arifto(ratifa)en S^arafterö. Daburcfy erbalten bie ©türfe er« 
bieten SBertb, inbem fie freilia) anbrerfeitö an Popularität 
»erlieren: eine Stt>aifad)e, bie »ir nicb,t anberö »ünfdjen, benn 
für bie ^Jleb« arbeiten ber Jeute genug. 9?r. 1, Nocturne, 
fcbwimmt in buftig«näa>tiger fflang«Sltmofpbäre; glöten unb 
^Brner Hingen »eidj buraj bie ^armonienpile. Seiläufig 
mao>en »ir bem @omf>oniften, a(e einem gewiegten ^ßraftifer, 
einen Keinen SSortourf batau«: baß er »on ber Dbermelobie 
im ^Jriuio, lad 14 unb 18, einen einjelnen SCon (ba« tiefe 
eis) ablöft unb it)rt ©econbo juert^eilt, in einer Sßeife, baß 
bie ©meler barüber im Untlaren bleiben muffen unb ben Sor« 
trag nio>t fobalb richtig geben »erben. Da« ift unpraftifdjer 
Slacierfa^. — 9ir.2, ©dberjo, fragt ftd> im */ 4 S;act eigen« 
tb,ümlia) auö, Hingt STnfang« »enig anfpreo>enb, bei fertigem 
Tonnen effectuirt e« bagegen oortrefflitfj. — 9?r. 3, Sarca« 
role, atb^met bie ©e^nfudjt eine« fiwermüt^igen füblia>en 
SJolförnenfa^en, »ie er fia> im ©eifie eine« »orneb^men ÜRufil« 
poeten reflectirt; ba« ©tüc( ift »oll reijenben 9?aturlaute«. — 
SRr. 4, Sapriccio, ift me6,r intereffant unb eigentbümtid} 
bura> feine fonberbare 2aune, al« fo>ön ju nennen; e« muß 
»onSKufifern gebort »erben — feldje lönnen (»ie eineSTafel« 
runbe con fielen) al« Äenner bie ©e»ürj«(5aprice »ürbigen. 
Diefe ift aber nur im erften ©a§ b,errf($enb, im SWoberato 
tritt natürlidje ©anftmutb ein. (ÜJfan fdjreibe bafelbft, ©. 13, 
Stact 24 im ?rimo, cor D rea)t« unb linf« ein Äteuj.) — 
9tr. 5, fflerceufe, b,at anmutigen fingenb«»iegenbcn Sb,ara!= 
ter. — SKr. 6, 5Karfa>, Hingt nio^t fogleia) an, bat aber 
^eroifa^«»ompöfe« SBefen. 

ÜJian »irb b,iernaa) finben, baß bie ^efte üben«»ertb, 
finb. — <£« fei bei biefer ©elegenbeit bie SBeobadftung notirt, 
baß ba«SSierb.änbigf»ieleningefelIfd)aftlicbenftreifen auffaüenb 
»enig eultioirt »irb, trogbem baß fo oiel bebeutenber ©enuß 
in leidster SDJeife bamit geboten »erben fann. SBolle man bocb 
ba« gelb mebr eulttoiren ! ?. Söller. 



Die üaftentfcfje £)per im TTictoriatöeater ju Berfin. 

Da« »ia)tigfte SRuftfereigniß, »elcbe« Berlin feit bem 
»Beginne be« neuen Oabre« erlebte, ift unfireitig bie (Eröffnung 
be« SBictoriatbeater« mit ber italienif(b.en Oper; benn mit bem 
beginne biefer Ober batirt auo> erft bie Sebengfäbjgfeit biefe« 
SCbeater«. ©eit einem Decennium b^atte Serlin, in »iffen« 
fa^aftlidjer SSegie^ung bie inteHigentefte ©tabt Deutfd)lanb«, 
auf eine italienifd;e Ober »erjidjten muffen; am 4. üanuar 
ift nun bie lange 5J$aufe burd) bie Sluffübrung be« „SBarbier" 
im SJictoriatb^eater beenbet roorben. Sr würbe feitbem viermal 
bei au«»erfauftem {laufe gegeben. 8lDe«, »a« Söerlin an 3n= 
telligenj, ffapacitäten unb ßelebtitäten aller Jfiinfte unb 2Biffen= 
fajaften aufjuweifen ^at, fudjte bei biefer ©elegenbeit bie 
glänjenb frönen 97äume be« S3ictoriatb,eater« in Slugenfcbein 
}u nehmen, ^offentlia) ift ba« @erüd>t ein fal|d»eö, welche« 
bie italienifd^e Operngefedfdjaft nur in 12 SJorfteflungen 
b,ier gaftiren läßt. Säei ben geringen Sintritt^brcifen mögen 
bie ©agen für bie SDJatabore ber ©efeUfd^aft nid)t bie $>ö^e 



32 



erteilen, »eldie biefelben mit SRedjt bei tyren außerorbent« 
liefen ©efangfltatenten beanfprudjen fönnten. Der beutfd)c 
„SSarbicr" wirb not fo lange, ju ©unften feines italienifdjen 
SRebenbufyler« , feine 5htnbfd)aft einbüßen muffen. SSJir Rotten 
bie britte SBorfieüung biefei Oper, ©ie mar eine foldje, 
wie mir fte b,ier borjüglidjer nodj nid)t gehört tyaben, bennbiefe 
Oper bilbet in iljrer,3ufammenfe(5ungein(£nfeitible, in meinem 
ftd) bie einjelnen ©efaugCfräfie auf überrafdjenbe SBeife au«» 
gleiten, $err @apett=ÜR. 9?e«roabba leitete mit großer ^Jrä- 
eifion unb Umfielt ba«Ord)efter unb bieSMufif Hang inbiefem 
afuftifa) trefflidj gebauten SRaume ljöd)ft mirhutg«eotl. SBe« 
ginnen mir mit ben ©lernen erfter ©röße, fo b,aben mir Sri. 
Defiree Slrtot al« Stoftne juerft ju nennen. Diefetbe, eine 
Sßidjte be« bebeutenben SBiolinoirtuofen gleidjen tarnen« unb 
©d)ülerin ber genialen 93iarbot«®arcia, bocumentirte ftd) 
mit ifyrem ©rfange fogleid) al« bie große, mürbige unb eben* 
bärtige ©djülerin iljrer bodjgefeierten, meltberüljntten 2eb,rerin 
unb ©efangflmeifterin. Durd) ben Siebrei}, bie änmutl) unb 
Straft ib,rer ©timme mirb man baju beredjtigt, »ergteicb«meife 
parallelen mit einer SDcaltbran, Satalant, ©arcia, ja 
bejieljung«meife mit einer ©ontag jieljen ju bürfen. Ueber 
einen coloffalen Umfang oon faft 3 Dctaoen mit ibrer ©timme 
gebietenb, fang biefe au«gejeid)nete ©angerin bie arte: ,,Uaa 
voce" mit einem $auber in Ion unb ©fiel, ber bie ganje 
SSerfammlung eleftrifirte unb einen ftfirmifdjen 8lpplau« b,er« 
eorrief. 811« fte im jmeiten Act mit ben eingelegten, ootlenbet 
fdjön gefungenen Stobe'fdjen Variationen geenbet, rourbe bei 
»aljrljaft begeifterte Setfall jum größten 2riumpb,e für biefe 
©ängerin. £>r. Saoaliere SDtanuel Sarrion, ein ©panier 
öon ©eburt, giebt al« ©raf SUmaöioa burdj feine fräftig 
fdjöne lenorftimme roabj^aft Sorjüglidje« unb SluSgejeicbnete«. 
©eine Soloratur ift ein ftraljlenber ^ßerlenfdjmud , melier 
fcurd) eine mufterljaftc ÜWintif nod) bebeutenb gehoben mirb. 
£>r. belle ©ebie fang mit außerorbentlidjem (Erfolge ben 
gigaio. ©ein 93uff o=33aß tft »on ebler, marftger gütte unb 
fprubelnber grifdje. 2)iit leidjter Stnmutty, finnreid) gemähter 
2tu«britd«roeife im ©efang unb fomifcb, fituirter SReberoeife 
geminnt er ftd) al« ein ed)ter gigaro bie ©r>mpat$ie ber bei« 
faflfpenbenben $örer. pt. §rance«co Srajjt gab ben 
Doctor Savtolo burd) ©efang, ©piel unb braftifdje ftoutif 
ganj ooqüglid) unb beifällig. $r. SBremonb al« Safilto unb 
grl. £ai al« Sammerfrau ber ÜJofine entlebtgten ftd) tfareS 
^ßarte« bei prächtiger ©timme unb gaben unter 33eifaD be« 
$u6(icum« b;ödjft Soben«»ertb,e«. 2Bir motten b>ffen, baß bie« 
laut 'änfünbigung nod) nid)t bie le(jte$orjMungbe« „Sarbier" 
in biefer ©aifon ift. Dem Dtrector unb allen ben Ferren, 
»eldje jum ©elingen biefe« dnftitut« beigetragen, geben mir 
hiermit ein Danfootum. Die näd)fte ttalienifd>e Oper, meldje 
nun jur Aufführung fommt, mirb „äfdjenbröbel" fein. ÜRödjte 
bod) bie fönigl. ©eneralintenbanj mäljrenb ber itatienifdjen 
Dpernf aifon foldje Opern geben, bie bi«ljer meniger Serütf« 
ftd)tigung fanben al« anbere. sffiir erinnern hierbei an öftere 
Aufführungen be« „SEannbäufer" unb „Sofyengrin", bie ftet« 
ein volle« $au« madjen, nod) baju ba Serlin in ber SBinter« 
f aifon con 70—80,000 gremben befud)t mirb. £&. SRobe. 

XUicncr Briefe. 

Optrnberta)t. 

(®t*tuB.) 
©eit October gafiirt auf ttnferer Opernbfi^ine ber $an= 
no»er'fd)e Opernfänger $r. ©rimminger. ©ein SBirfung«» 



frei« tft ba« $etbenljafte. dd) fab, ib^n bi«ber at« Äntotb, 
ffileajar, SKafanieHo, ©ir ©bgarb, gloreftan unb Sannb,äufer. 
äußerbem tft ©rimminger nod) al« ?ropb,et aufgetreten. 
?e^tere Partie liegt jebod) al« öerfäumt Ijinter mir. S3ießetd)t 
bietet ftd) balb ein Slnlaß, biefe ©d)ulb jtt tilgen, fragen ©te 
mid) um ein ©efammturtb,eil über bie Seiftungen biefe« ffünft- 
ler«, fo fage tdj Obnen: ©rimminger tft eine fünftlertfdje 
3nteßtgenj b,ob,en Stange«. (Sr ift bramatifdjer ©anger in 
jebem 3 u 8 e - äusgerüftet mit einem bei beuten feiner 3lrt un« 
gemöb,nlid)en ©rabe funftmiffenfdjaftlidjer SBilbung, bringt 
©rimminger in Klient, ma« er barftedt, ba« SBort ju einer 
ungetrübt fel6ftftänbigen ©eltung. ©eine Declamatton«»eife 
ift eben fo Ilar mie burdjgreifenb n>ab,r. 3)eßgleid)en trifft 
©rimminger'« SWienenfptel immer ben äernpunet berSRoQe. 
©affelbe gilt oon feinen $änbe* unb Äßrperbemegungen. 
SDcaßootl in 8tH unb debem, regt ftd) bod) überall ein gemiffe« 
Etma«, ba« auf tnnerfte 3)urd)brungenb,eit be« ffünftler« von 
feiner aufgäbe fdjließen läßt. Slud) feine ©efang«bi(bung 
behauptet einen $Bb,epunct, beffen SBab.rneb.mung auf un« 
©übbeutfdje menigften« einigermaßen befrembenb mirft. ©tnb 
mir bod) in bergleidjen Singen burd) unfere ©änger eben nid)t 
gar fet)r »ermö^nt! da, unfere Dpernbüb,nenjuftänbe b,aben e« 
fo meit gebradjt, baß mir ben Unterfd)ieb jmifdjen ©ingen unb 
©djreien beinahe faum meljr fennen. S)iefe« burdjgreifenbe 
SBiffen toon ber Sragmeite be« menfd)ltd)en ©timmorgan« 
läßt $m. ©rimminger ba« feine aud) fo beb,errfd)eu, baß 
e« ib,m moglid) geworben, aüe angeftammten SDlängel beffelben 
äußerft gefd)icft ju beden. Denn leiber ift ©rimminger'« 
©timme oon jpaufe au« meber anmutb,enb, nod) fräftig, nod) 
umfangreid). $öd)ften« einige Jone ber ÜKittellage ftnb e«, 
bie mirfung«gemiß au« feiner ffeljle fommen. Die tiefen X'iat 
Hingen bumpf, bie b,ob,en jebod) fo, al« roäre bem ©änger ber 
$al« bi« jum Srfticfen jugefdjnürt. Deffenungeadjtet »erfleht 
e« unfer ©aft, fein publicum aller biefer ÜNängel »ergeffen ju 
mad)en. dn ber JJunftfertigfeit be« galfett« fud)t ©rim* 
minger feine« ®leid)en. 2lud) b,ter, mie überaQ, madjt feine 
39etonung«meife ben ßinbruef be« Stünftlerifd)eii, bab,er tson 
aller Uebertreibung ffieitabliegenben. fragen ©ie mid) : meld)e 
Sfoüe feine vorjüglid)fie, fo antmortc id): jene, bie er eben 
barftellt. Denn mir ift nid) t balb ein fo bebnbarer tfünftlergeift 
»orgefommen, ber in jebe ©eftalt, cie er »erftnnlid)t, ftd) fo ju 
oertiefen unb im ©anjen toie im Sinjedten fie fo abjufpiegeln 
oerftebt, baß man bie SRoHe nidjt blo« ju feben unb ju b,ören, 
fonbern in Slflem, ma« fte bietet, mitjuerleben glaubt, ©ie 
fännen ftd) benn corfieden, mie freubig gefpannt 3ene , Die mit 
mir gleid) Cenfen, bem junädjft ju geroartigenben Vofjengrin 
$rn. ©rimminger'« entgegenfeben. "2lu« be« gefdjä^ten 
Sünftler« eigenem SRuitbe, ber nid)t blo« leere ©orte fpridjt, 
fonbern offenfunbige %fyatm ber Ueber3eugung ;utage förbert, 
\)abe id) bie SBab,rb,eit unb ünnerlidjfeit feine« SBagnercultu« 
entnommen, hierfür fprid)t fd)on bie Art feiner bi«b,er ent= 
febieben fiegb,aften Durd)füb,rung ber Iannb,äuferroöe. Um 
mie oiel märmer bürfte er nun bie ungleid) reifere ©eftalt be« 
2ob,engrin un« oergegenmärtigen ! 2Bie febr enblid) ©rim« 
minger e« verfiele, felbfturfprünglid)Uneble« mimifd), becla« 
matorifd) unb gefanglid) ju abeln, bemeift fattfam ber Umftanb, 
baß un« biefer ftünftler felbft für fo blafirte SBefen, gleid) bem 
ffibgarb in ber „?ucia", ober für fo franfbofte, ja mtbernatür« 
Iid)e ©ebilte, mie ßleajar in ber „3übin", oom Anfange bi« 
jum ©d)luffe ju feffeln »ermodjt b,at. ©einem £annb,äufer 
jttnäd)ft ftebt gloreftan. üd) menigften« fann mir biefe Siolle 
nid)t märmer bargefieQt benfen. 3n«befonbere gilt bie« t>on 



33 



bet fterferfcene. 9?ur im ©djtujjbuette „O namentofe greube" 
bat micb ein 3u»tel an inbi»ibue(Iem ?att/o« gefrört, ba« bic^t 
an jene« leiber SRobe geworbene £o«legen ftrcift. 3d) glaube 
inbejj, biefen Keinen rounben gtecf mejjr auf bie — bei aller 
Verehrung für 33eetbo»en fei e« gefagt — Unfangbarfeit 
ober »enigften« fetyr unbanfbare ©a&art tiefe« fonft berrlidjen 
lonftüdfe« »älgen gu fotten. 3<b faf) fcbon ftimmlid) ljöd)ft 
begabte ©änger an biefem ^Jarte fdjeitern. Äein SBunber, 
fobalb ein »on 3?atur au« nicbt gum £öd)ften begünftigter 
ftünftler bier felbft mit bem 93eften, ba« iljm ©efüljl unb an- 
geeignete Silbung gur $anb gicbt, nid)t au«gureid)en »ermag. 
Um Ob,nen eine Ueberftdjt unfere« Dpernleben« feit 
Dctober gu geben , füge id> ben bereit« genannten £onreerten 
nod) „Don 3uan", „gigaro'g §od)geit", „bie ^auberftöte", 
„ben ©djaufpielbirector" unb „üeffonba" mit je einer 3$or- 
fteflung bei. SReljrere tbeil« uerbefferte, tbeil« »erfdjlimmerte 
Auflagen Ijaben feitber ber „greifdjüfe", „Oberon", „(Sgaar 
unb 3immermann", „ba« Scadjtlager", „bie luftigen SBeiber", 
„bie ©aHnac^t", bie leiber unumgänglichen 5D(et)erbeer'fd)en 
Opern, enblid) „2ucregia 33orgia" erlebt. Daß ©lud, Gbe» 
tubini unb SJcarfdjner gang au« unferem33übnenleben »er» 
brangt, ©pofyr nur mit einer einigen gierte feiner berrltajen 
ÜKufe glänjt, bie ältere frangöfifdje unb italienifdje ©d)ule 
aDer Vertretung entbehrt, baf3 enblid) bie nod> im »ergangenen 
3ab,re fo beifällig begrüßte unb im ©angen roürbig bargefteflte 
„ßurr/antlje" gang gurücfgelegt »orben: bie« alle« unb nodj 
SRebrere«, roorauf iaj gleid) gu fpredjen fommen »erbe, ftnb 
freilieb, unläugbarc ©djattenfeiten, über meldje mit unferer 
Dpernleitung ftreng in« @erid)t gu geljen leiber pflidjtgeboten 
erfdjeint. ÜRan bebenfe aber, bafj un« »orberljanb ein eigent» 
lieber £elbentenor feljlt. Denn ©rimminger ift nur ein 
gufälliger ©aft, ber un« rool nur für furge grift nod) »er- 
bürgt ift. Unfer änber ift gmar biefer Sage wieber 
aufgetreten. Allein wie lange biefe« berrlicben Sänger« 
unb ÜJcimen ©timme ausharren »erbe, ftel)t teibev bebenflid) 
in grage. Gin »eiterer fyemmenber Umftanb ift ber, bafj bie 
©teile unferer abgegangenen £elbenprimabonna , be« grl. 
lietjen«, bi« gur ©tunbe fo gut luie gar nidit befefct ift. 
Denn grl. Äraufj, bie geitmeilige Vertreterin biefer leer ge« 
»orbenen ©teile, ift eine aUerbing« ftrebfame äufängerin mit 
nid)t übler ©timme unb giemlia) gutem ©inne für correcte 
33etonung, bod) ljat fte bi« jefet nod; nidjt bie leifefte ©pur 
fcramatifeben äuffdjmunge« gegeigt. 3a, e« gebrid)t ityr fogar 
jebe SRegung eine« felbft nur angelernten 33üljnengefd)irfe«. 
Unb eine foldje Anfängerin betraut manmitSRollenmieägatlje, 
3fabeHe, ©abriete u. f. ».! 9cid)t minber fdjroer wiegt ba« 



»odjtänbige Darnieberliegen unferer grofjftäbtifdjen ©pieloper. 
äußer $rn. folget, ber in biefem Vereine red)t §rgßßlid)eB 
leiftet — »ie g. 93. al« »an 33ett im „Gigaar" unb al« ü)cogart 
im „©djaufpielbirector" — gäb.lt unfere $ofbü(me aud> nidjt 
eine einjige &umoriftifdj«foinifd)e DarfteUerfraft »on aua> nur 
mittelmäßiger öebeutung. oben fo traurig fteb^t e« um bie 
Sef e^ung«f rage einer ^ofopernbüb^ne, »enn man notb, gebrungen 
ift, Partien »ie Jene eine« lelramunb, 'ißringregenten, Ocanboe, 
2ob,engrin, 3Rar, Safpar, 9cabori, Ottaoio, Oigaro, l'epcretlo, 
$üon u. f. f. entroeber an burd)laufenbe Soften, ober an foldje 
b,eimifd)e Äräfte ju übermalen, bie entmeber unbeholfene 9?eu» 
linge, »ie g. 33. $r. Stubolpb, unb änber ber jüngere, ober 
^albgebilbete, gleidj $rn. SBalter unb 93erf, ober »oUftänbig 
auSgefungene unb fdjon urfprüngltd) nur formell gefdjulte 
Seilen finb, wie u.a. bie§Jp.@rl unblirajler. ^ierfönnte, 
menigften« begiiglid) ber Öaritonrollen, aßercing« bie grage 
eingewenbet »erben: warum man benn unfern Üfta»rr;of er 
gar fo feiten unb audj ba nur gering befdjäftige? Oft er bod) 
ein mit allen möglichen guten ßigenfcb,aften au«gerüfteter 
bramatifajer ©änger unb überhaupt ein fo fein gebilbeter 
Htuftter! äud) fte^t bie weitere grage offen: roejjljalb benn 
unfere Direction fo aufmunterung«»ürbige, obgleid) erft »er» 
benbe Äünftternaturen, gleid» grl. gerrari« unb ©ei«, fo 
wenig in Slnfprud» nel^nie? ©ie ift bod) fonft gleid) bereit, eine 
atlerting« gewiegte ffraft, wie grau 3)uftmann, faft aüabenb» 
lid) gum ©ängerfampfe gu rufen. Sbenfowenig weiß unfere 
Dpernleitung b,au«gub,a(ten mit gewiffen gang unmufifalifdjen, 
ja unbramatifd)en, blo« burd) ?lnfprüd)igfeitunb burd) ©d)reien 
blenbenben ©eftalten, wie g. 33. grau ggillag unb grl.i'ieb« 
b,art. äud) wirb auf unferenSreternbie aJcittelmafjigfeit, »ie 
u. ä. grl. ©ulger, ober — »ie fdjon oben angebeutet — bie 
nurnad) einer eingigen ©eite genügenbe ©d)ü(erfraft, »ie g. 33. 
grl. ftraufj, afljufebj in ben SJorbergrunb gefreut. äQerbing« 
finb bie« fragen, »eldje aufguwerfen bie ftritit ein gute« 9ted)t 
b,at. Die ?öfuug berfelben fallt jefet, ob »om abfoluien ober 
relativen Stanbpuncte au«geb,enb, feineäweg« gu ©unften un- 
ferer Direction in bie SBagfdjale. äQe« bie« wirft aber 
anbrerfeit« bod) »ieber, »o nid)t entfdjulbigenb , fo bod) 
begiltigenb. SBäre einmal allen biefen Uebelftänben in^infid)t 
auf SioUenoertb, eilung abgeholfen unb gefd)äb,e bann nod) immer 
9?id)t« für bie Ausfüllung jener empfinblidjen 2&dt unfere« 
9?epcrtoir«, bann erft bürftc ber 3mpmKt gefommen fein, »o 
bieÄriti! einSBort be« ernften 2abel« an benSorftanb unferer 
$>ofoper frei b,ätte. 3 ur, 2i unD e erfajeint ein foldjer äu«fprua> 
eben fo oerfrüfy t al« übelmoHenb. ©. 



Kfeine 3eitung. 



3(pf)orismen. 



®ie Sientr „Stecenftonen" b«ben einige 2Ba! unb erft türjttd) 
»ieber bie Semtrfung gemadjt, bafj bur^ bie neubeutfcfjc ©a)ule Se> 
jlimmunflen in ba« muntaliicbe ©ebiet bineingejos-jen würben, »eldje 
ber Xontunft urfprünglid> fern lägen, unb baran ben SSorwurf einer 
gewiffen boctrinaiven 9lid)tung gclnilpft. Da« TOifitferflänbntfj teftebt 
bier barin, baß man ni(bt ertannt bat, wie eine me^r rpiffenftbaftltcöe 
Saft« bem gegenwärtigen tfunftbewufjtfein »or allen Dingen nothwen* 
big War, Wenn baffelbe »or 3erfaH unb gänjlttber 3erjpli;terung bc 
wabrt werben foOte. Die frübeve mufifalifd)e Äritit reurbe beeinflußt 
»on ben ?ebren Äant'8, ©djiller'« »c., bie gegenwärtige unterliegt 
ber Cinwirfung @d»elling'8, $>egel'«ic. Da« ift bcjeidinenb für 
ben Umfdiwung, »eld)er erfolgt ift, ba« ertlSrt bie neuefteu Seflrebun« 



gen, jugleid) and) bie SKtfjBerftänbniffe aller berer, weld)e oon anberen 
©runblagen ausgeben. Watiirlttb ift mit biefer Umgeftaltung bie Suf« 
gäbe nod) nid>t jum 9bfd)luf3 gebrad)t. ©« fommt barauj an, jene all- 
gemeinen Scftimmungen mebr unb mebr mit mufifalifd)em Onbalt ju 
erfüllen unb ibnen concrete« Üeben einjubaudien. 2luf ben erfien Jfjieb 
aber fällt befanntlicb fein Saum. (Srft mußten jene wiffcnf4>aftliiben 
©eftimmungen berausgearfceitet, überbaupt aufgeftellt unb mit ber 
Xontimft in S3erbinbung gebraut werben, bevor baran gebadtt werben 
lann, fie oöllia mit bem mufitaiifdien feben ;u oerfdjmeljen. Da« 
muß bie Stufgabe weiterer 33eftrebungen fein. Der Sorwurf einer boc» 
trinairen SRidjtung ifl baber ein unbegrünbeter. 3Han faßt bie @rfd)ei* 
nung al« eine oereinjeltc, man faßt fie nid)t al« Stufe im gortgang 
ber Bntwirtlung, nidit in ibrem 3ujammenbange mit Sergangenbeit 
unb 3ntunft. 



34 



(EorrcCpottbenj. 

frtj>;ig. 8m 12. Sanitär fanb ba* 11- abonnementconcert 
im ©aale be« ©ewanbbaufe« flatt, ba« burä) bic 2Ritwirtung eine» 
©afle» »on aufteimenbcm, unb eine« jweiten ton bereite feflbegrfin« 
betem Stufe, ber ©ängerin grl. (Emilie ©enaft au« SBcimar unb 
be« $anno». $of«$ianiften vrn.aif reb 3aell ju einem febr genug* 
teilen Würbe, ba außerbem aud) bie SBabl ber trefflicb gefpielten Di' 
cbefterftücfe, (Sberubini'8 abenceragen<Ou»erture unb ber 81 moH« 
©tytnbbonie »oniDcenbetefobn, etne »um ganjen Programm redjt 
ttcbl baffenbe genannt Werben barf. grl. ©enaft bewährte ßd) 
Bei biefem ibren erften auftreten im ©ewanbljaufe al« bie getft» 
»olle Sünftlerin, bie überall bureb eine tiefe Vilbung ju erfefcen weiß, 
tta« ibr etwa an bbbfifcber Äraft unb au«giebigteit be« Organ« 
gebriebt. Sie fang Stecttati» unb Brie : „(Snblicb nabt ftcb bie ©tunbe" 
au« „gigaro'8 ©ocbjeit", bie Brie au« bem „Variier": „Una voce" 
unb jwei Sieber: „3m $erbft" »on gran» unb „2Rein" »on @ä)u» 
Bert. SBenn in ber erften Seiftung bei ftebtlid)er Vefangenbeit eine 
»öüigere Veberrfcbung ber Stegifter unb bor allem aud) mebr Älang« 
fülle in ben getragenen Xönen »u wünfeben Blieb, fo mar ber SSortrag 
»on Stoffini'e ©efangBberle eine »obre SKeifterleiftung, Bei ber fbie« 
(enbe Seicbtigfeit in Veberrfcbung ber tedinifdjen ©cbwterigtetten unb 
eine tief cbarafteriftifdje Suffaffung fid) tie $anb reiebten. SDer (Erfolg 
War barum aud) ein außerorbentlid) glänjenber. aud) in bem Vortrage 
ber Sieber jeigte fid) jene« feine Verftänbniß ; wenn trofcbem ber Säet» 
fall nid)t gan» fo bebeutenb war, fo trug baju wol bie SBabl be« 
g r an j'f eben Siebe«, ba« Bei erflmaligem änbören ju tief finnig, »iel« 
leiebt aud) ju febr »erfianbe«mäßig combinirt erfdjetnt, anbrerfeit« 
aneb ber Umftanb Bei, bafj bie febr lange erfte äbtbeilung be« <5on« 
cert« Bereite bie$örer ju febr abgefbannt batte. gaffen Wir bie fämmt« 
lieben Seiftungen »on grl.@enaft an biefem abenb jufammen, fo tritt 
un« barin eine aCfeitig gebilbete ©ängerin entgegen, bie eine in unferen 
Sagen nur ju febr bcrnad)läßigte ©eite lünftlerifd)en SBtrfen« im 
böebfien SRaaße befifet, bie ©abe geiftig tiefer Suffafjung, ber cbaratte» 
rifiifd)en SBiebergabe alle« nod) fo febr ton einanber Unterfcbiebenen 
Bei ftrenger au«6rägung ber ©efammtfiimmung. 2R3cbte fie un« nod) 
oft erfreuen! — pr. 3aell fbielte bo« Veetbosen'fcbe 6« bur«(Eon« 
cert unb brei Heinere Sßiecen: Variationen bon $ anbei, Sbobin'e 
(Ei« motl'SBaljer unb einen Galop phantastique eigener Cotnbofition. 
SBir Braueben, naebbem febon wieberbolt in b. Vl.überSaell'« ber»or« 
ragenbe (Sigenfcbaften gefbroeben ifi, niebt noeb befonber« »u fagen, bog 
bie SuBfübrung aller btefer Viecen nad) teebnifeber ©eite bin etne »ou« 
enbete war; 3a eil befijjt in berXbat einen ÄnfcSlag oon wunberbarer 
©cbönbeit, er gebietet über einen Wabrbaften dtetcbtbutn »on Slang» 
nuancirungen. 8n biefer ©teile aber fei e« un« geftattet, aud) über bte 
geiftiae ©eite feine« ©biet« einige Sorte ju fagen, um auf fold)eSBeije 
basSMlb beSfelben abjurunben unb auejufübren. 3aell ift betanntlicb, 
in Xrieft geboren, unb, obfebon er unter elterlicher @cb,ute frü^ mit 
ber ebleren dlicbtung ber beutfeben SDcufif »ertraut würbe, bodj unter 
ben Sinflüffen be« ©üben«, unter eorwiegenb ftnnlicben (Sinbrücten 
aufgewaebfen ; baber junacbfl jene »olle SntWidlung ber rein äußeren 
ftlangfcbö'nbeit, be« ftnnlicb.en (Elemente« aud) in fernen lünftlertfcben 
ffirobusrionen. Sber reai bei ben meifien ©üblänbern bureb ba« ganje 
Beben binbureb ^aubtmoment bleibt, ba« bat 3a eil febon ftüb, unb 
jebenfaK« noeb ju reebter 3eit, in feine ©renjen jurüctgewiefen, er bat 
banad&geftrebt, bie tiefe 3nnerli(b.feit ber beutfeben SRatur mit ber glän« 
jenben Slußenfeite >u »erbinben, er bat mit einem SJorte al« eebter 
Sttnfiler auf Serttefung bingearbeitet. ©o ift er in le^teräeit einer 
ber wenigen Sirtuofen, bie in jeberSRicbtungju^aufe, unbfbieltgleicb 
b. ereorragenb bie SDäerfe SB e e t b o » e n'« wie bie jenigen 8 i f j t'8 , $ ä n « 
bei'« wte Siubinflein'8, SRenbelSfobn'« wie ©cbumann'e. 
SBenn babei nun aueb in ber SBiebergabe be« gebantentiefen ©ebu« 
mann, be« »bontaftifeben 8tubinftein ffiinjelne« noeb Prägnanter, 
noeb mebr ebifo) breit, noeb tnärbtiger ober geizig »ertiefter gewünfebt 
Werben rannte, fo wotten wir botbaueb ben Entwtctlung«gang 3a elf« 
Bebenten unb bafj er boffentlicb noeb eine lange 3u(unft »or fieb. bat. 
$ier Bei un« in Seibjig bat 3 aell bureb fein wieberbolte« bieStnali« 
ge« auftreten bie iBelanntfcbaft mit feiner Äünftler«3nbi»ibualitSt »er» 
»oHfiänbigt, bie bureb feine friiberen£oncertleiftungenim©eWanbbaufe 
nur eingeleitet genannt werben tonnte, unb jwar ift ba« bauttfäcblicb 
bureb bte Sßitwirtung in ber britten fiammermufit»auffüb« 
rung, bie am 15. Sanuar SWorgen« im ©ewanbbaufe ftattfanb, unb 
über bie wir bier fogleicb noeb einige Sorte anfügen Wollen, mBglicb, 
gemaebt. ©ie bot ein überaus intereffante« Programm. S)a«Saönccio 
»on SKeitbeläfobn, au« Dto.81, maebte ben Anfang, auSgefübrt »on 
ben ^>5>. <5oncert»5DJ. %. £>a»ib, SRontjen, ^ermann unb gr. 
©rüfcmaeber; e« folgte bie »weite grofje ©onate für ^ianoforte unb 



SPieline (S> moO) »on Stöbert ©ebumann. 2)a« SBert ^atte bei 
biefer ©elegenbeit wol überbau»! jum erftenmal burcyfiblagenben Cr« 
folg, ein JSewei« mebr für bie SBodenbung ber auefttbrung bureb, bic 
$4). Saell unb ©abtb. ai« Dtenigteit folgte bann Stubinftein't 
Quintett in % bur für ©treiebinftrumente (SRanufcritt), ausgeführt 
»on ben Obengenannten unb ^rn. junger — ein bebeutenbe« SSert, 
beffen erfler ©a(j »War noeb, bier unb ba an ben feltfamen auswürfen 
be« früberen 9tubinflein leibet, beffen ginale aber in $9e»ug auf 
inneren ©ebalt ber HWotvoe unb beren reiebe Verarbeitung eine erfte 
©teile im Sieicbe ber Xontunft Beanfbrucben barf. 3)er (Erfolg flieg mit 
jebem©afte unb barf ein burebgreifenber genannt werben. 2)en@cbluj 
ber SWatinee bilbete ©ebubert'« wunberfcbSne« 59 bur.Xrio, Ob. 99, 
in beffen SBiebergabe Saell normal« — im SJerein mit ben ©4>. 
2)a»tb unb ©rü^macber — geigte, baß er aueb auf bem ©ebiete 
ber Äammermufif, tn ben innerltcbfien Stegtonen feiner Äunft, »oll- 
ftänbia jjeimifä) ift. 

Aeipjia. 2)a« biepge ©tabttbeater, beffen einfid)t«»oller unb tbfi» 
tiger 3)irector SB ir fing atle« ju erftreben weiß, wo« bei einer Sunft» 
anftalt »on mittleren Äräften ttberbaubt »u erreichen möglich ift, bat 
ftcb feit Äurjem aueb einer anfebnliiben giirberung ber SJallettrSfte )u 
erfreuen. (Em §r. $ er Bin ift al« erfter Xänjer unb eine grl. Xom« 
bof i al« {Weite ©olotänjerin engagirt. @o tonnte benn aueb in biefen 
SBocben »on grau Sucile ©rabn«^)oung, ber berübmten ©atttn 
unfere« ^elbentenor, ba« SBaMet: „©tfella, ober bie SBili«" »on (So» 
roll» unb©t.@eorge, mitäRufttoonabam, niebtnur in©eenege» 
fefet, fonbern ba«jelbeau$ auf eineäöeife bargepellt Werben, bafj Wenig 
$ojbübnen berbieftgenauffübrung gleia)fommen mögen. Sie erfte StSn« 
jerin, grl. Stubolbb, »eignet ftcb n>te ©r. Serbin bureb, anfjeror« 
benlicbe te<b,tiiftbe ©ewanbtbeit bei einem ©rabe »on ©rajte au«, ber 
in bem Stamen ibrer großen Sebrerin »olle @rflärung finbet. aucy bie 
Sbortänje unb ba« feenifebe arrangement ftnb auf ba« $B$fte ju 
loben. — SBir bemerten bei biefer ©elegenbeit, bafj bie Ober burey 
ba« erneute (Engagement ber früheren grl. SDtarie SReber, jeftigen 
©atttn unfere« SJaritoniften »Bertram, eine S3erei(b,erung erfabren 
bat. auf bie Seiftungen ber legten 3eit tommen Wit bemnScpft jurütf. 

fierlin. $r. aRufit«3)ir. €. g. SBeiftmann fd)rei6t un«: ©it 
t)aben in 3brer Seitfcbrtft Bereit« Bericbtet, bafj $.». S3ü low un« in 
brei ©oireen für bie ©rbtllerftiftung mit ben berrlicbften SSlütben ber 
(Elabiercomboftttonen älterer unb neuerer 3«»' betannt gemaebt bat, 
aber ©ie tonnen e« niebt benten, bie »u Welcher $8lje in ber Xecb,nii 
fowol wie in ber geiftigen auffaffung fiep ba« ©biel biefe« raftto* bor» 
Wärt« ftrebenben Äünjtler« noeb gefteigert bat. (Ernft, tlar unb innig 
erfcb,cint er im Vortrage ber Sombofittonen »on S3aeb; »oll jinnlicb« 
©lutb unb Seibenfcbaft in benen »on 2Ko»art; febwärmerifep unb ge» 
bantenuoK in ben SBerten »on (Sbobin; funtelnb unb feurig in benen 
»onSBeber, Staff unb Stubinftein. SKit ben neueften, noeb, unge« 
bruetten (Sombofitionen »on Sifjt fteigerte er ben (Entbufiaemue ber 
3ub8rei bis »um lauten Subel unb erinnerte lebbaft an biefen allen 
Betten unerretebbar bleibenben SReifter unb an beffen in ber SIRufitge» 
f ebiebte einjtg baftebenben (Erfolge, ©ein Vortrag berVeetbo»e n'feben 
©onaten Ob. 106 unb 111 aber erfebeint in einer bi«ber noeb niebt ge» 
abnten ©cb,8nbeit unb VoKenbung. (Er fbielt, wie atte«, fo aud) biefe 
inbaltfebwerften aller für ba« Slaeier beftimmten Xonbicbtungen au« 
bem Äobfe, ober »ielmebr ,,au« bem $er»en", bb,antafirt gleicbfam biefe 
binreifjenben SRelobien begeiftert au« ftcb Berau«, unb in ben SBerten, 
welche burd) foleb einen Snterbreten erft jum Haren Verftänbnig ge» 
langen, eröffnet fieb nunmebr bie ganje unenblicbeXiefe be«»ertannten 
unb in fldj »erfc? (offenen SKeifter«, unb lebenbig fbriebt ber ©etft 
Veetboben'e »u un« in biefen gewaltigen, erfebütternben unb erb,e» 
benben $artnontcn. 

St. pettraburg. am 1. 3anuar gab grl. SngeBorg ©taret 
im großen ©aal ber asgemblee de la noblesse ein (Soncert mit 
bem glänjenbften (Erfolge, ©ie fbielte Sifjt'« @ommernaa)t«traum« 
^arabbrafe, Vacb'« ebromatifebe Sbantafte unb guge, ein Stotturno 
»on gielb, einen SBaljer »on Sbobin, Sifjt'« ungarifd)e Stbabfobie 
Str. 6 unb beffelben SDceifler« 9itgoletto««bantafie (Stanufcribt) unter 
ftetSftcbfieigernberVegeifierung beeVubltcum«. ai« man jumScblug 
ba«gielb'fcbeSRotturno da capo »erlangte, gab bie Sünftlerin Sifjt'» 
Bearbeitung/ ber XaranteUe au« ber „Stummen" ju unter nidjt enben 
wollenbem VeifaU. Der ©roßfürfl unb bie ©roßfürfttn (Sonftantin 
wobnten bem ganjen Soncerte bei. am 9. wirb grl. ©taret in einem 
Soncerte be« ViolonceHiflen ©d)mtbt u. a. bie ©djumann'fcyen 
Variationen für jwei $iano« mit Stubinftein unb am 16. in bem 
»on Stubinftein btrigirten Ord)efterconcerte ber Soci6te iusse bie 
SBeber'fdje S bur^Volonaife mit Stf jt'« 3nftrumentirung »ortragen. 

tri. 3ngebora ©tard gebentt nod) in biefem SBinter eine größere 
oncertreife nad; Vari« unb Sonbon ju unternehmen. * * * 



I I 



■ I 



35 



(Eajjesgefdjidjfe. 

Seifen, Conctrlt, Cngagement«. Sa« ©erfldit, grau Clara 
©dtumann beabfidttige fidj in SBien al* (Slabierlebrerin nieberju« 
laffen, erneuert fid). 

3it ©enua mad)t augenblidlid) eine ©ängerin, grl. b'Slnia 
gurore; fle wirb bem Bernebmen nad) audj S eutfd)t an b befugen, 
um in berborragcnben ©cenen aus SBerlen jtaltenifd/er Xonfefcer auf' 
jutrcttn. 

3um Beften ber ©djiHerftiftung wirb Sari Sauf ig in Sre«« 
btn unter Sfflitwirtung anberer Srafte brei (Soncerte, ba« lefete mit 
Drd)efter, geben. Sa« erfte finbet am 25. 3anuar ftatt. 

3n B erlin gab ber ^3ianift $af ert am 10. 3anuar ein jweite« 
(Soncert, unb am 9. ber Bianift Seuiitenberg ebenfalls ein«, worin 
bcrfelbe fid) al« ein gewanbter ©fielet jeigte, bem nur meb.r ©efübje« 
wärme }U wünfdjen'wäre. 

3n ber abenbunterbaltung be« Seibjiger Conferbatorium« am 
13. 3anuar batte aifreb 3ae((, ber Sag« jubor im ©etoanbbaufe 
einen feiner Sriumbbe gefeiert, bie Sieben«würbigteit, u. a. mit $rn. 
(£oncert=9Jc. Sabib jufammen Stubtnftein'e ©onate für ^ianoforte 
unb Bratfdje ju fielen. 

3m brüten äbonnementconcert in$annober am 7. Sanuar 
fbielte 3 o ad) im u. a. ba« neunte (Soncert bon ©bobr. 

9tm 7. 3anuar gab ber (5abeH'3Jc. ©mft Sräbmer in Äug«« 
bürg ein (Soncert, in bem aud) ein Sionett besfetben mit gfinftigem ffir« 
folge aufgeführt würbe; grau Satbarina Sräfymer fang an bem« 
felben Äbenb jwei Sieber tbre« ©atten unb eine Brie au« „Sftttrane" 
öomäbbate 9ioffi. 

Sa« jweite äbonnementccncert in (Sbemnifc am 12. 3anuar 
brachte u.a.3)cenbel«f obn'8 3lmoCU©bnH3benie, biegrofjeSeonoren» 
Ouberture unb bie „Kad) Hänge an Offian" bon ©abe. 

3m {Weiten (Soncert ber ©ingatabemie ju SBien würbe ber (Sbor 
au« Bad)'8 SWattbäuS-Baffion: ,,©inb Blitje unb Sonner" da capo 
»erlangt unb gefungeu. 

3n §ilbburgb.aufen gab ber Bianifl 5R. Bflugbaubt au« 
SSeimar ein (Soncert; am meiften Beifall fanb SRubinftein'S (Jon» 
certantefürBianoforte unb BiolonceH, ba8let}terebon$rn.(Soncert«2B. 
SDtüllerau« SDceiningen gefbielt. 

$. t>. Bülow wirb nad) feiner SRfidtebr au«$ari« in SBien ju 
(Soncerten erwartet. 

Ser in unferer oorigen Kummer erwäbnte (Sbarte« SRaber, 
bon bem in SBien ein (Soncert beranftaltet war, ijl nid)t ber berühmte 
Sre»bener, fonbern ein junger SBiener Biamft, ein Sobn reicher 
(Eltern, aber ein mittelmäßiger Birtuo«. 

Äußhftfle, ^ufführunatn. 3n (Soburg wirb im näcbften 
©ommer ein allgemein tbüringifd>fränlifd)e« ©ängerfeft abgebalten 
Werben; e« fotl brei Sage bauern. 

3n Sübed wirb im näd)ftcn ©ommer wiebereinnorbbeutfdb.ee 
©ängerfeft flattfinben. 

Heue unb neurtnftubirtt ©»ern. 8m 14. 3anuar fanb in 
Bresben bie erfte Huffübrung bon äßeberbeer'8 „SBallfabrt nad) 
$loermel" ftatt. Sic äufnabme namentlid) ber Snfcenirung war 
eine güuftige. 

3n Offenbare Sbeater ju Baris werben augenblidlid) biet 
Operetten jugleicr) einftubirt, barunter eine: „Carneval des Revues" 
bonOffenbad)felbft. 

2W o n i u 8 } ( o'« neuefie Ober „§abrianta" wirb junSdjfl in St r a ! a u 
jur üuffttbrung tommen. 

am 13. 3anuar warb in Breslau 3fouarb'8 „3oconbe" neu 
einftubirt mit Beifall gegeben. 

3n SBeimar wirb bem Berne&men nad) nod) im Saufe be8 SBin« 
ter« bie neue Ober bon? äffen: „grauenlob" jur Slufjübrung lommen. 

Sen Sbeaternad»rid)ten aus Bari« ift befanntlidj äufjerfl Wenig 
©laubtn ju fd)enten, bod) fd)eint bie«mal feftjufteben , bafj bie Ober : 
„SKargaretba bie Bettlerin" benBraga (bem renommirten Bioion« 
ceüiften) burdigreifenben (Srfolg gebabt (at. 

Äu(thalifd)t Bonitäten. 3n©bobr'«9cacbIafj bat fid) nod) eine 
Hnjabl Sieber für 3Rännerd)or, nad) Xerten bon SKüller bon ber 
SBerra, borgefunben; fie werben bemnäcbft erftbeinen. 

®er $ofmufit*3)ir. S. 91. SDcangotb in ©armftabt bat ein 
Oratorium „abra^am" natbSBorten ber ^eiligen ©d>rift, buüenbet, ba« 
bort im grübjabr jur äuftübrung gelangen wirb. 

JTittrarifd)r Ooti)tn. SJon ber Gazzetta musicale di Milano, beren 
©iebtretfd)einen nad) längerer ^aufe wir neulid) bereit« melbeten, liegt 



un« bie eben erfd)ienene erfte Kummer be« 18. 3abrgange« bor. Sie 
jeidjnet fid) b;8d?fl bortbeilbaft bor anberen nid)tbeutfd)en, ja aud) bor 
einjelnen beutfdjen ©enoffinnen baburd) au«, ba§ fie neben ber 
Pflege ibrer nationalen Äunft aud) ber neueren beutfdjen Stiftung ge« 
red)t wirb; in biefer »ejiebung ift namentlid) eine aud) übrigen« gut 
gefc^riebene (Sorrefponbenj au« Serlin berooriubeben, bie jugleid) bit 
widjttgften neueten (Srfdjetnungen ber 3Hurit'Stteratur 9cebue bafpren 
läfjt, mit meiftentbeil« treffenben lalonifdjen Urtbeilen. 

83on bem bei $abne b>« erfd^einenben $rad)t>9lbum für 
Sbeater unb SMuftf liegen un« bie brei erften Lieferungen be« {Weiten 
Sanbe« bor. ©ie enthalten an ftoflümbilbern : Sucile ©rab.n< 
^oung al« (Satbarina in bem Ballet: „Sie Xodjter be« Sanbiten", 
SÖtarie ©eebad) al« ®retd)en, (Sari ©runert al« Sönig Sear; 
aufjerbem an 3ttuftrationen in $ol)fd)nitt: ©cene au« SHeberbeer'« 
,^JaOfabrt nad) ^loeimel", au« ©ounob'« „gauft", ba« Snnere be« 
ISntgl. Xbcater« in Surin. 3)ie literarifdjen Beiträge mit 3nbegrtff 
be« geuiUeton« geben biegolbeneSKittelftraße, unter benaKufttbetträgen 
finbet fid) mand?e bübfd)e $iece. Sa« ©an« ift alfo ju ©efdjenlen 
unb für ba« SBouboir ber Silettantenwelt redjt Wobt ju embfeblen. 

2)a« ©rfd)einen einer brttten aufläge ber „©efdjidite ber aRuftf' 
bom Äebacteur b. ©I. Würbe bor einiger 3«t bereit« burd) eine Bei« 
läge angejeigt ; foeben ift bie jweite abtbeilung ausgegeben worben ; 
mtt ber bemnädjft erfdjeinenben britten ift ba« SBert comblet. 

©oeben ift ba« fdjon früber bon un« aiigetünbigte neue SBerl bon 
SouiSÄöbler: „Ser Älabierunterrtdbt. ©tubien, Srfabrungen unb 
SRatbfdjläge" (bei 3- 3. SBeber bier) in bü^ft eleganter »u«pattung 
erfd>ienen. SBir werben auf ben in jwei Sbeile: „Mgemeine ©runb» 
jüge" unb „BefonbereBeobad)tungen" jerfallenben reiben 3n(>alt bem« 
näcbft jurürffommen. 

2lu*)eid)nunßen, fitförbtrungen. 91« ber bbiibarmonifdje Berein 
in Berlin am 8. 3an. fein 25Jäbrige8 Befteben feierte, würbe feinem 
SDcufitbirigenten, bem tünigl. (Soncert'SK.Seobolb ©an), bom Bor« 
ftanbe ber ©efellfdjaft ein wertbboüer ftlberner $otal überreicht , al« 
3eid)en ber Snertennung feiner Berbienfte um ben Berein. 

Sirector 9i. SB ir fing bat in Slnerfennung fetner Berbienfte 
um ba« biefige ©tabtt^eater bom Sünige bon ©adjfen einen Brillant« 
ring nebft einem fet)r bulbretd)en ©djreiben erbalten. 

|ltrfonalnart)rid)tfn. Stöbert Norman au« ©totfbolm 
bält fid) gegenwärtig in Seibjig auf. 



DerntirdjUs. 

Dr. SRuboIbb Benfeb bat in grantfurt a. Wl. eine 9teibe 
bon Borlefungen über „Oper unb ®rama" angefünbigt. SBir werben 
barauf jurttdfommen. 

3n ?rag bat bie ©ängerin grl. B raufe bor Äurjem bie 9Jtar« 
garetbe unb Balentine an einem äbenb jugleid) gefungen; ba8 2Bag« 
ftüd fod fo jiemlid) gelungen fein. 

Dr. @buarb4pan8lid in SB i e n wirb in ber gaftenjeit baf elbft 
im ©aale ber ©ingatabemie Borlefungen über ©efcpid)te ber SDtufit 
balten ; befanntlid) t>atte er f« f d)on im borigen 3abre begonnen. 

Bon einem Obernfänger ift in SBien ein SBertcben unter folgen« 
bem Sitel erfebienen: „Kein ©eueralbafj mebr! bafür ber ©eift ber 
©inbeit in ber mufitalifcben Srogreffion." 

Sie Sirection ber ©efeflfdiaft für SKufüfreunbe in SBien b^at eine 
Brofeffur fü r bie ^Bbere 3(u8bilbung im ©efange für Scanner errid)tet, 
unb biefelbe $>rn. ©albator 9Kard)efi anbertraut; $r. 3Rard>eft 
fowie feine ©attin erlangten ibre Bilbung unter ©arcia, bem Bater 
ber SKalibran. 

Srudfebler« Berichtigungen. 

Sa« Beifpiel ju ber Slnmerlung in 9fr. 3, ©. 20, in weldjer 
gefagt wirb, baf) ba« breitbeilige 3Ketrum einen $aubt« unb einen 
Slebenaccent \)aU, ift wie folgt ju berbeffern: 



irrri 



(Ser ©trieb über ber »weiten 9iote war in ber gorm berauSgtfatten, 
unb wirb baber obige Bericbtiguug nur bei einem Sbeil ber (Sremblare 
nötbig fein.) 

3n 9er. 21 be« borigen Banbe« ifl auf ©. 179 flatt ,,4>enit}" 
©eint} al« (Sombonift ber bort rübmlid)fi befj>rod)enen „BierfSlabier« 
flüdle" Ob. 2 ju lefen; berfelbe ift, wie wir bei biefer ©elegenbeit nad)« 
träglid) bemerlen, Organift an ber ©t. änbrea«Iird)e in Berlin. 



36 



Intelligenz -Blatt. 



Uta» Utoaifmfon. 



Im Verlage von Ff • KiStnCr in Leipzig erschien soeben : 

Chopin, Fred., Op. 13. Grande Fantaisie sur des airs po- 
lonais pour Pianoforte. Arrangee pour Piano ä quatre 
mains par F. L. Schubert. 1 Thlr. 5 Ngr. 

Dessoff, F. Otto, Op. 3. Sonate für Pianoforte. l^e Thlr. 

Gade, Niels W., Op. 20. Symphonie (Nr.4, Bdur). Arran- 
gement für Pianoforte allein von H. Enke. \ l j 3 Thlr. 

Henkel, H., Op. 20. 6 Gesänge für Sopran, Alt, Tenor 
u. Bass. — (Widmung zur silbernen Hochzeit. — Mai- 
liebe. — Die Nachtigall. — Gute Nacht. — Lerchen- 
gesang. — Lenzverjüngung.) Part. u. St. l'/ 6 Thlr. 

Knllak, Th., Op. 104. Solo-Stücke für Pianoforte: 
Nr. 1. Nocturne. 10 Ngr. 
„ 2. Abendwind (Etüde). 15 Ngr. 
„ 3. Präludium und Lied. 15 Ngr. 
„ 4. Frühlingsnacht (Phantasie-Stück). 15 Ngr. 

Mozart, W.A., SixQuintuors arranges pour Piano ä quatre 
mains par Charles Czerny. Nr. 1. l l / 3 Thlr. 

Faner, E., „Auf der Alm", Chansonette tyrolienne tran- 
scrite pour Piano. 15 Ngr. 

, „La Calesera", Chanson espagnole, transcrite 

en forme dune Valse brillante pour le Piano. 20 Ngr. 

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B. Schotts Söhnen in Mainz. 

Ascher, J., Feuilles et Fleurs. 24 fitudes faciles. Op. 59. 

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Beyer, F., Repertoires des jeunes Pianistes Op. 36. Nr. 95. 

II Duca di Scilla. 45 kr. 
Bonsqnet, N., Le Pardon de PloSrmel. Polka. 27 kr. 
Brassin,L., Le Chant du Soir. Morceau de Sal. Ifl. 12 kr. 

, Le Ruisseau. Morceau de Salon. 54 kr. 

Cramer, H., Fant, sur l'opera Luisa Miller. Op. 148. 1 fl. 
Goria,A., Les Dragons deVillars. Fantaisie de Salon. Ifl. 

, Mazurka slave. 54 kr. 

Hess,J. C, Le Pardon de Ploftrmel. Reverie. Op. 54. 54 kr. 
Labitzky, J., Bouquet de roses. Valse (Rosen-Walzer). 

Op. 245. 45 kr. 

, Polka de Gene ve (Genfer-Polka). Op.246. 27 kr. 

Marx, H., Le Pardon de Ploermel. Quadrille. 36 kr. 
Leybach, J., 2. Mazurka. Caprice brill. Op. 31. 54 kr. 
Osoorne, G. A, Santa Maria. Choeur de l'opera Le Pardon 

de Plo6rmel. 45 kr. 
Schubert, C, Les trois Nicolas. Valse brill. Op. 254. 45 kr. 
Brnnner, C. T., Cantique de No6l d'Adam. Transcrit ä 

4 mains. Op. 361. 45 kr. 
Burgmüller, F., Le Diable ou Moulin. Valse ä 4 ms. 1 fl. 30kr. 
Labitzky, J., Bouquet de roses. Valse (Rosen- Walzer) 

ä 4 mains. Op. 245. 1 fl. 12 kr. 
, Polka de Geneve (Genfer-Polka) ä 4 mains. 

Op. 246. 36 kr. 



Wallerstein, A, Nouv. Danses ä 4 mains. Nr. 13. Erinn. 

an Dresden. Polka-Mazurka. Op. 77. 36 kr. Nr. 14. 

Leipziger Mess-Polka. Op. 80. 36 kr. 
Wolf£ E., Reminiscence du Pardon de Ploermel. Duo a 

4 mains. Op. 233. 2 fl. 24 kr. 

Kufferath, H. et H. Leonard, 6 Morceaux caract. p. Piano 

et Viol. Nr. 1. 2. ä 1 fl. 
Gregoir, J. et F. Servais, Duo sur le Pardon de Ploermel 

p. Piano et Vclle. (Duos Liv. 9.) 2 fl. 24 kr. 
Bazzini, A, 6 Morceaux lyriques p. Viol. av. Piano. Op. 

35. Nr. 5. 6. ä 1 fl. 12 kr. et 1 fl. 30 kr. 
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, 2. Fantaisie-Ballet p. Viol. av. Piano. Op. 105. 

2 fl. 24 kr. 

Bitter, A. G., Tonstücke f. Orgel. Heft 6. Op. 9. 36 kr. 

Auber, Ouvertüre de l'opera Marco Spada, arr. p. petit 
Orchestre par L. Stamy, 2 fl. 42 kr. 

Stasny, L. , Potpourri sur les Hugenots p. petit Orchestre. 
Op. 77. 3 fl. 12 kr. 

Lachner, F., 3 Quartetten für 4 Frauenstimmen. Op. 108. 
Nr. 1. Die Sonne ist erschienen. 54 kr. Nr. 2. Abend- 
lied. 54 kr. Nr. 3. Canon v. Chamüso. 1 fl. 12 kr. 

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Mozarts Opern. Neue Ausgabe. Nr. 5. Weibertreue. 
(Cosi fan tutte.) no. 5 fl. 24. kr. 

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erchienen und durch alle Buchhandlungen zu beziehen : 

©futralbalj fftr pilettantm 

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Dr. F. W. Schütze. 

Eine praktisch-theoretische Harmonielehre für 

sich bildende Pianofortespieler und deren Lehrer. 

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Franz Liszt. 

Preis 20 Ngr. 
J. SChnPf rth & COMP., Leipzig, Hamburg und Nne York. 



fcS" AUFTRÄGE °^U 



auf Musikalien jeder Art (wo solche auch erschienen oder angezeigt worden) werden auf das sorgfältigste aus- 
geführt durch die Musikalienhandlung von C. F. KAHNT in Leipzig. 



Srud ton Cts&otfe 6dnaut in fct&lte. 



«n mn SWMntt «rt*«« »**s»ni4 
I ■■!■ imi Mm 1 stn l'llVat«. ^ati 



cSeipstfl, 6«i 27. Januar 1860. 

Steue 



3nkdU«l|rtd(nB Mi fctttpili * MRi. 
XftnPftllfa* vnb dtnfU^ufatnBAn tu. 



Jtanj SrenöeC, SetantioorilKb,« Kebarteur. — Serteger: (t. /. Kaftnt in Ceip^ig. 



tMMMrin'[4eSit4' * Mufti*. fM. S»6n) in Strlm. 

•däin (i* in 3itt*. 

VtIMa li<t|«W**, MuHhiI B»hug* in Suflim. 



3»tiaii6firnfjifl|t(r Bank. 



B. ViBtrnann * Comp. in. fteto Qorf* 
L £<fe»nnbsiti in (Bien. 

Int. liilt Irin in IBaif^an. 

C. »*SfB t Aateti in gK)lIabcI»t'*- 



3tttalt : ÄEfthtit (fc*i#($rtft «in C. 9. SDrifriwim (8ort(*|inig). — Becw» 
flsnen ; Kagafl fBtnjelm «mbr»*, Cnltutf ifl.erl[<$* Silber >nt bcm SRofil» 
lebe* bei <B«8tn»att. — Bii* Btrrüt (8»rtf «tmig). — Sic tat 3dtBng: HjjS«. 
litmrtt ; (EwwfponbiBj g 2agc« B ei4t4tt. — 3iutfligcnifclatt. 



^krönte |prass^rift. 



(grüärtnbe (Srliiutening nnli mnftfaKfiti tduretifefie S9o 

Biünlmjij bei tnaä) bte neueßen finnftf ajityfnnntti bturiihtn 

UmgepoItttHB »n& fönteriiltnuiB itx £fmwwÜ 

C. M. tDrifctnann, 

(gDttftxim*.) 

3>a3 D$r roirt atfo burd) bi* SStnbnng eine« jeben tiefer 
ÜE5ne( f. u. 1, 2, 3) ober glatter berfelben f$on genug f am auf ifc«n 
oorbereitet, unb bitttgt ebenfo fern auftreten auf ferneren ober 
(tiefiten jEacrtbetlett. 3n ben folgenben Seifptefen (oft fieb nun 
ber übermäßige Sreiflang c e gis, toeldjer j. S. in ber 9 moH» 
ober in ber £ bur-£onart mit £fllfe eineö djrotn<ttifd)tn Icnefl 
(gis) t/erootgebraebt roetben (ann, bei tnelobtftfcer gortfctjtei« 
tntog feiner blffonitenben Stimmen regelmäßig auf in ben 
% didQ', D mou**, € mcfl«, Si3 mott«, g bnr<, 9 bur* unb 
ffi bur-®reiftang. 

KnITäfiiiJflfn &(3 QSrrmnßitjen DrtififanflfS. 
l. I 2. 113. 




V^^ 1 ^fy*l^ ^ 



UeberaH aber, »o ber tyier grtsät)lte ßberinäfjige Ircittang 
c e gis auftreten tonnte, toirb auA ber bem Stange narf) tipm 
gleite Slccorb (feine enbarmontfebe ©erroecbfelurtg) c e ss auf- 
treten unb fobann eine SIufEEfung in ben bur=, £ bur-, 
© bur=, I)t« bur=, 3 mell', © moQ^, S mell« unb % moH- 
Dreiftanä ausfuhren Knnen, mcoei, nie nC^cit, offenbare unb 
cerbetfte fib-ettltngenbe ißaraDeigänge ju üermeiben ftnb. 



anfföl'ungdi Je* oGcrmä^tfien Drtiftraaars. 
l- i 3. 



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P^IITK^ 



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ttuf ganj ät)n(iä^e SBetfe würbe enblit^ ber britle ber oben 
neben etnanber gefteQten übermäßigen 3)reif(äna,e e gis his, 
meld? et ebenfalls eine en^armontffbe $encei6$lung b*r betben 
oorbergeb,enben bilbet, an beten Stelle auftreten «nb feine 
Suftüfimg in ben Sie bur>, @i8 bur», 3)iS bui=, % bur*, 
Ei« moQ*, gis moll^, ®ig moÜ= unb Si* inoO^reifding neb* 
men tonnen, ob,ne bamit jebod)bteSQ3irffötnfeitbeÖ übermäpigen 
SDreiflangeö erfd>B]pft ju baten. 

StiiWr.4 ber obenfte^encen ©eiffiele nitb bet@vunbton 
beö ÄS bar»3)reif lauge« junt ©runbton eineB übermafjigen 
5)reittangeS, unb gebt fobann ebtomatifd) in ben be£ %moU* 
©reidange« über. Sibet nia)t ber Ion As, fonbern Gis biltet 
einen ftufeutoeifen SBoibalt uor A (f. u. 1), uub nur jtir 
(Erleidjterung beö 8ef enfl rotrb tjäufig baö ©ä) reiben beÄ e n b, a r • 
monif«b,en Uebergangefi eines Äccorbee in Ben anbeten »er- 
ntieben. @anj ab^nlia) vertiält e« ft^ mit 9tr. 6 ber ben obigen 
vorangt^enben unb mit SRr. 2 ber ^ier folgenben Seif fielt. 
3m legieren ge^t nämtidj bie Septime F (t)romatif d> in ben 
Ion Fis über, toä^venb fie bei riebtiger ©djreibart cetber 
enbarmonifd) in ben Ion Eis, nttd)et einen ftufentoetfen 
Sott/alt bei folgenben Jone« Fis Stlbet, übergeben mußte, 
roie bei 3. 



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38 



3)ie neuere Xonhtnft gebraust bemnadj btatonifdje unb 
d)romatifd>e Sor^alte, unb e« ergeben ftcb baburd) juweilen 
golgen »on Stccorben, beren innerer 3ufammen(iang erft 
au« ber enbarmonifcben SBebeutung berfelben ljer= 
»orgelt. 3 ur Srflärung ähnlich, er fbäter anjufüljrenber 
Äuflöfungen biffonirenber Slccorbe möge ^ter nocb, ba« Seifpiel 
eine« djromatifcben 35orljalte8 unb bdmit jugleidj einer gofge 
»on äccorben ^ßlafe finben, reelle nur burdj ib,re enb, armonifdje 
äWeljrbeutigteit in innerem ijufammemjange mit einanber fielen. 
Sei 1 b,aben bie beiben erften Slccoroe, ber tonifdje unb ber 
SDominantfeptimenaccorb ber S bur-Sonart, einen inneren 3u* 
fatnmenljang, nicbt aber ber tejstere mit bem iljm fotgenben 
§i« bur»2)reiflange. 3n ber gi3 Cur=j£onart tonnte jeboct) ber 
tonifdje üDreiflang mit 33enu(jung oon jroei djrcmatif djen Jonen 
burd) ben ätccorb eis g h d »er$8gert »erben, tote bei 4. 3)iefer 
3ufammenflang aber würbe in ber S bur=!£onart ; wie bei 2, 
wieberuin mit bem iljm »orangebenben tonifdjen üDreiflange 
berfelben feinen fyarmonifdjen 3 u f ammen ^ an 8 i«fl"'» benn 
biefer wir» ebeu nur in ber enbarmonifcben SBebeutung beö 
Jone« F ju fudjen fein, tote bei 3. 3n ber S bur«Ionart ifl 
bemnad) bie ©e&time be8 ÜDominantaccorbeä bei 1 eine djro« 
matifdje SSerjßgerung beö folgenben SoneS Fis, unb ber 
Sccorb f g h d wirb Ijier nur burd) feine enljarmonifcbeüRetyr« 
beutigfeit als eis g h d ben Uebergang in ben %ii bur»2)rei« 
Hang bewirten tonnen. 




@tpttmenactorbe. 

Sin ©eptimcnaccorb entfielt, wenn $wei näcbfl«, alfo 
terjcerwanbte Sreittänge flatt nadj einanber $u erfajeinen, 
gleidjjeitig, jufammen auftreten, ©eino Diffonanj bilbet bie 
©eötime, unb in einigen nod) befonber« 511 beferedjenben fallen 
außerbem aneb oie fleine ober bie übermäßige Ouinte, unb in 
feinen »erfebiebenen i'agen als l, J unb J äecorb aud} bie Um« 
fefyrung ber genannten 35iff onan^en. Sin jeber ©efctimenaccorb 
erfebeint am fd)Werften, ben gebunbenen Schalten gleid), mit 
vorbereiteter 3)iffonanj unb auf accentuirtem £act> 
tfyeile, am roeidjfrcn aber, einem 2>urcbgang«tone gleid}, mit 
aud bem ©runbtone ober aus beffen Dctabe uaä)fcblagenber 
Septime, auf teid)tem Jacttbeile: 



Ff^fi 



3)a8 3Jorred)t, frei unb ungebunben aufzutreten, räumte man 
lu8b,er nur benjenigen ©eptimenaecorben ein, in benen ein 
ooer jtoet »erminberte 3)reif länge enthalten waren, wie in 

ghdf, hdfa ober h d f as. 

3)ie neuere lonfunft aber läßt aud) bie fd)ärffie 
'£iffonanj frei auftreten, trenn e6 burdj ben Slja* 
rafter be« Jonftüdeö bebingt wirb, unb wenn bie = 
felbe eine regelmäßige Sluflöfung ober Irugfort = 
fd) reitung nimmt. 3)enn eine Siebe barf mit einer (frage 
beginnen, wenn nur bie Antwort barauf erfolgt, unb bie 



SRatljematif barf ben combinirteften 8eljrfa|} aufjMen, wenn 
fte nur ben S3ewei« bafür ju liefern im ©taube ift. ©ottte 
alfo ein SEonftüd nid>t, wie folgt, mit einem ©eptiinenaccorbe, 
in weldjem bie b,erbften ÜDiffonanjen, eine übermäßige Ouinte 
unb eine große ©eötime, jug(eid) enthalten ftnb, beginnen tSn« 
nen? ©ottte nia^t, wie Ijier im jweiten lacte, ein febwerer 
©eranb»Ouart=Ouint'3Jorb,a(t ungebunben auftreten tonnen, 
wenn nur, wie b,ier j. 33., wo im erften Sact ber ©runbton, 
int jweiten bie lerje, im brüten bie Ouinte be« Ä motl'Drei« 
Hange« burd) einen 55orba(t oon oben unb unten »er jögert wirb, 
bem Db,re burd) bie fofgenbe Harmonie aud? bie Sebeu» 
tung ber »orb,ergeb,enben flar gemadjt wirb? 




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da, foltte bie üDiffonanj nid)t juwetlen, gleid) ben foeben 
aufgefteQten fragen, bie Antwort fd)ulbig j bleiben tonnen, 
wenn biefelbe nur in bem golgenben »erbe dt enthalten ift, 
Wie b,ier }. So. F. Liszt, Huldigungs-Marscb. 



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wo bem 35ominantfeptimenaccorbe c e g b bie Sluflöfung in 
ben $ bur=3)reiflang, bem »erminberten ©ectimenaecorbe gis 
hdfbieSuflöfung in ben 31 moll=S)reif lang, jebodjmit freiefter 
©timmenfüb,rung ber biffonirenben Harmonien, folgt? 

lieber bie Sluflöfung be« ©eötimenaccorbeö ift ^olgenbe« 
ju bemerten. dn einer befiimmten Xonart bleibenb wirb, wie 
fdjon erwähnt, bie ©ectime ftcb, niajt melobifd) fteigenb, ber 
©runbton nicbt ftufenweife fatlenb auflöfen tonnen, weil in 
beiben Säßen ein fdjon »orb^anbener Jon »erjögert werben 
würbe; wol aber wirb bif ©ettime ftufenweife fallen, ber 
©runbton ebenfo fteigen tonnen, wäfyrenb 2erje unb Ouinte 
am natürlidiften melobifd} in ben folgenben Slccorb übergeben, 
ober als bemfelben ebenfalls eigene Jone liegen bleiben, ober 
wie ade nidjt oorb,altenben Söne eine freie gortfebreitung 
nehmen. Sin jeber ©eßtimenaecorb, ber teine ebromalifdjen 
Jone benu(jt, Wirb fidj bemgemäfj, in einer beftimmten Sonart 
bleibenb, jeberjeit in biejenigen ®reifläuge auflöfen tonnen, 
weldje in ifym nid)t feb^on »orb,anben finb, teren SJerjögerung 
er alfo gleid)jeitig nid)t übernehmen tonnte; j. 93. 
XufTöfttngfn bts Septimtnaccorftcs. 




3^ 



3£ 



* 



. . r — r 

5Der r)ter gewägte ©ominantfeptimenaecorb ber S bur='£onatt 
fann ftcb nicbt in ben © bur^ unb nieb^t in ben »erminberten 
©reif lang h d f, welcbe beibe fdjon »ollftänbig in iljm enthalten 
ftnb, wol aber in ben S bur«, 3) moü*, S mofl', g bur= unb 



39 



ä mofl*ÜDretttang aujlBfen. (Sine nidjt al« ÜDiffonanj erfc^ei- 
nenbe ©timme Ijat babei bie freiejle gortfdjreitung; fo bleibt 
bei 1 a ber ©runbton G ju ber tne(objf$ faHenb fid) auflBfen« 
ben ©eptime liegen ; bei 1 b tritt er in ben ©runbton, unb bei 
lc (in ber Dberjlimme) in bie Sterj be« folgenben S bur« 
ÜDreiflange«. Die Ouinte D be« üDominantfeptimenaccorbe« 
!ann bei biefer SluflBfung ftufenweife fieigenb ober faflenb 
al« Sorbalt eine« Jone« be« folgenben Slccorbe« erfdjeinen, 
ber Seiteton H bei berfelben aber nur ebenfo aufwärt« 
fdjreitenb einen folgen erreichen. Sei ld nimmt bie b,ier 
nidjt biffonirenbe Ouinte D be« ©eptimenaccorbe« eine fprung« 
weife gortfdjreitung in einen Ion be« folgenben ÜDreiflange«. 
Sei 2 bienen ©runbton unb Serje al« Sortyalte be« folgenben 
ÜD moll»ÜDreiflange«, roäbrenb Quinte unb ©eptime, nur ib,re 
barmonifcbe Sebeutung oeränbernb, liegen bleiben. Sei 3 fmb 
Ouinte unb ©eptime al« Sorbalte be« ©runbtone« be« folgen« 
ben <£ moH«ÜDreiflangeö ju betrauten, wätyrenb ©runbton unb 
üterje liegen bleiben. Sei 4 bleibt nur bie ©eptime al« @runb* 
ton be« folgenben 3 bur*ÜDreiflange« liegen, toabrenb bie 
übrigen jßne melobtfd) in bie Serge unb Ouinte be«fe(ben 
übergeben. Sei 5 enblicb ftnb alle Jone be« ÜDominantfep* 
ttmenaccorbe« melobifdje Ser jBgerungen be« folgenben 31 moO* 
üDreiflange«, wobei ju bemerten ift, bafj biefe ÄuflBfung am 
tDob,lf(ingenbften ift, wenn ber ©runbbafj be« ÜDominantfep» 
timenaccorbe« al« tieffte ©timme erfo>eint, wie umgefetyit 
bie äbnlidje auf löfung be« ©eptimenaccorbe« auf bem Settetone 
ber üDur«ionart bie ©eptime alSDberftimme oerlangt; j. S. 



• i NB. » NB. I ♦ 



Da nun felbft in ber claffifdjen Xonfunfi bemÜDomi* 
nantfeptimenaccorbe ein freie« Auftreten geftattet war, 
fo fann bie romantifdje Jonfunft wol mit 8ie<bt bie folgenben 
©äfce auf ftellen : 

1) (Einem befiimmten ÜDreiflange (in ben nad)fiebenben 
Seifpielen bem S burȟDreif(ange) fann jeber ber oerfcbjebcnen 
üDominantfeptiinenaccorbe folgen; 

2) 3ebem ÜDreiflange fann ein beftimmter ÜDominant« 
feptimenaccorb (b,ier ber ber <£ bur« ober S mod*S£onart) 
folgen; j. S. 



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Cis* 







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On allen biefen Seifpielen nimmt ber ÜDominantfeptimen» 
accorb nur feine $auptauflofung, nämltdj bie in Un 
§auptbreiflang ber Stonart, ju tteldjer er gebart. <Sr fann 
jebodj, wie wir gefeben baben, in feiner Stonart bleibenb in 
fünf, au« feiner Xonart tyerauetretenb aber in alle ÜDrei« 
Hänge, mit 9lu«nab. me oon benjentgen übergeben, berenOutnten 
benen ber ÜDreiflange gletd) fommen, meldten er feine Crfdjei» 
nung berbanft. ©o fann ber üDominantfeptimenaccorb ber 

Sbur»2onart g b. d f fidjnidjt in ben © bur», © mofl«, 8 bur» 

unb S moQ'ÜDreiflang, wotyl aber in aQe übrigen ÜDreiflange 
auf IBfen, wenn wir feinen ©timmen babei juweilen einen d>ro« 
matifcben ober, wie unten bei 4 unb 15, einen enbarmonifdjen 
Uebergang geftatten; j. S. 

KnlTöfungen 5rs Dotninanlf'ptimfnaccorofs. 




(gortftjimg folgt.) 



Büdjer, 3ettfdjriften. 



2lnguß ttttlfclnt Ambras, ttnflurljillotifcfjf Biß« aus otm 
Oluliertbrn ber (Brgrnmart. Seipjig, $. ÜRattye«. 260 ©. 
ÜDer Serf. ift ^olbbiflor, mit allen Sorjügen, allen 

i glänjenben ©egen* 



40 



ftanb von allen Seiten in Seleudjtung ju fegen, ober einen 
GEI)arafter nad) nod) fo oerftecften ober fdjwer »erfiänblidjen 
SRidjtungen I)in ju ergrünben unb lebenbig ju reprobuciren, wo 
ba8 »ielfeitige SBiffen unb ein offener ©lief bie £auptbebin- 
gungen ausmachen, ba erfd)öpft »orliegenbeS 9Berf feine 3tuf= 
gäbe, ba mag e« in einzelnen gäQen unübertrefflich genannt 
werben. Slber in biefer 3^it ber Uebergänge, in biefem ®äb,ren 
unb 233ogen, in biefem ftampfe ber Parteien wirb fid) für bie 
SWeifien nur feiten bie redete 9Äujje unb ßtit bieten, an einem 
reiben ©diafce geiftreid) entwicfelter Styatfadjen Seljagen unb 
Sefriebigung ju finben; Ijeute, n>o über ba8 ©ute »ergangener 
Reiten bie Acten gefdjloffen, über ba« ebenfalls ljeroorragenbe 
©ute ber üetjtjeit an oielen Orten bie ilcten faum erft jur 
jpanb genommen fiub, tfjut mutige, entfd)iebene Ueberjeugung, 
bie ©pradje be« gcftnnung«tfid)tigen (JljarafterS, bie fernige 
Sarftellung, bcS oorwärtSbrängenben ©eifteS notb, jebe $alb« 
beit ift in biefen Sagen eom Uebel, unb ber nod) fo geiftreidje 
2Bi(5 entfd)äbigt in geringem ©rabe, wo ber männliche (Srnft 
cinjig am ^ßla^e ift. Ü)a8 gilt im ganzen Umfange oon 31 m« 
b ro 8' culturljiftorifdjen Silbern, ©ie blenben, aber fic über* 
jeugen nur feiten; fie intereffiren allenthalben, otjne an ben 
meijieu ©teilen inuerlid) ju erwärmen; il)r Sob übt nid)t bie 
augeufd)ein(id) gut gemeinte SBirfung, weil eS burd) 9türfl)alte 
ober oöllige ^urürfnatymen öfters entträftet wirb, unb ber 
label ift ju feljr mit bem pridfelnben Se^agen an fati)rifd)en, 
ironifdjen 2lu«fällen gewürgt, als bafj er wab,rb,aft fßrberlid) 
wirfen tonnte. SlinbroS' SBerf tonnte eine grojje Aufgabe er» 
füllen, e« tonnte jum SSegweifer werben für bie 3weifler, jur 
i'eudjte für bie Unaufgeflärten — wie e« ba »orliegt, icirb e« 
in ben jtapitelu über längft bal)ingefd)wunbeue Dinge aflent« 
halben gefallen, in.benjcnigen Partien bagegen, wo eS fid) um 
ras £erjblut niufifalifdjer (gntwicflung tyanbelt, jurütfftofjen, 
unangenehm berühren, unter allen Umftänben ben Sinbrucf be« 
Unbefriebigtfein« gurüdlaffen. ÜJcan wirb an einjelnen ©teilen 
..id>! wiffen, ob ber 55erf. mit feinem ©egenftanbe t;at fpieten 
wollen, ober ob ber ©egenftanb ben S?evf. übermannt ^at, unb 
an nod) anberen wirb man burd) bie uiaiteben Ijodj^erjtgc^iebc 
an Diäfeleien, wo ba« ©anie anjuerfemun war, »erwirrt mer= 
ben, unb fdjlicjjlid) nidit wiffen, wat* an bem Sefprodjcnen 
eigentlid) ber ©ctywerpunct, unb wa« bac ©efammturtbeil be« 
iüerf. bariifce* fei. 

3llle8 eben ©efagte tritt un« fogfeid) concentrirt in bem 
Vorwort entgegen. @S trägt bie SBiemung: „3ln Dr. granj 
Vifjt" aU Uebcrfdjrift, aber nur bejmeifeln, dag biefe« Sor= 
wort ganj im ©eifte beffen gehalten ift, ber bie ilnummunben« 
beit über 3lUe« liebt, in feinem Serfetyr wie in feinen mufifa* 
lifdien ©cböpfuugen. Der Serf. fpridit im Serlaufe beffelben 
tie (Srwartung aue, bafj allfobalb iiiaElofc Singriffe, grobe 
üuSjaUe auf ihn (erbringen werben, er fei jebod) „auf Xabel 
unb beftigen 333iberf»rudj oon beiben©eiten ^er gefaxt": nacb 
cer wieber^olten i'ecture feine« SudjeS glauben wir unfreifeitS 
rem 3?erf. Die Serfidjcrung geben ju tonnen, baß er „Don beiben 
©citen bei", von (ionferuaticei. wie bon liberalen, äufjerft 
loenig unb jcteiifalle feine leibcnfdjafttidje S3ead)tung fin= 
r on wirb; für mafjtofe angriffe ift fein 93ud) nidjt füb,n genug, 
für grobe Senierfungen aQjii gefd&Iiffen — wenn tb,ei(weife 
^leid)gültigteit uup bie Unbefriebigung jiemlid) 3111er ber bit= 
terfte Xacel für einen geifteoDen©d)riftftelIer finb, fo fürdjten 
mir: bem geehrten S?erf. wirb nidjt ciel ^reube ans feinem 
'-Budje erfteben. 

3)aSfd)liefit jebod) bie 3faf) igfeit ber weiteften Verbreitung 
biefe« überau« reicbbaltigen Sßerfe« nid)t au*. SGBir mafjen bis 



jefct nadj ben gorberungen ber ftrengften ©ewiffen^aftigfett; 
günftiger geftaltet fid) bie <Ba<i)e, fobalb man an biefe eultur* 
^iftorifdjen Silber mit bem 2Bunfd)e tritt, bie bointirte änftdjt 
eines gewiegten Kenners über bie^punberte oon wid)tigen2^at= 
fad)en ju oerneb,men. SBir mögen an biefer ©teile nidit ben 
©ueffaftenmann fbielen; wolle Seiner baS wtdjtige Sud) auger 
8ld)t (äffen unb fid) über jebe« (Sinjelne barin felbft feine ÜKei- 
nung bilben. SBo fid) bie ©elegen^eit bietet, werben wir ciel« 
meb.r nacb, unb nad) an 8u«fprücb,e be« Serf. anfnübfen unb f o 
ftatt eine« immerhin nur bürren Referats ben t)auptfäd)lid)en 
OnI)alt in 5'«ifd) unb Slut oerwad)fen jur Äenntnifj bringen, 
in biefem ©inne wolle mau fd)on je(jt, im 0rebruart;eft ber 
„Anregungen", einige 933orte be« 8tebacteur« b. Sl. über 91 tn = 
bro«' äuftaffung ber „Preludes", in biefem ©inne nod) öfter 
bie Sejugnaljme auf mand)e S)ifferenjen beuten, bie wenigften« 
anfeb; einenb nod) jmifdjen ben Slu«fbrüd)en beS SSerf. unb unfe« 
ren ©runbfä^en walten, gür biejenigen nur, benen bie Se= 
fdjaffung be« Original« au« irgenb weldjem ©runbe nid)t 
möglieb, fein foHte, fügen wir einfadj bie Ueberfcbriften ber 
^aubtabfd)nitte bei; fie erftreefen ftd) über:„jDaS et&jfdje unb 
religiöfc 2)coment in Seetb,oeen", eine 6,öd)ft oortrefflidje, in= 
Ijaltreidje Slbljanblung. — „JRoffini unb ba« ^ßrineib be« finn- 
Iid)en ©enuffeS in ber ÜJlufif", fein pftjdjologifd) gehalten. — 
„Sari 9Karia »on SBeber in feinen Sejieb,ungen ju ben 9?o« 
mantifern ber beutf d)en Literatur", weit oberfIäd)lid)er, al« bie 
»ort)ergeb,enben äuffätje. — „3)ie neuromantifd)e Wufü: 1. 
SRobert ©d)umann'8 Sage unb SBerfe. II. Sari föwe, ber 
Siomantifer", in berßb,arafterifttt©d)umann's9}fand)eS »on 
gro§er 3lnfd)aulid7teit, ber furje Sluffag über Jörne treffenb 
unb »räcife. — „3)ie mufifalifdjen Sieformbewegungen ber 
SJceujeit: I. Äirdje unb lonfunft. II. 35ie neubeutfd)e ©djule. 
1. 3)er©treit um bie fogenannte „^ufunftSmufif". 2.9iid)arb 
SBagner. 3. Sranj Sifgt unb feine Önftrumentalcombofitionen. 
4. 9tücfblt<fe unb Uiefultate. 3n ber ^pauptfadje geredjt, aber 
bod) wieber in oielen ^mieten fo abweid)enb oon unferen Sin« 
fidjtcn, bafj eine Serftänbigung ganje Sogen erforbern würbe. — 
„Sie lanjtunft feit Ininbert 3ab,ren", in feiner gefdjloffenen, 
feft au«ge»rägten ©eftalt wol ba« befie ftabitel be« ganjen 
SBerfe«, mit einer fe^r banten«wertt)en Seigabe »on 15 auSge« 
führten ^otcnbeifbielen. — @8 folgen: „glaminiana. $f;an= 
tafieftütfe", unter bem (Sinfluffe ©d)umann'« entfranben; fie 
befielen au« einer nid)t eben glüctlid)en b^antaftifdjen ©fijje: 
„Wad) Seetb,o»en'« 31 bur»©i)m»b,onie", einem jiemlid) ge« 
jwungen t)umorifti|"d)en „3lutb,entifd)en Seridjt, wie 3D?e^er= 
beer'« „^Sroptjet" im b,immlifd)en Serufalem aufgeführt wer» 
ben", unb einer ßbarafteriftif ber 9feinecfe'fd)en s JJipptifd)' 
Ouoerture: „9(u§fnacfer unb 3J?aufefönig." — Den ©djlufj 
bilben »ier SRiscellen: „3)er SKaler unb ber SDiufifer" — 
„Slugeninufif" — „Jacttempo unb Tempo rubato"unb„@lucf." 
I)ie 3luöftattung ift fetjr ju loben. 

Aus 3Jerfin. 

lifottf«5unä.) 

2iebig'8 oierte ©oiree für Ordjeftermufif in ber ©ing« 
afabemie braente am 8. December bie Ouoerture ju ,,9tup 
Sla«" »on s JDcenbelSfot)n, bie @b,iupI)onie au« ber SBeib^ 
nad)tSmufif »on 3. ©. Sad), ba« ©eptett »on Seett)o»en, 
bie Ouoerture ju „jßeincpljoon" »on Sogel unb ^atibn'S 
S bur=©umpf)onie. 

Srfreulid>er SBJeife finb in feiner Soncertfaifon ber frttb,e» 
ren 3ab,re fo »iel ©ad)en »on 3f. SB agner, SR. ©ebumann, 



■ Hl 



41 



©djubert, Sif jt, ®abe k. gefpielt, gefunden unb Beifällig 

gehört worben, at« in ber erften £älfte ber bieäjäljrigen ©ai« 
fon. Unfere Verleger tonnen niAt genug 9cooa»©enbungen 
biefer Somponiften oerfdjreiben. 

9m ©onnabenb ben 10. December fanb bie erfle ©oiree 
be« fönigl. Dc-mdjor« im ©aale ber ©ingafabemie unter Sei« 
tung be« jmeiten Dirigenten $rn. o. $erjberg ftatt. Der 
erfle '.Directcr unb ©rünber biefe« roeltberttljmten Sljor«, 
Auguft 9?eitb,arbt, ift leiber feit einiger 3«t erfrantt. Seit 
bem S3efler>en be« lönigl. Domdjer« rourben un« al« a capella- 
®efang oon etwa 100©ängern@efänge in Sb,oral« unb Sieb« 
form (geiftl. Sieb), Samentationen, ÜRotetten, $fa(men, £»m« 
nen, ftugen 2c. tbeil« für ben gemifd)ten, tbeil« für t>en SÜcän« 
nercfjor oorgefüfjrt. Urfprünglidjer 3roect be« Domdjor« ift, 
bie liturgifdjen Sböre bei ber Siturgie im fönigl. Dome ju 
fingen. 2Ba« bie äu«toab,t ber einjelnen (Sefänge für ben fird>- 
lieben ®ebraud) betrifft, fo mürbe, fo oiel eS bie Umftänbe nur 
einigermaßen erlaubten, erflrebt, bie älteren unb neueren au«« 
gejeidjneten Jonfätje ber Äircfte wieber jum Eigentum ju 
machen. Später fing ber Domdjor an in ber ©ingafabemie 
jum Veften feine« IßenfionSfonb« Abounementconcerte ju Der« 
anfialten. (Sin foldje« liegt nun jur SBeurtljeilung »or. Durd) 
biefiebenftimmige9J<?otette®abrieIi'«, burd)ba«: „In nomine 
Jesu" (für ÜJcännerfiimmen) oon ®altu«, burd) ba«: „O 
magnum mysterium" oon ©carlatti unb burd) ba« gemal« 
tige „Misericordias Domini" oon Durante würben und be» 
beutenbeÄunftfdjöpfungen be« fatfyolifdjen Sircb, engefange« be« 
16., 17. unbl8.3abrbunbert« oorgefüfjrt, roäfjrenb und burd) 
3. ©. SB a*'« adjtftimmige üRotette: „fiomm, 3efu, fomm", 
burd) D. SJcicolai'8 Aerologie, ©poljr'«: „©elig finb bie 
lobten" (für 3}cannerftimmen) unb burd) SReißiger'«: „Ado- 
ramus te Christe" großartige Kunft* unb Jpodjgefange gegeben 
morbenfinb, welche jum Üriumpbe ber eoangelifd)en$ird>e unb 
be« eoangelifdjen ©lauben« ewige Vorbilber imSReicbe ber Ion« 
fünft bleiben werben. 2Bie 0. ©. 33 ad) gefdjriebeu, fo oer» 
inodjte fein Angehöriger ber alten Sirdje ju fdjreiben. ÜKit 
roeldjer 3Beib,e, §errlid)feit unb 2Bat>rt>ett tiefe ßböre unb 
©oli (leitete oon ben Jp$. 5 riefe [wegen jpeif erfeit be« $rn. 
Dtto], glögel, ©abbatb, unb Äofcolbt oorjüglid) gefun» 
gen) oon unferem Domdjor oorgetragen würben, ift weltbefannt. 
Änberntbeil« muß man erft ein „großer Verstorbener" fein, um 
fo ju fagen curfäfjig für ba« Programm ber ©ingafabemie in 
ben Domdjorconccrten ju werben. Da bie« nun einmal ©tt)l 
ift, fo fonnte aud)©poljr unb 9teißiger niebt eb,er tb.eilb.aben 
an ber ©emeinfdjaft ber lobten, beoor fte felbft ßrben unb 
©Birne be« $intme(rei<b« geworben, äufrid)tig freuen wir un« 
nun, jum@ebäd)tnißberfürjlicb.»er|"torbenen2onfefer,©pob,r'8 
©djwanengefang : „©elig fmb bie Sobten" unb SReißiger'«: 
„SBir beten bid) an" gebort ju b. aben. Aud) finb wir bei biefen 
Goncerten burdjau« nid)t mit ber 6infüb.rung ber ©itte ein» 
oerftanben, ftumm unb regungölo« bie unübertreff lidjen Seiftun« 
gen biefe« Sb.or« bjnnebmen ju muffen. 3Benn ©djweigen unb 
fein ertennbarer unb börbarer 33eifaü für anbere Soncerte Un« 
jufriebenbeit unb 9Jcißacbtung auSbrücft, fo foQ in ben Dom« 
djorconcerten biefe« ©djweigen 3"friebenbeit unb $ld)tung bo« 
cumentiren. 333ie fonberbar! SBeit entfernt, lärmartige Öoa» 
tionen unb 5Wanifeftationen burd) SeifaÜflatfdjen in ber 
©ingafabemie, bie bod) feine ®ott geweifte 5tird)e ift, b^eroor« 
rufen gu wollen, wäre ein befd>eibene«, aufmunternbe« 93eifaD«» 
fpenben »iefleidjt burd) ben Sluöbrurf eine« „SBraoo" oon ©eiten 
ber anwefenben Ferren ju empfeblen, nod) ba^u, ba in biefen 



Soncerten aud) Slaöier gefpielt wirb. Diesmal trug $r. © i e g. 
8 lumner auf einem ©töcfer'fdjeu Stttgel eine $b.antafie 
unbjjuge oon 9Wojart unb93eetbooen'« SBbur*©onate oov. 
®ab ber ©pieler bie (Juge ju frei nuancirt, tonmalerifd), we» 
niger breit, gemidjtig unb marfig in ber 2bematifirung unb 
Dura)fübrung, obne monoton ju werben, fo trug er bie ^ö bur* 
©onate, weldje ber überreidje, quellenbe ©trom geiftigen @m» 
pfinben« ift, ganj mit bem ©d>melj unb 55ollgefüb.l eine« ben» 
fenben ©pieler« unb Sirtuofen oor. 

"am 11. December fanb bie $weite ©oiree be« $rn. $of* 
pia'niften o. Öüloro für bie ©a)iüerftiftung im ©aale ber 
©ingafabemie ftatt. Son $). o. Jöttlow würben oorgetragen: 
©onate Op. 111 (S moll) oon 33eet^iooen; Les cloches de 
Qeneve, Valse-IrapromptuOonSif Jt; britte s j}^antafie((£ino(l) 
oon ÜKojart; üJcetamorp^ofen Dp. 74 oon JRaff; 3tomanje 
Dp. 28, s Jcr.2 oon 3i.©djumann; Impromptu Dp. 90, 'Jh. 2 
oon ©djubert; ©aootte oon Wart) (D moll) unb '[ß^antafie 
über ÜKotioe au« „©rnani" oon Sifjt (üJcanufcript). "Alle 
biefe ^iecen würben felbftoerftänblidj, wie bie im elften Soncert 
gefpielten, oon unferem genialen, näd)(t Sifjt bebeutenbften 
ÜÄeifter be« Slaoierfpiel« mit größter Sollenbung oorgetragen. 
9lm meiften fdjlugen bie«mal burd) bie geiftooll componirten 
üKetamorp^ofen »äff« unb 33 ad)'« ©aootte. SlUe Vorträge 
würben bei überfüUtem ©aale mit begeiftertem Sjeifall aufge» 
nommen. 9cad) einer jeben ber beiben jule^t genannten ^Siecen 
würbe o. 93ülow unter ftürmifdjem Sipplau« breimal gerufen. 
28a« für gewaltige Antiquität«« unb 9tarität«*£)b" n muffen 
ba« aber fein, weld)e einige biefer Ißiecen in „fadjoerftänbiger 
Sennermanier" (wie ein ^iefiget Serid) terftatter fid) au«brttcf tej 
al« „wa^re« Sännen um 9ftd)t«" bejeidinen ! ©ola)e 9tecenfenten« 
Orafelfprücbe b.aben feine SBirfung meb.r, feit ba« publicum 
felbft beftimmenb mit offenen O^ren b.ört, unterf cbeibet unb 
wäb.lt*). $aben benn biefe Seute ben großartigen SeifaD bei 
einem jeben ©tücfe abftdjtlid) nid)t gebort? grl.Sllen^ranj, 
eine Sdjülerin unferer gefeierten 3rieb = 23(uiuauer, trug 
jwei Saflaben oon Hebbel ,,©d)ön$ebwig" unb „DerJpaibe« 
tnabe" für Declamation mit melobramatifd)er Slaoierbegleitung 
oon 9t. ©d)umann oor. $at biefe junge Dame aud) nidjt ba« 
mad)tige, fd)ön flingenbe ©pradjorgan ber %xau granji«fa 
SRitter (©d)wefter unferer grauOob- 3ad)mann«iJBagner), 
oon welcher mir imOuni auf ber Seipjiger £onfünftler»33er» 
fammlung biefelben 33aQaben jum erftenmale fo ergreifenb unb 
febön gehört, fo gab grl. ftranj biefe beiben SaKaben bod) 
unter großem SSeifall mit ooQenbetemAudbrucf unb tiefer Auf» 
faffung. Die ©cbumann'fdje Segleitung blatte ^.o.Sülow 
mit d)arafteriftifd)er S« 1 '^ 1 ausgeführt. Sin Sd)ttler be« 
®ef angleb. rer« Dr. ©djwarj, ber Kenorift $r. 3ob.anne« 
©ebleid), über weldjen mir fdjon oor oier iÖconaten berid)« 
teten, trug Seetbooen'« Sieb: „9ceue Siebe, neueöSeben" mit 
Verftänbniß, b. errlid)er ©timme unb unter großem 33eif all oor. 
AI« praftifd)fr ©efanglebrer fyat ^pr. ür. ©ebroarj aud) an 
biefem ©änger bewiefen, wie mit©id)erljeit in furjer3eit feine 
wiffenfd)aftlid)»p^öftologifd)e ®efang«funftlebre jur $eilme= 
tl;obe eine« jeben ©timmorgane« werben fanu. Obne große« 
®ewid)t barauf legen ju wollen, fei fd)ließlid) bemerft, baß ber 
ftattgefunbene äBettfampf eine« @rarb'fd)en ("Jtarifer) unb 
93ed)ftein'fd)en (berliner) Soncertflügel« feineSmeg« jum 
9Jad)tbeil unferer berliner glügelbaufunft ausgefallen ift. 

(Sottft^Bng folgt.) 

*) SlUe, »eldje über »iebtige Äunjtanaetegenbeiten reben, mögen 
bod< juBor erwägen, ob, wa« fle reben unb (djreiben, ber Äunft beilfam 
unb für fie felbft ebrenoofl fei. 



42 



JUetne Bettung. 



3lpl)orisinfli. 



@« gab eine 3«'» »e «« }» ben ©elten&eiten gekürte, »ran ber 
STOuftrer ein Such jur$anb nahm. Siefe3eit ift jeöt glüdlicb borüber. 
SBtr ftnb eingetreten in eine ©poebe, bie auch bem Ättnfiler minbeflen« 
»telfeitigere ©ilbung in feinet Äunft jur unerläßlichen »cbingung 
macht. SBenn bie unb ba einige SBenige ficb finben, bie unberührt 
(heben »on biefent höheren ©treten, [o febaben biefe nicht mehr. So- 
fort erlennt man tfcre Unjulönglicbfett, unb bermag ficb barou« ben 
SBtberfprucb, in bem fie mit ihrer 3eit fich beftnben, ju ertlären. <£« 
«riebt inbeß noch eine anbere ffilaffe in ber ©egentoart, in einer 3»if eben» 
ftettung jwifeben Hit unb 9teu, au* ber 3ett unb bem Älter nad>, bie 
bureb ihr ben gortfebritt negirenbc« ©erhalten noch jefct febaben tonnen, 
»eil hier ba« wicbtangetnejfene in ber Xbat weniger leidet fich ertennen 
läßt unb auch ber ©Itd für bie (Srfaffung biefer SRangel bei manchem 
»nberen jur 3eit noch niebt gefebärft genug ift. (£8 ftnb fotcBe, bie, im 
»oufommenen ©eftfe ber alten »Übung unbatfo weit fid) etbebenb über 
jene ununterriebteten SWufiter ber früheren 3eit, au8fcbließlicb nur bie 
wtnwirfungen ber @egen»art »on ber $anb weifen, in bem unbegrün- 
beten ©lauben, »on biefer feine gürberung, feine nachhaltigere Seifte«« 
nabrung empfangen ju tonnen. Surch ibre fonftigen Seifrungen, bureb 
tbr fonftige« SEBtffen «utoritäten, febaben fte babureb, bafj Ununter, 
richtete benfelben Stefpect, ben fte in anberer ©ejiebung »erbienen, ibnen 
auch, roa« ba« Urtbeil über bie gegenwärtigen ©eftrebungen betrifft, 
entgegen bringen. 3n ©ejug auf bie ©egen»art aber ftnb fie fo ununter« 
nebtet »ie utögliib. ©ie lefen SBenig ober Stiebt«, unb loenn fie 9cottj 
nebmen, gefebtebt e« fo willfürlicb unb bereinjelt, bafj fte nie jur (Sr- 
faffung eine« roirf lieben 3ufammenbange8 gelangen. SRur bureb Hören« 
fagen empfangen fie Äenntniß »on bem, wa8 um fie unb neben ibnen 
»ergebt, unb »eil fte leicht alle« ©erebe ficb ju eigen machen, »or bie 
rechte ©cbmiebe, um ficb genauer ju unterrichten, ju geben aber »er« 
fäumen, fo gefebiebt e«, bafj in ibren Äöpfen etn©bfttm ber feltfamften 
3rrthttmer unb (Sinbilbungen fich. jufammenfefct. 3m guten ©lauben, 
genau unterrichtet ju fein über bie ©eftrebungen ber neueften 3eit, 
»tffen fte niebt mebr ba»on, al« »a« in Älatfajgefellfcbaften barüber 
circulirt. «Riebt bie Ungebilbeten alfo ftnb jefct bie bem gortfebritt Hin- 
berlicben, e« ftnb bie §ocbgebilbeten, »eil bie Cinfeitigteit berfelben 
niebt fo febnett unb leicht erfannt ȟb. 



(Eorrefponbenj. 

feipjia. 91m 19.3anuar fanb ba« 12.8lbonnement«<5oncert 
im ©aale be« ©ewanbhaufes, unter 9Jcitwirfung ber grau ©ürbe» 
9ieb, fiatt. 3" m erftenmol in laufenber ©aifou (Knnen »ir ba« $ro« 
gramm ein mit ©ejdj irt jufammengefiellte8 nennen ; »aren auch meb» 
rere Kümmern im ©ewanbbaufe »ielleicbt alljuoft bagewefen, fo 
matten ficb. boeb »enigften« leine eigentlichen ©erpöße gegen ben 
guten ©efebmad bemcrtlicb — unb ba« ift unter ben obwaltehben 95er- 
bältniffen febon banlbar anjuertennen. Sa« Orcbefter allein fpielte, 
um bie* »or»cg ju lagen, bie Seonoren»Ou»erture 9tr. 3 unb ©ebu« 
mann'« © bur«@»mpbcnie in befannter Söeife, b. i. mit größtem 
geuer, unb ba« ©ctyumann'fcbe SBerf namentlich mit größerer $rä= 
eifton, al« »ir bieder jemals ba« reijenb frifeb^e 9Reifter»ert gebärt. 
Scaufcbenber Beifall »ie nacb SBeetbooen'« Ouserture, fo aüä) nacb 
©cbumann'«©»mpbonie jeigte, »ie gleichmäßig tief 93eibe im 83e« 
»ußtfein unfere« ©e»anbbau«^ublicum« ÜBurjel gefaßt haben. Da« 
brttte Orchefterftüef be« 9benb«, 5Dcenbel«fopn'8 Ouvertüre jum 
„2J?ärd?en »on ber febönen äßelufina" leibet betanntltdh et»a« an 
SKonotonie unb fann baber weniger burebgreifen, al« bie im Gbaratter 
ähnliche, aber »eit coneifere $ebriben>Cu»erture. Sie „grühling«« 
SBotfcbaft" »on ©abe, »on ber ©ingafabemie gefungen, »urbe beffer 
gefungen, al« jum erftenmal in »ortger ©aifon. 2)er Umftanb, baß 
nach, bem erften triftigen §er»ortreten ber äJJelcbie ade« gernere ohne 
innere Steigerung unb ob.ne mannigfaltige 9iuancirung gleia>fam im 
©anbe »erläuft, mach te auch, bieemal »ieber ben ©efammteinbruef }u 
einem geseilten. — gran »ürbe.SReo fanabie ©cene unb ärie »on 
$eetbo»en unb bie Partie ber l'enore in 2Jcenbel«fobn'8 erftem 
ginale ;ur „i'oreleb." Sie Untere Seiftung ift aus früherer 3eit al« 
eine ber heften biefer ©ängerin betannt; in ©eet beben'« Slrte er» 
reichten bie marlig betonten, mit außerordentlicher ©roßheit be8 ©tyl« 
hinau«gejchleuberten recitati»if(benlSingang8ftet(en ben fiühebunct bra« 
matifcb.cn ©efange«, in ihnen trat bie große ©eite ber grau ©ürbe« 
9c e» mit ^rägnanj hecoor, »enn gleich, me^r unb mehr ficb. bie ab- 



nähme ber ©timme unb in gleichem ©ebritte bamit ein $afcben nach 
äußerlichen (Effecten hemertlicp machet; bagegen »ermißten »ir tm Bor« 
trage ber Slrie felhj), im Snbante »ie im Megre, bie SSärme be« ©e« 
fübl«, bie 3nnigteit, SJeibe« gerabe für biefe aufgäbe burebaue notb« 
»enbige (Sigenfc^aften. SerSBeifad »ar naä) heiben Senfittden heben« 
tenb; im ginale fibien un« ber Sbor ju Snfang „noch fühl »om ©let« 
fjberfcbnee", boeb riß bie ©roßartigfeit ber ©olijlin auch alle übrigen 
SKitWirtenben mehr unb mehr ju triftiger ©ethätigung hin. 

friptia. ©ine längere 3eit ift »erjlric^en, oh^ne baß »ir in au«« 
führlicberSBeife unferer Ober gebaut hatten, iffiir haben bamit jeboeb 
feine«»eg« einen etwaigen Unroerth berfelben anbeuten »ollen, »iel« 
mehr alten benen in unferer äHuftfftabt jum Xro^, bie als ftänbige 
©efneher ber „®e»anbbau««(SlaJficität" über unfer Xheater glauben 
bie 9cafe rümpfen ju bürfen, mit Ueberjeugung ju betonen, baß bie 
Stiftungen besfelben ficb gegenwärtig tühn neben bie ber meiften $of« 
bflbnen, in manchen SBerfen fogar barüher ftellen bürfen. ffi« liegt ba« 
»eniger an einem Äeiebt^um ganj heruorragenber Äräfte, — folche 
bürften überhaupt fchmer ju finben fem; unfere ©ängerfinb jum große« 
ren Xbeil tüdjtig, aber ntcht eben bebeutenb. ÜBa« unfere Oper 
bennoeb. ju einer hiich.fi heachten«»erthen mach, t, ba« ifl neben bem bor« 
jttglichen, reichen dtepertoire namentlich bie ©leicbmäfiigfeit ber »er« 
febtebenen Sräfte, ba« treffliebe Snfemhle, bie ftet« gcfcbmadooUe 3n« 
jeenirnng, turj alle« ba«, »a« mit bem SSirtuofenthum febr SEBenig >u 
thun^iat, aber bie gorberungen ber Äunft, bie2Bünjd;e ber Äunftfreunbe 
um fo mehr befriebigt. Sa« $aupt»erbienft hierin gehüh.« bem Sirec« 
tor 9tubolph SBir fing, baneben aber auch jum guten Xheile bem 
untüchtigen Sirigenten SRicciu«; möge ba« auch »on mufttalifch ge« 
bilbeten «reifen mehr al« bi«her anertannt »erben! Siefe fprübe SJor« 
nebmthuerei mancher fireife bringt nach teiner ©eite hin SRufien, ber 
©ac^e felbft aber unöertennharen ©«haben. Son einjelnen auffüh.run« 
gen au« letjter 3"t nennen »ir junäcbft „Sa« Xhal »en Änborra." 
$ale»b'8 äußerft fchwierige SJcufit mit ihren ja^lreichen ©chön^eiteu 
unb berborragenben Sigenfcpaften prägt ficb in bem romantif(b«iomifa)en 
@t»l biefer Oper fo febarf au8, baß man e« beppelt hoch anjure$nen 
bat, »enn bie Sarfieltung »on ©eiten beutfeber ©änger bennoeb eine 
jum großen Xbeil fo gelungene ift, »ie hier, lieber $rn. ?)oung 
haben »ir »ieberholt unfere SDleinung au«gefprocben, jebe neue 
Rotte beftätigt ba« früher ©efagte noch mehr; fein SSertrag ift correct, 
bie 8ln»enbuiig feiner SKittet aber ift in ben meiften SSejtebungen ju 
tabeln, ba« ©piel beinahe höljent ju nennen, bie Xertau«fpracbe man- 
gelhaft; al«3äger©tephaii tann er jeboeb fo jiemlich genügenb genannt 
»erben. Ungleich anfpreebenbev, mufitalifch tüchtig, iubi»ibualiftrenb 
bi« in« Sleinße unb ben tiefer gmpfinbung in jeeer Partie, hat unfer 
lorifcher Xener ^)r. 33er narb »eit benSBorrang »or feinem (Sollegen ; 
fein ©piel freilich ift oft ju haftig, feine 3ntonatton nicht immer ftc^er. 
83on ben übrigen in genannter Oper befchäftigten Äräften h«hen »ir 
noch ben ©aßbuffo Süd, ber auch in biefer ernften Partie be« $irteu 
8orjüc;liche« leiftet, ben ©ergeanten «ertram, fcbließlich grl.SRacb« 
tigal, grl. ©hrenberg unb grau ®ünther«»«dbmann al« 
burchau« loben«»ertb heroor. — 3n ben „Hugenotten" trat unlängft 
nach längerer Slbwefenheit ein in gutem »nbenten gebliebene« SJcttglieb, 
bie je^ige grau Sertram, frühere grl. iKaric SWeaer, »ieber auj. 
©ie befi(}t eine traftcelle aitftimme, bie burdj anbaltenbe Hebung aueb 
in ber ©opranlage entttidelt ift, ohne baß boeb bie höheren Xöne ge« 
rabeju abfließen. 3b* ©piel ift »oll Seibenfc^aft, ihre »u8brud«»eifc 
an ben meiften ©teilen bBcfyft treffenb. Sßir möchten ihre ganje (Srfcbei* 
nung mit al fresco unbfomit ihre l'eiftungen in ber großen franjöftfa>en 
Oper, al« 93alentine, alsgibe«, al« bie gelungenen bejeichnen. — Ser 
„Prophet" beglüdte benn auch j»eimal in leftter 3"' ba« fchauluftige 
publicum. 3n beiben 5Keperbeer'fch.en Opern bot auch Jpr. ?)oung 
aläSRaoul unt3cbann ».Sebben feine heften Äräfte auf; entfpreebenber 
jeboeb al« bort »ar er al« ©corge Srcwn in ber ganj türjlia) »ieber 
aufgeführten „SBeißen Same." Sie@taccato«9)canier feine« Vortrage» 
trifft hier an manchen ©teilen mit bem ©töle ber 9Wufit überein unb 
ein gefunber Turner erwärmte ba« fonft atlju talte ©piel. — Sine iu 
mancher $inficbt tüchtige SarfteHung fanb „Xempler unb Sübin." 
^r. ©ernarb brachte al« 3»anboe fein Sieb ebenfo ju glänjenber 
SBirlung, »ie er überhaupt im Saufe biefer 3Monate in ben Partien be« 
Xamine, be« aimaoiba, felbft in Heineren Oiollcii bie ©pifee ber ge« 
fammten Seiftungen biltete. SKöcbte er jum 95crtbeile ber ©ache »ie 
jum SSortheile ber (Söffe nur noch öfter befchäftigt »erben! Hrn. 83er« 
tram'8 Xempler ift ebenfatt« eine febr tüchtige Seiftuug, in ber bie 
pbbfifcbe Suebauer bei fteter Seherrfchung ber mufitalifebengorberun= 



43 



?en »abrbaf t imbonirt . grl. ffi b r e n b e r g ifl al« flet« »ortreff (id) be« 
annt ; 9Jtand)e motten tyr Sbiel etwa« bertiefter, gefammetter feben, 
uns mißfällt außerbem ba« öftere Xremotiren. Sri. 92ad)tigal bat 
feit einigen 3Jconaten überrafd)enbegortfd)ritte gemacht; ibre erflmalige 
®urd)fübrung bet 9lnna in 8oielbieu'S Ober berbient bolle Stner» 
tennung. Der »obltbuenb fanfte ÜElang ibrer ausgiebigen Stimme 
barmonirt mit bem immer nocb etwa» eintönigen aber ftet« gefälligen 
Sbiel, grl. 9iad)tiga( ift fumit auf bem beften Söege, bie atlfeitige 
©unft ju ftnben, bic ibre 8egabuna. bielldd)t fdjon fritber bätte erlan* 
gen tonnen. — SBie »ir bören, Wirb augenblicflidj „Üobengrin" neu 
einftubirt. unb uns fomit boffenttüt reibt balb bie ©elegenbett ju ein« 
gebeutet Scfbredjung. 

Ctip;ig. Da« ffi nftcSoncert be«2Rufit»erein«„Suterbe" 
am 17.3an. fanb unter Direction beS einfhreilen an Sanger'« Stelle 
eingefetjten §rn. ». 8ernutb flatt; bie StuSfübrung ber Ordjefler« 
ftflae — SoboiSfa'Oubertiire unbSeetbooen'S 8bur«Sömbbonie-^- 
ging obne befonbere Störung »or fub, unb fo bürfte benn bie Sßabl 
be« Dirigenten gutgebeißen »erben, bis eine entfbretbenbe, gerabe in 
biefem SKomente bopbelt »ttnfcben8»ertbe regfame Äraft aefunben ift. 
grl. Smilie Sßiganb fang ba« „Ave Maria" bon Sberubini, 
ebne biefe« in Sejug auf formelle ©efialtung außerorbentlicb an» 
fbrecbenbe Xonftüct ju rechter ©eltung bringen ju tonnen, unb bie 
SJcenbelSfobn'icb; Soncertarie; wenn fte im Sortrage be« Sberu» 
bini'fdjtn 2Serfe« ben großen getrageneu Xon bermiffen ließ, unb ge- 
gen ben Scbluß bin aud) etroa« tu baftig rourbe, fo jetgte ftcb grl. SB i« 
ganb in ber un« i'eibjigern mittlerweile febr betannt geworbenen 
9Reubel«iobn'ftb«i2«ie, na # b" T ie gerufen würbe, mebr juipaufe, 
bier tarn aud> ibre tlangreidje Stimme jur bellen ©eltung. Sem „Ave 
Maria" folgte in »irtungercidiem Sontraft ba« militärifdje Soncert 
ton i'ibin«ti (erfter Safe), borgetragen bon Jpw. 2lrno $ilf. 
Veiber batte ber junge SJirtuo« jenen ©egenfa^ nidjt in »oller Sdjärfe 
aufgefaßt, er fuebte bie Sftreme ju bermeiben unb trug ba« militä« 
rif ^e Soncert feinem friebliebenben publicum ju©efauen al« f enti« 
mentale« Soncert vor; Wenn nun aueb fdjon bier bie ttttmifebe Jjer» 
tigfeit anjuertennen, fo »ar boeb bie ganje Seiftung in ber ©runbftim« 
mung fo berfeblt, baß fie nid)t fügltcb burdjfdjla'gen tonnte, befferen 
Crfolg batte§>r. |jilf mit ber »on SDtenbelSfobn mit ^ianoforte« 
Begleitung »erf ebenen 8 adj'jcbenSbaconne, b ' e er mit8erftänbniß unb 
großer Sicberbeit bortrug. 35a« ganje Programm »ar »ieberum, roie 
ba« in lefcter3«t öfter« gegeben, obnegrünblidjeffiinftcbt, obne offenen 
8lictjufammengeftellt. 

Jteipjig. @S ift fdjon roieberbolt in b. 81. barauf bingeroiefen 
»orben, baß fieb ber Sborgefang in ?eibjig einer ftet« »aebfenben 
Pflege erfreue ; baeon legt aud; neuetbing« roieber bie ©rünbungbe« 
SRicbarb SDcüller'fcben SSercin« 3eugniß ab, ber fid) am 14. b. 5Dct«. 
im großen Saal be« §otel be fotogne nad) taum balbjäbrigen 95«» 
fieben mit feinen erften öffentlichen Seiftungen, »or einem eingelabenen 
jablreidjen publicum, einführte. 35a« Programm bot u. a. „^roei Äir< 
cbenftücte" »on Hauptmann, ba« 85orf»iel au« ,,$an« Delling" unb 
9Henbel«fobn'8„2Bal»urgi«nacbt".— äm21.3anuar »eranftalteten 
aud) bie »ereinigten 3Wännergefang»ereine „Sieberbatle unb l'icbertafel" 
unter Dcicbarb aßüller'« Sirection, ebenfaK« im §otel be fotogne, 
ba« erfte Soncert unter ibrem genannten neuen 'Jiamen. Da« s Bro« 
gram m war jroar reicbbnltig, aber niebt mit berroünfcben*roertben l Stei« 
gjrung ber inneren SSirfung angeorbnet. 2>en änfang be« jweiten 
ibeil« bilbete gifcber'8 „Meereeftille unb glüctlicbe gabrt", ben 
©ebluß be« ©anjen SWarf ebner'« fraftcoUer £b" : »övei roie be« 
Slbler'8." pt. Ü anbgraf trug außerbem jroei (Slarinettfoli »or. 

ifeiyiig. Im 20. 3anuar fübrte |>crrmann ^irfebbad) im 
großen Saale ber iBucbbänblerbörfe in einer äRatinäe »or eingelabenen 
3ubörern mebrere feiner Sombofirionen »or, unb jn'ar: „Srinnerun« 
gen an bie Sll»en", britte S«jm»bonie, Dp. 47; Quartett «Kr. 13, 
C».49. für jroei Biotinen, Sratfcbe unbä3iolonceII; „gauft'8 Sßajier« 
gang", *J5bantafie für Orcbefter, 0».27; Cuoerture (Cb. 28), ber beut» 
fdjen Kation geroibmet. 3)a«Ouartett rourbe »on bcn|)$.^aubolb, 
ipilf, junger unb 2. ©rü^macber au«gefübrt. $Sat bie $otn»o* 
fitionen felbp betrifft, fo »erroeifen roir auf SJiole'« ©eföreebung ber 
€la»ierau«jüge »on mebreren, in 9fr. 15 be« 50. 8b8., ber rcir audj 
beute, nacb roirtlicber Snbörung biefer SSerte, in ber Jpaustfacbe bei« 
ftimmen. ®ie Muefübrung unter ». ©ernutb'« Veitung roar [teilen« 
reeife eine böcbfl mangelbafte; über ben Srfolg ift 9itcbt« ju berieten, 
ba8 publicum blieb uon Anfang bi« ju Snbe ganjlid) tbeilnabmlo«. 

fonbon. Sie roerben ficb rounbern, baß icp nur feiten ba^u tomme, 
3bnen au« unfererSBeltftabt, reo e« boeb, rcabrlicb nidit an muftfalifdjen 
©enüffen feblt, @troa« ju fenben. 8ber idj muß ibnen gefteben: fo oft 
i b bie^eber anfefce, über bie Sriumbb' ^> K \ n ob « jener ©efangegröße, 
über btefe ober jene 3)taffenleifiung ober gar über ben mannigfacben 



mufitalifdjen ©umbug ju fd)reiben, bebenfe id) mir im Stillen, Ute »iel 
beffer ber baju nötbtge 9taum mit ben S3erid)ten au« irgenb roeldjer 
noa; fo roinjtgen, aber boeb roenigfien« einigermaßen mufitgebtlbeten 
Stabt 2)eutfd)lanb« gefüllt »erbe — unb roieberbole fo lange mein 
alte«Älagelieb, bi« ein rtefige« ^lacat ju neuen (Soncerten, neuen Xan« 
talu««Oualen einlabet. „Xrottatore" unb „Xrabiata", unb „Xrabiata" 
unb „Xro»atore" in ber töuigl. Oper, wenn e« b»cb fommt aud; ,,3)i« 
norab", — im £rbftatl»alaft ba« miferabelfle ^}rogramm«@emengfeI, 
uub al« einjiger Xroft babei, baß e« eben 9cicbt« ju »erberben giebt, 
unb für bie^utunft, wenn überbaust nodjffitroa«, nuröeffere« ertoar« 
tet roerben Tann! 3)0$ id) roitl nid;t gar ju febr grau in grau malen, 
bie „botfstbümlicben 2Kontag««<5oncerte" in St.3ame«^al( »erbienen 
jebenfaQ« ein relatives Sob; wenn mxi) bie Suefübrung claffifdjer beut« 
fdjer SSerte burd> beutfdje xünfiler nid;t immer tabelloS, fo barf boeb 
allemal ba8 Programm ein mit beftem SBiücn angeorbnete« genannt 
»erben. So borten »ir im »ierten Soncert ba« §a»bn'fcbe ffi moü» 
Duartett red)t »acter auSgefübrt, mit einem $rn. Setter an ber erfien 
©eige; bae feebste am 19. 35ecember braute nur SBerle »on 8 ad) unb 
$ anbei, fo u. a. »on Süe^terem baS große S bur«Soncert für Orgel 
iinb ein Xrio für jwei SSiolirferTunb SStoloncell. — 5luS äRandjefler 
babe idj Sbnen nod) bie intereffante Xbatfad)e ju melben, baß in einem 
bortigen Soncert unter Cbarle« $alU'« Settung »or Äunem bie 
»oUftänbige „3bbigenie in Xauri«" aufgefübrt rourbe; 9Jcab. Satbe« 
rine^aue« fang bie 3bbtS«tie, ^>r. Sim«3tee»e« ben W*>«*» 
e« fott im ©anjen reebt gut bamit gegangen fein. 



Reifen, Conrerte, Cngagcmtnte. 9lm 15. Sanuar gaben bie 
p§. g.Sad;arunb3.$eeferin grantfurt a.3K. bei ©elegenbeit 
ibrer 25jabrigen 3)ienfljeit als SJcitglieber be« Xbeaterord)efier« ein 
ftart befud)te« Soncert. «m 22. Sanuar »eranflaltete ber Xenorift 
Sbbtcb ebenbafelbfi im §otel be l'Union eine ÜKatinöe. 3m feebfien 
bortigen 2RufeumS»Soncert am 20. 3an. fbielte Sleyanber 3)rei) = 
fd)od u. a. ©eetbo»en'S S mott^Soncert. 

Am 17. 3anuar fanb im So In er ©ürjenicbfaate unter filier'« 
Seitung ein Soncert jum 8eflen be«Xbeater«Orcbefler« flatt, baS burdi 
ben SBranb bee XbeaterS in feinen Sinnabmen natürlid) bebeutenb re- 
bucirt ift. ©abe'8 fed)8te Sbm»bonie eröffnete ben äbenb; 3oad)im 
fbielte u. a. ba8 9Jcenbel8fobn'fd)e Soncert unb ein Sabriccio (9Jca- 
nuferibt) bon filier. 3)agegen »ar ber erwartete Xenorift SJcie» 
mann aue fiannober au«geblieben. 

3)ie UniuerfitStSconcerte »ie bie Ouartettfoir&n finb in biefer 
Saifon in Petersburg febr flart befuebt, bagegen follen bie Soncerte 
be8 aKufifbereins unter 91 ubinft ein'« 3)irection nid)t ganj ben er- 
warteten Srfolg baben. 3n einem Soncert, ba« im Saufe beSvcobember 
»um Senefij be« 8ioloncetl'8irtuofen Äarl Scbubertb ftattfanb, 
tarn u. a. eine Sifjt'fdje fbmbbonifd)e Dichtung (»elcbe?), fo»ie bom 
»BenefUianten felbfl eine Ballade funebre unb eine Reflouberture juv 
«uffübrung. 

9m 25. 3anuar fanb in Sonn ia« britte Slbonnementconcert, 
jum Subenten Sbobr'8, ftatt. 8on bem Verewigten felbfl tarn bie 
©efangsfeene bureb Soncert«3B. gri(3 SEBenigmann au« Sad)tn 
unb bie S moU=Sbmbbonie ;ur Sluffübrung. 

9lm23. 3anuar gab Jlleranber 3)rebfd)od im Stabttbeater 
}ii granffurt a. W. ein Soncert. 

9lm 4. Sanuar fanb in SBcrmen bae erfle Slbonnementconcert 
flatt unterSl.Äraufe'«Seitung. Der Dirigent felbfl fbielte SDco ja rt'8 
D moü. Soncert. 

"S>a9 erfle bbitbarmonifebe Soncert in SBien brad)te u. a. „Die 
gee 5Wab" au« 8erlioj',,9fomeo unb 3ulie." 

3m 121. bbilbarmonifd)cn Soncert in Hamburg »irtte am 
20. 3anuar aueb ber CiolonceHifl S. Dabiboff mit. Derfelbe wirb 
nun aueb in 8 erlin concertiren. 

9m 21. 3anuar gab ber tönigl. Domd)or in 8 erlin feine j»eit« 
Soir6e. 

am 22. 3anuar fanb in SBien ein 3 B 9l'"9*">n«rt b'* Sonfer« 
batorium« ber SJcufttfreunbe unter Leitung be« Director 3ofebb 
§ellme«berger flatt. 

am 20. 3annar fanb in 8ertin bie biertt (lefete) üaub'fd)e 
Ouartett.Soiree flatt. 

©raf 9tebern gebenft in 8erlin oier mufitalifcbe Soireen 
ju geben. 

iHufikfefte, ^uffübrunotn. 3n 8ertin würbe fürjlid) »on btm 
Stern'fcben ©efangberein ber ,,9)ccffla«" aufgefübrt. 



44 



Cent ans ntueinftnbtrtr €>nere. «m 16. 3aunar gelangte enb- 
litb bteCper bc«@tof<n Sßtlbel m b. SR eb ern: „(Sbriftine" im SJer- 
liner $.of tratet jur Huffit&rung; wir werben natürlidj einen aus« 
fübrlinjeren Strikt üb« bat Sfßerl unb bie fluffflbrung bringen unb 
nettren bat« bi« nur, tag berSrfotgtrj^DorjugliiierSarfieuuiig ein 
ftoärlidjer war, unb bafj uamentltdj b« ürt eon (gbuarb Xetnfctl. 
teö fldjsleäufjtrftfdjwacb, »on llntoabrfdjeinltcbteilen übertaben er wie« 
Jen &at. Sie ©an^tmittoirfenben waren tSrau 3ad)mann>äBagner 
in ber Stltelrotte, grau$arrie«-SBHib«n unb ©r. Satootettt. 

© 1 ti d"8 „3$&tgenie in XauriB" ip nun in SB 1 1 n jur Huffubrung 
gelangt, unb es &at babti nanwnif in) grau 33uftntann>3Re9(t in 
b« Sitetroue bebeutenben ßrfolg gtba&t, and) ber$btabte San £ aber 
[oU uoflenbet jewefen (tin, 

Sm 21. 3<muar bebutrrle bit italieitifdje !£riij>|>e int SSictoriatbea* 
t« jnBerltn mit ibrer erften tragif djen Oben „Purin bi Satrtmtr- 
moor", ebenfalls unter nrüßtem Beifall. 

$enri Sit ol ff ift mit einer fiinfactigen Opa: „Wobrigo bon 
lotebo" befdjäftigt, yu ber ibm £ijHio Inte Sefe bore ben £ert ge. 
liefert bat. 

Scröing'S alte Ober: „£>« 8BtIbfd)fi&" Wttrbe am 20. 3anuar 
int SB i e n e r £>of »Jierntbeater als 5B entgleit, b. b. jum erftenmal gegeben. 

3n aftainj mürbe eine &iftetifd)e Setftaper in brri Steten : „An« 
breite $oftr" bon SB. Sirdi b o f in crftenmal gegeben. Sie fall ftd) 
nirgenb« über b«8 %ttergewobn(id)fre ergeben. 

Jfiufikülifd]i ttonitStctt. $or Jhtrjem ift Rfd)ienen {bei «.$n- 
notb in Safel, $efmeifier in ü tibi ig) ,,3)a» berlorene $ara- 
biee", Oratoriuni bcnQrnfifteHet, «lanuraiicjiin. 5J)at SBrel ig 
bis jeht jreetmai in ÄBien unb jweimal in Caftl aufgeführt unb fett 
auf Snorbnung be8 @rofjberjoä» bon ©oben aua) tu (Eartflrube 
jur Äufjiibiunij oorbertitet »erben. 



CtttTWifAettotijen. ©rrtm iffc bie erfte ?tff«mt« beS n 3niaIt«. 
benettbniffe* ber Wenen 3ettfn}rtft für ffiufil , nebfl einer biftortfö». 
rrittfdjen (Einleitung bon $ a u 1 g i fa> er" beim 53«(eger b.S3I. erfebteae« 
Sie utnfafjt 6 Sogen, jum greife »on 12 Stgr. 

®tt oon uns fdjon frttber augetttubiate ©pcbr'S5iegrabb.ie Bon 
feinem ©(filier SUeranberSßaliSranifl nun trfd)tenen. 

fltnt jtunßfadjttt. Qiner b« legten 9iutnm«n btr Seidiger 
SRcbengeituna War ein scrtrefflidj au*gefübrte8 unb treffenb a^ntta)et 
Porträt SDR o f c^ e 1 e e% non (S.O. Berg er, einem talenrtootltn ©<5JIet 
ber ^ieftgen 8t«bemie, btigeaeben. 

^KJSteidftMmgttt, 0efort>niutgen. granj Sifjt ift o(B Ritter 
beS OrbeuS ber ei feinen Store britter Slaffe ben Statuten bitftfl Or> 
ben* gemfi^ in ben Stitterfianb bes Oefterreia)ifd)eit fiaif«ftaatfl auf» 
genommen werben. 

|terfoitalnatl| rieten. 3n Settin erto artet man bae BSieberanf» 
treten ber jefct bort toeilenben grau ®ämannbt^ae}, bie, wie fti 
unfert l 'efer »ielteia>t notb erinnern »«ben, jnleftt in CarataB bei 
einer itatienifeben Obemgefellfcbaft engagirt mar. 

Dr. @il*er, 3Rufjtbi«ctot an bei Uniberfltät Ittbinaen, ift 
auf feinen SBunfdj in ben !Rubtfianb»erfeöt, nnbjugleitbbomÄBnig bon 
SBurttembera mit bem Stirtertreu) bee griebritbSorbeitS geebrt warben. 

SRnfit-Eir. Keitbarbt in öerlin ift natb mebrmonatlitj« 
Ärant^eit toieber bergeftetCt, 

«obtafdlle. 3n ber 9tacbt bom 16. auf ben 17. 3anuar ftarB gau) 
unerwartet (glirarb, ©irigent bie OrAefter« ber guofien Ober in 
Sßar i«, naAbem er noeb am Sbenb bie Hugenotten" bingirt unb erft 
int britten Acte berfelben unwobl geworben W«. 

JBrirfkaPen. $rn. F. B. in S. — XBtnn 3bre SBittbeilungen be> 
nu^t werben falten, fo muffen wir um zeitigere Sinfenbung bitten. 



Intelligenz -Blatt. 



In der Allgemeine« deuUefcen VerltfUMtalt in Berlin ist er- 
schienen and durch alle Musikalienhandlungen xu beziehen : 

A. Lortiing'i „Lied vom neunten Regiment." Zwei Bogen 
in elegantem Umschlag, 15 Sgr. 

In der Ci BfClt' sehen Buchhandlung in NördUngeti ist erschienen 
und durch alle Buchhandlungen zu beziehen: 

garraonie- trab Cmtt|iofiii0nsUire 

Jfir jnnge Mnsiker,OrgeIsc&äIer, ScfecIseoDDänaristen etc. 

Von 

H. J. HTlnkler. 

Zweite durchaus umgearbeitete Auflage. 
Zwei Bände, gr. 8. broch. 3 TMr. 15 Sgr. 
Ein durch und durch gediegenes, Allen, die sich dem Studium 
des Contra punetes widmen, unentbehrliches Werk. Es ist die Tor- 
liegende zweite Auflage überdies gandich umgearbeitet und alles 
Neue darin sorgfältig benutzt und beachtet. Bei Anordnung und 
Behandlung des Stoffes ist als Ziel im Auge behalten, dem Lernen' 
den zur Möglichkeit zu rerhelfen, sein Taleot lutn Selbstschaffen 
baldiatig liehst zu loidern und das, was die Schule ihm geboten hat, 
nun praktisch und zu eigenen Schöpfungen zu verwenden und »war 
in gediegener Weise. Zur Anregung und Aneiferung dessen ist das 
Werk mit einer Menge von Beispielen durchweht. Die Ausstat- 
tung ist ungeachtet des so billigen Preises eine höchst conecte und 
elegante. 

"~" Gustav Flügel, 

3 Cantaten für geistl. Männerclior. 

1. Oster-Cantate. 2. Pfingst-Cantate. 3. Zum 
Gedächtniss der Verstorbenen. 
Pr. 1 Thlr. 27V» N P. 
£#pu>, Verlag von C. F. KAMT. 



@ra«3 ^ifjts &rct ncuefle JfitiiKUMfrfif 

erscheinen mit Eigenthumsrecht in unserem Verlage und davon 
zuerst die 

CoDcert-Paraphrase Aber Trovatore. 

Darauf folgen in je zweimonatlicher Frist : 

CoDcert-Paraphrase Aber Rigoletto, 
Gonccrt-Farapbrase über Ernani, 

jede ä 25 Sgr., in eleg. Ausstattung. 
Der gefeierte Meisler Litzt hat diese drei Werke lunlchst für 
seinen Schwiegersohn Hanta. Bülav> zu dessen beabsichtigten Concert- 
Yorträgen in Faris geschrieben. BUlovs hat solche indess vor seiner 
Abreise nach Paria in den drei Schiller-Soireen (rülimlichen An- 
j denket«) in Berlin zuerst vor das Publicum geführt , und damit 
einen Sturm von Applaus zur Folge gehabt. Die Kritiken berichteu 
einstimmig günstig Über diese brillanten Efftctstücke, welche sich 
sowol durch trefflichen Claviersatz als geistreiche Combinationen 
auszeichnen. 

Alle Musikhandlungen nehmen vorläufige Bestellungen an. 
J. Schütierth <fc COMP., Leipzig, H amburg und >Vw York. 
Mit Eigenthumsrecht erschien bei uns : 

Franz Liszt's Büste, 

5 Zoll hoch, inBiscuit-Porzellan. Pr. J / s Thlr. , mit Posta- 
ment [FuBsgestell) 1 Thlr. 

Ein trefflich gelungenes Werk in lehensfriacher , frappanter 
Aehnlichkeit des grossen Meisters, und der Officin des BUdnauers 
Criitofani, welcher diese B liste eigen« für unseren Zweck modellirte ; 
das Nachformen derselben ist daher als rechtswidrig durchs Gesets 
▼erboten. 

In gleicher Weise erscheinen bei uns die 

Küsten Yon R. Schnmann und K. Wagner. 

J. Schuberth & Comp. Leipzig, Hamhurg und Xew York. 



öierau eine Seikat Dan M. 



&Snutt ;n Vtw^M. 

C C. ftn*ort in Srt»Iau. 



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Mvm, *w 3. Sefinwt 1860. 

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Ztit&ttyxiÜ füx 



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MnKUki. nk tnMoUnpi •». 



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«ftarii Äcenbef, »eraBtto«Üiä>er Äebadeur. — «erleger: C. J. iKofjnl in Ecipjig. 



fMrfttt Ih in 3Ari4. 

laftu IMoUm, Uttfaal lirti^« In »tftra. 



Jlf 6. 

3ipctaii6fanfjjig|ltt Baue-, 



I, Wtttnaim * **■#■ in R» Bert, 

£ JtftnrttmtM im UtL 

IM. JrirtLtl* ii ffatf*«!. 

t. »<ttfn • A*t«M In »ttl»brt»iti. 



Satalt: «rtiSnt« Vitiff «tritt *« C. ff. Btttacw (gettfttnag). - IM 
Idtibtn.— Kit Snltx (B«tf t(tt»s). — **i" ijtttmg: Imtfpsnbnn 
I»«Ht(*14t( ; Bmnihttt*. ~ 3nt«Ha«i*Iatt. 



dthrönft |prw^nft. 



(ErOfcoite (Erlfrtfenmg nah nraßtiiliU tywrtttfd)e Sc 

Irtainng ber tantfi Me staeften ftimftf 4ä|i fangen bemirttot 

UnflcpoUnng mib SSeücrbilhiJin. ber garounril 

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C. 5. tottfcmmt». 

(SertffltwsO 
X)ti Dermtnberte ©ebtimenaecorb, totläftv bnrd) 
bo« 3ufamtnenauftreten jweier terjbermanbter eerutüiberter 
Qreitlänge entfielt, tsenufct jebergeit ein» ob» meinte d)«* 
matifdje £8ne. 3n ber toetdjeren SDur- unb in ber t)arteren 
SKofl*£onart finbet fin) berfelbc auf betnSeitetene fte^enb bor. 
(Er (ann, nie bemerft, feint« »ei^ biffouirenben Straftet* 
Degen unter aßen llmftanben frei auftreten, nnb nimmt feine 
Qattbtanfl5fungin ben Qaustbreinang bet genannten jon> 
aiten, inbeui fein Sag in ben ©runbton, feine ©ebtime in bie 
Oninte, feine letje unb Quinte am naturltä)ften in bie Xerjt 
brtfetbtn übergeben: 



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St tann aber an* eine regelmäßige SuflSfnng ffnben, inbrat 
fein @runbbafi, gfcidfbiel in meteber Stimme berfelbe ftd) be« 
ftobe, att Serjogernng ber Oninte eine« £nr> ober 3Rott> 
iDreitfange« einen $aIbton aufmaTtd fdjreitet, unb feine übrigen 
Stimmen ebenfalls regtltnafjia. in benfelben Übergeben; j. 8. 



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Sa nun nadj jebetn $reiflaugt ein jeber »erntinberte ©es« 
timenaecorb auftreten f ann : 




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inbem ftatt ber $ier getoafelten unb mit I n III begegneten 
Stccorbe and) beren en6,annouifd}e SJernxdjfllungtn (f. tt.) er- 
f feinen tonnten, fo ift un« bamit audj, vermittelt bnrd) 
ben fiertninbertenSebttntenaccDrb, betUebergang in 
jeben 3)nr» ober SRoü'Sreitlang eröffnet. 



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■JN ber tottreten X>ur> ober härteren SBoff-Ionatt tännen 
nun aud) Sebttmenaceorbe mit übermäßiger Ouinte 
auftreten, unb and) biefe muffen fid) at« «gelmäfjige CerjSge« 
rungen ber folgrnben Katatonie ertoeifen, tote j. B. nuten 
bei 1, 2j benn aOe Hcccrbe, fle mSgtn ben d)romatifd)en Ion 
nun in einer ber'foeben genannten Tonarten oorfinben, nie 
bei 8, ober ber Tonart frembe djtomatifdje I3ue be> 
nu^tn, »ie j. 9. bie über tnSfj igen ©ertaecorbe bei 4, 6, 
6, fottte bie mit ä)romatifd)en DurdjgaiigötBntn in bie 
folgenbe Sonfonanj flberge^enben Harmonien bei 7 unb 8 fin- 
ben i^re JRedjtfertiguna., wenn ib)re oorbaltenben Stimmen nidjt 
fpringenb f ortfd>teiten , fonbtrn fid) alt mttobifd)e Serjbge- 
rangen folgenber HtcorbtSne erteeifen. 



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Sie bie gebnnbenen Qorbalte bififter aH Öer|8gernngtn 
eine« SreiHanae« benugt tourbtn, fo tarnt aud? bafl Stuftte- 
ien eine« ©ebtimenaecorbe« burdj gtbunbene 8or» 
t)alteber)ögert »erben, boäj »erben biefe, bet i^nen eigenen 



46 



©djweie wegen, wie jene, einen accentuirten Xactt^eil in 3tn 
fcrud) nehmen, ober einen leicbten jum fetteren umwanbeln. 

Pcr3og.m1nd.en 6er (frfdjeiitung eines Septimcnaccoroes. 



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3n beu »orftebenben 33eif»ielen ift bergeftalt balb bie lerje, 
Duinte ober ©ebtime, balb mehrere biefer Jone eine« ©eb« 
timenaecorbe« gleidjjcitig »erjögert morben, bei 3, 5 unb 7 
aber wirb biefer Slccorb burd) gebunbene Sonfonan^en, bei 8 
burd) einen übermäßigen 3)reiflang »orbereitet. 

liefen melobifdj b,eraBfteigenben mögen Ijier nod> bie 
ebenfo Ijtnauffdjrettenben SJe^ögerungen ber Serje, 
Outnte unb ©ebtime eine« ©ebtimenaecorbe« folgen, mit bem 
SBemerfen, baß audj b^ier gleidjjeitig fteigenbe unbfaflenbeSor» 
balte anjuwenben ftnb; cor einem fetner Jone jebodj nur, 
wenn bie äuflöfung be« ©ebtimenaecorbe« bie Serboßblung 
bcSfelben erlaubt. , 

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3Bie in ben »orftebenben SBeifbielen ba« Huf treten, fo 
tann unter gleidjen SSebingungen auch, bie Suflöfung be« 
©ebtimenaecorbe« oerjögert »erben; fo befommen in ben fol» 
genben Seifbielen balb ber ©runbton, balb bie Üerje be« 3)rei« 
Hange«, in weldjen ber ©ebtimenaecorb übergebt, balb beibe 
gleichzeitig einen Sorfyalt oben, unten, ober oben unb unten. 

Ocrjögeningen 5er 3lufföfang eines Septimenaccoröes. 



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Jwflfortjdireitung. 

2Bemt bie 3)iffonan$ eine« Slccorbe« bei ib,rer regele 
mäßigen Sluflöfung in einen neuen btffonirenben Slccorb 
tritt, fo entfielt eine Xrugfortfdjreitnng. 6« tann auf biefi- 
SBeife eine gotge »on biffonirenben Slccorben gehört werben, 
beren einer ftet« bie regelmäßige SJerjßgerung be« folgenbeii 
bilbet unb »on benen nur ber julefet auftretenbe in einen con 
fonirenben 2lccorb übergebet, ©o fann ber übermäßige 3)rei* 
flang 3. 93. in einen »erminberten ©eptimenaecorb (f. u. 1, 2, 
3) ober in einen Dominantfebttmenaccorb übergeben (4, 5, 6), 
e« fann fogar eine golge »on übermäßigen 3)reiflängen gehört 
roerben, »eld)e an 93itterfeit eine foldje »on berminberten ©eb« 
timenaecorben bei SBeitem übertrifft (7). 

£rngfortrdjrritundrn öes äßermäpigen Dreififattges. 




NB. 



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3n 5Rr. 2 foUte ftd) ber Ion C al« SJorb,aIt ber lerje be« 
folgenben äecorbe« erwetfen, er fpringt aber in ben ©runbton 
be« le&teren, unb giebt fomit eine oerbetfte üuflöfung, ftatt 
ber regelmäßigen. 

tüfOttfejuBg folgt.) 



Aus Dresöen. 

14. 3anuar. 

?{öuigl. ^oftbeater. 3 um erftemnal: „Dinorab, ober bie 
SBaüfabrt nadi s i?(oermel." Dfer in brei Sitten. 9cad> ben; 
granjöfifcben be« W. darre unb 3. Sarbier bon 0. S. 
©rünbaum. SKufif Don@.9Keijerbeer. — 3)er £d)auplat< 
biefer Df er ift floerinel, ein S)orf tcr Bretagne, beffen 93e» 
looljner aüjä^vltcrj ju einer (Sabetle ber beiligen Jungfrau toaÜ< 
fabren. Jpoel, ein^iegenbirt, beabfietni^t gelegentlid) bei biefer 
geierlidjteit Dinorab, feine 93raut, jum Elitär ju fübren, al« 
eine« b* r » n bve<benben Ungewitter« ^ünbenber ©trabl beren 
»äterlia^e« 93eftftbum unb mit biefem ba« ®lü(f 33eiter jer= 
ftört. ©0 nur ölenb uor fid> febenb, glaubt $oel bem ent= 
rücften j^iele wieber naiver ju lommen, wenn er bem alten 
$erenmeifter 2onif pertrant, ber ibn bie Slufpnbung eine« cer= 
borgenen ©cba^e« boffen läßt. @in 3abr ber Prüfung, fern 
»on jebeiu menfcblidten ÜBefen in ber Sinfamfeit jugebratbt, 
foÜ mit §ülfe antcrweitcr3aubermittel bie iDJöglidileit bieten, 
Stobolber unb 3 njer ä"' fc t" ©tb a 6 J u entreißen. Xinorab 
glaubt fidj »on $oel »erlaffen unb »erfäüt in SBabnftnn. 
ßbenfatl« unter äbnlidjer, nur |elbftgewäblter Prüfung, oer= 
lebt fie ein Oabr mit tbrer 3icg* 93eüa in unheimlidjer 
9Ba(be«gegenb. 



47 



SM« ^ietljer belehrt un« ba« Vorwort bed Seytbudje« 
unb gicbt gugleid) SDcitttyeitung, bafj bied 8We« com Sompo« 
niften in ber Du»erture au«gefprod>en fei. (Srft ^ier beginnt 
bie $anblung bei Oper, bie fotnit bie gortfefcung einer Vor» 
au«fefeung ifi, von reeller ob,ne Jertbucb. nur gelegentliche 
Shtnbe gegeben wirb. Ob burd) fotdje« Verfatyren änbabnung 
eine« gortfebritte« , einer 28eiterent»idelung ber Oper »er« 
fud>t fein foll, mag b,ier unerörtert bleiben, allgemein ftnbet 
man barin einen argen SWifjgriff. 

Sonit, ber ^erenmeifter, ift ingttifdjen geflorben, rtiebt 
cb,ne $oel ade gur Hebung be« ©d)afce« nötigen ©etyeimniffe 
mitgutbeilen. Der Umftanb, baß ber, »eldjer ben ©a)a$ guerft 
berührt, fterben miiffe, »eranlafjt $»el, fieb mit bem eben fo 
feigbergigen al« ^abfüc^tigen Dubelfadpfeifer (Eorenttn ju 
affoeiiren, natürlich biefem ba« ©efätyrlidje ber ÜRiffion guge» 
benfenb. SEBein unb Ueberrebung »erben nidit gefp art , um 
beffen gurd)tfatnteit mit bem $in»ei« auf überreiche« ©lud 
ju über»inben. Dagroifdjen erfdjeint bie 3'^ge Sefla auf ber 
S3üb,ne; Dinoralj, fte unb$oel fudjenb, trifft auf (Eerentin unb 
treibt ergöfclicbe Äurgtteil mit ib,m. Set 2. 9?ad>t. Dinorab 
unterbält fia) mit i&rer ©ebnfudjt nad} |)oel unb füb,rt einen 
©<battentang au«. Sänge Vorbereitungen unt Unterrebungen 
ftnben gmifd)en ben febafcbegierigen 3»eien ftatt. $oel be« 
f (breitet einen gefährlichen ©teg jwifdjen getfen, um ba« ge» 
roinnreidje Serrain gu recognofeiren. 3ng»ifd>en erfährt nod} 
Sorentin ton Dinorab. reebtgeitig bie ib>n brofyenbe ©efatyr 
unb tritt nad) längerer Debatte »om (Engagement mit $oeI 
jurfid. (Sin graufige« Unnetter ergebt fidj. Dinorab. eilt ib,rer 
söetla naa), bie eben ben morfdjen ©teg baffirt. (Ein VlifcftrabJ 
gerfebmettert benfelben unb Dinorab ftürgt binab in bie glut§. 
©ie wirb natürlich »on $oe( gerettet. Set 3. Sie g»ar ben 
3 tut ben entrtffene, bodj nod) Beroufjtlofe Dinorab. nu)t in be« 
oerjtoeifelnben $oel« Armen. (Sr»ad)enb febeint ib,r bie 8er« 
gangenbeit nur ein SEraum gu fein. Vefiärft totrb fte in biefem 
2Ba|ne, al« fid) ber 2Baflfabrt«gug nalji, bie^tjmne ber Jung- 
frau ftngenb, »ie t>or 3afare«f rtft ; Dinorab. ift toieber gläct« 
lidje Vraut. Unter einem öalbadjin treten Seibe ben 2Beg 
gur (Eapelle an, »obin bie ©paaren ber ©laubigen gießen. 
Dafj nad) fo glfidltdjem S6fd;lufj ber »erborgene ©d)afc unb 
SeBa ib. rem ©d)id fale überla ff en bleiben, »erfte^t ftd) »on felbji. 

SSJir lönnen un« füglidj jebe« Urtbeil« Aber btefe« $robuct 
ber Ferren darre unb Varbier enthalten. 2Bie aber 
ÜRetyerbeer fid) für baffelbe entfdjeiben fonnte, begreife, »er 
e« »ermag. Äeine ber bieten fieb aufbrängenben Vermuttyun« 
gen ertteift ftd) al« annebmbar. SBir b,aben e« batyer nur mit 
ber unerbittlichen Sogif ber S!:t>atfac^e gu tb^un. — 35er be« 
rühmte Sombonift b,at ftd) b,ier einem für ib.n neuen ©enre, 
bem ber franjöftfdjen fogenannten ©bielober, jugetoenbet unb 
mit ©lud all fein reidjre« Talent nad) biefer ©eite b^in ent« 
faltet. (Er »erjtcbtet auf SWaffenmirfung unb ergreift bie ciel« 
Ifidjt toillfommene ©elegenbeit, feine Obeen in tleinerm iD7afj> 
ftabe auöjufüb. ren, baf ür aber mit ben jenigen 9? eigen aufljuftatten, 
»elcbe einen ftd)ern (Erfolg »erbürgen. SJeu ftnb in ber Oper 
nicb,t immer bie nennen«n>ertb,eften ©ebanten; mit ungenirter 
$>anb b^t SRe^erbeer in ben <&<iia1$ feiner testen »ie beften 
SBerfe gegriffen unb S3iele« »teber »erteertb^et. SBir begegnen 
ba mand) cerfilbertem ©olbfiüd früheren ©epräge« unb aud) 
cergolbeter Sronge bon eben bab. er. Sin 3»ang«cour« ftnbet 
freilieb niebt ftatt; bie lieben«»ürbigen 6pb,raimiten »erben 
Billiger angenommen al« eb,ebem, fann man fie bod) al« ge* 
fd)matfDoKe ©pielmarfen eer»enben. gaft febeint e«, al« f)abt 
ter ßomponiji gliidlidje ü)?"' 



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»ie im ©ebiet ber flunft jeber ©pecialität ein großer 9caum 
gegeben ift, »enn fidj ein erfahrener unb mit allen ÜKitteln 
»ob,l»ertrauter SKeifter berfelben bemädjtigt. gür tiefe (S^arat- 
teriftil bietet ber Jert nid)t burdjgreifenben ?lnlafj. ©lüdlid)e 
SWomente ber Tonmalerei, benen »ir häufig begegnen, ent» 
fdjäbigen nidjt für obigen 3lu«faU. 3m ©ebiet bev Älang»ir« 
fung begegnen mir überrafdjenben ©djönbeiten unb bie 35er« 
»enbung be« Orcbefter«, gegenüber ben ©ingftimmen , geugt 
bon »eifefter SSefdjränlung. 3Ronoton reirft bie aügubäuftge 
änteenbung ber $oIgb(a«inftrumente , wofür aüerbing« ber 
leibige Dubelfarfpfeifer oerantwortlid) ift, fo »ie bie edjoreid)e 
©egenb $lo6rmeI« für ben SReidjtbum oon SBieberbolungen, 
ber un« beläftigt. 35em gefanglidjen %\)ül ber Oper iftjebmebe 
©orgfalt gugettenbet. Sor SWem ift iünorab. eine Partie für 
»irtuofe ©efang«frafte erften 3tange« unb, bon ber ©d)»ierig- 
feit ber S)arfteIIung abgefeb^en, ungemeiit banfbar. Da« 
SBiegenlieb gablt gu bem SSoüenbetften unb ä 011 '^ 11 
biefer 8lrt; ber graeiöfe, figurenreid)e SBettgefang mit ber 
Slarinette (ä^iilicb bem berühmten 5eIblager«Jergftt), fo= 
»ie ber reigenbe ©cbattentang im gmeiten SIct »erben immer 
ein guftimmenbe« publicum pnben. SJccb begegnet man in 
biefer SRoUe oielen interejfanten (Etnge(b.eiten unb geiftreidjen 
Momenten, oon benen t>orgug«»eife ber fcb,önen ©teile (Er« 
»äbnung gefa)eb.e, »o Dinorab. einer buntlen (Erinnerung an 
bie SKarienbijmne äuöbrud gu geben cerfud)t, bi« ber Sb or 
ber SßJaflfabrer beridjtigenb unb ergängenb eintritt. Den 
SBab.nftnn Dinorab.'« anlangenb, fo ift be« SBorte« milbefte 
Sebeutung bafür anguneb,men. flein S3ilb be« (Entfeßen«, faum 
ba« be«SKitleib« bietet ftd) un« bar. hierin liegt für bie Dar« 
fieUerin eine ©rfd)»erung, »eld>e grau 93ürbe«9tet; in fo 
coQenbeter SBeife beftegte, bafj bie ungetb,eiltefte S3e»unberung 
fid) tunb gab. S« gelang ibr, un« über bie mannigfachen Un» 
guträglid)leiten b'nnjeggubeben , an benen »ir fidler Slnftofj 
genommen b,aben »ürben, »ie g. 33. bei fdion erwäbntem 
SBiegenliebe. SUJit »unberbarem lacte »ermittelte fte ba« 
»irflidj Ungereimte nad) ber pfb,cb.ologifcben SBered)tigung bin 
unb »erflodjt nebenbei ibren ^anblungen drrftnn mit fo fofi« 
liebem $mmor, bafj fte eine Ib.eilnabme an ib,rem Unglüd er« 
regte, für roelcbe ber Didjter nur 2öenig ober 92id)t« getb;an 
bat. grau 83ürbe» s Jce^ »erhielt ftd) gu biefer 9?oHe, »ie ber 
GFomponift gum Serte: fte gab 3 eu 8 ni fT e <b. rcr SlflfeitigFeit, 
»enn »ir beren nod> beburft Ratten. Obre unuergteicblidjen 
SDUitel, i^re eminente ©ranour, »evbunben mit bem SRafftne« 
ment be« feinften ©efdjmad« unb ftdierer ffleberrfibitng aller 
©ebttierigfeiten b.aben gang »orgug«»eife bem SBerte ben (Er» 
folg »erfdjafft, beffen e« ftd) erfreute, beim mitberDarfieflerin 
ber Dinorab^ fieigt unb fällt baffelbe. Um Dinora^'« »illen 
»irb e« aueb, auf bem 3?epertoir cerbteiben. — ^oel ftnbet in 
^rn. SKittermurger (Sariton) nacb. allen ©eiten b,in einen 
bebeutenben Vertreter, beffen Danfbarfeit für ben Jonbidjter 
eine gemägigte fein bürfte, benn aufjer ber großen Slrie be« 
erften unb ber »arm empfunbenen 9tomange be« britten Scte« 
ifi be« Sebeutenben »enig gu nennen. Die (ebbafte Slufmunte» 
rung, »ela)e bem ftünfller gu Ib e 'I »nrbe, galt baber aud) 
feinem au«gegeid;neten ©piel. Der unglüdfelige Dubelfad« 
Pfeifer ift am fd)limmften baran. Sr vertritt ben fomifdjen 
^Jart ber Oper, unb biefer ift 2Jceto er b ee r'« ©d)»äd)e. Ungern 
feb.en »ir ben blonben S3urfa)en erfebeinen unbberfa)auluftigen 
5Dcenge wäre ein öftere« auftreten ber >$iege SeDa fa)ier er- 
»ünfdjter. Deffenungeaebtet übertraf $r. SRubolpb aöe (Er- 
wartungen im ©piel »ie im@efang unb geigte eine Scfäbigung, 
'- '■•"- tJL ' ■• "-'fer biefelbe faft »er« 



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48 



fd>wenbct würbe. 35er Dialog biefer brei (janbelnben ^Jerfonen 
tourbe febj befriebigenb gefprodjen. — £mi §irtenfna6en — 
9rl. Sita unb SQBeber, ein Säger — $r. (Eidjberger, unb 
ein 2Räf)er — £r. ©d)lofj, erfdjeinen ebenfalls, es ift gleid>* 
gültig reo, beim fie fteljen $ur £>anblung in gar feiner 93c- 
jietmug unb ftnb als «Staffage ju betrauten. Die (Eljore ftnb 
ber (Srfinbung nad) nierjt bebeutenb, aber »on feböner SQJirfung, 
leidjt befyaltlid), bequem ausführbar unb bein £ejt entfpredjenb. 
Die Oucerture, welcbe ben im 23orwort jum £ejt enthaltenen 
Jpergang fdjilbert, ift ein lange«, effectoolleS 2Hufifftücf, — eine 
^rogrammmufif. 25er (Elemente Slufruljr, Dinorafy'S äBaljn« 
finn unb $erumirren mit 33eüa unb was fonft nod) in ben 
Vorgang geljört, ift mit ©lud »erfinnlidjt. Der ©t)or ber 
2ßaflfab,rer (hinter bem 33orIjang) ift mit eingefdjloffen in bie 
ju ungewohnter Sänge gebieljene Oucerture, beren Segriff, 
nie er fei« je$t (Geltung Ijatte, erweitert ober aufgehoben ift. 

Die ©efammtbarftetlting ber Ober gereift ber fbnigl. 
(EapeHe unb bem beteiligten ©ängerperfonate ju Ijödjfter (Etyre. 
£r. $of=SabeÜ=5D ( {. Äreb« Ijatte bie ©enugttyuung, bem 6ei 
ben legten groben anmefenben (Eomponiften nur fpecieDe 
233ünfd)e unb au« ber Partitur nidjt erfid)tticf/e Intentionen in 
ber tluSfütjrung offen gelaffen ju Ijaben. Dafj für eine 
95cet)eibeer'fd)eOper?ltIeS aufgeboten wirb, wa« Decoration 
unb ÜJtafdjine ju leiften »ermag, ift felbftberftänblid). 

$aolo. 



Aus Berftii. 



(Sortft&ung.) 

SBfirbiger unb muftfalifd) fdjöner tonnte baS ^eilige Sßety« 
nadjt«feft tool nidjt eingeleitet werben, al« burd) bie Sluffüfy= 
rung beS 33ad)'fd)en „2Beit)nad)t8«DratoriumS" nad) bem 
(Soaugeliften Suca«, da». 2, SBerö 1 — 21 unb 9ÄattyäuS, (Eap. 
2, 33er8 1 — 12 im jweiten Sloonnementconcert ber ©ingafa» 
bemie am 15. Decem&er. Die 9?ecitatioe unb Strien würben 
im ©opran »on f$rl. ©djneiber (Icdjter beS 2Wuftf*Dir.), 
im Sllt von grl. SlgneS S3är, im 23aj$ oon §rn. f raufe 
(nidjt ber fönigl. £ofcpentfänger) gefuita/tt. Die £erte«roorte 
be« (Eoanitcttften fang jumeift ber Senorift §r. »on Söfen» 
Senuewib. ©ämmtlidje ©oliften, Sltitglieber ber ©ing= 
afabenüe, fangen ir>vc Partien redjt lobenswert!). Die (EljBre 
würben oofleubet gut, mit feltener 9Jeinf)ett unb ^räcifton aus- 
geführt. DJeljmen wir nod) auf ©peciellereS 9?ürffid)t, fo ift 
nad) (Eompofition unb Sötrfung baS gemeinfd)aftlid)e „Slriofo 
unb JRecitati»", bei welchem bie weiblichen (S^orftimmen ju 
gleicher 3eit: „3efu, bu mein liebfteS Seben" mit bem SBafj« 
9?ecitatic: „ftontm id) wiß" fingen, mit baS bebeutenbfte 
unb feffelnbfte SWufifftütf beS Oratoriums. (Ein prächtige«, 
lang anfyaltente« unb gut geblafene« Oboen = ©olo leitet ben 
ßfyoral: „(Er ijt auf (Erben fommen arm" ein unb fdjlängelt 
ficb in feinem fyomopfjenen Sluftreten faft burd) ben ganjen 
Choral, ©efyrfdjön gehalten ift bie 35ioloncelI=33egleitung bei ben 
SBorten .beS (Soangelifteu: „Unb lieft »erfammetn aOe $)ob,en» 
priefter" Ueberfyaupt werben faftfämmtlidjeSSlafeinftrumente, 
aber oorjugSweije tjier bie Irompeten, burd) i^r l»oniopb,one8 
auftreten ron S3ad? als15rincipal»©timmen beljanbeft, fo bafj 
es faft jur Unmbglidjfett gehören bürfte, baS anb,a(tenbe unb 
beeb, (iegenbe Irompetcn=Solo cor unb im ©djlu§=6b,oral con 



unfern Trompetern, mit ben djromatifdjen 33entt(=£rompeten 
ge6lafen, rein unb ob^ne Äije ju b,ören. 35aju gehören bie 
früheren langen SnoentionStrompeten. Sinen naio - f omif d)en 
(Sinbrutf mad)t t8 aber, wenn 8 ad) in ber ©opran=ärie: 
„glögt, mein ^eilanb" benweiblidjenSb^or alfi„$eilanb" 
auftreten unb oon bemfelben in imttirenber (Scbomanier baS 
„iWein" unb „3a" fingen lägt. 3)a« Siebtg'fdje Ordjefter 
führte unter 2)iufif=3)ir. ^rofeffor ©rell'S Leitung ben Qn- 
firumentalpart »orjüglid) gut auS. 

2lm 18. 3)ecember »eranftaltete $r. ^ofmufif^änbler ©. 
5Bod »or eingelabenen 3utyömrt in feinem ©aale eine 3Watinee. 
9ceu unb originell war e«, »on einem ©panier, $>rn.(Eiebra, 
in biefer SDfatinee (Eoncertborträge in oirtuofer Seift ung auf 
ber ©uitarre ju b,ören. 5)ie ©uitarre, ib,ren Urfprung ber 
alten &iti)tx toerbanfenb, f am aus bem SDJorgenlanbe juerft nad) 
©panien, wo fie fia> au§erorbentlid) beliebt madjte. 9?acb,bem 
fie ftd) bann in Otalien unb granfreieb, eingebürgert b,atte, fam 
fie fdjliejjlid) ju ©aftroÜen nad) Deutfajlanb. ^ier ift e« nun 
Wieberum ein ©panier, §r. Siebra, ber uns bie ©uitarre 
als (Eoncertinftrument borfüprt. 3)erfelbe leiftet als Sirtuofe 
unb (Eomponift für fein Onftrument ©taunenSroert&e«, aber 
aud) 9?ai»e8. ©anj eigentümlich, unb nid)t ol)ne (Effect wanbte 
er baS Tremolo unb Glissando, eine bei ©treidjinflrumenten 
anwenbbare ©pielmanier an, weldjeS beim fortwäb^renben 
Pizzicato-'©piel ber ©uitarre allerbingS enorme ©djwierig* 
leiten b,aben muß. ©eine Seiftungen würben beifällig aufge- 
nommen. Srofcbem galten wir bie ©uitarre für fein feffelnbeö 
unb Slnflang finbenbeS (Eoncertinftrument. (Eine Meditation 
sur leChoeur religieux del'Opera de Meyerbeer „le Pardon 
de Ploermel" pour Piano, Violon et Harmonium, comp, 
par Brüson, oorgetragen »on ben Jp§. ®ial, ÜWenbel unb 
Urban, fanb wegen ber b,übfd)en ^ufammenwirfung biefer 3n= 
ftrumente allgemeinen Seifall. Sri. ^auline SQäerner aus 
33erlin, bie me^riäb^rige ©efangSftubien in ^ßarifl bei ©ar= 
cia abfolöirte, unterfiüfcte biefe SRatinee alSSlItiftin mitit)rem 
»orjüglid)en ©efangStalent. ©ie fang fowol bie Srie aus 
SRoffini'S „Jancreb" wie jwei Sieber »on gr. ©djubert 
unb {Robert ©d>umann ed)t bramatifd), bei »oUfommen 
reiner Ontonation, mit mäd)tig flangooller ©timme inber£iefe 
unb )pbb,e, fid)tlid)em öerftänbniß unb eblem SluSbrud unter 
burdjgreifenbem 33eifafl ber 3»^örer. grl. 23 er n er b,at, wie 
uns gefagt würbe, bie s 2lbfid)t, ir;r ©efangStalent ber SBüt)ne 
jujufü^reu, woju aud) wir entfer/ieben ratzen, inbem tie junge 
3)ame eine b,übfd)e, imponirenbe $erfönlid)feit befi^t; fie wirb 
jebenfaHS bei fortjufe&enben ©tubien mit Sefeitigung ber 
SRafal* unb ©aumentöne unb Slblegung ber franiöfifcb=italie- 
nifdjen Ion»erfd)me(3ungSmanier, fo wie äneignung einer 
beutlidjeren Socalifation unb leytauSfpradje bei ber Oper 
nod> il)r ©lud mad)en. (Sine beutlidjere Socalifation unb 
lertauSfpradje wirb nnbebingt bann eintreten, wenn fjrl. 
SBerner für bie golge feine franjöfifdje, fonbern ftetS nur 
beutfd)eOpern= unb Sieberterte fingt unb namentlid) red)t adjt« 
fam auf bie 2lu«fpracf/e ber ©timmlaute e unb i beim ©ingenift. 

grau3adjmann = Sfi5agner erceßirteam 13. unb 18. De» 
cember im „^ropl^et" unb im „Sancreb" mit unübertrefflicher 
bramatifajer ÜReifterfdjaft. 3l;re tiefgefühlten, aufjerorbent' 
lieben fiunftleiftungen in biefen Collen ftnb weltberühmt unb 
fanben ben ftürmi|d)ften Sipplau«. 

(Sortfetuug folgt.) 



49 



3Uetne 3etturifl. 



Correfponbenä. 



Crip;tg. ©a« 13. Slbonnementconcert im ©aalt be« ®e» 
toanbbaufe« führte un« am 26. 3anuar tu bem ©änger 3uliu« 
@toctb>ufen eine bon früber (er fe^r liebgetoonnene (Srfdjeinung 
triebet Bor; gr. ©rüfemadjer fpielte eine vioBität, ein ffioncert für 
ba« Stoloncett (SKanufcript) Bon Sluguft Sinbner, tönigl. Hannos. 
Äammermuiüer, unb ba« Ord?efter braute bie an ärmutb be« ®eban» 
teninbalteS unb öufjeremölanje einanber äufjerft Sbnlitben eingangs» 
unb ©djlttfjnummern: bie OuBerture jur „SSeftalin" unb ©abe'8 
S moll»©bmpbonte ju beftmöglidjer ®eltung. SSer fid? in SBejug auf 
@abe be« ffiinbrud« ju erinnern weiß, ben biefe ©ompbonie bei intern 
erften §crBortreten erregte, biefer freubigen Ueberrafd?ung, bie fid? 
freilieb, nur an einen gemtffen 5Reid?tbum larmenber abraten t?ing, ba» 
binter aber jeitweilig bie »abreXiefe eine« reiben fd?öpferifd?en @eniu« 
glaubte, teer e« »etß, tBa« für bebeutenbe Hoffnungen man bielfeitig 
an biefen Somponiften tnüpfte, ber »irb ftc^ bei bieemaliger IBorfüb» 
rung, bei einigennaßen nüchterner Prüfung, eine« ftitlen Säbeln« 
nid?t toben errcebren tonnen. — ©a« Sinbner'fdje (Soncert, Bon 
$rn. ©rfifcmadjer in betBä'brter SSeife, mit ad ber gertigtett im 
$affagen»ert Borgetragen, über bie mir leine Sorte ine&r ju fagen 
braueben, ift ein bead?ten«»ertbe« Xonflitcf, ba« fid? in mand?er 83e» 

iteb, ung Bor bloßen SMrtuofen=3lufgaben b«»ert&ut. 3 un <"&ft fpriebt 
id? in bem ®anjen eine poetifd?e Stimmung, eine fünftlerifd?e ®eftu« 
nung au«, bie jrcar im erften ©afe burd? ungefdjidte ober flberlabene 
Snftrumentation in ben Hintergrunb gebrängt toirb, im Slnbante aber um 
fo beutlid)er erfd?eint. SSieHetc^t tritt bie ffierfd)iebung ber guten Xact» 
fyetle ju Anfang biefe« ©afce« einer augenblidtid?en SBirtung in ben 
SBeg, bie trefflidje Srbeit aber unb bieSSheberbolung be« erften Xbema« 
in BoHer @efang«»eife madjen ben günftigften öinbrud. ©er lefcte 
©a|} ift Bon großer Sebenbtgteit, Bon an|pred?enber Srfinbung; er 
contraftirt auf ba« ©tärtfte gegen ben »orbergebenben, otyne boc$ gegen 
ben <£t?aratter ju berftoßen. Sir »ieberbolen, baß Sompojition unb 
Sluäfütyrung be« beften Sobe« »ertl? waren unb freuen un« barum be« 
außerorbentlid? reid?en Seif all«. — pt. ©todbaufen fang bie Srie 
au« bem Slleranberfeft : „Revenge, Timotheus cries", bie Sine „II mio 
piano" au«fRoffi.ni'8 „Gazzaladra" unb brei © d) u b e r t'fd?e Sieber: 
„Stebe«botfd?aft", „Slufeiitbalt" unb „Sie Xaubenpoft." ©etn »ortrag 
tird?lid?er ©efänge fiebt bunter feinen Seiftungen im Siebe unb in to< 
mijdjen Partien jurüct, fo tonnte aud? bie«mal erft bie 8tofftni'fd?e 
Sine, Bon ben Siebern aber borjüglid? „Siebeäbotfdjaft" unb bie mit 
»unberbarer Smpfinbung gelungene „Xaubenpoft" red?t eigentlich 
burd?fd?lagen. SRöd?te un« Hr. ©todbaufen, ber leiber an biefem 
äbenb jiemlid? fd?led?t bi«ponirt toar, re<bt balb »ieber mit feiner 
3Heifterfd?aft erfreuen! 

fetpjig. 31m 27. 3anuar fanb ju SWojart'« ®eburt«tage im 
©tabttfaater eine Stuffüljrung be« „®on 3uan" ftatt. ©ie Stuffübrung 
ber Ober felbft machte einen febr guten Sinbrud, nid?t ba«felbe bürfen 
Wir Bon bem geftfptel fagen, ba«, bou $abft in©re«ben gebid?tet, 
}u einem pbrajeiireidjen, kern 3nl?alte nad? jerftüdelten ©eci^te eine 
Sleibe Bon ©cenen au« ben SBerten & l u d'S , äRojarf«, $eetbo* 
oen'« unb SBeber'« unb jebeSmal eine entfBred>enbe SWufit biefer 
SReifter, ju änfang be« ®anjen aber — ba« S^ao« au« H"bbn'« 
,,©4öbjung" Borfübrt. ffi« ift ein ©biel obne ©inn unb SSerftanb, eine 
IraBeftie auf ben guten ®efdjmad, »ov aOen ©ingen auf ben 2Hetfter, 
beffen natütlidje Sonfequen) im ©tote bieder nod; nidjt roteber er* 
retdit tourbe. 8m ©dilnffe be« geftfpiel« tcurbe ©irector SBirfing 
gerufen, ber benn aud; für ba« gefdtmadBolIe Sltrangement unfere Sin» 
ertennungserbient. ®eben tBir jur ®arfteüung be«„'J)on3uan" über, 
fo baben »ir ju bemerten, bafj leiner ber SMittrirtenben über ba« gute 
äRittelmafj binau«ging — teiner aber aud? barunter blieb ; unb ba« 
«mH fd>on etwa« fagen. Hr. Bertram nmjjte al« ©on 3uan ben bu« 
moriftifdien S^eil jur ®eltung ju bringen, jum SBcltmaitne feblt ibm 
bie ®rajie, jur ©arftellung bet ftnnliiben i'oderbeit ba« ed)te tünftle» 
rifdje SDiafj. 3)er rein mufifalifdje 11?«' f'fe' größere SBolubtlität unb 
©efdjmeibigteit Borau«. ©en OttaBio gab §x. SSernarb; er tuar an 
biefem Slbenb mertli^i inbi«bonirt unb baljer nur bcDtnguitgsrccife ju 
loben, ba« öftere 3ueinanbev;ieben ber Xönc machte fidj gerate in biefer 
SRoHe, bie nur ju leidjt roeidjlidi teirb, fe^r unangenehm beniertlid». 
Hr. 8ttd al« feporello gab feilte Partie mit Bielem Humor, 4>r. ©i tt 
al« SKafetto »ar Biel ju troden unb fteif, ber ©ouBerneur te« 5» a » 
fatefu genügte. 35on ben ©amen be« ©lüde« gebübrt neben ber 
trefflichen äerline (grl. (Sbrenberg) bie«mal grl. Sßaditigal al« 



©onna SlBira ber ^rei«. 3b» SSortrag ber Strte: ,,3)tid) berläfjt ber 
Unbantbare" toar eine »ädere, bie großen ©diwierigteiten ttbertoin« 
benbe unb Bon geiftigem SSerftaubniB jeugenbe Seiftung. Rrau Ser« 
tram toar augenfd)einlicb bljafifd) ber iftolle ber ©onna Slnna nid)t 
getoad)fen; e« rca're unbillig, unter biefen Umftänben ftrenge richten )u 
toolleu. ©a« Snfcmble toar burebroeg ganj Bortrefflid). 

Ctipiig. ©ie jtoeite Stuffü^rüng be« ©ilettanten»Or« 
cbefter»SJerein« am 2ä. 3anuar im großen ©aale be« ©(büßen» 
b^aufc« fübrte an Ordjeftertoerten bie Oucetture jum „ÜJceffiaS" unb 
SKojart'« © bur»@Bnib(onie obne SRenuet Bor. ©ie äuSfübrung 
ftanb bei beiben (inter ber in boriger SDlatinäe jurüd; bie iBaffe finc 
siel ju fditoad? Bcrtretcn unb bamit allein ift fd)on ein fiebere« gunba« 
ment genommen, ©ie JBabt ber ü)Jeffia«»Ou8erture burfte aufjerbem 
niebt glüdlid) genannt »erben, ©er gugenfaß toiH bödjft ejact burdj» 
gefübrtfein, Bor allen ©ingen einegleicbmäfjigeiBogenfübrung, bie nod) 
febr bermifjt toirb, unb audj bei ber beften Slu«fübrung toirb ba« SBert 
an unb für ftd) nur SSenige innerlid* anfpredien. Unfere 3«it ift längjl 
an anbere gormeu getbb'bnt unb fte^t biefen 3nfirumentalgrö(jen be« 
Borigen 3aprbunbert« fremb unb talt gegenüber, ffi« tarne nur barauf 
an, au« bem@cba§e geiftig uabeliegenber neuerer SDcuftt, mit fteter S3e» 
rüdfiditigung be« leben«träftigen Sllten, baSjenige beranjujieben, toa« 
in i8e;ug auf äufjerc ÜRittel nict)t aüjugrofje Slniprücbe madit. — Sin 
ungenannter Xcnorift fang bie Jtitc^eiiarte Bon©tracella unb Sieber 
Bon ©diumann (,,©u bift wie eine Slume") unb 3)cenbel«iobn 
(grüblingälieb) mit »obltlingenber ©timme, aber Biel )u fentimental ; 
Hr. b. SSernutb, ber ©irigent be« 33erein«, trug auf bem $iano» 
forte SWenuett I, II unb ®igue au« ber 8acb'fcb«n * bur>©uite 
unb ba« $refio au« ber ©8 bur«Sonate bon H «bbn Bor. ©ie ©eut« 
liebtett be« Unteren litt unter ber fcbledjten Slfufti" be« ©aale« fo feb\, 
bafj un« ein Urtbeit über bie Stu«fübrung nidjt toobl möglid? ift, bie 
©adj'fdjen ©rüde befriebigten in jeber ©ejiebung. 

flerlin. Slm 17. 3anuar ging bie breiactige Ober „Sbrifiine" Bon 
®. Xempeltep, mit ber 2Jcuftt be« ®rafen ilBilbelm o. SRebern, 
über unfere ^>of6itbne. Sin Bolle« Hau«, bie glänjenbften Xoiletten, 
Sifit'«®egentoart, tennjeidinete biefe ObernBorftellung al« eine auger» 
getodbnlidje. ®raf b. SRebern, ber toürbige Sunftmäcen, ift befannt» 
lieb al« ®eneralintenbant ber H»fmuftt oberfter (Sbef be« lönigt. ©om» 
d)or« unbberWilitairmufit. ©d>on feit ©ecennien ift biefer bocbgefteUte 
©taat*» unb Hof mann bemübt, feine natürltcben mufitalifiben anlagen 
burd» bie Compofition bon armeemärfdjen, iBallabile«, Salletfa^en, 
gadeltanjen, liturgifd>en (Jbären, SKotetten k. jur®eltung ju bringen. 
SSa« bi« babin feine natürlichen Sin lagen auf bem ®ebiete ber iDcuftl 
tu Sage fürberten, ba8 bradjte bei ber Sombofttion biefer Ober „Sbri* 
ftine" fein anbaltenbe8, begeifterte8 ©tubium ber Xbeorie ijerpor. 
©eit me^r benn bvei 3abren toar ®raf SRebern, »elcber bereits fünf 
©ecennien jurüdgelegt b'itr cmfig bemübt, unter 'ßrofeffor ®rell'8 
Slnteitung eniftlicb bie Sebre tes ®eneralbaffe« ju ftutiren. ©ic Oper 
„Cbriftine" ift alfo ein ^Jrobuct eine« eifrig begonnenen, ftet« fort^e- 
ferjten tbeoretijd>en Unterriebt«. 3Bcld;em Sompouifteu bou päd) wäre 
»ol bi» jefct Sitte« gelungen? ©a nun ber Scmponift ber „Sbriftine" 
in feiner übergroßen Slnfpnicb«lorigteit jisb bod> ftet« nur al« Äunft» 
bilettant gerirt unb er al« foldjer getoifj biet SobetiSwertbe« unb Sluer» 
tennen«toertbe« burd? bie JJiuftt fetner Oper geliefert bat, ja mitunter 
mebr al« bie fcbneU unb biet febreibenben ®elegenbeitacomponiften ber 
italienifdjen ©cbitle, fo feben »ir in ber Xbat nidjt ein, »ie ein bieftger 
krititcr fo mit ölintbett gefcblagen fein tonnte, bafj er burd) feine ge» 
bäfftge ftritit fein eigener Säflerer unb ©pülter »erben tonnte. ®e»ig 
bat ber be« SBebauern« unb SWitleib« »iirbige Sritifer bierbei an ba» 
jutreffenbe ©prid>»ort gebadit : „3Ber ben ©djaben bat, barf für beu 
©pott nidjt forgen." 2Rag er baju auSertoren fein, ba ibm ber ©diöpfer 
bie ©nit, Partituren }U lefeu, nid?t gegönnt bat, in büfterer 9iacbt uub 
ober Sangeweile bei ftroßenber ©ebanlenlofigteit abenteuerliibe ©ritten 
tu fangen. 5Rur möge er bann foleb @iitteu= unb ©d?nitteubafte« bei 
feinen Slbenteuern für fid) bcbalten. ©a« Sujet biefer Oper ift ein 
fciftorifdje« unb al« foldte« betannt genug, inbem bie Äönigin (£l;vifttne, 
tocil ibre beiße Siebe bon bem ©raf Slroeb, ibrem Seben«re;ter, niebt 
ertoiebert »irb, baju bereit ift, bieSrone nicberjulegen unb in ber Sin» 
famteit ibr Seben )u befd?liefjen. Hat ber Siebter aud? im ©anjen feine 
Slufgabe bierbei jiemlid? befriebigenb jur ©eltung gebradit, fo ift bocu 
inaiidje« linnatütlid) ©ituirte barin. SBeun j. 93. ©rat VUurt bie Kö- 
nigin au« ber ©efabr be« Srtrinten« rettet unb biefe bann, ftd? umtlei- 
benb, um nid/t ertannt -,u »erben, burd? bie beiben erften Acte al« 
Offtcter bertleibet unb al*2)(itberfd?ioörer gegen fid? felbft (bicitiuiigiin 



50 - 



fungirt, erft im brüten Stet betn Slrbeb fagen muß, ftc (ei bie ÄBnigin, 
nacybem fte al« Sonigtn erfcbiencn war, fo ift biefe« an unb für fic^ be« 
tradjtet bod) mehr al« unwabrfdjeinlid). gaffen wir un« nun fo tur» 
al« möglich. Sie Duberture, im 2Rarfd)rbotbmu« beginnend, &at bet 
4$ofaunen, 4SalbbBrnem, 42rompeten unb allen übrigen Ordjefter« 
inftrumenten hübfebe melobifdje unb barmonifcbe Senbungen unb 
Effecte. Sine anmutig gehaltene 9iomanje, bie im britten Stete eine 
Wobrtbueffl>e Sfeminijcenj bilbet, leitetium Slltegro ein. 3ft biefe« in 
ber Srfinbung aud) nid)t bon großer Sid'tigfett, fo treten bod) bie t&e« 
matifcb geglieberten ©äfee al« ein formell georbnete« ©anje an ben 
©Brer fyeran. Sie Duberture bleibt bann aud) burd) bie ganje Oper 
binburd? ba8 ©piegelbilb, rrclcfec« als wirtfame Sffeftere ben einmal be« 
gonnenen ©tyl bi« jutn ©d)tuffe me&r ober weniger, je nad) ber ©itua« 
tion, fefthfilt unb jur Surcbfiibrung bringt. Ser Somponift k)ätt für 
geioB^nlicb baS SRaaß 2Rojart'fd)er 3nftrumentirung feft; einigemale 
wirtt er ganj trefflieb, mit größeren 3nftrumentalmaffen. §Bcbft talent« 
botl jeigt ftd) ber Somponift bei ber cbaratteriftifd), graciB« unb malerifd) 
gehaltenen SnUctmufit, bie ftettenweife, namentlich im britten Stet, ju 
weit auSgebebnt, ber §anblung mannen Sinbalt tb)ut. Sie Duberture 
wie bie SSattetmufitgeberen beßbalb auch ju ben gelungenften SDcufil« 
ftücfen ber Oper. Sir müßten auch teinen ©runb anjugeben, warum 
biefe Ouberture nidjt, ba jie tfeematifer; beffer motibirt unb inftrumen« 
tirt ift al« manche anbere, bon ber biel l'ärmen um 9cid)t« gemalt 
wirb, febr balb als Drcbefterouberturc wegen ihrer leicht faßlichen 2Re« 
lobit unb SRbbtb mit ju ben gern gehörten ©alonpiecen unferer Or« 
cbefterccncerte geboren feilte? Sbenfo wirb fie wie bie ©attetmuftf 
bBdjft wirfungSbolle Sßiecen für bie 3Rilitairmu|itcorp8 abgeben. 3« 
ben befonberS erwäbnungSwertben äRufitftüden gebort ein Suett, Ser- 
jett, äJcarfd) unb ba« gtnale be« erften Stete«. Sie Slrie im jweiten 
Stet: „Sic Königin tnng ifyren Saunen nad)" ift redjt wirtungSboH 
componirt. Sucb ber bntte Stet bat einige bübfdbe 3Jcujitftüde, bte wir 
be« turj jugemeffenen 9iaume« wegen nidjt weiter anbeuten tonnen. 
83on ben brei Steten ift unftretrig ber jweite am fd)wäd)ften fttuirt. 
Sei ben 9tecitatiben bätte ber Slutor ftd) 9iid)atb Sagner jum 
SDJufter wählen foüen. 3m britten Stet würben einige Sürjungen rejbt 
Wobltbuenb Wirten. Sa« Drcbefter unb bie SbBre unter Sapelt-aK. 
Säubert'« Leitung leifteten febr l'obcnSwertbe«. Sa«©piel bergrau 
3aä)mann'Sag'neral« Königin (Sbrtfiine war binreißenb unb be« 
jaubernb, ihr ©efang ben Umfiänben angemeffen. §r. Somoretb 
al« ©raf Slrbeb wirb, wenn er ot)ne 9iaft unb SRube mit folgen forcir« 
ten SKitteln weiter fingt, balb ganj feine ©timme berloren faben. 
$r. grt de War al« ©raf SBwenbolm in feiner anbaltenben Partie al« 
ba« Jpaupt ber SSerfdpwBrer gleich auegejeic^net buro) ©efang unb 
©piel. grau $errenburger«Sucject entlebigte flcb mit guter 
©timme al« „©aftwirtb^in" ibxee niebt bebeutenbenSocalparte«. §rau 
©arrie«»SEBippern, bie ^flegetocbter SBwenbolm'8 unb bie Sraut 
Slrteb'8 , ercellirte burc^ ibre jugenblicb^ friftbe unb fd)8ne ©timme. 
Sie anberen ©ä'nger Ratten nur unbebeutenbe Stollen, jeber Stet würbe 
fe^r beifällig aufgenommen unb bie SarfteQer burc^ ^eroorruf au8ge> 
jeicb.net. Sir freuen un«, in ber Sage ju fein, bem (Somponiften 
unparteiifeb. ein belobenbe« Referat biermit gegeben jn ^aben. 

Sb,. Höbe. 
|lari». ©ie werben auf SB agner'« erfte« (Soncert gefpannt fein 
unb icb^ beeile mieb^ barum, 3b. nen einige Sorte barüber ju f enben ; 
SeitereS möge nac^ bem »Weiten unb britten folgen. Sa« erfte fanb 
am 25.3anuar in ber itafienifeben Oper ein überaus ja^lreitbeS, glän« 
jenbes Subitorium oerfammelt, ber SKeifter, beffen angegriffene >}uge 
auf inner jle (Erregtheit beuteten, Warb, al« er vortrat, auf baSSärmfle 
begrüßt; er birigirte bae ganje Soncert fetber: bie Duuerture }um 
„gliegenben ^oüänber" eröffnete ba« Programm; e« folgten au« bem 
„Sannb. Sufer" ber SinjugSmarfcb, ber $ilgera)or unb bie Ouoerture ; 
bie 3ntrobucrionen ju „Sriftan unb 3folbe" unb jum „So^engrin", 
cnblicb ber ©ang ber grauen unb ber $ocb>eit«cbor mit ber Sntrobuc« 
tion jum britten Stet au« „?o^engrin." @ämmtlicb.e Siummern Ratten 
über alles Erwarten günftigen @tfok; bie ©timmen unb Urtbeite ber 
»on allen ©eiten berbeigejirBmten SDcufiter aber waren geseilt, ©e« 
beutenbe biefige mufttaltfcpe äutoritaten waren bingeriffen unb »oHer 
Segeifterung für ben ©cböpfer biefer berrlicb.en jonwerte, anbere bin« 
gegen talt unb unbefriebigt, ade aber in großer ©pannung unb Stuf« 
regung, unb in einem eifrigen Si8putiren unter einanber begriffen. 
3ebenfall« bat ba« Soncert große ©enfation erregt unb Sagner ift 
unter ben Mnfllern jefet ba« allgemeine SageSgefpräd). Sie 2lu«füt« 
rung war freilieb nur leiblicb, ftettenwerfe fogar f(|led)t unb befonber« 
biedere ließen 35iele6 ;u wünfd)en übrig. Sa« Wunbert un« übrigen« 
nieb t, ba S a g n e r , wie wit boren, nur brei groben batte. 3 U 3B a g « 
n er'« ferneren (Soncerten ift tcmfelbensomÄaifcr ber ©aal ber großen 
Oper unentgeltlich jnr Siepofition geflellt Werben. — $.».8)ü« 



low ^at am 27. eine Soire« musicale in ben ©alone »on ?tenel ge« 
geben. 3cb babe 3b.nen jur 3eit ben Seifalt, welcben er bier in »origer 
©aifon erntete, gemelbet. Ser bie«jabrige ift ein nid&t geringerer, 
unb wirb ftcb. t>ermutbliä) noeb mit jebem feiner folgenben Concerte 
fieigern. Cr fpielte: ©onate Dp. 106 son Seetbooen, Cantique 
d'amour, Marche nationale hongroise unb Reminiscenses de „Rigo- 
letto" de Verdi, Fantaisie de Concert (manuscrit) bon 8if Jt, 3m« 
promptu <ä« bur bon ©ebubert, SKajurfaCp. 41 bon (Sbopin unb 
eine ©abotte bon 93 ad). Sen Üifjt'fcben SKarfd) unb bie ©abotte 
mußte er auf allgemeine« ©erlangen wieberboten. 3n erfterem entfal- 
tete er eine fiaunenawertb. e Äraft unb ©rabour. 3d) felbft jäble mid) 
ju ben aufrid)tigften Serefcrern be« großen Üünfiler«; um fo weniger 
mBge er e« mir beßfcalb übelnebmen, baß teb mid) bennod) niebt immer 
ganj einberftanben mit ber Sluffaffung feiner ©eetboben'tdjen @o< 
nate Op. 106 ertläre. ©otlte er ba« Slbagio nid)t ju langfam genom« 
men b.aben? ©o wunberbar e« aud) ift, fo erfebeint e8 im ©anjen boeb 
etwa« jerftüctelt unb jerriffen, unb ein gar ju tangfame«, fdjleppenbe« 
Sempo trägt nur baju bei, e« nod) weniger jufammenbängenb unb 
berftSnblidi erfeb^etnen ju taffen. Sen legten fo überaus fdjwierigen 
©a^ fpielte ber Äünfller mit einer bemunbernewttrbigen jeid^ttgteit 
unb Slarbeit. Sie jweite ©otrfie afllow'« ift auf ben 12. gebruar 
angejeigt, unb wirb wieber biel3ntereffante« bringen; u.a. bieOuber« 
ture jum „Sannbänfer" für pano allein bon ?if jt arrangirt. Sie« 
felbe für Slabier auszuführen muß eine 9tiefen«9lufgabe für ben $ia> 
niften fein, unb bin icb niebt wenig gefpannt barauf, fte ju ^Bren. 

Weimar. 3n teftter 3eit bat unfer Soncert«2Jt. @bmunb@in« 
ger berfebiebene ©aftreifen gemaebt. 3n Sbemni^ fpielte er am 
8. Secember im bortigen erften Slbonnementconcert ein (Soncert bon 
$aganiui unb eine Weberie bon SSieurtempS (mit $ianofortebe« 
gteitung). 3ena batte ftcb jweimal feine« S3efud)8 ju erfreuen; juerft, 
am 11. Secember, trug er im jweiten atabemifdjen (Soncert ben 
erften ©aft au« $aga nini'8 Soncert unb bie g bur*SRomanje bon 
©eet^oben bor, bann fpielte er am 16. 3anuar in einer ©oiree 
für Äammermnfit bafetbft Xartini'S Seufetsf onate unb im S bur« 
Srio bon ©eetboben (Op. 70 9er. 1) bie SSiolinpartie, wSbrenb 
ber Sammerbirtuos Soßmaitn aus Seimar ba« SSiolonceÄ unb 
SWuftt'Sir. ©tabe in 3ena baS ^Jianoforte in biefem Serie ber» 
traten, ©eit Surjem b.aben nun aud) bie $$. ©in ger unb Soß« 
mann b.ierfetbft im großen ©aale be« ©tabtyaufe« ©oireen für Sam« 
mermuftt arrangirt. Sie erfte fanb am in. Sanuar fiatt, unb jwar 
unter SDlitWirlung bon grl. Serg^auS, bie Sieter bon ©pobr, 
aReubel«fobn,8ifjt unb© ebubert fang, fowie ber $$.3Jcufit«Sir. 
Soffen (al« ^ßianifi) unb 3ungmann (an ber Orgel). 9Renbel«« 
f o b. n'S <S moff'Irio, bon ben brei (Srftgenannten, unb „9Jcebitatiou 
über ein^rälubium eon 83 ad) für S3ioline, 93iotonceU, $ianoforte unb 
Drget" bon ©ounob, in ber §r. Sungmann bie Orgelpartie ber« 
trat, bitbeten bie ©auptnummern. 

3n Äönig*berg bat SJieuitemp« fünf Soncerte gegeben unb 
febr bebeutenben Srfolg gebabt; fein Spiel ift granbio«! Seiber aber 
jd)eint fld) biefer große «ünftler ganj bem ©enre bloßer ©lanjftücfe 
ergeben ju iaben, benn in ben fünf Soncerten fpiette er nur Sin rein 
mufttalifebe« Soncertfiüct, nämlid) ba« 3Renbet8fobn'fd)e unb jwar 
niebt eben ä la SSieujtemp« — wa« wir jur Sbre be« Äünftler« 
fagen. — Sir erwarten noeb ein Soncert be« $rn. fi. ©ebubert unb 
ein anbere« ber grt.3enn» SKeber, ber berühmten ©ängerin. grau 
9liffen«©atoman bat un8 mit einem Soncert erfreut, in Welchem 
fte benSSeifalt eines großen unb gewählten publicum« fanb; tann man 
auch niebt burchweg S3o0tommeneS in ben Seiftungen ber gefeierten 
fiünfllerin ftnben, fo muß man fte boch al« gebiegene, ebte unb fettene 
bejeichnen; ber ©enuß wirb für un« etn btetbenber in ber Erinnerung 
fein unb wir wünfdjen febr, biefe bebeutenbe ©ängerin nod) einmal ju 
fcBren — bietteiebt auf ihrer SRüdtebr bon Petersburg. 



Seifen, Concerte, Cngagements. 9tm 24. Sanuar gaben bie 
!pJp. «Btaßmann, ^ütlwed, 9ceumann, ©Bring unb S.Äum« 
in er im ^)otel be ©axe juSreSben ihre erfte ©oiree für Sammer« 
muftt. Sa« Programm beftanb au« 3)tenbetSfobn'8 S moll»Srio 
(Op. 49), SKojart'S ©treid)«2rio (Op. 19) in fed)8 ©ä(}en, ©ebu« 
mann'« *6ianoforte«^Jbantafie (Op. 17) unb S3eetboben'« St bur« 
Quartett (Op. 18, Kr. 5). 

3m bierten i>ofconcert ju $annober, am 21. 3anuar, wirlte 
Stlfreb 3aelt mit. Sr fpielte ba« S mctl*Soncert bon ©eetboben, 
ba« gi« bur-9totturno unb ben Si« motl«Saljcr bon Shopin unb 
eine iransfeription über SKotibe au« ber „Saltfabrt nach ^Jloermet." 



51 



grl. ©enafi aus Söeimnr trug bie arie ber SRofine au« bem „Var« 
biet" unb Sieber »on 2Renbel«fobn, granj unb © Aubert »or. 
Sen anfang be« fioncert« bilbete bie Cberon-Duserture, bie »weite 
Slbtbcilung © dj u in a im'* 23 buv=@bmpbonie. 

9m 26. 3>»nuar fanb in ©erlin eine aupbrung be« afabemi» 
fdien Vcetbo»en»Vcreinä für Äammermufit flatt. Sa« Programm bot 
neben ber gisbuv=2onate »on Veetbooen, bem Slnbante mit Varia- 
tionen für jwei glügel Ben ©ebumann, ber SRomanje für Violine 
vgbur, Ct. 50) »on Veetbo»en unb ©pobr'a 3effonba«Ou»erture, 
jür stvei glügel ju adjt £änben arrangirt, and; mehrere (Sompofttionen 
tc« Vi:rflanb«2Jtitgliebe8 Mb elf S eren», Stud. phil., unb »war eine 
Sonata quasi Fantasia in & motl für Violine unb ^ianoforte (Slbagio 
mit eiiigeflodjtenem ©cberjo, 3lllegro, guge in einem ©ab*, mit bem 
jngrunbe licgenben<*cbanten: „Skrt ibr emXraum" au6 3)f enbels* 
febn'« gi« moü*Suctt Ob- 63,9er. 4), ein Sieb unb eine <|5eionaife 
für ^iauoforte. außeibem Würben eine arie au« ,,@Ua«" unb »wei 
Siober »on ©ebumann: „<5r ift'8" unb „grübling«nad)t" gefungen. 

3m fiebenten ®efellf(baft«*Soncert in Cb'ln am 31-3auuar fpielte 
aifreb Saell Da«l£moÜ'=<5oncert »on Veetbooen, eincnSbopin'- 
fdjen Söaljer unb eine eigene (Sompofition: „Home, sweet home." 
grl.3enno SDteoer fang ©lüde au« ©lud'« „Orpbeue" unb©cene 
unb arie au« „9iomeo utib 3ulie." 3 u m erftenmal fam Vargiel'8 
Xrauerfpiel=Ouoerture, außerbem ba« Salve regina »on §aitpt« 
mann, Veetfyo»en'8 V bur»©bmpbonie unb bie 9lu» Vla8>Ou»er« 
ture »ou SDienbelSfobn jur auffübrung. 

Sa« aibonnementconcert b<« Hamburger 9Ruftt»erein« am 
26. 3anuar jeid)nete ftcb bureb fein ber neueren SKuftf gewibmete« 

Erogramm au«. Sie ©d) umann'fd)e <£ bur«©ompbonte war ba« 
rd)eflerwert be« Slbenb«. grl. ©enafi au« äöeimar fang Sifjt'« 
„Soreleo" mit glänjenbem erfolge, ferner bie arie ber SRofine au« bem 
„Varbier" unb Sieber »on@rb umann unb©d)ubert. grau gran« 
ji«ca SRitter fprad) bieSenore mitSifjt'S, unbba8®eticbt„'!pf0d)e" 
mit Veetbo»en'8 melebramaiifdjer Begleitung. 33er Violinifl SRap« 
polbi enblicb fpielte bie ©efangefeene »on ©pobr. 

3lm 2fi. Sanuar feierte ber jübifd)e ©efangoerein „3ion" in SBien 
feine erjle @tiftung«*Siebettafel. Von Dr. 8. ftompert würbe burd) 
ben §offcbaufpieler ©onnentbalein Prolog gefproä) en. Sie »orge« 
führten ffiböre unter ©ul»er'« Seitung feilen reebt wader gegangen 
fein, grau Cjillaa unb grl. ©uljer fangen ©oli unb ber $ianifl 
(Sppflein trug „Sieber obue äSorte" »on SDcenbeläfotyn »or. 

Ser ^ro'buctionSabenb be« Sontünftleroerein« in Bresben 
braute am 25. 3anuar ba« ©treidjqnarjett Dp. 35 »on Voltmann 
(»um erftenmal), bie ©onate Cp. 111 »on Veetbooen (gefpielt »on 
t>rn. Vlafjmann) unb ba« g bur>Slbagto »on SJcojart für jwei 
Klarinetten, jrcei Vaffet^Srner unbgagott, forete bie jn<ette äbtbeilung 
oon beffen breijebnftimmiger ©erenabe für öla8inflrumente mit Vio» 
loncell unb Sontrabag. 

3lm 27. 3anuar gab grau 5Warie Vutdjarbt in Verlin i&re 
»weite muftfalifib-beclamatoriftbe @oir6e im ©aale ber ©ingafabemie. 
SDie Soncertgeberin felbft fang eine ärie »on SWo*art unb mebrere 
Sieber; außerbem ttirtten im ©efange ©gra. be ^ßaej, 4>r. Urban 
unb V u t f c^ mit. grl. 5DI a t b 1 1 b e $ o g u e t (Xodjter be« benftonirten 
VaUetmeificr«) unb bie ©cbaufpielerin grl. IBelia »ertraten ben becla« 
matorifd)en X^teil. 

fflm 23. 3anuar gab grl. 3ba$a$enbtdtm (Snglifcben $aufe 
tu SBerlin ein (Sonce'rt auf ber J£>arfe. 

Üluftkfeftt, 3ufrül)rungen. SBie roir au« einem Vri»atbriefe 
entnebmen, »oar bie in Petersburg aufgefübrte fbmbbonifibe ©io>- 
tung »on Sifjt fein „VrometbeuS." @r ^at ungemein gefallen. 3)te 
in bemfelben Veneftjconcert St. © tauber tb'« aufgefübrte geftouöer» 
ture biefe« Se^teren ift »on bem ÜRtlitair«@eneralca»eu'meifter für ein 
große« gefkoncert arrangirt tcorben, t»o mebr al« 2000©oboiflen mit« 
»irten werben. 3n bem genannten Concert fang eine 5Rtä)te Srooff'8— 
ber beiläufig bemerft fit^ febon feit längerer 3«t inVeteraburg nid)t 
mebr feben lägt — , Kamen« ». 9cen>ebomm«tt, bie$Beet&o»en'« 
fibe arte: „Ah, perfido", ein grl. galdmann, ©cbülerin ©tern'8, 
f&telte auf bem ^ianoforte. 

3)er 13 i ener ©ingberein ber@efellfd)aft ber SDJufiffriunbt fübrte 
am 31. 3«nuar Veetbouen'« SbBre au« ben „Stuinen »on 3(tben" 
unb C^üre au« Sifit'« „Vrometbeu«" auf. 

Heue unb ittutinflubirtt Opern. 3m äBtener ^ofoperntbeater 
toirb ©lud'« „9lrmibe" — unb auber'« „Verlorener ©obn" »teber 
etnftubirt. 

ftttrarifd)c Hotijm. Vei 3. 3. SB «6 er bierfelbfl erfdjien foeben: 
„3)er eia»ierunterrtd)t, ©tubien, (Erfahrungen, 9tatb« 



febläge" »on Sout« Äöbler, mit folgenbem 3nbalt: I. Süge* 
meint ©ru n bjiige: bie SSabl ber äHufitftüde ; allgemeine unb be= 
fonbere ©runbfäßc; bifiorifd)er Ueberblicf ber Slaoierltteratur ; Unter= 
ricbt«ltteratur; (Sintbeilung be« llnterrid)t«material« ; Xenbenjroabl. 
3ur Unterrid)t«n>eife. 3 ur mufifalifd)en Srjtebung. ®a« Vorfielen; 
itßabl ber»oriufpielenbeu®e)'ellf(baft«ftüde; Vilbungburd) Vcrjbielen. 
Sa« äu«»enbig iptelen. 2>a« Vomfclatt|pieleit. 3)a« Vierbänbigfpielen. 
SBcufifalifcb.«« Xalent unb Vebanblung beefelben; Sedung be« £a> 
lente«. Vom Ueben. Sie Unterrid)t«ftunbe. 3ur ^|ßebal!ebre. @la»ter> 
lel;rev*arten unb Sla»ierle^rer«SiBabl; ©ouberlinge; Se^rerbeurt^ei« 
lung ; Sebrer unb Sebrerinnen. — II. Sefonbere weobadjtungen, ent» 
baltenb : 50 bi« 60 atbcn8men über Slaoierfpiel. 

Von üfttnbcUfobn'S Vruber unb bem Vrof. Srcofen »erben 
bie Vriefe be« SKeijler« jum Srud »orbereitet. 

3us)rirf)nungcn, »tforberungen. Ser bi«berige Sirigent ber 
$eqogl. $of capeüe, ber Ober :c. inSef fau, SWuftf-Sir.Sb.ibiele, 
ift »um §erjogl. Sapellmeifter ernannt roorben. 

|)trfonalnad)ri4)len. Ser früher bier engagirt gewefene Senortft 
Sreu^er ifl al« mitroirfenber ©änger unb üttegiffeur am beutfd)en 
Xbeater ju ^eftb engagirt. Sine Oper„Saifer 5Diar auf ber SKartin«« 
rcanb" (»on wem?) folt junäcbft unter feiner Seitung bovt aufgefübrt 
werben. 

«obeeröUe. Sm 26. 3anuar, borgen« 5 3 /, Ubr, ftarb in Co- 
burg bie berübmte ©ängerin unb SarfteUerin grau äSilbclmine 
@d)riiber»Se»rient, nad)bem fic bort in legter 3eit bie Vflege 
i^rer Sdjtoefter, ber grau ä. ©d)loenbad), aenofien batte. ©ie tfl 
nur 55 3abre alt geworben. Sine au«fübrlid;e ffibaraiterifti! biefer 
großen Ättnfilerin au« 9t el Ifl ab'« geber befinbet fitb febon im erften 
»anbe b. VI. 



Ucrinifc§les. 

Sie „beutfebe SDtuftfjeitung" ereifert ftt^ in einer 9coti» über bie 
SSBiener (Sorrefponbenjeu unferer 3eitfcbrift. 3nbem fie un« für ba« 
barin ©efagte berantwortlid) mad)t, gebt fie »on ber irrigen Slnnabmc 
au«, al« ob wir bie Verid)te jämmtlid;er Wiener Vlätter gelefen ^aben 

mUßten. Saß babei unferem fßiener S-(Jorrcfponbenten eine mit ? 

unterjeidjneteSWittbeilung jugefdirieben Wirb, bemertt fte in ibrem Sifer 

tax nitbt. 3m Xon, in Welcbem fie ft* ausfpriebt, febeint fie bafttr 
sorge tragen ju wollen, baß jene gebäjftge ärt ber ^Jolemit, »on ber 
Wir glaubten, bau bicfelbe fdjon »iemlid; befeitigt fei, nie ganj auSfiirbt. 
3 e 1 1 n e r'S „Vlätter für 2Ruftt" bagegen bringen einen guten, <S b u a r b 
ftul.fe unterjeid)neten artitel, ber einer Veurtb. eilung 30 agner'» in 
ben SBiener „Slecenfionen" ben 2Rangel jebweben Veweife« »orwirft. 
Statürlid), baß bie iffiiener Vrejje jeßt erfl ben Äampf beginnt, ber in 
9iorbbeutid)(anb bereit« au«getämpft ift. 

3n einer ber neueften wummern be« „2Jh>rgenblatte8" beriebtet 
ein Correfponbcnt au« Sreeben über ba« Quartett ber ©ebrüber 
ÜKÜller. Ser Vortrag ber legten Veetbooen'fcben Ouartette burd) 
biefelben giebt ibm ©elegenbett, gegen biefe VJerfe al« ein »weiter 
Ulibifcbeff einen gelbjug »u eröffnen unb »orber Vefcbäftigung ba« 
mit gütigftiu Warnen. 

Ser SRiebel'fcbe Verein in Setpjig beabjtcbtigt, im nSdjjien 
grübjabr Veetbouen'« große SWeffe »ur auffübrung »u bringen. 
Vei biefer ©elegenfyeit fei erwähnt, baß © d).inbler tn ber neuejlen 
ausgäbe feiner Veetbo»en'Viograp(>te eine 3ufammenfiellung ber 
auffübrungen biefe« SBerte« giebt, bie aI8 »ollftänbig be»eid)net, bieß 
jebod) nod) teine«weg« iß. ÜKebrere große auffübrungen in ben 40er 
3abren in Seipjig unb Sreaben ftnb u. d. nidjt erwäbnt. 

Sif) t'« Sieber, beren ©efamtntau8a,abe fürjlid) bei <S. g. Sa^nt 
erfebien unb auf bie wir bemnätbfl ausfübrlid) turüdtommen werben, 
pnben immer mebr Stngang. grl. V er g bau« fang in ber »weiten 
©oirte »on ©inger unb (Soßmann inSBeimar ,,greub»oll unb 
leibboU" unb ,,Sa«mußein3Bunbeibare« fein". 3n einem ^ofconcert 
»u Verlin trug grl. ©enafi bie „Soreleo" »or, biefelbe Compofition 
fang fie aud) im legten pbilbarmonifd)en ffioncert in Hamburg. 

3n berSatbebrale ju Valencia ift eine neue Orgel »ona.3ba 
©8bne in Varmen, unter perfünlitber Seitung »on Utidjarb 3ba 
mit mehreren beutfeben arbeitern, aufgeflellt werben. 



tS" $ier»u Xitel unb 3nbalt«»erteid)niß jum51. Vanbe bet 
3eitfd)rift. 



52 



Intelligenz -Blatt, 



Novitäten -Liste vom Januar. 

fmpftlilensnitrttir BlMiknlitn 

publiciit von 
J. Schoberth 4 Comp., Leipzig, Hamburg und Neu York. 

Oanthal, A.M., Op.l 19. Fremdcngrüsse, Polka f. Piano. 5 NgT, 
, Op. 92. Albions Polka für Piano. 7 1 /» Ngr. 

Chopin, Fr., Op. 43. Taranteile. Neue Aufl. 20 Ngr. 

Döring, C, Op. 12. Vier Lieder für Sopran, Alt, Tenor 
und Bass. Part, und St. 1 Thlr. 

Ecker, C, Op. 6. Drei Lieder für Männerchor. Part, und 
Stimmen. 1 Thlr. 

Köhler, Louis, Portrait in Stahl gestochen. 15 Ngr. 

Krebs, C, Op. 110. Der Grenadier. Für Bass oder Bari- 
ton. 15 Ngr. 

Krug,D.,Op.38.BouquetdeMelodiesNr.l9.Dinorah. 15Ngr. 

Leonhard, J. E., Op. 12. Trio für Piano, Violine und Vio- 
loncell. Neue Auflage. 2 Thlr. 7 1 /, Ngr. 

Mozart, Op. 108. Quintett für Flöte (flbertr. von Soussmann) 
mit Beibehaltung des Originalstreichquartetts. 1 ^3 Thlr. 

Mozart, Op. 108 als Duo für Pianoforte und Flöte (von 
Soussmann). 1 Thlr. 10 Ngr. 

Pierson, H, Hugo, Op. 30. Beharrlich, für Männerchor. 
Part, und St. 15 Ngr. 

Satter, G., Op. 45. Caprice Nr. 5 für Piano. 10 Ngr. 

Schumann, B., Op. 36. Sechs Lieder für Sopran oder Te- 
nor. N. A. in 1 Heft. 1 Thlr. 

Sponholtz,Op.23. Nr. 4. Höchstes Glück, für Alt. 7V s Ng. 

,Op.23.Nr.5.DerLiebeWiederhall, f. Alt. 7 »/»Ngr. 

Strakosch, M., Op. 22. Das Zauberglöckchen. 15 Ngr. 

, Op. 36. Othello Preghiera pour la main 

gauche. 10 Ngr. 

Wallace, W. V., Op. 86. Les cloches du soir, Air russe 
de Beethoven. 15 Ngr. 

,0p. 72. 3 ra,r PolkadeConcert. NeueAufl. 20Ngr. 

Walter, Aug., Op. 15. Marsch, Intermezzo und Scherzo, 
3 Ciavierstücke ä 4 mains. 1 Thlr. 

O" Auf Döring' s Lieder für gemischten Chor machen wir alle Sing- 
vereine besonders aufmerksam ; Leonhard' s Pianoforte-Trio ist 
ein treffliches gediegenes Werk. Wallace, les clocha du soir, 
bearbeitet das reizende Beetboven'sche Air in höchst interessan- 
ter Weine ; Walter, Ciavierstucke sind geistreich und originell. 



In der Allgemeinen «eatselen Yeriagsanstalt in Berlin ist er- 
schienen und durch alle Musikalienhandlungen zu beziehen : 

A. Lortzing's «Lied vom neunten Regiment." Zwei Bogen 
in elegantem Umschlag. 15 Sgr. 



In Küne erscheint im Verlage des Unterzeichneten mit 
Eigenthumsrecht : 

UltiE, 

Ballade von G. A. Bürger. 

Mit melodramatischer 

Pianoforte-Be gleitung 

zur 

^cefanttttion 

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FRANZ LISZT. 

Pr. 1 Thlr. 
Leipzig, 31. Januar 1860. C. F. KAHNT. 



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lehrerin, welche zugleich auch befähigt Ciavierunterricht 
angehenden und mittleren Schülern zu ertheilen, gesucht. 
Anfragen sind franco unter der Chiffre K. S. an die Ver- 
lagshandlung von G. F. K&hnt in Leipzig zu senden. 



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Ein junger Musiker, 25 Jahre alt (Violinist), in der 
Theorie Schüler von Hauptmann, sucht eine Stelle als 
Dirigent bei einer Musikcapelle. Derselbe hat schon einige 
Jahre Instrumental-Concerte geleitet. Die Adresse zu er- 
fragen in der Exped. d. Bl. 



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Xrurf tan l'rr&ftlb €£naitt in l'flp.HA. 



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Jetzig, ben 10. Sfefcuai 1860. 

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tiutarin'fAc Bm*. ftSRnfiH. (St. Salin) t« Berlin. 

Mrlter fa| in 3ftrt*. 

■inj« H4n»rn T Mtufnl Suhant* in Ballon. 



JW1. 



I. Wtbtmun * Inr. in Rrto Jett. 

f. *4nombt4 in SHen. 

lik. Jtirtlirn ta fBnrf 4>M. 

C *mm • JUirtt in Spf iUSeie^H, 



9afi*K: ffleltJntt $ttttf4ftrt tom l. $. ffievjtrwnn {ffortfefcuag).— Wtnftfa* 
Ilfn>n Ha$n>i4l. — $al nrtfetl eint* &w«jef en fiEn 8t. fflhgner. — Set 
MeberUnMf^e Berein „3** Beftibenrng in $enfnn|t." — tat Berlin 
(ftartfetBnj). — Meint jjeitnng: ttnwHwttemt 2agtfge Wftte ; See 
Klf4tel. — JMtif4ei Kaie iget. — 3nteI[iaenjMatt. 



(lehrönk IJrasscjrrift. 



Crfförotbe &I£tf triutg tmb mtrfifalitö t&eoretiföe 8t> 

gritabtug btr luttd) bie Htatfien £intftfn)ityfmtgeii befflteöea 

UÄfleftflUmtB nah tSeitotrilbuifl 6er ^ormmril 

IHJB 

C f. totx>raoim. 

i Serif ej mg.) 

g»Ifien tum ©tptfaiicitaccwbtn. 

(Eine ftolge gebunbetier ©eptimenaecorbe ein« beftimmten 
Stonart entfielt: 

1) teenn bie eorbereitete Septime eineS Kccorbe« ic<re 
regelmäßige Huf(6fung nimmt, bie übrigen Stimmen aber auf 
tyrer ©teile »er&arren ; fie wirb fobann ©ninbton einet neuen 
Stptunenaccorbea, ber nun eine &b>li$e gortfdjitttung ne^» 
men fann; j. SJ. 




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2) toenn bie Ouuite unb bie Septime eine« Äccorbe« fldj 
ffofemveife abwärts bewegen, toä^renb bie anberen Stimmen 
Üftt ©teile nidji »erlaffen ; fie Silben atäbann ®runbten nnb 
Xerje eine« neuen SeptitnenaccorbeS , beffen abnütze Stritte 
eine äbntidje golge bjwotrufen fßnnen; j. SB. 



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3) wenn bie SCerje, Ouinte nnb Septime eine« Septimen* 
occorbcS (alfc ber obere £>rtittang beffelben) fid) in einer fol- 
gen Sage befinben, baß jte , ohne Onintenparallelen ju bitten, 



ftufenmeife aSnärt« fajreiten fftnnen (bei obere Dmftang tanit 
alfo nidjt uon ber (Srnnbtage, fonbern nur von ber Sergfert- 
ober Ouaetfertlage an« eine fötale gurtf^rtitung nehmen), 
toöbrtnb ber ©runbten feine Stelle nidjt »erläßt; in bitfein 
gaKe toirb ber lefttere ^ut Septime eine« neuen ©e»timen- 
aecotbee, ber unter benfelben Stbiitgungtn äbnlicb fottfa)reiten 
fann; j. 9. 



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Sei einer golge son S)ominantfef timenaecotben 
mn§ ber eine ebenfo jeberjeit at« regelrn&gige öerjBgtmnß be* 
anbeten ttfdjeinm; bie untenflebenben Setf^itle erfüllen btefe 
Sebingung, unb werben beäbalb düä) in ber romantifd>en £on» 
fünft, ä^nlit^en folgen berminberterSeptimtnaccorbe 
gleid> , i$re 3?ea>tfertigung pnben fünnen. 




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54 



2)er »erminberte ©eptimenaccorb fann, tttbetn nur 
eine feiner (Stimmen fid) Betoegt unb einen $al6ton abwärts 
fdjreitet, bort jum ©runbtone eines 3)ominantfe»timenaccorbeS 
toerben , tsie unten Bei 1 ; ober eS fann eine feiner (Stimmen 
jum ©runbtone eine« folgen toerben, wenn fte auf itjrer ©teile 
toerljarrt, mä^renb bie brei anberen einen $a(6ton aufwärts 
fdjreitcn, toie bei 2; ober es fann einegolge »on je einen £al6= 
ton fteigenben ober fadenben »erminberten ©eptimenaecorben 
ausgeführt toerben, toie unten Bei 3 u. 4, u. f. f. 




h 7 ° fl8 7 ° 



70 70 I 



Drgefymtct 



Unfer £)f)t Bat fid) nidjt allein fdjon an bie anljaltenbe 
(Spannung einer §otge oon ©ebtimenaecorben gewBfynt, eS er= 
trägt fogar aud) eine $>armonienfo(ge, weld)er als SBafiS ein 
$alteton B, ingugef ftgt tourbe, bernurmit feinemUnfangS» 
unb SluSgangStuncte in »erftänblidjer fyarmonifd)er 
93ejieb,ung gu jener in fid) jufammenBängenben fjolge 
»on Sccorben fte^t. (Sin foldjer „Drgelbunct" fann nun 
aus jmeien ober aus mehreren 3lccorben befteljen unb nad) 
einem auSget)altenen Jone ber tiefften (Stimme , ober jugleidj 
mit biefem fann als erfter SIccorb nid)t allein eine mit bem» 
felBen confonirenbe, fonbern aud) eine biffonirenbe Harmonie 
frei auftreten, an meld)er ein ober mehrere »erminberte ®rei» 
f länge tfyeilnefymen, j. 93. alfo ein 33ominantfe»timenuccorb 
ober ein »erminberter ©ebtimenaecorb. 

On ben folgenben 93eifbielen entfielt Bei 1 ber fogenannte 
„Sconenaccorb", Bei 2 ber fogenannte „Unbecimenaccorb" unb 
bei 3 ber fogenannte „ lergbeeimenaecorb ", jenadjbem bie 
Ouinte, bie Serge ober ber ©runbton eines Dreif langes als 
$alteton ju einem afle Jone beffelBen »ergBgernben Slccorbe 
benufct roorben. 



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SDiefe biffonirenben Harmonien ftnb alfo »ierftitnmige Äccorbe, 
weldbe jebe Sage annehmen, unb jebe regelmäßige gortfdjrei* 
tung neunten fBnnen, benen eine fünfte, tief fte Stimme als 
$ alteton hinzugefügt ift, weld)e felbftcerftänblid) fid> an einer 
Serfefyung ober Umfe6,rung beS über berfelben befinblidjen 
SkcorbeS nid>t beteiligen barf, benn fonfi mürbe ber oben Bei 
1 auftretenbe „ SWonenaccorb " j. 33. in feiner ©ecunbterj» 
quartfertlage folgenbe ganj unberftänblidje Harmonie Bilben 
tonnen : 



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ffienn aber ber $>alteton bei 1 mit ber SuflBfung ber Stimmen 
be« über it)m fteb,enben ©ebtimenaccotbeS jugleid) feine ©teOe 



»erläßt unb etwa in ben ©runbton beS folgenben Slccorbefl 
fdjreitet: 



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fo ift er bagu Berechtigt, toeil nicot er, fonbern ber bei biefer 
Harmonie beteiligte ©eotimenaecorb eine Sergögerung beS 
folgenben SccorbeS bilbet, er in biefem $aüe alfo eine freie 
gfortfdjreitung nehmen burfte. 

©ewBfyntid) macfjt fid> ber £)rgel»unct gegen baS @nbe 
eines SonftficfeS geltenb unb itoax über ber SDBerbominante, 
um ben ©djlujj aufhalten (f. u. 1), ober über ber lonica, 
um ben ©djlufj ju »erlängern (2); er fann aber aud) üBer 
biefen beiben gleichzeitig auSgeljaltenen Ionen (3) , über jebem 
anberen £one, bem eine fo(d)e b,er»ortretenbe jragfraft juge< 
tfyeilt werben foH, ju Slnfang ober in ber 2Ritte eines 2on= 
ftücfeS feine ünwenbung finben. Die über bem {jaltetone auf» 
tretenben confonirenben ober biffonirenben Slccorbe fönnen nun 
einer unb berfelben Xonart angehören (1), ober aud) djroma* 
tifd)e Jone benußen (2, 3). 3)er falteten trägt fogar eine 
§olge »on »erfa)iebenen ÜJcobulationen, fobalb er nur beim 
Ausgange beS DrgelbuncteS eine »erftänblicBe b>t« 
monifd)eS3ebeutung erlangt, fei eS nun als Ion eineScon» 
fonirenben (2) ot>er biffonirenben äccorbeS (1), ober als 93or= 
^altSbtffonanj, wie Bei 3. 




Sonnen nun, wie wir gefeljen b,aben, auci) gutti 4)^tetdne 
gleichzeitig a,uf treten, fo bürfen biefe aud) nad) einanber ober 
gebrochen erfdjeinen unb fogar bureb, 33orfd)Iäge unb Durdj= 
gangStßne nod) »ergiert werben, woburd»fobanneinb,altenbeS 
üKoti» ober eine befonbere 3lrt »on Basso ostinato entfielt, 
wie iB,n namentlid) ?ifjt in neuerer £eit mit grofjer fiüb,nl)eit 
in SBirffamfeit gefegt b,at; j. 93. in bem oorletjten 2em)io ber 
großen, Stöbert ©d)umann gewibmeten ©onate. ©nblidj 
giebt uns ©ebaftian 9ad) in einer ©arabanbe ber (S moll« 
©uite, Exercices Op. I, Part. 6, Vienne, Hoffmeister et C. 
(f. unten bei 1), unb nad) ib,m 23eetb,o»enin feiner neunten 
©Bmöb, onie , freilidb, cor ben SBorten : D greunbe , nid)t biefe 
löne! fogar baS Seifbiel »on brei gleid)}eitigen $altetBnen: 




(Qntfetuag folgt.) 



55 



OTufiftafifGöer ftadjroudjs. 

Son 
£ttix ©räftht. 

6« ift nic^t mit Unredjt feit ben legten Oafyren jebe 3tn« 
fflnbigung neuer bebeutenber Äunflerf Meinungen, fo fange efl 
eben bei Der biegen Slnfünbigung blieb, mißtrauifdj aufgenom= 
men ober oielmebr abgelehnt worben; benn in ber Styat b,aben 
fetten bie Erfolge ber alfo Eingeführten ftd) entfprecbenb er* 
n»efen ben ^Jropfyejeiungen gegenüber, wetebe, jum St>eil oon 
berühmten Äünftlern auögefyenb, ber Deffentlidjfeit fibergeben 
würben. Nomina sunt odiosa , ein näherer £inwei« bürfte 
be«t>alb bei fo befannten Sbatfacben total überflüffig erfdjei» 
nen; bie Urfacbe biefer ectatanlen Errungen ju ergrünben, 
(ebenfalls ein intereffanter Strtifelftoff, foll jebod) auch nidjt 
b,ier oon im« unternommen werben. Kur tonnen wir aOerbing« 
nieb/t oerljeljlen, baß unferer unmaßgeblichen 9lnfidjt nad) biefe 
Sßropljegeiungen l»auptfäd)li<b beßroegen fo oft beS Erfolgs er* 
mangelten, roeil fie ju früb, auSgefprodjen würben, weil bie- 
jenigen $robuctionen nodj nidj t corb,anben waren , meldte als 
entfpredjenbe Saft« für große Hoffnungen gu bienen, ba« Slu«= 
pofaunen fold»er al« berechtigt tyinguftellen cermoebt gälten. 
Unb infofern bürften roir mit bem ©efüfyte größerer ©idjerfyeit 
oor ba« publicum treten, wenn roir nid>t abgefdjrecft burd) 
trfibe Erfahrungen b,eute ein 9lel;nlidje$ 31t unternehmen, gwei 
bebeutenbe Erfcbeinungen auf bem ©ebiete ber mufitalifdjen 
^robuetion bem SSewußtfein ber ©egenroart gu vermitteln 
roagen. — Ssenn beibe Äünftler finb einmal nietyt total unbe» 
fannte Kamen, — fie erfdjeiuen ferner aber audj in iljren 
Werfen fo gereift, — baß" bie oorerwäbnte Safte? feine fdjwan- 
f enbe genannt ju werben oerbient, bie auf fie gu fefcenben £off» 
nungen al« tt)eilroeife bereit« in Erfüllung gegangen betrachtet 
»erben (önnen. 

(£arf $tmftg ift in b. 331. gwar febon meljrfacb. erwähnt 
roorben, aber in einer fo fparlidien SBeife, baß bie mit feiner 
Äfinftterfdjaft Unbefannten (ju benen audj ©ie, oereljrter £>err 
Kebacteur, geboren), ftet^ iebenfaüe ein burebau« nidjt ent» 
fpredjenbe« 99itb oon btefem jungen fiünftler machen tonnen. 
3»ar b,at bie ^Berliner tfocalfritif feiner mit enormer 2luS= 
jeidjnung gebadit, aber biefe über ba« ©ewöljnlidje weit fidj 
erb,ebenbenf obfbrüdje »erhallten innerhalb ber märfifdjen ©anb= 
»üfte, — gwar b,at lauf ig in $ari« mit ©lücf concertirt, 
aber bie ©ignate fanben für gut, ein giaSco gu erfinben, 
beffen Kunbe fofort burdj mehrere 33tätter fidj weiter oerbrei» 
tele; gwar waren SBarfcbau, 33re«tau unb gulefct wieber 
D reöben 3euge feines ungeteilten SriumpljeS, aber bie 
ftunbe oon biefen Eoncerten unb bem barin ©ebotenen brang 
nid?! in 3t)re SSlätter. Unb bodj gebort ber <ßianift Saufig 
ju ben bebeutenbften Srfdjeinungen unferer 3eit. — SKag ber 
©afc, ben wir mit ganjer ©eele oertreten, einfeitig ober falfaj 
fein, — : bie ftunft muffe oorällem aufregen — e«wirb 
und t>on einem gäben geftljatten baran Kiemanb abbringen. 
SBar ja boeb, Aufregung bat? $auptgeffibj, wa« un« ergriff, 
at« ber 2ob.engrin bie neue 2Belt feufdjer bramatifd) er Äunft 
eor ben Sölicfen beä unmünbigen Dilettanten entrollte, auf» 
regung bie b,errfcb,enbe Empfrnbung, als burd) Sifjt'ö fbm= 
pb,onifdje Diitungen bem in engen ©renjen fieb, oergeblidj 
abmü^enben Äünftler bie SBege frei gemacht fd^ienen, Suf» 
regung aud) je|jt wieber bie gewaltige Bewegung, wetdje ber 
jugenblid)e geuergeifi be« barfiellenben unb fdjaffenben ftfinft« 
Ierä läufig in unferer ©eele b.er»orrief. — Slüerbingö will 
biefe neue Sefiimmung b* r ffffiißf fi* ni*t mrhr r«m«i mit 



©djiller'« alten unb bielfadj 00m $b,ilifierium mipraud)ten 
Sorte „b.eiter fei bie Äunft"! «ber ein ©lid in bie ©ct>ö> 
fungen beö großen 2)id)ter« genügt, und gu geigen, wie wenig 
er fetbft biefe $eiterteit erftrebte. Unb ein SSBort be« alten 
®oetb,e, ba« er bei ©elegenb,eit einer fpäteren Secture be« 
„SBallenftein" in frember Ueberfe^ung äußerte, möchten wir b.ier 
gern al« SBunbeSgenoffen citiren. üDenn ba b,eißt ei unter 
Änberm, baß ba8 gewaltige, gewiffermaßen in neuem ©ewanbe 
erfcb.einenbe SEBert benfelben „aufregenben Einbrud b,ersor* 
gebraut, welchen ba« erfte 2ef«:n in it)m ergeugt b,abe." Sllfo 
fdjon bamal« lufregung, Erf Fütterung bie madjtigfte SBirtung 
ber genialen ^ßrobuetion! Unb wa8 fann fc^ließlic| in unferen 
Sagen bie fiunft ber ausgebreiteten Engt)ergigteit bem über» 
wuebernben ÜKaterialiSmu« gegenüber Seffere« tb,un, al« ge« 
waltfam b,erau«reißen au« ben äHtag«anfcb,auungen, äÜ« 
tag«gewob,nb,eiten? 

Slufregenb, wie gefagt, ift Saufig'« ©piel in b.ob,em 
©rabe. Stbcr babei mangelt ib. m feine«weg« bie filarb. eit , bie 
©rajie, bie Einheit. ÜKan muß bie 6b,opin'fcb,e8erceufe, ben 
31« bur>3Balger conSifgt gehört b.aben, um ben Ueberwältig« 
einer „Stöbert- ^antafie" erft gehörig würbigen gu tonnen. 
2)ie ©roßartigfeit feiner Sluffaffung, bie SDiac^t unb ©ewalt 
feine« ©fiele«, burdj welche er nicb,t wenige Orcb,efter an 
SBirfung in ©chatten gu fteDen oermag, mögen b,ier eben nur 
erwähnt werben, ©enug fei db,nen bie SBemerfung, baß er in ber 
Sb,at Eoncertfaal unb publicum bergeffen letyrt, ba« ©efüb.1 
fofort gefangen nimmt, wenn feine ^anb bie ©aiten berührt, 
— baß er nidjt barftellt ein an unb für fidj fertige« ffunftwerf, 
fonbern reprobucirt, un« gn ber ftnnabme gwingt, einer fünft« 
lerifcb^en Omprooifation beiguwot)nen. Unfer ßtoed fann e« 
r)ier niebt fein, 3b,rem 2)re«bener SBericb, terftatter ben ©toff gu 
entgietyen burd) nähere« Eingeben auf bie eingelnen Kummern 
be« Eoncerte«. I)enn e« brängt un« nur, über bie mächtige 
Bewegung, welche Sauf ig'« gewaltige birtuofe Seiftungen 
wacb, riefen, einige bantbare SBorte in bie Deffentlidjfeit gu 
fenben. Ueber ben Eomponiften bagegen tonnen wir nidjt 
umijin etwa« ausführlicher gu reben. 

(ftottft$ung folgt.) 



Das UrfOeif eines «franjofen üöer K. KJagner. 

S)a« erfte Eoncert SB agner'« in ber italienifdjen Oper 
b,at in $ari« einen über alle« Erwarten mädjtigen Einbrucf 
beroorgebraebt, ber ficb, mit b.unbert Kuancen in ber 3riiungS> 
treffe wieberfpiegelt. Eine ber gewidjtigfien ©timmen, JL be 
©a«p6rini, ift im Courrier du dimanche mit eblem geuer 
für ben beutfdj en SWeifter in bie ©djranfen getreten ; wir tb,ei» 
len feine SBorte uncerfürjt , in treuer Ueberfefcung . mit, 
unb wünfdjen, baß oon biefem unumwunbenen ®lauben«be> 
fenntniß eine« grangofen redjt Siele unter un« in ©eutfdjlanb 
fetbft gur ^Berichtigung ib^rer Snfidjten oeranlaßt werben. 

©a«p6rini fdjreibt: „3)er Erfolg ift oodftänbig gewe» 
fen, bie SBirfung ungeheuer; ber Somponift, bei feinem Eintritt 
bureb, einen breifaajen Sufdj empfangen, b, at bi« an« Enbe ba« 
einftimmige „33raoo" einer bewegten unb bingeriffenen SRenge 
empfangen. S)aoon b.aben gunädjfi bie ©cb,mäb,füd)tigen unb 
©aumfeligen Kotig gu nehmen. Ein impofante« publicum b,at 
gefprodt)en, ein publicum, beffen ©unft, beffen Entb,urta«mu« 
nidjt fäuflid) finb , e« b, at im Kamen grantreid)« anerfannt, 
baß gang ©eutfdjlanb ftd) nidjt getäufd) t b.at, wenn e« in 9Bag* 

iifr ftnm nrnfifit 5)W»ift»r »in märfitinrä @enie begrüßte. S>ie« 



56 



jenigen, bte am lebhafteren Vetfatl fbenbeten, Waren jugteiß 
diejenigen, benen ba« <ßarifer publicum feit langer 3eit botye 
Vewunberung wibmet: Sluber, Verlioj, ©ounob, @e« 
»aert, Sieger. Der SBerfut^ war ftßn, — er ift »oöflänbtg 
geglücft. 

SDcit ben ©ewo^nljeiten unfere« ?anbe« unbeiannt, wenig 
ju £aufe in ^Betreff ber manßerfei »raftifßen ©ßwierigfeiten, 
bie in Sßari« ba« Arrangement eine« Eoncert« »on biefer 39c- 
beutung pnbet, in ber Vilbung eine« fc beträßtlißen Or= 
ßefter«, folßer au« ben »erfßiebenften Elementen jufammen« 
gefegter Efyormaffen burß materielle Uebelftänbe jeglicper Slrt 
aufgehalten, b.at SB agner bennoß triumofyirt burß bie ffraft 
feine« SBtÜen«, feiner Energie. Die ©eneralorobe roäbrte 5 
©tunben, um fieben Ut)r war Sllle« an feinem Sßlatje. Sßir 
muffen beiläufig bemerfen, baß bie mitwirfenben SDcuftfer er- 
griffen waren oon ber äußerjten, burßbringenben Sorgfalt, 
mit ber SB agner ade Steile biefe« coleffalen Enfemble« über- 
wacbte ; aflen 3 tt>e 'f e ^ &« ® e ' te fetJ e "b , waren fie bie Erften, 
wel^e biefem „furßtbaren SReoolutionär" Seifall foenbeten, 
metße ßn begreifen unb bewunbern [ernten. 

Da« ift im allgemeinen bie SBirfung gewefen, ma« bie 
grofje Waffe be« publicum« betrifft. Die parteiischen äuölaf- 
fungen gewiffer übelwotlenber ober unwiffenber ©cribenten 
Ratten biefe SDcenge, bie gar ju leitet geneigt ift, ben eigenen 
Einbrücfen ju mißtrauen, gegen SB agner aufgebraßt. SDlan 
Ijatte fiß auf Ungeljeuerlißfeiten gefaßt gemalt. 

3Jlan b,at gefunben: eine Duoerture, in großem ©töle ge- 
trieben, einfaß, oon clafftfßer gorm, unb mefyr unb meljr 
b,at ftß bie 3>ßöttrfßaft für biefe mächtigen SDcelobien ge- 
winnen laffen, für biefen wunberbaren 3Bol)lflang, für biefe 
balb religiofe, batb ftnnliße ®luß, bie mit uoden §änben in 
ber Duoerture jum „Samßäufer" au«geftreut ift. Unb e« ift 
fo getominen: bie am meiften Voreingenommenen, bie gfeinb« 
feltgften fyaben burß eine naturgemäße SReaction am meiften 
aoplaubirt, mit bem größten Entf)ufia«mu8. 

Dbgleiß bie ßtyöre fßwaß aus.jefub.rt würben, b,at boß 
ber SDcarfß au« „£annl>äufer" aüentbalben ^ingenff en ; ba« 
publicum fonnte ba« Enbe biefe« lonftütf« nidjt erwarten, 
um mit fyeOem SRuf Seifall ju fpenben. 

Die bewunbern«wertbe Einleitung ju „Jrifian unb 3folbe" 
ift nißt ganj fo feb,r »erftanben werben; in ber Üfjat entfernt 
fiß wol ber Slutor in biefem SBerfe am meiften con ben über- 
lommenen formen unb bringt am weiteften in jene liefen ber 
menfßlißen ©eele ein, wo biefelbe (hebt, ftß oon ber Erbe 
abjulöfen, fiß in bie unenblißen greuben ju oerlieren, bie 
un« ba broben erwarten. 

Dagegen ift bie 3ntreDuction ju „Sobengrin" con allen 
begriffen , fte Ij at in ben 3>ßörern ben Einbrucf jener Srtafe 
b,interlaffen, mit ber bie Ueberbringer ber ©ßale be« $ei(anb« 
bie $erjen ßrer Kitter erfüllt Ratten. 

Die SDcorgenfcene unb bie Sc)öre au« „?ob,engrin" Ijaben 
un« etwa« gewaitfam in meb,r gemüßliße Embfinbungen oer- 
fefct. Der Vrautjug jeigte wieberum biefe mäßtige mufita- 
ltfcb,e 9?atur »on einer ganj anberen Seite. Der 9?t)tytl)mu« 
barin ift lebhaft, gleißfam S31i(je f ßleubernb ; bie Aufregung 
be« Sefte« mifd)t ficb, in ben fanfteren öefang ber jungen 9Käb- 
djen, bie Irunfenbeit be« Sanje« unterbricht bie legten ©d»eibe» 
grüße, bie ben Verlobten gebraßt werben; alle« Da« balb 
burcb, eine große Äeufdjtyeit be« Äuäbrud«, balb burß eine 
unglaubliße ffüb.nt)eit be« «Styl« unterjlüfet. SBenn fotße 
©ßbnbeiten unmittelbar begriffen unb mit Seifall aufgenom- 
men werben, fo ift bie Siebe jur Äunft inmitten all ber 85er« 



Iommenb^eit, trofe be« Verfall« in unferen lagen a(« immer 
noß (ebenbig ju bejetßnen. ©ewiffe Äritifer mBgen immer- 
hin ftß abmühen — bie 9Bab,rt)eit bringt burß, auß ob,ne fie, 
unb it)rer ungeaßtet." 

Der JHeberfänbifcOe Herein „jur Xeföröerung öer 
Sonaun^" 

b,ielt inSlmfterbam, am 11. Dctober 1859, feine 30. @e- 
neral-Verfammlung, unter bem Vorft^e be« $rn. 3. 5°* unb 
im »eifein ber $$. 31. p. SBußler, Saron St. 9B. »an 
6egb,en, Dr. 3. $. $eije (Directorial'©ecretair), Dr. 3. 
Sßenn unb SB. be Vo« (©enerat-Safftrer). Die $p. 8. S. 
®. VermeAlen, ©eneral-Secretair, unb ®. 3. Dtjf waren 
(eiber burß Unwolj If ein am ßrfßeinen »erbinbert. — Die ein- 
jelnen äbt^eilungen waren burß folgenbe Ferren Slbgeorbnete 
»ertreten: ämfterbam burß S. 0. Sloem unb 31. SKe^er 
Sluwen; 3lrnb,eim: 3. ÜR. 0. Engelbert« unb 0. »an 
berDüffen; gnlb^uijen: 3. &. Sßannebaffer; @oe«: 
©. % Staaubeen; '« ©rabenfcage: SB. ä. % 93er- 
ferf Sßiftoriu«; $aarlem: S. ©. Voorb^elm ©ßnee- 
tooogt; Kotterbam: 3.9t.9Jc. »anVercfel; Utreßt burß 
3. SB. »an ©on«beecf. — Die Slbßeifungen: Dorbreßt, 
©ertruibenberg, ^euflben, 3' er ''i ee uno 3^^^ en 
waren nißt »ertreten. — 9?aßbem auf ©runb be« ©tarnt« 
SlQeS georbnet, ber Vorfifeenbe bie Sperren Slbgeorbneten wiQ- 
fommen geheißen unb be« i) ingefßiebenen, f ßwer ju erfe^enben 
Dr. 3. Ö. Viotta in mebjnüttjiger Erinnerung gebaßt b,at, 
nimmt 3eber feinen Sßlafc ein. — Der Directorial = ©ecretair 
erftattet hierauf folgenben Verißt über bie SBirlfamfeit be« 
Verein« unb junäßft feiner 3lbtb. eilungen, wie er auf ber 
JRüdfeite be« Sllbum« $lx. 22 abgebrueft if*. — «mfterbam. 
616 SDcitglieber, 21 beitragenbe Sünftler, 25 E^ren-ÜWitglieber. 
Vorftanb 9 SDcitglieber. Vorfiftenber: $r. $.S.©tabnit«ti. 
©efangoerein : etwa 300 SDcitglieber. Dirigent: SRißarb 
$ol. Aufführungen mit Orßefter ben 18. Dejember unb 
9. 3l»ril. Sobgefang »on SDcenbel«foljn; „Eomala" »on 
©abe; ben 28. gebruar große« Eoncert jum Veften einer 
Stiftung für b,ülf«bebürftige inlanoifße ftünftler: „i>ofe»i;" 
»on SDc6l)ul, Stabat mater »on SRoffini. — Slrnljeim: 
142 SDcitglieber, 3 beitragenbe ff ünftler , 1 E&ren--SDcitglieb. 
Vorftanb 7 SDcitglieber. Vorfifcenber: Varon »on Sßaflanbt 
»onSBefter»oort. — ©efangoerein: 98 SDcitglieber, 8 Eb^ren» 
SDcitglieber. Dirigent: S. $. SDcarr, ©tell»ertreter : 3. »an 
berDüffen.— Aufführungen ben 28. December unb 5. Slcrif. 
I.?obgefang»onSDcenbel«fot)nunbS3rußftücfeau«„VauIu8". 
II. ©raun'« „Job 3efu"; ©abe'8 „Eomala". — Dorb- 
reßt. 17 SDcitglieber, 3 beitragenbe ffünftler, 4 E^ren-SDcit- 
glieber. Vorftanb 3 SDcitglieber. Vorfifcenber : §r. 3. 3. E. 
»an ben Vranbeler. — Snlfi^ui^en. 25 SDcitglieber, 1 bei« 
tragenber Äünjiler, 2 Eb^ren- SDcitglieber. Vorftanb 6 SDcit- 
glieber. Vorfi&enber: $. 81. »an S3tei«wt)f. — ©ingfßute: 
24 ©ßüler (17 ftnb jjreifßüler), 6 ©tunben wößentliß; 
3nftrumentalfßule : 3 Sßüler. — ©efangoerein: 42 SDcit- 
glieber (3 Stunben wößentliß). Dirigent: ©. £. SDcet^roo«. 
— SCuf ffil)rung : ber 84. Sßfalm»on»anS3ree; Veet^ooen'ä 
SDceffe (3 ^rnnen) in ß bur. — ©ert ruibenberg. 4 SDcit- 
glieber. Vorfifcenber: Dr. £itfing. — ©oe«. 54 SDcit« 
glieber, 1 beitragenber Äünftler, 7 Eb^ren« SDcitglieber. Vor« 
ftanb: 5 SDcitglieber. Vorfi&enber: Dr. 9t. V. »an ben 
Vofß. — ©ingfßule »on 33©ßülern (14 frei), 9 ©tunben 
wößentliß. ©efangoerein: 62 SDcitglieber. Dirigent: 3. 3. 



57 



AbrenSmann. — Aufführungen: I. ©pobr: „SJater 
Unfer", ?obgefang »on ÜRenbelSfobn. II. ©abe: ,,©rl» 
IBnigS Softer"; ©cbumann: „93arabie8 unb <Peri". — 
'8 ©rabenbage. 200 ÜHitglieber, 15 beitragenbe Äünftler, 
32 ©bren-ÜRitglieber. 9}orftanb: 7 ÜWttglieeer. 93orfifcenber: 
% fR. SRodje. — ®efang»erein: 104 SRitglieber. Diri* 
gent: 3. £. Sübecf. — «uff Urningen: ben 21. December, 
3. gebruar unb 9. SKärj. I. SRenbelSfobn'S „'•ßauluS." 
II. SftenbelSfobn's ginale jur „Soreleb"; Nicolai, So- 
nate für ^ßianoforte unb SBioIcnceü; ©d>umann, Requiem 
für ÜWignon; ©abe, „©rlfönigS Softer" (fämmtlicbe SBerfe 
unter SB. g. ®. Nicolai'« Direction). in. Der 95. ^falm 
unb Lauda Sion »on 2)ienbel8fobn; g. filier: „D »eint 
um fte." 83eetfco»en: „©briftuS am Delberge." — $aar« 
lern. 110 üKitglieber, 6 beitragenbe Äünftler, 3 @$ren=ÜRit- 
glieber. SJorftanb: 6 ÜRitglieber. 93orfifcenber : 9c. 0. A. 
Iraoaglino. — ©ingfdjute: 60 ©cbüler (6 frei), 8 ©tun« 
ben wöchentlich, ©efangoerein: 34 2Rttglieber. Dirigent: 
SB. 93. SBeibner. — $eu8ben. 11 SDcitglieber , 1 beitra» 
genber ffünftter, 2 ©bjen-ÜRitglieber. 33orftanb: 6 9Jiitglieber. 
Sorfifeenber: 0. A. ©erlacb. ÜRufif leerer: 3. SSroerS. 
Drei mufifalifcbe Abenbunterbaltungen. — SRotterbam. 
253 ÜRitglieber, 26 ©bren=3Hitglieber. ©borübung: 17 2Rit» 
gtieber. 2 ©tunben wöd)entlid). — 9Jcufi!fcbuIe : 277©d)üter 
(©efang 128, ©la»ier 138, 93ioline7, SSiolonceH 4) ; ©efang: 
18 ©tunben, 3nftrumente: 44 ©tunben wöchentlich. ?ebrer« 
perfonal: 3olj. 3. £>. 93 er hu Ift (Dirigent be8 ©efangoereinS 
unb ber ©horfibung), 93. £our$, 3. $>. 93aling, ©. 
be Sänge, SB. $>utfcbenrubter, ©. ©onj, 3. 93. $. 
93remer. —Aufführungen: 12.9?o»emberl858: I. Oeffent» 
lieber ©efang»erein (eingelabeneS publicum) : 1) 4 ©työre ton 
^ateftrina, Arcabelt, Drlanbo bi Saffo unb Sotti. 2) 
,,3efu«, meine greube" »on 3. ©. 93 ach. 3) „DeS ©toubed 
eitle ©orgen" »on 3. .|)abbn. 4) 4 geiftlidje ©efänge au8 
Dp. 38 eon 93erb,ulft. 5) $t/mne für ©opran, ©Ijor unb 
Drgel »on SKenbelSfobn. 6) Aboentlieb »on ©dju» 
mann. — II. 3nlanbifcbe8 9Ruftffeft: 1) „©liaS auf #oreb" 
»on g. ©oenen (»on ben $rei8ridjtern be8 93erein6 ebrenooll 
ermähnt). 2) Der 84. 93faltnbon 93erb,ulft. 3) ©bmpbonie 
in ß bur »on SB. g. @. Nicolai. 4) Duöerture, ©inleitun- 
gen unb ßljöre ju „Sucifer" »on 3. A. »an 6»fen (ebenfalls 
ebren»oQ erwähnt), Ade biefe 9Jcuftfftücfe würben mit Dr= 
ehefter unb unter Leitung ihrer ©omponiften ausgeführt (ben 
7. 3anuar 1859). III. 3um 93ejten ber oben bereits ermähn» 
ten Stiftung, unter Leitung »on 93erbulft (200 ÜHitrotrfenbe) : 
ber95.93falm»on3Wenbel8fobn, unb „©amfon" »on $än> 
bei (ben 25. 3Wärj 1859). IV. Prüfung unb ^reisoertbei» 
lang in ber 9Jcufiffcbute ben 8. gebruar 1859. — Utrecht. 
92 ÜHirgfieber, 24 beitragenbe Äünftler, 14@bren=9Jcitglieber. 
83orftanb: 5 3Witglieber. SorfMjenber: Dr. g. ©. ffift, SRe- 
bacteur ber 9Jcufif jeitung „Saecilia". ©efangfdjule : 40 ©cb, ü- 
ler, 3 ©tunben wöchentlich; Sefyrer: 3. »an ben93erg. — 
3ieriljee. 35 SWitglieber, 1 beitragenber ffünftter. 95or« 
ftanb: 5 ÜRitgüeber. 93orfißenber: 2Jr. 3. ©a^ttürbeque 
S3oeije. — ©efangfebute: 31 ©(hüler (3 frei), 4 ©tunben 
toödjentlid). — @efang»erein : 61 iKitglieber, 7 Shren«9Rit» 
glieber. Dirigent: Aar 1 6i8n er. Aufführung (ben 28. Abrif 
1859) „Die 3ahre8jeiten" »on 3. ^abbn mit Drajefter. — 
3ütöben. 10 ÜKitglieber, 2 beitragenbe ffünftfer. 9Jorftanb: 
5 SKitglieber. 93orfi^enber : 9B. 3. 6. ^utman ©ramer. 

(Bf»rtfe»una folgt.) 



Aas Berlin. 

(Bcrtfttung.) 

Die firoll'fch,e93ühne ift feit 8—10 SBochen ber©a>au« 
unb J?ambfb(a6 frembtänbifcher ©eigerhelben. Raum hatte ber 
<Pole ?otto bem SRuffen Jaboromöfi ba8 gelb geräumt, fo 
tritt nach bem Abgange biefe8 ©eigerhelben ber erfte 93iotinift 
ber $>ofober in SBien, $>err 9ta»»o(bi, al9 @eiger«^ero8 in 
bie ©ajranfen. Durch, fein n>ürbe»ode8 , ruhiges unb nobles 
Auftreten, »erbunben mit einem feelen»oQen ©piet, roe(cbe8 
naa> 9?einh,eit, 33räcifton, Jethnif unb Auffaffung feines ©let» 
(hen fuajt, gewann er bei feinen ffunfifeiftungen als 93irtuo8 
ben ungeteilteren unb glänjenbften 93eifall beS jiemlia) ja^l« 
reich, »erfammelten "ißublicumS. 

Am 28. December fanb im ©aale beS ©nglif eh. en JpaufeS 
bie jWeite ©oitee für ftammermuft! »on ben $$. A. ©rün« 
walb unb 5?. 93lumner ftatt. Die Jp. $>. ftammerfänger »on 
ber Dfien, föntgl. ÜKufit-Dir. SBüerft, fönigl. Hammer- 
mufifuS ©areiS unb Dr. 33runS unterftü^ten bie ©oiree. 
Da8 SWojartfdje esbur=£rio für$iano,9)iola unb 93»©lari« 
nette würbe »on ben $. $. 93lumner, SBüerft unb ©areiS 
ganj »orjüglicb unb unter großem 93eifaQ »orgetragen. DiefeS 
Irio, mehr ein für biefe 3nftrumente übertragenes ©efangS« 
terjett, giebt bem 93ratfajiften unb ©larinettiften namentlich im 
2. ©afce (ÜRenuett mit irio) mandje harte 9?u§ ju Inacfen. 
Der 93ratfcbift unferS berühmten Sauh'fdjen Quartettes, $r. 
SBüerft, ift nid)t nur ein febr begabter unb talentooder ©om« 
ponifr, fonbern aud) ein ganj »orjüglict) guter ©pieler feines 
3nftrumenteS, ber mit ooKem fdjönen Ion unb ebler AuSbrucfS« 
unb 93ortragSweife feinen 3nftrumentalpart jur mufterhaften 
©eltung brachte, ©in ©änger feines 3nftrumente8, blies un> 
fer erfier ©olobläfer ber fönigl. ©apelle, ^r. ©areiS, feine 
melobifdjen ©ü^e mit überaus großer 3artbeit unb oielem 
©efdjmacf. $>r. 93lumner entlocfte bem fd)8n(lingenben 
©töcler'fa)en glügel herrlidje unb fein nuancirte £ö»e. $>r. 
»onberOfien, unfer auSgejeidjneter ©oncertfänger, fang unter 
allgemeinem 93eifaU fotuol baS 9tecitatio unb Arie aus ber 
„©djöpfung", wie bie Sieber: „bie SotoSblume" »on 9? ob. 
©ebumann unb „auf glügeln beS ©efangeS" »on 9B. Sau* 
hert bei »ödem unb fräftigen Ion, mit Anmutlj, ©djinelj unb 
großer 8ieblid)feit. Söeibe 2ieber finb wunberfdjßn componirt. 
Die ©onate Dp. 30, 9er. 2 (SmoÜ) für SJiano unb 93ioline 
»on 93eetho»en würbe »on ben beiben ©oncertgebern reiht 
bra» unb beifällig gefpielt. 93ei bem Quartett Dp. 47 ©Sbur 
für 33iano, 93ioline, 93iola unb 93ioloncet( »on 9? o b. © ch, u m a n n 
betbeiligte fith, außer ben genannten Ferren ber 93iolonceHift 
beS Saub'fdjen Quartettes $)r. Dr. 93runS. Der jweite ©aß 
(©djerjo) ift entfd)ieben nach Anlage unb 3Roti»irung ber ge« 
fungenjte unb abgerunbetfle. Der leßte ©aß tarn, obgleidj baS 
ganje Quartett mit fichtbarem gleiße unb Gifer ftubirt war, 
unb »ortrefflia) »on fämmtlidjen ©pielern »orgetragen würbe, 
amSBenigftcn jur ©eltung. 2Rit bem ©(humann'fdjen Quin- 
tett barf fi<b biefeS Quartett nicht meffen. 9Jon 6. SReineie 
ift fürjlich bei ®. $einje in Seipjig ein Arrangement beS 
leßteren SBerfeS ju »ier ^änben erfd)ienen, unb empfehlen wir 
allen emaneipirten ©labierfpielern unb gortfdjrittSmönnern 
biefe« Arrangement jum ©tubium für bie barmonifefaen @e= 
ftaltungen. 

iSortfetung folgt.) 



58 



Kfetne 3ettunfl. 



Cfipjig. ©owol baS feiste Soncert be8 SDtufitbereinS 
„Cnterpe", ba8 am 31. 3anuat im ©aale ber Vud)bänblerbörfe ftatt« 
fanb, wie aud) ba8 »ierjebnte Sbonnementconcert im ©aale 
be« ©ewanbbaufes am 2. gebruar boten nut 3nftrumentaltoerfe, unb 
jtear biefe ber §auptfad)e nad> bon foldjer Vefanntb/it, baß toir uns 
füglid) ein nähere« Eingeben erraten tonnen. 25a« Suterpe>Soncert 
brachte SB ad?'« britteS (Soncert für brei Violinen, brei Vratfdjen, brei 
VioloncellS unb Sag, ba8 a(8 feftfame Antiquität momentan red)t »obl 
Sntereffe erregen, freiließ »on feiner jiliibenbenSBirtungauf3ubBrer in 
fünfilerifcb |o bewegter 3eit fein fann; ferner »on Jpaobn bie 35 bur« 
unb bon Vettboben bie 8 bur»©bmpbonie. 35ie Siuafübruitg aller 
brei Xonteerfe unter b. Vernutb'S Leitung tear jiemlid) befriebtgenb, 
wenn jwar bie miferable ©timmung einiger §oljbla8infirumente an 
manchen ©teilen einen gelinben ©d)auer erregte. — 35a8 Soncert im 
@ewanb{)aufc joQte urfprünglid) burd) © t o d b a u f e n'8 äRitwirf ung 
gegiert werben, ber fd)on im »origen 9tcferat als inbisponirt bejeid)nete 
©cfangStünfller »ar jebod) injwifd)en ganj Reifer geworben, unb fo 
befianb benn ba8 umgeänderte Programm au8 fofgenben 3nftrumen= 
talwerten: ©»mpbonie 9tr. 12 bon §a»bn, Slbagio unb Stonbo 
au8 Sbopin'S S" mott-Soncert, gefpielt »ongrl. 3enno Jpertng, 
Duberture, ©cberjo unb ginale bon ©ebumann unb Veetbcoen'« 
SS bur*@Bmpbonie. ©ie »uSfübrung ber Drd) efterfliirfe ließ SWandje« 
ju tbünfeben übrig; bie trompeten Ratten einmal lieber it)re allju gute 
Saune, bas 3ui a mntenfpiel tear öfters, fo beim eintritt be8 ©cbeno in 
Veetbobcn'8@bmp^onie, Sußerft locfer, — es lag augenfd)einlid) ein 
Unfjern über bem 91benb. grl. gering löfie ifcre bantbare Stufgabe 
befriebtgenb; bon bem poetifeben $aud>, ber über Sbopin'8 Santile» 
nen, bon ber SBilbbeit unb bämonifd)en SluSgetaffenbeit, bie in ben 
fernen be« 9ionbo»ginale« urfprünglid) liegen, trat freilid) SBenig 
beroor, le^tere« ^atte überbaust größerer Sraftcntwidlung beburft. 

ßerltn. 35er Slabietbirtuofe 9tubolpb Jpafert, neben b. SBü« 
loto, 3t u b i n frei n, laufig, b. Vronfart einer ber au«aejeid)> 
netflen ©cbüler Sifjt'S, gab in einem 3 e "rautn bon brei Sod)en 
im ©aale be« ©nglifdjen Kaufes unb in ber ©ingatabemie brei ftatt 
befuebte Soncerte, in melden feinem anßerorbentlid) b«borragenben 
Xalente als Vianifi unb Somponifl eine cntbuftaftifd)e Stnertennung ju 
2b. eil uurbe. 35ie Programme enthielten folgenbe ©türfe. Srfte« Son» 
cert am 30.35ecember 59: Sifjt'8 Arrangement ber greifd)fl(?=Ouoer« 
ture, Üifjt'8 35on3uan-*piiantaf.e, eine StitbebonJpenfelt, Sbopin'8 
^bantafie^mbrombtu, eine S bur>@onate in einem ©afce bon 9t. 
£>af ert unb Variationen für bie linte Jpanb allein über „Casta diva" 
hu 9t. Jpafert. 35aju Sieber bon ©umbert unb Sadjner, bon 
.Jrl.Älapprotty gefungen. — 3 nje ' te8 Soncert am 10.3anuar 1860: 
bonate 35e« bur in einein Saiji bon 3t. J£> af c rt , Sbopin'8 «Ro« 
manje unb9tonbo aue bem Soncert in SmoÜ (obneörcbefter), Sif jt'S 
9iad)twanblcrin»VbaMafie, ©cfyumann's Ob. 11, 3ntrobuction unb 
2HIeg.ro (gis moÜ), unb auf Serlangen bie Variationen über „Casta 
•liva" bon 9t. § a f e r t. 2)a ju @ r n ft'8 (Siegte für Violine, bon Jprn. 
Urban gefbielt, unb ein Sieb bon Xaubert, gefungen bon grl. 
Sifler. — 35ritte8 Soncert am 20. 3anuar: 35 moll.@oiiate Ob. 31 
»on 8eetboben,^>enfelt'S Sla»ier=Soncert in g molt (erfter ©afc) 
o^ne Orcb^efter, auf Verlangen Sif jt'8 9tad)übanblerin»^Jb<»«tafi e unb 
bie Variationen über „Casta diva." 35aju Sieber »on @ d) u b e r t unb 
Veetb^oben (Ah perfido), gefungen bon grl.SBerner. — ^>r.9tub. 
$afert, feit furjer 3«it in Hamburg babilitirt, beft^t bei einer 
ftaunenerregenben Xedjnit alle bie großen Sigenfd;aften eineeftünftler«, 
burd) «elcbe berfelbe berechtigt ift, Jid) ju ben Slabierbirtuofen erften 
Stange« jaulen ju bürfen. Slucbcr fbtelte fämmtlicbe^iecenauSroeubig. 
SBte Sif jt in feinen ftjmbbonifdjen Sombofttionen burd) einen ©a(j 
ein organifdi gegliebertes ©anjeS binftellt, fo gab un« ber Soncertgeber 
burd) feine ©onaten in einem ©afee, ireldje beffenungeaebtet ftcb als 
SUegro, ©djerjo, Abagio unb ginalfa^ tenujeicbnen, Sompofttionen, 
mittbelcb^en er tn tt)ematifcber tele b^armonifdjer Vesiebung einen grofjen 
9teid)tbum »on gortfebrittsformen b^armonifd)er Sombinationen ent« 
faltete. 35ie 35e« bur=©onate übertrifft an contrabunetifeber Arbeit 
bie S bur«©onate. Sinige Sin;etbeiten abgereebnet, treten biefelben 
bem bentenben, mufttberftänbigen §örer, wie au« einem ©ufje geformt 
unb gefdjaffen, befriebigenb entgegen. 35urdj bie Variationen be« 
$rn. Jpaiert für bie linte $anb allein, bie getbifj mand)er Slabier* 
fbieler taum mit jtrei^ä'nben ju f bieten »ermag unb bie nodjrceit über 
^ummel'fd;e unb 25reijfcb. od'fd;e ©cb.i»ierigteiten lintb.anblicb.er 3rt 



hinausgehen, beftätigte biefer Äünftler in allen brei Soncerten immer 
teieber bon Steuern, bafj man juteeilen genötigt ift, an SBunber in 
glauben, beim fonft teuften wir in ber Xbat nidjt, biefes lintbanbliae 
äJtuftt» unb Slabierrätbfel ju lüfen. 3Rit meifterbafter Vraeour, $ra« 
eifton unb Steinzeit, bei ^erborlpebung ber SDMobie, umfüllt »on ben 
glänjenbften, berlenbften$affagen, fbielte er namentlicb bie erfte, b^Bdjft 
fdjteere Variation. 35afj in allen brei Soncerten nadj biefem ©tuet ftd) 
ba« begeifterte publicum ju ben granbiofeften VeifaUsfpenben aufge« 
forbert füblte, lag in ber Statur ber ©ad>e. Vermißten teir bei ber 
greifcbüQ'Ouberture mitunter ba8 r^btbmtfcbe Solorit, fo abfolbirtc 
§r.§afert bie beiben^^antafienSif jt'e faftburdjweg »oÜenbet fd>8n. 
SJir teüßten aud) außer Sifjt, b. Vüloro unb Xaufig feinen Äünft» 
ler ju nennen, ber bie beroifcye 35on 3uan°Vbantafie Stfjt'8 öffentlich 
gefbielt bätte. @benfo »oÜenbet, teie Jpr. pa\ ert biefe Sonbid)tungen 
borgetragen, fbielte er fämmtlicbe^iecen feiner brei Soncertbrogramme. 
Sueb gebraucht berfelbe nur böct)ft feiten baS Vebal. galten mir un* 
fbecieUer nod) beim britten Soncerte beS Virtuofen auf, fo muffen wir 
betennen, baß Jpr. $afert, mit Slufobferung aller Virtuofttä't, bie 
35 moH*@onate bon Veetbooen nur als baS Viert biefe« großen 
Sonfetsev« auffaßte unb jur ©eltung brachte. 35aß einjelne Sacte be« 
britten ©alje« i plusieurs reprises gefbielt würben, ift teol taum wei» 
ter bemertt worben. 35en erften ©afc beS §enfelt'fcben Sla»ier« 
Soncerte« in g molt trug $r. ^)afert ob^ne Ordjefter ganj in bei 
Sigenfdjaft eine« genialen, großen fiünftler« bor. ©oU man bei bem 
©biet biefe« au8gejeid)neten Virtuofen mebr bie Xedjnit, ben fdjönen 
Ion, bie geinbeit beS Vortrage« ober bie wabrbaft eble Sluffaffung be« 
Wunbern? @r bereinigt SlHeS ! 35ief es eminent fdjrcierige SUtufttflüct 
würbe tefjbalb mit ber größten Votttommenfyeit gefbielt. 35er ÄÜnftlex 
warb barum aud) mit entbufiaftifdjem VeifaQ unb Jper»orruf auSge« 
jeidjnet. SDtit bem Veginn ber t'ifjt'fcben Sßad)twanblerin=Vb]antafte 
trat ber feit einigen lagen bier weilenbe unübertreffliebe $ero8 be« 
Sla»ierfbiel«Dr.gr.£ifjt mit feiner geiftreid)en3:ocbtergrau b. Vü» 
low in ben überfüllten ©aal. SBte ein eleftrijcyer gunte bewegte biefefl 
@rfd)einen bie Verfammlung. §atte ber Soncertgeber 31u«ge}eid)nete8 
unb ©taunenSteertbeS geleiftet, fo würbe gleicbfam fein Spiel burd) 
bie gunftboUe änteefenbeit biefe« „Slabierfürften" inipirirt, unb wenn 
Sif jt mebreremale, als wir in feiner unmittelbaren ißäbe faßen, wfib.« 
renb be« Vortrages biefer ebenfo f$wierigen wie großartig combinirten 
Vbantafie ein berneb^mbareS „bortrefflieb" unb berfebiebene ,^8rabo8" 
boren ließ, fo finben Wir uns biermit unferer Weiteren f ritifer/en s ^ßftidb- 
ten überboben. ©anj »orjüglid) war in ber ^3b<mtafie ber £riüer be8 
$rn. $af ert. Sänge anbaltenber SeifaU unb Jfjerborruf bon ©eiten 
be« publicum*, wie bie außerorbentlid;e 3"friebenbeit t'ifjt's, bie 
bem Soncertgeber perfönlid; nacb beenbigtem ©tuet gefagt würbe, war 
wol ber größte Xriumpb^, ber unferem Äünftler bei feiner Slnroefenbeit 
in Verlin ju 2b! eil werben tonnte. Sbenfo »ortbeilbaft fpradj fid) 
Dr.Sif 5t über bie lintb!anblidjenVirtuofenleiftungenbeS Soncertgeber« 
aue. SSir bebaupten nid)t ju »iel, wenn wir fagen, baß biefeS Soncert 
mit ju ben befien berSBintetfaifon gerechnet »erben barf, unb fo boffen 
wir benn ju»erfid)tlid), im näcbjten Sinter $rn. §afert wieber con« 
certirenb ben Unfern nennen ju tonnen. 9tod) fei bier bemertt, baß er 
feine tbeoretifdien ©tubien beim berftorbenen Vrofeffor 35ebn ge- 
madjt bat. Xb-SRobe. 

flaftl, ben 17. 3anuar. SBenn man baS 3>uf}enb ber in biefer 
©atfon bi*ber gegebenen Soncerte überblidt, fo wirb bi« 3ebermann 
in bie Sorte einftimmen „Von allen SDtonaten im 3a^r, geb id) ba« 
Srämlein bem Sanuar." im 15., wo ba« Ordjefter o&ne außetorbent« 
lid)e Verftärtung ftcb auf 11 erfte Violinen belief, traten nebeneinanbex 
3uliu« ©todbaufen unb §. ». Villoto auf: am 8. biacyte Jpr. 
35ir. S r n ft 9t e i t e r bie Vattabe © cb. u m a n n'8 ,,35e» ©angerS gtud?" 
unter SDcitwirtung bon grauäöalter unb iprn. ©todb.aufien jur 
Suffilbruna; am 23. folgte bureb ben Orpb*u«berein beS iprn. 8ug. 
SBalter ©d)umann'« „Varabie« unb s ßeri." — ©anj 35eutfd)lanb 
tennt feinen erften Sieberfänger, unb Vaf el feit 3ab«n noeb ganj be» 
fonber«, ba e« feiner 3eit ber ©cb.emel feines Sturmes gewefen. 3)a« 
gegen war Vütow'8 ©rfdjeinen ganj neu: er ift in ber ©d)meij nod) 
nie öffentlid) aufgetreten unb mag tytt eber mit ungünfiigen Vorur« 
tb'ilen empfangen worben fein', weil ein guter Xbeil be« größeren 
publicum« noeb jiemlitb conferoati» ift. VJtr brauchen bier nidjt bon 
bem Slabierfpieler ju fpredjen; aber als 9Ruftfer bat er ben Sinbruct 
binterlaffen, baß je^fjtiemanb mebr feinen ©enoffen im©tiden juruft, 
fie follen erft bie alten 9)leifter ftubiren. SBer in bem genannten Son* 
certe unb einer oorausgeb.enbeu Matinee musicale ben Vortrag be« 



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italienifdjenlSlaoietconcerte« ton © o $ ange&ört &at, bann bieSIaoier« 
Vbantafie oon ©$ubert Cp. 15 (oon 8if jt orcbeftrirt), bie jwei ge« 
Waltigen ©cnaten oon ©eetijoeen Dp. 106 unb 111, »et wie billig 
ftaunte, wie man ba« Stile« unb nocb fo oielSlnbere« auäwenbig fpielen 
tann, bei wirb fidj gefielen, bafj man nidjt tiefer in bie (Slafftter ein» 
bringen tann. Stu&erbem fjpjelte Jp.O. ©filow äJteirere« oonlSbopin 
unb eine ^arap&rafe au« „Stigoletto" ton S* i f jt (iwanufcript), enblidj, 
at« er gerufen würbe, (Stwa« oon ©$ubert. — Kur) oor$tn.@tod« 
Raufen gaftitte bier in einem Slbonnemcntconcerte unb einer eigenen 
Duartettfoiräe bie junge ©iolinfpielerin 9t m a l i e © i b o au« SB i e n , 
oon Xt)er. äJtilanollo für ipre Stacbfolgerin ertlärt, oorjug«meife 
am ©rüjfeler (Sonferoatorium gebilbet unb bort mit bem erften 
greife getrönt. äüa« aber biefen mufifalifcben SBinter jum erflenmal 
oon allen feinen Vorgängern unterfct>eibet, ift, bafj jetjt jur Unter« 
ftüeung ber Stbonnement-iSoncerte ein tleinerer gemiftyer (Sbor gebit« 
bet ift; ferner, bafj bi«ber jebe« (Soncert eine Scooität gebraut bat, ba« 
erfie bie rec$t gelungene unb ber erften meit oorjujiebenbe ©ompbonie 
be« <£oncert«3K. §öfl, Mr. % in © bur. Ser Siebertafel oerbanfen 
mir bie Stuffübrung ber Sitborambe oon Stiefc, unb audj bie ©oliften 
ber (Sapelle oerbienen alle Slnerfennung, bafj fte nadj neuen (Soncerten 
greifen, nenn fte awr/ni($t immer gerabe befjer fmb unb bem publicum 
fogar roeniger einleuchten unb iöei|aQ entlocfen. @o baben wir burcb, 
Jprn. it a b n t ba« SSioloncellconcert oon © o 1 1 m a n n , burdj §rn. 21 b e 1 
ba« Siolinconcert oon Stubinflein (ennen lernen. (£« gebt in 
©tobten, bie teinen glänjenben Jpof baben, Stfle« ©djritt für Stritt 
eorwärt«; 3abrjebnte nötbiger (Sntwidlung laffen fid? ntd;t über« 
(bringen. Sx'enn man aber auf bem SBege rubig fortgebt, ben man in 
neuefter 3eii eingefdblagen, bann Wirb bie Äunft ibren fjieftgen Xempel 
triebt oerjdjmäben. 

«re»lau, (Snbe 3anuar 1860. ÜRit bem eintritt ber SBinter« 

Saifon betunbete fieb auf« 9teue oiel Stegfamteit im bieftgen mufitalifeben 
leben. Sie angelünbigten Stbonnemencconcerte boten ©elegenbeit, all« 
Wödjentlic& an mebreren Xagen ©ompbonien unb anbere größere £on« 
werte ju boren, j. ©. jeben Sienftag in bem (Soncert ber Xbeater« 
Sapelle, bei weldjem wie früber ber au« einer Ouoerture unb einer 
©ompbonie beftebenbe »weite Xbeil oou bem2Ruftt«®ir.$ef je btrigirt 
würbe. Siefe (£intid)tung ifl aud) bei ben jeben Sonnerftag ftattfui« 
benben (Soncerten ber^bilbarmonte unter Leitung be« Dr. Dam« 
refdj unb bei ber ©ilfe'fcijen (Sapelte, unb enblicb greitag« bei ber 
©prtnger'fdjen (Sapelle, beren Sirigeut 3Jtufif>Sir. ©djön ift, in 
ber Srt getroffen, bafj bie greunbe clafiiicber ÜJtufit fi<6 biefen ®enufj 
in ben äbenbftunben jwijcben 6 unb 8 Ubr oerfdjaffen tonnen. Sieben 
biefen fteb. enben, rübmenbe Slnertennung oerbienenben (Soncerten bat 
audt bie@ingatabemie biefen SBinter mebrere Stuffübrungen unter Si« 
reetton oon <5. Stein ede oeranftaltet, weldje fld> beifälliger Stufnabme 
erfreuten, äufjerbem feblte e« nicfc.t an befonberen (Soncerten ju wobt« 
tbätigenäwetfensc, wobei ft(^ u. a. aud? grau Dr. iKamp 6 «S3 ab nig g 
mit gewobnter Sjereitwitligteit betbeiligte, unb burib ben tunftgebil« 
beten ®ebrau(b. ibrer wobttlingenfcen ©timme wie immer fpmpatbifc^ 
auf bie 3ubörer wirtte, welcbe« aud) oon ben oirtuojen t'eiftungen be« 
$ianiften<£. ©cbnabel, namentlid) in «Jejug auf feine 3mprooifa« 
tionen auf bem glügel, gilt. Jperoorjubeben ift nod; ba« sösnefij»(£oncert 
be« Director« ber SDlufttgejeüfcbaft ^bilbarmonie, Dr. £>amrofd>, 
beffen Programm inSbefonbere baburd; ein erbäbte« 3nterefje erhielt, 
bafj bie ©ompbonie in SB bur oon SR. ©djumann unb ber {weite 
©afcau« bergauft.©»mpbonie »ong.i'ifjt mit aufgenommen waren, 
aud) oon grau Dr. ©amrofd; mehrere @efang«piecen mit innigem 
Suebrud gefungen würben. 

3Uenburg. SBirbattenbi« jef}toterabonnementconcerte,beren^ro» 
gramme ftd> au« folgenben SSetfen jufamraenfeVen. Sin ©ompb">n'«n 
waren oertreten: »eetbooen mit feiner 8 bur«, ©pobr mtt fetner 
3) molt«, aRenbet«fob.n mit ber «mott« unb <5. ©. aRttller mit 
feiner 2> bur.@ompb.onie; Ouoerturen bürten wir ju Cherub ini'« 
„ganisto", @tud'« „3f)bigenie in «lult«", «offi.ni'« „Xett" unb 
«Btett) ooen'« „ffigmont." (Sine grofje 3«W »»» tenommirten Oäflen 
baben wir äufjerbem ju nennen. 3)er »iolonceOifl (£. 2>aOtboff au« 
iRoelau trug ©eroai»' „Souvenir de Spaa", bie ^ianiftin grt. 
$auff e au« feipjig ba* ©djumann'fcbe 8t moU«(£oncert, eine ty>» 
lonaife oon Cbopin unb „Stuf gtügetn be«®efange«" oon ©tepben 
geller, ber 83iotinfpieler unb Sammermuflter Üieifienborn au« 
ÄBeimar geonbarb'« 9Äi(itairpbantafte unb bie »ariattonen in 
{(bur oon ©aoib, äufjerbem at« CuriofUät ^>r. O. »antwi^ ein 
3)a»ib'fd)e« (Soncertino für ^ofaune oor. 3)en Oefang oertraten 
Rri. 3ba Sannemann au« ttlberfttb, grt. o. Cb,renberg, 
grt. Cide au« Cetpjig unb grt. findet au« Cbemntft. Sm 
fl. 3anuar fanb äufjerbem ein (Soncert jum 8eften be« SBittwenfonb« 
ber berjogl. ©of« unb SDlilitaircabeUe ftott worin oon Ord>efterftüden 



8eet^ooen'«^aftoratfbmpb!onie unb eine Ouoerture oon (S.Xoller 
uir Aufführung tarnen. Sin b iefiger btinber junger Sianift fpiette ba« 
(S bur«Soncert oon Rummel mtt ^ßräcifion unb Älarbeit, unter leb« 
baftem Beifall, grau SBufiNSir. SBettig au« SBeimar fang bie 
Strien: „Sld), nur einmal" au« „Xitu«" unb „Ocean, bu Ungebeuer" 
au« „Oberon" mit grofjem Stu«brud, (entere Strie jugleid) mit Äraft 
unb binreifjenber SBraoour, wofür it>x benn audj große Slnertennung 
)u Xbeil warb. 

Cielebrn. Sjor Mem ift über ba« auftreten be« $ofconccrt«3R. 
Ut)Icicf) au« @onber«baufen )u berid)ten. 3)erjelbe oeranftattete 
bier jwei eigene Concerte, in benen er al« 9Heifler erften Stange« ejcel« 
lirte. (Sr fpielte u. a. ein (Soncert oon SStotti, „Le Tremolo-' oon 
©6 riet, Scherzo fantantique oon iUajjini, unb erwarb fidj burdj 
fammt(id;e 93orträge ben reidj ften 83eifall. — ©obann feierte bie oom 
Organiften unb @eminar«3Bufttlebrer gr. Stein gegrünbete „ffii«« 
tebener üiebertafel" it)r erfie« ©tiftung«feft burd) ein größere« (Soncert, 
in weldjem biefelbe burdj ibren wabrbaft gebiegenen ®efang, fowie 
burd) ibre ejacte Sfu«füb.rung be«felben grofje« Sluffcfien erregte. Unter 
Stnberm würbe Slbt'« „©angerä iDtorgenfabrt" aufgeführt. — SU« 
wid>tigfte«©reignifj oon mufitalifdjer Sebeutung unb, wie ju erwarten 
ift, oon größerer Xragweite für bie foftematifd)eiflu«bilbung beSiDtufit« 
ftnne« unbSefdjmad« ift bie nadj 9teujabr erfolgte (Sonfiituirung eine« 
„Verein« für claffifebe unb gebiegene SMuftt" tjtcrfclbft anjufeben, befjen 
©tifter ebenfatt« ber bereit« oben genannte Organift gr. Stein tft. 
Sie beften muptalifdjen ftrafte ber ©tabt ftnb bemfelben beigetreten, 
unb befdjäftigt jidj berfelbe junädjft mit ber (Srecutirung ber Äammer« 
mufit, @efang baneben nidjt au«gefd)loffen. Stm legten 83erein«abenb 
(attwöcbentlidy einmal 3uf a nimentunft, ade oier 9Bod;en eine ©oir6e) 
würbe namentlich ba« Ouintett oon Stob, ©djumann geübt, bie 
ipianopartie auegefübrt oom Organiften gr. Stein. 

Ödjulpforta. 3n unferer ^flanjflätte für claffifd)e ©Übung finbet 
aud; bie Xontunft unb oorjüglidj ber iSborgefang, wadere Pflege unter 
ber umftdjtigen Leitung be« §rn. (S. ©eiffert. Saoon jeugte im 
Saufe be« oerftofjenen Sommer« oor allem eine Stuffübrung be« brit« 
ten Xbeil« »on Jpänbel'8 „©amfon": fdjon oorber batte bie geier be« 
18. 3uni SBeranlaffung ju einer mufitalifdjen Stuffübrung gegeben, in 
ber<5böre au«3tab}ioill'«gauftmuftt, eine Strie au« ber„©ijöpfung" 
unbpatriotifdje Sieber benÄern be« Programm« bilbeten. Saß audjbie 
©djitterfeier nidjt unbeachtet oorüberging, ifl felbftoerftänblii, fte 
würbe am 'J.flcoöember burdj bie Stuffübrung ber„®lode" oon Stom« 
berg (bei Vianofortcbeglcitung unb boppelt befe|;tem Streichquartett) 
unter ©eiffert'« Leitung unb oor einem jablreidjen publicum au« 
ben -Jtact/barftäbten Naumburg unb Äöfen, am folgenben Xage 
burd) ein au« mehreren (Stören unb ©otogefängen beftebenbe« (Soncert, 
barunter bie Obe an bie 'greube nadj etner ilielobie oon ©eiffert, 
begangen. Sie geiftlidje SDtufit t)at bei un« in ©cb^icb.t, SKeutomra, 
©ernbarb Äletn, g.SB. ©erner unb ÜÄenbeUfotjn ib.re^aupt« 
»ertretei. 

Uaumburg a. b. ©. Stm 21. 3anuar gab bie Vianifiin Stnna 
©rauer, f rubere ©djülerin be« Seipjiger (Sonferoatorium«, bier 
ein gut befugte« (Soncert, in bem aueb. grl. ©üfcbgen«(al«©ängerin) 
unb ber ©iotinfpieler$egar, Öeibe oom JeipjigerSonferoatorium, 
mitwirtten. grl.© rauer unb^r.^egar fpieltenjufammenbieStbur« 




3ntrobuction unb ©ariationen (über ein rufftfebe« 8olt«lieb) oon 
Saoib. grl. ©üfdjgen« fang bie Strie au« „van« Jpeiling" unb 
Sieber oon 3Kenbel«fobn unb ©djubert. ©ämmtlidje Vorträge 
fanben reiben ©eifatt. 



Cage$gefc$tc$te. 

Seifen, ttoncerte, Cngagements. Sie itatienift6.e Xruppe im 
Bictoriatbeater ju ©ertin ift Oon$annooer unb®otb.a au« ju 
©aftfpielen eingelaben worben. 

Ser oorjüglicb begabte ungarifeb^e Siolinoirtuo« Sterne ni>i, ber 
al«$ofconcertift ber Äönigin oonönglaiib ftcf> mebrere 3abre in Von« 
bon aufbielt, ift naäf feinem ©aterlanbe iurüdgetebrt, unb wirb in 
$eftt) eine Steige oon (Soncerten geben. Stemenbi ift berfelbe, auf 
Wellen Sif jt in feinem SBert über bie „SDtufit ber Ungarn" fo nad)« 
brüdlicit), at« Stepräfentanten be« nationalen ©irtuofentbum«, b.inge« 
wiefen bat. 

Sitotff ift wieber in Seutfc^tanb. (Sr war turjtic^ in «oburg, 
wo er in einem $ofconccrt oerfcjtebene feiner (Sompofitionen für Or« 
(Jefter, u. a. ©lüde au« „Rauft", birigirte. 



60 



Sm 28. 3cnuot gab 8Rußt«Sir. Stnton Äronfe in «armen 
im ©aale bcr „(Soncorbia" «in (Soncert, in bem er felbjl ein IS fco b in'« 
fd)e« Notturno unb jwei Stuben eigener (Sombofition, mtt §rn. 3B t $ e l 8 
jufammen ba« Slnbante mit Variationen für jwei $ianoforte bon 
Schumann, unb mit ben $$. <Soncert«3R. b. ÄöntgSlSw, ©eiß, 
Voffe unb3äger@cbumann'«DuintettfflrVianoforte unb Streich« 
infirumente bortrug; bie lefcteren Vier hielten aufierbem jur (Sröff. 
nung ba« Snbante mit Variationen au« ©d) ubert'« S moH«Ouar« 
tett. grl. SÄann au« (SB In fang jwei Sieber bon Säubert: 
„Äufentbalt" unb „Sbe" unb ber ©efangberein ben 23. ?falm für 
bierftimmigen grauendjor mit (Slaoierbegleitung bon ©Hubert unb 
brei Sieber für gemifcbten (Sbor: „SRubetbal oon SKenbelSfobn, 
„Ser Srautn" unb „Sa8 ©cbtfflein" bon ©cbumann. Sie fämmt« 
lieben «Bummern oe« mit großer Umfid)t angeorbneten Vrogramra« 
Würben bortrefflicb ausgeführt. 

Sa« fünfte ©bmbbonieconcert ber tBnigl. $ofcabeÜe in Bres- 
ben am 31. 3anuar brachte bie ©bmbbonien in V bur 9fr. 8 bon 
$ a b n unb in (S bur bon © d) u b e r t , bie Ouberturen jn „Oberon" 
unb „Xefl." IS« wirb bon (5. ©an d bei biefer ©elegenbeit mit 9te^t 
gerügt, baß an ©teile ber Unteren, in einem <S»cln« bon überbauet 
nur fed)« (Soncerten, feine toürbigere gewählt fei. 

«uf feiner Steife nach $ari« bat Hlfreb 3aell am 26. 3anuar 
in ©Bttingen im jweiten alabemifcbcn (Soncert, am 31. im fiebenten 
@efelIfdiaft*concert in (SBln mitgeairtt. Von lefeterem (brachen Wir 
fcbon in bor. 9cummer, in ©Bttingen fbielte 3a eil bor gebrängt 
boOem ©aale unb mit raufcbenbem erfolge: Variationen bon$änbel, 
SBaljer unbVerceufe bonISbobin, „Home, sweet home" unbGalop 
phantastique eigener Combofition, al« 3ugaben außerbem bie Kann» 
Käufer» unbSinorab«Xran«fcribtionen, unb mit ben Äammermuftfern 
§art( unb9Jcatb«jun. au« §annober jufammen ba« (£molI»Xrio 
bon9Jcenbel«fobn. 

3n amfierbam haben unter a. Verlijn'8 Leitung biefen 
SBinter bereite brei (Soncerte, unb jwar am 19. SRobember, 31. Se« 
cember bor. Sabre« unb 27. 3anuar jtattgefunben. Vom Dirigenten 
felbft braute ba« erfte eine Ord)efter»$bantafte, ba« jweite eine San« 
täte: „Ste SKatrofen am Ufer", ba« britte bie Xriumbb « Ouberture, 
bie Ouberture jur Ober: „Le lutin de Culloden", bie So ui 8 ©bohr 
gemibtnete ©bmbbonie unb eine Sßbantafie: „©ängerluft" über ber« 
fcbiebene Xbemen. ©ämtntliebe (Sombofttionen »urben mit großem 
VeifaK aufgenommen. 

am 2. gebruar concertirte grl. SKarie 3R8«ner im Victoria« 
tfceater ju Verlin unter außerorbentliebem Veifall. 

Sa« »weite bbilbarmonifcbe Soncert in SBien bot SDtenbel«« 
fobn's „2Balburgi«nad>t" unb ©cbumann'« S mon«@bmbbonie. 

iSufihfette, Aufführungen, am 4. gebruar würbe in ©log au 
©djumann'S „^Jarabie« unb Veri", am 3. gebujar in SR ab e de'« 
(Soncert ju Verlin wieberbclt bie britte abtbeilung^bon beff en „gauft" 
aufgeführt. 

3m (Soncert be« $arifer (EonferbatoriumS am 8. Sanuar tarn 
ein $falm oon©ounob: „Super flumina Babylonis" (9Jcanufcribt) 
jur äuffübrung. (5r würbe febr gut aufgenommen, obgleich er arm an 
(Srftnbung fein fott. 

iRufthalifche Bonitäten. SobblerinVeftbbat mehrere unga« 
rijcbe SRbabfobien bon t'ifjt für grofje« Ordjefter inftrumentirt, unb 
wirb fie bafelbft jur äuffübrung bnngen. 

Sif jt bat «ne ©««e bon g ran j ©cb.ubert'fd)en SRärf^en für 
große« Ord)efter bearbeitet. 

Vei SRieter-Viebermann in SBintertb.ur ifi foeben SRo« 
bert ©cb. umann'« VaKabe: „Sa« ©lud bon CbenbaK" al« Ob. 143 
erf^ienen ; e« ifi ein dwrafterifHfdje« Serf, babei bon einfacher ^»al« 
tung unb barum allen ©efangbereinen ju embfeblen. 

3uliu« @(6,ubertb in Seibjig wirb bemnadb.fi brei f ifjt'fdje 
^falmen (Partitur unb ©timmen) in feinem Verlage erföcinen laffen. 
f iterarifdjf Hottjen. Sem erften öffentlichen auftreten 91. SB ag» 
ner'8 in Vari« ift eine begeifterte öffentliche Stimme auf bem guße 
gefolgt. (SljambfUuro hat e« unternommen, auf wenigen ©eiten 
aber mit ber ©ewalt eine« überboKen §erjen«, feinen Sanbäleuten mit« 

Sutbeilen, wa« bie einfiditigeren Seutfdien fd)on längft gewußt : baß 
ie in biefem 2)ietfter mit bem bon jahrelangen ©orgen unb ©djmerjen 
angegriffenen 3 u 8 en « nen geiftigen Vabnbrecber im heften ©inne be« 
Sorte« ju bewunbern haben. Sie (leine Vrodjure (unter bem ein« 
fachen Xitel „9ci(barb SBagner" jum greife bon 50 (Sent. in ber 
Librairienouvelleju^ari« etfdjienen) macht burcb^Hetät für bcutfcht 
fiunft unb ben aufrichtigen Xon ber Vewunberung einen hBchft lieben«« 
würbigen (Sinbrud. Möge fie auch in Seutfcbfanb weitere Verbreitung 
finben, mBgen bor allen Singen biele Seutfcbe in biefer anertennung 
ine« granjofen ihre SRäteleien bebauern lernen ! 
e ^ _ ^ _ 



Sa« gebruarheft ber „anregungtn" enthält u. a.: „(Sin mnfU 
talifcbe« @rpng«wert'- („$elge'e Xreue" bon g. SrSfete), bon 
V. So h mann: „Betrachtungen über bie äRalerei ber ©egenwart", 
erfter artilel ; „Stubolbb ©ottfchaU", bon abolbh ©tern; „SRateria« 
li«mu«, 3beali«mu« unb 9ceali«mu«" bon Soui«Vü4)ner (©cbluß) ; 
„Sie Scebehinfi bei 9cationalfeften" ; „Sifjt'8 fbmbhonifcb.e Sichtung 
„Les preludes" unb ein Urtheil bon a. SB. ambro«" bon granj 
Vrenbel; „Sie Sirectoren bon Äunftanftalten unb Äünjllerbereinen 
unb bie Äünfller" bon bemfelben ; „(Sine neue ©d)aufbtelerin" bon 
V. Sohmann. 

Von Ulihifd)eff« SHojart«Viograbbie liegt nun bie jweite auf« 
läge, beren wir hei (Srfcbeinen be8 erften Vanbe« bereit« gebauten, 
bollenbet bor; fie umfaßt in biefer neueren ©eftalt bier Vanbe ftatt 
ber früheren brei, unb ift bon bem Herausgeber $. ©antter nament« 
lieh in bem mufttalifd)«ana(btifd)en Xheil anfehnlic^ bereichert Worben. 

3u»;tid)nungen, 6eforöerungtn. Ser Vianift X h e o b o t 
Stafcenberger au« ©onber«haufen, einer ber jÜngften ©djttler 
Sif jt'8, ift oom gürften ju ©onber«haufen jum ^ofbiamften ernannt 
worben, mit ber Verpflichtung, aüjährlid) in einer öeftimmten anjabl 
bon $ofconcerten bafelbft aufjutreten. 

8n ©i Ich er'« ©teile ift $rof. ©eher j er bom SDcftncbener ffion- 
ferbatorium jum SWufitbirector an ber Uniberfitat Xübingen ernannt 
worben. 

})tTfonalnad)rid)ttn. Ser weimarifche fiammerbirtuo« Vera« 
barb (Soßmann hat fich mit grl. Sflcatbilbe $ilb in £arl8rube 
»erlobt. 

Sie ©ängerin Qbb b'3ni a, bie augenblidlid) in ©enua einen 
außerorbentlichen Srfolg bat — an einem abenb würben ihr (ürjlich 
gegen 200Vouquet« jugeworfen — ijl eine nod) jugenbliche JtÜnfMerin, 
in ©enua geboren; pe flammt oon einer altabeligenfbanifchengamilie 
ab, bie feit ber erften franjöfifcben 9tebolution in ©enua fich aufhält; 
ihr Vater, JRatb am bortigen a^betth'K, fiarb bor jwei Sahren, worauf 
ber betannte ©efebichtfebreiber Dr. ffib. Ve^fe fte abobtirte. 3bre 
Seiflungen joden al« ©ängerin unb Sarftetterih gleich bebeutenb fein; 
grl. b'änia wirb in Sürje Seutfchlanb auffud)en, unb wir machen 
unfere Sefer burch biefe j$t\Un im Vorau« auf bie allen 9cachrichtcR 
jufolge hö'chft intereffante Srfcbeinung aufmertfam. 



Dcrmifd)lcs. 

Sie italienifcbe Ober im Victoriatheater ju Verlin, unter bem 
3mbrefario ©gre. acbille Sorini, abforbirt einen monatlichen (Stat 
bon 33,000 gre«. ! Sabon erhält für bie breimonatlid)e ©aifon <5ar« 
rion allein 25,000 gre«. Vei au«»erfauftem $aufe beträgt bie jebeS« 
malige einnähme 1200 Xbtr. mit 60 Xblrn. ab;ug«toften. Stimmt 
man an, baß bie übrigen üWitglieber ebenfalls nicht ganj geringe ©agen 
bejieben, fo bleibt an ©ewinn ficher nicht aHjubiel. 

gr. Voätowi^ in SBien hatte in feinem bor Surjem ftattge« 
fuMtncn (Soncert au« nicht belannt geworbenen ©rünben ftatt ^k\x 
borcTd'une source" bon Sifjt ba« „Sajblieb" au«@d)umann'« be« 
tannten „SBalbfcenen" gefbielt. Sa« binberte aber ben bielgenannten 
Steferenten in ber SBien er „treffe" nicht, anberen Xage« an ber ber« 
meintlichen Sifjt'fcben (Sombofition weiblich ju mäteln. Vilbe fleh 
3ecer fein Urtheil über berlei Äritil! 

Sa8 grantfurter (SonberfationSblatt fagt in einer Vefbrecbung 
ber@trau«'fchen Duartettborträge biefer ©aifon wBrtlid): „Saß Wir 
an ©teile eine« unb be8 anberen SBerleS moberner (Sombonifien ein 
gebiegene8 aus ber claffifchen Sboche gewünfeht hätten, foff nicht ber« 
febwiegen, aber bennoch bantenb anertannt werben, bon ber gerühmten 
Voltmann'fd)en3Rufc nur eines, bon ber ©djumann'fdjen, oft 
mit breifter Sceclame au«bofaunten, auch nur eine« gehört ju 
haben, womit wir, jweifelsobnt auch ba« gefammte aubitorium, uns 
recht gern begnügen wollen." 

3m Äruflatibalafie ju ©bbenb^am ift je$t ein „Sambfinftrument" 
au«geftetlt, b. b- eine Sambforgel, beren pfeifen burch Sampftraft er« 
tönen. Sa« 3nftrument ift fehr fchwadj, ba e« nur mittelft eine« 
Srude« bon 5 Vfunb auf ben Duabratjolt agirt; biefer Srud tann 
aber bei anberen auf 150 ißfunb bergrBßert unb baburd) ber Xonflang 
um 30mal berftärlt werben. (Sin folcher Älang foll 12 englifdje SKeilen 
weit gehört »erben (V). 

Ser ^rinjregent bon Preußen hat fämmtlicbe neun jum Vor« 
trag gelangte Infanterie» unb (Sabaleriemärfd)e au8 ben Sahren 1856 
bi« 1859 ju tBnigl. preußifdjen armeemärfdien ernannt. Sie näcbfte 
$rei«marjd) ' aufführuna finbet im 9Rärj ju Verlin ftatt, bie an« 
nähme ber Soncurrenjmdrfcbe baue« bie jum 29. gebrnar. 



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Krittfdjer flr^eiger. 



Äir^cnnrajif. 

gut bie Orgel. 

TffifO. Jieidjarbt, ©p. 4. 16 ©rg«f|tädt(. Setiin, (Stalltet. 
?r. 20 9?gr. 
SBit (arten vor Surjem fdjon Oetegen^eit, Drgclcontpoftttonen 
beefelben SSerfaffer« tennert ju lernen, unb wir flnben aueb t)ter triebet 
bte Seiten [einet mufUatifdjen Befähigung beftittigt, bie bereite lobcnbe 
Stnerlennung gefunben. §r. 9teicbarbt bietet mit gegenwärtiger Ar« 
bett eine 3tett)e »on bübfcben DrgelftUcfen in fürjcter 9u«bebnung bar, 
bte ficb jum ©tubium füt angefcenbe Organißen wie jum tircblii^en 
©ebrauct/e als SSor* unb Sfatbfpiele redt)t nüfelub unb paffenb erWeifen 
»erben. <S« finb barin freiere ©tttcfe serfcbiebenen Sbarafter«, Sbotal» 
botfpiele, gugato« unb eine ve$t wacfere guge Sit. 13. Ueberau jeigt 
bet Serfaffer, baß et be8 ernften ©toffe« unb ber ftrengen gormen 
jperr ift unb namentlich fein Snfirument auf eine toürbige SSeife ju 
bebanbeln »etftcr)t. ©einen ©rjeugniffen Hebt nicbt« ©ejwungene« an; 
e8 macbt fi^b oietmebr barin ein natürlicher gluß be« ©a|}e«, tlate 
©lieberung unb melobifcber Suebrucf geltenb. Sa *er SJerfaffer feine 
Befähigung, polopbon ju benfen unb ju fcbreiben, biermit bottr)eitr>aft 
bocutnentitt, foflte e« ibn ermutigen, fein probuctroe« ernfte« Streben 
einmal auf größere gönnen }u richten. . SBir werben feine fernere (Snt« 
wicflung unb £(ätigteit nicbt au« ben Slugen (äffen. 9? üb. SSiole. 

Kammer* unb £an$rauftf. 

gär $ianofotte. 

TU. 0. Comafdjeft, ®p. 40. Six Rhapsodies pour le Piano. 
Nouvelle Edition, SMen, <S.«.©pina. $*• l£r)fr.5%r. 

©er Serieger bat für bie neue cor rede Ausgabe biefer längft alt 
oorrrefflicb anertannten abet im früberen ©tiet) fel)r fe^terbaften 2o« 
mafcbet'ftben Stbabfobien aHf eiligen Sant berbient. Sine soHflri)« 
menbe (Smpfinbung, ein ferniger $>umor walten batin ; jum befonbeten 
©enuß aber warb e« mir, biefelben einft au« be« SReifter« gewiegtet 
ftünftlerbanb felbft mir in ©inn unb ©eift übertragen ju (äffen; lo» 
mafcbet'e Slaoierfbiel batte etwa« ISigenattige«, ba«, einmal gebärt, 
fefi im ©ebäcbtniß wurjelte. ©eine Stpapfobien nun jejgen einen ge- 
funben ©inn für eb(e @efang«fübtun<}, §armonif unb 9tbtitbmif ; be« 
fonberen SReij aber baben biefelben in tbter tbematifeben ©eftaltung al« 
bie geifte«t>etwanbten Borgänger »on a»enbe(«fobn'8„2iebern obne 
SBorte"; betfelbe graciiSfe vmnor waltet in beiben SBetfen, nur baß 
SomafcbefeäRufe bur<t)gängig,forg(ofer in« Seben blieft, feine SDtiene 
beiterer, aber bann aueb borübergebenb im ©djmerj um fo gewaltiger 
ift. 3$ embfe^le biefe Xonftücfe, bie trofc ibter anfebnlicben ©$wiertg< 
feiten boef) allgemein jugängtieb genannt werben bürfen, angelegentlicbft. 

Dr. Saurencin. 

317. KfiBmoier, fflp. 9. 3n>öTf Kleine (Lfapierfincfie. Sien, Sari 
§a«tinger. $r. 2 fl. 10 fr. 

©tünblicbe« ©tubium bet befien SKeiftet unb eigene ©djbpferfraft 
finb in biefen Staoierftücfen auf ba« Snntgfte »erbunben, ieine biefer 
Seiten abet madbt ftcb auf Äoften bet anberen bemerditb, ein gültiget 
unb julaffwtt Stletticiemu« ift alfo ba« £baratteriftif<$e batin. Ääß« 
tnaiet'e ©ebanfen ^aben, tnelobifcb genommen, guten, natütlit^en 
glufj, allen mettt man ba« SHübelofe ibree Sntfieben« an. gtei(id) 
»ei(odt biefe Seit^tigfett be« ©Raffen« öfter« ju einem ©icbge^enlaffen, 
bet Combonifi ift bann nicbt wäfclerifcb genug mit feinen ©ebanfen, 
SRanc^e« flingt babet tto^ adet $attnomftp«i&r>tbntifcb. tüchtigen Sltbeit 
attju gewöbnlicb. Sagegen ift feine ©eftattungSWeife an unb füt ficb 
flete ju loben; mobulatorifebe, ja felbft contrapunetiftbe ©eftattung, 
namentlich bie freie SBeberrfc^ung ber Sanon» unb gugenform treten 
in ad feinen (Sombofttionen im befien Siebte beroor, ebenfo ba« SRbbt^« 
mif$e; in ber Snwenbung bet @n&aimonif gebt Ääfjmaier »ieÜeit^t 
biet unb ba etwa« ju weit, ein Blict auf SB e i £ m a n n'8 unb 3) töfefe'« 
Sürtfprütbe über bie Stufetnanberfolge biffonirenbet unb confonitenbet 
Sccotbe wirb bem (Somponiften fe$r balb »eigen, wie et an folgen 
©teilen ba« Sllte Übertritten (at, obne boeb tmäf Äübnbeit ju übet« 
rafeben ober ba« ©ewagte innerlidj iu begrünben; baSfelbe mücbjte icb 
bon me^teten feinet Ouetfta 



bung unb ©urtbffl^rung biefet Slauietfrücfc int allgemeinen betrifft, 
fo lanh icb, benfelben mit Ueberjeugung nocbmal« al« tiiebt gering be« 
ieiebnen; mödjten biefe SBotte benn aueb jur Setbreitung berfelben 
beitragen. Dr. Cautenctn. 

UnterljaltHitgämufif. 

5üt $tanofortt. 

D.^anbrocft, (Dp. 13. 2 me Vahe brillante pour Piano. Seipjtg, 

6. g. Äai)nt. ?r. 15 %r. 
, (Dp. 14. Deux Mazurkas pour Piano. (Sbenbof. 

$r. 12 1 /» SRgr. 

-, (Dp. 15. Um (Dneff, Sonbtlb für ba« $tanoforte. 



e6enbof. $r. 10 9?gt. 

-, (Dp. 16. La Cfracieuse, pour Piano. (Sbenbaf. 



?r. 15 9cgr. 
Cl). gering, ©p.48. Zepkerine, grande Valse pour le Piano. 

(Sbenbaf. ?r. 12 1 /» 9?8t. 
, ©p. 49. Fleur de Li*. Mazurka pour le Piano. 

gSenbaf. $$t. 10 5Rgr. 
tft. Soumfefbcr, (Dp. 23. La prüre d'une vierge pour Piano. 

Ebenbof. ?r. 7 Vi 5Rgt. 

,©p.24. Marche pour Piano, (gbenbaf. ^Jr.l05Rgr. 

, (Dp. 25. Drin Biß, Slaoierpficf . (Sbenbaf. <ßr. 109?gr. 

Borftjofomaus, ©p. 16. 's forte. Itjtoltenne für ^tanoforte. 

(Sbenbaf. ^r. 10 5»gt. 
TU. cf. Speer, ©p. 1. Vne Pensie. Nocturne pour le Piano. 

gbenbaf. $r. 10 9?gr. 
C. Sfeinmann, ©p. 3. Polka-Masourka pour le Piano. ?ot«« 

tarn, %. ©tein. $r. 10 SKgr. 
, ©p. 5. Valte brillante pour le Piano. Sbenbaf. 

$r. 12Vs 9?gr. 
Ularie Duponf, ©p. 2. Andante de Salon sur l'Ernani de 

Verdi p.le Piano. Sßagbebutg, ^einrieb, «b,ofen. $r.l5 3?gr. 
f.dü.dtyvoalat, ©p. 140. LetGracet, pour le Piano. (Sbenbaf. 

?r. 25 SRgr. 
flfonfe (tgteraft, ©p. 4. Deux piiees de Sabin pour Piano. 

$rag, ^offmann. $r. 15 92gr. 
(£. Stamata, ®p. }2. TransscriptUme variies pour le Piano. 

Serlin,©d)teftnget. $r. 9?r.I. 105»gt., 5»r.II. 12Vj9»8r. 

5Rr. III. 10 9cgr. 
C. Z. Srunner, ©p. 359. Die dopelle. ^antafie füt ba« 

^tanoforte. Seipjtg, 5. 5Wetfebutger. ?r. 10 SRgr. 

9cacb ben biet »oriiegenben ©atben bon 3. ©anbtod tft bem 
Somponiflen latent füt befjete Untetba(tung«mufit butd)au« nid)t ab« 
iufrtedjen. ©ein SEBaljet, bie beiben SRajutta«, fowie auc^ La Ora- 
cieuae ^aben mitunter ted)t bübfebe, anmutige SKelobien, bie butcb 
einen mobetnen, leiebt auSfübrbaren ffilabietfaft. ben $5tet angenebm 
betfibren. ©e(bft bie gorm ift eine jiemlicb abgerunbete unb einneb* 
menbe. Mein tro(} biefer Sotiüge ftnben wit ben früheren SBetfen be« 
Somponiften gegenübet wenig gottfd)ritt. Sie SWelobien wollen ficb 
nicbt ju ©ebanfen ausprägen; e« feblt ibnen noeb immer an Cbaraf» 
teriftit unb SBeflimmtbeit. Sie «bfcblüffe berfelben ftnb entWeber ge« 
Wäbnlicb obet matt, unb bie batmonifdje Unterlage ift einfettig. 3 WM 
ftbeint e« bei ben jwei SKajurfen, al« ob $anbtoct ftcb bem ©tubium 
bet beften Weiftet unterjiebe, allein erjet)e ftcb nur einmal genau bie 
feinen melobifcben unb barntonifeben SBenbungen am ffinbe <£b°bin'> 
feber Ibeile an, unb er wirb nicbt nur ftnben, Wie »iel auf folebe jur 
$ebung be« ©anjrn antommt, fonbetn aueb, Wie febr et ficb bietin nod) 



62 



(in. <5r wenbet ftc^ jur ?iebform, bie fo glttctli<^ für bae tyanofortt 
allein von 3Renbeiefobn benutzt würbe. Siefer erfte SSerfud) ift 
recht befriebigcnbgelungen, unb Wir finb überjeugt, ba§ berfiempomft 
aud) auf biefem SJege bebeutenb Wirten tann. 8or allem aber hüte 
ftö> §anbrocf »or SBieticbreiberei, mir möchten fonft bezweifeln, bafj er 
tt je »u wa* öebeutenbem bringen wirb.— Siebeiben©alonftücfe »on 
<Eb- gering haben un« wenig angefprodien. On bem SBaljer erfäbrt 
man erft auf ber acbten Seite, bafj ee ein folcber fein foQ; benn bie cor« 
bergebenben ®ebanten unb jRbbthmen laffen in ber unb bin fdjwanten« 
ber ©üjjlicbfeit unb oberflächlicher Sentimentalität taum einen SBaljer 
bermutben. Sie aJcajurfa tritt beftimmter auf, ohne ftch jebodi über 
bae ©ewöbnlidie ju erbeben. Sae lefctere gilt auch bon ben Saum« 
felber'fcben (£ompo[itionen, obgleich fid) biefer <Sompcuifi weit mehr 
befleißigt, feinen Sacben einen beftimmten CEbaratter unb tllu«. 
brucfju geben. Sa« l'orle bon SSartbclomäue unb bae Nocturne 
bon SB. g. ©beer ftnb (Sompofitionen, bie bem publicum eine ange> 
nehme Unterhaltung gewähren werben; bae Sorte burdj populäre 2Ke» 
lobie, ba* Nocturne burdj nicht fduoierige, aber bübfebe £la»ierefiecte. 
Sie SBerlagebanblung fann bei ihnen eher, at« bei ben foeben genannten, 
auf eine gute Srnte rennen. SBon f. Stein mann wirb bie ^3olta= 
SPtajurla weit mehr Xbeilnabme finben, ale ber SBalyr, obgleich biefer 
mehr tünftlerifdiee ^ntereffe bietet ale jene. *eibe aatben »erratben 
ben gereiften SDtufiier. Sffiir empfehlen fte. Andante de Salon von 
SDcarie Supont ift weiter 9Iicbte ale eineSMelobie au6„@rnani"bon 
SBerbi, umgeben «on mobernen brillanten Slaoierftguren in Xbal« 
b e r g'fdper aÄanier, welche bie (Somponiftin fdjon recht wader nacbju« 
abmen weifj. Sie ®rajien uon g.&bwatal befteben aue einem 2Sat« 
jer, ^olta unb ®alopp, bie fieb «He brei recht angenehm anhören unb 
ausführen laffen. Qtwae Originelle« läfjt fi<b nun einmal bon biefem 
Somponiften nid)t mehr erwarten. ^Brauchbar ftnb aber feine Sachen 
immer, unboefjbalb empfehlen wir fit aueb; namentlidj für borgefdjrit« 
tene Schüler jur Ermunterung neben ihren Stubien. Impromptu unb 
3boüe, jwei Salonpiecen »on 9lo»fe Soterat, haben une red)! 
angefproeben. Sinfacb unb innig im Sluebrud, tritt aue ihnen eine ge« 
wiffe Solibität berbor. Dp. 41 unb 42 bon ©tamatö finb brei 
Xranefcriptionen über Srien au« „Slnafreon" bon ®retr» unb ,,gi« 
garo« ipocbjeit" »on iKojart. alle brei ftnb bon geringer Schwierig« 
feit. Sem Xbema am entfprctbenbfien finc bie Xranefcriptionen über 
bie Strien „3br, bie ibr Xriebe" au* „gigaro" unb bie bon ©retr»; 
weit weniger bie über „Sort bergifj betfjee gleb'n". SBir finben aueb 
biefe Sachen, jur reiten %til angewenbet, mißlich für ben Unterriebt. 
„Sit <5apeHe," ^^antafie über bae üDcännerquartett »on C.ftrcußer, 
für ^ianoforte bon (5. X. Srunner (bem SbemniQer (Sjernö) bat 
auf une einen webmütbig traurigen (Sitib.iicf gemadjt. ®ae öefte 
baran ifi bie reibt bübfdje litelbignette, mi: ber bie SJerlagebanblung 
bae SBert auegeftattet bat. <£. «. 

lieber unb ©ejänge für eine Siugftimme. 

3. ä. oon l£qften< (Dp. 28. Drei i'ieöer für eine SJartton« ober 

Jlltpimme. Seipaigu-®"«^, e.Sl.ftlemm. ^r.l7'/ s 9c9r. 
3of. 3tesoanb6a, (Dp. 16. 3»ei fieöer für eine ©inflftimme. 

<ßrag, 3U>. 6b.rtftop^ ft 333. Su^e. ^3r. 15 9? 8 r. 
HTiff)e(m Cufe, ©p. 22. 3i»fi (ßerünge für eine ©inflftimme. 

granffurt a. 5W., Zf). $enfe(. ^Sr. 10 9?gr. 
Oofcpfj Scfjufy, (Dp. 17. Dierfiftfr für eine Safj» ober SBorilon« 

ftimme. ?eipjtg, S. g. ffa^nt. ^Jr. 20 9tgr. 
, (Dp. 18. Drei £'if6»r für eine ©opran= ober Jener« 

ftimme. (S6enbaf. W^ 9?gr. 
Oofepfj Sc^ufj'XlJenöa, (Dp. 29. öier Cieöer für eine ©opron» 

ober £enorftimme. Cbenbof. ?r. n 1 /^ 9?gr. 
«fr.Oadjimefc, 3roöfr£ie6er für eine ©tngftimme. 9?r. 1: „Da« 

böfe ?üftd?en", Dp. 33. $rag, ?tb. e^riftop^ ft SB. Äu$e. 

?r. 7»/ s 5»gr. 
, bo. SWr. 2: „IDie träge ©ptnnerin", Op. 21. 

66enbaf. $r. 7«/i 9cgr. 
Crn(l öc fo ttOeoatTerte, „S^tperin's <Co6>* (Sin patriotifdje« 

Sieb für eine Safjffiinme. ÜWagbeburg, ^etnrid)fl^ofen. 

$r. 10 9cgr. 
A. Serfqn, (Dp. 113. 3wri £i»öer für eine lenorfiimme. 9er. 1: 

„Stuberfdjlag." feipjig, Bureau de Musique. $r. 10 Jcgr. 



d.%er(nn, bo. IRr. 2: „An eine «eine ©djöne." (ESenbaf. 

$r. 5 5Rgr. 
, (Dp. 203. 3»pi f iefter für eine ©opranftimnte. Wot« 

terbam, 3B. 6. be Sletter. 
Cttrf oan Srugdi, ©p 14. Drei Qumotifürdje ©»ränge für eine 

tiefe ©ingftimme. SBten, SBeffelij Ä »üpng. $r. 1 3tyr. 
, fflp.15. Brei ©efänge für eine ÜRejjofopran«©timme. 

(gbenbafetbft. ^t. 1 Ib,Ir. «/i %r- 
tferbinanö Sicöer, ©p 41. Pier Oe&er für eine SDcejäofopran« 

ober S9ariton»©timme. iDtagbeburg, ^einrid)8b^ofen. $r. 

15 9igr. 
UTif^cfm SaflTc, ©p. 23. 3tpei £ itcer für eine ©ingftimme. 

ffibenbaf. ^Jr. 10 5Kgr. 
Sttswa^f beliebter ©efänge unb Sieber für eine ©ingftimme: 

lenor ober ©opran. 3ix. 100. ©tern, Dp. 21: „t'iebfl 

bu um ©djbn^eit." »erlin, ©djlepnger. ^r. 10 9cgr. 

3n biefer ganjen SReifce finbet ftdjiaum ^ier unb ba eine Kummer, 
bei ber wir une aufhalten f ünnten. SBrautbbaree SWittelgut — bae ift biet« 
leidet ber nicbt)uftren.qe©efammtauebru(fbafUr. Sie »antSbten'fdjen 
©ad)en treffen nur feiten ben ttuebruet unb finb wenig bantbar für 
bie ©ingftimme, aber «on (obenewertber tedjnifdjer Surcbbilbung. — 
3of. Keebanbba liefert Unter^altungemufit »on geroBbnlidjer ®at> 
tung. — Obne Srfinbung, ungelent im ©aft unb unfanglid) finb bie 
Sieber bon 2Bi (beim f u j; bon »Hebern ba« ®egentbeif bie ©aebtn 
bon 3of. ©d>ulj Op. 17, 18 unb 29, biefe jeboeb fämmtlieb obne 
liefe unb barum ber größten Verbreitung fähig. 8n manchen Stellen, 
>. SB. : „9ln bie Srinnerung", Op. 29, tonnte bie Seclamation correcter 
fein; oft aueb berieft, wie tn bem: „Hn fic" bon©cbiller in berfetben 
Sammlung, bie aHju leidjte gaffung einee bidjterifcb bebeutfamen ®t» 
banten«. — gr. 3ad)imef berfudjte in SKufit ju feben, wae ftdj nidjt 
in aRufif fe(jen liefj, j. J8. fein Op. 33: „Dae böfe ?üftdjen"; bae ift 
eine örjäblung, feine (Srnpfintung — womit wir nid)t gefagt baben 
wollen, bafj btefer Umflanb allein bie (Sompofition ju einer »erfehlteu 
gemacht habe, benn auch alle« Uebrige barin trägt beutltcb bie ©puren 
bee Un»erm8gene. 3n feinem Op. 21 läßt berfelbe Componift fogar: 
„Sie träge Spinnerin" fingen, unb^war mit ben 'Xertworten : „Spinne, 
Äinb, bu friegft fobann ein paar Sdjub' aus Sl'orbuan" — ba hört benn 
boeb unfere ©ebulb auf. — „Schwerin'« "lob" »on (Srnft be la 
I S h e o a 1 1 e r i e ifi ein recht wirtungeooQer @efaug für eine gefchmeibige 
SBafeftimme; aud) bie ©adjen »on 3t. $3 er tun empfehlen ftd) burdj 
bantbaren ©aß unb gute Srfinbung; in Op. 203 möchten wir in: 
„®eliebter bort" einen natürlicheren SJhbthmue wünfeben. — 35 an 
Srubct'e bumoriftijdje ® efänge fint ben reidjftrömenber Srfiubung 
unb in Ginjclnheiten auch bon Jpumor, fo namentlich bie Begleitung 
ber „Stordjenbotfd;aft" »on üDtörite; in feinen ernften Siebern ber» 
tennen wir bae Streben na<b Sharatterwahiheit nicht, nur bafj er 
öftere, j. SB. in ber ^eine'fchfn „9theinfabrt", ber ©ingftimme beilegt, 
tea« nur bie Begleitung rb&tbmifa) anbeuten foUte, ba bureb bae ge« 
fungene 3Ü o r t bie Seclamaticn an biefen Stellen berjerrt erfdjeint. 
Sie folgenben Wummern: „?oreleh" unb bie „gifeberbraut" leiben 
aufjerbem an ®ejcbraubt(;eit bee 2tuebructe unb einem allju tünfilieben 
©aß. — gerb. Sieber unbffiilbetm Saffe ftnb bon ber aller« 
populärften gorm, in 3- Stern'6: „Siebft bu um Sdjönbeit" ift ee 
ein auffaüenbee SBerfeben, bafj jebeemat auf b u bie längere 9cote fällt, 
übrigen« ift biee ein bantbaree®efangftüd, mit aüen guten unb böfen 
ISigenfcbaften einee fclcben. 

SGBir baben nod) eine Steibe bon ©efängen in neuer äuegabe bor 
un«, bei benen bie Angabe be« Xitel« genügt. <5« finb folgenbe : 

Utat ausgoßt btr btHrbttlttn itafirnifdjtn ©ptm-^liitn. 92r. 32: 
Serbi, Sotero-©iciiienne ou«ber„©ictIianifcb,enS3eeper", 
für ©opran. Serlin, ©d)lefinger. ?r. 15 9?gr. 

CAants bouffes ixecuUs par Levastor et autres bouffes pari- 
siens. 9Jr. 28: „La Trompette de Marengo" (Donvij 
pour Soprano. SerJin, ©djlefinger. ^}r. 7'/s 9tgr« 

, bo. 9er. 29: Lucie de Lammermoor, Parodie 

(Parizot) pour Tenore. (Sbenbaf. $r. 12 1 /« 9cgr. 
Ser Serbi'fdje »olero ifi ein ?iebting«lieb berSäiajet, Womit 



63 



fte and) in 3>entfd)laiib btbeutenbe ffir folge errangen; lebtere*, eine 
Strabtftit (nidjt ?aiobie, wie bereitet fugt) ber lonijettt'fdjen Ober, 
bertn 9au^ttnotik>« bunt, einen temifdjen lert Bttbunben finb , mag 
als ein ©ettenflüd' ;n btt betanuten $e rliner !Eannbäufer»lTa»efrii 
betradjtet »erben . 

Bort oltdafPfdjer QefangCntnfil liegt uns bin: 

ÄittWo((r ßeMter <B(|attgt uito riröer. 3fr. 300: „SßJiOp bu 
beitt #m mit fdjenlen." Sieb, gebietet unb componirt »on 
<3o$.@ev,3}ad); Ijarmomptt »onDr. $ernnann3opff, 
fßt eine ©obtnn* ob« Senotpimmt. Berlin, ©djtepuger. 
$t. 5 SRflt. 

Siott. ©amtnlung daffifdjet geipitäfer ®e[än(je für eine Kit- 
pirnme. 9h. 58: Sfccitatib unbHrie berSutto anfl btraDra- 
toriunt: „©emele" von $ anbei: „SSatfr/ auf, ©aturnial" 

2)aS Sieb bon $ad) mag ate eise tnlrarbffiorifdjeäRertwürbigftit 
geUtn; ettanntttdjbtb^nfetett no$gorlel, baj*3ad)gar töne 8ttbtt 
combonirt babe, obiges lieblidje SBtrt ift eint SSieberleaung be* $ifto« 
ritert. 3n betn Setiiatis bei 3nno jeigt fid) un* © anbei in feinet 
tutten (SiBfee: eine bi< in« (Stnjelne geißwK matenbt »eflltitung iu 
btt utufteTbäftea Sebanblung ! ber ©ingfttmmt, — bte Ära fetbfi jfiplt 
nidjt ju ben befttn Serien bte SMttfUte. 

Suttten, Xerjtttenu. 

CCarC Stein, ©». 5. 3n>ei Euettt für ©osran unb Ztntx. 
?ot«bam, »iegel. $t. 15 Hgr. 

Hm*3Iuswof|rtfr flefießttfttBfroitjäfiraVn nn&itarifmTdjl«©»««- 
Duette. SRr. 4: gel. 5Da»tb, 3>nett für ©osran unb Se* 
nor auö bet Ober „£erculanirat." 

Sie ffinette bon Kart Stein finb melobiBS nnb leidjt jit fingen. 
— lieber bit Sßummtr aufi Sabib'B Ober babentoir, ba uns baB 




tben reiä) 



¥•?• 



«fldicr, Beitf^rtftcn. 



©luttgart, SB. 9li&ftb,l«. $r. 



Dr. C. Koc(|er, Gamonil 
& Steferung 21 Jßgr. 

Sftidjt immer giebt es btr $err btn ©einen im ©djtafel — 2>aB 
»rrt bnrd) »erlitgenbe* Se&rbudj btt $rn. Dr. Äortjer »itber einmal 
fäjlagenb btwitjen. Obgleid) ber OTame Sollte fafl auf jeber ©tite 
ftebt, fo ift bodj bon feinem ©eifte Benin in pnben, unb fo oftauA 
ber JBerfaffer ben Set flaut* be« ©erru eifteot, fo wenig bat i$n bot? 
biefer erbBrt — Die bortitgtnben brei §efte finb ein glanjenbe* 
3tngmß »ou beut, wat bei jener naiben&unftanfebauiing gtleiffcet wirb, 
rtaä) bxltber fid) tin 3eber bere^Kgt füfclt, al« «utor aufjutrtten, ber 
Sttoae )n nraficirtn btrftebt. — ©o mi&6raud)t bon born ^twin »it» 
ber einmal $t, Jtod)er btn ftoljtn litel: „Carmen ir", um fein Km« 
mer(id)e> Riffen ttbtr bttftibe ju betBffenihdjen. ©S^rtnb man je^t, 
nanwntlt* tia^ bem SGornange SR. ^antotmann'S, unttr ^armonit 
toenigei ein Üebrbud) btr $aroumie, ale bitlmefir eine tiefere, »iffen« 

IBjaftlidjt Vegriinbung berftlben berlangt, giebt ^r. & oä> er eben nur 
)ae, tsae et bon i(i tsrii : unb bas tft nid)t Siel unb oft nidjt bae 
Stiqtige. Siniae Sitate mögen meint Äuefage unterftüften. ©tite 2 
finbet fidb) eimnat toiebtr bae Analogen bon bet Dreitinigttit (Sotiee 
nnb ber itbem muflfalifo)tn (!) leite uniertrennlio^ intoe^ntnben Tria» 
Urmonie». — ©tite 5 bcifjl (8 : „ÄOt ffllufit frefre^t au« SRetobie unb 
ßannonit". (!) Unb gleid) ba^inter: „äßelobie ift bie ttrfajeinung ber 
Xine Tia& eiiunber, toorauS bermittelfi btt lacte«, bee Sbbtbmue, 
brt SaraOtliemue ic eine Mebe bur^ IBne aebilbet mirb" ic — 3>ie 




Sominantfebtimenaceoxb unb bem bernrinberten Sebtimenaccorb 
SBobllant entbetft (Seite 9 unb 10). Auf Sehe 6 beißt ee »Brtlirt: 
„Sie jtoeiftinttmgen Üccorbe nterben Snterballe fil) genannt." Sit 
„ttmtttnbung" ber Stcorbt, totlo>e ber Cerf. (Seite 12) einfttl|rt, 

Sieint mir aud) !tintglU<flio>e Steuerung. föarumnid)IUmltb.ning?— 
afj btr Serf. bem Ouartquitttenatcerbe feine befonbere XiellnaSme 
jnwenbet, bat feinen (Scunb in iener btTtebrten SCuffafjung bon Sonfo« 
Rani unb SifTenatu. SQatürHdier ift rt jebtufaH«, auo) biefen, tote aue 
bntdj Borbalte cntftebtnbe Äccorbe, metobifa) |u btgruttben. — 8e« 
rabeju «erlebrtte lieft man aber Seite 18 über bit alten fttn^etttoue, 
ein ©ebiet, auf btra 9tef. feiger bei bem SJerf. einige «ertrautb.tit 
Btnnutb!ett; „HIB ee noa) lein 3nftrument gab, bae fä'big gettwfeu 
»ärt, augenfajeinltaj iti jeigen, wie btt natürlidjt (biatonifdje) Ion» 
leiter, auf jebe i^rer ©tufen burdj fflinfefeen ber SeittBnt, frift^ tegon» 
neu toerben Mnne, (n>a6 erft burt^ bit erftnbung unb (Kinfn^rnng ber 
Xaßeninfiruniente ermüglid)t würbe) nnb man bod), fajon bamal», 
nia>t immer aus einem Ion, baB ift aus S bnr (tontfd)) ober % mofl 
(fiolif 4>), f onbern aud) auB anbeten Ionen fingen ttoHte, ba mnfjte man 
»ubBrbtrft f tbtn, tos lieblid) angefangen unb bttnbig gtfdjloffen werben 
IBnntt, unb fo mufjte man junaebft auf ben Ion G tommen, in iwldHfl 
man eigenllt^nur bie mit ber Quinte beginnenbeCKonleiter berftbte. 
©iefe&nart »urbe bie mifol^bifdje benannt" w.tc— So toörttinjl— 
Bon bem jtteiftimmigen Sa^e fagt ber 8erf. (Sitftrung III) wenig 
m«bt, atebafj er ftb^r fqtutr ift, nnb er giebt fofort mit einer rttb,«nben 
3tai&etät „(einen ©djültrn" ben ffiati.: „cancntfnj ja ffireiben." 
SSBa« bte weifbitle anbetrifft, fo ift $r. Dr. £ od) er bamit oodtft frei' 

fltbig, nnb iwar finb Jte alle eigtnbänbig fabrtctrt. Bon welper Se> 
d)affen^eit pe finb ? SRan tann tB pd) nad) bem, ttat itber bie ,,$ar« 
raomt" gefagt werben, wol beuten ! — d— . 

Ä(eranöet-3HaR6ran, Cents 5po()r. ©ein S?e6en nnb Surfen. 
SftebP einem SSerjeidjnifie feiner ©djüter »om 3a^re 1805 
tie 1656. 9JM Portrait unb ^aeptnite. granlfutt a. 3B. ( 
9. 3>. ©auertönber. 247 ©. 

Sin gemu$ti$ anjitbenbee «ud>, »on einem ®d)ültr©bo ort 
nnb barum mit einer wobltbutnben Pietät geftbrieben, bie fid) teilte 
irgenb ^eroorragenbe X&atfaaje au( bem Seben, feine Segtben^eit au* 
ber gülle feines SBirtetie entgeben lfifjt. DerSJerfaffer füriö>l in einem 
Sorworte pd) bariiber aus, bafj ber SKangel etgentlidjer Sririf fein 
Set! für bie Renner toeniger als für bie groBe3Rtngeber2ßufUfrtunbe 
gttignet mad)e; er bätte bae nidjt »orauSjufdjirfen brausen, btr Xon, 
in bem baS @au;e gehalten ift, bie fdmdjtt SrjSljitrmeife [bleiben an 
nnb für fid) fdjon frnrtidjtnb bit atfidjt btS SßtrfaftrB aut , unb für 
titftrt gotfdjung finb ja obnebin nod) bei Söettem mt^t bie toünfdjtne« 
toettben biogtabbifdjen Sßatetiolien btifammtn, bie wol trft burd) bie 
angetünbigte großt Stlbp • 93tograb^ie beB SerßorBenen im ganzen 
Umfange geboten Werben bürften. ©o anfbru^SloB dbtt ano> 
bie gorm an unb für Pdj etf(6,tint — baB %udt terubi pdjer auf 
Outlttn, unb lann fd)on bejbalb Änfbrud) aufweite Strbrettung tr« 

Seben. ®tr SStrfafler bat inttafjcl felbft, „an bem Orte, »o er ©bo^r 
tnnen gelernt, wo er bon btefem ben Unterridjt embfangen, wo bet 
aßeifttr ben grüßten Ibril ftinee SebenB jngtbtadjt bat" feine Sdtrip 
abgefaßt: fie tbetlt fitbjun5o>p in 21 Sabitel, in btntn mtbrttt eigene 
SBnefe * bob r's aus ^ariS einen beträ^tlidjen, aber bieftn ItbtBfaUB 
würbig füllen ben Saum einnebmen, bann aber, im engeren ftabmen, 
füiben fid) bte brei ^aubtabfajnittt ftintB Ctben« in ebtnfo otele bto> 
gtabbiidje ffibarattetipittn jnfammtngtfaßt, bte trfte bie jum Qngage- 
ment in (Saffel reidienb, alfo bie tum 37. £tbenSjab.re; bie jWeite alB 
JBIiltbejtit btfl (Eonttooniptn unb Dirigenten aufgefaßt; bie brittt als 
Seit ber Abnahme. SäHr beiweifeln bei ber aKanuigfoltigteit beB 3u> 
battB, ob eine wettere Utbtrfdjau mit wtnig Sorten ben Qegenftanb 
in er|d)Sb[en bienlid) fein metbt (jnmal mir in itStbfttr 3eit, bei 
orfdjeinen btr ©dbfi'S9iegrabbie ©Bobr'e, ben öegtnjtanb normale 
|u be^anbeln Otlegtnb/tit finbtn) unb btmtrten an btefer ©tefle nur 
non) f baß, wenn einzelne Mefei bon ber DarfttKung ber KebotutionB> 
botgfinge im 3a6re 1848 nidjt angenebm berübtt, aKt bod) ttbtt ba* 
beigegebent Ceqtidjniß von St>o$r'e ©d)Qlttn erfreut fein toerben. 
Senn in Setreff jener leibtnj$apli<b bewegten Sage etwa* weniger 
UmftSnbIid)fett nnb Senauigteit, unter fo gau) geSnberten Serbalt* 
nifien im bolitifd)en Seben, tattboS gemefen wäre, fo ift bie Sorgfalt, 
mit toeld)tr »cm jebtemaligen HufentbaltBortt beB SReifttre 
bie Sdjüler genannt werben, auf* $8d)fie }u lofttn, Das IBudt wirb 
Pdjet bitte banfbare Sefer pnben. ¥• 2. 



64 



Intelligenz -Blatt. 



$tm «pusiltaliin 

im Verlage yon 

Fr. Hofmeister in Leipzig. 

Abt, Frz., Op. 99. Nr. 2. Eine Maiennacht, f. 4 Männer- 
stimmen. Partitur u. Stimmen. 7% Ngr. 
Battanchon, F., Op. 20. 1 er Concerto p. Violoncelle aveo 
Orchestre. 2 Thlr. 15 Ngr. 

, Idem av. Pfte. 1 Thlr. H 1 /* Ngr. 

Dupont, Aug., Op. 22. Variations de Concert dans le Style 

severe p. Pfte. 25 Ngr. 
Duvemoy, J. P., Op. 225. Douze Etudes melodiques de 

Rhythme, p. Pfte. 1 Thlr. 15 Ngr. 
Jaell, Alfir., 2 Transcript, de l'Aroldo, Opera de G. Verdy, 
p. Pfte. Nr. 1, Unetto: Opposto e il calle. Op. 97. 
(12V»Ngr.; Nr. 2, Aria: Ah dagli scanni. Op. 98. 
(15 Ngr.) 27V 2 Ngr. 
Kuhe, W., Op. 13. Das Glockenspiel. Impromptu conc. 

p. Pfte. Neue Aufl. 15 Ngr. 
Moscheies, Ign., Op. 35. Grand Duo p. Pfte. ä 4 mains. 
Nouv. Transcription de son Sextuor de Pfte. faite par 
lAuteur. 1 Thlr. 25 Ngr. 
Vöstelberger, J. 8., Melodie russe d A. Gourileff, transcrite 
et variee p. Pfte. 15 Ngr. 

, Op. 14. La Graziosa. Piece caracteristique p. 

Pfte. 12Vs Ngr. 
O'Kelly, Jos., Op. 20. Les Oiseaux de Trianon. Idylle 

p. Pfte. 15 Ngr. 
Reiter, E., Op.12. Das neue Paradies. Oratorium. Klavier- 
auszug mit deutschem u. engl. Texte. 8 Thlr. 
Rosellen, Henri, Op. 168. Santa Lucia. Air napolitain 
varie p. Pfte. 17Vs Ngr. 

, Op. 169. Souvenirs du Theätre espagnol, p.Pfte. 

Nr. 1, Bolero. Nr. 2, Serenade, ä 15 Ngr. 1 Thlr. 
Tonel, L-, Op. 20. A l'Aventure. Caprice p.Pfte. 15 Ngr. 
Wittmann, R., Op. 25- Fantaisie ou Potpourri surdeThemes 
de 1' Opera: Le Pardon de Ploermel , de G. Meyerleer, 
p. Pfte. ä 4 mains. 1 Thlr. 

In der Allgemeinen deutschen Verlagsanstalt in Berlin ist er- 
schienen und durch alle Musikalienhandlungen zu beziehen : 

A. Lortziilg's „Lied vom neunten Regiment." Zwei Bogen 
in elegantem Umschlag. 15 Sgr. 
Versendet wurde : 

Inhaltsverzeichnis 



mu Sei 

Erster bis fünfzigster Band, 

Jahrgang 1834—1859 
nebst einer 

Ijtftorifjd) - krittfd)en (Emliitung 

von 

Paul Fischer. 

Lieferung I. 6 Bogen gr. 4 U . 
Pr. 12 Ngr. 

Leipzig, den 6. Februar 1860. C. F. KAMT. 



W. A. Mozart, Requiem. 4 Singstimmen. 1 Thlr. 10 Ngr. 
25 Expl. 25 Thlr. — 50 Expl. 40 Thlr. — 100 Expl. 
65 Thlr. Neue Ausgabe, deutscher und lateinischer Text, 
gross Musikformat, bei J. AjDuT& in Offenbach. 

$Jene jßerlkr pttsik-^eitomg* 

Herausgegeben 

von 

Gustav Bock, 

im Verein theoretischer und praktischer Mnsiker. 

Enthält: 

Leitende Artikel, Kritiken, Besprechung der Opern und 
Concerte, Correspondenzeti, Feuilleton der neuesten Er- 
eignisse, sowohl im Gebiete der Musik, als auch der 
Dramaturgie, musikalisch-literarische Anzeigen. 

Wöchentlich erscheint hiervon wenigstens eine Kummer in 
Stärke eines Bogens in 4 '. 

Abonnements werden angenommen in allen Buch- und Musik- 
handlungen des In- und Auslandes, sowie in allen Postanstalten, 
und zwar : 

v t> * ) 3 Thlr. p. Jahr, 

ohne Präm.e zu { j ^ *. ^ Htlbj.hr, 

mit Musik-Prämie, bestehend in einem 
Zusicherung» -Schein im Betrage von 
5 oder 3 Thlr. zur unumschränkten 
Wahl aus dem Verlage von Ed. Bote 
und G. Bock. 

Da diePost-Aemter nur Abonnements zu 3 Thlr. resp. l'/jThlr. 
annehmen, so ersuchen wir, falls die Prämie gewünscht wird, um 
den Mehrbetrag von 2 Thlr. franco zu übersenden. 

Bis jetzt sind erschienen 1. bis 13. Jahrgang, 1847 — 1859. 
Berlin und Posen, den 1. Januar 1860. 

Gustav Bock, 

Firma : Ed. Bote & G. Bock, 
Hof-Musikhimrilcr Sr. Mnjestai des Königs und Sr. Königl. Hoheit 
des Prinzen Albrechl von Preussen. 



3 Thlr. p. Halbjahr. 
5 Thlr. p. Jahr. 



Annonce. 



Es wird in einem Musik-Institut eine tüchtige Oesang- 
lehrerin, welche zugleich auch befähigt Ciavierunterricht 
angehenden und mittleren Schalern zu ertheilen, gesucht. 
Anfragen sind franco unter der Chiffre K. S. an die Ver- 
lagshandlung von C. F. K&hnt in Leipzig zu senden. 



Musiklehrer-Gesuch. 

Einem gebildeten jungen Musiker, weicher gute Zeugnisse 
über seine Befähigung im Ertheilen von Pianoforteunter- 
richt beizubringen im Stande ist, kann in Russland, in der 
Nähe von Odessa, eine dauernde Stelle von drei Jahren 
bei einer Jahresgage von 350 S.-R. nebst freier Station 
und Vergütung der Hinreisekosten nachgewiesen werden. 
Anmeldungen werden durch die Expedition dieses Blattes 
erbeten. 



cSetpjtg, ben 17. 3(«ßtuot 1860. 






Sfceue 



Sett0tl)tift füt 




Äfmt*o*ft««frra tu ^ttuptlt * 9ft. 
■&*nncw*1 rufem olle feftivt«, thfeV* 
ftnpWIfiT* inl ftmfeQviMtmifii vi. 



usili- 



rfranj BcenfteC, $3erantn>ort£itbet SRebacteiir. — ©«leger: C. J. Xafjnt in Cetpjig. 



Ctumtn'f^cSnA-ftlRBlilt, (St. S«Sn) inUetlia. 

M. UriMM * »• *tt* ia Bug. 

•drifrre t«| tu 3fal4- 

■aibin «i*»i»r*n, Hmilal KxatiHiff* in Softoa. 



3m(tan6tanfiifl(t(r Sana. 



I. Iihnm * Inf. in Met» ftot!. 

t x^muui^ tu Sin. 

In», JtiibLtii in SKuWan. 

C. »Alfa * jUii*f in U5iIttel*(U. 



9»b«lt: OtltSnte piti*f*rift tu« S. $. (Brifcnttwi (JfDrtftfcnns).— fflnfttn. 
Ilf4n jtatftnut* {Bortfefcnag). — Dw MetnttaMMe Berrtn „^nr »ef»n 
benras bet ienhmfl <8ertf(t>mg}." — 8if Sttlttt (jcrtftfcintg). — Steint 
äeitond; CwiEftMbtnii k*tttgtW$tt; Stnniftttl, — 3nttIIij(nib[att. 



^krönte |JraÄw|jrifL 



(ErilSrettbe grlättfcnrnu nith nnrfitatifd) ttewttiföe 8e* 

pcSnlttnio her tnatf ttc nenrfteBSiraftff^fmigtii iemirtten 

UinßepnItanB itttb SßtiterbUbmig ber $anitntil 

Mn 

C f. tDn$manit. 

(BartfetMig.) 

SttjCuftöinung. 

Sie Ijarmonifcb.r Sebeufirag eines 2)reiffangefi ertennen 
mir erfl burdf feine Serbitibung mit attbeieti Srcorben. @o 
»iib ein fotct>er flö> etft jum$au|ptbreiMange erbeten, n>enn 
feine beiben Sominantaccorbe t^m Dorangebert. Sine 
jeldje SIccorbfotge nennen mir „Sabenj", unb ba mit berfetben 
aQe einer beftimmten SEonatt eigenen !tüne ju ©eljik gebraut 
»erben, eine „Dotlfommene Sabeng." Sffltr toenben btefelbe 
an, um einein Jonftürfe einen befummlet! Od} lufj in ber£anpt= 
lonart ju geben, ober eine in bemfelben auftretenbe Sieben* 
tonart feftgufteHen. $at fieb, aber eine Tonart in i§rett 
$au»tmomenten bereit« lunbgegeben,fo genügt jum 
Sbf^Iuffe in berfefben on<b eine Sccorbfolge, übet 
betentyarmonif&e&ebeutungtoir augerbem in^toet* 
fet bleiben mürben; mir tonnen fobatut au$ eine „balbe 
Qtabenj", bei toeldjei in ber 3)nr tonart bem tonif$en ber 
Unterbnmtnantbreittang, ober eine „ganje @abenj", bei 
toet<f|er bem tonifeben ©urbreittange ber JDberbominantbrei* 
Hang vorangeht, ober anbere no<b befonbetS ju befprerfrenbe 
Sccorbfolgen in ünn>enbung bringen. $ie SWoHfonart ge« 
brauet, tote f$on bemerrt, jeberjeit ba ben Qberbotninantbret* 
Hang, n» Sie £)iirtonart ben Uiitertoominantacrcrb benugt unb 
umgttebrt, tote auB ben fotaenben Seifaielen iu etfefien. 



fobuijen. 



Iir: g 



--i- wifi \ £ r ±^- 



^ 




f^ 



t 



J&dtbt Sabenjt. 



«anjt liabdij. 



■•U:g 



In: 



1*11 1 




©el|t bem tonift^en 3)rei((ange einer ber i^m untjerbnn« 
benen 3)reillängr ooran: 



1«: | 9 ! S m 



i^feä 



I«D: 



> yfhf \ \ (i 



fr 



r 




fo bilbet biefe §ola,e jioar leinen ©c^tuftf aft, root aber einen 
£inf<b,nitt, £et}bermanbte Sreüfänge aber, »ie ber 3tmoH= 
tmb S b«r», ober ber (£ moll* unb <£ bnr-Dreiflang, rraeifen 
fic^ at6 fo eng betbunbene Sccorbe, bog tljregotge ntebt einmal 
ben Sinbrurf einer (SÖfnr ^ereotbringt. 

Stur bet toitif^e Dtetflang in bei ®runb(age Tann alt 
@<bInßaceorb nnfa auf accentutrtem ü£atttb.eil( ba« be= 



66 



friebigeube Snbe eine« lonflücfe« herbeiführen. 3)ie oben mit* 
get^eitten Sabenjen aber tonnen auf bie mannigfaltigfte Seife 
au«gefä)mficft unb erweitert »erben. Sine befonbere ffraft be* 
fommen biefetben, wenn ©efctimenljarmonien fowol auf ber 
Unter« wie auf ber Dberbominante ifjeil baran nehmen, unb 
namentlich cbarafterifirt ber Dominantfeptimenaccorb eine 
SEonart fet)r beftimmt, inbem er bie beiben Dominanten ber« 
fetben mit ben beiben 25iffonanjen ber Konica, bem Seitetone 
unb ber Secunbe, gleicbjeitig t;Bren läßt. 



lir: 



■•II 



•ir: St 



■•II 




B«t ES 



1*11 



©djon bie ältere lonfunft toanbte jur 9lufljaltung be« 
©djluffe« eine« lonftüde« außer bem Orgelpuncte audj bie 
oermiebeneSabenj an, bei welker bem 2)ominantaccorbe 
nicbt ber erwartete tonifcbe 3)reiflang, fonbern eine anbere 
Harmonie folgte; 3. 93. 



^g 






5 



Ö 



==* 




±*± 



f 






r 

©0 läßt auch bie neuere Stonfunft oft l)art cor bem ©djluffe 
nod> einen ober mehrere ber Xonart nidjt eigene, fonbern djro« 
matifd)e löne benufeenbe Äccorbe auftreten, um ben ©d)luß= 



accorb burdj bie (Spannung, welche ber ifyn »orangetjenbe 
jutlenbe ©tratyl erregte, befto befriebigenber Wirten ju (äffen. 



S^P 




£ 



^ 



^üfe 



f ftf fr 







<j44^ 4iAJdUu La 




* 



T*. 



2SE 



f ff r 
4, J.jl, >._£!. A 







5Roct)mal« ift b,ier barauf aufmerffam ju machen, baß be» 
fonber« ba, »0 bie innere fcarmonifdje SSerbinbung »löblich, 
auftretenber unb wieber »erfdjwinbenber, ber Sonart frember 
Sccorbe augenblicflid) fct)mev ju erfaffen ift, bie äußere 8er- 
binbung berfelben burcf} eine natürliche ©timmenfüt) = 
tung um fo met)r bewahrt »erben muß. 

(gottfifcung forgt.) 



3Ttufi&afifc0cr JtQdjroudjs. 

Jtlix Wröfehf. 

(Sntfeftwg.} 
3n gleicher Sffieife, roie fein ©piel, ba« un« augenblidlid} 
in bie nötbige Stimmung »erfcfet, barin erhält, unb fortreißt, 
Wirten nämlid) aud) bie 5£onfd)ööfungen Sauf ig'« mit ib,rem 
geuergeift, iljrem ©djwung, ib, rer gewaltigen Seibenfcbaf tlicfyfeit. 
Aufregung ergreift audj bei ib,rein Slnboren fofort bie ©eele 
be« (Smpfangenben, aber ebenfall« ob, ne filarljeit unb ©d)tfnt)eit 
irgenbwit oermiffen $u taffen. llebert)aufct ift bie (Sntwidluna, 
ber©d>ule, welche, jetjt bie neubeut Jdje genannt, faft meljrSlufi« 
(änber al« ©ermanen in fidt) fließt, fo weit oorgefd>ritten, 
baß eine ©onberung be« leeren ©trolje« Dom SBeijen mit (Sr» 
folg vorgenommen werben tonnte, SWerbing« giebt e« aud) 
fefcr fdjöne« ©trob, unb man tann ganj tunftcoUe Oefledjte 
barau« oerfertigen, aber auf bie Dauer »ermag bie inteteffi« 
renbe Sleußerlicbjteit über »oUftänbige innerliche Seere bod) nict)t 
ju täufdjen. 3ene fctymufeige ©enialität — um bier ben Sluöbruct 



67 



eine« greunbe« ju citiren — tote im SSramarbarfiren mit §ar« 
monifd)en, rf>t}tt;mifd)en unb infhumentalen 9?euigfeiten ifjre 
ganje ©ered)tigung fudjte unb momentan aud) fanb, — ift be» 
reit« in ben entfd)iebenften ÜRißcrebit gefommen. Unb mit 
»ödem 9?ed)t, ba bie SBerfe ber jüngeren ftünftler fottfam jeig» 
ten, baßÄlart)eit unb ©djBntjeit mit ber greifyeit ber ^Bewegung 
gar woljl ju Bereinigen ftnb, legerer fogar erft ifjren wirf» 
liefen SBertl) »erleiden. 3 U »ergeben War e« anbrerfeit« gleidjwol 
ber genannten ©dju(e, ba§ fteSlnfaug« leine fo ftrengen ®renj« 
linien jog, 'Hüte, wa« ffeime be« Sßeuen, Bngeftrebten in fid) 
enthielt, an ftdj ju feffetn fudjte. ffeineSmeg« ju »erjeit)en aber 
wäre e«, tnoQten wir jefct tiefe 9?ücf ftdjtnatjme nod) fort unb 
fort befielen (äffen ober gar auöbeljnen, nadjbem bereit« JRe« 
futtate gewonnen würben, meld)e bie äfit)etifd)en Sortierungen 
fo au«reid)enb beliebigen, Äfarfyeit unb fjreifyeit fo eerfBIjnenb 
ju »erfct)mel$en gewußt fjaben. Diefen Siefultaten fämmtlidje 
un« befannte @d)8pfungen Eaufig'« beijätjlen ju tonnen, ift 
für unö eine große fjreube. $>enn in ber 16, at finb fie ted)nifd) 
fo abgerunbet unb »offenbet, äftfyetifd) fo roobltbuenb, bafj eine 
»ernünftige Jfritif ilmen gegenüber, will fie einmal nid)t (oben, 
wenigften« »erftummen muß. 2)ie gorm, frei »on ader ©d)a* 
blone, 6,at bod) bie nötige tr)ematifd)e @tnt)eit, wie aud) be» 
fonber« ben nötigen $(ufj, biefe unferer Meinung nad) 
alleinigen beiben $auptfactoren. 9?ttf>t« wirb (ofe aneinanber» 
gereift, Slde« entmiefelt fic^ au« bem SBorbergegangenen, ober 
tritt, wenn e« ftofflieb, neu ift, in unmerflieber ®latte t>or bie 
Äugen be« Sefenben. Die £armonief olgen überrafdjen fafi auf 
©djritt unb £ritl, ohne aud) nur einmal ben Vorwurf ber Un» 
reinlidjfeit, Unf (arbeit unb ®efd)raubtljeit ju »erbienen, bie 
8?r)t)ttymif ift belebt, bie Onfirumentirung jeugt »on febr au«» 
gebildeter ftarbenfenntniß unb gemeeftem ©inn für wor)tf(in« 
genbe, intereffante Kombinationen. 333a« un« aber bor Slflem 
bod) erfreute, ift bie ©efunbb/it unbtJrifdje ber Eompofitionen, 
ber große 3beenreid)tl)um, ber gewaltige ©d)wung, biefe« in» 
tenfioe jjeuer, meldje« jcbe 33effird)tung eine« rafdjen Serfte» 
gen« ber fd)ö»ferifd}en Äraft jurücfweift. 9"n ber 2ljat ift 
nämlid) nad) ber getoB^iilid)en Erfahrung 9?id)t« bebenflidjer, 
a(« ein frübjeitig mit ted)nifä)er SJoflenbung in bie SBelt 
b^nau«tretenbe« Jafent. Unfere neuefie poetifdjeftteraturperiobe 
bringt für biefe ST^atfac^e (eiber adjuoiel Seweife; immer 
wieber j)Bren mir Flamen, bie, bnrdj ein Änfangöwerf (ob »er» 
bienterweife, ift eine fjrage für fid)) berühmt geworben, ba« 
Vertrauen ber SWitwelt Sügen firafen, — unb faft ade biefe 
Äflnftler »erbanfen einer tedjnifdjen SRunbung, einer formellen 
©tätte t)auptfad)lidj jene« freubige Sßidfommentjeißen. 2>aber 
erfd)eint ba« Mißtrauen gegen fofdje äufjerlid) »odenbet auf» 
tretenbe latente nidjt ungerechtfertigt, unb bürfte in ben 
meiften gäden ftd) al« begrünbet auöroeifen. Aber e« giebt 
Äu«nab,men bei au«net)menber Begabung. Unb eine fo(d)e 
ift unfetem jungen ftreunbe in einer SBeife ju Ibeil geworben, 
wie fte b,5d)ft fetten anjutreffen gewefen ift unb anzutreffen 
fein wirb, fo (ange wir üRuftt treiben. — Sluf ber einen ©eite 
im ©tanbe, mit fbielenber ?eid)tigfeit feine 3been ju geftatten, 
fte jwanglo« unb ungefud)t ju eerbinben, fowie tb^ematifd) ju 
entwtcfeln unb auSjuarbetten, feb,(t e« i^m anbrerfeit« aud) nie 
an bem gebiegenen ftofflidjen dnb,a(t, weldjer bie Sirtuofität 
ber lecbnif rechtfertigen unbparaltifiren mufj, fod fcerSinbrud 
be« ©anjen ein aüfeitiger unb aObefriebigenber genannt wer» 
ben. 9?irgenb« tjaben wir nad) einer ber Sombofttionen lau» 
f ig'« ba« (eiber btelen fritifdjen Dt) ren nur ju belannte ©efüb,( 
embfunben, — bie glanjenbe Verarbeitung eine« unwefenttid^en 
3nl)aIteS oernommen ju 



« i. 



.....ff. c\t. 



ftädje con einer ©onberung ber liefen ober Untiefen abgejogen 
worben ju fein. 9?ein! 3m ©egenfaß ju gar bieten $robuc- 
tionen felbft bebeutenberer ÜJieifter ber jüngeren Sergangenbeit 
füb,(en wir ftet« bie (Srf rifdjung , welche ba« Sor^anbenfein 
eine« »lafttfeben, greifbaren, bbrafenlofen 3nbalte« auf ben 
Subörer b^ereorjubringen nie »erfeb,Ien wirb. 2Bir t)aben einen 
bleibenben ©enufj, nidtjt einen, ber mit 2htt;Bren ber einjelnen 
SWomente in 9ftdjt« jerfliefjt, bureb, bie Vorführung ber 
©cc)Bbfungen gewonnen; furj, e« bietet ftdj un« b,ier ba« 
SBieberfbiel ju einer gewiffen ©itjute, beren wenn aueb, unauäge» 
fbrodjener bod) bauptfad>(tcbPer Jriumbb. barin beftanb, ob^ne 
irgenb weldjen ©ebanfen b,übfcb,e 9Nufi( b,erborjubrtngen. SBie 
SlDie« in ber SBelt mBglid), fo gelang e« aud) für eine 3«t, 
biefe SKotioIofigfeit ju moticiren, aber ber gefunbe ©inn »er« 
mod)te bod) auf bie i'änge nid)t einer fata morgana ju folgen, 
bie nebenbei fo entfe^lid) troden unb farblo« auftrat. 

Um in fiürje nod) ber einjetnen ©d)opfungen laufig'« 
ju gebenlen, erwähnen wir juerft btt« inSre«Iau mit großem 
Srfolge »orgetragene S(a»ierconcert, ba« in golge einer 
ebifobifd) barin auftretenben frifd)en unb anmutigen ^Jolo« 
naife com dompontften mit bem 9?amen einer $t)antafte be» 
(egt worben ift. Sine grogartige unb jugleid) grajiofe 5Be» 
t)anblung be« Vianoforte« wie be« Drd)efter« (äffen un« biefe 
$t)antafie, angefieb^t« be« fühlbaren 2Wange(« an berartigen 
Eompofitionen, a(« eine wefentlid)e ^Bereicherung ber Literatur 
mit 5«uben wittFommen t)eifjen. Unb in ber £t)at wirb bie 
griffe be« ©anjen, bie {$eint)eit ber Detailjeidjnung unb be« 
fonber« bie aßerliebfte ironifd)e ©d)Iufjwenbung, weldje ftet« 
ben gleichen erfrifdjenben unb (ebb,aft aufregenben ©inbruef 
b,er»orjurttfen weiß, it)re Sßirfung nirgenb« »erfetylen fßnnen. 
— Von nod) grBjjerem Effecte al« ©o(o» unb S3ra»ourftücf 
frei(id) bürfte fid) bie, wie wir $Bren, binnen Äurjem erfd)ei* 
nenbe^a(la=^antaftelaufig'8 erWeifen, ein mit wirf (id)er 
ÜReifterb^anb combinirte« 5D?ufifftücf, beffen ®runb(age Wo» 
tibe au« ber feinerjeit »on $. ». Sülow feb.r günftig be» 
fproa)enen Dper 3Roniu«fo'« bilben. ©ootel wir au« ben 
bier niebergelegien Renten entnehmen tonnten, erfd)eint aud) 
ba« gefpenbete 2ob a(« ein burd)au« »erbtente«, benn bie 
meiften ©ebanfen ergeben ftd) nid)t nur weit über ba« ®ewöb,n= 
liebe, fonbern aücb, bebeutenb über ba« fegenannte anftänbig 
Mittelmäßige, Wa« meiner befebeibenen Slnftd)t jufolge freilid) 
ftcb, gerabe immer al« ba« Unanftänbigfie ju erweifeu pflegt. 
Unb beßwegen bürfte e« für J()eater*jDirectoren ntebt ltnrätt)» 
lieb, fein, e« einmal mit ÜKoniu«fo ju »erfud)en, ftatt bie 
Unrentabilität franjBftfdjer , ita(ienifd)er , ober wa« nod) 
fd)(immer ift, beutfd)er EapeKmeifter = Untaten immer unb 
immer wieber conftatiren 31t (äffen. — OebenfaH« würbe bie 
$alfa--^6,antafte, »on bem Somponiften felbft »orgetragen, 
ber Oper einen wefentlid)en SSorfcbub (eiften, ba in ber Zlf at 
bie »odenbete Ü3?eifterfcfi,aft ber SBet)anblung, welche bei fold)en 
©tücfen boeb, Slde« in tfdem ift, unb t)ier in ftaunenerregen» 
ber SBeife ju Zage tritt, jebe augfeßenbe Äritif jum @d)weigen 
bringen wirb. — Von bem bi« je&t SSorliegenben erfd)cint un« 
jebod) a(8 ba« bei weitem bcd)ft=©teb.enbe bie ft/mpb^onifdie 
Sadabe ,,ba« ©eifterfd)iff", nad) einem ®ebid)te au« 
©trad)wi^' S)?orblanb8»^oefien coneipirt, unb in jwei felbft« 
ftänbigen Su«gaben für Vianoforte unb für große« Drd)efter 
»om Eomponiften niebergefetjt, ein 3)iuftfftücf, welche« bem 
Autor ©elegenbeit in »ödem 3J?aaße gab, feine großartige 93e» 
fät)igung für mufifalifdje Darftedung ed)t poetifdjer ©ituatio» 
nen unb Silber auf ba« Eminentefte barjutbun. 3' em '' c b. ^j 

w od) einen 9?eid)tbunt 



,.:*. -.i.-i*_.. 



w.a /Ar..>u 



68 



»on ©ebanfen, garben unb Detaifjeicbnungen , ber Set neuem 
$ören ftctä neue« Erftaunen in un« wach rief. Unb befonber« 
mit bem ©ebicht oerglicben, beffen pracfatoolle Silber fo oifio« 
nenmäßig an und »orübereileu, baß faumirgenb einem Sünftler 
ber ©eoanfe eil er mufifalifdjen Siebergabe gefommen fein 
bürfte, — bem ©ebidjte wie gefaxt gegenüber, wädjft unfere 
Sympathie für baS bramatifcbe Jalent Üaufig'S jufehenbS. 
ÜRit einem 9ht in eie Stimmung »erfefet, febeu wir ben ganjen 
nächtlichen Sput in bem wabrften unb pracbtooüften Eolorit 
n0ruber3ieb.cn, bie Beeten bem ©rube entfteigen unb baS ©eifter« 
febiff in Sefife nehmen, baS mit gefpenftifdj « unheimlicher 
Schnelle »orüberfegelt, — ben milben grüb^aueb fieb ergeben, 
ber ben ©ruß beS wieber jur Sefinnung femmenben ©teuer« 
manne« feinem 2 iebdjeu bringen foQ, aber nicht im ©tanbe ift, 
bie fdjließlicb rücffebrenben Erinnerungen an bie graufige Vi« 
jion gänjlicb ju »erwifeben, — unb AüeS, ebne baß je ber 
gehler einer Serlioj'fcbeh bijarren Sinjel»ü)calerei ben tota« 
len Ebarafter ber ÜJcufif beeinträchtigte. — Schwer wirb eS 
und, b^ier nicht fort unb fort ju erjagen, betailirt ju fdjilbern, 
ba über ba« ©eifterfdjiff noch Diele Seiten gefebrieben werben 
tonnten; aber bie Hoffnung, baß e« nicht lange ber Oeffent« 
licbteit entjogen bleiben, unb bann bie einzelnen Schönheiten 
De8 SerfeS mit größerer SKuße befproeben werben tonnen, 
erleichtert und baS Scheiben von einem lieben unb banfbaren 
Xbema. 

(2(«u§ folgt.) 



Der Jtteöerfänöifdje Herein „jur Beföröeruno ber 
fcon&unft." 

(9ortfc«ung.) 

hierauf berichtete ber Directorial«Secretair über bie 
eingegangenen ?reiS*Eompofitionen. I. 9conett für Violine, 
Sratjcbe, Violoncell, Kontrabaß, gißte, Oboe, Elarinette, 
Jporn unb gagott. ^ßreiS 125 ©ulben. Eine Eompofition a) 
Und floß ber rafebe Strom ber Stunben. II. Styinpbonifcbe 
DÜtung (Äaiier ftarl V.), ©ebicht 0011 Dr. 3. 3. g. Sab, 
für genüfd)ten (Stjor unb Orcbejter unb beigefügte 93ianoforte« 
iÜegleitung. $rei« 300 ©ulben, jugleicb unter 3 u f a fl e feiten« 
beS Vereine«: jur Verausgabe beS SerfeS bie $anb bieten ju 
wollen. £xoei Sompofitionen : b) Die Seele fpriebt nur; c) 
Von ber Sonne broben. — III. Quhttett für jmei Violinen, 
jwei Vratfcben unb Violoncell. SreiS: 125 ©ulben. (Sine 
Eompofition: d) grüblingSphantafie »O grüblingSmorgen." 
IV. Sech« Eböre mit Orgelbegleitung (©ebidjte »on 3. ^ß. 
4p cije). Drei Eompofitionen: e) Dann nur mag ber 9?ubm; 
f) Looft den Herre, gij allen! g) II parait que la mustique. 

Ve»or über bie eingegangenen $rei8=Eompofitionen be* 
richtet wirb, befcbliefjt bie Verfammlung: faß« bie ^rei«rid)ter 
ein Serf beS greife« nicht würbig ertlären, aber bod) als „feh,r 
gelungen" bejeichnen fönnen, foUen nicht uieljr, wie bisher, 
tleinere greife juerfannt werben, fonbern eS foll »ielmebr 
bemEomponiften ©elegenheit gegeben werten, fein Serf felbft 
ju hören; man will ihm jur Aufführung feine« SerfeS be= 
hülflid) fein. 

hierauf wirb, auf Vorfcblag be« DirectoriaUSecretairS, 
über bie eingefanbten s $reiS»Eempofitionen folgenber 93efd)tu§ 
gefaßt: 1) baß c, e unb f nicht in Vetracbt fommen fönnen; 2) 
baß d eine ebrenooOe Erwähnung angeboten wirb; 3) baß a 
unb b (obfdjon bie Preisrichter über bie ^reiSmürbigfeit be« 
SerfeS nicht ganj einig waren) eine „böcbft ehrenbolle" 6r= 



Warnung angeboten wirb unb man ben Eomponiften jur Sfuf^ 
fütjrung ihrer SBerfe behülftid) fein will; 4) baß g be« greife« 
würbig erfannt ift. Sil« Somponift nennt ber SfamenSjettel ben 
Vm. 3. 333orp, Drganift in ©röningen*). 3)ie herfömm* 
lia)e Veröffentlichung unb Ausführung ber$efd)iüffe beüßrei«« 
SluSfchreibnngen wirb burd) ben DirectoriaUSecretair wieber 
in Erinnerung gebracht, festerer erinnert auch an bie bereit« 
auSgefcbriebenen greife, welche cor bem 1. Secember 1859 
eingeliefert fein feilten. 

3ur Slufftellung neuer Preisfragen übergeb,enb, werben 
nachfolgenbe auSerfehen, bie cor bem 1. April 1860 einjufen- 
ben ftnb: a) ßompofition für Ordjefter, in bem Sharafter »on 
„einig 9ceberlanb" (00m Eomponiften fann beliebig ein ©ebieb, t 
untergelegt werben) mit beigefügter s }Jianoforte«83egleiiuncj. 
^ßreiS: 150 ©ulben. b) ©mnphonifche Sompofition für 83la«- 
inftrumente, in ber Seife beS ,,'i)uinjangS" »on 2). 0. oau 
?ennep (f. SSerbanblungen ber 27. ©eneraUSSerfammlung 
S.36) aber mitSerttcfficbtigungunb änwenbung ber neueren 
Onftrumentation. $reiS : 100 ©ulben. c) <ßt)antafie für Orgel. 
^retS: 80 ©ulben. d) Sech« Sieber für aNännerquartett unb 
Sopran, ohne Segleitung (f. ben 2ejt als Seilage C im %U 
bum 9er. 22). ^JreiS: 80 ©ulben. e) «DJetrifche Erjä^lungen 
bon fleinen, hoch geiftreieben unb gefälligen au«länbifd)en Sing« 
fpielen au« älterer unb neuerer 3eir, wie eS bem (Erjagter be- 
liebt. $reiS (für jebe) 25 ©ulben. Ö"ner: Dramatifche 60m- 
pofition G,3frael« SluSjug", ©ebicht bon 3. % $eije), für 
Soli, Gljor unb Orchefter mit beigefügter $ianoforte>Seglei« 
tung. $rei«: 250 ©ulben. Sie gefrönten Stücfe bleiben 
Eigentb,um ber Somponiften. Die Sinfenbung ber ^ßrei«-SBerfe 
gefdjieht an ben 3)irectorial=Secretair Dr. 3. % $eije in 
aimfterbam, ^rinfengracht, 3131. 611. Enblio> wirb höflich, 
aber bringenb an bie nieberlänbifcben Dichter ber Sufruf er« 
laffen: auch in biefem dahre, cor bem 1. 5U?ärj, bem Vereine 
jur Sompofition geeignete ©ebichte einjufenben. 
(6*Iu| feist.) 



aus Berfin. 



(Bottftftung.) 
Seginnen wir unfere fritifeben Pflichten im neuen 3ahre, 
fo regiftriren wir junächft ba« Programm, welches bie fünfte 
i?iebig'fche Drcbefter« Soiree am 5. Oanuar im Saale ber 
Singafabemie brachte: 1) Ouvertüre ju ben „8lbenceragen" 
bon 6h,erubini, 2) Variationen über „@ott erhalte Sranj 
ben Äaifer" oon ^a^bn, für Orchefter eingerichtet »on g. 
fielj, 3) Shmphonie D mott »on 9vid). SBuerft. 4) geft» 
Ouoerture »onSor^ing. 5) Symphonie © bur »on 83e et« 
bocen. Sir fonnten jeboa) nur bie brei erften ^Jiecen hören. 
Daß uns unfer Piebig ab unb ju in biefen Slfabemieconcetten 
mit OrcbefterarrangementS (bie nebenbei fehr gut unb brao 
finb) tractirt, fönnen wir nicht recht billigen. 2BaS »on unfern 
alten ober etaffifchen SDieiftern nicht für ba« große Orchefter 
gebadjt ift, laffe man ungefeboren fo, wie eS bie Somponiften 
gefdjaffen. Die Ausführung tiefer jweiten Soncertpiece unb 
namentlich bie Erecution ber erften Variation »on Seiten be« 
erften ©eigerS unb erften OboerS, folo »orgetragen, fönnen 
wir als fehr lobenSwertb bejeichnen. $rn. 9?id). Suerft'fl 



*) ?ret«rtcbter Waren: bie $$. %. ^effe in SBreBlau, 3. ©. 
SRitter in SDfagbeburg unb 3cb. ©djneiber in 2)re«ben. — 
Der Ccmpcnift ber fpmp^cnifd)«n JBidjtung, Sari V., unter lit. b, tft 
§r. SB. g. Sbooft in Stotterbam unb ber be« Ouintett« (grub* 
liitg«pbantarie) unter lit. d $r. 3. »an Sieben in Utrecht. 



69 



D mofl=©»)mpIjome W * n a ^ en x>in ©ä&en gut motioirt, 
fydufig originell unb cbarafteriftifd), unb fefyr fd)6n inftrumen» 
titt. Da« ©djerjo galten mir nadj feiner Umarbeitung unb 
Erweiterung iin ÜErio für ben geluugeuflen unb effectoodften 
©a(j. Der Somponift leitete mit großer @eroanbtl;eit unb 
^ßräcifion fein 2Berf felbft unb famen fogar bie fdjroierigen 
©olt ber Slafeinftrumente oljne Sije, gut unb rein jur ®el= 
tung. Die ©tympljonie fanb beßfyalb nad) jebem Sage, wie 
am ©djluffe, uerbientermaßen ben allgemeinen Seifall be« 
publicum«. — Die brittc unb lefcte ©oiree De8 §rn. $of= 
pianiften ». Süloro junt SBeften ber ©d)ifJerftiftung fanb am 
6. Oanuar im ©aale ber ©ingafabemie fratt. 3)ie8mal ab* 
foloirte $>. o. Sülom oljne jeglid)e fremoe 9tecrutirung, fo 
red)t eigentlid» ä la Sifjt, fein Göncertprogramm. Derfelbe 
fpielte 1) bie grofje »ierfafcige 93 bur*Sonate Dp. 106 oon 
93eetb,ooen. 2) Cantique d'amour unb SRäfocjtyinarfd) »on 
Sifjt. 3) ©cbeqo Dp. 74 9cr.2 (au8 ben „ÜRetamorp^ofen") 
von 9?af f unb ^ßolonaife @8 bur »on Sttubinftein. 4) 9?oc= 
turne Dp. 37 9rr. 2 (© bur) oon GEfcopin unb 9?onbo aus 
ber 3. ©onate Dp. 49 oon S. Tl. t>. 2Beber. 5) Soncert= 
parapfyrafe über ba« „Miserere" au« 2}erbi'S„Trovatore" 
(SDcanufcript) »on Sifjt. SWüffen wir jebe«mal oon Steuern 
Darüber flaunen, tote d. SBüloro e« »ermag, äße biefe r>öct>ji 
fdjwterigen Üonwerfe aueroeubig ju fpielen, fo Ijatte er aud) 
bte grofje unb gerechte SBürbigung, nad) jeber Soncertpiece 
bom begeifterten "publicum breimal mit einem entbuftaftifdjen 
$eroorruf auflgejeiajnet ju werben. ». 83 ü low fpiette fammt* 
lidje ©tüde feine« (joncertprogramme« auf bem 93ed)ftein* 
fdjen glügef . Sin Onfirument, meldje« 2 1 / 9 ©tunben lang, bei 
ftetfl retner ©timmung, ein fotdje« Programm au«jul>alten »er» 
mag, »erbient gewifj bte S3ead)tung aller ftunfloerftanbigen. 

SSon ber am 8. Sanuar im ©aale ber ©ingafabemie 
ftattgefunbenen 2>?atinee ber ©djaufpieletin f$tl. Warte 
t>. & ab eltify fonnten wir nur bie brei legten 9cummern Ijören. 
Der ©eigenoirtuofe £r. Siappolbi, weldjer bereits in jer/n 
Sonccrten auf ber ftroll'fdjen 93üb.nc mit großem Srfolg auf» 
getreten, fpielte eine Sßeoerie unb Jarantelle unfer« tyitT con» 
certirenben @eiger«£>ero« Sieuitemp«, mit »oUfommcner 
ütteifterfdjaft, unter großem Sipplau«. Da £r. SRappolbi 
alle feine -ßiecen au«wenbig »erträgt, fo tounbert e« un«, bafj 
er, otyne 9tücffid)t auf ba« Soncertpublicum ju nehmen, un- 
»ertoanbt feine ©eige ftfirt. — 

Der grofje ©eigerfürft Sßieuytemp« fpiette faft »or 
leeren Sänfen fünfmal im SJriebriaVSBif fyelmfiabtif djen j^eater. 
An Driginalität unb Unioerfalität einer ber bebeutenbiten 



unferer ie(?t tebenben ©eigerljelben, ifl e« »a^r^aft fünblidj, 
baß baä fonft fo funftftnnige ^Berliner publicum biejen großen 
ftünftler mit 9cid)tad)tung be^anbefn fonnte. IDlit unoevgleid)« 
lidjer Äünftlerfd)aft, benn ©djtoierigfciten fann e£ für einen 
53ieurtemp8 nia)t mel^r geben, trug er feine Fantasia appas- 
sionata unb bie i'ombarbi=2;van8fcrtption »or. Unevreicfibar 
ift er root buvd) ben „Jperentanj" oon s #agantni. 3e Heiner 
bie 3ub."Jverfcb,dar, befto größer roav ber 93eifaü8fturm. — 

iJon bem Soncerte beä §rn. ©antenberg borte« mir 
bie oier legten ^ifecen. SEBir traten in ben Slrnim'fajenSaal, 
als Der Glencertgeber mit grl. ^ßed)mann ba8 i'ieb: „?iebe 
unb 9?ad)tigatt" mit obligater glcte oon $. Iruljn »ertrug. 
DiefeS ?ieb, al8 eine @elegenb,eit8compofition für bie fd)toe» 
bifaje 9cadjtigaU denn^ ?inb (roetdje e8 rounberbar gefungen) 
cor 18 Oafyren componirt, ift reidj an tonmalerifdjen Effecten. 
$r. ©antenberg flötete mit »etteifernber Siebe jur 9cad)ti* 
gall fo monniglid), reijenb unb füfj, bag e« nidjt SBunber 
nehmen tonnte, wenn man bei feinem ^ilomelenblafen bie 
ftngenbe 9cad)tigaQ faft »ergafj. $r. 9iob. 9iabecfe fpielte 
unter bem Seifall be« publicum« ein ©djerjo »on S^opin 
auf einem ©töcfer »on fd)önem Ion. $r. Domfänger Dtto 
fang mit fdjönem Ion unb innigem Sortrage jmei lieber »on 
9t ob. 9tabecfe. Da8 crfie Sieb ifl eine aufjerorbentlid) ge= 
lungene Sompofition. SBarum waren bie Deoifen ber Sieber 
nidjt angegeben? $t. Dtto erntete foldjen reidjen Seifall, 
bafj er nod) ein britteS Sieb jugeben mufjte. Der Sontert» 
geber trug unter Siebig'8 Seitung unb »on beffen SapeUe 
aecompagnirt ein Ballabile di Concerto für bie Slöte 
»on Sriccialbi »or. $r. ©antenberg befißt eine 
aufjerorbentlidje SReifterfdjaft auf ber gtfite. Sine feltene, 
tedjnifaje 3 un 8 en f ert '8' < ' t » eleganter @efd)mact, weidjer, 
anmutiger Ion unb feelenooüer WuSbruct feunjeidjuen bie 
Sirtuofttät biefe8 Äünftler8, ber feit bem 1. Oanuar b. 3. 
mit unferem au8gejetd)neten ©olo=?jlBtifien ©abrielett am 
erjlen glötenpulte fißt. Slnbaltenber Slpplauö unb ein gefüllter 
©aal waren bie berebteften 3 eu 8 en ber Slnerfennung für bie 
Seiftungen be8 talentooOen SoncertgeberS. 

Wit ber fea>ften ©oiree am 12. Oanuar fd)loß $r Sie = 
b i g in ber ©ingafabemie feinen SljcluS für Drc^eftermuftf in 
biefer ©aifon. 3 ur Aufführung famen: bie OubeUOucerture 
»on SBeber, grüb,ling«lieb »on üftenbel«fofyn, ©ömp^onie 
D bur (Dir. 14) »on £a»bn, Duoerture ju „Don 3uan" unb 
bießroica »onSeet^ooen. ^r.Siebig, ber t^ätige Dirigent, 
wirb un« in nädjfter 3 e 't bie Duoerture juin „gliegenben 
^oflänber" »on SBagner oorfü^ren. («ittus folgt.) 



Kfetnc Seitung. 



(Eorrefponbenj. I 

£tip$i&. 3)aB 15. StBcnnementconcert im ©ewanbbaufe i 
führte am 9. gebruar einen au« (ruberer B'tt in gutem Slnbenfeu i 
jtebenben Siolinfpieler, ben tbniäl.baijr.&ammeröirtuojenJp. lauter« I 
Bad), »or. 6rfpietteba8neunte(3)moÜ'*)<Epncertöon©pobrunbeine 
$bantafte eigener Compofttton über ttalienifd)e Dpern=Xbemen. i'ou< 
terbad)'« tücbtige Stgenfd)aften, fein fidjeier, fefter Xon, beffenfitang« 
fülle in allen ragen oon beroorragenber ©djänljeit ift, [eine Stube im 
Sortrage bei grofjer ted)niia)cr 33ilbung flnb betanut; fie tarnen bie«» 
mal weniger tn bem ©pobr'idjen SBerfe al« in ber übrigen« wertb« 
tofen ^ßbantafte jur Srjd)einung. gür ben SSortrag be« ©pobr'fiben 
Soncert« bätten wir größere Smpfinbung, weitere ©tbattirung ge« 
Wün(d)t, ba8 SBraoourftüd Wäre befjer ganj weggeblieben. — 3. @ t o et » 
Raufen trat an biefem äbenb breimal auf. eine für SBirffamfeit unb I 



äBoblgefättigfeit be« Programm« niebt eben bantenswertbe Srweite« 
rung. <5r fang ein trioiale« 9tecitatio unb ärie au« bem „Kammer« 
fciener" »on fiarafa, ben „SBanberer" oon©d)ubert (at« Angabe 
ein rieb oou3»enbel«fofcn) unb fcbliefjlid) now breiSdjumann'fcbe 
©efänge. 3n ber erftgenannten Stummer War ©todbaufen red)t an 
feinem $la^e, bie muntere l'aune, ba8 ©rajiöfe, bie fa)elmifd)e ^ointe 
finben in ibm einen oirtuofen 31u«brud, unb io tonnte, wenn aud) ba« 
Xonftüd felbft ädern guten öeiwntatf wiberftrebt, bie äuejübrung 
reidjlid) bafür entfa)ätigen. Sern „SBanberer" tünnen wir nur an» 
näbernb ba«felbe rob fpenben, bie bilftere 3nnigteit bätte träftigerer 
Üinten beburft; »on ©djumann ? 8 Siebern war ba« „SSatbgefprad)", 
au« bem tö|Mid)en @id)enborff»<Soclu« in Sompofition unb i)urd)füb< 
rung bie Krone be« Stbenb«; ba« „Siebeälieb" au« bem fpani[d)en 
Jieberbuaje unb „Dem rotben9f8«lein gleid)t mein Sieb" fmb fd)wäd)er 
erfunben unb oermoebten niibt etaentlidi burd))ubringen. — 3Son ben 



70 



Ordjefierwerfen biefe« (Eoncert* : ©eet&oben'« Ouberture jur 9ta» 
ntenBfeier (Ob. 115) unb ber Ccean«©bmbbonie bon SRubmftein 
Warb natürlich, bei ber ©bärltdbteit neuer bebeutenber XonfcbBbfungen 
in unferen Programmen, ba« leitete Söerf mit ber b8d)flen ©pannnng 
erwartet, ©d)on im SBinter 1855 aufgeführt, batte man bi« jefct gejB* 
gert, ba« rief enbaft f djmierige unb fetter berftänblid)e SBerf Wieber beroor 
)u jieben unb ibm beim publicum auf fold?e SEÖeife nad) unb nad) burd) 
oft roieberbolte Xarflellung (Eingang ju berfdjaffen. Söir jagen für biefe 
erfteSBieberbolung unferen Xanl. XneSlufgabe warb warter geltfft unb 
bie 3uljö'rerfd) aft, wenn aud) jum weitau« grüßeren Xbeile nod) ber« 
bufet unb bon bem riefenbaften äußeren (Sinbruct mancher ©tello 
obenhin ilberrafd)t, jeigte bod) ein reblid)e« ©ejtreben, fid) in bie ganje 
©ctünbeit be« Sertee ju berfenfen; fo barf benn alfo ber (Erfolg al« 
gefiebert betrautet, unb eine fbätere öftere SBieberfe&r be8 „Ocean" er« 
wartet werben, lieber bie (Sombofition felbft gebenten wir fd)on feit 
längerer ßeit eine ausfüb rlid) e ©efbrediung' ju bringen unb wir tonnen 
un« femtt beute auf wenige allgemeine ©emertungen befd)ränten. Sie 
Partitur eor un«, bermoä)ten wir, wa« beim bloßen $8ren nid)t fo« 

gleid) mögltd) geroefen wäre, in alle Xetail« ber Snftrumentirungeinju« 
ringen, ben bellen 9teid)tbum ber SDcotibe, bie Srd) iteltoni t in ben Zueilen 
ju überbltden ; 3Jtand)e«, wa« un« früber wüft ober &alb gelungen ge» 
fd)ienen, trat bie«mal in b&d)fler Slarbeit betbor, unb unfer Urtbeil 
lautet, bon ben tonmalenben ©ejttgen abgefeben, rein mufitalif d) babin : 
ber erfie 3 /s,-@a(} ijl ein großes SReiflerwert, bon granbiofem au«brud, 
bon berrlid)em ©au; im Sbagio b>rrfd)t mannigmal Untlarbeit, ba« 
erfle X&ema ift obne großen SReij, bie @efang«ftelle »on bober Shimutfc, 
aber obne eigcntliä) befriebigenben abfd)luß, ba« ©anje }iemlid) ber> 
wafd)en; ba« folgenbe 9Klea.ro ijl ein burleete* Xenftüd bon frifd)er 
(Srftnbung, aber obne btrborragenbe©ebeutung; ba« jum ginale über« 
leitenbe Sbagio, ba« juerfi ben fbäter bomimrenben Choral einführt, 
im SBefentlicpen 9iebetition be« Sbagio«, ba« ginalt felbft bon guter 
arbeit, in jeber ©ejiebung aber binter ber SBirtnng be« erfltn ©a$e« 
jurüdbleibenb, bieSnWenbung eine« (Sboral«, ber fiep jum @d)tuß über 
Den gigurationen ber ©äffe martig bersorbrängt, nidjt ob.ne äußerliche 
Sßirtung, aber mit ber Sb. aratteriftit im ©roßen unb ©anjen unb mit 
ber Aufgabe be« fomb$onifd)en ©afee« wenig übereinftimmenb. Xer 
@efammtd)aratter lebnt fid) an SDienbelSfobn an, unb nur in (Ein» 
jetyeiten tritt eine fette, wilbe Originalität bereor. 

JGeipjifl. am 13. gebruar trat im ©tabttfceater ber trfte^SSiolin» 
fbieler ber SBiener $of»Oter, §r. (Ebuarb SRabbotbi, auf unb 
jwar, trofcbem, baß ba« §au« nid)t eben ftart befud)t unb btr ©irtuo« 
ben meiften 3ubätern wol noeb nid) t einmal bem Kamen nad) befannt 
war, mit einem überau« künftigen Erfolge. SBir unfrerfeit« finben 
benfelben bollfcmmen geved)tferttgt; $r. SKabbolbi, über beffen Sluf« 
treten in Söerlin, Hamburg unb ©raunfd)weig im Saufe biefer 
SRonate in berjdjiebeiien SSIättern unb and) in unfercr 3eitfd)rift febr 
anerfennenb gefdjrieben war, bat fid) bei un« burd) feinen feelenboüen 
Vortrag bei großer ted)nifa)er Slu«bilbung bie .^erjen gewonnen. 
Sr fbielte an biefem erften Slbenb SWenbel«fobn'« Soncert unb 
ba« ^atageno=3tonbo bon (Srnft; in beiben i'eiftungen fbrad) fofort 
ba« anftanbsootle unb tennod) fid)ere auftreten, bie fd)lid)te unb 
bennod) gemütbüd) anregenbe Sortragsweife an unb nad) beiben ©tücten 
würbe er unter lebbifteftem ©eifall gerufen. 3n bemäJcenbelSf ob»'» 
fd)en SBcrfe intereffirte un« mand)e originelle Sluffaffung in (Sinjel' 
beiten. 3m SKittelfaße bätten wir nad) 3 o a d) i m'8 unb 2B i e n i a W 8 1 i'« 
SJorbilbe bie d)romatifd)e getragene ©teile mit crescendo unb decres- 
cendo nuaneirt geroünfdjt, im ginale tonnte ba« Xbema mebr leiben« 
fd)aftlid)e gärbung bertragen. 3nt ©anjen aber jbrad) un« bie 3uf» 
faffung in bobem ©rabe an, jumal bie Snbibibualitöt be« ©bieler« 
mtt bemSboratterbesXonftütf« in mand)er^inftd)t berWanbt erfd)ien. 
greilid) ift ber Xon feine« 3nflrumente« nid)t febr ergiebig unb bie 
geifiige Slbflufung nid>t groß; »ietleid)t wäre aud) bem Slnbante nod) 
mebr SBärme unb Snnigteit ju wünfd)en gewefen. 3>ie ausfübrung 
ber nieblidjen Srnfi'fd)en ^iece, bie fid) bei aller 3>anfbarfeit für ben 
SBirtuofen in engerem ©inne bod) bon eigentlid)en Iribialitäten frei 
bält, war burd)au«loben«wertb; baß^r. 5Rabbolbi ben obnebin febon 
iebboftenäu«brud in bieferCSombofition nid)t nod) forcirte, tonnen wir 
nur loben. — §ofjeutlid) finben wir nod) ©elegenbeit, über ein jweite« 
auftreten unfere« ©aftc« ju fbred)en , ber berbienterweife feine üauf« 
babn mit giinftigen SRefultaten begonnen Ijat. 

|)an». Sa« am 'il. b. Wti. t>onlQ. b.SSüloW im ©aale ^lepel 
»eranflaltete Concert gestaltete ftd) ju einem wabren Iriumbbe unfere« ge« 
malen v;anb«manne«. ©cit b. 3) ü l o w fid) im borigen Oafyre in f o würbi< 
gerSßeife bei bem^ariier^uMicunieingefübrtbfltte, tarn ibm basjdbe 
ton bomberein mit SEärme unb ©ijmpa'tbie entgegen, ©ludiften unb 
^>icciniften, bie jwei'iagc borber mit einanber im2*5agner'fd)en(Son« 
certe gegrollt, erjd)ienen bier in begeifterter Sintrad)t. ©o tarn e« beim 



iu bem überrafd)enben 9tefultate, baß bie guge in Ob. 106 bon ©eet« 
poben burd) reid)en ©eifaH unterbrochen würbe, ein in einem $arifci 
ioncertjaale gewiß unerhörte« SRefultat. (Sine ©abotte bon «Bad), ein 
Dcocturne unbSRajurta «cnSb. obin mußten wieberbolt werben. Son 
Vif}t fbielte ». Sülo w: Cantique d'amour, Äatocjb-aRarfd) unb Me 
diigoletto«^bontafie. Süßer borgenannten $iecen Würbe bom Soncert» 
geber ein 3tnbrom»tu bon ©d)ubert gefbielt. — Xag« barauf fbielte 
b. SBiilow mit gleid)em (Erfolge in einer Ouartett »Soiree bon 
(Sbebillarb bie ©eet^ oben'fdje ©onate Ob. 111. — »m 12. ge» 
bruar fanb ba« jweite Soncert ftatt, ba« im jweiten Xbtile btet 
Sifjt'fd)e Xransfcribtionen über ÜJlotibe au« SB agn er'« Obern, im 
erlen Xbeile ba« große Orgel>$rälubium bon ©ad) in Üifjt'« 
Uebertragung, bie 3«ojart'fd)e ^antafie 3ir. 3 unb © eetb. oben'« 
©onate quasi Fantasia Ob. 27 iWr. 2 bot. Sud) bie«mal war ber ttr» 
folg über äße ©efd)reibung bebeutenb. 

Su« flrrlin wirb un« über ben überau« glänjenben (Erfolg ge« 
fd)rieben, benSleranber3)re»fd)od am 10. gebruar bei fernem 
erften auftreten gefunben bat. Cr fbielte an bem einen Sbenb jwei 
große Soncerte, ba* in S« bur bon ©eetb. ooen unb ba« 3Renbe«> 
fo b^ n'fd)e in ® moü, bie © moQ«@abotte bon ©ad), ba« gi« bur» 
wotrurno bonSbobin unb jwei eigene Somboßtionen : ein Öteita» 
reHo unb eine Wt)apfobte jum „S5Sintermäbrd)en." ©ei btefer ©elegen- 
beit nennt SRellftab iu betannter überfd)wänglid)er SBeife 3)ret>» 
fd)od ben grüßten ber lebenben Slabierfbieler, unb wenn wir aud) 
ba« 3JJißlid)e einei fo(d)en ©ejeidjnung nid)t läugnen fünnen, fo ifi 
un« baburd) bod) ein SWaßftab an bie $anb gegeben für ben ©ntb^upo«« 
mu«, mit bem ber fiünftler in ©erlin aufgenommen warb, am 
15. gebruar ^at ©retif d)od fein jweite« (Eoncert gegeben, bon ©er» 
lin au« wirb er nun junäd)f) über Königsberg, ÜKitau, 9ligo, 
©erbat nad) Petersburg reifen. 

Breslau. 3n bem britten am 21. Sanuar b. 3. unter Leitung be« 
$rn. 5Wuftt.©ir. Sari dteinecte im Uniberfitätt'SDIufjtfaate beran» 
fjalteten (Eoncert tarn u. a. bie bon melobifd)en @d)ün^eiten überquel« 
lenbe (E bur«©Bmb^onie bon g. ©djubert mit ben Sräften ber 
©ilfe'fd)en Sabelle jur febwungbaften Suffüb,rung. 35emnäd)ft bot 
ba« auftreten be« <Eoncert«9K. SD ab ib au« Seibjig ein befonbere* 
3ntereffe. ©erfelbe fbielte fein ingebiegenem©tol combonirte« ffinfte« 
©iolinconcert in X) moQ mit eminenter ©rabour, unb gewann fid) 
burd) feinen ebenfo fräftigenal» feelenboüen Xon große ©ewunberung 
unb ftürmifd)en ©eifaÜ ber 3ubürer. Xiefe lebbaften acetamationen 
Wieberbolten fid) bei ber ©onate bon Xartini, weld)e ber auggejeid)« 
nete SWeifter unter (Slabierbegteitung be« 3Rufl!»£nr. »einede mit 
ungemeiner SRabibität unb febr d)arafteriftifd) bortrug, ©eibe Äünfllet 
erfreuten jwei Xage barauf ba« (Eoncert«$ublicum noi mit einer 
©oiree, unb etitroidelten in berfelben tyre glänjenben ffiigenfcbafteii 
al«©irtuofen namentlid) in einem Rondo brillant »on granj ©d)u« 
bert unb in ©eetboben'8 ©onate Ob- 47, bei weld)er (enteren be» 
fonberS fd)öne Suffaffung unb SJJuancirung ju rübmen War. @el»r 
banten«wertb war bei biefer ©oir6e aud) bie SDiitwirtung be« ©re«« 
lauer ©ängerbunbeS, weldjer unter Leitung be8 ©efanglebrer« SBä« 
^olbt mebrere Cborlieber, al«: ,,Xa« 9ieb" »on 9f. ©abe, „X)a* 
buntle Suge" bon (E. Söroe, „®er träumenbe ©ee" bon 8t. ©d)u« 
mann unb ,,®en froben SEBanber«mann" bon SWenbelBfobu mit 
feiner ©cbattirung unb gutem Susbrud bortrug, unb fanben biefe 
auserlefcnen ©efange eine feb^r beifällige Sufnabme. ©ei biefer ®e» 
legenbeit bürfte auf eine neue©ammlung bon SWännergefängen binju» 
weifen fein, weld)e granj Sbt unter bem Xitel „SDentfcbe ©an« 
gerballe" beranftaltet, unb jwar im ©erläge bong. S.S. Üeudart 
in ©reelau. <S« berbient biefe ©ammlung um fo mebr ©ead)tung, 
al« barin nurgebiegcneSombofltionen, j.©.bon9B.$.©eit,@tord), 
©ierling, ^erbed, SR eine de u.a. aufgenommen werben, ©egen« 
wärtig ift bereit« ba« erfte$e|t im©tid) erfdjienen, unb ftebt ben «üb- 
feribenten bei Sbnabme eine« 3abrgange« bon ad)t Jpeften aud) ber be« 
fonbere ©ortbeil offen, baß ibnen nad) i^rerauSwa^l bie©timmen für 
jebe« i'ieb nad) ©ebarf ju ermäßigtem greife berabfolgi werben, außer» 
bem aber bei iebem 3ajjrgang bie Partitur eine« größeren SBerft« für 
SDJännergefang al« grämte gewährt wirb. 

R.G. ©era, 4. gebruar. am geftrigen abenbe fanb ba« britte ber 
bon SDfuftt^Xir. ^»erfurtb beranftalteten abonnetnentconcerte ftatt. 
§r. Äammermufttu« ©aumgärtel au«©d)leij, ben wir oor eini« 
gen3abren bereit« gebort unb ber in ber3wifrbenjeit febr anertennen«» 
wertbe gortfd)ritte in cer ©ebanblung feine« 3nflrumente«, ber Oboe, 
gemadjt bat, trug ein (Eontertino bon Äalliwoba unb eine *fM;antafie 
bon Jpoffmann bor. 9tur mit ein baar SSorten laffen ©ie mid) aud) 
ber fd)8nen (Erfolge gebenten, weld)e jwei unferer v'anbemanninnen, 
grl. ©ertba unbamelie ©lau, feit Äurjem in etlid)en norbbeut» 
[eben ©täbten al« SSiolinfbieletinnen gefunben. publicum unb treffe 



71 



frBetnen ficb im Sobe ber Seiben ©cbweftern überbieten ju wetten, bon 
benen bie ältere, grl. ©ertba ©lau, genig balb etnen gearteten 
Siamen in ber mufitatifeben ©elt errungen b«ben wirb; benn eine 
bei Samen feltene Xed)nif, ein geiftbolter ©ertrag unb eine rcijenbe 
©erfönli&jreit bereinigen fid) bei ipr mit außerorbentlid)er Siebcnewür» 
biglett unb änfprucbälofigfeit. ©on Olbenburg, wobin fie einer 
Ctnlabung be8 $ofe8 gefolgt waren, ftnb fie junäcbjt nad) $annober 
Sertifl. 

tDeimar. 3>er ©iantft SRobert Bflugbaubt ift foeben uon 
einer längeren ftunfiretfe jurücfgetebrt. Cr berührte SWciningen, reo 
er bei §of unb in einem öffentlichen Concerte fbielte, $ilbburgbau» 
fen, Coburg, ©abreutb unb Nürnberg, ©eine Programme 
jeitbneten ftd) burd) große 9tei<l^t>alt{gteit aus, wie ba8 bei allen bebeu» 
tenberen 3üngern ber Sifjt'fcben ©cbule ber galt ifi. Cr fbielte u. a.: 
gugen bon © e b. © a d) (s moll) unb ÜRenbelefobn, Combofttionen 
bonSeetboben (Xrio«, unb bie ttiefenf onate Ob. 106), $enfelt, 
(Ebbbin unb bon feinem SKeifter Sifjt (Au bord d'une source, 
Xannbäufer« unb Sommernacbi8traum«Varabbrafe, SR obert»©b<mtafie, 
iRatocjbmarfd) je.)- ©einen Concertgalopb (©erlin, ©cb.leftn.ter), 
fowie feinen großen Concert waljer fjtegiaque (ber Sifjt'« ©eifatt in 
befenberem ©rabe erroorben bot) fbielte er mebrmals mit ©eifafl. — 
grau ©opbie Sflngbaupt bat öffentliche Prüfungen mit ibren 
jablreicben Schülerinnen angetünbigt, benen wir mit ©bannung ent« 
gegenfeben. 



Reifen, Concette, Cnaaaement». 9m 6. gebruar fanb in 
©eimar bie jweite Soirtie musicale ber $$. ©inger unb Coß» 
mann im grofjen ©aale be« ©tabtbaufe« ftatt. Xa8 Programm bot: 
1) Xrio (©bur) bon ©ebubert, gefbielt bon ben £#. Soffen, 
Singer unb Coßmann. ©inger allein trug bie „Slbenbglodcn" 
bon Soacbim unb bie Crnft'fcben Caprices sur un th^me du „Pi- 
rate", Coßmann „£u btft bie 9hib" bon©cbubert unb jwei eigene 
Comboftrionen „Stube" unb „Crinnevung an Xett" bor. grl. ©aum 
fang: SRecitatib unb ©erceufe aus ber „äBattfabrt" unb Sieber bon 
Sitolff, unb üKenbelsfobn unb §r.©ran8 beclamirte „Sie Ära« 
nid)e be8 3bbtu8" bon ©cbiller unb #ebbel'8 „©aibetnaben", mit 
©efcumonn'S melcbramattjd)er ©egleitung. 

9lm 11. gebruar beranftaltete 3. ©todbaufen in SreSben 
eine @oir6e unter üKitwirtung bon grau ©ürbe»Web unb ben $$. 
©eel mann unb granj ©todbaufen. Jpr. 3- ©toef taufen fang 
eine Carotine bon ©oielbieu, gigaroS Slrie : „Non piu andrai", ben 
„©anberer" bon © <b u b e r t , brei © cb u m an n'fcbe lieber unb mit grau 
©ürbe-92eb jujammen ba« Suett au« SRoffiui'S „©arbier." $r. 
g r a n j © t o cf b a u f e n — bem ©ernebmen nacb ein ©ruber be« ©an« 

?er8 — fbielte jur Cröfjnung ©eetboben'8 g bur«@onate Ob. 24 
ür Ciabier unb ©ioline mit $rn. ©eel mann jufammen, Seftterer 
außerbem au8 Spobr'S fiebentem Concert in C mott ba8 abagio 
unb dionbo. 

3m jrceiten ©erlin er äbonnementconcert jutn ©eflen ber 
©uftab-Stbolbb« Stiftung roirtte grl.2Kö«ner mit. graugrauciSca 
SRitter fbracb bie „Senore" mit Sifjt'8 melobramatifcbet ©ealeitung. 
außerbem fang grau 3aebmann»©agner bie belannte Srie au8 
fränbel'S „©emele" unb fiieber bon ©ebubert unb Schumann. 
ifrr. ü a u b fbielte mit §m. 9cabede©d)ubert'8 Rondo brillant unb 
allein eine ^bontafte bon Srnft, foroie ein «ßoeturne unb ©altarello 
eigener Combofition. 

2)a8 Programm ber jroeiten ©oiiöe für Sammermuftt in 3) res« 
ben braute neben ©eetboben'S Ouartett Cp. 1U5, beffen ©onate 
Ob- 31 unb einem $ ab bn'fdben Ouattett ba? Xrio Ob. 5 bon 81 ob. 
©oltmann. 

am 5. gebruar fbielte $. b. ©üloro im jroeiten Abonnement« 
concert be8 Cö.lner -Dfännergefangberein« ©eetbooen'S ©onate 
Ob- 111, ©ad)'« italienifcbeS Concert, i'ifjt'S 9?igolettc»9?eminifcen» 
jen unb beffen $Räfocjb.2)c"arfcb. Xer (Srfcla rear aufierorbentlicb. 3n 
bemfelben Concert reurbe ?if jt'8 „Ueber aUen SÜMbfeln ift 3tub" bom 
©ereine felbft gefungen; unter ben übrigen Hummern be« reieben *ßro* 
gramme« waren aufjerbem „Sa8 beutfebe Sieb" son ftalliwoba unb 
„9catbtbeUe" bon ©ebubert neu. 

2)a8 fiebente ^rtbatconcert in ©remen braebte ©djumann'S 
33molt«@bmbbonie, ©eetboben'8 Coriolan--, unb 3)cenbel8fobn'8 
Äuv ©laS'Ouberture. grl. ©enaft aus SBeimar fang bie Slrie aus 
„Paulus": „3erufalem", ätofmen« Cabatine aus bem .^Barbier", 



ein Sieb bon Stubinftetn unb bie „Soreleb" bon Sifjt, erftere« obne, 
ledere« mit großem (Erfolge. §r. Äabbolbi trug baSSRenbelS« 
fobn'fd)e ©iolinconcert unb ein Cabriccio bon ©ajjtni bor. 

3m 125. bbilb<rrmonifd)en Concert in Hamburg fbielte 3»«* 
d)im ba* 8 ee t b ob e n'fcbe Concert unb Xartini'8 Xeufelef onate, 
3. ©rabm« ba« 31 molUConcert bon ©ebumann. Cine neue Com* 
bofition bon Se^terem : eine ©erenabe für ©laeinftrumente, bie jum 
erflenmal aufgefütirt würbe, fanb begeifterte äufnabme. 

3n »ans concertirten außer Sq. b. ©ülow unb «. 3aell 
noeb bie ©iolinfbieler 3. ©ecter au« SWannbeim (im Crarb'fcjben 
Saale) unb&oembel au8 ©annober: Se^terer wirbin ben Ör« 
diefterconcerten bon ^asbeloup mitwirken. 

iBunKfeüe, auffütirunatn. 3n ©reSben tarnen am 7.gebruar 
unter Sirection be8 SDluftl-Xiir. SWannSfelbt bie „Prtludes" bon 
Sifjt (auSgefübrt bon ben bier bereinigten SWufilcbb'ren ber ©tabt) 
jum ©ortrag unb erlangten ben angerorbentlic^ften, jweimal hinter» 
einanber r«b tunbgebenben ©eifafl. ©ie fdjlugen mit einem ©orte 
bureb. ; ba8 gefammte publicum War Sufjerft aufgeregt, unb eine ©ie» 
berbolung bes ConcerteS bttrfte in ausfielt fleben. (Stnige febr berjeib« 
liebe SKifgriffe in ben Xembi abgerechnet, trug bie Sfuffübrung ben 
©tembel auSbauernben gleifjes unb fomit fei bc8 ^rn. 3)cann8fe(bt 
(ber als $ttnerfürji'S 9tacbfo(ger eine große öebeutung für bie ^5o< 
bulariftrung guter ÜJiufit in ^ieRger Stabt bejibt) bie anerlennenbe 
Srwäbnung getban, welche ba« Streben, bie ©egenwart tum Äedjte 
iu bringen, ftets berbienen wirb, um fo mebr, ale bureb ein folcbe« biete 
mit großen '•Kitteln auSgeftattete 3nfiitute befd)ämt werben. 

®a« 37. nieberrbetnifcb.e SUtufttfeft wirb ju ^fingften unter ^il« 
ler'e Seitung ftattftnben. grau ©ürbe«9ceb, «stodbaufen unb 
9itemann werben mitwirten. 

neue unb neueinflubirte ©pern. 3n SBeimar Würbe „Xann> 
bäufer"neu einfiubirt gegeben unb bei biefer ©elegenbeit grau b.SWilbe 
al« Clifabetb bon bem überfüllten $aufe unter nicb.t enbenwollenbem 
©eifatt empfangen unb mit ©lumen überfd)üttet. 

©tatt ber anfänglicben Stbficbt, ©agner'S „gliegenben ^ottän« 
ber" ju geben, bat neuerbings bae Säten er $ofoberntpeater ben Cnt« 
fcblufj gefaßt, beffen „Xriftan unb 3folbe" borjunebmen. Sud) in 
© ei mar f ollen ju lebterem ©erfe bie Stollen bereits bertbeilt fein. 

jprei*au«ftt)rcibett. 3)ie mufttalif c^e ©efellfcb, aft in Petersburg 
bat etnen $reis auSgefcbrieben für eineCantate mttCbor unbOrcbefter 
ju ber ©iebtung bon 'sßuf d>fin: „Sin ©aflmabl ^eter« be«®roßen." 
©er Combonift ber beften Combofition erbält eine golbene üRebaiUe 
unb 20O dcubel Silber; ein jweiter tßreis bringt eine ftlberne SKebaitte 
unb 12") 3;ubel ein. 9tur ruffifd)e Coniboniften ftnb jur Coucurrenj 
jugelafjen. 

3us>eid)nunaen, flrförberungtn. ©er 3RufifberIeger®.©ran« 
buS in s |fari« Uat com König bon Württemberg bie große golbene 
Cittilberbienfl^SKebaille erbalten. 

CabeU«iUc. ©ilfe in Siegnil; ift ber rotbe Sblerorben bierter 
Claffe beim biesjäbrigen preuß. OrbenSfejie beriteben worben. 

StgneS ©uro ift al« ©efanglebrertn für mebrere tpdnjeffinnen 
am breußifeben $ofe angeftellt. 

tobc*fätlf. aKufit'Sir. C. ^>. ©ämann in ÄBnigeberg, 
©ater ber ©ängerin ©ämann be©aej, ift (nabe an 70 3abre alt) 
am 29. 3anuar geftorben. 



Dctmtfd)tes. 

3n biefen Xagen braebten berfebiebene beutfdje ©lätter ein an« 
geblicbe« ©onmot Dcoffini'e über föicbarb ©agner. Sie ©uffi« 
fance be« r>nnlicben, fpielerifcbeu SWaeftro ftimmte babei reebt wobl ju 
bem bornebmen 2lir, mit bem biegranjofen früberer3eit auf beutfe^en 
©eifi, auf beutfebe Sunft unb ©iffenfebaft berabjub.icfeii bie ©ewo« 
genbeit batten; unb bie ©eroilität uuferer beutigen Xage«breffe niebt 
minber ju bem ©eifte ber 3eit überbaupt, ber bem ©rofjen roomöglieb 
au« bem ©ege gebt unb ba« ©ebeutfame in ber eigenen Wation eber 
bon leicbtfinnigen gremben berfbotteu läßt, al« baß er e« freubig an» 
ertännte. 



0rtefha(len. $rn. Cr. in g. a. 3M. ©arum febicten ©ie fobiel 
jufammen unb in einer 3eit, Wo bie SMittbeilungen einanber brängen? 
C« wirb fo balb Wie möglieb jum abbatet (Klangen. 

^irn. 3£. in 9). Sa« ^3aquet fdjiden ©ie nid)t mit ©oft, fonbern 
mit ber junäcbft |ieb barbietenben ©etegenbeit. 



72 



Intelligenz -Blatt. 



$ta jfynttaiun 



im Verlage von 

Fritz Schubert in Hamburg. 

Abt, Franz, Vier Lieder für Sopran oder Tenor mit Piano- 
forte. Op. 178. 17Vs Ngr. 

Asber, J., L' Opera au Piano. Bouquet de Melodies. (Fan- 
taisies.) Nr. 8. Auber, La Muette de Portici. 18 Sgr. 

, Idem Nr. S.Beethoven, DieRuinen v. Athen. 18 Sgr. 

, Idem Nr. 10. Flotow, Martha. 18 Sgr. 

, Idem Nr. 11. Rossini, Teil. 18 Sgr. 

— , Feuilleton de 1' Opera : Potpourris pour Piano. 

Nr. 2. Verdi, La Traviata 12 Sgr. 

, Idem Nr. 3. Kreutzer, Das Nachtlager in Gra- 
nada. 12 Sgr. 

Biehl, Alb., Drei Stücke für das Pfte. Op. 11. 10 Sgr. 

,Mazurka russe etPastorale p. Piano. Op. 12. lOSgr. 

, Polka graciosa pour Piano. Op. 13. 10 Sgr. 

Eschborn, N., Fünf Alpenlieder für eine Singst, mit Pfte. 
mit Portrait von Frl. NatA. Frassini. 1 Thlr. 

, Dasselbe. Ausgabe ohne Portrait. 15 Sgr. 

, Du herzig's Dirndl, Du ! Duettino für Sopran 

und Alt mit Pfte. 5 Sgr. 

Graedener, C. 0. P., Zweites Trio für Piano, Violine und 
Violoncello. Op. 35. 2 Thlr. 25 Sgr. 

, Zwei kleine Sonaten (leichteren Styls) für Ciavier 

und Violine. Op. 41. 2 Hefte, k 1»/, Thlr. 2 s / s Thlr. 

Graue, CT., Ständchen an eine Braut f. Pfte. Op. 6. 10 Sgr. 

Kotschnbei, F. W., Fürstin. Sagt's ihr. Russisches Lied 
mit russischem und deutschem Text für Alt oder Bari- 
ton mit Pfte. 5 Sgr. 

Krag, D., Der Elfen Nachtgesang. Romant. Tondichtung 
f. d. Pfte. Op. 90. Zweite Originalausgabe. 25 Sgr. 

, Dasselbe. Op. 90", erleichterte und gekürzte 

Ausgabe. 15 Sgr. 

, Fleurs melodiques d'operas favoris. 12 Morceaux 

mignons et instructifs pour Piano. Deuxieme Serie. 
Op. 123. Nr. 13—24. ä 1/3 Thlr. 4 Thlr. 

Dieselben einzeln: Nr. 13. Bellini, Sonnam- 



bula. 10 Sgr. 

, Idem Nr. 14. Beethoven, Fidelio. 10 Sgr. 

, Idem Nr. 15. Kreutzer, Nachtlager. 10 Sgr. 

, Idem Nr. 16. Mozart, Figaro. 10 Sgr. 

, Idem Nr. 17. Donizetti, Lucrezia. 10 Sgr. 

, Idem Nr. 18. Mozart, Figaro. 10 Sgr. 

, Idem Nr. 19. Weber, Oberon. 10 Sgr. 

-, Idem Nr. 20. Flotow, Stradella. 10 Sgr. 



, Idem Nr. 21. Meyerbeer, Pardon de Plogrmel. 

10 Sgr. 

, Idem Nr. 22. Donizetti,¥\\\e du Regiment. lOSgr. 

, Idem Nr. 23. Atiber, Fra Diavolo. 10 Sgr. 

, Idem Nr. 24. Auber, La Muette de Portici. 10 Sgr. 

Mendel, H., Anna Kratz-Polka für Pianoforte. Op. 4, mit 

Portrait. 10 Sgr. 



Osten, F. von, Irisches Volkslied. Reverie irlandaise. 

Op. 20. 10 Sgr. 
, Sous les etoiles. Serenade nocturne pour Piano. 

Op. 22. 10 Sgr. 
Rndolphy, H., Trois pensees melancoliques pour Piano. 

Nouv. Edition. Op. 4. 15 Sgr. 
8tenglin,V.v.,Pensezämoi. Serenade p.P. Op.65. lOSgr. 

, LeCbalumeau. Villanelle p. P. Op.67. 12 1 /jSgr. 

Portrait des Frl. Nath. Frassini. 20 Sgr. 

Im Verlage der Wilhelm GtlbtrS'schen Buchhandlung in 
Amsterdam erschien soeben: 

Der Morgen, 

Gedicht von H. Heinze, 

für 

vierstimmigen Männerchor 

componirt 

and der 

Liedertafel „Gaecilie" in Haag 

gewidmet von 

©. A. Heinze. 

Part, und Stimmen. Op. 33. Stimmen allein. 

Pr. 22'/, Sgr. Pr. 1 2 </, Sgr. 



In einigen Tagen erscheint in meinem Verlage : 

firJHn|tkul8<§eful)brflrafJ>f 

im Verhältniss 

zur Stimm- und Gesangs -Bildung. 

Von 

D R SCHWARZ. 

Pr. 6 Ngr. 
Leipzig, den 15. Februar 1860. C. F. KAMT. 

Yerloosung eines Streich-Quintetts. 

Am 1. April oder 1. Juli dieses Jahres verloost der 
Unterzeichnete mit hoher ministerieller Bewilligung und 
unter amtlicher Beaufsichtigung ein von ihm im Laufe von 
25 Jahren gebautes Streich-Quintett, bestehend aus 2 Vio- 
linen, 2 Violas und 1 Violoncello, im Werthe von drei- 
tausend Thalern, so wie noch 1 Violoncello im Werthe 
von zweihundert und eine Violine im Werthe von ein- 
hundert Thalern. 

Ausführliche Prospecte. sowie Loose ä 2 Thlr., sind 
durch die Musikalienhandlung des Hrn. Julius Fricdlfindcr 
hiereelbst, oder durch Hrn. GllSt. Br&UDS in Leipzig zu 
beziehen. 

Der Königl. Hof-Instrumentenmacher Lorenz Kunze] 

Berlin, Kronen.strasse 75. 



Alle hier besprochenen und angezeigten Musikalien und Bücher sind in der Musikalienhandlung von C. F. Kabnt in Leipzig zu haben. 
Stnjelne Wummern Der «Reuen ^eitfdjrift für SKufif »erben 311 5 9?gr. Beregnet. 



Truff *on fVnnnfH Arfcnniift in J'#l* 



«n fcttfex 3«m»in ■*»*■»■' •■••»itta 
1 Ihm hs 1 (kB l%«^n. «tu« 
aUlZMc. 



Mvm, &«i 24. 3«6tttar 1860. 

Stteue 



a»lmli»tl*Ori» Ma fdtqdh i mt*. 



Edtedjttft für Jtlusih* 

fttttij Xrenbef, Cerantmettfid)eT Äebaeieur. — Cerleger: C. /. Ha|jrri in Ceipjig. 



*». «|rit«p| * W. «i*t ia fltda. 

fMttttr fig in «Juri*, 

■Mim H*«IFm , lliuial IT nimm *■ BeSon. 



3n»eiuiibfuufti(j|ler San*. 



I. Bi lm i ii • €*■». ia Utk gsxl, 

Irt. /ttrtkfJi in IBetf *a«. 

C MlfB * JUt.M in VttlobtlpflL 



Saioit : «rtiSittr 9rtitf4iift von S.S. IBtlffjunn föortfct&wi tob 6#lBf).— 
SBaplaHWft R**tow*l (6*Ioi). — Str ttict<CTlfattfa)f. ernte „jb* Vt- 
fftrtntnag bei loilnp (e*la(). — «a* f nf*. — tif flnmtfait e. W, — 
Sal Streite (&*Ib|). — Ältiat ^titmg : SencftnUn j ; £ogf tgttAittt ) 
Bmnif^tr*. — 3nttSi BfBjH«tt. 



Gekirnte |jmss(jjnä. 



SfBfoenbe (Erlffirttrinto mib irofiMif* tteoretiföt 8e* 

gränttnng tm bnrn'j Mt ntntftttt ihnrftf t^d^fmtgm bttnirfttn 

UntBrfmlttmfi nnh SSttttrbiltntng her ^oiaonil 

Bon 
(gortf «trag im* «$!*(.) 

jRoöufdion. 

(Em jebrt Xonftud, »ttcfjtS einen nai/ljoltigen Stnbrud 
tjhvtertaffen foH, roirb bei bei; notymenbtgen (Einheit in Sät* 
bung rat (Sljarafter autb bis Sin^eit einer befHmmten Ion ort 
beroaljren muffen. Der $auptfa£, n>efd)tr u nf et untere ffe 
in Änfprucb nehmen foü*, ift b« ©egenfianb ber ibm fotgenben 
Sefprecbung unb mtrb al6 $(tuptfa$e autb, bie $aupttonart 
ht Hnfprud) nehmen; boct) tann bae XonftQd and) mit einer 
(Einteilung beginnen, »ie j, 8. ©eetbßbtti'fl er|le ©r>m« 
Päonie, bnrä meldje ber >}ulj5rer längere *$tit in llngeroiftyett 
aber j&etna unb ienart gebalten roirb. Unfete gütige i)ut= 
ober 9)loü*Sonart biCbet nun iffxt 3)Mobien unb Harmonien 
nia) t einjtg unb allein aus tyren fteben ©tammtBntn, fonbern 
fit fann, nie mir bemerft taten, aud) alle übrigen IBne unfe» 
res ©tfflemeS aU ebromatifebe 9tcbent5ne benn^en. Um abci 
ben $auptfa$ at4 folgen an^njcidjntn, unb ebenfo bie 
^aupttonatt al« fotöje auftreten ju laffen, wirb ein fitb. in 
einer 9Zebentonart ben>egcnber@egenfa& nol^toenbig. Sin 
tleinert« $cnftilff fann (1^ nun jn>at mit einem £»aubtfa^e 
begnügen, nnb einen tnobulatorif&en ©egenfa^ ftbon in btm 
biegen üecorbe ber Oberbominante finben, bei einem grftfjeren 
aber totrb fowol ter ^auptfaö af« ber (Segenfafc unb beren 
Sonarten beftimmter b^etsortreten mÜ(jcn. Senn nun bie 
altere lontonfl ola mobulatorifdjen ©egenfab fafi ausfdjlie^» 
ttd> bie lonart ber Oberbominante erroäblte, fc ergreift bie 
neuere Zonfunft ju biefem jtyoidt aud) jcbe Cer oben als ber- 
toanbt erfaitnten So n arten; fie fcr>niflcft ferner i^re £onbid)' 



rang utdjt nur mit einer, fonbern and) juaetlen mit mehre- 
ren Cpif oben an«, nnb tuäblt fßr btefe tn öejieburtg auf 
bie ^aupttonart abfiditlid) eft bie f^ärfftrn mobulatorifäen 
©egenfä^e au«. 3m erfien Xb.eile eine* jeben grSgeren Jon- 
ßütfe«, in ber Sjpofition, wirb alfo am natDrlidjfien bem 
^auptfa^e in ber ^aupttonart ein©egenfa6 in ber 9?e> 
bentonart nnbeinStblufjfaJ in b er f el be n Sieben ton art folgen, 
dm jmeiten Steile aber beginnt ber ftampf ber beiben @egen> 
fä?e; ber ftnoten wirb gefd>firjt, unb bte SRobulalion fann 
nun, bei ber jt^t beginnenben 1)urd)arbeitung ber SDfotiüe beS 
erfien ^eiled, in bie ber ^aupttrnart entfernteften löne 
t)inübergefu^rt »erben. S)te Btrmicflung aber finbet ir)te 23- 
fung, menn fobann ber $auptf«e, nebft bem ©egenfage be« 
erfien I^tilefl, fonie ber biefem fofgenbe ©^lufjfje in ber 
$aupttonart i^re SerfB^nung unb i^ren S3ereitiigung4punct 
finben. ©elbfroerftänbltd) aber ifi bie b,itr angebeutete gorm 
einet grSjjeten XonfifiiteA, natnenttidj menn baafttt* meb,r afa 
eine Spifobe auftreten ISfjt, ber mannigfaltigften 3Robifica< 
ttonen unb (Erweiterungen fäbjg. ©o tritt ber $auptfa$ na« 
mentli^ im ginatt ber Senate Bftex atfl jtoeinial anf, tuä^renb 
ber ®egenfa$ in bem rßrjeren anbaute jumeilen nur einmal 
ei fd) eint, unb bat ^Jrälubiitm l)äufig nur ein einjigeä SHoti» 
jnr Dur^fflbrang benu^l, tnbem ti feinen ©egenfag allein in 
tiner IRebentcnarl finbet. 

©ei ber SERobuIalion nun fod ber fiinbrud einer trften 
Xonart »erlöfdft unb eine {weite in ibten djar.ittmfiifdjen 
SRomenten feftgefleHt nerben. Ciner in iBejiebung auf bie 
erfte erb übten Sonart nähern mir unä grabtoeife, menn 
mir ben ©runbbafj bei ÜDur> ober tDtofl'^auptbreitlangeö ber 
erfieren in einer golge von 5>reif längen quintenmeife fteigen 
(aber quartenmeife faQen) f offen, unb fobann ben erlangten 
tonifd>en 3)reit(<tng ber jroetlen loitart bur<^ eine ffabenj ati 
foldfen bejeia)nen. SDie (Sabenj aber fann, »ie in bem fol- 
genben ©eifptele, oljne bie ffirfdjcinung btfl ^auptbreiftangefl 
ab jti märten, frfjon mit bem Huf treten eines ber dominant* 
atcorbe ber neuen Zviwt beginnen, bod> ifi hierbei »obl ja 
btadjttn, batj bie SHulftonart jeberjeit nur einen meid)en 
UnterbontinantbretfCang benn^t. 

San 8 bur na<b 3) bur 

& A i J J i u J 

<")! . ig— {fr &■ 



^ 



m^ff*^ ^^ 



74 



SOSir tonnten aber »om 23 bur>3)reif(ange au« fogleid) ben 
toetdjen Unterbominantbreiftang ber 3) bur« Jonart erreichen, 
unb bon biefem auSgeljenb nun bie Sabenj ber neuen Jonart 
beginnen : 



-<&- 



ÜÖ 



f 8i 



(Siner in Sejielmng auf eine erfte beitieften Jonart nähern 
mir un« ebenfo grabtoeife, wenn wir ben ©runbbafj be« 
tonifdjen jDreiflange« ber erfteren quintenrccife ljerab= (ober 
quartentceife hinauf«) fteigen laffen unb fobann ba« äb,nliä)e 
oben angebeutete ©erfahren beobachten; j. 93. 

SJon © bur nadj SB bur. 




Bon ® bur nadj 2) bur. 



Äudj bicr fonnten »oir ben weichen Unterbominantbreiffang ber 
3) bur« Jonart benufeen unb bamit fogleid) in bie 33 bur= Jonart 
bjnetnberfefct »erben: 




3)er roeidje Unterbominant* J>reif(ang eine« 35ur= 
©reif lange« d ertieft alfo jeberjeit umbierOrab, wie ber 
Ijarte Oberbominant^Jireiflang eine« herbeigeführten 
2JcolI=J)reiflange« um bier (Srab erfyöfyen wirb. 

Der Uebergang au« einer Jonart in bie anbere ift in ben 
borftebenben 93eifbielen nur burdj nafye bertoanbte J>reifiang«= 
Harmonien allmälig herbeigeführt werben. Stnbere ÜKittel 
ju bergleicfyen ÜWobulationen aber bieten un« aQe bie in bem 
S5orb,ergeb,enben au«fübjlidj befbrodjenen 9lccorbfoIgen. ©o 
tonnen toir ben tonifdjen 3>rei!Iang ber ju erreidjenben Jonart 
audj unbermittelt auftreten laffen unb burdj eine ßabenj at« 
foldjen bejeidjnen; j. 33. 

Kon S bur naä) $ bur. 







r 

Ober »ir tonnen ben Uebergang burdj ben Jominantfeb* 
ttmenaecorb ber erften ober ber folgenben Jonart 
r-ermitteln; j. 33. 

SSon S9 bui nad) 2) bur. 





Ober eublid) aud) bie Vermittlung eine« übermäßigen JreU 
Hange«, eine« berminberten ©eotimenaccevte«, ober einer b,er« 
beigefügten Jrugfortfdjreituug in 9(nfpntdi nebmeu; j. 53. 




Fis7« A* | 

Aber nidjt nur, um bieSbifoben eine« Jonftücfe« entweber 
fanft borbereitet ober »löfclidj überrafdjenb einjufübren, fon= 
bem aud}, um bem .'pauptfaße felbft burd) eine borübergefyenbe 
äufiioeicbung ein bunfiere« ober ein lebfyaftere« Solorit ju 
berleiljen unb um bie berbinbenben ®änge unb ^ßaffagen l»ar= 
monifdj reidjer au«juftatten, bringt ber Joufeger balb bie eine, 
balb bie anbere ber oben angebeuteteu ÜKoDulationeu in S33irf= 
famfeit. SBie aber bie SBabJ biefer bem feftgefjaltenen ßb,araf- 
ter eine« finnigen Jonftücfe« entfbredjenbenÜuötoeidmngen unb 
Uebergänge bem Jonfefcer überlaffen bleibt, fo mufj e« i6,m 
aud) bergiJnnt fein, enttteber eine ber fd> on oorljanbenen ffunfi« 
formen ju benufcen, ober eine ebenfo berechtigte neue §orm ju 
f Raffen, um ben Onb.a(t feiner Jonbidjtung jum febenbigen 
unb berftänblidjen 2lu«brucf ju bringen. J)er feinfüt)lenbe 
fiünfHer wirb — felbfl ber 2Bab,rb,eit unb 93eftimmtb,eit be« 
8lu«brucf« ju Siebe — niemal« bie änmutb, unb ©djönbeit jum 
Dbfer bringen, aber nidjt ber einfeitig befangene Stritifer, fon= 
bem eben nur ber ©e»eib,te, beffeu 23ruft bon bem göttlichen 
Junten ber Acunft erglüht, ift baju berufen, bie Orenjen be« 
©djönen ju beftimmen. 

3)ie heutige (Styromatü unb (Snijarmonü. 

2)ie neuere Jonfunft faßt bie c^romatifeben unb entyar= 
monifeben Jone anber« auf als bie ältere. J)iefe betrachtet 
jeben djromatifdjen Jon al« S3eftanbtb,eit einer Harmonie ber= 
jenigen Jonart, in weldjer er eben {einen cb,romatifcb, en, 
fonbern einen (Stamm ton bilbet; jene aber nimmt bie d)ro* 
matifd)en Jone fo lange al« 9cebentöne einer beftimmteu 
Jonart, bi« biefelben burd) eine 3lu«roeicbung fidj ju 
©tammtönen einer bon biefer berfdjiebenen Jonart erbeben. 
J)ie ältere Jonfunft fieb,t ferner in jrcet enb,armonifcb,en Jonen, 
»ie 3. 93. b,ier in fis unb ges : 



0. 



4= 



r^ 



»eldje fie nur in iljrer afuftifd) reinen 93ebeutung gelten 
läßt, etwa« Curdjnu« iBerfdjicbenc« unb niemal« 3 u i animens 
treffenbe«; bie neuere hingegen ertennt in benfelben nur jwei 
unter berfdjiebenen Manien auftretenbe aber gleidjflingence 
Jone be« gleidjftliwebenb tembertrten ©hftemc«. ©0 
fiebt bie le(jtere iii bem bei 1 folgenben JBeifbiele nur ba« mit 
ebromatifebeu Mcbentßnen »erjierte 33eifpiel bei 2, »äfjreub bie 
ältere Jonfunft jebem ber l;ier ju bem (5 bur« Jreiflange auf= 
treteubei; d)vcmatifd)en Jurdigangitiinc fis, eis, gis, dis unb 
ais eine barmonifdje 33etcutuug ju geben berfud)t. 
l. 




U£i £lA . 



-i 






-t 



S>S1 



75 



Sie ältere Üljeoiie muß bemnad) bic untenftefjenben SBeifpiele 
von 33eetljo»en unb Hauptmann gänjli^ »erroerfen, »eil 
fte nid)t im ©tanbe ift, bie Ijier jufaaimentreffenben Jone as, 
eis, e bei 1 unb ebenfo bie bei 2: c, eis, gis, h, d in irgenb 
eine S3ejieb,ung mit ben Harmonien einer unb berfelben Tonart 
ju bringen. £>ie neuere S^eorie aber fieb,t in bem ^ü\ammexi' 
Hange eis, e, as bie regelmäßige djromatif dje SJer jBgcrung be« 
f olgenben Slccerbe« d, f, as über bem £altetone g, unb in bem 
bei 2: d, c, eis, gis, h eine eben fold>e Verzögerung be« ü)o« 
minantfeptimenaecorbe« d, fis, a, c. ©ie finbet in bergleid)en 
djromatifdien 3 u f fl ninienfiängen bemnad) jeberjeit nur Ver« 
fdjärfungen Derjenigen Harmonie, toeldje er! ennbar wirb, nenn 
man ifyuen bie ber Sonart fremben SSerfefeung«jeid)en entjieb,t. 
<S« laffen ficb bemgemäß forool ©reiffänge at« ©eb= 
timenaecorbe burd) Harmonien cerjogern, weldje Weber ben 
früher befbrodjenen $)reiflangen nod) ©eptimenaecorben juge« 
3ab.lt »erben fönnen, fonbern eben nur als d)romatifd)e 
Verzögerungen ber ibnen f olgenben Harmonien ib,re Vebeu« 
tung unb Rechtfertigung pnben; 3. 33. 
Beethoven, Op. 13. 



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m 



i 



fff 



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arpeggirt. 



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1 



Hauptmann, Op. 5. 



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E=fe 



3n beiben gäüen erweifen ficr) bie ©timmen ber djromatifdjen 
3ufammenf länge al« regelmäßig ftufen weife fieigenbe 
ober fallenbe Verzögerungen ber ilmenfolgenbenäccorb« 
töne. (Sine äbnlidje llrflärung aber werben aud) bie folgenben 
ber neueren SKufif angeljörenben Harmonien julaffen. 




^fTT^^fTP 



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pi 



6« wäre nid)t ju rotten, einSonflüd mit nieten fold)er fdjarfen 
SDiffonanjen anzufüllen, namentlid) würben biefelben inVocal« 
combofitionen, aud oben angeführten ©rünben, ju »ermeiben 
fein, aber fo wenig man ba« SRotb, al« ju gieß i)ert>orfied)enb 
aud ber ÜRalerei ganjlid) »erbannen würbe, ebenfo wenig wirb 
man einen faltbaren ©runb aufftnben fönnen, jene fdjroff unb 
feltfam flingenben Harmonien gänjlid) ju »erweifen. S33ie ge« 
fäbjlid) eS wäre, bem ©d)üler bie unbefdjränfte VenuQung 
fötaler fdjarfen 3)iffonanjen frei ju geben, braucht bjer wol 
nidjt erft bemerft ju werben. 3)em SWeifter aber barf fein 
feinem 3wecfe entfbredjenbe« ÜKittel einer befangenen Ü^eorie 
wegen endogen werben. 

ÜWit ber Ijier aufgefieQten £b,eorie ber hinauf« unb berab« 
fdjreitenben Vorr/alte unb d)romatifd)en Verzögerungen ifi nun 
bie 2Röglid)feit ber Vilbung einer unenblid) großen Sngafjt 
neuer äecorbe unb 3»f>xninennänge eröffnet. SBie aber ber 
lonfeßer bie Verantwortung feiner neugefd)affenen3Kelobien 
auf ftd) nimmt, fo b,at er aud) feine neu gebilbeten $armo« 
nien ju vertreten. (Sin lonftücf wirb fid) um fo reiner unb 
ebler geftalten, je meb,r bie confonirenben 3)reiflang«b. armonien 
unb bie ber lonart eigenen gebunbenen Vorhalte in bemfelben 
corberrfdjen; aber wie ber 3wed ber lonfunft nid)t ein rein 
ftnnlidjer Dbjenfi&et, ein gebanfeulofeä ©cbwelgen in wol« 
lüftigen 2Bob. If längen fein fann, fo foDen aua> nid)t aQe Mittel, 
beren fte ftdj ju ib,rem Wahren &voedt, innere ©eelenju« 
ftänbe treu unb waljr ju fd)ilbern, bebient, nur in ange« 
neb,m, weid) ober fdjwülftig flingenben ÜRelobien unb £>armo* 
nien befielen. Die Dual be« an ben Seifen gefdjmiebeten, ben 
©öttern tro^enben litanen »erlangt einen anberen Huäbrutf, 
als ba« Seiben befi am ffreuje fd)mad)tenben, gottergebenen 
$»eilanbe«. ffi« muß alfo bem wob,l(eitenben ®efüb,le beö be« 
gabten £onfefeer£ überlaffen bleiben, feinen 3)ce(obien einen 
rub,ig bab. ingteitenben ober einen ftürmifdj aufbraufenben ©ang 
ju »erleiden, ß« muß ib.m ebenfo überlaffen bleiben, ju 
feinen Harmonien bie weidjflen unb üppigften ober bie fdjnei« 
benbften unb raub^eften Slccorbe, bie natürlidjften ober bie 
fdjroffften ^ortfd)reitungen berfelben au«juwäb,len unb 311 be« 
nu^en. Sr muß beßb,alb aud) bie ÜKittel ade tennen, welche 
ir)m 3U ©ebote flehen, ©r muß nad) eigenem (Srmeffen borte 
S)iffonan3en burd) SBinbungen weidjer unb fließenber mad)en 
fönnen, er muß finnlofe Kerzen», ©erten«, Cminten-, Octa&en«, 
©ecunben« ober ©eptimenparallelen oermeiben fönnen, aber 
er muß aud) nid) t baoor 3niücffcbrecfen, eine d)arafteriftifd) be« 
3eicbnenbe, zwecfentfpredjenbe, ben treuen 8tu«brucf ber SBab^r« 
f)eit treffenbe SWelobie ober Äccorbfolge ju gebrauten, weil fte 
oielleidjt nid)t ben Snforberungen eine« »erweid)lid)ten Ob^re« 
ober einer b,errfd)enben fyt orie entfpriebt. ÜRit ben 3ule (}t auf« 
geftellten d)romatifd)en35er3ögerungen, unb mit bemVemerfen, 
baß bie oben befprodjenen ^altetöne unter ben erwähnten 93e» 
bingungen aud) 3uweilen in ber Ober« ober in einer Mittel« 
fttmmewirfung«ootlangewenbet werben fönnen, b,aben wir aber 
3ugletd) bie Ü)Jöglid)feit 3ur 33ilbung fold)er biffonirenber 3 U ' 
fammenflange, we(d)e fid) tb,eoretifdj erflären unb rechtfertigen 
laffen, biöauf ifpre äußerften ©reiben au«gebeb.nt. Sffiir erbitten 
alfo für biefe 33lätter ein ftrengeö, aber unbefangene« Urirteil 
unb fa)ließen mit ben SBorten: 

„Prüfet «lle«, unb ba« »efte bebaltet!" 



76 



Jttu(t&afifdjer DTacOmucOs. 

*en 

St l« JPräfekc. 

(®*iu6.) 

Sie große OiigenD be« noch nicht 20jäfyrigen Künftler« 
mar für un«, um bie« fd)(ießlicb noch ju berühren, bto« ein 
@ruub mehr jur Veröffentlichung ocrftebenberörpectorationen. 
®enn tote 3abre nicht, fenbern bie Seiftungen fmb eö, welche 
entfcbeibcnb für unfer Unheil ficb erWeifen. Unb ba in ber 
ganjen l'iteraturgefcbicbte ber gaU ju ben feltenften gehört 
unb gehören wirb, baß" ein neunjejjnjäljriger Oüngling al« 
Sarfteüer unb fdjBpferifdjer Künftler eine berartige Steife, 
©röfje unb ©ebanfenfüfle oorjuweifen i)at, fo fdjien e« und 
^Pflicbt ju fein, bie mufifatifcbe SBelt barauf binjutoeifen, eine 
Slnerfeunung für einen @eniu« anjuba^nen, bie fpät genug er« 
folgen roii'b, um frühzeitig oorbereitet ju »erben. — 3)em 
^ianiften freilid) wirb lefctere nidjt lange »erfagt werben fön« 
nen, x><\ er blo« aufzutreten braucht, um nieberjujtoingen. Slber 
für bie (Sompofitionen wirb »on befannten Seiten ber »ol eine 
jahrelange, ijartnäcfige Dppofition im Vorau« ju fürchten ober 
vielmehr ju Reffen fein, jrotjbem »erben biefelben boeb nicöt 
»erfehlen, Sluffebeu ju erregen, »enn fie überhaupt jur 2tuf> 
führung gelangen, — unb fdjliejjlicb gerabe in 3)eutfcblanb, 
obmol Saufig »efentlich 9lu«länber in feiner ^robuetion ift, 
fid) ib* begeifterte« publicum erwerben. S)enn hauptfädjlid) 
finb unfere £anr<öleute Kosmopoliten, unb ba bie2ßeife be« 
jungen Künftler« allerbing« eine feböne glüljeube ©innlicbfeit 
»ieberfpiegeln, aber trogbem 9cid)t« enthalten, »a« germant- 
fcher Slnfcbauung, germanifchem Ve»ufjtfein frembartig ober 
gar abftoßenb erfd)einen möchte, fo »erben bie (Smpfangenben 
in leiner SBeife ju ßenceffionen fid) gej»ungen fehen, gegen 
bie fie mit bebauern«mertber aber nicht ganj ungerechtfertigter 
3äbijjfeit, »a« j. 93. Verlioj' ©djöpfungen betrifft, fid? feit 
20 Sahren gefträubt bähen. 

Sine total bem Seutfcbtbume entfproffene, in jeber £in= 
ficht oaterlänbifdje Verfönlicbfeit ffeUt (ich bagegen in bem an« 
beren Künftler bar, ben »ir bem publicum hiermit oorfüljren 
möd)ten. 

DUO Singet h atte früher febon bureb fein STnbante mit 
Variationen für j»ei Slaoiere bat? dntereffe ber ÜHufifttelt 
erweeft, oerfcb»anb aber hierauf gänjlid) au« ber Deffentlicb* 
feit unb bürfte ben meiften Sefern b. VI. fomit ein neuer 9came 
fein. (Sine ©djumanu'fcbe tief innerliche 9?atur, ift er 
glüdlicherroeife fein „©ebumannianer" geworben ober geblieben ; 
bie SBerfe ?ifjt'« befonber« riffen ben früher febr gegen bie 
neuen Veftrebungen eingenommenen Kunftjüuger gewaltfam 
au« feinen btSfjerigen Slufc^aiiuugen, unb wenn auch lange 3eit 
©erging, ehe e« ©inger gelang, praftifd) ba« Neugewonnene 
ju cerwertben, fo jeigen ficb bie SRefultate be« langen ©d)»ei> 
gen« boch al« fo bebeutenD, bafj wir e« un« nicht »erfagen 
fönnen, ihrer hier ju gebenfen. greilid} werben SDfandje hier 
einwerfen, baß nad) ber Veröffent(id)ung bureb Srucf ober Stuf» 
führung 5U berartigen $in»eifungen immer nocb3eit geblieben 
wäre; aber eine einfache Erinnerung an bie ©d>wierigfeiten, 
weldie |"id) bem ©tid> oon Partituren, ber Aufführung namen« 
lefer (iomponiften ftetö in SÖcaffe entgegenjufteüen pflegen, 
wirD genügen, unfer Verfahren ju rechtfertigen. 3 ubem 'f fc Det 
erwähnte junge Slünftler fo befdieiben unb jurücfbaltenb, bafj 
3ahre hatten ©ergehen fönnen, ehe man öffentliche 9cotij oon 
ihm genommen; auf ber anberen Seite aber aueb fo originell, 
Daß bie eigentümliche Stettung, welche er jUDerfidjtlicb ein« 



nimmt, in ber neubeutfeben ©cfaule einnehmen wirb, b^ier febon 
im SJorauö angebeutet werben mag. Sine roofyltl;uenbe Kraft 
unb ÜJJännlichfeit, aderbingö nicht ganj frei Don einem ftarren 
unb fpröben äßefen (ba« glücflicberweife fafi ftet« bie böcbfte 
lünftlerifcbe Sbarafterfeftigfeit mit in ficb fafjt unb übri- 
gen« bie Zartheit unb dnnigtett ber Smpfinbung feine«weg« 
aufifdjliefjt), — ift ber Jpauptjug feiner Sompofitionen. 3^re 
befonbere (Sigentbümlidjfeit bilbet aber ein Seetboöen'* 
fdjer 3 U S» Der burc ^ f' e a " e F'd) ^irijte^t , näh. er eigentlich 
nidjt ju befebreiben ift, aber oon jebem |>orenben gewiß nac^« 
empfunben »erben bürfte. ©ebon in feiner fpecififcb ©ebu* 
mann'fchen ^ßeriobe war und bei ©inger biefe birecte 3ln« 
lehnung an SJecthooen, »eldje nach fo »ielen 'ausbauten unb 
Vermittlungen faum mehr möglich fd>ten, auffällig unb erfreu» 
lid) geroefen, unb auch i e (Jt, ba ber junge ftünftler ficb mit allen 
gortfebritten ber Sceujeit »ertraut gemacht, bie fteffeln, welct)e 
^armonif, 9tb,^thmif unb frei*forineUe ©eftaltung einengten, 
abgeworfen hat, lägt fid) bie« unmittelbare ausgehen oon bem 
größten aller ätteifter feineäwegö »erfennen. — 3 u fammen» 
bängenb mit biefer Srfcbeinung ift übrigen« jene Sigenfdjaft, 
welche langfam f cbaffenben ©eiftern gewöhnlich, aber nicht jum 
©djaben ihrer ^ßrobuetion, eigen 3U fein pflegt, jene« „mit bem 
$>erjbfut fd)reiben", ba« eine doncentration aller Kräfte 
bei jeber neuen ©cböpfung »erlangt, — unb ein Nebenbei» 
Sirbetten al« profan oon ber §anb weift. 3n ben beiben föm= 
phonifdjen Sichtungen ©inger'«, bie un« jur ©runblage 
biefer SScfprecbung bienen, finbet ficb biefer SJorjug oodftänbig 
wieber, fowol in bem „3ertrümmerten Obeal" (einem färben» 
ooflen unb heißbewegten ©entälbe, ba« gewiff ermaßen al« 
Uebergang«epod)e befonber« intereffant ift) wie in feinem 
^lauptwerfe „Salas y Gomez" (einer großen jweitbeiligen 
Örcbefter-©chöpfung, beren poetifebe ©runblage S^auüffo'« 
befannte«, munberbar ergreifenbe« unb ju einer fumphonifefaen 
Se^ianblung oorjüglicb geeignete« ©ebicht bilbet); überall giebt 
ber Somponift, wa« in feinen Kräften ftetyt, — überaß greift 
er fo tief, al« e« ib,m irgenb möglidj ift. Unb ba fowol feine 
SBegabung wie feine Kenntniffe burchau« ungewö^nlid) genaunt 
werben muffen, fo erzielen biefe ©cböpfungen auf jeben warm 
empfinbenben unb empfänglichen gebilbeten $örer Sßirfungen, 
bie gettifj im Verbältniffe flehen 3U ben Slbftchten be« Sompo» 
niften, »enn fie biefelben nicht übertreffen foUten. ÜKBchte halb 
bie (Gelegenheit ficb finben, an bem 2lu«fprucbe ber öffentlichen 
ÜJteinuug bie SBahrb eit unferer Behauptungen erprobt ju fehen ! 



Der OtieöerräuötfcOe Verein „jur Beföröerung öer 
SonRun|t." 

5)er 5)irectorial'©ecretair theift mit, bafj in biefein 3abre 
»eber SSerbienft» nod) correfponbirenbeSWitglieber ju ernennen 
Veranlagung gewefen fei. üDuich Slcclamation »erben auf 
»eitere fünf 3abre ernannt: Dr. 3. *ß. Jpeije, al« ©irec* 
torial=©ecretair, unb SB. be Vo« al« ©eneral-Saffirex. 
hierauf fam junäcbft bie (5 äff eu führung in Söetradjt nnb 
würbe auf örunb berfelben befcbloffeu: 1) 3n Uebereinftim» 
mung mit s 21rtifel 27, 78 u. 79 ber Statuten ben Srebit, jur 
Vermeibung ju ftarfer Beiträge, für 1859 — 60 an bie $b« 
tbeilungen 4 / 5 ber Slbfdjreibung auf ben Sieferoefonb ju über« 
tragen. 2) 3n (Srwägung: a) bafj bie gonb« für ÜJcufiffefte 
in biefem Oahre fo »iel al« möglich erhöht weroen, b) bafj, 



77 



fowol beljuf« be« oorjuftrectenben Srebit« an Die Sbtljeilun* 
gm, al« aud) jur Srfyöljung De« UnterftußungSfonb« für 
S?ünftler«2Bittwen unb unbemittelte ftünftler Die äbfdjreibttng 
von biefem Oaljre einigen SWaum läßt, c) baß Die allgemeine 
SRedjnung be« folgenben Oaljre« burd) Die au«länbifd)en 3)rucf» 
loften für Die neue aufläge ber 2. äbtbeilung be« Katalog« 
nicbt übermäßig belaftet werbe, ift e« rounfd>en«wertl): bie 
3infen oon bem SRejeroefonb für bie Oar)re 1858 — 59 
(1100 ©ulben) fo ju »erteilen, bafj 500 ©iitben baoon ju 
bengonb« für SRufiffefte beigefteuert werben, 300 ©ulben bem 
Srebit» unb bem Untevftügungäfonb jugcfügt (lefcterem nur 
100 ©ulben) unb 300 ©ulben auf neue 9ted)nung übertragen 
»erben. 3)ie ©eneraloerfammlung bereinigt einen außeror« 
bentlid)en Srebit oon 12000 ©ulben für ba« in ber erften 
$älfte be« Sprit 1860 in Slrntyeim abjufyaltenbe, fiebente 
«agemeine ÜRufiffeft. 

On bem abgelaufenen 3Serein8jab,re belief fidj bie all« 
gemeine 9ied)nung auf eine (Summe von 8772 ©ulben 90 
Sent, unb e« oerblieb ein Ueberfd)uß oon 45 ®u(ben 29 
Sent. — 3>a« Kapital be« Steferoefonb« beträgt 45300 
©ulben ju 2VaP- C. im §auptbud}e ber Nationalen reirttidjen 
©djutb eingefdjrieben unb bie 9*ed>nung biefe« gont« roeift ein 
Saldo oon 43 (Bulben 46 Sent nad). — 3)er gonb jur 
Hnterftüfcung fyülfSbebürftiger inlänbifdjer Sonfünftler 
nnb iljrer bebüvftigen $interlaffenen b,at ein fefte« (Kapital oon 
20500 ®ulben, ba« mit Inbegriff oon biefem UnterftüfeungS» 
Sapital ein Saldo oon 1125 ©ulben 88 Sent ergiebt. — 
5Der gonb für 2Rufif fefte b,at ein Kapital oon 11500 ®u(ben 
unb ein Saldo oon 49 ©ulben 60 Sent. — 3)er gonb jur 
Verausgabe SRieberlänbifdjer lonroerfe unb für bie Söibliot&et 
tyat ein Sapital oon 700 ©ulben unb ergiebt biefe 9?edjnung 
ein Saldo oon 135 ©ulben 93 Sent, »öb,renb ju biefem 
ßwecfe im oorigen Oaljre 1176 ©ulben 7 Sent au«ge> 
geben fmb. Sluf allgemeinen Sßunfd) ber Ferren Slbgeorbneten 
ber Abteilungen wirb $r. Ä. S. $. Perinealen aud) für 
ba« folgenbe Oaljr jum @eneral=©ecretair be« herein« er* 
nannt. — 3um Sorfifeenbrn reirb burd) ben 3)irectorial» 
©ecretair §r. 31.2B. oanSegljen ber ©eneral-SSerfammlung 
oorgeftedt unb fdjließlid) nod) ber 33efd)luß gefaßt: „au unfer 
GI)ren>ÜJcitglieb £rn. 5- Sommer in 93 er (in im 9cainen ber 
©eneral'SJerfammlung eine 35aii!» äbreffe Juristen, inroeldjer 
für ba« große SJerbienft be« OrbneitS unb ber Verausgabe ber 
ält»9cieberlänbifd)en Sunftroeife $m. Sommer bie fort' 
bauernbe Srfenntlidjfeit be« herein« oerfidiert reirb." 

Stettin, im 3anuar 1860. ©uftaö glügel. 



Aus Parts. 

Hidjarb IDagner's brri (Tonctrle in bfr itafimifdjfit ©p« 
am 25. 3annar, 1. unb 8. -Stürn«. 

Od) fomme fpät, aber {»öffentlich, nidjt ju fpät, — bie cor» 
tiegenbe grage ift ja eine fo bebeutfame, ba$ fie fdton oerbient, 
roieberljolt erörtert ju werben. 2Bte überall, b,at aud) b,ier bie 
SBagnerfrage einen großen Stampf erregt, einen Kampf, ber 
an bie ©lucfiften unb ^icciniften erinnert. Erlauben ©ie mir 
batyer, bafj id) etwa« auSfiiljrlidj auf ben ganjen Verlauf ber 
©acb,e eingebe, unb Opncn ber ÜKetbe nad), mit ooder Unpar» 
teilid^feit, mitteile: aie ba« ^arifer publicum urtb,eilt 
unb wa« bie üfünftter baju fagen. 

SBagner würbe fogleicb, im erften Soncert, eb,e man aud) 
nur eine iRete gehört ^att 



Elite be« Diepgen publicum« empfangen. „15a b,aben wir'«," 
ifixt id) bie ®egncr fagen, „Slaque, 9cid)tS al« Slaque." 
Srlauben ©ie, antworte id), wie id) oorljer fd)on bemerft, bin 
id) uuparteiifd), Ijabe in meinem ?eben nie ba« ehrbare $anb< 
wer! eine« Slaqueur« betrieben unb tro^bem 9J)agner mit» 
begrüßt. SBarum? SEBeil id) bie Knjidjt be« ^arifer 
publicum« tb,ei(e, bafj man in einem ffünftler nid)t nur fein 
„S3olIbrad)te8", fonbern aud) fein ,,®emotlte«" ju erwägen 
f)at, bafj ein Äünftler, ber fetbft ein fd>wad)e«©treid)quartett 
ftb,reibt, immer oon einem l)ö()eren ©tanbpuncte au« beurteilt 
werben muß, al« 3emanb, ber eine b,übfd)e $o(fa ober Qua« 
briUe erfunben; bafj alfo ein SRenfdj wie ffiagner, ber ftd) 
gar nid)t« ®eringere« oorgefefet b. at, al« ein moberne« ©eiten» 
ftücf jum gried)ifd)en 3)rama ju begrünben, für bie« „SBolIen" 
fdjon bie Hdjtiing jebe« ©ebilbeten oerbient. 9catürlidj fleb,t 
bem Sefteren frei, ruljig ju erwägen, wie weit ba« „Soll« 
bringen" gelungen ift; aber jebenfall« b.atte ba« publicum b,ier 
ba« 9ied)t, 3Bagner ju begrüßen unb tb,m baburd) jujurufen: 
„ÜJiutb,, wir finb nid)t gefommen, um juoerbammen, unbeb^ren 
jebenfafl« bein ernfte« „SEBoßen". S« würbe ju weit führen, 
wollte id) Oljnen bie Sufna^me jebe« einjelnen ©tücfe« oon 
©eiten be« publicum« fd)i(bern. ßxoä SHJörter fagen Ob,nen 
Sllle«, f« b,eifjen ,,grandsuccfes". Oeber Deutfdje, ber'ißari« 
gefeben b.at, b,at aud) erfahren, Wa« ba« b.eifjt. $unberte oon 
ftünftlern fommen iäb,rlid) nad) $ari«, aber nur wenige 3lu8« 
erlefene wagen e«, ben ©aal ber italienijdjen Dper gu wählen, 
greunbe geifert ba 9lid)t«, benn man fteljt unb fennt bie ®e> 
fedfd)aft, bie bort b,infommt, unb weifj, baß e« bie 9tepräfen« 
tanten ber ^arifer ,,monde musicale" finb; ein SBlitl 
wäb,renb be« äpplaufe« auf bie äpplaubirenben jeigt ba« 8ie« 
fultat be« Sßagftütfe«. tiefer wab.re Seif ad §at SJJagner 
burd) ba« ganje Soncert begleitet unb wenn bie IDuoerture 
jum „gliegenben ftodänber", bie wirflid) wunberbar fd)öne 
Sinleitung ju „Iriftan unb Öfolbe" unb bie Pilgerfahrt au« 
„Üannljäufer" aud) bem großen publicum, bef onber« im erften 
Soncert, nidjt fogfeid) oodftänbig oerftänblid) waren, fo bewie« 
bod) ber außergewöhnliche Srfolg be« „Spitb,a(ame" unb be« 
8rautd)ore« au« „2ob,engrin", ba« ftürmifd)e da capo be« 
Jannb,äufermarfd)e« (tro^ be« langen Programme«), baß 
SBagner feine ©d)(ad)t in^Jari« gewonnen b,at. 3)er93eifad 
be« publicum« b,at fidj in ben jwei folgenben Soncerten fo 
gefreigert, baß ©ie fidjer annehmen tonnen: ba8 ^Jarifer 
publicum i'il)it SBagner oon Je^t ab unter bie aÜergrößten 
Srfdjeinungen in ber Sompofition. 

Sa8 nun bie ÄünfHer betrifft, fo wünfd)te id) »o(, ©ie 
Ratten ben Foyer unb bie „passage Choiseul" gefeb,en. 3)er 
„Menestrel" fd)rieb am anberenlage: „Od) glaubte, man fei 
bei ber 2Bab,l einer prooiforifdjen Regierung begriffen; bie 
Kaufleute beeilten fid), ib.re Säben }u f fließen, al« mären wir 
,,en plein 1848". — 0ef(brien, geladjt, ©töcte gefdjwungen, 
„c'est sublime", „c'est execrable", „magnifique", ,,im- 
pudent", Jfünftler waren e«, bie biefe 3lu8fprud)e traten, 
ober oielmeb,r Seute, bie oon ber Kunft leben. 35ieKritit fd)lid) 
lauernb burd) bie erregten ®ruppen, um $b,rafen aufjiifdjnap« 
pen, bie im ftrtifel für morgen angewenbet werben tonnten, 
fei e8 aud) nur, um einen metjr ober weniger fd)led)ten SSäiß 
barüber ju reißen. 3)ie 'ißarifer Äritit weiß ja betanntlid) 
iin©anjen äußerft wenig oonüRufif, unb fie jielt weit weniger 
bar auf, wab,r unb anfflärenb al« oie(meb.r barauf, amufant 
ju fein, — bod) id) wid dfynen ja oon ben Äüuftlern unb 
nid)t oon ben Äritifern fpredjen. 9?atürlidj faun id) Oljnen 

b,aben jum $>öreu", 



78 



benn bie, welcbe alles 9?eue beWunbern, »eil eS eben neu iß, 

fdjcinen mir beinahe ebenfo (ädjerlid) wie biejenigen, bie unbe» 

bingt »erbammen, was fid) nicht in fyergebi achten ad)t=2;act« 

formen bewegt. Seine ©tabt enthält fo »tele mttfifalifdje 

Parteien als $ariS; gottlob! feit ben legten jebn 3abren ift 

bie befte, b. b. bie beutfcbe, bie ftärlfte unb einzig maßgebenbe 

für ben ©rfolg. Diefe Partei jaulte fofort eine große ,3a&[ 

Verehrer beS teuerer« unb »Dar {ebenfalls barin einig, in 

SBagner einen außergewöhnlich bebeutenben Somponiften ju 

bewimbern; natürlich aber war biefe Vewunberung mehr ober 

»reuiger intenfi». 2>en meiften Srfolg bei ben Sünftlern Ijatte 

bie (Einleitung ju „Iriftan unb 3folbe" unb bie (Einleitung unb 

ber £ug ber grauen aus „Cobengrin". 3cb glaube, baß außer 

33 er ü 03 fein erfter.fffinftler barin mit bem publicum über« 

einftimmte, ben ÜKarfd) auä„£annt)äufer" ber Einleitung aus 

„SriftanunbOfelbe" »orju$ieben, unb fo »iel id) mich erinnere, 

ift bie« baS erfteüKal, baßVerlioj mit bem großen publicum 

»oDfiänbig übereinftimmt unb jugeftebt, er Ijabe ben „fliegen» 

ben ^oßänber" unb „Iriftan unb 3fo(be" nid)t »erftanben. 

Siner ber bebeutenbften, id) möchte fagen ber bebeutenbfte 

beutfdie Somponift in VariS anbrerfeitS, ber burd)auS feiner 

Sßartei angehört, fagte mir am ßoncertabenb, nacbbem auch er 

burd) auf ridjtige Vewunberung „Sriftanunbüfolbe" benftranj 

gegeben, baß ihn biefeS Onftrumentalftücf an eine ber fd)önften 

Gompofitionen »on Verlioj, an „SRomeo unb Oulietta", er« 

innere. Darin liegt an unb für ficb nidjtS SBunberbareS: baS 

Sujet ift ja beinahe baffelbe; aber ift eS nidjtmerfwflrbig, baß 

Verlioj ein SEBerf nidjt »erfteljt, baS ein ganj beteutenber 

SWufifer bem feinigen äfynlid) finbet? Slud) unter ben Sünftlern 

Ijat ftd) bie 2Bagnerfd)ule in ben legten jmei (üoncerten ftarf 

»ermefyrt — , einzelne fyaben ÜHamfceS auS^ufc^en, aber ber 

größere Üfjeil finbet bie Sompofitionen ganj wunbercoll unb 

ift erftaunt über bie außergewöhnlich. fd)öne Vefcanblung beS 

DrdjefterS, ben 9?eid)tl)um ber 3been, bie eble Originalität 

unb bie fcbönen SDfelobien, bie um fo mebr getoirft haben, als 

bie 3at)lreidjen geinbe, bie fid) »or ben Soncerten fanben (jefct 

finb fie ftiQ) gcnügenb gearbeitet Ratten, uns biefe als ettoaS 

ganj UnertoartetcS »orjufübren. (Einem außergewöhnlichen 

ÜKenfdjen (ann gar nichts VeffereS paffiren, als folcbe geinbe 

3U haben. SB a g n e r'S eif rigfte Verehr er f d)ließlid) fmb bie ÜJhifif er 

beS DrdjefterS; id) felbft habe faft mit jebem einzelnen gefprocbeit 

unb nid)t @ inen gefunben, ber nicht in geuer unb glamme 

für biefe üftufif war. 3n jeber 9?epetition würbe SBagner 

mit lautem $>urrab empfangen unb berSomponift banftebarum 

aud) nad) ber fefcten SRepetition bem Orcbefrer für baS große 

SBoblwoflen unb ben (Eifer wäbrenb ber groben. ÜNit einem 

2Borte: SBag ner'S© adje hat in VariS SBurjel gefdjlagen, über 

ale (Erwartung fdjneu* einen fieberen ®runb gefunben! 



Aus «franftfurt a. 31T. 

SBenn id) alle bie SKemoriafe, bie Somöbien= unb (Jon« 
cert^ettcl, meld)e feit bem 1. Sluguft »origen 3abreS »or mir 
ausgebreitet liegen (tenn »on biefemJage anhabe id)3bnen ju 
beriet) ten),überb(irfe,fe fürd)te id) mid> »or meinem eigenen SDhiti), 
mid) aus tiefem Saburinllje ^erauSfinben ju wollen unb biefe 
bunte SDc'affe ccn Greigniffen unb Sr^eugniffen tabeQarifd) ju 
ortnen. Unb rod) muß eS gefd)efjen, unb leibe id) mit ftoifd)er 
©ebiilb bie Pertiente Strafe, wcldje bem 3(uffd)ieben cerwirfet- 
ter Slrbeit auf bem guße folgt. 

■3d) beginne mit ber Oper unb i&rem ^Jerfonalbeftanbe. 



Unfer b>r allgemein gefdjü^ter Dberregiffeur H. SB ol Im er 
ift t>on feiner ^unbfdjau längft jurücfgete^rt, (at aber nur bie 
Üeberjeugung mitgebrad)t, baß eS fe^r fdjwerfei, einen ÜJfanco 
im ^erfonalbeftaub 311 erfefcen. 3)emjufolge fanben wieber 
mefer ober weniger günftige unb ungünftige ©aftfpiefe ftatt. 
©tattern. ?lb ig er, berinSBieSbaben gefällt, ift$>r.$err« 
mannS oom Slmfterbamer U^eater engagirt; berfelbe »er« 
mag aber außer für feine fonore öaßftimme unb eine ftattlic^e 
gigur bis jefct nod) wenig Ontereffe für fid) ju gewinnen, 
geftigfeit unb 3f eint)cit ber Intonation bleiben f el»r ju münf djen. 
Dafür fe(}t fid) $>r. üfletyer als auSbauernber ^elbentenor, 
ber aud) eines jarten unb warmen Vortrags fäljig, in fletS 
größere @unft. 'an etwas ©aumentöne muß man fid) gewölj» 
nen. Ein junger SKann »on einne^menber ©eftalt unb mit 
Ijübfcber aber nod) ju fcbulenber Saßftimme, ^r. ©d)mteb, 
t)at öoDe Gelegenheit, ftd) »on nod) untergeorbneten Partien 
hinauf ^u fdjwingen. gür grl. S^aloupfa (fpater S^a« 
loupla=©d)röber) ift grf.Sarl com S3 erlin er $oft§eater 
engagirt, unb fyatnatiirlid), wie jebebramatifdje ©ängerin, ge> 
benfen wirunferer nod) immer un»ergcßIid)en9lnfd)üö'Sapi« 
tain ober »ielmefyr(5apitain=£aafe, fdjweren ©tanb. Ob« 
gleid) fo fii^n, in i^rer Vorgängerin befreit 8toße (Die ®räftn 
in „föigaro") auf jutreten, gewann fie fid» bod) burd) einen ein* 
fadjen unb mufifalifd) richtigen Vortrag, burd) beutlidje $ro« 
nunciation unb nobles ©piel allgemeinen Seifafl, beSgleidjeu 
in allen Ihrifdjen ©efangSpart^ien beutfdjer Opern, wogegen 
fie in leibenfdjaftlid) bramatifdjen S^araFteren Weber baS ge= 
porige geuer nod) bie fpredjenbe SWimif funbgiebt. 3)aß grl. 
Sari aber aus ftd) felbft IjerauSgeljen fann, wenn fie iljr 
Naturell be^errfdjt — unb taS ift ja ein Jpaupterf orberniß beS 
SJünftlerS — Ijat fie bcnnod) für^lid) als Valentine bewiefen, 
in welcher fie in ber 2ljat burd) empfyatifdie Momente über« 
rafdjte. 3^r gegenüber feblt eS alfo bem publicum nidjt an 
gutem SBiflen, unb fo tyoffen wir benn auf fteten gortfdjtttt. 
liefet minber »ortfyeillmft für unfere Oper ift ber SBiebergewinn 
ber grl. Veit^, bie am 8. Dctober als 9?ofine („Sar6ter") 
auftrat unb große Ocationen erhielt, 'aber, als liebe man 
fyier »erheiratete ©ängerinnen nid)t, ging am 28, 3)ecem6er 
». 0. ein ^weiter 8lbfd)nitt i&reS SluftretenS als grau 9iüb» 
famen = 53eitt) in ber „ 9?egimentStod)ter " o^ne befonberen 
Slntbeil »orüber. ^efemen wir ju biefen neuen Slcquifitionen 
grl. 2J?orSfa als Vraoourfängerin, grl. 8a6iefu als £011» 
brette, grl. üftebal für jngenblidje jweite Partien unb grau 
OSwalb für ältere SlnftanbSroKen unb wo eS gilt, nü|jlid) 
einjugreifen, wie fcfion afsöulia in „ s JOJontecd)i unb Sapuletti" 
mit bem günftigften Srfolge gtfdjeljen, fo wäre unfer weiblid)cS 
^Jerfonal complet, unb felbft f)er»orragenb ju nennen, wenn 
aud) bie ©angesehen weniger mißlid) wären. 

3Ini 2. Dctober trat unfer Dettmer nad) feiner langen 
ffranffyeit mieber als Oacob auf, unb erfreute ftd) beS Ijerj« 
lidjften SmpfangeS »on ©eiten beS ^ßublicumS unb feiner 5ol« 
legen, weldje feine ©arberobe mit Vlumen fdjmücften. Leiber 
unterlag fein Organ fold)en Aufregungen am ©djluffe ber 
9?oQe. Um fo erfolgreicher aber waren feine fpätereii Sluftritte. 
3)ie (Jöpreffe cerwnnbelte fid) in ben alten Lorbeer, unb pmit 
gehört CDettmer wicter ju ben würcigen Pfeilern unferS 
ü)hifeiitetnpe(S. Sonft Ijat fid) fcei bem männlichen *Perfonal 
9?iditS geänbert, unb bie Stiftungen ber $)p. Vau mann, 
Vvunner, fefer, ^3 i et) (er unb Zimmermann finb Ofjren 
?efern burd) meine Vricfe fdion l)inläng(id) befaunt geworben. 

©äfte fommen erft mit ben ©djwalben, WeSijalb wir un« 
bis ba^in gebulben muffen. Dod) geigte ein £r. ©cbmibt aus 



79 



<Pari« feine d)inefifd}en ^ßögmäen ,,(S$ing = gor«?)oung", 
roeldjeßtma« probucirten, wa«3Rufit fein foule, gerner agirte 
eine fjtl. ©ifella be 33artb »on ^Jeftb. bie genetla oljne @r« 
folg, unb beljanbelte Sri. CEonftanja ©eiger au« 333 ien bie 
Sülme al« Soncertfaal, inbem fie eine tauge Steige oon S3ra» 
eourpiecen auf bem ^ßiano raufdjte, um — ftdj als ©djau« 
fpielerin ju jeigen, unb fo umgefetyrt. Sine 5Ro»ität war fär 
un« 9Rarfd)ner'«„9}amp»r" mifißidjler at« ?orb SRutljroen. 
Dbgleidj ber eigentliche Saureatu« ber Oper, mar feine 2Ra«te 
bodj }U abfd)recfenb. 9teu eiuftubirt unb mit SBeifatt mieberljolt 
würben ©. ©djmibt'« „933eibertreue" ober „Saifer Sonrab 
in 2Bein«berg", „Die luftigen SBeiber »on SBiubfor" oon 9?i» 
colai, „Don ^JaSquale" »on Donijetti, „Jempler unb 
3übin" »on 9Rarfd)ner, unb „3e toller jebeffer" (Unefolie) 
»on 2J?el)uI, ,,®ufta» ober ber s D(a«fenbail" oon Sluber. 
5Reljmen wir bie Obern »on ÜDcojart, $ate»ty, SRoffini, 
©pofyr, ?or(jing, £erolb, Sßeigl, ÜReöerbeer, SBect» 
fyocen, SBeber unb audj SSerbi baju, fo wirb jeber Unpar« 
t^ei(id)e bie SReidjtjaltigteit eine« folgen SRepertoir« anerfennen 
muffen. (gortfeSung fotflt.) 



aus Berfin. 

<©«Iu60 
Die Aufführung be« Oratoriums oon $änbel „Der 
ÜReffia«" am 14. 3anuar burd) ben ©tern'fdjen ©efang» 
oerein unb unter Leitung feines Dirigenten, be« fönigtidjen 
$Ruftt*Dir. Out. ©tern, roar für Scrlin ba« zweite bie«= 
jährige große 2Rufitereignifj. Der Dirigent Ijat fid) burd) biefe 
»ortrefflidje 9luffüljrung ein bebeutenbe« SSerctenft erroorben. 
Denn nicbt nur würben mit meifterfyafter SBoüenbung nadj 
SReinljeit be« 2one«, ber Üonoerfdjmetjungen, ber Sluffaffung 
unb ber Durchführung fämmtlic^e St)8re gelungen, fonbern bie» 
felben liegen burd) biefe ÜRuftergültigteit in iljrer Totalität 
einen neu erfiarften eoangelifdjen 33olf«geift unb ©tauben 
atljmen, meldjer in biefer 3"*, *o man in ber fatljotifdjen 
Rirdje bie 9lbfid)t Ijat, uugeredjterweife bie Onftrumentalmufif 
neben ber SSocalmuftf falten ju (äffen, nur baju bienen tann, 
bie culturtjtftorifd) meifyeooÜen Oratorien unferer grojjten 
üReifter au«fd)Ii«ßlid) at« ffirdjenmufit ber eoangelifdjen Äirdje 
mieber jugänglid) ju machen. Diefe ^eilige 2Rufif erhält erfl 
ifyre matyre SBeifje in berÄirdje, in ben ©ott geweiften SRäuiuen. 
$ier tjat fie eine ganj anbere SEragbarfeit unb 3Rad)t, ftd? ju 
entfalten, al« imßoncertfaale. 93i« in ben entfernteften SRaum 
be« grofjen, weiten Dome«, welcher oon fifcenben unb ftefyenben 
3"f?örern gebrängt ood war, brangeu bie gemattigen, mächtig 
ergreifenfccn St;ore mit ibjen Harmonien unb bie ÜRetobien ber 
©ntofänger. Da bie Sinnatjme be« Soncerte« einem mot)ltbä* 
tigen 3 roet f flcwibmet war ( Dem ® au " ne8 Äincerfyaufe« für 
ba« eoangetifcbe 3ofyaune«ftift), fo muß biefelbe einen bebeu* 
tenben Unterftüfcungöfonb erhielt Ijaben. ÜMtt roürbeootler Stuf» 
faffung begann ber fönigl. Domfäiiger §r. Otto fein SRecita« 
tio : „Iröftet 3' 0n "j mit fväftig fd)6ner lenorftimme fang er 
bie Strie: „Srroad) ju fiebern", loeldje fro^locfenb ben weiten 
9?aum au«füüte. Om Sßedjfetgefunge mit grt. ^»ebbe am 
<3d)luffe be« erften 2:t)eit« na^m feine ©timme, bem lerte 
entfored)enb, ein n>eid)ere« dotorit in ben lonnuancen an. Öm 
jmeiten I^eil fang berfelbe unter £>arntonium=S8egteitung (»on 
beiti Organiften ©djroar^er gefpiett) ba« SRecitatio: „aber 
ber ^immel n>ob,net" unb im brüten Ifyeil ba« Duett: „O 
lob, wo ift bein©tadjet" mitÖrl.^ebbe mit religiöferffieib^e 



erfüllt unb »irfungSreidj. Der tönigl. ©änger §r. ftraufe 
^atte bie Sa6=©oli übernommen, ftein ©änger ift me^r 
at« er Dratorienf änger. ©ein gewaltiger, ergreifenber Ion, 
fein funftgemäße« ^ortamento, feine ebfe Eingebung unb ^tuf* 
faffung für ben Zeitigen ©egenftanb finb ba« tebenbige, mufter« 
gültige ©biegelbilb, welche« alle Oratorienfänger ficb, jur 
9iid)tfd)nur nehmen tonnten. 3Bie munberbar fd)ön fang er 
fein SRecitatio mit ber barauf folgenben Slrie : ,,©o fpridjt ber 
£jcrr", mit ber gemaltigen, roenn aud) für unfere 3e't 3opf- 
artigen Soloratur auf ba« SSJort „bewegen" bei fdjmerfier 
8ltb,emeintl)ei(ung. ÜRädjtig ertlang bie fonore gülle feine« 
Saffe« bei beutlidjfier 2iertau«fpradje in bem SRecitatio unb 
?lrie be« l.Xtjeit«: „Slicf auf!", roeldje« eine fo prächtige 3n* 
ftrumentalbegteitung Ijat. Xriumpb.irenb unb mit b,eiligem 
geuer fang er im 2. £t)eil unau«fprec^lid) fc^ön bie b,eroifdje 
Slrie: „üöarum entbrennen bie Reiben". Da« SRecitatio unb 
bie Slrie im 3. Itjeil: „Serneb^met, ich, fpred)" unb „©iefcb,aHt 
bie ^Jofaun" fingt ber ©änger mit einem geuergeift, ber, trofc 
aller au«na^m«toeifen ftärferen 3nftrumentirung im S3Iec^, 
StUeS überwältigt unb mit ficb, fortreißt, grau Director Seo 
blatte nocb, bie Slltpartie für bie erfranfte grt. 3ennü 3Retjer 
übernommen. (Sine gut gefdjutte, ioai)rb,aft ftrcfylic^ cultibirte 
©timme mit einer augerorbent(id)en lonoerfdjmeljung lenn« 
jeid>net biefe ©ängerin. Da« SRecitatio mit ber ärie im 
1. il)eil: „Denn fieb^e, ber SJerljeiijne" würbe burcb, i^re Stuf» 
faffung ein religiofer SBonnegefang. Die Slrie im 2. Ib^eil: 
„(Sr wirb oerfdjmäljt" warb »on i^r mit edjter Dulbung nadj 
bem SBortlaut be« lerte« gefungen. ?ll« Oratorienfängerin 
gefiel un« fjrl. ©ig. $>ebbe nidjt fo, wie wir bie« nad; ib^ren 
au§erorbentlicb,en i'eiftungen at« Soucertfängerin »ermutbet 
Ratten. 3b,r2on unb ib,r "JJortamento b,attennicb,t ba« weib^eooCl 
Sircb, liebe. Ueberb,aupt fdjien un« bie ©ängerin bei Unmo^lfein 
ju Hnd en ' befjb^atb finb fteüenmeife bie Detonationen ju ent« 
fc^ulbigen. Öm 1. Ib,eil gefiel fie un« mit Ujrem ©efange 
burcb, geb,enb« beffer, at« in ben ©efängen bee 2. unb 3. £(?ei(8. 
2Rit ber Äuffaff ung unb bem Vortrage bermunberfd)BnenSlrie: 
„3dj weifj, ba§ mein Srlöfer lebt" tonnen wir un« burdjau« 
nic^t einoerftanben erflären. ©rojjartigen Sffect matten 
namentlich burcb, ib,re oorjüglicb,e, muflerb,afte Sluffüljrung ber 
pomphafte Sb,or im 1. Ib^eit: „(St)re fei ©ott in ber #öf>e", 
fämmtlic^e St)öre be« 2. Eljeil« unb ber ©djfujjdjor be« 
3. STIjeile. Da« ?iebig'fdje Ordjefter b,at unter ber bemäbrten 
2Reifterbirection ©tern'« 3lu«gejeid)nete« geleiftet. @ine« 
tonnen mir nur nicfyt begreifen, baß in Den Sledjblafeinftru* 
menten, namentlich in ben irompeten unb Römern, öftere 
ffire oorfommen. 3m britten £b,eil bradjte ber erfte $ornift 
fein $orn=©olo beim erften 9Rale nid)t jur ©eltung, wäb,renb 
er e« taS jroeite 2)tal febj fdjön blie«. ©oute nidjt eine grö* 
fjere Slufmerffamfeit, ein fid) 3Jerfenfen in ben erbabenen ©e« 
genftanb, äbnlidj wie e« jeber ©änger unb Sirtuofe tb,un mufj, 
aud) oon ben Ord)efter'©o(obläfern jur Srjielung eine« gut 
unb gefdjmacfnotl gebtafenen ©olo« oerlangt werben tonnen? 
Denn fo fd)ioierig finb biefe £orn* un^ Srompetenfä{}e nid)t, 
bafj bie Jedjuit ftßrenb auf bie Sluäfiiljrung mirfeu tonnte. 
333a« £orniften unb Trompeter »or 109 Oafyren auf unb mit 
ib,ren 3n»ention«inftrumenten geleiftet, baffetbe werben boc^ 
billigetmeifc bie 33läfer oon ^eute auf i^ren d)romatifd)en 
S3entitinftrumenten ju teiften oermBgen. 6« febien un« feb,r 
wichtig, bie« einmal öffentlid) jur ©pradje ju bringen, ba in 
ber legten 3eit mebr al« je in ben Siebig'fcfyen Ordjeftercon* 
certen fold)e ftörenbe Rire bei biefen S3ledjinftrumenten an ber 
£age«orbnung waren. Ib,. SRobe. 



80 



J^fctne 3eitung. 



(Eorrefponbeitg. 



JTripfia,. Sa8 16. äbonnementeoncert im ©aale be« ©e« 
WanbfeaufeS am 16. gebruar führte un8 einen Violinfbieier bor, 
über ben namentlich in lefcter 3eit manche« Smpfeblenbe gefdjrieben 
unb ber eben erft in Vari8 mit großem SSeifall empfangen war. 
$r. 3eon Setter, großberjogl. babijdjer ftammer«Virtuo8 au« 
SRannbeim, bat unfere (Erwartungen noc$ übertreffen, ©ein Xon 
ifi, wenn niebj bebeutenb, fo boeb. bon großer intenfiber gütte, atter 
jtfcngfdjattirungen fä&ig, feine tecbntjdje StuSbilbung außerorbentlid; 
unb bor Mem fein ©ertrag bon einer ©lutfc unb 3nn<rtidjteit, bie 
auf ba8 §ödjjte ergreifen. Sr fbielte ba« fünfte (S moU») (Soncert bon 

S. Sabie unb bie Srnft'fdjen Variationen über 3<d(unerüeber. 
nfang« burdj Vefangenbeit febr am böttigen $erau8treten gebjnbert, 
matten ftd; feine glänjenben Qngenfdjaften boeb, fcljon in beni Slnbante 
be« Concerte« geltenb, meifterbaft gelang in jeber $infidjt ba« ginale; 
in ber @rnft'fd)en Combofition jeigte un« $r. Setter, baß er jebe 
ärt bon ©cbwierigfeit mit Üeicbtigfeit beberrftfit. — Sine Sobität an 
biefem Slbenb: „3ubifate, atmen" nad; einem ©ebidjte bon Ib. SWoore 
für ©obranfolo, Cboi unb Ordjefter bon 3Jcai Vrudj in <£Bln fanb 
nur geringen VeifaCL <5« ifi eine Wert&lofe Cembofition nad; gorm 
unb 3nbalt. (5ine@otoftimme (teilt ibre Vetradjtungen über ben tireb» 
lidjen S^or be« balb netyer batb ferner ertlingenben„Jubilate" an; ber 
Sb.or fingt fein 3ubilate in »erbrausten unb bie ©oloftimme tyre Ve« 
tradjtungen in weniger berbrauebten al« bielmebr nidjt8fagenben 
Vbrafen. 3Hit fotdjen SRobitäten ift (ebenfalls Sßiemanb gebient. 
grl. 3ba Sannemann fang ba« ©oto in biefem lonftücf unb bie 
große Slrie au« ,,$.w« $eiling"; (entere ge&t weit über bie firäfte ber 
Sängerin, beren oft genannte gute (Sigenfcbaften ficb übrigen« audj bier 
Wieber geltenb madjten. Sie Orebeflerftüde be« StbenbS: §ebriben« 
Ouberture unb Sieb/ ®«bur«©bmbbonie Würben in betannter SSeife 
borjüglicb gefbielt, lefetere, tvol jum lefctenmal bei un« bom Combo« 
niften fclbft geleitet, mit »armer Xbeilnabme aufgenommen. 

fnpjia. Sa« fiebente GEoncert be« SHufitberein« 
„(Suterbe" am 14. gebruar geroann für un« ein befonbere« 3ntereffe 
bureb bie Voifiibrung einer größeren Sobität, einer <5oncert«Ouberture 
in @« bur bon äugufi Jporn. ©ie ift ein redjt wertbboüe« Xonftüd, 
ba« ben reiben Veifall im botlen Umfange berbiente. Von mäßiger 
Huebebnung, ba« Stimmungaleben 3ttenbel«fo$n'8 bei übrigen« 
[elbftänbiger Srfiubung ber JDfotibe ttagenb, weitet fie bon ben äfcn« 
lieben SSerten ibre«Vorbilbe« bod; aud; barin ab, baß fie f djärfere <5on« 
trafte, ftärtere SKobulationen, feb, roffere Ausweichungen nidjt berfebmä&t, 
hierin fowol wie in ber ganjen Vebanblung be« Orcbefter« bie <Srrun« 
genfdjaften ber neueftenäeit nidjt ganj bon ber$anb weift. @8 ifi eine 
arebitettoniftb. geglieberte ©tb, Bbfung, beren Megro bieUeic^t, ber äußetft 
milben Einleitung gegenüber, toeiter au«gefbonnene Verarbeitung für 
ibr gewaltfameS erfte« S^ema b.atte erbalten tünnen, au^ bie ©$(uß« 
tacte treten in ettba« greller barmontfeb. er ga'rbung auf; bagegen fcerrfdjt, 
»a« bie (Srfinbung anbetrifft, ein »arm pulfirente«, reges ü'eben, ba« 
@efang«t^ema ift bei aDer ©djlicbtfreit bo<| ton großei 3nnigteit unb bie 
Steigerung bis mm ©ebtuffe »obl angelegt, ©a« 3Berf tfl auf biefe 
SJL'eiie, bon formaler ©eite betracb,tet, eines ber beften biefer 3a^re, ein 
»aderer Ausläufer be« 3Renbel«fo(pn'fd)en ©toi« unb mag baper 
aüen (Soncertinflituten embfoblen fein. — 3)ie beiben anberen Ortbe 
fterftüde bie|e« Sbenb«: sBeetboben'S ^5rometbeu«»Ouberture u.ic 
bie SS bur«©tjm»fconie bon ®abe gingen, »ie aud) bie '$orn''rf>i' 
Ouberture, unter b. SBernutb'« Ceitung febr lobeii8»ertb. — gtl. 
b. 9Jaerne»bd, eine ©djülerin be8 $>rn. ^3rof. ©Blje, »ar nie 
grl. Side, bie urfbrünglid) baue fingen »oUen, rafdj eingetreten. 'l:t 
trug bie ärie au« „gigaro' : „Snblid) nabt ftd) bie ©tunbe" unb jirci 
Bieter bon ©tbumann unb 9Henbel«fobn bor. 3bre namentlirfj 
in ber mittleren l'age äußerft tlangboüe ©timme bermoebte j»ar ntdjt 
in ber »ünid)eii«»ertben SBeife ju »irten, bod) »ar ba* ©eleiftete 
unter ben ob»alte;ifcen 33erbältniffen büdifl anertennen«»ertb. gür bie 
3Ro)art'jcbe Slrie fehlte ber jungen Same noeb, ju fe^r bie geiftigeSe« 
^errfeftung be« ©egenftanbe«, ber bräeife Vortrag, al« baß »ir einen 
ftrengeren ÜJiaßftab anlegen bürften. Slutb, SBefangenbeit motzte mit 
ba^u beitragen, baß fowol tie?lrie »ie aud) ba« tedeStbumann'fdie: 
„Sn ben ©oniienfdjein" nidit ;ur ©eltung tarnen, befjer beimifcb, »ar 
bie ©änaerin aiigenjd>cinlitb i» aJtenbelSfo^n'«: „Gs »eiß unb e« 
rätb e* tod) Seiner" unb ter Jpersorruf nad; biefem ttebe barum ge» 
redjtfcrtigt. — Sin SSiolinfbieler 3 «b- 9*«&- SRaiicb, fiibvte im« ba« 
fiebente Concert »onVeriot unbtie© bur '9f omanje bon SB e e t b o • 



ben bor; e« »are un« lieb gewefen, $r. Saud; ^ä'tte fid; mit bem 
©eriot'fcbenStüde, an bem nitbt bielp berberben ift, begnügt, ©ein 
©biel ift tetbniftb in jeber Sejie^ung unfertig unb feine geiftige Suf« 
faffung reidjt nidjt entfernt an ba« SBert bon SBeet^oben binan. 
SBir ratzen bem jungen SRanne, bor aüen Singen fein @et>ör für 
SReinbeit be« Jone« \a fcb.ärfen, bie borjüglid) bet Sobbelgriffen febr 
auf bie Vrobe gefegt »ar. 

feipjig. Mm 18. gebruar trat im ©tabttbeater grl. Slif e (5idt 
al« Slmine tn ber „9ladbt»anbterin" »ieber auf, liadjbem biefelbe bor 
bier 3obren jum erftenmal fieb auf ben Vretern berfuebt unb fobann 
ben Unterricht be« ^rn. Srof. ©ö^e genoffen batte. Sie äußerft bor» 
tbeilfatte SSirfung biefe« fortgefe(jten Unterridjt« batten »ir benn aud> 
fdjon ©etegenfeeit bei meorfadjen Concertborträgen ju beobachten, unb 
barüber ju beriebten; biefe neuefte Vübnen«?eiftung jeigte biefelben 
trefflieben @igenfd)aften unb erfreute ficb. barum mit 9ie$t be« lebbaf« 
teflen SBeifatl« unb be« ^»erborruf« na$ jebem Stete. (Sine große SSe» 
fangentieit (^inberte felbfiberflänblid) an Der billigen (Sntfaltung ber 
©timmmittel, boeb. jeigte pd) ba« Organ in ber mittleren i'age bon 
großer 3lu«giebigteit, unb ber Xonanfa^ bon einer ltnge}»ungen^eit, 
92atilrlicbtcit, bie tootiltbucnb gegen ben ge»öbnli(ben ©efang auf unfe* 
ren Vübnen abftiebt. Saa ©biel ber grl. (Sitte ift fdjlidit, aber burdj« 
»egfcb.on je^t ber Situation angenuffen, ibrWuSbrud, »enn aueb. nidjt 
feurig unb binreißenb, bod; ftet* bon großer iSorrect^eit ; ibre Solora» 
turen finb gefd;macfbott unb mit l'eic^tigfeit beberrfc^t. — Sie Ober 
ging übrigen« nidjt eben jum Sefien, ba« Crcb.efter namentlicb, machte 
maneberlei tleine ipubel. Von ben übrigen Sarfiellern, bie fämmtlicb 
ibre Soften nad) Äräften auefüllten, ragt £r. Vernarb al» (Slwin 
berbor; e« ift eine feiner beften Sollen, unb ba« erfteginale wirb burdj 
fein äußerfie« geuer ber l'eibenfd)aft büdift »irfung«bou. SBoUe Jpr. V e r* 
narb nur aueb. auf bie fcb.on öfter« gerügten Mangel, namentlicb auf 
eine Sorrectur ber 3tu«fprad) e, auf eine SRäßigung im ©biel achten. — 
$r. 9{a»bolbi fpielte an bemfelben äbcnb, bor unb nadj ber Ober, 
jttei ©tücfe auf ber Violine: bie Vabilla-$i)antafie bon aiarb unb 
bie OtteUo«Vb.antafie bon @rn ft. SBir fanben aueb. bier »ieber bie in 
boriger 9Jummer gerübmtenSigenfcbaften: fieberen Xon, 3nnigfeit be« 
Vortrag« unb eine bortreffliebe Xecbnit. S55a« 9tabbolbi an ißebeut« 
famteit abgebt, ba« erfe^t et in feinem ©biel burd> fctiöne« iWaßbalten, 
unb fo »irb er Überaß ein recfyt »itltommener ©ajl fein. Sr »urbe 
aueb. bie«mal nad; jeber Seiftung gerufen. — Stm folgenben Slbenb, ben 
19. gebruar, »arb SWojart'« „©dpaufbielbirector", unbegreiflicher« 
»eife in ©cbneiber'8 Verbadborniftrung, gegeben, bie betanntlid; 
aWojart felbft, unb j»ar al« einen bollenbeten S3ruber«tieberlid;, 
agiren läßt. SJSir unfrerfeit« begreifen in ber £bat ein Vublicum nitbt, 
ba« feinen großen Siebling in biefer Saricatur betlatfdjt. Sie 2uf« 
fü^rung, »ir meinen bie 3lu«fü(>rung ber bieten eingelegten neben ben 
bier originalen 3R o j a r t'f eben ©efangftüden burdj bie Samen ©bren« 
berg unb Vertram, fowie bie Jp§. Vernarb unb l'iitf, »ar 
tobenswevtb. 

Ceipjig. 3n ber eierten Äammermu(it«Unterbaltung 
im ©e»anbbaufc, bie am 19. gebruar unb jwar wieber, ben 9Bünfd)en 
mandjer abonnenten entgegen, Vormittag« um 11 U^r ftattfanb, fam 
neben bem <S« bur»Ouartett 9ir. 1 bon Cftcrubini unb Veet^o' 
b c n'« Ci« motl-Ouartett Dp. 131 ein Ouartett in (5 mott (TOanu» 
l'cribt) bon (5. g. Siebter jur erften Huffübrung. ffi« Würbe, wie bit 
beiben borgenannten, burd; bie ©©-gerb.Sabtb, Söntgen, $er« 
mann unb gr. ©rü(}mad)er mit aJleifterfdjaft gefbielt unb erwarb 
ficb, lebbaften Veifall. Sa« SGBert ift bon gefälliger Srfinbung, nur fei« 
ten, »ie etwa im Itio be« Scberjo, tommen eigentlidje leere ©teilen 
bor, bieSlrbeit ift niebtgerabe geiftbolf, aber, wie ftdj ba« erwarten läßt, 
feb,r tüchtig. 9tn SSertb ber Stttotibe überragt ber le^te ©a^ bie borb,er« 
gebenben, am frifebeften aber ift jebenfall« ber erfle S^ei! be« ©djerjo. — 
Sa« ©d;etjo in Sberubini'8 9)?eifter»ert jünbete aueb bieSmal »ie« 
ber, »ie ftet«. Veetfcoben'8 Siejenarbeit fiel leiber in eine ^tit, Wo 
üDJandjer fid; fd;on jum SJiittageffen entfernt unb mand;er Stnbere ftdj 
an (Sberubini fatt gehört batte. Saß bennoeb. ber Veifall ein fo 
reidjer war, läßt auf ein weit borgefdjrittene« Verftänbniß ber ojt tief 
berftedten großen ©ebönbeiten barin fdjließen. Veibe«, 3tu«füb.rung 
unb SUifnatime, gereichten jur Sb". 

Slu« öreslau »irb un« gemelbet, baß Dr. ?. Samrofd) feine 
Stellung al« Sirigent ber „Vbill;armonie" aufgegeben tyat, auf ©vr'nb 
ber mannigfaltigen Unannebmlid;feiten, »elefce ber öftere SSedjfel ber 
i^m untergebenen Orcbefterträfte mit ficb braute. Sa« leftte Soncert, 
toeldjee er birigirte, »ar bon berfd;iebenen Oeationen begleitet, benen 



81 



ftd) allgemein baS ©ebauern beimifd)te, ben Dirigenten au« feinem 
bisherigen SBirlungStreife fcbeiben ju (eben. Um nun biefen Äünftler, 
ber audj al« ©iolinjpieler feine glanjenben Seiflungen be8 Oefteren 
manifefiirt bat, ber ©tobt ju erbalten, bat ficb ein Comite ber anae« 
febenften SDJufitfenner, ju benen fid) auä) bie SRufitbirectoren §effe 
unb Ömetnann gefeilten, vereinigt, WetdjeS Damrofd) beranlaßte, 
nod) im tfaufe biefer ©aifon brei ©oireen für ftammermufit unb @e« 
fang »u beranfialten, unb für bie ©etbeiligung be« publicum« in grSß« 
tem SKaßftabe ©orge ju tragen übernabm. Unter biefen Slufpicien »er« 
fprid)t ber Erfolg ein glänjenber ju »erben, um fo mebr, als aud) grau 
Dr.Damrofd), toeldje ibren ©arten in ben ©oireen nnterfiüQen wirb, 
als berborragenbe ©efangScapacität anertannt ifi. — Uebereinflim« 
menb biermit fpridjt fidj au(b 9J(ufit«Dir. Jpeffe in ber „©««lauer 
Leitung" auS. 

Königsberg, ©ieuxtetnps gab bier fünf Soncerte, in hielten 
er bei bem großen publicum bebeutenbeS ©lud modjte. Kud) bie Äen« 
ner würbigeu feine ©irtuofitü't, feine Wobleffe unb feinen großen Xon, 
ftnben aber, baß ber Äünftler bereit« im SKÜtffdjreiten (ei uub tabeln 
bie Gulitbirnng fo toictev abgcbörter infyaltlofer ©tttcfe, beren bei 
©ieu;temp8 mebr al« ein Du£enb auf Sin gutmufttalifd)e8 ©tuet 
toniint. Die Ferren son ber ©eige fotlten ft(b nur genauer bie iWooa 
in ber ©iolinliteratur anfeben, fte Würben ibr SKepertoir in anftänbiger 
SBeife bivtuo« unb muftfalifdb. bereichern tonnen; aber bie CEonce.tfpie« 
Ier finb barin etwa« engberjig : bon (Sollegen unb unberübmten Warnen 
mögen fte 9iid)ts fpielen, wenn nid>t irgenb ein 3 u fatl «ne berartige 
$iece batiUi'obe werben laffen, ober ber 9(uf eine« <Somponifi'©irtuofen 
feinen Bwatig auf bie SJabt ausübt. &ti$t fl*) aber e < n neues ©tuet 
bon etfta« (gröber Xetbnit, fo beißt es glettb : „eS ift unprattitabel!" 
wenn bie Stabierfpielcr fo wöblerifd) unb fcrubulöS wären, würben 
iiod) nie SB a cb , ©eetboben, ©d)umann in ibren grüßten SBerten 
auf ßoncertprogrammen figurirt baben! — £r. JoutS ©Hubert 

?;ab ein (Soncert, in welcbem beffen grau 3obanna ©d)ubertin 
et)t lobenswerter Slrt ©tücfe au$„gigaro", „Xannbaufer", üieber ic. 
fang; eine Sompofition beS (SonccrtaebetS „Der Slfenftein" für Cbor, 
©oli, ©treiebquartett unb Ciabier unc ein i'ieb fpradjen an 5 beßglcid)en 
aueb Vorträge ber grl. grieberite©iere auf bem (Slamer: i'ifjt'8 
33rcpbetenparapbrafc, l'ieb obne SBerte bon Drebf d)od unb Soncert« 
SKajurfa bon *.'. Ä ob ier Op. 5 . — Da8 frühere Xbeaterorebefter bat 
einen jweiten <Joncert*<tbclus errietet, jwar mit altbetannten Pro- 
grammen, bod) mit jablreidjem ©eiud) für febr geringes ©ntree. 

Frankfurt a. ül. Das grofje SSocal« unb 3njhumental«(Soncert 
unfereS SKitbürger« §rn. 3uliu«©a<bS am H. gebruar im boffän» 
bifd)en Jpofe war bon einer Haute volee ftart bejudjt, unb erfreute fid) 
au8gejeid)iteten ©eijalls. 3n (Sompofhionen bon ©d)ubert (Outn« 
tett), 3JcenbelBfobn,!öetlini,<£b»»>in,äfber,5Bi8boto,2öil. 
^elm ©beper, Nicolai, SDiofdjeleS unb bem Concertgeber »0« 
bucirte ficb ein gutes Su^enb ^erfönlicb^teiten aus ber (Sitte unferer 
Xontünftler, beren l'eiftungen ade geniigenb ;u jergliebern Sogen 
jüQen müßten. Ser nid>t felbft genießt, wirb aus einer noeb fo 
betailirten »Jerglieberung fcbtccrlicb genießen lernen. (SS genüge baber, 
Daß unfere Äritit bier in ber 'ibat nur (obenb auftreten barf, obne mit 
ibrem ©ewiffen in Sclltficn ju tommen. S)oä) gebübrt bem (Soncert« 
geber als ^aubtagens biefes Slbenbs eine bittige ausnähme, inbem ficb. 
berfelbe als ein ipianift jeigte, ber mit einem Überaue berlenben 
Änfcblage unb feinem ©ejcbmac! eine große fßräcifion unb bor allen 
Singen bie eble &ünf)lerrube berbinbet. iluäf bewies ein ©alonftüct 
(eine SWajurta) aus feiner geber ein retbt ftböneS CombofttionS^Xalent 
unb berfeblte biefelbe ibre äöirtung nia)t. ^>r. ©aebs bat in neuerer 
3eit fo biel gortjebritte gemaebt, baß er. ebne ibm ju fcbmeicbeln, un« 
jeren befielt $ianif)en betjujablen ift. (äine gan) neue Sifebeinung für 
uns War bie ©ängerin 2J?abame ober bielmebr ©ignera ©ellini, 
ttelcbe, wobl geftbult, eine enorme ©eläufi.jteit befujt, unb fo biel Sei« 
fall erntete, als f«v mit unferem ffioblgefallen an einem petit gerne 
»ertragen will. E. 

Jena, ©eit meinem (efeten Referate (SRr. 24 bor. SBbS.) baben 
wieber brei afabemiftbe Concerte fiattgefunbeti. 2>a8jweite am ll.SDe« 
cember braute an Draefterwerten iWojart'8 l£sbur>©bmbbonie, baS 
britte, am '22.3anuar, ^apbn'S, 2>bur>©bmbbonie 9lr. 2, bie Ouber« 
turen ju„3effonba" unb„9)elba", baS bierte, am 7. gebruar, bieHbur» 
©pmbbonie bon Seetboben unb bie Xeu>Ouberture. 2>a;wif(b,en 
fiel eine Sammerfoiree unfereS SDJuftt»3)ir. ©tabe unb ber JpJp. 
Soßmann unb©inger ausSBcimar, über bie 3bnen fdjon bon 
Sie i mar aus beridjtet Warb, unb eine, ©oiree beS Oboiften Otto 
©binbler aus Hamburg, am 3. gebruar, ber ficb bartn als ein 
STOeifter erften 9ianaeS jeigte. 3n ben Slbonnementconcerten erfreuten 
uns Junätbft bie $$. ©inger unb Coßmann aus Seimar burtb 
ibre Snftmmentalbortrage. Qrflerer fpielte am ll.©ecember ben erften 



©oft eines ConcerteS bon ^aganini unb bie g bur»9tomanje bon 
iBeetboben, (Soßmann am 7. gebruar ein Concert bon ©etbai« 
unb ein 9cotturno unb Xaranteüe eigener Combofttion ; bie ©ebrttber 
Ufcbmann aus SB ei mar trugen am 22. 3anuar ein 2>oppekoncert 
ben gerling für 2 Oboen, unb am 7. gebruar ber Sammermufiter 
SDcarfcbalt aus SJteiningen eine ^b«utafte für bie glöte bon 3'* 
jolb bor. ®er ©ologefang war bureb bie 35amen grau SDJufit«®ir. 
SBettig aus SBetmar, grl.3ba ©tabe (bieXocbter unfereS SKufit« 
birectorS) unb grl. Sin na iöerling aus ©erlin ganj borjüglicb ber« 
treten, grau SKett ig ifi länaft als trefflid) betannt, au<b grl. ©tabe 
fanb burd) ibre e<bt mufttaltfcbe Silbung unb grl. Sßerting, eine 
©Hüterin ÜRilbe'S, burtb ibre träftige, wobltlmgenbe 9Jce))ofobran« 
ftimme allgemeinen SBeifaÜ. SSon ben Cb»rgefängen fjblug nantentlicb 
ber bHftige „SRaajtgefang im Söalbe" bon ©o)ubert im bierten (£on« 
cert burc^. 

Ciffttad). $rof. Sübmflebt'8 9taöb. folger unb (ruberer ©a>ü(er, 
S.TOilller.Jpartung, entfaltet eine rec^trübmeneweiibemujitalifo^e 
Xbä'tigteit. 3m 3uli bes borigen SabreS übernabm er bie ibm an« 
getragene Leitung beS äRufttbereinS. 2>erfelbe umfaßte bainals circa 
40 ac'tibe unb 100 baffibe SRitglieber, bie jiemlia) läffig im ausüben 
unb Snbören waren. 3e^t fmb 80 aettoe unb 200 bafjtue IDcit.iliebei, 
bie mit wenigen SluSnabmen regetmSßig erfd^einen. 9jäd)ft einigen 
Stuffübrungen im engeren Sreife beS Sereins, in Weld)en tletnere bttr« 
ftimmige ffiböre jur auSfübruiig tarnen, fanben bis jeQt brei Concerte 
ftatt. 3)a8 erfte am ©cbillerfeft, wo ein geftmarfa), in wel« 
eben ficb. eine geflbbmne einwebte (bon SKüller combonirt) nad) 
SKotiben ber neunten ©bmbbonie („greube, fa)Bner ©ütterftinten") 
acbtftimmig bearbeitet, ben Sieigen eröffnete. Seit @d)luß bilbete bie 
„SÖiad)t bes®efange8" bon Siomberg, in jiemlid) guter «uSfübrung. 
6nbe Dlooember fbielte Concert'SJt. U b 1 r i tf) au8©onber8baufen 
in gewollter SDieifierfcbaft. 3)aS Programm War folgenbeS: ba« bierte 
Concert in ©S bur bon g.Sabife, Ouartettgefang, „Les Echos" bon 
l'eonarb, Duo für SBioline unb $iano in D bur oon Seetboben, 
Ouartettgefang, unb fd)ließlid): „Die nedenben ©eifter" bon ©aj« 
jini. — 3lm 10. December bielt ber junge talentbegabte Dirigent ba« 
erfte große (Soncert — feit langen Sabien baS erfte berartige — in 
3ufammenwirtung beS (SborS mit großem Ordjefter. DaSfelbe würbe 
eröffnet burd) einen ©brnjiboniefaß 001t SKüller, barauf folgte: $il« 
gerebor aus bem „Xannbaufer", grauend)or aus „tßarabieS unb Beri" 
bon @d)umann unb ber 9ö.$falm bon SDlenbelSfobn. Die (£\)'6tt 
Waren auSgejeidjnet, bräciS unb febr fein nuancirt. Das Ordjefter ließ 
natürlid)erweife nodj ÜJiand)eS ju wilnfd)en übrig. — 3m 3anuar tarn 
bie „Sntigone" bon SDlenbelSfobn jur Sluffübrung. älS nadjfl be> 
borftebenb bat SHüller baS „^arabieS uub bie $eri", fowie ben 
„SWeffiaS" in Singriff genommen. 33on ben S02äunergefangbereinen 
wirb l'ifjt'S SBeimar'S SJoltSlieb, in ber bobulären BuSgabe bon 
©ottfd)a(g, mit ©egeifterung gefungen. ©011 SDlüller, ber eine 
jieinlid)e s ititjal?t Ouartette, üteber (über bie jtd) namentlid) ber ber« 
ewigte Ä ü b m ft e b t febr günftig ausfprad)) gefd)rieben, erfd)einen bem« 
nädjft, bei Stübn in SBeimar, jwei Orgelf onaten, baftrt auf jwei 
Sboräle. 3n bem 9cad)laffe bc8 «rof. «übmftebt, für benje(jt 
feine ©djüler unb greunbe »Beiträge ju einem einfadjen 
©rabbentmate (Safftrer: ©ürgerfcbullebrer Dorftbel in ©ifenad» 
fammeln, bepubet ftöb u. 31. eine febr wertbbotte Orgelfonate, 
fein ©d) wanengefang. G. 



Heifrn, Conrerle, Cnaoaeinrnle. Der ©iolinfbieler 3ean 
©eder, ber im ©ewanb^aufe fo großen ©eifaH fanb, reifte bon biet 
nad) Saffel, wo er am 19. gebruar auftrat; bon ba gebt er nad) 
üonbon unb nodjmals nad)$ari8. 

Der Dperetten«<5ombonift 3. Offen b ad) b.at eine Steife nad) 
©elgien unb Deutfd)lanb angetreten; er wirb aud) in Sien 
erwartet. 

am 12. gebruar betrat grl. ©ifffyorn, ©4)üierin bom Dr. 
©d)warj in ©erlin, auf bem ©raunfdjweiger ipoftbeater als 
Hgatbe jum erftenmal bie ©teter; bie burd; Stimme, ©a)ule unb 
©biel gleid) attSgejeitbnete Seiftuug trug ber jungen Äiluftlerin reid)en 
Sipplaus, mehrfachen Jperborruf uitb ©lumenfpei.b.u ein. 

Säm 15. gebruar gab Sllezauber Dreofd)od in ber ©erliner 
©ingatabomie fein jweiteS Soncert. SDJit ben $£. i'aub unb ©tabl> 
tnedjt jufammen fpielte er baS <5 mott»Xrio oon ©eetboben. Cr 
fclber trug allein bie g mott«guge bon 2W-enbelSjobn, ferner ben 
©altaredo eigener Compofttioit unb ba8„$eil bir im ©iegertranj" mit 
ber linten$anb bor. Der ©eifatt war enorm. — Slm 17. gebruar gab 



82 



Concert*3R. ?aub ebenbafelbft ein Soncert, in bctn aud) aieranber 
Drebfcbod unb bie ©ängerin grl. $ebbe mitwirken. Saub fpielte 
ba8 V e e t b o b e n'fcbe Soncert, ® r n ft'8 „ Air hongrois" unb V a } j i n i'8 
„Ronde des lutins", D r e b f $ o d ba8 © mott>Soncert bon 2K e n b e t 8 « 
fobn. — 8e|}terer gab am 19. gebruar ebenbafelbft fein HbfcbiebS« 
coneert; er trug batin allein bie ©onate Ob. 27 bon Veetboben 
(SiSmotl) unb brei eigene Sombofitionen, mit ben $$. Vrubn« unb 
Ca üb jufammen ba8 £ moll-Irio »on SReubetSfobn bor. — 3« 
bemfelben ©aale beranftaltete am 21. gebruar grl. 9Jcarie2R58ner 
ein Soncert, in bem fie u. a. mit bem Soncert-aft. 9lie8 bereint bie 
©onate Bon ©pobr jür$arfe unb Violine bortrug. grl.Srnefiine 
Vordjarbt fang eine 3rie au« ©lud'8„3bbifl«tK in »Uli«" unb bie 
Srmabnuug von Ottrub an Slfa au« „?obengrin". 

3m testen (ad;ten)Vrtbatconcert in Vremen wirften berSlabier« 
fbieler 9iacciarone aus 9leabel unb 3.©totfbaufen mit. Srfie« 
rei (hielte IDtenbelSfobn'SD moff-Soncert unb eine $b anCa fu über 
neapolitanifcbe VolfSmelobien mit einer Xarantette (eigener Somboft« 
tion?). ©todbaufen fang eine Brie au« $änbel'8 „öjio", bie Sa« 
batine au« Voielbieu'8 „FcHe du village" unb Sieber bon@d)u« 
bert unb ©d)umann, bon benen er be« Siefeteren „grilblingSnacbt" 
wieberbolen mußte. Unter ben Ordjefterjtücf en War aud) V i e r 1 i n g'8 
Ouberturc jur „ÜRaria ©tuart" al8 9lobität. 

9m 10. gebtuar Würbe in ber mufitalifcben abeubunterbaltung 
be8 Seibjiger SonferbatoriumS ba« erfte Quartett für ©treidjinflru« 
mente com ©rafen Üoui« b. ©tainlein Ofc. 10 in © moH bei 3n« 
wefenbeit be« Somboniften gefbielt. 9lm 17. gebruar trug ebenbafelbft 
ber aud) im biefiaen ©tabttbeater aufgetretene Violinijl SRabboIbi 
ba« Veetbobenncbe Soncert bor. 

Der $ianift (Sb. SJcertfe, ber fid) längere 3«it bei un« in Seib« 
»8 aufbielt, b«t bie aHufttbirector-Stelle tn SBefferling (Gebart. 
Oberrbein im Slfaß) erbalten unb wirtt bort tt)ätig für bie Pflege 
beutfdjer SDcufit. bereit« baben jroei mufifalifdje abenbunterbaltungen 
fiattgefunben, in benen bie Ütamen Vee tbo ben, SDiojart, $abbn, 
SBad), SBeber,9)cenbel«fobn unb 2if}t bertreten Waren. 

Da« britte Soncert ber grau SKarie Vurd)arbt in Serlin 
brachte am 16. gebruar jum ©ebäcbrniffe ©bobr'8 eine auffttbrung 
bon beffen „gauft." 

3n Varis gaftirten außer ben in boriger Stummer ©enannten 
in jünofter 3*»t bie Slabierfbielerin grau ©jarbabb, bie Ciabier« 
fbieler SB. Ärflger unb Vraffin. aud» 3Kab. Vlebel iftin Varia. 
SWab. ©jarbabb brad)te u. a. ©dtumann'8 Ouintett jur Auf» 
fttbrung — für Vor i 8 in gewiffem ©inne eine Sübnbeit. 

iilulikfefle, aufftibranarn. 9tacbbem 2Kann8f elbt in Dre8< 
ben mit Sifjt'8 „Preludes" einen fo glänjenben Erfolg gefunben bat, 
roirb aud) bie tönigl. SabeKe ba« SBert jur Aufführung bringen. 

3n «rnbeim roirb bom 9. bi« 11. auguft ein SKufiffeft fiatt= 
flnben. 

35a« erfte bbilbarmouifd)e Soncert in Soften bradjte u. a. bie 
„Preludes" bon i'ifjt. 

?if jt'8 „^eilige Slifabetb" wirb nocb im Saufe biefer Satfcn 
in SBeimar unter ©tör'8 Leitung jur Suffübrung gelangen. 

tteue unb ueueinflubirte Cpern. 3)ie in 3nn«brucf mit Sei« 
fall aufgenommene Ober bon 91 agitier: „griebrid) mit ber leeren 
Xafd)e" iJR nun aud) in 3JJ uneben tn Vorbereitung. 

3n3Barfdiauiftam8.gebruar bie neue Oberbon SKoniu8j!o: 
„Die ©rfifin" mit bebeutenbem Srfolge aufgeführt toorben. 

Äufikalifdje Uobttaten. Der Sünfiler.gefljug bon ?ifjt ift 
foeben in gefdimactbofler SSudjlattung bei ftübn in SBeimar in Par- 
titur erfdjtenen. 



Dcrmiftf tes. 

SBie fid) erwarten liefj, ^at SBagner'8 auftreten inf ari« bie 
fämmtlicben Stimmen ber treffe in «eroegung gebraut. Unroiffenb, 
teie bie meiflen biefer journaliftifdjen Printer in $ari« in allen rein 
mufltaliftben ober nadj beutidjen Gegriffen äflbetifiben Dingen fmb, 
madjen aud) ibre auSlaffungen faft fä'mmtlidj ben Ginbrud ber Obei> 
flfidiliditeit. SBSbrenb ba8 $ubliium tiefen SJÖerten mit »eieitttittig- 
fett entgegenfommt unb ftd< barein oerfentt, bleiben jene an bloßen 
aeufjeriia}ieiten bangen, ober begnügen fidjnad) bem Vorgänge mandjer 
beutfdjer Sotlegen bamit, ju berböbnen, toa8fic nidit einjufeben unbju 
embpnben bermügen. 3m ©anjen ift ieboeb ber Sinbrud aud) bier 
für ben üJJeifter, ba« gebt fd>on au« ben begeiflerten Sorten ®a«^> 



rtni'« berbor, bie roir in ÜRummer 7 b. VI. bradjten, ba« erbeut nod) 
fdjlagenber au8 9Jr. 5 ber Varif er Presse thc-dtrale, bie aOe bemer« 
fen«roertben Seufjerungen ber bortigenlageStritifSRebue baffiren läßt. 
SBir (äffen fie in wenig Sorten aud; bei un« aufjieben. Sin §r.8je« 
bebo in ber „Opinion nationale" begnüg; fid) mit einfacher ©d)mäbung, 
er toirb burdjgran!»ü)Jarie in ber ,,Patrie" bafür in träftigen, eble» 
auebrilden jurücfgetbiefen. Die ,, France musicale", unter SScu- 
bier'8 Stebaction, feit einigen 93tonaten mit Verbi'8 ©elbbeutel affo» 
ciirt unb liirt, finbet 28agner'8 Soncert (ba« natilrlid) bie außeror« 
bentlidi beträrbtlii?en Soften niebt bedte) bebauemsroertb. 
@aint»9Jalrb bagegen finbet (im „Pays") in 3öagner'8 SBtufit 
bie lebbafte unb fcbwermiltbige ©ruße be8 SBeften«, ben unrubigen 
3auber feiner SBiuter, bie ©d)roermutb feiner bleichen ©onne je. ; er 
tft niebt roarm, nidjt (alt, aber toenigften8 bi« ;u einem geroifjen ©rabe 
aufridjtig — er betennt ftbließlicb, baß ibm bie ©atbe nod; einigermaßen 
untlar geblieben fei. £er „Moniteur" ift unter beftobrab freunb« 
fdjaftlicber für äBagner geftnnt, al« ber „Constitutionnel" unter 
gioreiltino. Die „Revue et Gazette des Thöätres" finbet, bag 
SBagner'8 fütufit 9ticbt8 mit ber bonSimarofa gemein bat, unb be« 
flagt ftcb bitterlid) barüber; bie „Gazette musicale" anbrerfeits b*t 
— au« SRilrfftdit für 2Heberbeer? — nocb 9Jicbt8 gefagt. <Pr5d)tige 
SBorte entbült bie „Causerie" : „SBagner ift in Deutfcblanb bolt«« 
tbümlid;; id) babe mid) barum fiets über bie 9Jlißacb,tung gewunbert, 
mit ber man in granfreieb bon ibm ju fbreeben pflegte. iKir fd/etnt 
benn bodj, baß bie SJceinung be« Vaterlanbe8 eines üDiojart, SBeber, 
^änbel, Veetboben ebenfooiel -gilt, roie biejenige eine8 SanbeS, 
ba8— Slabiffon geboren unb betlatfdtt bat." SBolf im „Chari- 
vari" fijließt fo: „publicum, SDcufiter, Sborfcinger erboben fid) eleltrt« 

Srt roie ein Wlann unb bejeugten burd; entbufiaftifeben ©eifall, baß 
Jagner'8 Xalent fortan in granfreieb naturalifirt." 3n begeifterter 
SBeife fbreeben fid) ferner ,,1'Europe artiste", ,,1'Entracte" aus, beibe 
bezeugen mit roobltbuenber greimittbigteit ben großen Srfolg. Von 
Spambfleurb unb feiner Vrod)ure fpradjen roir bereite, ©a8b£« 
rini'8 SBorte tm „Courrier du Dimanche" ftnb bon un8 iDörtüd> 
mitgetbeUt. äBad SBerlioj für ober »iber geäußert, berliert fein ©e» 
»idjt, ba augenfcbeinlid) lünftlerifcbe Smbition ib. m bie geber gefübrt 
bat — aueb er muß SB agner ben Warnen eines großen 9Jieifter8 ju« 
gefieben. 

$enrb ?itolff bat fein 2Rufitalien»ä$erlag«.®eföäft inVraun« 
fd)roeig mit beginn b. 3. an feinen abobtibfobn £b«"bor Sitolff 
täuflid) abgetreten, ber baefelbe unter ber alten girma unberänbert 
fortfUbren Wirb. 

Suf unfere SBemertung in Str. 7 über bie 8erwed)«lung einer 
@d)umann'fcben mit einer Sif )t'fd)en Sombofition im Soncert bon 
grtebrieb 33o«fowife inSBien butcb ben äteferenten ber äBiener 
„Vreffe" briugt biefer 9ieferent,$r Jpan«lid, eine Srwiberung in bem 
genannten Vlatte, in ber er bie SBa^rbeit unferer 33iitt0cilimg gänjlid) 
tn abrebe ftellt. 3Bir baben bierauf juuäcbft ju entgegnen , baß bie 
9cotij niebt bon uns berrübrte, fonbevn uns aus äöien eingefenbet 
würbe, ©lüdliiber SBeife aber ftnb »cir burd) eine unterbeß eingetroffene 
wettere brieflidie üiitifaeiluni] in ben ©taub gefefet, eine näbere auf« 
tlärunu geben ju tonnen. 3« bem früher an uns gerichteten ©eb. reiben 
nämlid) bi'ß «8 , baß in ber Wiener $reffe ein tomifeber gatt baffirt 
fei, inbem ein betaitnter Referent berfelben k. Das ä)(ißt>erftänbniß 
beftanb barin, baß ber Sinfenber, flcb unbeftimmt ausbrürfenb, bie 
SBieuer 3«'lu"3«P«ffe int allgemeinen barunter berftanben »iffen 
woUte, wäbrenb Wir bie Vemertung auf ba8 3ournal „Die treffe" 
bejogen SBirfliebborgetommen aber ift bie Verwechslung, 
unb unfer Sittfenber bat uns nod) eine näbere 9cacbweifung barüber 
berfbrodjen , bie wir feiner 3*i' beröffentlidjen werben. Jpierburcb er« 
lebigt ficb bie ©acte, unb $)r. ^anSlid erbält bie entfbrecbenbe ©e« 
nugtbuung. Um fo mebr aber erwarten wir auc^ »on ibm, baß er in 
(einem 3ournal bon biefer auftlärung 9lotij nebmen Werbe, ba Wir 
jefet in bemfelben gaffe ftnb , in bem er borber War. S« ift bie Vflicbt 
jeber3eiti»na, 3rrtbümer, bie borgefommen ftnb, ju corrtgiren, unb 
barum braudjte unSJpr.^auSlid nur ganj einfad) auf ben 3rrti;um, 
was feine Serfon betrifft, aufmertfam ju madjen, um eineVericbtigung 
mit ©icberbeit erwarten ju tonnen. Xbatfaeben jum 9tacbtbeil anberer 
»u entjlellen, unverbürgte ©erildjte in bie SBelt binauSjufebteiben ober 
Unten ju erfinben, wie es jetyt mebr unb mebr 2Kobe wirb, ifl niebt 

unferer@ad;e. 3mVegriff, unfere beutige Stummer abjufdjließen, 

melbet un8 ein eben eingetroffener britter Vrief aus SBien ben wab« 
ren Xbatbeftaub. Die angelogene ©teile, beißt e« barin, befinbe fid) in 
9er. 5, ©. 39, ©b. 2 ber „Deutfdjen SKufttjeitung". ©e]eid>net fei ber 
artitel mit 8. B. 



83 



Intelligenz -Blatt. 
Polygraphisch -illustrirte Zeitschrift 



für 



Kunst, Wissenschaft und geselliges Leben, 



mit 



72 Knnstbeilagen ans allen artistischen Drnckfäcnern, 

begründet von Herrn Hofrath Auer, Director der kais. kön. Hof- und Staatsdruckerei in Wien. 

7. Jahrgang 1860. 

Pränumeration - Preis 8 Thlr. 

Bei ganzjähriger Bestellung mit Prämie „Das Mädchen am Wasser" in prachtvollem Oelfarbendruck. 

Dm Originalgem&lde von AKorneckistim Besitze des Herrn Juitinath Labes in Berlin. 
rjöQe circa 2'/, Snp, Breite 2 5uß. Cabcnpreis 4 tQfr. 
Einzeln gekauft würden die 72 Kunstbeilagen mindestens den drei- bis vierfachen Preis des Pränumerationspreises bean- 
spruchen, abgesehen von den prachtvollen Prämien, weshalb dieses Journal als das wohlfeilste in seiner Art betrachtet 

werden kann. 



Wir halten es für unsere Ehrenpflicht, das unter den Auspicien des Herrn Hofrath Auer begonnene Journal 
auch im Neuen Jahre würdig fortzusetzen und haben sowol für den artistischen als literarischen Theil tüchtige Kräfte 
gewonnen. An artistischen Beilagen haben wir u. a. bereits erworben und stehen in naher Aussicht, Stiche, Entwürfe 
und Originalradirungen von Fr. Voltz, E. A. Kirchner, Ludwig Richter, Stöber, Schwerdgeburth, Merkel, Witthöft, 
Heureuther. 

Ferner Lithographien in Ton- und Farbendruck nach Originalzeichnungen von C. Sprosse, Pischinger, Labhaidt, 
Kretschmer, Swoboda, C. Werner, ausgeführt in den lithographischen Instituten von J. O. Bach, Beiffenstein & Bosch, 
Beubke, Stoufs u. a. und werden wir damit zugleich die im vorigen Jahrgang begonnenen Suiten im Neuen Jahrgang 
vollenden. 

Auch der literarische Inhalt des Faust wird wie seither theils unterhaltender, theils belehrender Natur sein und 
sich dem artistischen Theile würdig anreihen. 

3nhcrlt öer erften Hummer öee £a\ift 1860. 

Text: Eine moderne Ehe von Aug. Schröder - - Die Perlen von Dr. Reinbeck. — Eilreise in die Schweiz mit neuen Tellstudien von Hofrath 
Ludwig Bec/istcin. Die Früchte, Frauen und Blumen Indiens von A.n. W. — Skizzen aus Frankfurt a. M. von S. Soldan. 

Kwutbeilagen : Titel in Farbendruck von J. G. Bach und A. Werl, den „Frauen." — Der Dachstein in Tyrol, gezeichnet und lithographirt 
von Patachke, in lithographischen Kreide-Tondruck von J. G. Frilsche in Leipzig. — Goethe'» Portrait in halber Figur (Folio), 
gest von Schwerdgeburth. — Der blinde Geiger, Farbendruck nach Krettchmer, von G. Beubke. 

Hummer 2 in Jauft 1860 toirt unter anberen enthalten: 

Text: Eine moderne Ehe. Novelle von August Schröder (Fortsetzung). — Musik der Neger auf Surinam von Dr. Herrn. Lotte mit Musik- 
beilage und 14 Negermelodien. — Culturge3chichte in den Werkzeugen und Waffen von Hofrath Dr. Klemm mit Abbildung von 
seltenen Schwertern und Dolchen. — Die Korallen von Dr. Reinbeck. — Eilreise in die Schweiz von Ludwig Beckstein (Fort- 
setzung). — Skizzen aus Frankfurt a. M. von S. Soldan (Schluss). 

Kuntibeilagen : Der Rheinfall bei Schaffhausen bei Wassermangel. Aquarelle von Laihardt. — Negermelodien, typographischer Notensatz 
und Druck von Umlauf & Lader in Leipzig. — Abbildung seltener Schwerter und Dolche von Herrn Hofrath Dr. Klemm. — Das 
bedrohte Frühstück, Genrebild in Oelfarbendruck von A. Krettchmer. 

Adolph Werl, 

Verlags-, Buch- und Kunsthandlung. 



Leipzig, im Januar 1860. 



6. W. Körner' s Verlag in Erfurt: 

Brähmig, B, Choralbuch mit Texten. 1</ S Thlr. 

, Praktisch-theoretische Pianoforteschule. In zwei 

Cursen. a 2 Thlr. 

Davir, G, Geistlicher Männerchor. 2*/ a Thlr. 
Helfer, A., Schule des O-— 1 -" ; -'- T «■< «— 



Körner, O.W., Der praktische Organist. NeueAufl. 3Thlr. 
Lehmann, J. G., Praktische Pianoforteschule, I. 20 Sgr. 

, Harmonie- und Compositionslehre. 2 Thlr. 

Mettner,C, Praktische Violinschule, I. l s / 3 Thlr„ II. lThlr. 
Bitter, A. P., Die Kunst des Orgelspiels, I. II. ä 2 Thlr., 
III. 3>/s Thlr. 

TAnfsB«* _T n PknroltrAronialo Tn TTotygn^ ^ 1 & S§TT. 



84 



im Verlage von 

Breitkopf Ä Härtel in Leipzig. 

Beethoven, L. van, Op. 74. Grand Quatuor pour 2 Vio- 
lons, Alto et Violoncelle. Arrangement pour Piano ä 
4 mains. Nouvelle Edition. 2 Thlr. 
Tangmann, L., Op. 12. Scherzo pour le Piano. 20 Ngr. 

, Op. 13. Variationen über ein Originalthema für 

das Pianoforte. 25 Ngr. 
Lefebure-Wely, Oeuvres de Piano : 

Op. 132. Caprice militaire ä 4 mains. 1 Thlr. 
Op. 135. La Chasse. Fantaisie-Valse. 20 Ngr. 
Op. 136. L'heure del'Angelus. Fantaisie past. 18Ngr. 
Mendelssohn-Bartholdy, F., Andante aus der vierten Sym- 
phonie (Op. 90) für die. Orgel eingerichtet von Carl 
Plato. 10 Ngr. 
Mozart, W. A., Concert (Nr. 17 in Es dur) für 2 Piano- 
forte mit Begleitung des Orchesters. Neue vollständige 
Ausg. mit hierzu compon. Cadenzen von /. Moscheies. 
Mit Begleitung des Orchesters 4 Thlr. 15 Ngr. 
Ohne Begleitung 2 Thlr. 15 Ngr. 
Schmidt; O., Weibertreue, oder Kaiser Konrad vor Weins- 
berg. Komisch-romant. Oper in 3 Akten. Klavierauszug. 
Daraus einzeln : 
Ouvertüre für das Pianoforte zu 2 Händen. 15 Ngr. 
Nr. l a . Hochzeitslied (Gemischter Chor) 

Es zog ein Braut' gam mit der Braut. 8 Ngr. 
Nr. l c . Lied mit Chorrefrain (Bass) 

Ein altes Wort sagt, wie bekannt. 8 Ngr. 
Nr. l d . Brautlied mit Chor ad libitum (Tenor und Bass) 
Ich komme her mit Band und Strauss. 10 Ngr. 
Nr. 2. Duett. (Sopran und Tenor) 

Sie eilen fort, wir sind allein ! 8 Ngr. 
Nr. 2*. Romanze daraus (Tenor) 

Zu Augsburg war es beim Turney. 10 Ngr. 
Nr. 4*. Ständchen (Bariton) 

Liegst du schon in sanfter Ruh. 5 Ngr. 
Nr. 4 b . Trompeterlied (Bariton) 

He! Holla 1 Liebchen, aufgemacht! 5 Ngr. 
Nr. 6. Terzett (2 Soprane und Tenor) 

Kommt herein, leis' und sacht. 15 Ngr. 
Nr. 8*. Schwäbisches Volkslied (2 Soprane) 

Ach Herzle, lieb Schätzte, wie fällt mir's. 5 Ngr. 
Nr. 9*. Trinklied (Tenor und Bass) 

Der Wirth, der bat ein Fässlein. 8 Ngr. 
Schumann, R., Op. 115- Musik zu Manfred. Die Orchester- 
stimmen 5 Thlr. 

cPusiklkn-JItfltJH 

von 

B. Schott's Söhnen in Mainz. 

Beyer, F., Repertoire des jeunesPianistes. Op.36- Nr. 96. 

Un BhIIo in Maschera. 45 kr. 
, Souvenirs de Voyage. Op. 126. Nr. 15. Daghela 

avanti. 45 kr. 
Blumenthal, J., L'Etoile du soir. 3. Valse. Op. 52. 54 kr. 

, Marche du Vainqueur. Op. 53. 54 kr. 

Gerville, L. P., Friere d'une mere. Nouvelle Harmonie. 

Op. 66. 45 kr. 



Goria, A., Herculanum. Caprice artistique. Op. 96. 

1 fl. 12 kr. 

, Vieux Menuet. 18 kr. 

Gottschalk, L. M., Pastorella e Cavagliere. Op. 32. 

1 fl. 12 kr. 

, Danza. Op. 33. 1 fl. 

Hamm, J. V., Trauermarsch, L. Spohr geweiht und mit 

dessen Portrait geziert. 27 kr. 
Herz, H., Ernestine et Celinie. Valse. 27 kr. 
Osborne, G. A. , „Cielo il mio Labbro" de Bianca e Fa- 

liero. 45 kr. 
Wolff, E., Luisita. Valse brillante. Op. 218. 54 kr. 
Kufferath, H. F., et H. Leonard, 6 Morceaux caract. p. 

Piano et Violon. Nr. 3 et 4 U fl. 
Becker, J., 3 Morceaux de Salon p. Violon avec Piano. 

Nr. 1. La Veille des noces. 1 fl. Nr. 2. La Brise du 

printemps. 45 kr. Nr. 3. Une caprice. 1 fl. 12 kr. 
Servais, F., O cara memoria. Mel. de Carafa. Fantaisie 

et Variations p. Violoncelle av. Piano. Op. 17. 2 fl. 

24 kr. ; avec Orchestre 4 fl. 48 kr. 
Stasny, L., Potpourri sur la Triviata p. petit Orchestre. 

Op. 75. 3 fl. 12 kr. 
Batta, A., Priere ä la Vierge (Gebet zur heil. Jungfrau). 

Mel. religieuse avec acc. de Piano. 18 kr.; avec Orgue- 

Melodium 18 kr.; av. Piano, Orgue et Violoncelle 54 kr. 
Heyer, A., Mosel weinlied, für 1 oder 4 Singstimmen mit 

Ciavier- oder Guitarre-Begleitung. 18 kr. 
Lyre franeaise. Nr. 779. 780. 781. 782. ä. 18 kr. 

Jta JffusiliaUen 

im Verlage von 

Carl Luckhardt in Gassei. 

Bott, J. J., Op. 20. Drei Lieder für eine Singstimme mit 
Begleitung des Pianoforte. Nr. 3. Dahin. 5 Sgr. 

Eschmann, J. C, Op. 35. Grillenfang. Acht kleinere Stu- 
dien für Pianoforte. Nr. 8. Epilog. 10 Sgr. 

Jansen, F. G., Op. 12. Vier Lieder für eine Singstimme, 
mit Begleitung des Pfte. Nr. 4. Liebesaufruf. 7*^ Sgr. 

, Op. 17. Fünf Lieder für eine Singstimme, mit 

Begleitung des Pianoforte. Nr. 5. du, vor dem die 
Stürme schweigen. 10 Sgr. 

, Op. 21. Zwei geistliche Gesänge für gemischten 

Chor. Partitur und Stimmen. 25 Sgr. 

, Op. 23. Valse-Caprice pour Piano. 12 1 /« Sgr. 

Schumann, R., Op. 113. Mährchenbilder. Vier Stücke für 
Pianoforte und Viola. Arrangement für Pianofort zu vier 
Händen von F. G. Jansen. 1»/, Thlr. 

Schuppert, C, Op. 7. Vier Lieder für vier Männerstimmen. 
Ständchen. Volkslied. Die Heimath. Waldlust. — Par- 
titur und Stimmen. 22'/a Sgr. 

Sennai, G., Hirten- Polka für Pianoforte. 7 J / S Sgr. 

, Galopp. Nach einem Motive aus dem Liebestrank, 

für Pianoforte. 7'/a s gr. 

Weissenborn, E., Op. 24. Scheiden. Walzer für Piano- 
forte. 12'/j Sgr. 

, Op. 25. Cölner-Rheinbrücken-Promenaden- 

Polka-Mazurka für Pianoforte. 7'/a Sgr. 

,0p. 26. Roderich-Galopp über das Lied „Agathe" 

von F. Abi, für Pianoforte. 7 , / 2 Sgr. 



Trud Mn VroDcfb ©<6n<ui* in l'ri£;ia. 

$ter}ii eine {Beilage »on Carl iftrrfeburger in JT(tp?tg. 



■m Man 3>Ma*i>t «MM« ■Mtmti* 
) Mmms an 1 rtct lift*"»«. fwt 
tat luM m M Bwamin lllj XMi, 



ieipstfl, öeti 2. gutta 1860. 

SÄeue 



Eeitscfyvift füt 




Unfittfr«-« Hub J 



U0tk* 



/rnnj SrenÖet, SerantmorttidieT Stebadcut. — ISerlegeri t. tf. Xdfjnt in Cttjljia,. 



«t«i«riii'f*r8ni*«ftlRirfitS. (Ä. B*6it inSttlia. 

«(tratet Btt| u j}6ri*. 

Uiilu nitaartfia., ktualaal Euknf* in Softan. 






I. Mitnana • t™». in ftr» f trt, 

C Mnaniia) ii (Bin. 

■•>. JtiiMlia in tBai(a)aa. 

C »»if« * Aacalt in «*U<HtIf*l«. 



SM «>t : SSt(t»iW«»8W ***« Mt 6«|e Orgrl i« tti Rica! alHT*)- m teipitg um 
£. dtdlrntstg. — S)agnci*l *ni»»d auf bir *iitit «■ SrrNo), — 1*1 

Sein«. — 8af (Jianlfiirt a. St, C6ort(et«nä). — «eine jrittug: ««*■ 
wfPMbenj; Iaa(*ä('*l*"i SemlMitl. — anteliaeaitlatt. 



^aüft)ei(un0en 



66« hie tuw #nt. griebriiti Subeaoft in SBei^eitftlS 31t «* 

twotiibe gioft Orgel in b« Kitofaifirdic ju üetwig. 

Von 

Dermann $<*)' Utnlurg., 

Crgaaiß an gcnaaiirtt Bi»ai». 

SDie bisherige Orgel ber 5ßicoIaifir6e rourbe in Den Oab> 
«n 1790—93 son beu ©ebtübern I rampeli auÄ Stborf 
erbaut unb im letztgenannten 3ab,re oon bem tffiuflMltr. fil- 
ier in ?eipjig unb bem Organiflen 91 icoloi an« ®3rti(j 
übernommen, ©ie galt in bei erfteit 3*it ifereG IDafeinö für 
ein befonberS gelungene« 3B«f itj« (Stbautr, beren einem, 
bem älteren ©ruber, bte ftunp, allen Stimmen ifcrett eigen« 
tt)finiürl)en 2<m ju geben, tnobur$ biefelben bei glei$jettig 
oermenbelem beften Material ben ® Über man n'fdjen gleich 
geßeUt \a »erben cerbienten, bem anbeten, jüngeren ©ruber 
aber bie SRtifletfdfaft in Anlage unb BuSfflbrung be« 9?egier« 
werfe« nacbgcTübmt wirb. Hud) (öS ftd> Hbt Sog lex, Der 
auf biefrr Orgel Soncerte gab, lobenb üter biefelbe geäußert 
fa,a6eu *), 

*) 3*w* bet Snfjerlr ftltenen nnb fettfamen Programme jener 
(Eonctrte bet merhoürgigen Slamtrt finb mir im ©taube nnb motten 
ttii nitbt unterlagen bi« aufjufü&Hn: 

© r 5 e\ - <f[or\ c tri 

»6t Boglct 

Ib tu 

llitgfai-ItirdV- 

SMUUrftaif, tu». «»rfUWi. 

1) SRarfn) brr ©erabbtntr-SÜttr in ©üxlbelm. 

2j Baicarolle de Veoiae. 

8) Social in (HXmmtropljrljgifdHr Xonart in it mit ber Serjeii^nmifl 
»on 2 ', norflbei ba« neue eboral'€tt{)tm Stuff^lug gitbt (H-c-d- 
e-f'g-t-h-tnmip. A-b-c-d-e^f-g-»). " 

1) jttrrafftntieb ber Hfrifnntr, toenn ftt Jtata) ftam^fen, nm itre $«• 
raffen ju oefefligen, 100 immer nieajfeiBKife tinft^or fingt nnb mbt, 
mäbttnb bem ber anbere flampft. 



benannte Orgef, bte 49. bei »on ben ©eferilbern Iram- 
»eli erbauten, mar in iljrer ©ilpcfittcn ber © über mann'« 
fd)tn in ber fatydifajcn ©pffiraje gu 3)re<ben bii auf einige 
^tebenftimmen naa)gcbHbet, nnb enthielt auf bret SRanualen 
unb $eba( 49 (bie Dre«bener 46) Stimmen. 

Obcrtpcif. 



^anbtverf, 
$iin«bal 16' 
OuintatBn 16' 
Octaoe 8' 

»iota ba Samba 8' 
9ro^rf!5te 8' 



1. Principal 8' 

2. »orbun 16' 

3. glanto 8' 

4. ©ebalt 8' 

6. ©em^oru 4' 



ö) glBrtn-Soncert OTrare, Knbante tttitQtba, »onbc, ne btiXbrma 
nur ant 3 Zünen bejtebt. 

6) 3>ie tJttaatrnng oon 3erid)o: 

■) üerael« (Bebet. 

b) XrompetenftbaK. 

o) Umflflrjung ber SBauem. 

d) ®iegreidt>er öinjtig. 

7) ^Snbelt ioAtlaia, eine guae ja 2 Xbemen, toomit ein tritt** eer> 
bnnben toirb. 

Sinlafi-SiÜete ju 16 (Brofcben ftob in ber Bttittobf nnb $ärtt1- 
fdjen aHufUfranblung unb beb i)ni, ©ttgtr, btr SkolaoSird)« gnabt 
über Str. S98 jn baten. 
NB. $cr6eraBbtnen>3Rarfc$ nnbbatBarc&roll« finb in einer ©mnnT 

lung eioMtrnDdt, fott« bat Sboralfpfltm beiereittabf nttb$5rtel 

in baben. 

Xwr Anfang ift brfieifl um 4 Ubr. 

•Cvfler tbeil. 

11 Sictal : ffiie f njBn le na>tet ber Stoigenftem. 

2) 6t(|d>tad)t unb Sttfturm, too Xrotnmetrübren, 9tational'lerifge' 
mupt beiber glotten, «tweguna ber @d)iffc, Srauftn ber SSBwtn, 
AanDnenfdjflffe, ©ef^tei ber JBeruunbeten flebBrt toirb. ffien «Je* 
fnjlnfjmadjt betgttubtngtkngbetpegreicbtnglcttt unter itriiKerie» 
©oloe unb ganfortn tön itompeten unb Routen. 

S> fn^mne. 

4) glBten'&oncert : Megro, Snbante, Stonbo. 

&) SSbaiierfabrt auf bem Sljtin, vom Xanner nnterbioibeit. 



©er ¥f«tm Hiwrere. 



3o»tjter «beil. 



einIo6*eittttt jn 16 @iofcb>n nebft bem (atetniftben Xert mit 
beutfdwr Ueberfetjung ju 1 @Tofd)en^nb in ber S3rcit[e|H unb J£>5rtel' 
[djtn sRufi^anbtung unb ben ijtn. ©etjjet, ber 9ticolai>8irä)e gtiabe 
über Ar. 6W8 ,u baben, 

3)er flnfana ift brltis um 4 Ubr. 



86 



7. Spifcflöte 4' 

8. Octaoe 2' 

9. Quinte 3' 

10. SRoljrflöte 4' 

11. Gimbel 3fadj 

12. äKirtur 6 „ 

13. Kornett 4 „ 

14. gagott 16' 

15. Drompete 8' 

öruftroerf. 

1. Principal 4' 

2. ©ctaft 8' 

3. Guintatön 8' 

4. 9?c^rflöte 4* 

5. Sfaffat 3' 

6. Octaoe 2' 

7. Ouinte l 1 /«' 

8. Sif flöte 1' 

9. ÜHijtur 4facb 
10. ftlauto bot. 8' 



6. Octaoe 4' 

7. ftobrflöte 4' 

8. SRaffat 3' 

9. Octaoe 2' 

10. Quinte 1»/«' 

11. glageolet 1' 

12. 3Kirtur öfacb 

13. 6cbo Gornett 6fad 

14. ©erneuern 8' 



$ebal. 

1. Unterfafc 32' 

2. ^Jrincipalb. 16' 

3. Siolon 16' 

4. $ofaune 16' 

5. Subbaß 16' 

6. Octaoe 8' 

7. Octace 4' 

8. OTijtur 6 fad) 

9. trompete 8' 
10. Slarino 4' 



9?acb bem über ba8 2Ber? unb feine (Srbauer oernommenen 
Urteil muß e8 oerrounbem, baß ein fo oorjugticb.ee dnftru* 
nient fchon nach bei fiirjen Dauer oon nur 60 unb einigen 
darren gaujlid) aufgegeben wirb ober aufgegeben »erben 
muß unb bie ftrage nacb, ben ©rttnben, welche bierju beftimm« 
ten, ift eine gerechtfertigte. 

iDenn wir und baljer juerft mit einer (Srlebtgung berfel« 
benbefaffeii, fogefdiiebt bieflnur in berSlbficbt, um ben rechten 
8lu8gangäpnnct für unferen $auptjwecf ju ftnben; mir werben 
baber nur Stbatfacben anführen, otjne und in ju weite fritifebe 
Speciafitaten ju »ertiefen. 

'■dei bem 3roerf e ber Orgel, beu©emeinbegefang ju leiten 
unb jur (Erbauung beizutragen, banbelt e8 fid) »or Slflem um 
bie SBirfung, foiucl um bie SBirfung ber Stimmen im (Sinjel» 
nen, al8 in ber üJ?affe, atfo um Gtyarafter in ber @iiijel« unb 
um Äraft unb 9iad)brucf in ber ©efammtroirfung. 

Die äöirtung ber Stimmen im (Sinjelnen antangenb, fo 
roar biefelbe in golge ber febwacben 3ntonation, welche man 
ber Orgel gegeben hatte, ober bem 2J?aterial unb ber Sonftruc« 
tion be« ^Jfeifrocifeö, fomie bem geringen SBinbgrabe nacb geben 
mußte, wie wir bafb fefyen »erben, eine burdtgängig meidje, 
unfraftige. Scbicfte fid> ber weiche Älangcbarafter wol für bie 
fanften 8« unb 4füßigen fabialftimiuen, fo roar er bod) ein 
gänjlid) verfehlter ober geftaltete fid» au8 ben angegebenen llr« 
fachen a(8 »erfeblt für bie übrigen Stimmen, dm $auptmerf 
waren Principal unb Ouintatön fo unbebeutenb, ja erftereö fo 
nicbtSfagenb, baß forool bieje alö aud) bie übrigen realen 
8» unb 4füßigen Stimmen bei Kombinationen mit ben g;mifd)* 
ten Stimmen nid)t »ermoebten, tiefen alö Detfung ju bicuen 
uub ftüllimg ju gewähren. Daher fcominirten in foldiem gatle 
bie gemijditen Stimmen biefe« Sla»ier8 trotj ir)reö geringen 
unb biinnen Armee, teffen flatteriger (Jharafter aisbann befto 
auffallenber unb unangenehmer für taö ©ebör bercortrat. 3m 
Dberwerf, beffe» Stimmen in richtigerem SBerhältniß 31t einan» 
ter ftauben, fab e8 etroa« beffer aud. Die Sldjt* unb Vierfüßer 
biefeö ßlarierö gaben eine fanfte, jarte uub bie gemifebten 
Stimmen eine angenehm gefcbavfte Tonfarbe. Da« britteSla« 
01er entbielt mehrere für jarte Qiffecte geeignete reale unb ge« 
mifebte Stimmen, roar aber bei feiner unjuoerläffigen, leicb t ju 



Störung füljrenben 93eb,anblung«art fafi unbrauchbar. 35a« 
5ßebal taugte in feineu fecbSjebjifüßigen $?abialftimmen, einen 
Subbaß aufgenommen, ganj unb gar s Jcid)t8. ^Srincipalbajj, 
SJiolon uub Octaobaß 8' tönten jufamnien fo teife, wie eine 
einzige fecbäjetmfüßige Stimme guter (Sonftruction. SJon ben 
9?cl>rwerfen waren bie trompete 8' im ^auptwer! unb bie 
Slarine 4' im ^ßebal, obwol ebenfalle »on roeidjem, aber eblem 
Jon, ju Selcfätyen roo^l ju brauchen; (Jagott 16' im $aupt= 
werf unb Irompete 8' im s 45ebal aber wegen ibrefi ^äßlicl^en 
plärrenben Jone« unoerwenbbar; bie^3ofaunel6', 9?icb, t€ weni« 
ger als prompt in ber Slnfpradje unb leicht oerftimmbar, wirtte 
unbebeutenb. 

9lu8 ber gegebenen (S^arafteriftit ber einzelnen Stimmen 
laßt ftd; bie ©efamnitwirtung leidjt erraten; SÖJangel angüHe 
unb SdjaOarmut^ ergeben fid) non felbft unb waren aud) wirf» 
lid) ba8 b,auptfäd)lid)e ©epräge unb ©ebrecb,en Der DrgeL 
Sdjon fe^r früb. b,atte man trof gerühmter SSortrefflid)feit 
biefen ^auptübelftanb erfannt unb gefugt i^m einigermaßen 
abhelfen, inbem man bei Gelegenheit Don {Reparaturen, 
»eldje leiber ba8$auptmoment in ber?eben8bauer biefer Orgel 
bilben, für einige unn>efent(id}e Stimmen anbere, ben äioüflang 
förbernbe einfette. So im ^pauptwerf bie dio^rflöte 4' ftatt 
ber urfprünglidjen lerj 2'; im Oberwert ebenfalls 9tob.r= 
flöte 4' ftatt ber urfprünglidjen Serte 1'; im <ßebal ben fd>on 
erwähnten Subbaß 16' ftatt ber urjprünglidjen Ouinte 6'. 

Sntbebrte unfere Orgel jebe8 33ollflange8 unb burdjgreifen« 
ber Äraft felbft im leeren Sirdjeuraume uub ermöglichte fie bei 
bem fanften, ftitlen S^arafter i^rer Stimmen nur eine »erhält» 
nißntäßige flraftäußerung, fo mußte bie an fid) geringe @e« 
fammtiuaffe bei gefülltem ober öollbefeßtem Äirdjturaume auf 
ein nod) biel flcinere8 9Jcaaß, bi8 jur Iroden^eit uub Dürf» 
tigfeit, fyerabgebrücft werben. Unb fo fam e8 bei ftarfem Sir« 
cbenbefudj, beffen fid) bie Üiicolaifirdje ftet8 rühmen fann, baß 
felbft ba8 ootle '-Bext jurgüllung be8 großen ftird)enraume8 unb 
jur Rührung einer fo jabjreidjen 93erfammlung fid) alö uuju» 
reidjenb erwies. SSeim gleichzeitigen Spiel auf jwei Slauieren 
war man, um ben Cantus firmus jo biel als möglich ju marfiren, 
genöthigt, bie fämmtlid)eu Stimmen be8 .Ipauptroerfeä, ju benen 
burd) Koppelung nod) bie jur ^Begleitung gejogenen Stimmen 
be8 Obermerfe« fainen, ju nehmen; unb bod) blieb bieSSirfung 
be8 Cantus firmus, bem 20 unb mehr Stimmen jufielen, unter 
benen Trompete 8', SDcirtur 6fad), Simbel, Ouinte, Octaoe 2', 
Kornett 4 fad) jc., immer nur eine genüge. 

3n ftoLy t>eS 3)?angelü fidjernber Leitung, bei weniger 
befannten iÜcefobien, fteter Unfidjerbeit, Sdjwanfung uub SJer« 
wivrung piei$a.ea,ebcri, ober bei ben befanittereu ben eigenen 
Ö)eg geb^enb, »erfiel taher audj ber ©efaug ber ©eiucinbe, wie 
überhaupt ber niaffenhafte SJelf^gefang nur ju leid)t, in bie 
gehler bc8 Sd)leppen8 unb 3' f b e "$ im 3 ei,maa B e nno *** 
Öaljcbfiugenfl; beim ber Orgclflang, in biefen fällen »on ber 
©eiueinbe üiertont, trat nur in ben Raufen beutlid) beroor, 
unb Diente auf biefen Jtuhepuncteii wenigftenö baju, ber ©e» 
meinbe wenn and» nur jur inomeutanen (Smigung ju »erhelfen. 
SWeiuheit im Singen unbrid)tige, bemL'iebd>arafter angen'effene 
S3eiccgung icar felbftDerftiiurlidi nur bei Keinen Serfaiumluu» 
gen ju erreichen. Jpier erft erlangte ber Orgauift Selbftftdn« 
bij]Feit foiool in Jjpinfid)t auf bie Leitung bc8 ©efaiigefi, al8 auf 
bie fünftlerifche SÖefpanblung feine8 3nftrumente8; beim außer« 
bem hing er ja ganj oon ber ©eiueiube ab unb war genötbigt, 
fid) in allen biefen Dingen paffio ju »erhalten. 

2Bie fdjallarm überhaupt bie Stimmen biefer Orgel waren, 
möge nod) barauä beroorgehen, baß man beim Spiel mit ber« 



87 



vortretcnbem Cantus firmus bem $auptwerf e feine jtoei©ed)«« 
jebnfüßer (^rincipal unb Ouintatön) obne SBeeinträdjtigung 
ber fdjarfcn ©timmen laffen, beim fanften ©piel auf bem 
Dbermerf hingegen ju einer einjigenglote8' fämmtlid)e£abial« 
baffe (Principal 16', ©ubbaß 16', SSiolon 16', unbDctate 8') 
vermenben tonnte, unter benen ber fd)on ermähnte neu gebaute 
©ubbaß faft allein ben 83aß repräfentirte. 
(Sottfttung folgt.) 



Utoper's flntroort auf öte Kritift oon §. BerKoa*). 

ÜWein liebet SBerlioj ! 

Sil« un« cor fünf darren in üonbon ba« ©d)icffal ju« 
fantmenfübrte, fdjmeidjelte id) mir, Oljnen gegenüber infofern 
im Sortiert ju. fein, al« id) Ofjre SBerfe voQfommen ju ver- 
fielen unb ju mürbigen vermöchte, wätyrenb Sie Oljrerfeil« 
fid) von ben meinigen nur unvoUftänbig einen Segriff matten 
tonnten, ba fte bie beutfdje Spraye nidjt rannten, ju ber meine 
brainatifdjen ©d)öpfungen in einer fo innigen 33ejiebung fteb,en. 

Od) fetye midj beute gejmungen, biefe« befd)eibenen SBor« 
tbeil« ju entbehren, ©eit 11 Oabren ftnbe id) mid) außer 
©tanbe, bie Onteipretation meiner eigenen SBerfe ju genießen; 
id) babe e« fatt, ber einzige Deutfdje ju fein, ber nodj nid)t eine 
äuffüljrung be« „Sobengrin" angehört &at. 

9cid)t e^rgeijige $läne, nidjt Hoffnung auf ©elberwerb 
baben mid) baju Veranlaßt, in granfreid) @aftfreunblid)feit für 
meine Ükrfe ju erbitten. Od) bin einzig burd) benffiunfd) baju 
befttmmt werben, b,ier meine ÜWupfbramen mit franjöfifdjem 
lerte jur Sluffüfjrung gebradu ju feben; unb wenn baö^Jubli« 
cum bie greunblidjfeit bätte, demjenigen, ber fo oiel ÜHüb,e 
auf juwenben Ijat, um nur enblid) einmal feine eigenen ©cböpfun« 
gen ju ©ebör ju befommen, feine ©bmpatbje ju fajenfen, fo 
würbe id), mein lieber SBerlioj, aud) ganj gewiß meinerfeit« 
bie ©enugtbuung erhalten, ton Sljnen oerftanben ju werben. 

35er Strtitel im Journal des Debats, ben ©ie meinen 
(£cncerten ju wibmen bie ©üte Ratten, enthält nid)t allein für 
mid) febr f<bmeid)elbafte Dinge, für bie id)6b,nen meinen Danf 
abftatte: er giebt mir aud; bie oon mir mit Regierte ergriffene 
©elegentyeit, dbnen etlidje fummarifdje Erläuterungen barüber 
jutommen ju laffen, wa« ©ie „3ufunft«mufif" nennen, unb 
womit ©ie Oj)re l'efer ernftfyafter SSJeife unterhalten ju muffen 
geglaubt baben. 

©ie alfo meinen aud;, baß biefer 9came wirflid) eine 
©djule umfaffe, beren$aupt idjfei? Daß iebmir etneSfdjönen 
läge« vorgeht babe, gewiffe ^Srincipien feff juftetten, gewiffe 
liefen, bie©ie in jmei ffategorien tbeilen, oon benen bie erfte, 
unbebingt vonObnen angenommen, feit langer 3 e ** »on Geber« 
mann erfannte S33ab,i beiten in fid> f abließt ; oon benen biejweite, 
bie Obre SDcißbiQigung fmbet, au« einer 9ieib,e von Slbfurbitä* 
ten beftebt? — 2)iid) Der läcberlidjen Sitelfeit ju Reiben, al« 
ob id) alte ©runbfätje für neu auSjugeben beabficb,tigte, ober 
ber tbSrigten Slnmaßung, al« unumftöfjlidje ^rinciuien aufju» 



*) Sie beutfije treffe bat fld>, wie unferen fefern betannt ift, 
beeilt, bie ©erlioj'fdje Sritif über SB a an er'» ttoncerte jum 9bbrud 
ju bringen, fo bag e« nia>t nStbia fein bürfte, an biefer Stelle über ben 
Snbalt berfelben noa) Gtwa« «u fa^en. SBir ballen e« baber für unfere 
$flid)t, je(}t bie foeben in ber Presse theatrale »om 26.gcbruar erfd)ie« 
nene Stntnort Saqner'« in wortgetreuer Ueberfegung mitjutbeilen. 
S3ei biefer (Selegenbeit wollen wir ni<bt oerfeblen, auf bie bemd)nete 
^arifer 3*itf<bnft aufmerffam ju maajen; fie bringt »ielfaa £ 9|adjridj« 
ten über bie Vertreter be« g 



fleOen, wu» man in allen ©pradjen 3)ummbeiten nennt, biege 
ju gleicher 3eit meinen Gbarafter »erfennen unb ba« ©i«d>en 
OnteUigenj, ba« mir ber $immel bat ju Z\)t\i werben laffen, 
befdjimpfen. 3b,re Srplicationen in biefer Sejte^ung, geftatten 
©ie mir e« ju jagen, ftnb mir etwa« unbeutlidj Dorgefonunen; 
unb ba id) Obre freunbfdjaftlidje Sb'ilnabme »ollftänbig fenue, 
werben ©ie e« fieber für wünfd>en«wertb eradjten, bafj id) 
©ie au« Obrem 3weifel, reep. au« Ob. rem Orrtbum berau«jieb.e. 

(Erfahren ©ie benn, mein lieber SBerlioj, baß ni(bt idj 
ber (grftnber.ber „3ufunft«muflf" bin, fonbern vielmehr $r. 
$rofeffor$3if<boff in (Jöln. Gelegenheit jum@ntfteb.en biefe« 
bob, len äu«brud« gab bie^erau«gabe eine« meiner SBerfe unter 
bem Eitel: „Da« ftunftwerf ber 3ufunft" cor etwa 10 Oab,» 
ren. 35iefe« Sud) flammt au« einer 3«'» wo ernfte (Sreigniffe 
mir auf längere 3"t bie^8tü«übung meiner Äunft unlerfagt 
Ratten, wo mein ©eifi, burd) bie (Erfahrung geftärtt, fid) in 
vertieftem ©tubium ber Äunftprobleme fammelte, bereu Jöfung 
jeberjeit mein 3>?(punct gewefen war. 

Sluf folgenbe SBeife aber würbe id) jum ©djreiben oeran> 
lagt: Om Oab,re 1848 war id) beftfirjt über bie unglaubliche 
3Kifjad)tung, welcbe bie 9tecolutien für bie Shinft an ben lag 
legte, um bie e«, wäre bie fociale {Reform geglüdt, mit ein ein 
©d)(age getb,an gewefen wäre. 911« id) ben Urfadjen biefer 
ü)(ifjad)tung nad)fpürte, fanb id) ju meinem großen ©rftaunen, 
baß e« faft biefelben waren, bie ©ie, mein lieber Serltoj, 
eeranlaffen, feine ©elegenljeit »orübergeb,en ju (äffen, ob.ne 
Ob.rer ironifdjen Saune im@ebiete ber öffentlichen Äunftanftal' 
ten ben 3 u B e ^ fließen ju (äffen, unb id) tbeilte ob.ne Weitere« 
Ob.re Ueberjeugung, baß bie Onfiitute biefer 9lrt, bie Ibeater 
im ungemeinen unb bie Oper im Sefonberen, e« finb, bie in 
ibrem SJerbältniß jum publicum »on ©infliiffen abhängen, bie 
ber reinen, ber wahren ftunft fd)nurftrad« juwiber laufen. 
Dort ift bie Äunfl in ber I^at nur ein $3orwanb, unter bem 
man, mit 3lufred)terb,altung be« äußerlid)en Shiftanbe«, er° 
folgreid) ben frioolften ©elüften be« großftäbtifdien publicum« 
fcfametcbelt. 

(64In» folgt.) 

aus Tüeimar. 

@b.e id) in meiner S8efpred)ung be« UBeimar er muftfa« 
lifdten ?eben« in biefem ©emefter fortfahre, wiQ id) Ob^nen 
oorerfi bemerfen, baß mir un« auf außerorbentfidje ©enüffe 
gefaßt gemadjt Ratten, bie benn freilid) burd) ©djulb ber aud) 
in SBeimar me^r al« jutiel vertretenen „SDiebiofratte" bebeu« 
tenb l)erabgefttmmt würben. 

6b,e ia> nun junäd)ft jum jweiten Slbonnementconcert ber 
Eapelle überget)e, fei e« mir nod) vergönnt, eine 9?acbfeier be« 
©d)itlerfefte« von ©eiten be« f efefränjd)enö ju berühren, 
©on Sebeutung war für un« ein Irio oon SSenbel, fowie 
bie melobramatifd)e Bearbeitung ber SaUate: „Der ©ang 
nad) bem (Sifenb.ammer" oon ©d)iller von bemftlben Sern« 
poniften. Seibe ßempofitioiien, fowie mand)c« änbere, wa« 
wir von SBenbel fennen lernten, bered)tigt ju guten (irwar« 
tungen. fifjt'« Äiinftler'geftjug, befonber« für biefe geier 
beftimmt, würbe in vierbänbigem Arrangement von ^}flug = 
b,aupt unb SBenbel febr gut vorgetragen, ©ie ift au« 2Mo« 
tioen ber jtfinftlercantate unb ber „Obeale" jufammengefe(jt. 
Den ©djluß Wfk»»» »ntf« effectoone« Duo für Sioline 
unb ?iauo. 

Da« jweite Slbonnementconcert würbe mit „WeereöfliOe 



88 



3oljn au« £alle eyceUirte mit jmei ©efangpiecen, bie aller* 
bing« feinen red)ten eoncertanfhid) fallen, ftammermufifu« 
©aut trug, abgefefyen »on einigen 2leußerlid)feiten, Weißi* 
ger'« ^tyautafie für (ülariiiette redjt gelungen cor. (Sbenfo 
läßt fid) »on bem SJortrage unfere« neuen glötiften, $rn. 
SBinfler, ber eine 'JMjantafie »on $einemeber auf ber ÜHe« 
taOflöte büe«, red)t Sortljeilljafte« fagen. Die Ärone be« ßon« 
certe« bilbcte jeced) granj ©djubert'« färben* unb pljanta* 
fiereidje ©bmpljonie in S bur, meldje Ijier jum erftenmat, 
fociel un« befannt, öffentlich ejecutiit mürbe. Da« ^errli^e, 
wenn aud) Ijier unb ba etwa« gebeulte SBerf erwarb fid) burd) 
feinen üppigen färben* unb ©ebanfenreid)tl)uiti ben größten 
Erfolg. 

Die britte 2luffüb,rung begann mit $>ector 93 e r I i o 3* 
S3e^mrid)ter'Du»ertnre. SBenn wir nun aud) einige« in ber* 
felbeu anber« gemünfdjt gälten, fo finb mir bod) für bie SSor* 
fübjung tiefer feiten gehörten eompofition be« geiftreidjen 
granjofen banfbar. hierauf Ratten mir ©elegenljeit, im« 
feren b,od)begabten @oncert»ü)c. ©inger in bem Soncert 
»on ^Jaganini ju bewunbern. Die Sompofition bot in rein 
inufifalifd)er$iufid)t weniger Sntereffe, um fo meb,r aber ©in- 
ger'« tabellofe £ed)nif unb geiftige Jluffaflung, fo baß ber 
Iieben«würbige fiünftler ftürmifd) gerufen würbe. Die@efang* 
foli b,atte grau eapeü*2W. SBettig, bie SBittroe be* leiber ju 
früt> »erfterbenen eapell*9)f. Sari SBettig in Srflnn, (wol 
einem ber beften ©djüler be« Scipjiger SonferDatortum«) über» 
nommen. ©ie fang bie Dcean=$lrie au« „Oberen" unb eine 
Slrie t>on ÜBojart mit ungewöhnlichem 93eifall, unb würbe 
ebenfo wie unfere rül)mliu>ft befannte $arfen»irtnofin grau 
Dr.^Sob,!, weld;e einSWonbo Don ©obefroie »ortrefflid) »or* 
trug, ftürmifd) gerufen. SBeetb,ocen'« adjte ©binptyonie bilbete 
ben »ürbigen ©djluß. Da« Allegretto cherzando mußte auf 
allgemeine« ©erlangen wieberfyolt werben. 

Da« eierte (lefcte) Sencert würbe mit ©djumann'« 
5lJ?anfreb=Ou»erture eröffnet, worauf grl. SBergfyau« 2Wen« 
bel«fob,n'8 ßoncettarie mit fd)öuer ©timme unb correctem 
SJortrage au«fiib,rte. ©tatt ber SIrie au« SRoffini'« Stabat 
mater bitten wir lieber eine gelegenere @efang«compefitioii 
gehört. £r. ©rün, ÜWitglieb ber ßapelle, jeigte fid) inöeet* 
Ijooen'« D bnr«(5oncert al« ein red)t warferer 33ielinift. Die 
lefete Ücummer bilbete Seetb.o»en'«^aftoralfbmpb,onie, weldje 
ftd) ungeweljnlic&en 93eifall erwarb. Urfprünglidj blatte man 
aud) eine »on Sif jt'« fbmpl)onifd)en Dichtungen — irren wir 
nid)t, fo war e« „ÜJiajeppa" — jur Darflellung bringen 
wollen; allein S? i f 4 1 b,atte fid) unter ben obwaltenben Umftän> 
ben eine foldje »erbeten. 

Obwol man feit Oab,ren eifrig nadj bergfeidjen Äuffüfc« 
rungen »erlangt fyatte, fo war bod) bie 93etb.eiliguug, nament* 
Iid) in ben erfieu ßoncerten, eine nur mäßige; am fd)wäd)ften 
War bie haute volee uertreten. — einen befonberen ©eiuiß 
bot bie ©eiree nnfer« ^ianiften {Robert •ißflugb.aupt am 
16. December. 93eetl)o»en'« Xrio Dp. 70 9er. 1 würbe »on 
ben§$.gleifd)b>uer unböürdjl (Witglicberntereapede), 
fomie com Sonrertgeber mit gutem 93er|"tänbniß au«gcfül)it. 
jfrl. 93ering, eine ©diülerin unfer« trcfflidjen JJauinier* 
fäuger« ». ÜJJilbe, fang bie 2lrie au« „3pb.igcnie in Sauri«" 
von ©lud, fomie jwei i'ieber: „@ute 9^ad)t" ton ©d)iibert 
unb „bie ermartung" »eil Senbel, jum Daufe be« publi- 
cum«. ü)cab. ©opbie ^flugb,aupt erntete burd) SMiit'« 
Gtube in 91«, fowie burd) 9Henbel«foIjn'ä ^ieto ob,ne ©orte 
(Dp. 53, 9?r. 3) uerbienten «pplau«. — einem on dit jufolge 
fteb,t uu« jum 8. Slpril b. 0. — jum ©eburtötage ber ©roß* 



b,er3ogin — ein muftfalif dier $)od>genuß — W a g n e r'« „Iriftan 
uub 3folbe" beoor. 

Die im corigen3ab,re begonnenen geifiliajeneoncerte 
werben in biefem Oab,re fovtgtfeßt werben, ba ^rof. Sopfer 
ein ftünftler ift, ber bie ©ebilce ber neuen ©djule mit großem 
Ontereffe »erfolgt, ©einer neuen „Orgelbaut^eorie" nad) ge« 
b,ört er unbebiugt jur neubeutfcb.cn ©djule. 9cad)bem bie 
Orgeln ber ©tabt* unb $)offird)e eine Reparatur »on ben 
rüb^mlidjft befannten Orgclbaumeiftern Sari unb Suguft 
$eterne(l, weld)e gegenwärtig iin@roßb,er3ogt^mna33eimar 
ben größten SKuf befißen, erfahren b,aben, wirb namentlid) 
Sif^t'« 2)ceffe für ÜWännerdjor, Üöpfer'« Arrangement be« 
„^alleluja" au« bem ,,9Jceffia«", i'ifjt'« Ave Maria uub 
Dante*guge für Orgel, fomie beffen Sadj'^antafie aufge- 
führt werben. 

Die Seb^rerwelt be« ®roßb;er3ogtb,iim« fammelt fid) 
immer meb,r unter bie gal)ne be« mui'ifalifdjen gortfebritte«. 
©0 werben bei ber allgemeinen Pebrer»erfammlung in ffieiba 
(«uguft b. 0.) Sifjt'« „^rälubieu" für jwei ^iano«, beffen 
„laffo" ju »ier ^änben, fowie SEtjetle au« feiner ÜJceffe für 
SWännerftimmen, ffieimar« 9Jolf«lieb in ber populären 
Bearbeitung »011 ©ottfdjalg uub beffen geftgefang jur ?luf» 
ffib,rung !ommen. 'S.. S»J. ©. 



Aus /ranftfurt a. 311. 

(Sottfe(ung.) 

Da« ©djitlerfefl würbe außer burd) bie boju geeigneten 
©tüde „93raut »011 äWcffma", „SBaOenftein« Jäger" u. f. m. 
auf unferer 93üb,ne aud) mufifalifd) gefeiert. Snßer ber betannten 
aKänner-ßantate ÜJcenbelflfoljii'« „an bie flüuftler", »on 
unfern Opernfoliften unb bem Sl)orperfonate gefungen, inter« 
effuten jmei 9cooitäten: eine gcft-Oucerture in D bur »on 
©ufta» ©djmibt (miferm Opembirigenten), weiter jwei ge« 
febief t burd)gefüb,rte ^pauptmotioe: Der Sb,or an bie greube 
au« ber 9. ©bmp()ouie »cn SBeetb^ooen unb ba« befannte 
©tubenteulieb „Gaudeamus igitur" ju ©runbe lagen. De«» 
gleidjen ein gemifdjteflSocaUOuartett mit Orgel une Drcbefter 
über ©d)iller'« „bie ©orte be« ©laubenö" »on unferm@tyor« 
birector© oller mann, eine woljllb/iience unb fauftamegeiibe 
Soiupcfition. Diefer Öorfeier (am 9. s Jco»ember) reiften fid> 
in »eifdjiebenen Jocalen nod) bie breijeb,n fieterfräiije an, 
womit unfere gute ©tabt gefe^net ift, unö baß e« bann nid)t 
an fdiinernben ©cbid)ten, Joaften, ©efängen unb $)aaibeuteln 
fehlte, faun man fid) benfen. — äud) würben ©eetb,o»en'« 
unt> S. Tt. ». SBebei'« ©eburtetage buvd) 2l;eaterconcerte 
gefeiert: am 17. December bie ÜBnfif ju bem SBallet „bie ©e* 
fdjöpfe bei^ $rometb,eu«", „elegifdier ©efang für 4 ©timmen" 
unb ba« meli'bramutifd)e geftfpiel ju „bie ÜRuiuen oon^ltben", 
wc^u ber ©dwufpieler 5?eb,felb ben »erbinrenben lert »on 
Robert geller fprad), uub am 18. December äöeber'« 
3ubel«Ou»erture, unb ba« ». 93 r a rf e l'frtie geftfpiel mit leben* 
beu Silbern , worauf bie Oper „greifd)ü(j" folgte SiMe idf 
l)öre, b.at bie bjefige Davfteaiing fo feltcner Reliquien auf 
unferer SBüljne au* im 9lu«lanbe ©eufation gemad)t, unb finb 
felbft Slbreffen ber Snerfennung an bie bjefige Direction ein» 
gelaufen, fflären tiefe SJorfteüiingen aud) nid)t fo gelungen 
gemefen, al« fie c« in bei 21)at waren, fo b,ätte bie feierlidje 
©timiuung be« publicum« fdion uad)gcl)olfen. — ebenfall« im 
Ib,eater fpielten: grl. ?Imalie 23ibo, ©djüleriu be« Sonfef 
»atoirö juSrüfjel, Siiolinpiecen »on^abeneef unb Seo« 



89 



natb. Äleiner Ion, ob>e frefonberen ©djwung, ober rein, 
fidler unb mit (SIeganj. l'eere« §au«. 

Die vier SRufern bi« jum 16. December gaben an ©tym« 
p^onieu: oon ©poljr bie britte in S motl, von Seetljoven 
bie (Sroica unb sie in 99 Mir, con 3of. $at)bn bie in £ bur. 
Ouvertüren : von9Ä e nb e l « f o b. n ju „Rub. JÖla«" unb „Apeimfeb,! 
au« ber grcmbe", von Ouliu« Ritt} bie Soncert-Duoerture 
in 2 bur ; unb 9i o fr e r t © d> u ma n n : Ouvertüre, ©djer jo unb gi« 
nale. 3n|iniiuentaloirtuefen waren: ber ?onboner33ioloncellifi 
Hlfreb $iatti, unfer tjiefiger ßoncertmcifter unb ©ologeiger 
S?ubroig©trauS, ber ^ianift^rutf ner au« Stuttgart uub 
Hugufi&ömpel, rjanneverfdjerffaminermufifu«. DerÖefang 
Würbe vertreten burd) bie Damen Sari, 3ot)anna ÜDiartin, 
f$rl. ÜHebal unb £rn. §ill = 2ftalapert. ^Jiatti fpielte 
ba« fiebenfe SRomberg'fdje ßoncert (Concert suisse) tjier 
jnm erftenmat öffentlid). 33en ?. ©trau« weiter unten. 
$rucfner befunbett in bem Soncertftiirf con S. ÜW.v.SBeber 
unb in Sompofitiouen von ©peibel, (Sfjopin unb tfifjt eine 
fabelhafte üedjnif, obgteid) id) nidjt überall mit feiner Sluf« 
faffung einoerftanbeu bin. ffbmpel, ein würbiger ©d)filer 
©pobr'8, entljufiaSmirte in Sciupcfitionen feine« ÜJteifterfl 
(® bur«ßoncert unb Potpourri über 2Wojart'id>e Irjemen). 
Dttrd) bie fefte Haltung, beu fbuiglidjen Ion unb bie claffifdje 
SBfirbe feiner ©d)ule bräugt fid) bie unb ba ein eigene« inbi« 
oibueOe« geuer, brängen ftd) eleftrifdte Junten unb liegt gleiu)« 
fam bie ernfte itffxt mit bem Streben nad) einer freieren, 
mobemeren SRidjtnng im ffampfe. <S« fommt nun barauf an, 
in 3"'>>nft beibe (Elemente ot)iie Wadjtljcil be« einen ober an» 
bereu ju Bereinigen. — SJon ben ®efang«vorträgen fyebe id) bie 
ber gil. Oorjauna ÜRartiu befonbcr« bervur, ba biefelben 
einen ?eben«at>fd)nitt bejeidjnen uub bie oben genannten ©änger 
burd) meine früheren ©riefe ötjren ?ejern bereit« befannt finb. 
grl. 3)cartin, tjier wie in einem fpätereu Soncert, jeigt bra= 
iuatifd)e33egabung iinbbeftgt bei einem fonoren, umfangreidjen 
Scpran unb fdjöner ©eftalt eine bebeutenbe 93rai>onr>gär)ig« 
teit, alfo ßigenfdjafteu, bie unwiQfiirltd) jur SBülpiie brängen, 
fo fetjr aud) biefer ©oben gewöbnlid) jur Slreua wirb. Stroa« 
inetyr ÜNaajj in Ieitenfd)aftlid)er ^Bewegung bürfte freilid) 
äftljetifd) wirffamer fein, uub Ijcffen wir baljer, bafj biefe Söe- 
nierfuug grud)te billige, ©aftfpiele ober vielmehr SBerfudje 
auf Ijiefiger 33üt/ne waten fdjon im ©ange, al« fid) bie ©adje 



Oifetae 



(Eorrerpoitb«t3. 



ffipfia. 9m '23. gebruar fanb im ©aale be« ©ewanbbaufe« ba« 
3atre«concert jum heften ber biefigen -ilrmen ftatt; e« war fpärlidier 
befudjt, al« man bem^wed »u Webe Matte rcünjcbeii mögen. 3)a«*Pco« 
gramm War jebenfall« aud) einer fifirtrreit Xbeilnabme mitrbig, e« 
brad)te ju änfano bie Offian-Ouuerture Ben ®abe, febann eine be» 
beutenbe 9lo»ität: ,,®e« ©ängerS Slutb", S3aDabe oon i'. Urlaub, 
bearbeitet uon SR. ^5ob(. für ©oloftimmen, Cljor unb Ord)efier com« 
ponirt con Robert ©ebumann, uub im jrocitett Ibeile „Die erfte 
aBalpurgUnadjl" toon 9)Jenbel«|ol>n. — @abe'« Duoerture »er. 
modjte ftd) bei biefer jiingfteu ^uffübtung nur nodt einen geringen 
SBeifaK ju erwerben. Sin boeb beteiitenbi«, fonbevbarer älWife in 
?eipjig bi*ber nod) nid)t aufaefiibrte« SBert ift bie ©cbitmann'jcbe 
Baüate. ©ie fiebt, wa« bie iieje ber Cbaratteriftit, bie Oriitinalität 
unb ©cbörie ber iuuftlalt)ct)en 3eid)nung, bie ®röfje be« StuSbrud«, 
foteie beuOlanj berOrd)eftration unb bieißerwentuna ter(Sbormaf|en 
betrifft, auf gleteber Jpöbe mit ber jweiten unb britteitäbtbeiluug feine« 
„gauft" unb mit bem ganjen „5D{anfreb." 3n anberen iöe\ieljnn^en 
fteilia) ift ein ermatten ber s .ßrobuctionerraft, ber ÜDtangel einer legten 
geile ju bemerteu. S)a« U b 1 a n b'fcbe ©ebiebt ift von *ßobl mit ®e« 
fdiid bramatifd) »erlieft ui " ' 



pIBötid) »erfcblug. ffiinem wahren latente aber wirb e« an 
feiner $eimatt) fehlen. 

Dein SHufeum gegenüber a(« ffunftinftitut befolgt ber 
au« Dilettanten befteb,enbe „pb,ill)armonijd)e herein" eine 
unb biefelbe Denbeuj; beibe Vereine birigirt $>r. Keffer. 
De« letzteren Vereine« Ärdfte unb Seftrebungen ftnb un« 
bereit« betannt, unb feine gortfdjritte fpradjen ftd) am 
8. Decembet jur geter feine« fünfunbjwanjigjiirjrigeii SBe* 
flehen« genügenb au«. Der Reinertrag würbe beut gonb für 
bie änfd)affung einer Orgel im neuen ©aal (ber bereite in 
Angriff genommen ift) beftimint. Da« Programm biefer grofjeu 
Oeier mar: 3 tDe ' OuBerturen: Don ©lud jur „Sllcefte" uno 
oon 81 (ot) 3 ©djinitt (gefiouoerture in S« bur); bie D bur« 
©tymplwnie oon ÜKojart; tiai £rio»Soncert in 6 bur von 
S3eetb,oven (woran« bie berühmte oierr)änbige ^Jolonaife), 
vorgetragen von ben $$. $ente(, Dietj unb ©iebentopf; 
Sb,öre au« „Davidde penitente", worin grl. Dorott/ea 
9Jarj bie ©olt mit oratorifd)er SQBet^e vortrug; unb jum 
©djluffe ba« „^aQeluja" au« $>änbel'« „ÜKeffia«". Seibe 
Sb,öre gab ein 2b,eil be« Sacilien-SJerein«. Diefen herein 
unb ben 9tüb,l'fd)en ^abe id) ib;icr Stellung nad) fdjon bejeid)' 
net. Senn ber ältere G>t)or fid) burd) ruhige Haltung unb @r- 
fab,rung au«jeid)net, fo ber jüngere butd) mutt)ige« Singreifeu 
in ben ©eift ber Sotnpofitionen, wie burd) feinen mächtigen 
gortfd)ritt, unb bie Ougenb (bie artiftifdje) wirb aud) ein illter 
b,aben. ©o ergänjen ftd) beibe Vereine unb wetteifern mit 
einanber an ®ebiegent)eit ber Seiflungert. Ti'it Vergnügen 
gewahrten wir bie äu«gteid)ung langer SKitjuerftänbuiffe 
jwi|d)en bem 9?iir)I'fc^en herein unb unferm Itjeaterordjefter. 
ffurj hinter einanber eröffneten beibe it;re ©i^ungen. Der 
Säcilien«93erein am 25. 9covemfrer mit bem2Kojart'fd)eit 
Sfequiem unb ber ©r)inpß,onie=(5antate SD(enbeI«fot)n'«; ber 
SRübl'fdje am 16. December mit bem 130. $falin oon ©et. 
Sad) uub ber S9eetr)oven'fd)en Wiffa in S Dp. 86). 3u 
beiben Slbenben fanbte aud) bie Oper itjren ßoutingent, weither 
fo würbig oertreten war, al« von ©ängern erwartet werben 
lann, bie ftd) täglid) in bem Vortrage ber verfdiiebenartigi'ten 
©enre« ber Oper unb Äammer bewegen muffen, unb bie (£in= 
r)eit eine« rein oratotifd)«fird)lid)en ©ti)l« nid)t wob,l füreng 
behaupten fönnen. 

(S»rt(t(jung folgt.: 



3ettunfl. 



Original« auf eine frühere Siebe berÄünigin ju einem wabrbaft pft)d)o« 
logifd)en, motioirtenConflict auSgebebnt; mit biefer bramatifirten an* 
orbnun^ bält ber Somponift, roai innere Steigerung anbetrifft, nid)t 
ganj gleidjen ©djritt. SRad) bem töftlicben „prooencali)d)en Siebe" be« 
3Ungling«, ba« nidjt feine« ©leiten baben bürjte,'nad) ber unenblid) 
martigen, leibeufd)aftlid)en SBaüabe be« Jpatfner«, nad) ben lieblichen 
(gefangen ber Königin uub bem töftlicben ©d)ladtt« uub greibeiWd>or 
fällt ba« längere Suett be« Süngling« unb varfuer« ab, unb aud) ber 
ptad)t»otte£bor „9ticbt fdiamrotb w'eidien foO", ber ftd) aufcbließt, «er» 
mag für bie re.itatioifd)e3)(onotonie ber folgenben ©ceneu nid)tganj ",u 
entfrgäbigen; bieÄataftropbe tritt mnfitalifclj nidjt in ber gewaltigen '-Be« 
Ieud)tung ber Xijte«worte auf, unb erft ber wmtberooQ gefärbte t£l)or« 
[djluß fteigert ben Sinbrud wieber )u einer Snnigteit, ber ftd» fein ge« 
mütbetiefer 3ul)ö«r wirb entjieben mBgett. 3Bir wieberbolen: biete« 
nan)gelaffene SBert ©djumann'« ftebt in »ielfacber öe^iebuug feinen 
beften lonjcböpiungen ebenbürtig jur©eite. — 3)ie , Äu*iiibrung beiber 
Cborflürfe war eine im ©anjen lobeuSwertbe. Son ben ©oliften baben 
Wir bie S)amen grau DreBfdpod unb grl. jba Sannemann, 
fowie ben 23affiften 4>rn. ©itt »cm Iptefiqen ©tabttljeater nur ;u neu« 
nen, ba iljre Veiftim-jen fa)ou betannt ftub. Jpi.ffirnft Äort) au« (So In 
batte bie 'leuor*, 4>r. Sttton SBtit terwurjer au« 2)re«beu bie 
~ " 'anntlid) von foliber ©djule 



90 



uttb gnttem Serflänbniß, bat bie eigentliche ?eriobe feiner Blütbe 
binter fid); fein Seblanfal}, feine öfteren «RafaltBnr. beeinträa)tigten 
natnentlid) bie SlSirtung bee© d)iimann'fa)en BJerte« febr. $r.3Dfit« 
terrourjer gebt in feinen (ionceitoorttägen juweilen über ba« 
fdjöne 2Raaß binweg, eine golge bacon war an biefem Stbenb, baß er 
in beiben SBerlen niebt bie jum ©diluffe mit feinen Äräften ausfielt. 
Sie £>arfenpartie würbe con bem tönigl. äammermufitu« Xombo 
aus SreSfcen gefpielt. 

fripjig 9lm 25. gebruar fanb im ©aale be« ©ewanbbaufe« 
ba« 3«bre8con<ert be« Uiiii>erfitäte-©efaugoerein8 ber *jjaultner ftatt, 
unter äRitwirfung be« Äammerfänger« l£ &od) au« (£öln unb be« 
<Soncert=äDc. gerb. Saoib. ia« öeroanbbauSortbefter fpielte unter 
SRiet}' Sireetion befjcu Suflfpiel>Oiioertuve nub bie Ouocrtme ju 
„Sgmont." Ser @efang»erein felbft, über beffen Seiftungen wcl 
«Hiebt« mebr ju lagen ifl, fang ben Sb°t an« „Oebipu« in Solono«" : 
,,2ld) war' id)" unb ren Bacdjuecbor au« „Slutigone" »on iDceubei«« 
fobn, an Siebern obne Crcbefter*Begieitung: „Sa« beutfdje Bater» 
lanb" »on 9teid)arbt, bem wir mebr inienfioe üBärme unb ein traf« 
tigere« hervortreten ber üb.rbaupt etwa* fdjwadjen Xenöre gennlnjcbt 
bitten; „Staftlofe Siebe" »on ©pobr, „©dJHeegliJddjen" »on Surr« 
ner, beibe cbarattcriftifcbc unb fdjwierige ©efänge rool jum ©ebäd)t« 
nig an bie cor Äußern geftorbenen Somponiften, b.e beibe läb»n« 
miiglieber be« Bei ein« waren; im „§afi«lieb" »on Bierling ließ 
ba« (Snfemble ju Wünfdjen, bagegen war ber Vortrag be« unenblid) 
jarten: „9titorneU" »on «dfiinunii eine febr anertenuen«wertbe 
Seiftung. — §r. Scncert'iW. Saoib erwarb fidjburdj feine,, Sd)ottifd>e 
^bantafie," ein originelle« Xouftüd, reiben Beifall unb #eroorruf. 
ü)iit greute ertenneu wir bieemal aud? bie Seiftungen be« §rn. Äod) 
im Siebcroortrage an. ©eine tüdjtige mufifalija)e Bilbung b"'f i^m 
über mandje äitppe binweg, bie bei feineu Labien nun einmal unoer« 
meidta) ift, unb wenngleia) nicht Slüe« jur ooQen ©eltung tarn, 
fo war boeb bie gejammte geiftige Sltiffaffung unb in Bejug au\ 
Slccentuation namentlid) ber Vortrag »on Bectbooen'e fd)ottifd)em 
Sieb (mit Begleitung ber Bioline unb be« Bioloncett«), ©ebumann i 
„BJanberlieb" unb tenbrei©d)ubert'jcbeii@ejängen au«ber„Sinter> 
reije" febr anfpredjenb. gür ba« ©dju mannte „3a> groüe nid)t" 
reichten leiber bie ©timmmittel nur in beringtem ©rate au«, boeb em> 
Wiclelten fid) gerabe in biefem SDceifterftücfe ber©eelenmalerei bie guten 
fiigenfd)aften uufere« ®afte« im boben ©rabe; ber bebeutenbe Beifall 
War barum autb redjt wobl am Orte. 

Aeipjig. Jim '26. gebruar bitte ^trraann $irfd)bad) eine 
jreeite äluffübrung »on eigenen Sompofuiouen im ©aale ber Bud)« 
bänblerbörje, »or einem eiugelabeuen publicum, »eranftaltet. Sa« 
Programm braute bieSmal bie Ouoerture ju „©öfi »on Berlidjingen" 
unb bie „Sebenetämpfe" (©ömpbonie Op. 46) al« örebefterftüde, unb 
ein Duintett für jwei Biotinen, jwei tiratfeben unb Bioloncell in 
i£ moll. Sie 3lu«fübrung be« legieren burd; bie Jp$. ^paubolb, 
Jpilf, Jpunger, ilibretbt unb l'. ©rüftmadjer, fowie ber Dr» 
cbefterwerfe ruid) ba« Xbeaieiortyfter unb „anbere ttünftler" unter 
c. 33er nutb'« l'eitung war eine rcd>t wadere; ba« Ouiittett unb bie 
©»m»b°nie fanben lebhaften Beifall, unb e« bürfte fomit )u erwarten 
fteben, bafj ber (Somoonifl feinen 3t»«f. burd) biefe 2lupbrungen feine 
ausgemäblten SCBerte ber Ceffentiicbteit ju erfcbliefjen, wenigften« in 
gewiffem ©rabe erreidjen werbe. SiSir unfrerfeit« wünfeben ba« au« 
benfelbenÖrünben, au« benen wir überhaupt für jebe »robucticeÄraft 
irgenb weldjer ©pbäie ren redjten, gebeiblidjen Boben wünfeben. Sa« 
größte Jpintermjj ber SSerbreuung »on ^irfcb, bad)'« ÜMufe, um ba« 
»on oornberem ju betonen, liegt freilidj in ber tecbnijcben Unfertigteit 
biet'er Serie felbft, unb ein redjter (ärfolg wirb fieb barum, wie im 
»orliegentengaüe, fo »orau«ftd)ilicb bei jebet jlujfübrung nur für bie« 
jenigen feiner ^robuetionen einfinben, in benen bie oielen tüdjtigen, 
teineeweg« oberfläd)lid)en®ebanten burd) tücbtige Arbeit, burdj coneife 
Ausprägung, tureb einen überfid;tlicb.en Bau ber ©ä(je unb bie burd}« 
au« notbwenbige Ölieberung ber Steile im eigentlidjen ©iune »et« 
wertbet finb. Sa« ift in feinem <S moll'Ouiutect mit äu«nabme be« 
legten ©a^e« ber gaü unb barum fei biefe« si^erf ben Wufitern unb 
namentlid) aud) geiftooüen SDiufitfreunben empfoblen. „Sie Veben«« 
tampje', in benen wieberum Ungejcbid in ber ©iteberung, mit gerin* 
gerer Originalität ber öjter« gatn banalen iDtotioe im Bunbe, einer 
frijdjen Strfung imSßiege fteben, »ermbgen tioß ber }u@iunbe liegen» 
ben Si ; abrbeit, baß e« Uiifiun fei, bie Xbeile ju wieberbolen, bod; 
anbrerfeit« teineeweg« für biefe &>eglafjung »on ^ieberbolungen ju 
entfebatigeu unb fo prägt fieb in bieiem gaüe auf« Mlarfte aue, wa« 
Wir über cen (Somponiften im s 2lUgemcinen jd;on gejagt: bie ISinficbt 
ift ba, aber niebt bie binreiebeubeitreft, baeSrftvebte in bie reebtegorm 
ju fügen; ee ift ein nianiiidjmal b»<bft getficolle«, oft aud) tief ein« 
pfunbenee ©piel, im (Sinjelueu »on ber bellen &>irtuua. aber im ©an« 



jen ermübenb unb »erwirrenb. Sie Ouberture ju „®8ft »on Btt« 
lid)ingen", um bie« fcbließlid) ju erwäbnen, ftebt binter ben beiben eben 
befproebeuen SBerten in jeber Begebung )urüd. 92acb bem in 9lu«ficbt 
ftebenben britten Soncert werben wir ©elegenbeit nebmen, aud; ein 
Borwort mitjutbeileu, ba« ftirf djbad) bie«mal jur Erläuterung bei« 
fügte unb ba« unter allen Umftänben grünblid)e Bead)tung »ercient. 

3n fJari« finb in biefen SBodpen, wie fdjon gefagt, eine reid)e 
3abl bervorragenber Birtuofen jufammengetroffen. ^>an« ». BüloB 
gab bereit« fein britte« Concert, in bem er jur Sröffnung ein große« 
Xrio »on S. granlOp. 1 9fr. 3 mit ben Ferren 3lrminga-ub unb 
Sacquart fpielte. @« folgten u. a. »on l'ifjt: „Au bord d'une 
source," tßolonaife, Valse impromptu unb <Srnani«$arapbrafe, foroie 
&bob>n'« Nocturne Op. 65 9er. 2. Mit $rn. ärmingaub ju- 
fammen fpielte er außerbemba« große Suo für<5laoier unb Bioline (»on 
ibm unb@inger comp.) über 3Jcotioe au« „Xannbäufer". ». Bülora 
wirb nun nod) am 9. SDlarj ein »ierte« Concert geben, unb am2.3Jcär| 
mit älfreb Saetl in beffen ffioncert bie,,Pr<5ludes"»onl'ifjtfpieleu, 
bann am 14. in Utred)t unb fpäter aud) in SBien concertiren. — 
l 1 oui« B ra f f i n bat juerft ein eigene« Concert gegeben unb bann am 
23. gebr. in einer ©oiröe beider» mitgewirtt, bei weldjer leljteren 
©elegenbeit er aud) mebrere eigene ©aloncompofitionen unter großem 
Beifall »ortrug. — @mft?übed, ^ofpianift be« ftünig« ber Scicber« 
lanbe, bat im Qotet bu ?ou»re concerttrt, unb oorjüglidj' burd) bie 8u«« 
fiibrung eine« „ ftompb. onifd)en Soncert«" eigner Sompofttion für 
Slaoier unb Ord)efter raufdjenben Srfolg errungen — Sine }ugenb« 
lid)e ungarifd)e ßlaoierfpielerin, grl. ©jerafina Brabelp, läßt fldj 
am '2. ÜJiärj in ben ®rarb'fd)en@alon« boren; i^r begeiftembe« ©piel 
wirb febr gelobt — fie ifl eine Sdjüterin Srepfdj ocf'8 unb »on 8if jt 
empfoblen. — Sludj ber Biolinfpieler Äömpelau« C>«ttno»er bot 
toi »erfd)iebenen Scalen bereit« reid)en Beifall geerntet, am 8. SWärj 
wirb er unter ü)iitwirtung ber 5Kab. ©jarbabbim ©aaleBeetboben 
ebenfall« ein eigene« Soncert geben. 

ßtrlin. aleranber Sre»fd)oct gab in ad)t Xagen brei fetjr 
befud)te Soncerte im ©aale ber©inga(abemie. Sa« erfte tfoncert fanb 
am 10. gebruar ftatt. 3n bemfelben fpielte ber Soncertgeber Beet« 
boeen'e @e bur«(£oncert Op. 7', SKenbelsfobn'« © moll«<5oncert 
Op. 25 (beibe mit Ord)efierbegleitung), ba« gi« buv=9cocturne »on 
Cbopin, 3. ©. Bad)'« S moQ>@a»otte, ein ©altarello unb eint 
dtbapfobie ;um „3Bintermäbrd)en" eigener Sompofition. grl. gerieft 
fang einige Sieber »on SJceper6eer unb SRercabante. 3m jweiten 
Concert am 15. gebruar fpielte Srebfdjott ba« (£ moll«Xrio Op. 1 
»on Beetbooen mit ben Jp§. ?aub unb 3ul. ©tabltned)t, ?teb 
obueffiorte 9er. 4 (6.Jpeft) unb bie gmoü.guge »on 3)cenbel«fo^n, 
bie Khapsodie hongroise 92r. 6 »on i.' i f } t , Les Arpägeo (Souvenir 
d'amitie), Invitation 4 la Polka unb ©altarello (auf Bedangen) com 
Soncertgeber. Saju Sieber unb eine Slrie aii« „©emirami«", gefungen 
bon gil. fünfter. 9m 19. gebruar gab Srecfebod fein »bfebieb«« 
concert. @r trug mit ben $$.£aub unbDr.Brun« ba« (£mol(«Xrio 
con SJcenbelefobn cor, bann fpielte er bie Ci« moU«@onate bon 
Beetbocen, ba« ©pinnerlieb (au« bem Slifabetb-Sllbum), eine 9lo« 
manje Op. 19, „9{aftlofe Siebe", Xoccata unb auf Berlangen Baria« 
tionen über „§eil bir im ©iegertranj" für bie linfeJpanb eigener fiom« 
pofition. grauSämann be $ae$ fang bie ginal«2lrie au« „Sucrejia 
Borgia", „Sa« gifd)ermäbd)en" con älcecerbeer unb ein Xanjlieb 
au« Salefarlien (fdjwebifcbe« Sieb). — ©eit 1847, wo wtr$rn.Srei»« 
f d)oct bier tum leßtenmale gebort, bat er burd) fein anbaltenbe«, rap« 
loje« Stubium riefige gortfd)ritte gemad)t. Qiner con ben Wenigen 
Birtucfen, bie bei innerer ®efübl«»ertiefung mit prägnanter 3nbici* 
bualität SJJaterie unb gorm einbeitlicb )u burd)bringen »trmögen, ifl 
er burd) feine Seiflungen al« auBübenber Äünftler ber ÜJcitrepräfentant 
be« melobijd)en, ge[anglid)en Elemente« geworben. Ser fiünftler trug 
in feinem jweiten Sonceit mit ben §§. Äammeioirtuofen 5oncert«5W. 
8 a u b unb ©olo-Biolonceüiften ber tönigl. Sapelle 3ul. ©tabltned)t 
namentlid) ba« 5 mott«Xrio Op. 1 bon Beetbocen mit mabrbafttr 
Bollenbung »or. 3n biefer Suff äff ung unb mit fold)em fein nuamirten 
Bortrage batten wir baäjelbe nodj nidjt gebBrt. Sie beiben mitwirfen« 
ben ftünftler trugen natürlid) burd) ibr biscrete« fenfemblefpiel mit 
tum ©etingen be« ©anjen wefentfid; bei. SBaren e« beim ©piel be« 
Xrio« 2lnmutb, 3artbeit, Sieblid)teit, weld)e berBirtuofe jum fa)8nflen 
Äranje flod)t, fo jeigte er un« burd; bie Bariationen über „Jpeil bir im 
©iegertranj" bie gajtje Äraft feine« Unten Jpanbgelente«, meld»e« eine 
flaunenawertbe Ü)iad)t unb Xonfülle bercorjauberte. SWit feiner Com« 
pofition „Les Arptjges" gab er un« burd) bie ftart gefpielten barpeg« 
girten Secimenaccorbe, bei eigentbümlitbem ©ebraudje ber beiben 
^Sebale, wunberbar febbne Älangfd)attirungen in Ätcorbenfolgen »it 
tigeutbiimlidje Klangfarben in eiujeluen nad)tlingenben äKelobietönen 
unter einem Äreuifeuer con ^affaaen. 9Kan glaubte ftedeuweife Warfen«, 



91 



gagott» unb OBoentöne ju boren. Saß Sre»f<bo<i bei beut ©biet 
ber üifjt'fcben Rhapsodie hongroise 9tr. 6 wirflitb „brei @d)od" 
©bielertraft rebräfentirt unb et biefe wie aüe übrigen Sßiecen (eine« 
(Weiten Soncertbrogramme« mit ber burdjftrfjtigften Älartjeit unb »oll» 
lotnmenfteu äReiflerf(baft onflfübrte, »erjtebt fid) »on felbft. Sa« 
S moU»Xrio von SKeubelsfobn im britten Soncert würbe »on 
Sreofcbod, Saub unb Dr. ©run« mit sorjiiglicber SOTeifterfcbaft 
jur ©eltung gebraut, Srebfdiod'« Xon erhielt in ben elegifdjen 
©äfcen wieter jenen Suft unb Sauber, woburd) er im 83eetbo»en'« 
fdjen Xrio ba« publicum binriß. SBeetbooen'« Si« moO»@onate 
pätten wir im erften ©aö_ weniger langfam gewünfcbt. (Sin orcan« 
artiger Seifall rief ren Sfinftler biermal teroot unb fo fpielte er 
„Les Arpeges" jur greube afler Slnwefenben al« 3 u 9«be. Siefe ©a« 
lonbie:e wie ba« ©»innerlieb ballen Wir für feine gelungenen Som» 
pofitionen. 9iacb jeber Ißiece unb namentlicb nadj ben lintf; .utbliiben 
Catiationen nabm ber Seifall be« aubitorium« jene ©eftalt an, reelle 
baju angetan aar, ba« $au« mantenb ju machen, grau Sämann 
be ?aej, bie italienifcb-beutfcbe ^ßrimabonna, fang, wie im jweiten 
Surgbarbt'fdjen Soncert, unter bebeutenbem öeifatt ber ^uböter 
bte »örn bejeiebneten ©efangSnummern. 3n aUen brei Soncerten be« 
nufcte Srenfcfyod ein unb baefelbe Snftrument au« ber ©edjflein'« 
fd)engabrit. X&. SRobe. 

fltrlin. 9m 17. gebruar gab unfer genialer Soncettmeifter unb 
it. Äammerttirtuofe gerb. Saub im ©aale ber ©ingatabemie unter 
SRitwirtung ber febreebifeben ©ängerin gvl. ©igne §ebbe, bem 
8. S. Äammersirtuofen Sil er. Srebfcborf unb ber Siebig'fcben 
CabeHe unter Seitung bt« &. 2Rufif»Xir. SR. Suerft ein« ber be» 
fudjteflen Soncerte biefer ©aifen. €cton öfter« ba'K" *« < n b. 
»1. ©elegenbeit, Caub'« &ünftlerfd)aft a(« ©eigeroirtuofen feftju« 
ftcQen unb ju betailiren. Ratten wir benfelben autb febon früber 
ben berjüngten ^aganini genannt, ber nacb aUen Äunftricbtungen 
bjn fein ©enie mit f'eltener SSollenbung ju entfalten berflebt, fo baben 
Wir bie« burd) bte a5irtuofcn«i'eiftuna,ett feine« Soncerte« in SRebe »on 
Steuern ju betätigen. Sie ^Jotonaifc eigener Sompofition, bie er nacb 
©eetbooen'« Soncert unb einem ©acb'fcben ^rälubium fbielte, ifi 
ein melobiftb, barmonifd) unb rbbtbmifi abgerunbete« aRufttftüd. 
Äußertem trug er ba« Air hongrois »on Srnft bor, eine ber ftbroie» 
rigfien ©eigenbiecen. Äumen bei biefer ^piece bin unb triebet- im Or» 
tbefter einige SLRenfcblicbteiteii »or, fo ifi nur bie„ein$ige"?robc baran 
fcbulb. 3Rit einer turjen $robe fammtlidje ©acben abtbun ju rooüen, 
ifi ein Sing ber Unmöglidifeit. 2lud) ba« Rondc des lutins »on ©aj» 
jini gelang $rn. Sa üb, rote alle« Uebrige, ganj borjflglicb. 3ebe 
fyece erntete ben glänjenfcften Beifall. Gr roirb nun in lurjer 3eit 
feine Jtunftreife nad^^iollanb antreten. 21 1 e r. 3> r e » f cb o d ftielte 
ba« Claeiercontert in © moll »on 3Jlenbel«fobit ebenfo »oüenbet 
toie in feinem erften Soncert. SDttt ftiirntifebem Beifall bereorgerufen, 
mußte er ben letjten ©ati biefe* Soncerte« wieberbolen. grl. ©igne 
$ebbe fang eine 2lrtt au«„gigaro" unb )n.<ei fcbii'ebifd;e Vieber, jebod) 
mit merlbarer ftengfilicbteit. 

Wien, ben '27. gebruar. ©eftern fam unter gerbet!'« Leitung 

üif jt'8 ,,$ioinetbeu«" jur Sluffübnin.t. ©ae Si*erf t»urbe na* jeber 

äbtbeilung juerft laut unb freubig betlatfcfjt, bann aber »on anberen 

©eiten ber auf bte rofcefte Slrt jifcbenb »erljöbiu, unb bie leibige Slaque 

(bat ibr9J<bglidjfte«, ba« lefcte unb entfdjcibenbc Sl ; ort ju baben. 9<icbt 

genug, ©eltfatnerreeit'e fteUte man in biefem Soncerte ben l'ifjt'jcben 

„Sßrometbeu«" mit ber 3)(o jart'jcben © mon=«Dm»bonie iitfnmmen. 

Sann e« flaffenbere Slntitbefen geben, al* biefe? §erbect tanii 9Jicbt« 

für biejen Ungefcbmad. @r reurbe burdj baSj^rogrammwabliomitö 

überftimmt. (Sr batte — irre icb niebt — eine e> cfj u m a n n'jdje @»m» 

^bonie, unb — ibr »orangebenb — ©»obr'« ,,3.'erggeiftou»erture" an» 

gefetjt. Seibe« rourbe geflridjeu. 3lud) tann 4>crbetf Mcbt« für bie 

tmöanjen mißlungene SluPbrung. 9)ianfann bie$roben nidjtgrünb» 

lieber, liebe»oUer leiten al« er. Sie Sböre gingen aud) gut. Slllein ba« 

Drdjefter jeigte firfj febon bei ben groben fo unwillig, ja böbnenb ber 

?Tf jt'fd>en 5D(uftf gegenüber, baß e« ein wabrer Kammer war. 9lit(b 

geftern ftielten fte aüe lau unb obne bie minbefle Sorgfalt felbft im 

$uncte ber äußeren Sorreitbeit. Sarauf (am, wie gefagt, bie 3Ro« 

jart'ftbe ©nioü»©öm»bonie. $erbed tritt an« Sirigirbult. 3\\&)tx 

unb Alatfcber febeinen »on früberen »raftanftrengungen ber erjdjöpft, 

baber fein i'ant. Sie erften brei Sacte be« Xbema« ertönen, unb ber 

©aal erbröbnt »on lauteften ©ra»o«. 3eber ©al} wirb burd) gleidie 

©ignale »eiabfcbiebet. Sie SKenuett wirb mit ©türm daCapo begebrt. 

Ö8 feblte nid>t »iel, fo wäre bie ganje ©»mpbonie nod) einmal wie« 

berbolt Worten. 



(Eagescjerc^idjie. 

Seifen, Conrrrte, enanctrinrnl*. Sa« Wegen ber ©cbBnbeit 
fetner weiblicben5Kitglieber euroSaberübmtcSBatf djauerSattet wirb 
näd)ften« imffiktoriatbeater ^uSBerlin gaftiren. SiuegefäbtlicbeSon» 
curren^ für bie weiblidjen SKitglieber be* bortigen ^poftbeater«! 

tri. Xietjen« ift ju einem ©aftfpiele nad> öar^elona gereift, 
m Sfcbermittwocb fanb in Sre«ben jum '-öeften be« Unter. 
ftüftungSfonb» für bie Sßittroen unb Söaifen ba tönigl. mufitalifdjen 
Saßetle ein „große«" Soncert, }ugleicb. al« ©ebacbtiiißfeier für SReißt« 
ger, ftatt. Ser erfte Xbeil bot beßbalb nur Somporuionen be« SJer» 
ftotbenen: Ourerture ju „Slbele be goir", ben l.tO. fyitUn, ba« „Salve 
regina" unb©tilde au«„Sa»ib". Sen jweiten Xbell bilbete bieSroica. 
Sm 21. gebruar gab äleyanber Srepfdjod in ©erlin im 
©aale ber ©ingatabemie nod) ein Soncert jum SBeften be«95rlf«banle« 
für Preußen« Krieger. Sr (»ielte barin ba« * e e t b o » e n'fcbe Soncert 
in S moH (mit eigener Saben^ unb ba« g mott'Sontertftüd »on 
S.9R.». SBeber, »on eigen n Sombofitionen: „Hommage a Haydn", 
ben ©altarello unb bie SBariationen über „Jpeil bir im ©iegerlranj." 

3m fecb«ten itbonnementconcert ju £>anno»er am 1j. gebruar 
fang ©todbaufen bie üKojart'fdje Slrie: „Mentie ti lascio", eine 
«rie »onSaraia unb brei ?ieber. Ser ?ianift «Jcacciarone trug 
SWenbeNfobn'« S moU«Soitcert unb bie *ßolonaiie mit Ortbefler 
bon S b o » t n , ba« »Drdjefter eine 3agbou»erture »on 3)i ac f a r r e n (!) 
unb bie Sroica »or. 

3lm 23. gebruar gab ber 9tflbt'fcbe ©efangoerein in grantfurt 
a. Ti. ein Soncert, in bem bie Cffian<Ou»erture unb „Somala" »on 
©abe, unb bie „S$alburgi«nad;t" »on SücenbeUfobn jur auffüb" 
tung tarnen. 

grau Slara ©djumann gab in biefen Xagen ju Srünn im 
Steboutenfaale ein Soncert. 

$.3$ieurtem»8 concertirte in ben letjten SJodjen infflarfdjau. 
ittufiltfrlle, vlufriihntncjen. 3n©amburg warb am 23. gebruar 
im 18. Soncert be« 2Jrufitoerein«@cbumaiin'* »ollftanbige SJcanfreb» 
muftf in gelungener äöeife aufgejübrt. Ser Srfolg mar im ©anieu ein 
getbeilter, boeb baben fdjon jet}t bei biefer Sßorfübrung einjelne 
fRuminern, fo namentlid) bie Otioerture, ba« Srfcbeiuen ber aiBeufee 
ber $pmnu« ;um greife be« äbunun unb ba« iRequiem ge^üubet. 

Sie Siener ©ingatabemie wirb im bterten »btlbarmonifcben 
Soncert am 18. SDicrj tn ber aufjübrung be« „3frael in aeg»»ten" 
mitwirten; in ibrem eigenen britten Soncer; am 1. 9»ril filtert fte 
$ anbei'« ,,'Iimotbeu« ober bie 3Had>t ber 9)cufit" auf. »in 15. Sbril 
tommt aud) ©diumann'« „filgerfabrt ber Äofe" jur Suffüurung. 

^uejeichnungrn, fitfeirberungrn. Meperbeer bat nadj bem 
legten $of;oncert »on ber ^5iinjefjiu bon Preußen einen wertbootten 
Xactirftod jum ©efebenf erbalten. 

Sarrton, Xenorifl ber italienifcben Xrubbe im 95ictoriatbea» 
ter in !ß erlin, ift jum tönigl. preuBifcben Äammerfänger ernannt 
Werben. 

3. ©todbaufen ift »otn Sönig »on .'pannoeer ju beffen Äam« 
merfänger ernannt werben. 



Dmuifd)les. 

SBir freuen un« melben ju tonnen, baß ntebt nur ba« »on ben 
beutfdjen Seitungen au«»ofaunte söonmot dioffini'« über SBagner 
eine Snte ift, fonbern aud), baß Moffini jeber jeit nur in äii«brüden 
ber reinften iHewunberung »on feinen großen beutfebett ©enoffen ge« 
(»roeben bat; jwar bat er »on SBagner nidjt« Rubere«, al« ben Sin« 
jugSmarffb au« „Xannbäufer", gebort, biefer bat iüm aber „bie lebbaf« 
tefte greube" bereitet. 

Sa« preußifdje SWinifterium ber geiftlidjen, Unterricbt«» unb 5Ke» 
bitinalan.-,elegenl)eiten bat ba« SBert : „©oftem bor @ejang«tunft nacb 
bbbfiologi|d)eii @efe(}en" »on Dr. ©d>warj jur Sertbeilung in ben 
breußijdjen ©eminarien anjufebaffen »erorbnet. 

Bor ^rti«oufflobt. 

Sie un« eine foeben eingelaufene briefliche 9ta(bridjt melbet, ift 
ber SSerfafjer ber britten, mit bem ÜKotto: ,,©ebn tbun unfere «ugen" 
»erfebeneii, bebinguitgäweife eine« greife« für mürbig ertiärten flibeit 
^>r. g. g. Seber in »erlin. 



92 



Intelligenz -Blatt. 



von 

B. Schotte Söhnen in Mainz. 

Beriot, Ch. de, Methode de Violon. 2. Partie. 7 fl. 12 kr. 
Beyer, F., Op. 142. Album 1B60. 6 Morceaux elegants 

p. Pfte. Suite 14. 3 fl. 36 kr. 
, Chanta patriotiques p. Pfte. Nr. 57. Schwertlied, 

von C. M. v. Weber. Nr. 59. The Gazelle. Indisches 

Lied. Nr. 59. Schweiz. Volkslied, ä 18 kr. 
Dancia, Ch., Op. 89. 6 petits Airs varies p. Violon av.Pfte. 

Nr. 5, 6. ä 1 fl. 
Esser, H., Op. 61. 6 Lieder f. 1 St. m. Pfte. lfl. 48 kr. 
Garcia, M., Nouv.Tiaite sommaire de l'art duchant. (Neue 

summarische Abhandl. üb. d. Kunst d.Gesanges. 10fl. 48 kr. 
Gerville, L. P., Op. 63. Serenade sur laRomance des noces 

de Figaro p. Pfte. 45 kr. 
Hamm, J. V., Das Allerkleinste. Polka f. Pfte. 18 kr. 

, Etwas noch Kleineres. Polka f. Pfte. 18 kr. 

Mangold, CA, Op. 59. Frühlings-Reigen. 6 Skizzen für 

Pite. 2 Hefte, ä 1 fl. 12 kr. 
Stanzieri, G., Brises d'Italie. Pensees musicales p. Pfte. 

Nr. 1. Venise. Harcarolle. 45kr. Nr. 2. Bologne. Ca- 

price. 54 kr. Nr. 3. Florence. Nocturne. 36 kr. Nr. 4. 

Näples. Saltarelle. 54 kr. Nr. 5- Sorrente. Andante. 

54 kr. Nr. 6. Rome. Canzone et Choral. 54 kr. 
Stasny, L., Op. 69. Potpourri sur les Vepres siciliennes 

p. petit Orch. 3 fl. 12 kr. 
Wallerstein, A., Album 1860. 6 nouv. Danses eleg. pour 

Pfte. 1 fl. 48 kr. 
Weber, J., Op. 22. Dinorah. Polka sur le Pardon dePloCr- 

mel pour Pfte. 36 kr. 

$ta «PuBi&alkn 

im Verlage von 

C. F. Peters, Bureau de Musique in Leipzig. 

Bott, J. J., Concert für Violine mit Begleitung des Or- 
chesters. Op. 21. 3 Thlr. 20 Ngr. 

, Dasselbe Concert mit Begleitung des Pianoforte. 

Op. 21. 2 Thlr. 5 Ngr. 

Dancia, Charles, 3 Solos de Concertos pour Violon avec 
Accompagnement de Piano. Op. 77. 1 Thlr. 5 Ngr. 

GrÜ1zmacher,Fr., Collection de Fantaisies d'Operas. Pieces 
pour les Amateurs pour Violoncelle et Piano. Op. 16. 
Nr. 7: Lohengrin, de R. Wagner. 1 Thlr. 

Kreutzer, R., Concerto pour Violon arrange avec Accom- 
pagnement de Piano par F. Hermann. Nr. 3 (in E). 
1 Thlr. 10 Ngr. 

Im BeinriChShofCDVhen Musikalien- Verlage in Magdeburg 
erschien soeben : 

„Christi Einzug in Jerusalem", Advents-Cantate für Solo, 
Chor und Orchester von Fr. W. Sering. Clavier- 
aus/.ug. 3 Thlr. 

Professor Dr. A B. Marx hat seiner Freude Aber das ganze 
Werk, vom ersten „würdevollen und andächtigen Chore bis zum 
glanzvoll schliessendcnHallelujah" Ausdruck gegeben. DerKönigl. 
Musikdiieclor Hentsckel empfiehlt in seiner Euterpe „das gediegene 
Werk den Gesangvereinen". 



Verlag von C. MersebDrger in Leipzig: 
Brähmig, Liederstrauss f. Töchtersch. 2 Hefte. 6 Sgr. 
Brauer, Prakt. Elem. Pianof. Schule. 8. Aufl. 1 Thlr. 
, Der Pianof.-Schüler. eine neue Elem. Schule 

Heft I. (3. Aufl.) II. HI. a Heft 1 Thlr. 
Hentschel, Evangel. Choralbuch m. Zwischensp. 4. Aufl. 

2 Thlr. 
Hoppe, Der erste Unterr. im Violinspiel. 9 Sgr. 

, Gesangübungen f. Männerstimmen. 7'/j Sgr. 

Schulz, Kl. Harmonielehre. 4*/j Sgr. 

Widmann, Kl. Gesanglehre f. Schulen. 3. Aufl. 4 Sgr. 

, Generalbassübungen. 15 Sgr. 

Euterpe, eine Musikzeitschrift. 1860. 1 Thlr. 

(Zu bezirken durch jede Buch- oder Musikhandlung.) 



|]Uu* Jpftiiailtalwn 



Im Verlage von iri KlSlDCr in Leipzig erschien soeben: 

Chopin, Fred., Op. 14. „Krakowiak". Grand Rondeau de 
Concert pour le Piano, arrange pour Piano ä quatre 
mains par F. L. Schubert. 1 Thlr. l2'/j Ngr. 

Kittl, Joh. Fried., Op. 53. S' stimmige Gesänge 

für Sopran und Alt mit Beglt g i Pfte. 1 Thlr. 

Köhler, Louis, Op. 82. Sechs Clavierstücke mit Finger- 
satz zum Unterricht und zum Vergnügen für vorge- 
Bchrttene Schüler. Nr. 1. Am Geburtstage. — Nr. 2. 
Zur Parade. — Nr. 3. Bauerntanz. Heft I. 15 Ngr. 

, Idem Nr. 4. Etuden-Walzer. — Nr. 5. Trauer- 

Ceremonie. — Nr. 6- Fuge. Heft II. 15 Ngr. 

Mayer, Carl, Op. 271. 20 technische Hebungen für das 
Pfte. Heft 1 und 4 ä 25 Ngr. Heft 2 und 3 ä 20 Ngr. 

Hoscheles, Ign., Op. 126. Grosse Concert-Etude für Piano- 
forte 12VaNgr. 

Mozart, W. A., Six Quintuos arranges pour Piano ä quatre 
mains par Charles Czerny. Nr. 2. I Thlr. 25 Ngr. 

Onslow, George, Op. 80. Quintetto Nr. 33 pour deux Vio- 
lons, deux Violes et Violoncelle, arrange pour le Piano 
ä quatre mains par H. Enke. 1 Thlr. 20 Ngr. 

, Op. 82. Quintetto Nr. 34, pour deux Violons, 

deux Violes et Violoncelle, arrange pour le Piano ä quatre 
mains par H. Enke. 1 Thlr. 17'/a Ngr. 

Raff, Joachim, Op. 75, Nr. 5- Apres le coucher du soleil. 
Meditation au Piano. 10 Ngr. 

, Op. 75, Nr. 6. „Manon", Rondinetto pour 

Piano. 10 Ngr. 

Bei F. Ei C. LCUCK&rt in Breslau ersclüen soeben : 



pour Piano 

par 

H. G. de Bülow. 

Op. 13. Pr. 20 Sgr. 
Früher erschien ebendaselbst: 
Bülow, H. G.de, Op. 4. Mazurka-Impromptu p. P. 15 Sgr. 

, Op. 6. Invitation ä la Polka pour Piano. 20Sgr. 

, Op. 7. Reverie fantastique pour Piano. 25 Sgr. 

, Cadenzen zum vierten Clavier-Concert (in G) 

von Ludwig van Beethoven. 2'2 i j i Sgr. 



On Mfta fliMlumi »«*«■> >Mama 



MVM, **« 9- Wn 1860. 

Sfreue 



M(MUM|iWM> N> 1>t*tlylEi t Hb. 
■Waantnl «tonn •!• $iftlMkr, Mi, 

Hafltolln- im) AuftpQoaUiuiftcd ■> 



2tit0tl)tift füt Jttitöik» 

^ranj Äüenöet, 8trantwortlid»er 8cebadeur. — ««leget: (C. <f. Kafjnt in Ceipjig. 



tiM»if*'iac8nil'& Statin. (BL Safen) in »min. 
UittM ltftntf«, HwW Exobug* tu Softta. 



3n»eia«ifatirjtB?« &«&• 



I, Vtttniuni • €mf. im Htm flatt. 

£ »^tittn*** In Bttra. 

Im*. JriikUii in IB«14aa. 

«. »41fii • JUrrti in WtlabcWia 



Saialt : BH UbcituBgtn ü*>t tie grate Orgel in b« Riceklllrtc m eetyilg Mi 
$. GafcQraftttg (Bortt<B»«9)- — H)*B««'* fcKtmnt auf bit 4rilit «an Bn- 
Ilo|{fc*Iu|J.— 3elt«m*fi 8cin*t«ngtn flji)rtft(iing>, — Kn* SnfbcB.— 
Sinn Srtcft, — VJän4tnn Sriefr. — Äkl« äettttag ! CAtttfSMteni} 
XifetgttcWK t Cw*i Wtel. — «ritifötr Imtlfltt. — 9nttnigrai»Utt 



^itiCetfwtßen 



Wer bie om $ra. grtebridi Sabegaft in 88ef| rafel« » er» 
btmenttc Qro&e Orgel in btr Sßfcolitittc^c 3a üeijia% 

^ermann fiil>ei len;Jie«9 ? 

Oigesill « genannt« *tr*t, 
(BCTtlf^nng.) 

3)« ©runb biefer fo äugerft gelingen Sffiirtungflf&bigftit 
lag in b « auffällig bünnen SBefdjoffenbtit befl SlRaterial« ber 
SMttaflflimnien, ferner in bem gelingen burd) bafl bfinnt $feif* 
nett bebingten SEBinbe, enblia) in ber Scnfhuction befl $ftif< 
werfe? fetbft, toeldjeö feinem Üftateiial unb bera fdjmadjen SBinb« 
grabe entgegen weite 2Wenfut unb engen Muffdmilt (falte. 
SDafl 3' nn Pf «ifwert mar aber ni$t allein uon bfinnem, fonbern 
nod) fcefonbtr« con fo meiaVm SDtaterial, baß audj ein fuccef« 
fioer SStvfafl nidjt auflbltiben formte. SSJie an allen 3< nn> 
ftimmen trat biefer aber gang auffaKenb an bem im $roff>eet 
ftt&enben Principal 16' beroor, beffen pfeifen fdjon früher 
anfingen (1* jiifainmeiijufenftn unb nur burd) eine Sorridjtung 
an ben güfjen in tyrer Stellung erbdten würben. -3n ben 
testen Sauren befl Sefte&fnfl biefer Orgel fenlten fid) jebodf 
bie grBfjten pfeifen befl ^Juntipalfl oon feuern unb enblid) fo 
jufammen, bajjj, ba ifcre $enftl burd) bie fortw&brtnb mtber* 
gie^enbe ?ajt längfi abgeriffen maren unb ber ©im8 beä ©e« 
\fiu\t9 bei weiterem ÜRadigeben feinen ©a)uf meb,r gemährte, 
beren ^erunterfturj ju erwaiten ftanb. lim biefe 3"'# W v 
Slibe beti da^rt« 1855, fleQte id) ber Se^rbe bie Sagt btr ©a*e 
f$riftticb, auCfü^rlidj bar, wie« bitUifadjen befl fdfon ju einem 
bebten @rabe gebiebfiien CerfaDe beä ffierte«, (einer ^alKofig- 
feit im @anjen unb ber geringen Xonauägtebigfeit naa> unb 
barauf t)in, wie burdi Str^araturen, beien bie Orgel fdfcn fo 
Biete unt fo foftf^ielige öerantaßt fyabe, ben großen 3Jtdngtln 
B»ol augenblitflii^ unb t^eilweife, aber nie ganjücb abju- 
Reifen fei. 

Um bem Serfall be« SBerteB für einige 3«'t 1» fl'uern, 



wäre ein nfue6$rineitoall6'iinbbiira)g<ingig neue« Sfegierweil 
cor ber $anb ^inreidjenb gtwtfen, bifl bann wieber einige 
Stimmen (Erneuerung beburften. Aber aaS ^ätte mau an 
bem auf biefe SBeife nadf unb nad) nen entfieb,enben BJetfe 
gehabt? Siel Äoflen unb im btften gatle me^r $<tlt, aber 
nia)t meb^r Ion unb niemale ein jeitgemageS dnflruinent ; benn 
bie neuen ©timmen fonnten ja nur bem f$waa)en Sinbe unb 
bamtt ber urfprüiigUdftn Anlage unb Qcnftruction befl SBertefl 
angepaßt werben. Hu4 mufjte bie Stimmung eine anbere 
»erben, benn ber ehemalige ffammerton, in totla)tm bit Orgel 
ftanb, bifferirte gegen ben jefetgen, namtntlia) im SBinter, um 
einen b^lben Jon. 

©in feldjeö Unternehmen Ware aber in Anbetraft ber 
grofjen dtt^araturfaften, wel^e bie Orgtl bisher f^on bean« 
fprudjt blatte, um 5000 Ztyx., unb bei ber 9uflfia>t auf fernere 
enblofe {Reparaturen nur alfl tin SDtifjgriff jn btj eignen ge» 
mefen; auf btrfe SBtife (fällt man bafl öetfpie'l btt SKtxfe» 
burgex Domorget nacb.gea^mt, für beren ffitparaturtn in einem 
Zeiträume oon 150 3at)ren etft bie Summe öon 10,829 St)[r. 
geopfert würbe, ebe man fta> j« bem »er einigen darren uoH« 
enbeten trefflidf gelungenen, oon $rn. Saoegaft ausgeführten 
SfJtubau tntfc^lofj, ber bei aller ©rofeartigfeil obenein bitl 
weniger toftttt alfl bie vorbeigegangenen Sfeparaturen. 

Unter foldftn Umfiänben war ein Neubau btt tinjig reäjtt 
^Qlff, bafl Sortbeilbaftefte, ton aDeu weiteren ÜKeparaturen 
abjufttljen unb bafl bafür in ber {J°Ifl e n ^ baju olfnt allett 
(gewinn für bie Stttutuitg befl ä&trfefl ju terauflgabtnbe ©elb 
gleia> einem Neubau ju^uwenben, woburd^ berfelbr, je efftt 
unternommen, befto wohlfeiler ju Peb,en fommtn mußte. 

Unfere wnfirfjtige SBtbSvbt entfdjitb ftdj nad) oorauflge« 
gangener $r&fung befl alfo gewiffen^aft bargelegten Sadj> 
uerbaltö obne Stnftanb für ben Neubau, unb noa) vor Ablauf 
befl Oabrtfl 1855 war eiue ju biefem Sebuf in ib^rem Auftrag 
von mir entworfene Diflpofition in tbjen $änben. 

Eiefe 3)i«pofttion enthielt auf brei Manualen unb $ebat 
53 Ilingtnbt Stimmen; im SKecbaniflmufl bte tteuttt Cotifttnc 
lionen, alfl bit t>erfd)iebtnen Koppelungen ber Slaoiert burdj 
3ßgt, gufjtrittt ffit ben StOTltwecbfti b« ¥rto(« unb bafl 
Crescendo je, war aber nnr auf bie borbanbene 37äumltd)feit 
btrta>ntt, 

So» b,ier an tritt nun $r. ?abegafi, ttn btr wob, 11. 
Srijörtt jur Soncurrenj berufen, in ©tjiebung ju bem Unter- 
nehmen, ©leid) beim etfltn 3 n f a ntmentrefftn mit iinn bradjtt 
er mir 3Bünfd)t für bie ServoQfommnuitg befl SBertefl tut« 



— 94 



gegen, welche auch fcbon bie mehligen waren , bie id) aber in 
SÜnfebung ber au« iljrer 33erwiiflid)iing notbwenbigerroeife 
beröcrgebenben weiteren Umgeftaltuugeu bi«jet}t jurücfgebalten 
blatte. äMebrere jwifdien $rn. i'a6ega|"t uub mir ftattge» 
funbene Verätzungen führten $u einer gegen bie erft.e bebeu» 
tenboeräuberten unc erweiterten }Weiten3)i«»ofition, meiere 
ftcb, bei ber großen Sad)feniituiß be« £in. l'a begaff fo »or» 
}üglia) ge|'taltet hatte, bajj ich nid)t anftanb, mich, bem nunmehr 
ton £>rn. ßabegaft eiitgurcic^ettben ^ßlane »oUftantig anju= 
fj)Iießen unc benfclben and) »on meiner Seite in einer neuen 
Eingabe für ben Neubau »r>rjtifd)lageii unb ju empfehlen. 
Dies) gefcbab am 22. Sanitär 1856. £>iefe jweite3)i«po|ition 
fteüte für ba« ^pan^tiucrl 17, für bafi Obetwerf 16, für ba« 
SSruftwerf 11 unb für ba« "ißebal 15, im ©anjcn 59 (Stimmen 
auf, ferner 14 üttebenjüge unb gußtritte für Doppelung unb 
<ßecalwed)fd. 

gür bie größere ©tinunenjab,! , rooriintec fotool im 
SLRanual al« "^ebal mehrere ber größten (Stimmen, reichte 
aber ber »orbantene 9fauin nidit au«, e« wäre nicbt möglid) 
gewefen, ba« 2Berf otyiie gänjlicbe ^ufammenbiücfung unb ba* 
jjer ebne bie größten 9cad)tb,eile für bie ÜBirfung in bemfelben 
aufjuftellen. 

SIMr waren baber in ber SWotljroenbigfeit, auf bie ©r* 
Weiterung be« Orgelgebäufe«, refp. £>eraH«ruduiig beffelben 
um 3 Quß anzutragen. 3)cit biefer ®ebäufe»ergrößerung war 
aber eine anoere Umgeftattung uuabwenbbar »evbunben. Die|e 
betraf nämlich ba« fdje-n bieder febr befdjränfre Orgelcbor, 
welche« folgerichtig bem berau«aurüdeiibeu ©ebäuje entfprecbenb 
naa) ber Äirtbe ju erweitert werben mußte, wenn auch nur 
ber bisherige befcbräiifteShovraumwicber erlangt werben folUe. 

9ead) »o gängiger, auf iSeranlaffung ber n>obll. 53eb,örbe 
burd) £rn. $>oferganift <Sct>neiber in 2)re«ben gefn)el)cner 
Prüfung ber jroeiteu £)i«pofitien, wobei biefelbe bei ber an» 
evfannt großen Äenuerfcbaft ce« $rtifenrrn namentlid) in ben 
geuüjcbteu Stimmen banfen«wertbe iBeränberuugeu unb @r« 
Weiterungen etfaljren hatte, unb babura) nun bie 3 a ^ ber 
Ilingenben Stimmen auf 63 angewachsen war, mürbe auf 
©runb tiefer alfo feftgefe(jten 35i«po|"ition $rn. t'abegaft ber 
SBau ber Orgel am 30. October 1856 t>ou 6er woblf. öebörce 
übertragen, fi'urje ßtii barauf, am 17. Deceniber 1856, fan» 
ben fämiutlicbe SBefdilüffe be« 9?att)«, fomel binjid)tlid) be« 
Söauplan« für bie Orgel unb aller äußeren Umgeftaltuugeu al« 
bie ffiabl be« 3?aunieifter<<, in öffentlicher Sitzung bie 3 u ftim* 
mung ber $emn (Stabtoerurbneten. 

hiermit fdilcß cie Angelegenheit vor ber^panb ab unb bie 
SBoQenbung be« Sbaue« ftanb in 3 dabren ju erwarten. 

(gortletfung folflt.) 



lüagner's äntroort auf öte Krttift von Q. Berfioj. 

(@4Iu§0 

3a) ging weiter. 3d) fragte mid), welche« in ber jhiufi 
bie SBebtngungeu jn fein hatten, unter benen fie beut publicum 
eine unioicerftehlicbe 9ld)tuug einzuflößen oevmödite, unb um 
mid) uid;t ju weit in berllnterfiicbuug über biefe^rage t)inauä* 
juroagen, nabm icb nieiueu flu«igangc*puuct im alten ©riechen« 
lunb. Doit traf id) uor 2lüem auf ba« Äunftmerf par excel- 
lence, auf ba« T'rama, in bem fid» bie 3tee, fei fte nod) fo 
ergaben, nod) fo tief, fid) mit ber größten JUartjeit, in ber um» 
faffeubften, geiftsoliften SBeife au*fpred)en tanu. 2Bir finb 
^eutjutage nidit obne ©vunb barüber erftaunt, wie 30,000 



©riechen mit einem bleibenben Sntereffe ben Iragöbien be« 
äefd)^lo« folgen tonnten; aber wenn wir nach, bem SDcittet 
fovfiben, burd) ba« wir äl;nlid)e 9?efultate erzielen fönnten, fo 
ftnben wir, baß e« in ber Bereinigung aller mitwirfenben 
fünfte ju einem gemeinfcb,aft(ich,en &\vtde ift, b. t). jur 6r« 
fdjaffung be« coUfommenen uub einjig wahren Äunftwerfa. 
3)a« führte mid) baljin, bie einjelnen Huuft^weige in ib,ren 
93ejieb,ung,en ju einauber ju ftubiren unb nad)bem id? auf biefe 
SBeife ba« SBerbältniß gefunben tjatte, ba« jwifeben ber Stülp« 
tur uub ÜJciniif be|"tel)t, fud)te id) nad) bemjenigen jwifd)eu ber 
SWufif unb 55id)tfunft: au« biefer Unterfud)ung brachen plö(j» 
lid) ©trablen bercor, bie ba« 3)unfcl, ba« mich, bi« bab,in be» 
unrub,igt blatte, ooüftänbig jerftreuten. 

3a> erfannte, baß genau ba, wo eine biefer fünfte an 
unüberfd)reitbare ©renken ftößt, fofort mit ber fhengften @e» 
nauigfeit bie 2Birf(amfeit einer anberen beginnt; baß man 
folglid) burd) bie Bereinigung biefer beiben fiünfte mit er» 
greifenbfter 5)eutlid)teit au«brücfen tonne, voai eine jete für 
fid) nid)t barjuftellen »ermag, baß im ©egeutlteil jeter SJcrfuc^, 
mit ben ÜRitteln con einer biefer Äiinfte ju erreichen, xdaS nur 
»on beiben »ereint ausgeführt weibeu tonnte, notfywenbiger» 
Weife in« 3)unfel führen müßte, junäcbft jur Verwirrung, bann 
jur SluSartung unb jur 93erberbniß jeber ©onberfunft. 

da) cerfuebte bemnad) bie 9J?öglid)teit nadjjuweifen, ein 
Sßert bercorjubringen, in weld)em ba«, wa« ber menfd)lidie 
©eift iieffte« unb $öd)fle« ju faffen oermag, bem gewöhn* 
lid)ften SBeiftanbe nab,e gebracht würte, ohne baß er be« 9iad)» 
benfen« ober fritifd)er Erörterungen bebürfte — unb ba« ift 
e«, wa« id) mit bem ÜRainen: „Äunftwerf ber 3"f""ft" be» 
jeia)nete. 

Urteilen ©ie hiernach., lieber 93er lioj, ma9 ia) t)abe 
empfiuben muffen, baß naa) eiuer 3*'i »on 10 3ab,ren nid)t 
etwa einer »on ben leichtfertigen unb oberflächlichen beuten, 
einer »on ben @oncetti>$änblern, ben SBörter'gabritanten, 
beii Sraoo« ber Literatur, nein ein ernftl;after ÜJiann, ein 
bercorragenber Jfiinftler, ein einfta)t«»oQer firitifer »on Obrer 
Sötlbung, »on 3b,rer 9?obleffe, noch mehr, baß ein ftreunb fiel) 
auf folebe SBeife über bie ©ebeutung meiner Obeen irren tonnte, 
baß er fid) nicht gefd»eut hat, mein ffiert mit jenem lädjerlicben 
9?amen: „3ufuiift«mufif" ju belegen. 

3ßob,lan, mein lieber ©erlioj: ba mein 93uch Watjr« 
fcbeinlid) im Original, wie e« ba ift, für (Sie eine 
unbetaunte <Bad)t bleiben wirb, fo erweifen Sie mir ben 
greunbfchaftSbienft, mir auf mein fd)lia)te« SBort ju glauben, 
baß e« teiue jeuer Slbgefcbmacftbeiteu enthält, bie man mir 
unterlegt, unb ba« id) barin auf teinevlei SBeife über bie Srage 
ber mufifalifcbeii ©rammatit gefprodien habe. Wein ©cbaute 
reid)t etwa« weiter, unb ba id) nicht Ubeoretifer »on ^au« au« 
bin, fo mußte ich außevbem Snberen bie Sorge überlaffen, 
tiefen ©egenftanb ju beb,anbeln, e.benfo wie bie tinbifdje Srage, 
ob e« erlaubt fei ober nicht, in ©ad>en ber Harmonie ober bec 
SDcelobie eine SSJenbung ju erpnben (faire du neologisme). 

^eute, ba« gcflebe ia) Ohnen, bin id) faft cerfuebt, bie 
$erau«gabe jene« Söudbe« ju bebauem. Unb wenn, wie icb fo» 
eben erft wietcr ei fahren tyabe, bie beftunterrichteten unb auf» 
getläiteften fi'vititer fia) burch bie öorurtheile be« nnmiffenben 
lilettantiömuö fo weit tonnen hinreißen laffen, baß fie fogar 
wäbrenb ber Sluffiihrung »on Werfen, bie auf folebe ffieife 
ibrem Unheil anbeimge|teQt finb, auf ber INcinung befteben, 
barin 9?id)t« al« 3)inge ju cernehmen, bie ftcb nicht barin ftn« 
ben, wogegen ihnen bie wefentlia)e uub ©runbibee entgeht — 
wie fod id) ba noch hoffen bflrfen, baß ber tobilofobbifcb ge« 



95 



bitbete Jtünftler, ber äftyetifcbe Denfer com publicum beffer 
»erftanten teerten tonnte, wo er nidjt einmal com ^Jrofeffor 
©ifd)off in ßöln »erftanben ift. 

aber bafl ift fdjon ju»iel über ein foldjeS JfaBitel. 3d) 
b,a6e Oljnen auSeinanbergefe(jt, was „SJufunftömufif" mar. 
Öd) tyoffe, bafj wir unS 6alb, unter ganj gleichen Vebingungen, 
tinanber gegenfeitig »erftetjen. Waffen ©ie biefeS fo gaft» 
freie f?franfretcb meinen SRufifbramen ein Slftjl gewähren; id) 
meinerfeit« erroorte mit ber Icb^afteften Ungebulb bie 3)arfieüung 
3b,rer „Irojanerinnen", mit einer Ungebulb, bie burd) Dreier« 
Iei gerechtfertigt ift: junäcbft burd) bie 9?eigung, bie id) für ©ic 
tyege, bann burd) bie SBebeutung, bie 3t)r Serf ob,ne 3 n3 "f e l 
in ber gegenwärtigen mufifalifd)en 3i>elt einnehmen wirb, 
fd)liefjlid) met)r nod) burd) bie befonbere SBicbtigfeit, bie id) 
bemfelben in 93ejieb,ung auf bie dbeen unb ©runbfäfce beilege, 
bie mid) ftetS geleitet t)aben. 9tid)arb SBagne-. 



3eitflemäßc Betradjtungen 

»on 
f. firetrtrtl. 

(fSottfe*.ung au« 91t. 3.) 

Die legten SBodjen b, aben in Veranlagung mehrerer Stuf« 
ffibjungen wieber ein jiemlid) reidieS Material ber »erfctiie« 
benften ffunbgebungen unb Urttjeile in ben ©lottern ju Sage 
geforbert. 2Bir fteßen nad)ftei)eiib Einiges baoon, was und 
jufdllig ju @efid)t fam, jufammen, inbenj roir bie nötigen 
Vemerfungen beifügen. Sluäfüljrlid) fofl unb fann baS natür» 
lid) nid)t gefdjefyen; nur in ftürge baS burdjau« Unftattljafte 
ju wiberlegen, ift, »ie aud) bieder fdjon in biefen Setradjtuu» 
gen, b,ier unfer ßvoti. 

On einem Soncert beSDtten'fdjenüftufifoereinfl in$am» 
bürg mürbe Sifjt'S „foreleti" »on grl. © e n a ft gefungen. 
Der Referent ber „Hamburger 9cad)rid)ten" nennt bie dorn« 
»ofition eine „gefpreijte". Sifjt „»erwanbte bie »oetifdje 
©timmung in eineöieberfyifce, uut) mißbrauche bie klänge einer 
uralten ©age ju einer tragifdjen D&erneßifobe. Die ganje 
Vtinbljeit feiner ergebeneu Slnbänger gebore baju, wenn fie 
biefe £om»ofition eine« SieberfleinobeS oon ber einfad)ften ©e> 
ftalt nidjt (äd)erlid) fänben" u. f. w. Dabei beruft fid) ber 9te« 
ferent auf §ranj ©djubert'S Veifciel, ben er al« SDieifter 
„entjücfenb naicer" üHufif aufftetlt. Um junadjft etwa« Vei« 
läufige« ju erwähnen, fo bemerfen mir, bafj baS in Siebe 
jiebenbe SBerf baSfelbe ift, baS bei unferer £onfünftler=Ver« 
fammlung, oon einem publicum von Rennern alfo, »ie eS fid) 
nur bod)ft feiten jufammenfinbet, da Capo »erlangt »urbe. 
SBir braudjten auS biefem ©runbe nur ganj einfad) ju erwU 
bern, baß bie ganje Slnmafjimg eines fanatifirten@egnerS baju 
gehöre, um nad) foldjem Vorgänge nod) fold>e Urteile in bie 
SBelt ju fenben. ©rben »ir inbefj auf bie ©adje ejn, fo genügt 
eine einfad)e biftorifd)e 9cad)meifung, um ben erhobenen Sin« 
uaub mit einem ÜJcale frt)lagenb ju befeitigen. Diefelben »er« 
teerten Urtbeile iiämlid) festen jebeS 3Hal »ieber, nenn eine 
Erweiterung über baS jur Qtit ©eltenbe IjinauS angeftrebt 
»irb. ©anj genau baSfelbe fagten SR r 1 1 f t a b unb »iele 
Snbere über $. ©djubert, unb »em bie« unbefannt ift, ber 
b,at nur nötb.ig, bie eon 9f e 1 ( ß a b in ben breijjiger 3al)ren 
beranSgegebene mufifalifcbe 3 c '*fd)rift ,,3ri«" nad>jufd)lagen. 
6r »irb bort in ben Oabrgängen 1832 unb weiter eine jab,re= 
lange auf biefelben ©ruubfähe aeftilute DtöDfition aeaen 



©djubertfinben. (Sbenfo gefudjt, »erjerrt, unnatür(id) erfebien 
bamal« Sftellftab unb allen teuen, tie nod) nid)t über Ser« 
ger, SBeber, 3 e ' te r u -*-/ übetbaupt über baäfieb in feiner 
einf.id)ften ®eftalt binauSgetomnien »areu, g. ©d>ubert'S 
6igeuti)üinlid)leit ; man tatelte feine angeblid» oerfebjte 2ert« 
auffaffuug, geuau in bevfelben SBeife, »ie tä ber Hamburger 
JKefetent mit ?ifjt'8 ffierf tb.ut. Oe^t ift ber bamalö »er- 
fetjerte, in feinen ffievfen als gefdjraubt unb unnatürlid) be* 
jeiebnete ©djubert ba«9Jhifter eutjürfenb naioer Jluffafjung 
geworben! ©o änbern fid) bie 3«ilen- 3)ie ^Jraj i«, bie 
@efd)id)te b,aben entfd)ieben. SBJer beult je pt nod) an Oene, bie 
bamalS ein unjureidjenbe« SSerftänbniß bocumentirteu? 3)ie> 
felbe Srfdjeinung »ieberb,olt fid) fort unb fort, unb »irb aud) 
in SBejug auf unferen »orliegenben Sali oon benfelben 9teful* 
taten begleitet fein. 

Die beutfdje treffe bat fid) beeilt, bafl angeblidje SBonmot 
8ioffini'fl bejüglidiüBaguer'fl in allen Greifen ju »erbreiten. 
3ept »roteflirt SRoffini felbft bagegen (man »ergleidje bie be« 
treffeube Dcotij in bem Feuilleton unferer heutigen 9?ummer), 
unb efl ergiebt fid) fonad), bafj bie ganje ®efd)id)te eine @nte 
»ar. Sluf biefe 2Beife aber fdjaben bie »olitifdjen 3'ttungen 
ben fünft lerifdjen ©eftrebungen auf?erorbentlid). Senn fo feb,t 
fie einerfeitfl jur Verbreitung befl 3ntereffe8 an ber äunft unb 
jur Verallgemeinerung beflfelben beitragen, fo grofj ift ber 
9?ad)tb,eil, ben me^r nod) ÜHangel an ©inficbt, alfl böfer SBide 
b,erbeifüb,ren. SBafl geeignet fdjeint, eine »iquante JJeuiQeton« 
notij abzugeben, »irb aufgenommen, obne Unterfudjung, ob efl 
»ab,r ober erlogen ift, gteid)»iel aud), ob efl gegen beffere ©runb» 
fä(je ftreitet, ober nid)t. Sntroeber mau brudt blinblingfl ab, 
toafl in bie äugen fällt, ober man ift fo »errannt in Vorurteile, 
bafj man ben craffeften ganatiflniufl unb bie erbittertfte ©eb,äf« 
figfeit für unbefangene 8nfd)auung auszugeben ben SDtutb, ^at. 



2Jcit berfelben gilferligfeit »urbe SBerlioj' Äritif über 
SBagner abgebrutft. 5Dafj Söerlioj fein SBort 3)eutfd) »er« 
fteb.t, bafj er alfo weber mit ben betreffenben ©djriften, nod) 
aud) mit ben eng mit bem beutfebeu S83ort »erbunbenen 2on« 
fd)öbfungen fid) »ertraut mad)en fonnte, bafj er alfo »ie bei 
SSlinbe »on ber garbe förid)t, bieS ju bebenfen fiel Jfcinem ein. 
■Kur nad) $örenfagen urtbeilt SBerlioj, unb wafl fid) barnadj 
bei it)m für feltfame Vorfteßungen gebilbet b,aben, baS jeigt 
feine Äritif unb SBa-gner'S treffeube Antwort. Dabei »öden 
wir gar nid)t einmal betonen, baß es eine burdjau« irrige 
Muffaffung ift (bie nid)t »on uns ausging), »enn man SBerlioj 
im engften ©inne unb unmittelbar jur neubeutfd>en 
©djule }äb,(t. SBerübrungStuncte fiub cielfad) »orb,anben, unb 
in einem weiteren ©inne fann eS mit ^ug unb 9ied)t gefd)el)en. 
SJcanbarfaber babei bie in ber@igentbümlid)feit beflgranjofen 
begrüntete Verfcbietenbeit nidjt überfeben, unb mufj fid) alfo 
obne SEBeitereS jagen, bafj Söerlioj ftetS nur bis ju einem ge« 
ttiffen ©rabe mit beutfdjer änfdjauungSweife übereinftim« 
men »irb. 

3)aS„I)reSbener3oiirnal"brucfte »orÄurjem jene ©teile 
aus Dräfefe'S 2lrtifel „llcufifalifcljer 9?ad)mud)fl" (9er. 7, 
©. 55, ©p. 1) ab, morin eS Ijeijjt: „2Wag ber ©a(j, ben »ir 
mit ganjer ©eele »ertieteu, einfeitig ober falfd) fein: bie 
ffunft muffe bor Slllem aufregen, eS »irb uns »on einem 
}äb, en ^eftbalten baran s JJiemanb abbringen. 9J5ar ja bod)Siif« 
regungbaS^auptgefübl, was uns ergriff, als ber.A'oben» 
arin" bie neue 9Belt feufdier bramatifdjer fiuuft »or ben 



96 



©tiefen be« nnmfinbtgen Dilettanten entrollte." Da« 
„Dre«bener Journal" (;at fid) boburd) eine in biefen lagen 
von ibin »eröffeutlidjte 33erid)tigung Dräfefe'« jugejogen, bie 
ed bei etwa« nteljr 9}orfid)t unb gutem ÜBiflen l;ätte »ermeiben 
fBnnen. 9iur bei ben paaren tonnte überhaupt bie SJeran« 
laffung jum erften Slbbrurf jener ©teile herbeigezogen werben. 
Daß eine neue fiunfterfdjeinung aunädjft aufregenb wirft, ift 
feine „neue flunftanfdjauung", wie ba« „Dre«bcuer Journal" 
meint, fonbern eine alte, aud; burd)@eetbe fceftätigte 2B a b r < 
^eit. SBenn fid) Dräfefe einen unmündigen Dilettanten nennt 
jur 3 e «' Q l8 « „tfotjengrin" juerft fennen lernte, fo liegt auf 
ber fladjen £>anb, baß bamit bie erfte, cor langen Oafjreu ftatt» 
gebabteSluffübrung be« Sagner'fdjen SBerfe« gemeint ift. — 
Sine „nachgeholte 2$ert)iinine(nng be« Glaoieroirtuofen lau« 
fig" Übrigen« ift jener Slrtifel feineämeg«. 9Jian muß [et)r 
im UnMaren fein Über bie Aufgabe ber 2iage«preffe, wenn 
man, wa« bie erfte $flid;t berfelben ift: neue ftrebenbe 
Äräfte bem publicum »orjufübren unb bie SJefanntfdjaft bamit 
ju »ermitteln — unter bem@eflcb^«puncteperfb'nlid)er9ceclaine 
betrachtet. (gertfefcung folgt.) 



Aus Bresben. 

3>en 18. gebruar. 
Der Sbarafter unferer mufifalifdjen ©aifon bat fid) im 
©egenfatj ju früheren 3al)ren immer me&r unb mebr feine« 
»irtuofen ©epräge« entlebigt unb mit 93e|;arrlid)feit einer 
8?id)tung jugeneigt, für meldje ein tiefere« SJerftäiiCnifj mit 
Stecht »orau«gefe|}t werben mag. 9iid)t geringen äntbeil hieran 
l)at außer bem ionfünftleroerein bie Äönigl. GapeUe burd; bie 
»on hergegebenen ©tojHpbünie«goncerte, »on teuen feit meinem 
legten 33erid;te wieber »ier ftattgefunoen baben. ©ie bradjten 
un« ©»mpbonien »on $atyt>n: (@ bur 9fr. 4, 53 bur 9er. 8. 
D bur 9er. 10), SÖtojart (© moll), 33eet&o»en (D bur), 
©pobr (ge bur, 9er. 1), granj ©djubert (£ bin) unb 
©d)umann (£ bur 9?r. 2), eine ©uite »on 0. ©. 33 ad; 
(D bur) unb Duoerturen »on @luct: „Spljigenie in Sluli«", 
93eetbo»en: „ftibelio", 3Beber: „Dbeion", 9<offini: 
„leü", ©ppntini: „Dltimpia", 2)(enbel«fo&n: „SDceln- 
fine", 9c einiger: „$el»a", unb Sennett: „Sttalbnbmpbe". 
95on obengenannten ©ömpfyonien fomnien Referenten nur bie 
brei legten in 33etrad)t, ba ber übrigen 2Berfe SRangorbuuug 
längft feftgeftellt ift unb ibrer$lu«fufy»ung nur93efaniite« nacb- 
jurüljmeu märe. 9Jeit ©poljr'« ©umpljonie in g« gebadite 
man ben babingefdiiebenen SWeifter ju ebren. fflir roiffen niajt, 
xoa9 ©pofyr felbft »on biefem SBerfe in fpäterer ßrit gehalten 
fyaben mag, möchten aber bezweifeln, ob er burd) baffelbe b.eu* 
tigen Slnforbeiungen gegenüber »ertreten ju fein wünfdjte. 
On formeller §infid)t ift be« (Somponiften ©cfbftftänbigfeit 
nod) wenig entwidelt, ein afl»iängftlid;e« anlehnen an frühere 
9Jcufter mad;t fid; bemerfbar unb ber ©ebanfeninbait erweift 
fid; al« unjureidjenb für ben fömpbonifijen 33au, er fänbe be« 
queme« Unterfommen in einem Quartett. Die überreiche $3(ed)= 
»erfleibung änbert baran 9Jicb,l«, benn e« ftedt fein Stitter 
baljinter. ©pol>r'« Serbienfte in allen <£t)ren unb an feinem 
Orte, aber belebeub anzuregen »ermag er unfere 3 f if i" vielen 
feiner ffierfe nidjt mebr. 9fod) ftedt in un« ein gut I^ieil 9ce« 
fpect »or feiner anftänbigen Unterhaltung, — wer aber ba« 
©efübl fennt, wenn im @efellfcbaft«jiinmer ein i'cfepnlt auf« 
gefteHt wirb, ber mag »erfteb.en wa« wir au«jufpred)en unter« 
laffen. gtanj ©djubert'« große Q? tur=©timp^onie entfaltet 
immer neue SReije unb erfüllte un« »om 9?euen mit Sewun« 



berung über be« ÜKeifter« unerfcböpfUdjen 9?eid)tb;um. ©ern 
geftatten mir bem länger ba« SBort at« wol üblid), ber un» 
fo ju feffeln »erftebj wie er. 9(ocü, oftmal« roüufdjen wie tie- 
fe« 3i5erf ju »eruebmen, weil uad; allen Seiten bin babei ju 
gewinnen ift. — SKobert ©d>umann'« (5 bur*Sümpl)onie 
gelangte jweiinal jur anffüftrung, ba* (efetemal im Spater, 
gelegentlich, eine« 2lrmen=Soncert«. g« ift nod; nidjt lange 
$er, baß man p^ felbft in mufifalifcben tonangebenben Greifen 
über ©djumann mit einer ©etiiigfajä^ung auefprad), bie jld) 
bitter gerädjt ^at, beim allgemein erfeunt mau je(t biefe«2Berf 
al« eiu meifter|>aftee an. Daß e« ju gliirflidjer ©tunoe ge- 
fd)affen fei, bemerfen »orficbttgermeife Diejenigen, welche fofort 
auf i)ad>, ^a^btt unb SDiojart ju fpredjen fommen, wenn 
»on ©ebumann bie 9febe ift. Die aufnähme beregter 
©pmpb,onie feiten be« publicum« war eine iiberau« günftige. 
SS3ol;luitterria>tete erflärten |la> nidjt Durchgängig einoerftanßen 
mit ben gemäOlteu lempi. grfid^tlid) war Die l'iebe, mit wel« 
d>er bie Gsapelle biefe« fd;wierige SBerf erecutirte. öaa)'« 
©uite in D cur erhält tureb bie »erwenbeten brei Irompeten 
einen glän^enben, feierlichen (Jbarafter, gegen ben ficb, bie 
fd)öne „Stria" bebeutuug«»oa abgebt, g« ift, al« ob 33 ad) eine 
dlluftration Der ^Jradjt be« bamaligen fädjfifcben $ofe« ^ätte 
geben wollen. S3ennett« 3Balon^iup^en-£)uDerture oermodjte 
uugeadjtet fcb,öner giiijel^eiten wegen ju breit au«gefponneuer 
Durcb.fiibrung ber 9J(oti»e uno ÜKangel an felbftftänbiger ©e- 
ftaltungöfraft einen nambaften grfolg nidjt ju erreidien. 
©pontini'« „Olümpia" raufdjte mit i^rem ©Btter« ocer 
$eiDen(ärm an un« oorüber ; ba« feftlicbe ^urpurgewanb ber 
mageren ©d)önen imponirte. 9coffint'«2;elI=£)u»erture mußte 
mandjen 3u> c 'fd an it>rer 2Bät)lbarfeit »ernennen, benn jie ^at 
Siele« für unb Wandle« gegen fid). 3f>ren 9ieijen ^ulcigten 
unfer Wacferer Summer im ü3ioloncell=©olo uno unfer tüd)« 
tiger $)iebenbal)l auf beut englifd)en $orn. — 9fo6 ein 
fedj«te« ©omplwnieconcert ftel;t beoor. 3n geredeter 93erüdfict)» 
tigung mannigfacher nid)t ju befeitigenber ©djwierigfeiten unb 
^piuberniffe läßt fid; bem gifer unb ber Siebe, mit weldjer fid} 
bie ftöuigl. gapeile ungeadjtet bienft(id;er Ueberbürbung i^rer 
Slufgabe nuterjieb.t, rül;menbe änerfennung nidjt »eifagen. 
^r. ^pofcapea«9Ä.ffreb«, auf bem feit SReißiger'« JoDe aße 
bienftlidjen Obliegenheiten ruljen, entfaltete beffenungeadjtet 
eine uüermüeete I^ätigfeit. gr war e«, bem wir bie ftuffü^« 
rung ber „geftflänge" »on Sifjt in einem I^eatercenjert jum 
Seften ber Sinnen »erbaufen. Derginbriirf bieferSonbicbtung 
war erbebenb, unb ba« Ordjefter fanb fid; für bie aufgewen« 
bete Wü^e reidjlidj belohnt. iBi« je^t ftnb bemnad; jwei ber 
fd)werer »eiftäublid)en SBerfe 2 ifjf« »on ber Sapefle mit gr= 
folg »orgefü^rt werben. 2ßir boffen, baß biefe« gute £$ei<i)tn 
Seranlaffung geben werbe, SJorint^eile ju überwinben, für 
weldje bie Ungunft ber SJerfyältuiffe nur ju lange ba« 3l;re 
beitrug. s JÜ}enu e« für bie 9ieprobucirung »on SBerfen biefer 
Slrt an jebem Slnbalt fet;lt, fßecielle Ontentioncn be« gompo« 
nifteti fofort ju eifenuen unb l;erau«jufüblen unb e« erft ein 
längere« SJertrautfein mit benfelbeu erforbert, um fid? ganj 
in ben nicb,t gewö^u(icb,en Obeengang beö Jonbidjter« ju »er« 
fenfen, fo ift e« fein Säbel jit nennen, wenn bie Söfung ber 
Slufgabe nidjt fofort al« »oUeutet bejeid>net werben mag. 
$>aben ja aud) bie fttmpbonifd;en SBerfe anberer 9J?eifter erft 
im Saufe ber 3^>t biejenige coücnbete Slnffaffuiig unb SEBieber« 
gäbe erlaugt, bie wir jeßt bemunbern. — Unfere Üocalfritif, 
weld;e ber 9?iditung b. 331. fo entfebieben abbolb ift, ^at aud) 
über bie „geftflänge" bie »oüe ©d;ale i^reö 3"ne« au«ge« 
aoffen unb ba«. womit fie ficb nidit einoerftanben ju erflären 



97 



»trmocbte, in fo fyerbe formen gelleibet, bafj bem, wa« audj 
ifyr anerfennen«wertb, bünfte, ein ber ©evedjtigfeit entfpredjen» 
ber Stu«brucf nid)t jur Seite ftanb. SBar nicht ber Stanb» 
punct, Don welchem au« man bem Stieben bei ©egenwart 
üRajj, Mittel unb 3» e ' anmuten mid, auch, einft ein oerfcfeer« 
jer unb oiel angefeinbeter? £at nicht ber weilanb cbnrfürftl. 
$ofcapefl«9R. Scaumann einen gemiffen 333. 21. 2Bojart 
als Sansculotten bejeic^net? hat nicht SRidjarb SB agner 

bei feftlicber ©elegenbeit oon . Doch genug. 

SBir waren unb finb ber Weinung, baf$ e« aud) eine Aufgabe 
ber treffe fei, ftrebenben ©eiftern entgegen ju fommen, bem 
publicum jum öerftänbnif? ju «erfyelfen, unb leitenb wiefübrenb 
bie Spifce ber geiftigen 33emegung ju bilben. — Unfere b,ie- 
ftgen ^rioat'äRufifdjöie pflegen alljährlich einige Soncevte 
jum 93eften ihre« $enfton«foui>8 oereint ju oeranftatten unb 
Ratten bei bem cor ÄurjemftattgefunbenenCif }t'«„$rä(ubien" 
auf« Programm gefegt. Sine glücflicbe SBahf. SEKufifer aller 
SRidjtungen waren jablreid) oertreten, ihr Urtbeil burd)Weg über« 
einftimmenb unb ber SBeifaH be« publicum« ftürmifcb. DerDivi« 
gent $r. ÜRufiNDir. 9Jcann«felb unb ba« Ordbefter ijatten 
einen ©brentag, ju bem wir oon ^er^en gratuliren. — Sil« 
Vorläufer ber übrigen f»mphonifd)en Dichtungen finb bie 
„?rälubien" oorjug« weife geeignet; märe mit ihnen bei un« 
begonnen werben: bie „geftflänge", „Dante" unb „$ro* 
metbeu«" Ratten einen geebneteren 33oben gefunben. 
(6<*IhS folgt.) 



Wiener Briefe. 

Conmtberidjt. 
I. @rofje Ordjefter. unb Sßocalconcerte. 

Sdjon lange gab e« in 2Bien leine fo ergiebige Soncert« 
ernte, al« com $erbftanfange 1859 bi« tjeute. Um e« lurj §u 
machen, wiQ ich ben reichhaltigen Stoff grnppenroeife betraf 
ten. Der Scbroerpunct beffelben liegt $uerft in bem SBirfen 
unferer Drcbeffer* unb Singoereine. hieran fc£>Iiegt fidt bie 
eben fo reid) vertretene mefyrftimmige Äammermufif. Diefe 
mag fobann ben SBirtuofenconcerten erften SRange« bie Stelle 
räumen. Snblid) foH ben gleichartigen 93ethätigungen jweiter, 
britter, ja nod> untergeorbneterer Slbftufung auch, ein furje« 
SBort oergöunt »erben. 

©leid) ber beginn unfere« Soncertjaljre« führte mitten in 
bie Strömung ord)eftralen treiben« hinein. Die« Sinlenfen 
Dar aderbing« nicht ba« erfreulid)fte. @« war im ©egentb,eile 
ein feit 3ab.ren unerhörte« Siaeco. Sin ruffifeber ©eneial, 
Scamen« Slleranber Sajarem, war nämlich au« bem 
Äampfe«felbe mit Scbufj« unb Stichwaffen in ba« nicht miuber 
gefabjoolle ber ^rogrammmufifer gerücft. Sluf feinen fußten 
unb Steppen mag er jahrelang naefy bem Urbilbe einer „3Kufif 
im ©tifte unb Sbarafter ber Staoen" gerungen haben, ffir 
trug nun feine SBaare t)ier bei beftürjenb leerem $aufe ju 
ÜRarfte. £« fällt mol 9ciemanbem ein, mit $>rn. Sajarem 
über bie %xaa.e ju reebten: ob er un« in ber Sljat mit einer 
„üftufif im ©eifte unb Sharafter ber Stauen" befdjenft t)abe. 
SBa« mid) betrifft, fo fpredje idj — cou früfyefter Ougenb auf 
mit bem®epräge f(a»ifd)er SDfufif eng öertraut — biefein 2a« 
jarew'fcfyen ©etöne einen garbenttjpuS fold)er Strt entfebieben 
ab. SUein e« l)aubelt fid) nod> weiter um bie Erörterung ber 
grage: ob $rn. Sajarcw'« ÜRufif überhaupt ein Sb,arafter 
innewohne? Slud) fyierauf ifl mit unbebingtem 9cein ju antwor« 
ten. ffia« er giebt, ifl naturaliftifdje« longefdjwäft. SBie nun 



Slde« in biefe Steige einfdjfagenbe Älang jeug, tritt aud) biefe« fo 
anfprucb,«uo(l unb fcbwülftig a(« nur möglid) an« t'idjt. £>ot)n 
unb Spott oon Seiten b, albleerer 33änfe: bie« war bie einzige 
Srnte unfere« Reißen aud ben fußten. 6« blieb glütflidjer« 
weije bei einein einjigenSoncerte. — 3)a« ber3eit nacb,biefem 
junädift fteb,enbe große Soncert war »on einem Öunbe mufita» 
lifdjer 92id)tfacb > leute ausgegangen. Od) bebiene mid) biefe« 
öielletdjt etwa« gefügten ?lu3Drurfc« für ba« mir grünblid) 
»erb,afjte SBort: Dilettanten. SBcit biefem »erbinoet ber 
Spradjgebraud) oft atlju Siele«, unb nimmt e« meift al« Detf« 
mantel bö«artiger fflißeleien. 3)urd) foldje würbe aber ba« 
inrebe|"teb,enbe Soncert unfere« erft jüngft aufgelebten ,,Or» 
d)eftercerein«" ganj unoerbient getroffen. Si|jt aud) in biefem 
(Sollegium — mit 2lu«nab,me be« Dirigenten — fein einjiger 
©iufifer oon gad) unb Stanbe 311 9?atb,e, fonbern nur eine 
^ßbalanr oon äWannern ber üiifjeitünftleiifdjen Oeffentlidjfeit, 
fo liefj bod) ibr — meine« 3Biffen« — erfter umfilalifcber Se= 
ben«jug Weber iJleijj, nod) ^räcifion, noeb, Sdjwung in ber 
Söfung aüerbing« bejdjeibener Slufgaben oermiffen. 3a, felbft 
ein Programm, gebilbet au« jwei Ouoerturen ÜJcefyiil'« unb 
Sfyerubini'« (ju „Stratonica" unb „ffilifa"), einer |>ai)bu'* 
fd)en Sompb,ouie unb bem 33eetfyooen , fd)eu S bur-Soucerte 
rechtfertigt fid) »olltommen — wenn aud» nid)t ?lngefid)t« 
unferer ©egenmart, bod) geroifj im ^inblirfe auf bie SErag« 
weite ber mit folgen Slufgaben betrauten Äräfte. Die Söieber« 
gäbe be« ßlaoierparte« in SBeettjooen'« Soncert burd) Od. 
Öuüe 0. Slften, eine 3b,nen febon öfter genannte Äunft» 
jüngertn oon 93egabung unD wahrem Sierfiänbniffe, ift fogar 
al« in feber $Rid)tung b,eroorragenb ju bejeid)uen. Dirigent 
biefe« Orcbefteroerein« ift aderbing« ein gewanbter fjadjinann, 
ber al« Ouartettfpieler anerfannte ©eiger ?tof. ^eißler. 
©lüct auf biefem guten Slnfange feine« Streben« unb ben nidjt 
minber erf olgreidien 93emübungen feiner nid) t profef lioniftif d)en 
©efäbrten! SRad) unb nad) wirb aud) ib,r Programm meb,r 
Sarbe gewinnen, gür ben ilnfang beweift feb,on bie Öefyerr« 
fdjung eine« folgen Sifer unb iüd)tigfeit genug. 
(BottftBung folgt.) 



JTluncOener Briefe. 

gtbruar. 
SBenn man oon ber 2Birffamfeit unferer Oper wäbrenb 
be« abgelaufenen 3ab,re« fagen fönnte „Multa sed noa mul- 
tum", fo wäre man nod) gut Daran. Leiber läßt fid) nid)t ein- 
mal biefe aderbejd)eibenfte Slnerfennung au«jpred)eu. Urtbeilen 
Sie felbft! 2ln netigegebenen Opern hatten mir nur jioei, aber 
welche! — Sdjmibt'« „Söeiber oon ffieinöberg" unb ben 
„Iroubabour". Da« ift aderbing« nid)t oiel, meun man aber 
bebenft, bafj bierju nod) bie ungeheure Summe oon fecb« 
weiteren neueinftubirten Opern lommt, worunter bie ,,$uri« 
taner", „ber 33rauer oon «ßrefton" unb 2B e b e r'« „Slbu $affan" 
(„2)ca«fenbafl" unb „9boineueo" erwähnte id) fd)ou in meinem 
vorigen 33erid)te), wenn man ba« Slde« bebenft, bann wirb 
jeber Unbefangene gerne jugefiehen, bafj bie fieb b,ier eut« 
widelnbe böchft merfmürbige Ihätigfeit fid) jumeift burd) einige 
ihr gerabeju entgegengefc(}te Sigenfcbaften au«jeid)uet. Die 
feebfte b,ierfyer gehörige Oper ift „Obeion", ber hinficbtlich feinet 
becoratioen 8lu«jilattung jum Schönften jäblen bürfte, wa« bie 
ü)Jünd)ener SBühne bi«ber leiftete. Ü)tit %ü. Slugufte 
Stöger, beren ©aftfpiel icb febon in meinem oorigen Öriefe 
anführte, würbe nun einSontract auf oierüahre abgefcb, [offen. 
Somit wäre benn enblid) bem oielbetlagten ^rimabonna« 



98 



SWangel auf ba« 8efte abgeholfen. ÜRit einer burcb ©cbönljeit 
unb ©tärfe gleich an«gejeid)neten ©tinmie»erbinbet t$rl. © t ö 9 e r 
ein bramatifdte« @rfraltung«ocrmögen feltctier Art; fo wirb 
man fie al« Slifabetb uubebenflid) ben bebeuteiitften jßeprä« 
fentaiitinnen biefer SRcOe jur Seite fefcen büvfen, unb nur 
ba« mabrbaft erfdjütternbe 93itb, ba« und bie begabte Äfmft- 
lerin »on ber 3'gt""frin in 83er bi'« „Iroubabeur" entwirft, 

macht e« möglid), biefe Öerbi'fdje ©pottgeburt au« unb 

geiter ohne erheblichen Herger ertragen ju fönnen. Die nad)« 
ften 9?oflen, tuorin gr(. ©töger auftreten wirb, f ollen Ort« 
rub, Seonore (gibelio) unbüpbigenie fein. Od) fage aiiijbrfirflid) 
„füllen", bentt eine mieberentcedte Partitur ben Slbam ober 
$>erolb unb 2lebnlid)e« (ablägt in ben äugen be« Opernareo« 
pag« gemöbnlid) ade« Mnbere tobt. — (£l>e id) nüd) ju ben 
(Soncerten rveube, ift nod) ba«@aftfpiel be« $rn.D'alle Slfte 
au« Darmftubt ju erwähneit, welcher fünf mal mit jiemlid) 
bebeutenbem SeifaD auftrat. 3 U ""*"' t>urd)fd)lagenben 
Erfolge müßte biefer fonft febranerfennen«weitl)e©änger bed) 
etwa« weniger 9caturalift fein. 

Die Sencerte begannen am 1. 9co»emfeer mit einer 

„Vorfeier" jur ©djiderfeier, unb fo ftanben beim für biefen 

äbenb bie neunte ©ümphonie, bie »on 9?ie(j componirte „Di* 

tb,b,rambe" unb bie ©djHbert'fcben Sompofttionen eon„ÜHäb« 

d>en« Klage" unb „Übefla eine ©eiftrrftimme" auf bem 

Repertoire. Die Äu«fübrung ber ©bmpbouie ließ mit Slu«» 

nähme eine« mißglüdten (Jontrabaß«SRecitati»e« im leplen 

©a(je fauiuQrtmaS ju »ünfdjen übrig. Diebeiben©d)ubert'» 

fdjen lieber Waren 0011 &ranj Üadjner febr angemcffen in» 

ftrumentirt. ©leicbmol lägt fid) bie getroffene SBabl al« feine 

febr glütflidje bejeidjnen, ba gerabe biefe beiben fiebern oiel ju 

anfprud)«lo« finb, al« baß fid) bie ^erbei-Oncommobiruiig eine« 

wenn aud) nod) fo befcbeibeneu Orcbefter« gutheißen liege. 

3mifd)enburd> fpielte Sil- 9Wö«ner ©obefroib« „Danse 

des Sylphes", ba« fid) nad) ber Neunten fonberbar genug 

au«nabm. Den Söefdjlufj be« Goncerte« machte Seet^ooen'« 

Dp. 124. Dem ©d)i!lerconcerte folgte ein ©pob.rconcert, 

ba« aue ber „SJeihe ber Jone", einer Slrie au«„gauft", einem 

Sterjett au« „3cmire unb Sjor", ber ,,©efang«fcene" unb ber 

gauft>Du»erture beftanb. Da«8iolinconceit fpielte Sri. 8ibo 

au« ffiieii, bie fid) wäbrenb ber legten Oabre unter feonarb 

in 8rüffel auöbilbete. ftrl. SJibo Ijat ganj entfebiebenen 

S3eruf jur Äunft, jebod) ber Oeffentlictofeit gegenüber fid) 

nod) nid)t genug »on ber ©djule frei gemacht, e« fehlt bie 

©elbftftänbigfeit be« fertigen ftünftler«. Su« ben übrigen 

Soncerten ber mufifalifcben Äfabemie finb tyinfid)tltcb ihrer 

»irtuofen Stiftungen bie $>§. 8ärmann sen., fauterbad) 

unb ©alter b/r»orjubeben. Sil« SRooitäten, bie jur iluffiilj» 

rung gelangten, finb anjufübren: bie 9)<"anfreb'Ou»erture (bie 

feb.r bejeidjnenb mit großer Slpatbie Eingenommen »m be, wäb> 

renb £ugo Ulrich'« 0eft«Dnöerture, an ber 9<"id)t« au«ju> 

feßen ift, al« bafj ib,r ba« 5Diotto fe^lt: „Pourquoi tant de 

bruit pour une Omelette!" red)t freunblid) aufgenommen 

roiube), SQi ja rt'fl Adagio funfebre (au« ber SWaurerniufif) 

unb $?if jt'« „geftllönge", bie auf eine äujjerft heftige Dppo= 



3ife ine 



(Eorrefponbens. 

JTeipjig. 2)a«17. 91 Bonnern entc entert im ®ft»onbbanft erlitt 
eint Senbf rung feine« ?rcflramine«, bie e«fefcr oeeinträdjiiqte. $r. »i« 
gifcmunbVlumner au« Berlin batte bie ©olooorträge iibernom» 



fttien fließen. Die SWotioe bierju bürften faum au«fculiefjlidj 
mnfifalifd) = fritiid)cr 9?atur fein, eben bejj^alb mürbe bereu 
nähere SÖeriib,rung, al« ber Seftiiiiiuuug ber 3''tfd)rift »oiber« 
fpredjeub, l)ier nidit am $laße fein. Die 9luffüb.rung muß 
übrigen« al« eine burdjioeg »oQcubete bejeiebnet werben. Die 
Onfceninmg be« ©canbal« ließ gleid)faü« 9?id)t« ju »ünfd)«t 
übrig. Da«93or|'pieI bierju »eranftaltete $r. Obermufifmeifiec 
©treef — freilid) oljne irgeno eine bo«roillige Sbfidjt! — 
bind) iluf füb.rung ber (Sraner 5D?cffe. Da mir roeber bie Ort» 
ginalpaititnr, nod) bie be« Arrangement« f ür SWilitairmufif ja 
©ebote flehen, bin id) außer ©tanbe, näber anjugeben, toie 
roeit fid) bie ad usum delphini »orgenommenen Äürjungett 
erftrerfen; e« roirb jebod) bie SRitt^eiliing genügen, baß ba« 
ganje .^od)amt, indnfioe jroeier eingelegter 9?ummern — trte 
id) nid)t, waren e« ©rabuale unb Offerier ium »on Äiblinge* 
ober l£tt — unb eine« Te deum, nid)t ganj eine ©tunbe 
wäbvte. Da« Fragment au« bem Gloria würbe burd} eine 
333ad)tparabenp()rafe, är)ultd) biefer 
ff 




'3£ 



jum STbfdiluh gcbiad)t. Der ©ängerdjor foll nur eine einjige 
$robe gehabt ^aben, ber inftntmentale I^eil würbe aber gerabe 
»on jener 8fegiment«miifif ausgeführt, bereit Stimmung am 
meiften ju münfdjcn übrig läßt. 

Slußer jwei SJirtuofenconcerten, namlicb, einem »on bec 
fdjon oben erwäbnten %xl. Sibo unb einem »on grl. SKSfl» 
ner, beren herrliche« ©piel in b. 81. fd)on öfter« ber»orge« 
Ijoben würbe, ift nod) ber Oratorien» erein ju erwähnen, 
ber unter feituiig be«8aron». Verfall feine Shätigfeit in er» 
freulid>er 333eife fortfeßt. äu« ben beiben bisher gegebenen 
ßoncerten bebe id) »on neueren SBerfen h^ercor: filier'« 
Gantate „Jorele^", ein an @üte fehr ungleidje« SBerf , tnfo« 
fern bie Qsböre meift fehr fd)wungreid) finb, wäbrenb bie ©oli 
an @ifuituiig«arniutb nid)t Wenig leiben, unb ©d)umann'4 
„fflofterfväulfin" unb „SBaffermann" für grouenftimmen mit 
ßlacieibegleitung. Sleußerft SHJert^cofle« führte ber Sereis 
au« bem ©ebiete älterer ÜKufif »or. Süßer mehren ©hören 
»on 0. ©. 8 ad) unb ber ©cene mit ber Ourie be« $affe« auf 
©lud'« „Slnuiba" finb befonber« ju erwähnen ein Miseri- 
cordias für Doppeldjor »on %x. Durante, ein ÜHabrigal »on 
Oob» Menuett unb eine« au« ben preußifd)en »Jeflliebern be* 
3ob\ @ccarb. 

©d)ließ(id) fann id) 3hnen nod) bie etfreulid)e 9cad)rid)t 
mitteilen, baß eine ber »ielen Süden, bie ftd) nod) in ber ©e» 
fdjithte unferer ftunft fiuben, in jiädjfter 3 cit Dl,r< ^ tm neue< 
SPerf wirb aufgefüllt werten. $r. Dr. ©djelle au« 8erlin, 
ber fid) nad) einem jweijäbrigen Äufentbafte in Italien feit 
einigen ÜJfonaten hier aufhält, um bie ©taat«bibliethef ju be« 
nü|jen, arbeitet nämlid) an einer ©efd)id)te ber päpftlidje« 
SapeQe mit befonbercr Sfüdfid)t auf bie Sntwidlung be« ©re« 
goiianifd)en ©efaitgeö. Slu« ben mir befannt geworbenen 
8rudiftiiden ju fdjließen, bürfte ba« ©anje »on ^Bdjfiem 3n« 
tereffe fein. ^ 



3 c i t u n fl. 



men. Statt be« anaef Qnbigttn © d) u m a n n'fd)en (Eoncerte« fpielte er ein 
Concf rt'Süf gro in S moll von Sart W aber, unb bann nod) $rälubium 
»onSbopin unb^olonaiftin (SburoonSRaber, Wäbrenb oorber$rS> 
lubium oon @ SB ad), ^olonaife Don <£() opin unb Soncertetube »on 
3» ab er angetilnbigt waren. Unter jola)en Seibältniffen würbe ein 



99 



beftimmteS Urzeit über feine feiftungen fd)on an ftd) fdjwierig iein, 
ebne eine Ungevedjtijjfett ju bc.qeben. SBenn 3emanb in fo einteiliger 
SBeife fid) probu itt, baß süScife »on SWaber foft auSfrfiließlid) in ben 
Borbergrunb treten, lann man über feine fiinftlerifd)e unb »irtuofe 
Befähigung nid)t erfdjöpfent fpreeben, »orau8i}cfe&t, baß ei wirtlid) 
mebr leiftet, wie bod)im borliegcnbengatlc nadiwieoerbolten Senaten 
au« Berlin über Jprn. VI u inner amnnebmen ift. §ier»u tarn aber 
nod) ein anberer beflagenewertber Umftanb, ter felbft tiefe Veiftungen 
be8 Birtucfen beeintvädjtigte. §r. Blum ner litt an jo beftigen 3 a i> n * 
fd)metjen, baß er bereit* mebrere 9iäd)te »orber nid)t gefdjlaien batte. 
Berfdjieben wir alfo unfer Urlbeil über ibit bis ^u einer günfti-ieven 
©elegenbeit. Sine gut auSgebilbete Xedmit lieg firfj erlernten, objdjon 
bie« SWal aud) nad) biefer ©eite bin ju wünidjeu übrig blieb. Sie Or« 
d)efter»orträge beflanben in ber i'eonorcn*Ou»erture Sir. 2 unb ber 
„ÄJeibe ber Xöne " grl. 35 a n n e m a n n fang bie Slrie ba« *J5agen in 
Bbur au« „gigaro" unb lieber »on SDieubelefcbn, bie (enteren mit 
etwa« mebr äBärme al« bie erflere, unb in geige beffen aueb mit Bei« 
fall, ber bei ber arie beinahe ganj au«geblkben War. Unter foltben 
Umflänben lag ber ©d)werpunct te« Soncerte* natürlich in ben Or« 
ebejlerleiftungen, nid)t blo« binftd)tlid) ber Ionfd)öpfungen an fitib), fon« 
bern aud), wa« bie »ortrefflid)e Srecutien betrifft. 

Jfupjtg. am 3.3)<ärs trat grau Bürbe«We» bei un« im ©tobt« 
tbeater in einer Borftellung |uiu Beften be« Ibeaterpenfion«fonb auf, 
unb jwar al« grau glutb in 9ticcloi'« „S'ufttflen Leibern »on 3Binb> 
for", »or au«»erfauftem Jpaufe. Siefe Stoße ift al« bie befte ber großen 
©Sngerin unb Sarfteüerin betaunt unb wir unfrerfeit« b.aben barin 
eine gerabeju unübertreffliche aWeiflerleiftung bewunbert. Sa« italie» 
nifdjeSolorit in biefein letjteuWtcolai'ftbenäöeri, ba8 mit ber ganzen 
$ortrag«weife unferer ©aftiu fo innig barmouirt, bie fede au«gelaffen< 
beit ibreS ©piei« bei größter Seceuj auf ber anbeten ©eite, bie feine 
fd)altbafte 3ronie, mit ber fie bie caritirten ^attien ber aufgäbe al8 
„caritirt" beroorbob — alles Sa« mit ber tec^utfdj »ollenbeten Su8« 
fübrung jujammengenommen machten ben jweintaligeiiJper»orrut nad) 
bem erften Set unb ben glän^enben Erfolg überhaupt wobl ertlärlid). 
Sieben ber ©enannten ift »or allen übrigen Sarftetlcru grau © ü u t b e r « 
Bacbmann al« grau 9ieid) ju nennen Sud) Jpr. l'ücf al8 galftaff 
»erbient i'ob. §r. Söeriiarb(^enton) mar iitbi«ponirt, barum mußten 
and) bie fämmt'.icben ©avteuf.enen be8 jweiten acte« wegbleiben. 
grl. 92ad)ttgal al8 anna brad)te ibre wenig wirtung«cotle 'Arie im 
britten 8ct jur möglidjften ©eltung. §r. Bertram gab beu glutb in 
feiner betannten foliben Steife. 

£)irfd)berg in ©d)lefien, im gebruar. 9cad)bem ber SRebara« 
turbau an bem berübmteu, großen Ctgelwerte ber bieft.^en ®naben> 
lirdje burd) ben Orgelbatimetfter 5. ©. ©d)lag au8 @d)weibnib; 
»oUeubet, unb am 10. unb 11. gebruar bie Slbiiabme be* 9ceparatur» 
baueä burd) bie Äönigl. fiommifjare Ü)(ufif.2)ir. Äaroro aus 83unj = 
lau, 2)(U|'iI>3)ir. ©äbler au« 3ü ll '* au "nb Organift gifd)er 
au8 ©logau gejrfjeben war, batte ber biefige Organift 3ul. Xfd)ird) 
am 12. gebruar älbenb8 ein große« Orgel=(£oncert »eranftaltet, beffen 
Programm folgenbc8 war: geft>^rälubiuni über beu Sboral: „Sie 
fd)ön leud)t' nn8 ber üfiorgenftern", componirt unb »orgetraaen »om 
Äünigl. SDJufit>®tr. ©äbler; 3liie: „@ei getreu bie in ben iob" je. 
au« bem: ,,<ßaulu«", corgetragen uom(£antor9t. Xboma; geft»'ßl>an« 
tafte )ur Orgelwei^e, com»ontrt uub »orgetiagen »on 3ul. Xfd)ird). 
©er jtteite £b,eil ber ^bontafte entb.au abwed)felnb 3<v'|cf)tnfäQe 
»on ©eb. S3ad) (guge über ben Kamen: BACH); — »on Jpänbel 
(^patteluja au8 bem „dHcffta«") ; — »on §a»bn (iöittgefang: „Sei 
un8 gnäbig", au8 ben „3abre«jeiten"); — unb jum €d)luß »onSDJen« 
belSjobn (Sfyor: „O weld) ein. Xiefe" ic); Srie au« bem 34. $jalm: 
„SUieine ©eele fott ftd) rübmen be«^>errn", com»onirt unb vorgetragen 
»on 91. Xb. oma; Xrio über beu Choral: „SJater unfer im Jpimmel« 
retd)", »on SK. ©. gif d)er, »orgetragen »om 'J)cufit«S)ir. ©äbler; 
Cbor: „Sie Jpimmel erjäblen bie (£bre ©otteS", au« ter ,,©d)ö»fitng", 
auögefübrt »om Zt) oma'fd)en©efang»erein unb bemäird)en*©änger< 
d)or; ©roße ^jbantafte unb guge »on 3lb. $effe, »ierbänbig, corge« 
tragen »om 2Jcufif.3)ir. Sarow unb 5Kufit«lDir. ©äbler. — 
©ämmtltd)e Ferren 9te»iforen f»rad)en ftd) nad) ftrengfter Prüfung be8 
5Re»araturbaue« in jeber 33ejiel?ung lobenb au« unb fanbeu namentlich 
bie Intonation ber neuen ©timmen: ©amba, Salicet, Doljflöte, ©a» 
licional >c. unb ber neuen Stobrwerfe: Oboe >' unb Xrompete 8' mit 
eigentbümli(ber Sonftiuction au«gejetd)net gelungen. — Organift 
Xfd)ird) beabftd)tigt, eine au«fübrlid)e 33efd)reibung biefes mit SRed)t 
berühmten, burd) 91 ob er für aO,Ot)0 Xljaler erbauten Orgelwertee mit 
abbilbutig be8 ^ßrofpecte* berauSjugeben. Da« Orgelwert ^at 80 Sie« 
gifier, mit G6 tlingeuben ©timmen unb 4 Manualen. 

Äagbeburg. 3d) babe 3^nen über jwei ©äfte au« ?eib»ig 

Einige« JU melben. grl. SRori» iHIHcbaen« bom hnrlinm Söiifer« 



eatorittm bat »or Surjem jtretmat bei un« in Concerten mit« 
gewirtt, juerft in einem frld)en »om Concertm. C. ©ect am 14. 
gebr., fobann am 18. im »ierten äbonnentent.oncert be« „Safino". 
@ie \an.\ in erftetem biedlomaii^e au«„Xcll", bie üD2enbel«fobn'fd)e 
Sontertarie uub jweiV'ieber mitSSiolonceU-öegieituiig »ongr.®rü5» 
mad)er: „Su bift wie eine fülle @ternettnad)t" unb „am *ad)e"; im 
abounementconcevt bie arie au« „Jpan8 ^ciling" unb v»ei lieber »on 
@d)ubert unb ttJtenbeiafobn. am 14. gebr. erfreute un« aud) 
gr. ©rüfemadjer burd) feine äHitWittung. Sr fpielte mit ben $)Jp. 
(Sbr 1 icb unb 3Jecf juiammen ba« Veet^o»en'fd)e Xrible:oucert. 
SBeibe ©äfte fanben ben lebbafteften Beifall. — Unfer Coiiccrttn.. Äecl 
fpielte an biefen abenben bie @pob^r'jd)e ©ejantäfeene, ba8 Un* 
bante unb ginale cott 8teurtemp8. 3nt Uebrigen bätte ben $ro« 
grammen eine etwa« ftrengere fiinftlerifcbeanorbnuiig nid)t )uut9cad)< 
t^eil gereid)t. 

J^alle, 2-2. gebruar. — Sie »om 2HufiM>ir. 3o&n »or ad)t 
Sabren in« ?eben gerufenen Ouartettfoirßen ber JpJp. Siüntgen, 
3obn, .'p'rmann unb ©rüb;mad)er nahmen mit bem beutigen 
Xage für biefe ©aifon i^reu Snfang. Sa« Programm enthielt ein 
Ouartett »on Jpaobit (® bur); gr. ©d)ubert'ü a moU«0-uartett 
unb tieet^ioven'* großartige« Op.74 (IS« bur). 3Bit einem »on ©atj 
tu ©a^ ftd) fieigernben 3ntereffe nabm ba« febr ;a^lreid)e publicum 
bie in jeber "-öejicbuiig cu8ge;eid)neten Üeiflungen be« Ouartett« auf; 
unb feffelte Jpat)bn burd) feine naioe ©emittblidjfeit unb giifd)e, 
©d)ubert burd) 3«rt(iett, ©innigteit unb füßefteu garbenjajmeli, fo 
mad)te tieetb^ooen burd) bie geifttge unb muft(alifd)e ©ewalt feine«, 
jowol binfid)tlid) be« SSerftänbmfje« al« aud) be* SJortrag« febr fd)wie« 
rigen äBerfe« einen tiefen (Sinbrud auf bie 3nbörer. — Ser beutigen 
©oiräe wetten nur tiod) ;jwei folgen; e* ift ba&er wünfd)en«wertb, baß 
ftd) biefelben ebenfalls burd) red)t intereffante Programme au«)eid)nen 
mögen; unb bie« um fo mebr, al« ben fyiefigen 3Mufitfreunben gar ju 
wenig üffentlid) ©elegenbeit geboten wirb jum ©enuß ber überaus 
reidjen D-uartettliteratur. 

Prfll). g. S. 53o«lo»ij}, ein geborner ^eftljer, «erfammelte 
tiirilid) burd) fein erfte« Slaoierconcert bie <Slite te« publicum«; ber 
©aal war bid)t gefüllt unb ber Srfolg in ber Xbat ein ebrenooller. — 
Sine 'JJoefie, wie unfer Soncertgeber fte in ber 5l' i f j t'fcben Stube „au 
bord d'une souree". im Sb»ptn'fd)en 9lo turne, in einer ©d)tt' 
mann'fd)enSompcfttion, unb in feinem,. Souvenir de Uiarritz" buft» 
»oU btnbaudjt, ftellt 3)o«fo»i<} in bie Oleibe beroorragenter Sla»ier« 
^eroeu. Ser Soncertgeber mußte feinen Galop dt bravour unb 
Üifjt'« jwölfte Rhapsodie hongmise wieberl)olen. auf un« madjte 
Zieles, namentlich bie 3>>ttbeit feine« SSurtrag« unb ba« g.ünblid)c 
©tubium, ba« fid) im Vortrage be« italieuifd)en Sonceit« »on S)ad) 
jeigte, ben günftigfien Sinbrucf . Dr. F . . . r. 



Cagesgefc^ic^te. 

Reifen, Conrrrte, Cnaoarmml«. Sie je|}t in Hamburg 
engagtrte Sängerin grl. ©eorgine @d)ubert ift für bie ^ojbübne 
in Berlin gewonnen. 

Rrl. Xietjen« bat bei ü)rem ©afifpiel in Barcelona bereits 
al« ättartba febr gefaOen. 

grau9ciffeit»Saloman bat nad) ibrem auftreten in Äöttig«« 
Berg, Sanjig unbSorpat nun audnu'.J$e ter «bürg inSoncerten 
ber „ruffijd)en 'SJiupfgefellftbaft" mit^ettirtt. 

Ser Xenorift ©rimminger ift am $ofoberntbeater in SBien 
befiniti» engagirt worben. 

Sie ©djweftern gerni mad)en gegenwärtig im großen Xbeatet 
ju Petersburg gurore. 

Ser Xonfünftlercerein in SreSben eröffnete am 28. gebruar 
feinen fünften s )>vobuctiou«abenb mit bem feebsten B a d)'fd)en Soncert 
für©treid)inftrumente obne Biotinen, ben@d)lußbilbete bie fogenannte 
geuer» ober geieimuftt »on Jpänbel. Sa)wifd)eu tarn ein Uutntelt 
für ^ianoforte, Oboe, Slarinette, SBaltborn unb gagott »on ^DtoriQ 
©iering, baS eine „gebiegene, »om ©tubium ilaffifd)er 2öer(e er« 
füöte Bilbung" unb „gefd)mad»oUen ©inn für SDielobit" jeigte, jur 
äuffübrung. Ser Somponift felbft fpielte bie ^ianoiortepartie. 

grau Clara ©d)umann giebt in Sßien brei Soncerte. Sa« 
er fie fanb am erften 9)2ärj fiatt, bie übrigen waren auf ben 8. unb 
15. 3Kärj, jebeS mal im 3)tufitoereinefaale, angeje^t. 

ani2.3)iärj gab aifreb 3aell in $ari«, im $erj'fd)en@aale, 
fein Soncert. wie wit fd)on in ooriger 92ummer erwäbnten, fpielte 
er mit ^. ». Bülow jufammen bie „Vreludes" »on l'ifit auf 
i «Bianoferte« : bie ISrätfnuna be« Concert« biltete Sd)ubert'8 Xrt« 



100 



Dp. 99, bon 3ac(I, ©ibori unb Kathan ausgeführt, 3 a e 1 1 «Hein 
trug außerbem Variationen bon $ ä n b e l , «inen S b o p i n'fiben SBaljer 
unb mehrere eigene Sompofttionen oor. §r. SJinbau fang ©d)U' 
mannte Sieber. 

35a« neunte ©efeflfebaftSconcert im <£Blner®ür}enidj würbe mit 
©djumann'S © moll«@»mpbonie erBffnet. grl. ©enaft aus SBei» 
mar fang bie g bur«2lrie ber ©ufanne au8 „gigaroS $od)jeit", ba« 
©opran«©olo au« SWojart'« Laudate Dominum, ©djubert'« Sieb: 
,,©ie junge Könne," mit Ord)efter«3nflrumeiitirung bon g. filier 
unb„ba« ©tänbeben" bon Sefcterem, ebenfall« mit Drd)efler. SKufit« 
©ir. SBüllner au« Saiden fpielte »eetboben'8 es bur«Soncert 
unb aufjertem in beffen Vbantafie Dp. 80 bie Clabierpartie. 

3n 3R uneben würbe wieber wie in früheren 3abren em„biflO' 
rifcbee Soncert" gegeben, in bem 3Ber(e babrifeber Componiflen au« 
früheren 3abrbunberten nacb. einer culturgeftbtebtli4ien8nerbnungbor« 
geführt erfebienen. 

iflufihfene, Aufführungen. 3n ber ©ingatabemie ju »erlin 
Würbe ein Oratorium bonSKartinVlumner: „Abraham" mit im 
©anjen geringen erfolge aufgeführt. 

8rur unö nrurinflubtrtr Cprrn. ©a« SBiener $ofoperntbeater 
wirb nun boch noeb im Saufe be« grübling« SBagner'« „gliegenben 
$oUänber" bringen, Sud) eine neue Oper bon ©effauer fotl nod) 
bor Schluß ber Saifon in ©cene geben. 

3m ©re«bener §oftheater würben »or Surjem jwet ältere 
Operetten: „Sie rotbe Sappe" oon ©ttterSborf unb ,,©ie 3agb" 
bon$iller mit Erfolg neu einftubirt gegeben. 3n lefeterem SBerfc 
bebutirte eine Xocbter be« betannten bortigen Äomifer« Kaeber, 
grl. äßarieKaeber.al« KBfe unb fanb trojj fcb wacher ©timme unb 
einiger SWanierirtbeit im ©piel bocb »eifall. 

„SJrmibe" ift im SBiener §ofoperntbeater borläuftg wieber bei 
©eite gelegt werben. SBie e« beißt, finb bie 3lu«ftattung«foften ju 
bebeutenb ! 

SerIioj'„Xro janerinnen" Werben jur (Eröffnung be« Theätre 
lyrique, ba« an feiner neuen ©teile (Place de Chatelet) ben Kamen 
Theätre munieipal de la ville de Paris erhält, gegeben werben. 

„SÄtenji" fott nun auch, im Verlin er $cft&eater nach langen 
3abren wieber jnr Aufführung gelangen. 

©er erfolg oon@ounob'« neuer Oper: „Vbifemon unbVauci«" 
in ber lorifcben Oper ju »aris foll nid)t febr glä'njeub gewefen fein. 

riterarifdir Hotijen. Vom SWajor Carl greife« b. ? e b e b u r 
ift bie erfte Lieferung eine« „Xonfünftlerleriton« VerlinS" erfebienen. 
C« reicht bi« jum Kamen „»lumner" unb umfaßt bier »ogen. ©a8 
ganje SBert wirb mit etwa jehn monatlid) erfebeinenben $eften com« 
plett fein. 

ütufthalifdie Bonitäten. 3m$]aufeb.5Kts.wtrbbei3.©(&ale( 
in »rag ein „MnfHer-2lIbum für Vianiften", eine ©ammlung bon 
12 Original«Salon>$ompofttionen bon renommirten (Somponiften ev« 
febeinen, gefammelt unb herausgegeben bon ?. gleifcber, jur Unter« 
ftütjung ber Xontünftler»SBittwen * unb SBaifen«VerforgungS«Snftalt. 
©ubfcr.«Vrei8 ift bi« jum 15. SDIärj 2 Xblr., nach, »erlauf biefer griff 
tritt ein erbebter Sabenprei« ein. 

Auszeichnungen, «tförberungrn. Slleranber ©rebfdjod 
b>t bor feiner abreife bon SB erlin bom »rinjregenten ben rotten 
Sblerorben bierter Stoffe erhalten. 

®er Componifl g. Sß. ©ering in S3arbb ^at für Uebetfenbung 
feiner 2lb»ent«cantate : „Cbrifti öinjug in Serufalem" bora ^rinj. 
regenten bon »reufjen eine 3Mebaitle erhalten. 



Dtrtnifc^tes. 

SBir gebauten fd)on in boriger Kummer ber jefet erfolgten 8e» 
rid)tigung bejüglid) be« Stofftnt jugefdSriebenen SSonmot« über 
SBagner. Die Presse theatrale tbeilt ba« Kä'bere mit. S« Wirb bort 
gefagt, bafj baffelbe juerft bie Independence beige gebracht babe, au« 
ber e« bann ber „gigaro" abgebruett unb fo babe e« Eingang in bie 
beutfeben 3eitungen gefunben. Stoff int erfla'rte pd) auf ba» SSe» 
ftimmiefte bagegen unb ermä'djtiate ben Serfaffer be« Slrtifei« in ber 
Presse theatrale jur SJeröffentliebung be« Kadjftebenben. Sr fagte 
„3cb (enne nur eine Compofition bon SBagner, ben SK.irfd) au« 
„Xannbaufer". SSor brei 3abren bBrte id> in ©alingen auf einer fro» 
menabe einer 3Rufif ju. «I« ber Dirigent be« Ordj ejler«, $r. ^ e t n e ' 



fetter, mtd) ertannte, wollte er mir einige meiner Sompofütoati 
bortragen; idj fagte ibm aber, bafj id) mir Kicbt« barau« mad^e, ba§ 
e« midj weit mebr intereffiren würbe, eine eompofition bon beutfdjtn 
Somponifien, bie je^jt en vogue wären, j. SB. bon @d)umann ober 
SBagner, ju bBren. SWan trug mir ben SKarfd) au« „Xann^ufer - 
bor unb id) geftebe, er mad)te mir biet Vergnügen. 3d) Wieberbole, ber 
SDJarftb ift bie einjige eotnpofttion, bie id) bon SBagner fenne unb id) 
bin um fo mebr erftaunt über bie mir jugefd)riebene „mauvaüe 
blague", ba id; grofje ©tüde auf SBagner al« aÄuftfer balte, unb 
Weil ein «Kann, ber bie ©renjen ber SBirtfamleit ber »unft fo au«ja« 
bebnen ftrebt, ftet« bie Wärmfte ©bmpatbie in mir erwedt." 

3m Xoutünfllerberein inöerltn bielt»orÄur»emDr.©d)toarj 
einen längeren, freien Vortrag über bie grage : „Ob ba« S(u8fd)neibca 
ber SWanbeln fBrberlid) fei ober nitbt." ©er SRebner begann bamit, 
bafj biele ©efanglebrer unb ©efanglebrerinnen beranntltdj jum äu«» 
fibneiben ber SRanbeln ratben, biefelben aber, felbft wenn fte ange- 
fibwotlen feien, burdjau« (einen einflufj auf bie Xoner jeugung unb bin 
Umfang ber Stimme hätten, bie« bielmehr nut burd) ben SRiiigtnotpel. 
mu«tel erreicht werbe, unb, Wer auf biefe SBeife bie XBne nidjt berbor« 
bringe, fie aud> nidjt burd) 9u«fd;iieiben ber «Kanbeln gewinne. Xudf 
auf bie ©tärle-Kuancirung hätten fie (einen einflufj, benn bie Xhätig- 
(eit be« 3werd>fell« flehe in (einem äufammenbange mit ihnen; fei ber 
Xon ftarl, fo erweitere (ich ba« gangrohr bon felbft unb gewähre ber 
bieten Suftfäule »aurn genug jum 3lu«fluß, fei ber Xon fd>roa<b, fo 6e- 
anfprudje ber bünnere l'uftftrom aud) (einen fnößeren »aum. ^in« 
Ttchtlid; be« «lange« enblicb entfiele biebunfleg*"- burdj^erabjiehen, 
bie helle burd) emporjieben be« ÄehKopfe«, Wobei oie SWanbeln ganj 
unbetheiligt feien. 3lu<$ ber Kafenton werbe nidjt bureb au*fd)netben 
großer SWanbeln, fonbern nur burd; emporheben be« ©aumenfegel« ent« 
fernt; ebenfo fei ba« SWittel gegen ©aumenton nur bie Ausweitung be« 
gangrohr«. »eim ©aumenton ftnbe eine ähnüdje ©topfung ftatt, »te 
beim älnfang be« erhreeben«, bie SKanbeln würben babei in ibreKifd;« 
eingepreßt unb fd;wöllen burdj ben heftigen Drud an ; bem erbredjen 
gehe baher aud) ftet« ein ©aumenton boran. 3>a« hefte SWittel gegen 
ba« Snfchweaen ber 2Ranbeln fei fomit ba« Vertreiben be« ©aumen* 
ton«. S)er »ebner belegte außerbem jeben feiner ©äfee mit Vetfpielen 
fetner erfahrungen an ©oldjen, weld^e ftch biegroß geworbenen SWan. 
beln hatten ausfrfineiben laffen, unb gelangte bann ju bem Kefultat, 
baß ba« au«fd)neiben ber SDtanbeln ber ©timme Weber fBrberlid) nod) 
nadjthetlith fet. Cr meinte, baß bie SKanbeln nur jur ©djlüpfria« 
machung be« SBege« beim ©klingen bienten. 25er Vortrag fanb bie 
auf eilige Slnerlennung ber»nwefenben. 

©er Xett be« berühmten Oberammergauer VaffionSfpiel«, weld)e« 
belanntlicb in biefem 3ahr< Wiebcr jur «uffübrung gelanqt, ift bom 
Vfarrer Dr. Ottmar SBei« (früher ?ater in ettal), im 3abre 1HÖ 
al« Vfatrer in Sefewang geftorben. ©er mufilalifdje Xheil rührt 
bom Sehrer ©ebler her. Br componirte eine eben fo leidjt fafiliie 
al« flteßenbe aKufif jum neuen Xerte, unb ließ fid) aud) fpäter 
bte Vertoottlommnung feiner Sompofitien, beren Umarbeitung burdi 
ben oielfad) beränberten Xert notbwenbtg geworben war, fehr anae« 
legen fein, ©o brad)te er ba« fd)Bne, ben Äräften ber «mmergauer 
5Kuft(<r angemeffene SBer( ju ©tanbe, ba« nod) immer ben bollen 
Veifatt aller billigen SBeurtheiler finbet. KodjuS ©ebler, geboren 
am 15. 3anuar 1772, ftarh ju Cberammergau am 15. Ottoher 1822, 
Vor einiger „Seit fprad) 2»uftf.©ir. «iebel, ber ©itigent be« 
burd) feine bortreff lieben Stiftungen betannten (irchlid)en@efangberrin8 
in einem bieftgeit Vlatte im Kamen be« Vereins feinen ©an( für eine 
anfebnlidje Stiftung bon Seiten einer ungenannt gebliebenen ©ante 
au«. SBir begrüßen biefe erfte ©cbentung mit ber Hoffnung, baß ihr 
halb anbere folgen werben unb bann ber gefammte gonb in einer be« 
ftimmten SBeife angelegt unb berwenbet werbe. 

3m SBiener (Sonferbatorium finb jwei neue ffourfe erBffnet, für 
bie bBbeie Slusbilbung im ©efange (nur für SKänner) unter 0rofeffor 
SDtarcbefi unb eine für ben münfclicben Vortrag unb bie ©etlamation 
(nur für Sffläbdjen) unter Vrofeffor ©d)wenba. 

©er beworbene 2Kufif.©ir. Xh. 9iobe in Verlin, b«r Sater 
unfere« gefdjäfeten SDeitarbeiter«, bat wäbrenb feiner langiäbriaen 
©ienftjeit gegen 3000 2»ufitftüde für Sägermufit theil« orrangirt, 
theil« componirt. 

©er @eba!t«etat für bie Ordjeflermitglieber ber großen Oper in 
$ari« ift anfebnlid) erhBht worben. 

©er Vau eine« neuen Jpofopernbaufe« in SBien foll nun in «n» 
griff genommen werben. 

3m Saufe b. SKt«. fott aud) bie SBinterbflhne be« Victoria- 
tbeater« in Verlin ihrer Veftimmung übergeben werben. 



101 



Krttt|cf)er flnseißer. 



Kärntner- unb #au$mujtt 

gi'tr *J3ianofottt. 

flllfotne Ku6in|tcin, ffip. 44. Soiries ä St. Petertbourg. Six 
Morceaux pour le Piano. Liv. I. !ßr. 10 SRgr. Liv. II. 
<ßr. 15 <Kgr. Liv - ML <ßr. 25 5Rgr. Seipjig, e.g.ffa^nt. 

8ucb in biefen©tüden be« begabten Componiften ergreift un« ba« 
Cebagen, im Sollen ju leben; bn ift ein SBeWängen be« äRoment«, 
«in SWtbigen bet Vbantafie taum irgenbwo ju fpüren — biefe ift bei 
Kubin ft ein, felbft bei einiger (Srmattung, nodj willig im ^ergeben; 
ifi fie aber im ©djwunge, fo entfhBmt e« if?r felbft willenlos, efemen« 
tartfd». ©leidiSRr.l, SRomanje, ergebt fid? in einer langatmigen ebeln 
SKelobie auf fdjBner, Boller §armonie«Segleitung, fpredjenb wie ein 
lebenSmabre« SDtenfdienangeficbt, ja, mimifä) in ber ganjen Haltung: 
man tonnte bie SDielobie be« ganjen ©lüde« ». S3. in eine SB agner' 
jdje Oper bineinbenten , mit beftimmten ^Bewegungen gelungen. 
(— $ierju erlaube man in fßarentbefe bie SRotij : baß e« jum guten 
SS ort rag gewiffer, $aiatterbolIer SDWobien biet beitragen tann, wenn 
man fte in ©ebanten einer fingenben Werfen in ben SWunb legt unb 
fi<b biefe in beftimmter Situation lebhaft BorfteHt. — ) "Jlx. 2 ift ein 
eigentbflmlitbe« @cb er jo von Bielem SReij — b. b- bei fABnem ©piel. 
Str. 3, $regbiera, b,at ein gut gefungene« SWotib, ba« burd) geftei« 
Berte Segleitung ju tmmer größerer Sebeutung gelangt, unb bem 
©bluffe ju in »crtrefflidjer SBeife auf ba« ©timmung««9Ji»eau be« 
Anfang« herabfällt. — SRr. 4 ifi ein Impromptu von eigenartig 
erregtem SBefen : eine ungebulbige ©rwartung fpriAt ft<b in ben turj« 
atbmigen unb bodj melobifcb'Wogenben föbbtbmen au«. — 25a« 9? ot» 
turne 92r. 5 b.at trieber entfd>iebene Opernpbbfiognonüe, ©cene unb 
3nftrumentation brangen fidb) fafi notbwenbig bem ©inne beim $8ren 
auf. 91« wir e« fliehen, würbe gefragt: ba« ifi wol Ben fßagner? 
— woran yx feben, baß prattif dje ©tympatbien befielen tSnnen, ba, 
Wo fte tbeoretifib, vielleicht au« einanber geb. en. (— ©offitwaBtommt 
baber, wenn man fidj über fein ober Snberer brattifd)e« Seiften leine 

Sutreffenbe tbeoretifdte SRecbenfcbaft ju geben Weiß. — ) Uebrigen« jiebt 
dj ba« SRocturne etwa« in bie Sänge. 35iefe nämlitbe (Sigenftbaft bat 
andrer. 6, appaffionato, aber ba«$refto>!£embo wie and) ber febr 
bewegte Gbaratter beben ben Säbel fo jiemlidj auf: ein paar SRube« 
punete mit breiten aecorben mitten im ©tüde würben ba« ©efübl ju 
großer Sänge oollenbe berbannt baben: infcem bie immer gleite Siebtel« 
Bewegung baburjb unterbrochen unb in ber SBieberfebr frifcbwirlcnb 
geworben fein würbe. — @« muffen etwa« begabte ©pieler über bieje 
poetifd) angekauften unb fdjön empfunbenen gtiiefe tommen, um fte 
ju berbienter (Geltung in miifitalifjben Greifen ju bringen. @ie feien 
allen greunben SKubtnftetn'fcb,er5Wufit beften« empfohlen. 

S. ÄBbler. 

äRujif für (Sefangberetne. 

gür SDcämirtftimuien. 

/erb. 3Ttö(jring, (Dp. 41. Sofftotenfiröer für ÜRännerc^or unb 

©oft. $eft 1. Partitur unb Stimmen. 15 5%. $eft 2. 

20 9?gr. Srounfdjtoeig, (5. SJeinWt?. 

S« liegtun« nur ba« jweite ^eft Bor, entb^altenb brei Sieber : „®er 

alte ©ergeant", „9luf bem SKarfie" unb „Suf ber SBacbe". ®a« 

erfteSieb ift »on ernftem Sbaratter, bie anbereu febr Reiter inSBort unb 

Xon. gür gefellige >$ntdt ift bie ©ammlung ju empfehlen, um fo 

me(ir, al« bie ÜKupt ein anftänbtge« ©ebräge ju bewahren weiß unb 

fi<$, tro(j ib.rerS9iunter(eit, bon jenem fineipenbumor fern bält, Wellen 

man nur ju bäufig in moternen 5Käiinergefängen antrifft, gerb. 

SR Bering ift eine gute mufitalif$e SRatur unb befifet biet Routine, 

für 3Hännerftimmen bantbar ju (treiben. g. SB. 9Ä. 

Untcr^oltiinggmnftf. 

gür ^ianoforte ju oier ^Snben. 

^.fl.TÜoffcnOoupf, ©p. 48 ^iföer aus tDeflrn. 53ier d>nral= 
teriflifdje ©ttirf e für bo8^3ianoferle ju oier$änben. $eftl, 
2 ä 22 l / 2 ^gr. $?eipjtg, <S. 5?. ifa^iit. 
Sei Wieberb^oltem ©bielen biefer ©tücfe m hier £>5nb#n baBen 



Wir immer Vergnügen gebabt; au^ bie »ergebenen SWitfbielenben 
fagten ©ute« über ben etnbruet ber ajJuftt. ©o bürfte fi$ beim bie» 
jelbe embfeblen unb ib^re Verbreitung um fo mefyr wilnfd)en«wertb; ge« 
funben werben, wenn man (wie SRef.) auf braftifcfyem SBege ju ber 
anftäjt gelangte: baß bie aRufif nitfct nur embfunben unb wabr, fon» 
bern au^ reijooH für ba« finnliify ©ebör ift. Ser ttomponift, ben 
Wir nur au« ©alontänjen unb anbern ^iöcen Bon mel)r äußerlicher 
Sentenj tonnten, jeigt fifl) bier me^r al« ein SWufifer bon 3nnerlid)teit 
unb gormengewanfctbeit. ©erabeni „tiefe" unb „originale" SWufif, 
bie ba« ©emiitb ergreift unb ben ©eift boefe ergebt, muß man ni<j>t in 
2B ollen \> au » t'« ©tücfen fwtycu, ber Sombonift Wirb berglei^en 
felber nic^t in feinem SBerte baben geben wollen. 2Ba« aber wirtli$ 
in eigener »ruft gefüllt unb unbefangen bargelegt ift, barf in gewif« 
fem ©inne ebenfall« tief unb original genannt werben, nämlid) injofern 
e« ni$t Cberfläo^liibee unb ni<$t 92at$geabmte« ift. 92r. 1 SB moO er« 
tlingt im tragifetyen 2on; ber faufenbe SBinb über bie Sßilbniß, barin 
ein einfamer SBanberer, ber im (Semütb mit ber äußeren Statur ge« 
Bimmt ift, feinen 5ßfab fuc^t, bürfte ein entfbre^enbe« S3ilb ju ber 
iDhifit fein. 5Rr. 2 <5i« bur (— Warum nidjt beffer: 2)e« bur? — ) ift 
bon milber, ebel melobifcfcer ärt. 9Jr. 3 De« bur ift »on munterer 
©eweglitbtett unb amegenber giguration. 92r. 4 SB moll ift baju ein 
©egenftücf, inbem e« benfelben S^arattertbbu« in leiben(d^afilid)er <Sr« 
regung jum äuSbrud bringt. — 35er Sombonift bätte einige 35i«cor« 
banjen im 3»f am m e n"' n 8« n B °i l SSorfcalt« unb SuflBfeaccorb Bermei» 
ben fönnen, »eil e« nit^t „35iffonanjen", fonbern SWißtlänge ftnb, wie 
j. 8. b.ier: 




3nbeffen ;bat ber Hutor barin bebeutenbe clafftfc^e ?rScebenjfSlIe für 
fid) ; wir wollen mit Cbigem barum teine SlnRage Berbinten, wol aber 
bemertt baben, baß folc^e gärten auf bem ©runbe tveieb. melobifrfjet 
©ä^e tlugei weife Bermieben Werben follten, weil pe obne 9Jot^ au« 
ber guten Stimmung reißen. Kodjmal« feien bie b. übfrfjen ©tüde allen 
8ierb.änbig ©bielenben, unb jwar ber SJlittelftufe, empfohlen. 

S. SBbler. 

Arrangements. 

gür jwei ^tanoforte ju adjt ^änben. 

Ktc$. UTagner, Sine 5ouft-ffiuperlare, für gro§e« Drdjetfer. 
Arrangement für jwei ^ianoforte ju odit ^änben bon 
8. filaufer. t'eipjig, Sveitfcpf & Mörtel. <ßr. l 2 /, tyh. 

25ie arrangement« grBßerer 3nftrumentalwerte für ^ianoforte 
tu ad;t ^änben tommen neuerer 3'i* in fteigenbe aufnähme. 9Btr 
IBnnen biefelben au« mebr al« einem ®eftd)t«puncte nur biüigen. 25ie 
bierbänbigen arrangement« Bon ©ömpbonien, Ouvertüren k. baben, 
felbft bei ber forgfältigften arbeit, oft ben 9cad)tt)eil, baß man bei tynen 
Wefentlid;e geinbeiten be« Original« ju ©unften ber ©pielbarteit un« 
terbrürfen, Siereinfacbungen ber ©timmfübrung, Sßeränberung ber 
Älangwirfung burdj Verlegung ber Octaben k. einfübren muß, Weil 
bie freie Volbpbonie be« Drcbeper« burdt bie befebräntteren Xonmittel 
be« Sianoforte« immer nur in gemeffenen ©renjen wiebergegiben 
werben tann. ©o lange bie ordjeftrale SJebanblung, wie in ben älte- 
ren SBerfen ber fogenannten claffifcben ^eriote, eine einfadiere War, 
reidjte jwar ba« Bierbänbige arrangement ;ur entfpreebenben JRepro« 
bucirung auf bem ^Jianoforte BoDtommen au«; aber fdjon ba« Seet« 
boben'fdje Ord;efter bot mitunter taum ju befiegenbe ©d)wierigteiten, 
unb bie feitbem nod; fortwäbrenb fteigenbe Kombination ber inftru« 
mentalen SKittel in ben Partituren bat gen} naturgemäß nunmebr 
aueb einen Bermebrten äufwanb an Mitteln für bie eutfpreebenbe SBie« 
bergabe in ben arrangement« nadt T"b gejogen. — Sitjt war ber 
(Srfte, welcber Arrangement« für jwei fianoforte ju Bier Jpänben bei» 
ausgab (SeetboBen'« neunte ©bnipbonie, feine eigenen fBmpboni- 
fdjen 35i(btungen); tod; »erlangt biefe 8rt ber SBebanblung febr fertige 
SlaBierfpieler, tbeilweife fogar mit Birtuofer Xedmit, fo baß bie 
wabrbaften SK überarbeiten ben 35ilettanien« unb ©Aülertreiien mebr 
ober weniger unjugänglid) bleiben bürften. anber« bie adjtbänbigen 
arranaement«. Weldbe bur* arHnerr 9Vrth»ilnng ber Äräjte ben bop« 



102 



feiten 9?ort^eit baben, bei getreuefler Siebergabe be« Original« nur 
febr mäßige Anforberuitgeu an ben einzelnen Spieler ju {teilen, gür 
ben Uutenirbt baben bie acbtbänbigen Arrangement« nocb, ben roefent» 
lieben l'ortbeil, baß fie ben Scbiilern ©elegenbeit geben, fi<b im 3"* 
fa mmeufpiel ju üben , inbem fte ein Orrbefter en mir.iature reprä« 
jentiren, oljiie boeb bierju ber immerbin febwieriger ju befd)affeiiben 
SBeibülfe anberer 3nftrumente ju bebürfen. Sin Dilettant bat nur 
(eilen ©elegenbeit, 2aio«, Ouavtette j:. mit ©treid)inftrmnenttn au«« 
)iifüb.ren; er bot jegor nie ©elegenbeit, mit Ordpefter (fielen ;u tön« 
nen; ba« aebibänbige Sufemblejpiel bietet ibm baber ein tvidtommene« 
•Surrogat, »eil jioei $iano{crte unb oier Spieler rool allenthalben, 
felbft an ben tleinften Orten, gefunben »erben tönneu. — 

Sie S?erlagobanblung Bon söreittopf unb Partei bat bereit« 
f ruber eine jebr impfeblenstrertbe Serie Bon aebtbänbigen Arrauge« 
ntent« ebirt. Sir erinnern an SöeetboBen'« (£ meü- unb A bur« 
Spuipbonie, beffen <Sbor«^baniafie £p. 80, unb bie Ouoer uren \a 
„Üeonoie", „ftibelio", „(Sgmont" unb Ob. 124; SDcenbeläfobn'« 
Bier Ctoncert« Ou»ertnren, 91 moU'Sompbouie 9ir. 3 unb Octett; 
Scbubert'« <S tur»2umpbonie u. a. — Siefen arbeiten reibt fteb. 
Sc. & lauf er'« Arrangement ber Sagner'fdjen gaufl ;« OuBerture 
roürbig an. 3>a« Original gebort bis jefct, im Serbaltniß )u anbern 
Sertcn Sagner'8, noeb 3U ben weniger betannteu, »erbient aber bie 
größte Aufmertfamfeit unb ba<t nacbbaltigftc Stubiuin Bon Seiten 
»Her, rcelrbe über ben SR uf if er in Sagner ein richtige« Urtbeil fitfj 
bitten wollen; wir reebnen e« ju ben größten SDleiflerwerfen ber reinen, 
ttpr if eben 3n[trumentalmufit ber nadj*'£ee tboaen'frben 3eit. Sem 
bie Partitur ntebt jugänglid), unb ber ©enuß einer Auffttbrung »er« 
fagt ift, ber balte ftcb an bie Borbanbcnen Arrangement«, ton benen 
»etainitlirb fdjen £. ». 33 ü l o lt> ein au«ge;eidmete« ju Bier Jßänben 
berauegegeben bat, bem nuumebr ba« & 1 a u f e r'f rbe ju ad)t $änben 
ergäiijenb jur Seite ftebt. Aud) über legten« läßt fid> nur ba« i'or« 
ujeilüaftcfle fagen; e« erfüllt alle Anforberuugen, bie man baran )u 
fteden berechtigt ift, inbem e« fieb ebenfo battitur. getreu, al« (lasier« 
mäßig, leidet fpielbar unb bod) febr wirtungäBoll erweift, ©iefe feine«» 
Weg« leiebte Arbeit giebt Bon ber Pietät unb bem prattiieben ©efebiet, 
Berbunben mit ber erforberlicben miifitaliicbcn ©iufiebt bc« §erau«» 
geber« ba« befte 3 eu 8 n 'B- Sie fei allen cla»ierjpielcnben greifen 
nadjbriidlifb empfehlen. — Sterbt a propos erfrijien ju gleidjer 3*« 
$. b. iüiilow'8 ibroebure über Sagner'« gauft=Ou»erture (V'eip^tg, 
Sabin), ba fic Bortrefflicb geeignet ift, ba« tiefere &erftänbniß bei Spie« 
lern unb Hörern auf geiftBoUe Seife ju Bermitteln unb weiter ju »er« 
breiten. R. P. 

gut Wanoforte ju rwei unb »ier $Snben, für jwei ^ßianoforte »u aebt 

Jpäuben unb für ^ianeforte ju ynti unb »ier $äuben mit Violine 

(ober äMolonceü). 

Außer bem Borgenannien liegt un« nod) eine große 3<>bl Bon Arran» 
gement« »or, bie tvir nacbftebtnb uambaft niarbeu. SJegreijlidjer Seife 
pabenwir niebt alle einer ganj,fpeciellen3)urcbfid)t unterwerfen tonnen. 
Soweit wir inbeß ftenntniß ba»en gewonnen baben, (innen wir alle 
al« febr jwedentfprecbeub unb brauchbar «mpfeblen; im Allgemeinen 
gilt boii ibnen, tva« oben bereit« in betreff be« Arrangement« Bon 
Sag n er'« Ouoerture gefagt Warb. 9iur über einzelne, bie un« eine 
betonter« beniertcu«wertbe Seite barboten, fagen wir ba« Setreffenbe 
am Sa)luß. 

gür ^ianoforte ju jwei $Snben. 

C. oan SeefQooen, Siimittlficfje Symphonien. JJür ba« $tano« 
fevte ju jTOct Jpäitfcen oen g. SB. ÜJiavfull. 9?r. 7. ^3r. 
10 9?ßr. v»r. 8. Wx. 10 5%. SRr. 9. <ßr. 20 Wgr. SEBcl» 
fenbiitlel, i'. $oüe. 

(Bel'unfjS'Compolilionen oon 3. ^Qbbn. gilr bn8 ^innoforte 
jiim ©ebroud) beim Unterriebt frei bearbeitet tten SBilhelm 
Sfcbirtb. 0».44. i'ief. 1. 3nb,alt: «u« ber„€d)Bpfung". 
9ir. 1. „SWiin beut bie glur." ?r. 10 %r. 9ir. 2. „9)Jit 
SBürb' unb ^obeit angetban." ^}r. 10 9?gr. Mr. 3. „3« 
bir, o $>err." ^Jr. 10 Scgr. 9J?agbcburg, ^einriebebofen. 

gür ^tanoforte ju Bier $5nben. 

C. Dan Scd^OOen, (Dp. 92 Septem» grande Symphonie. 
Arrangement ä 4 mains par Jules Schaeffer. Üeipjig, 
SBretlfcpf A |)ärtel. $r. 3 Iblt. 



yß. ä. 317ojarf's ttrnpirr-doncrrte. gflr ba« ^taneforte ju 

»irr Raufen uon -Ipuge 11 Irtd). 9?r. 4 in Sbur. S3reolau, 
> g. 6. <$. Vencfart. ^r. 2 Xb.lr. 10 9?gr. 
C. Dan JScetfjooen, Sämmtrictje l>yinpr)anien. gür ba« ^tano» 

feite ju iner Rauben von g. ffl. SDcarfuU. 9Jr. 1. $r. 

12>/a W&- 9ir. 3. «ßr. 20 %r. 5Rr. 4. 5. 6. 7. ^Jr. 

17>/ t 9cgr. 9er. 8. <Pr. 15 «gr. 
0. ^aqön, 5uinpljonien. gür ba« ^ianoforte ju »ier $änben 

bearbeitet con S. filage unb (5. iöurcLarb. 9tr. 31. 

9?r. 1 iblr. «r. 32. ^r. 1 2t)U, 9?r. 33. $r. 25 9igr. 

Iflx. 34. "?k. 1 Ihlt. 5 9?gr. 9?r. 35. ^}r. 1 Iblr. ÜRag. 

beburg, ^eiiindii-bi'feit. 
3ot)anil ilÖofj>0 <Oa|Te. Regina coeli. gür ba« $tanoforre ju 

vier Jpänbeu boii Gurl Surebar b. 3>re«ben, Sbolpb^ 

©rauer. <Ur. 15 9cgr. 
Oofent) ScOufler, Slnbat mater. gür ba« ^ianoforte ju biet 

Jpaubeu ton Sari SBurcbarb. ßbenbaf. <Pr. 20 9igr. 
Carf 3Jurc^arö, PianoforleOlfbum jtt Bier fönten, ober %u8- 

toabt oplf«tbümlicbrr 9)iuftf aller ?änber bearbeitet. Drei 

$efte k 20 Wgr. ßbeubaf. 
RoOert Schumann, Siiiil Städte im Ooffislon für SJiotonceQ 

unb ^ianofoite. Dp. 102. Srraugirt für $iauoforte ju 

»ier Rauben con g. ©. 3anfen. Saffel, 6. i?ucfb,arbt. 

?r. 1'/, ?blr. 
C. OanSect^OOcn, Sonate charactiristique (Les adieux etc.). 

Dp. 81*. Arrange ä quatre mains par G. Gode/roid Weiss. 

$3tea(an, g. (5. (L feuefart. ^Jr. 1 Z\)U. 7«/s s J?gr. 
, Marc he funebre, tiree de l'oeuvre 26. Transposeie 

en La mineur puur Piano ä quatre mains. 3)ie«ben, 

Slbolpb, Stauer. ?r. 10 9?gr. 

gür $ianoforte ju »»ei ^änben unb Statine. 

3. <§anbn, Symiiljonien. Sirrangirt fUr ^ianoferte unb 35io(iue 
»on ©eorg SJierling. 9ii. 1, 2, 3, 4, 5, 6 a 1 2b,lr. 
10 9?gv. öreslau, g. (5. (5. Seucfart. 

MB. ä. Mo^att, Symphonien. Slrrangirt für ^ßianeferte unb 
Sicline. 9h\ 1, 2, 3, 4 ä 1 1b,tr. 10 9igr. gbeubaf. 

fffttffil'djr DnltruinfiilafiPfiRf, bearbeitet für ^ianeforte unbSio* 
liue. 9tr. 1. SWojart, 0». 19. Dioertiffenunt, arrangirt 
»on &. 9Jc. ©d» letterer. SJcugbeburg, jpeiniidj«b,ofen. 
$r. 1 2b,lr. 6 9?gr. 

gür $ianoforte ju Bier Apfinben unb Stotine (ober BioIonceH). 

(Dpern'3rien für SSiolonced ober SSioliite utib s }3ianofoite ju »ier 
^pänben, arrangirt »on 6a rl Surcbarb. 2. unb 3. $eft 
ä 12Va 9ca, r - ÜJlagbeburg, ^peitirididl^ofeu. 

3»fi (Tenor- Stielt au« „Xon 3uan" »011 5Dtojart. gut 
$ianoforte ju »ier Räubert unb 93iolc-iiceu" ober S3iolin« 
»en 6arl 33urd>arb. Hamburg, Oob. Sug. SBöljme. $r. 

17'/s Wgr. 
3u»ci Duelle au« ,/Don Ouan" »on OTojart. gür Panoforte 

jUöiei^anben unb SBiolenceD oberSJioline »on (Sari Sut« 

cbarb. gbenbaf. ^ßr. 25 9egr. 
©uoerlure ju „1)on Oiiau" »ou 9J?ojart. gür ^ianoforie ju 

»ier Rauben unb SSiolonceU ober SJtoline »on Sari S3ur« 

ebarb. (Sbenbaf. «|3r. 25 s J?gr. 
(Erftes Sinafe au« „gigaro" »on 9J?ojart. gut ^ianoforte 

ju »ier $änben unb Sicline ober SSiolonceQ »on Sali 

Surcbarb. ßbenbaf. ^|5r. 2 Ib,(r. 7Vs ^8 r - 

gür jtoet Sßtanoforte ju ad)t ^Snben. 

©uperlure ju „2:annb,äufer" »on 9t* i d> a v b Söagner. Ärran« 
girt »on £. 33 ur cbarb. 2)re«ben,e.g.ü»efer. $r.2V6«tb,lr. 



103 



©uttrrtumt eingerichtet für jioei pianoforte 311 od)t Rauben ton 
Gt. »itrcbarb, §. (Snfe uns ©. SW. 6a)mibt: 2J?ebuf, 
„3ofepb in Gopten", l'eipjia,, tjr.Jpofineifter. $r. 1 £b(r. 

, fco. SR off tut, „Glifabetb". (Sbenbofelbfl. 

$r. 1 2blr. 15 Wa.r. 

bo. SKoffini, „©emirami«". Gbenbafelbfl. 



$r. 1 Üblr. 25 9?gr. 
©clftt (©erenabe) oon 2B H. ÜRojart. Ärrangirt fen (J. 

©urcharb. 2>teSben, ©ernbarb grifbel. ^r. 2 Sblr. 
Paffdcagfia con 0. ©. 33adi. Srraiigirt »ou ß. 33urd)arb. 

(Sbenbafelbfl. <ßr. 1 £htr. 17V S M»r. 
Öflffrfuja ou« bem „SReffiaS" »ou ©. ft. $änbe(. «rrangirt 

toen CT. Snrcbarb. (Sbenbaf. <ßr. 20 Mgr. 
D. $atjbn, Sympljonif Tlr. 1 (2) bur). Slvraugiit oon S. 93 ur» 

djarb. ^abebitra., $>eiiirirhShefeii. $r. 2 Iblv- 
SBir baben SWartuU'« ©eotbeitung 33eetboöen'fd)er @ v m» 



bbonien )u oberft gefegt, fie mag aud) als Sugerfl embftblensroertb bier 
ben 9iifana, ber tBeiprecbmig, bilben; forool baS Arrangement 511 ^roei, 
ttie ba« )u frier Jpänben jcic^nct flcö burd) mä,ili-jfte £ollftimmiiiteit 
(nid)t bloße $SoUa.riffigfeit in <£»ernu'$ Lanier) aui, of>ne bafj 
bod; bie Sbielbarfeit bebeutenb ereifert würbe. — 92ocb betailirter 
erfdjeint 3. ©rbäffer'ö ^Bearbeitung »on iöeet&ooen'* fiebenter 
Spmpboni«. i« ibfi nie audj in Jp. U 1 r i d)'a Ar.angeineiit oon üKo« 
jert'« <£ bur«Scncert bemerft mau ben (Einfluß l'ijjtV, ber betannt« 
lieb in tut 'Ausgaben fein« ftympl)oni|\tcn Sidjtungen für ein unbvwtt 
pianoforte« \u uier Jpaitteii JJhifler ber Äunft bjn.iefttUt b<>'> bie ®e« 
fammt-UJirfuna. beSÖidjefterö bi* in bie einzelnen Figuren unb Ücffccte 
111 übertragen, in freiet :li>eife, fo baß ben eigembümltcbeit ®efeßen be« 
Clawerfcijje« babei »ottftänbi.i 9ied)Uiiug getragen ivirb. Xfcbirdj 
bäit in feinem Slrrangeinent ^a^bn'jcber ©ejäuge mebr bie bolb felb« 
fiänbig geftaltenbe gorm ber XranSfcription inne. Die Dielen Söear« 
beimaßen oon iöurdjarb finb burcbioeg jh loben; inebefonbeie abei 
madjen reiv auf bie ad^tbänbige Ausgabe ber Xaiiiibaiiier»Cuverture, 
bie in biefer ©eflalt aua) minber geübten Spielern jugäiiglid) fein 
bürfte, aufinertfam. $. 8. 



Intelligenz -Blatt. 



6. W. Römer' s Verlag in Erfurt: 

(MeUtens amtlich empfohlen.) 
Brähmig, B., Kirchen- und Hauschonilbuch. l</ a Thlr. 
, Praktisch-theoretische Pianoforteschule. In zwei 

Heften, ä 12 Sgr. 
Crüger, Die Naturlehre. 7. Aufl. 8 Sgr. 

, Qrundzüge der Physik. 6- Aufl. 15 Sgr. 

, Schule der Physik. 4. Aufl. 2 Thlr. 

Davin, G., Geistlicher Männerchor. 2 s / 8 Thlr. 

Helfer, A., Orgelschule I. 24 Sgr. 

Körner, G. W., Der praktische Organist. 3 Thlr. 

Lehmann, Harmonielehre. 2 Thlr. 

Mettner, C., Praktische Violinschule. 10. Aufl. In zwei 

Cursen. I. l*/ 3 Thlr. II. 1 Thlr. 
Bitter, A. G., Kunst des Orgelspiels. Drei Theile. 4. Aufl. 

ä 2— 3'/s Thlr. 
Sattler, H., Theoretisch -praktische Orgelschule. Zwei 

Theile. ä 1 Thlr. 

Novitäten - Liste vom Januar. 

<tmpfcl)lrnsioFrtt)t Musikalien 

publicirt von 
J. Schaberth & Comp., Leipzig, Hamburg und Neu York. 

Berens, H., Musik. Europa. Op. 8. Cah. 7. Phantasie aus 
Jessonda ä 3 mains. 20 Ngr. 

, do. Dieselbe a 4 mains. 1 Thlr. 

Canthal, A. M., Maywood-Polka f. Piano. 5 Ngr. 

, Mephisto-Polka. Op. 121. 7'/a Ngr. 

Fesca, A., Das Herz ein Garten. Op. 55. Nr. 6 für So- 
pran und Alt. a 7'/9 Ngr. 

"Ficher, Perd., Pädagogische Bibliothek. Section L Cab.I. 
a 4 mains. 15 Ngr. 

, do. Section III. Cah. I. a 4 mains. 15 Ngr. 

Goldbeck, Bob, Op. 32. LeSon^e (derTraum) f.P. 15Ngr. 

Graben-Hoffmann, Elfen- Schiffer. Op. 22, f. Alt. 10 Ngr. 

Krebs, C, Wie singt die Lerche schön. Op. 172. Nr. 2, 
für Sopran. 10 Ngr. 

.Lockung im Lenz. Op. 172. Nr. 3, f. Sopr. lONgr. 

Krug.D., Le petit Repertoire de l'Opera. Op. 63. Nr. 15. 
Agnes von Krebs. 7 , / 3 Ngr. 

, do. Nr. 16. Dinorah von Meyerbeer. 7'/j Ngr. 

, Souvenir de Bai. Op. 55. Cah. 11. Rondo 

Ober Montrose-Wulzer. 15 Ngr. 



Liszt.Fr., 3Paraphrases de Concert. Nr. l.Trovators. 25 Ngr 

Schmitt, J., Des kleinen Pidnisten tägliche Fingerübun- 
gen. 15 Ngr. 

Schub srth, Ch., 8 Caprices de Concert für Violoncell mit 
Pianoforte. Heft I. Op. 4. 1 Thlr. 5 N.^r. 

, do. Heft II. Op. 13. 20 Ngr. 

Schumann, B., Drei 6stimm. Chöie für Sopran, Alt, 2 Te- 
nöre u. 2 Bässe aus Op. 68, bearbeitet von Paur. Part, 
und Stimmen. 1 Thlr. 10 Ngr. 

Sponholtz, A. H, Höchstes Glück. Op. 23. Nr. 4, für 
Sopran. 7 l /a Ngr. 

Strackosch, H., Postillon-Polka. Op. 40- 10 Ngr. 

, Loreley. Fantaisie romantique. Op. 41. 20 Ngr. 

Vieuxtsmps, H., Op. 33. Bouquet americain pour Violon 
avec Piano 1. Serie. 1 Thlr. 10 Ngr. 

Wallace, W. 0., Mazurka-Etude. Op. 85. 15 Nf*r. 

t? Ficher'» pädagogische Bibliothek ist ein hervorragendes Unter- 
richtswerk für angehende Picnisien ; Berens' Jessonda-Pliantasie 
ist eine mit grossem Geschick bearbeitete SiUon-Composition ; 
Btraokoich' Loreley ein sehr dankbares Bravourstück; die 
6stimm. Chöre aui Schumann Op. 68, von Paur bearbeitet, 
werden in Sing-Vereineu Aulsehen erregen. 

im Verlage von 

C. F. Peters, Bureau de Musique in Leipzig. 

Bach, Joh. Sab., Phantasie und Fuge in Amoll (für Piano- 
forte). für die Orgel übertragen und mit Vortrag. Finger- 
und Fnsssatz bezeichnet von Georg Weis* (Organist in 
Göttingen). 15 Ngr. 

Gouvy, Th., Ö"" et 6' Serenade pour Piano. Op. 7, 10 
(ä 12 Nur.). 24 Ngr. 

Händel, G. F., Chaconne avec 62 Variations pour Clavecin. 
Edition nouvelle, revue et corrigee critiquement. (Com- 
position« Cah. 6) 20 Ngr. 

Marschner, H., Ein Liederheft vom Rhein, von Carl Siebel, 
am Pianoforte zu singen. Op. 186. 25 Ngr. 

Beissifrer, C. G., VTrio pour Piano, Violon et Violoncello. 
Op. 25. (Nouvelle Edition, revue et corrigee.) l*/ 6 Thlr. 

Voss, Charles, Un petit Morceau pour une charmante pelitc 
l'ersonne, Morceau elegant p. Piano. Op. 256. 20 Ngr. 

Wettig, Carl, 5 Ciavierstücke. Op. 18. 20 Ngr- 



104 



$ta Puaifralkn 

im Verlage von 

Job. Andre in Offenbach a. M. 

1860 Nr. 1. 
Plantfcrle mit Begleitung. 
Grimm, Ch., Erinnerung an Romberg. Andante für Violon- 
cello und Pianoforte. 15 Sgr. 

Jansa, L., Op. 83- Souvenir ä Donixelti. 3 petites Fan- 
taisies pourViolon avec Piano. Nr. 1. Lucia. Nr. 2. Be- 
lisar. Nr. 3. La Fille du Regiment, ä 15 Sgr. 

Potpourris fürVllo. und Pfte. Nr. 17. Freischütz. 25 Sgr. 

Potpourris für Violine u. Pfte. Nr. 41. Postillon de Lon- 
jumeau. Nr. 45. Fidelio. k 25 Sgr. 

Dieselben für Flöte und Pfte. Nr. 41. 45. ä 25 Sgr. 
Planaferte in tIit Binden. 

Badarzewska, T., La Friere d'une Vierge, arr. 10 Sgr. 

Cramer, H., Potpourris. Nr. 19. Meyerbeer, Pardon de 
Ploermel. 1 Thlr. 5 Sgr. 

Honten, Fr., Op. 199. 2 Morceaux, arr. Nr. 1. Der kleine 
Rekrut. Nr. 2. Alpenklage, ä 13 Sgr. 

Jungmann, Alb., Op. 117. Heimweh, arr. 10 Sgr. 
PUnsferte S.U. 

Albert, Ch. d", The Siren, Walzer f. Pfte. (m. Vign.) 13 Sgr. 

Beethoven, L. van, Fidelio, Clavier-Auszug ohne Text, 
arr. von H. Cramer. 4 Thlr. 

Brandes, F., Wildauer Marsch, lieber Motive aus „Das 
Versprechen hinter'm Herd". 5 Sgr. 

Cramer, H., Op. 149. 2 ltondeaux sur des airs de Mozart. 
Nr. 1. „Dort vergiss leises Fleh'n" (Figaro). Nr.2. „Das 
klinget so herrlich" (Zauberflöte), ä 13 Sgr. 

Hnmmel, J. K., Op. 49. Caprice (F dur). 15 Sgr. 

Baase, Rudolph, Les Adieux, Chanson sans mots. 13 Sgr. 

Jungmann, A.,Op. 136MaurischesStändchen(Dm.)138gr. 

Schmitt, AI., Op. 130. Nr.2. Rondoletto (G dur). lOSgr. 

Voss,Ch., Op.238. Chans, angl. Nr.2. LastRose. löSgr. 



Voss,Ch., Op. 253 Deux Transcriptions sur Morse Ae Rot- 
tini. Nr. 1. Preghiera. 15 Sgr. 

, Op. 258. Danse cosaque d' apres des Mutifs ori- 

ginaux de l'Ukraine. 18 Sgr. 

, Op. 245. Nr. 5. Die heimliche Liebe, leicht 

arrangirt von Ch. Wucittmann. 10 S^r. 

Wachtmann, Ch., Op. 1. La Consolation, Pensee senk 10 Sgr. 

, Op. 2. Raillerie- Polka. 10 Sgr. 

6esaiig-Huslk. 

Ooltermann, 0., Op.32. 6 Gesänge fflrMezzo-Sopr. (Barit.) 
mit Pl'te. Nr. 1. Nach und nach. Nr. 2. Aus einem Lie- 
derspipl. Nr. 3. Ich sehe dich in jeder Blume. Nr. 4. 
Aus dem Liebesftflhling. Nr. 5. Meine Lieder. Nr. 6. 
Der Schatz im Herzen, cpl. 23 Sgr. 
Vtrscklt-dencs. 

Haydn, Jos., 30 ausgewählte Quaitette für 2 Violinen, Alt 
und Vllo Nr. 24. F dur. 1 Thlr. 

Hering, C, Op.54. Duo-Seren, für 2Vn. (I.Lage). 17Sgr. 

Klotz, C, Op. 11. Prnkl.Schule f. das einfache u. Chromat. 
Hörn. Deutscher, engl, und franz. Text. 2 Thlr. 

Messer, Fr., Op. 16. 3 Fugen für Orgel. 15 Sgr. 

Portrait von: Dr.L Spohr, Stahlstich, Musikform»t!n. lOSgr. 

Seeger, Dr. C, Op. 13. Abend-Klänge. Tonstück über be- 
liebte Themas f. Harmonium od. Pfte. Heft III. IV. ä 13 Sgr. 

, Der praktische Organist. Bd. III mit Portrait 

von Anton Andre", netto. 1 Thlr 16 Ngr. 

Seither fehlten und sind wieder vorräthig : 

Brunner, C F., Op.96. Der kleine Pianist. 100 Uebunjjs- 
stücke in fortschr. Schwierigk. Liv. I. (Zinnat ich ) 15 Sgr. 

Herz, H., Op. 21. Exercices et Preludes dans tous les 
tons maj. et min. p. Pfte. (Zinnstich.) 1 Thlr. 20 Sgr. 

Hozait, W. A., Requiem, die 4 Singst., deutscher u. latein. 
Text, gr. Format, zusammen l^Thlr. — Typendruck. — 

, Op. 29. Gr. Sonate (Es dur) für Pfte. und Vio- 
line (arr. nach dem Trio Op. 19). 1 Thlr. 20 Sgr. 

, Op.70. 12 Duos p.2Violons. Liv. III. lV 3 Thlr. 



CmtOTontürittra hx Bittsik |tr ITripiig. 

Mit Ostern d. J. beginnt im Conservatorium der Musik ein neuer Unterrichtscursus und Donnerstag den 12- April 
d. J. rindet die regelmässige halbjährige Prüfung und Aufnahme neuer Schülerinnen und Schüler statt. Diejenigen, welche 
in das Conservatorium der Musik eintreten wollen, haben sich bis dahin schriftlich oder persönlich bei dem unterzeich- 
neten Directorium anzumelden und am vorgedachten Tage bis Vormittags 10 Uhr vor der Prüfungscommission im Con- 
servatorium einzufinden. 

Zur Aufnahme sind erforderlich: musikalisches Talent und eine wenigstens die Anfangsgründe überschreitende 
musikalische Votbildung. 

Das Conservatorium bezweckt eine möglichst allgemeine gründliche Ausbildung in der Musik und den nächsten 
Hilfswissenschaften. Der Unterricht erstreckt sich theoretisch und praktisch über alle Zweige der Musik als Kunst und 
Wissenschaft (Harmonie- und Compositionslehre; Pianoforte, Orgel, Violine, Violoncell u. s. w. in Solo-, Ensemble-, 
Quartett-, Orchester- und Partitur-Spiel ; Directions-Uebung, Solo- und Chorgesang, verbunden mit Uebungen im öffent- 
lichen Vortrage; Geschichte und Aesthetik der Musik; italienische Sprache und Declamation) und wird ertheilt von den 
Herren Musikdirector Dr. Hauptmann, Musikdirector und Organist Richter, Dr. R. Papperitz, Professor Moscheies, 
L. Plaidy, E. F. Wenzel, Concertmeister F. David, Concettmeister R. Dreyschock, F. Grutzmacher, F. Herrmann, 
£. Röntgen, Professor Götze, Dr. F. Brendel und Mr. Vitale. 

Das Honorar für den gesammten Unterricht beträgt jährlich 80 Thaler, zahlbar pränumerando in 1 / 4 jährlichen 
Terminen & 20 Thaler. 

Die ausführliche gedruckte Darstellung der innern Einrichtung des Instituts u. s. w. wird von dem Directorium 
unentgeltich ausgegeben, kann auch durch alle Buch- und Musikalienhandlungen des In- und Auslandes bezogen werden. 

Leipzig, im Februar 1860. 

Das Directorium am Conservatorium der Musik. 



Vn Nun 9rtfl*rtfl tcMMw »Umm 
) U mwm tn 1 *n ttfe£ifni. Vott 
tif «aM m M W— —— SV1XM1. 



^etpji«, öen 16. ^tj 1860. 







tit%d)titt füx Musik 

tfranf, Srenbel, Vaant»ortlid)er ffiebacteux. — Verleger: C J. 3faf}nt bt Cfipjifl. 



Ciumtia'Fett Iht»- ft 3RttHrt- (HL C*N> ii Strlia. 
*». <W*»Ft • *• #»l* ta frag. 

UttHa Vidwlfn, UuaIbaJ EiahB&f« tat Soften. 



3omnnöftmfji|j|tfr Bano. 



f. XtytiuiiktQ in Sin. 

■»».Airtlii« u S)«f4«K. 

C. »fttta • Awrti in $tit*bcl»tU 



SlQatt : nectRfto«n: K. Garan, Ott. u ~ SRttttei rangen IBtt fclt gtot» Orgel 
In tu SHcolnilittte tu (Jeipjig wn $. *$»0n«S(rg (jjrettfefcwg). — Cmf 
Snfla (gortf egang). — Stftntr Briefe (g«l(t|Hg). — Jtletse &<ttmg : 
f MiMfaMtBi ; lugcfgeWaXe j 8ttmtf*trt. — 9ttltVgtMftlatL 



Kammer tmö {jausmnfil. 

gut $ianoforte. 

3t.9aran } (Dp. 1. P i| a n t a |f cP aiiationt n ffir $ianoforte, ?eib- 
»18. 3- iQtytfUing. 1869. $r. 22Vs 9tgr. 

Subein eS Afferent unternimmt, ben üefern b. 61. in bem 
ftutor sorliegenben VJerfr« einen jum er Pen SKal in bie Oef- 
fenltidjfeit tretenben ftfinpier öorjufüljren, gcfdjitfjt biet in bem 
jreubigen VeiDufjtfein, bjer b« $ero(b einer !petfBnIid)teit ju 
fein,; jDtldje bie ftufmerTfamfrit oller ©ebilbeten in r}oljem 
©rate vertient. SBer bei jeber neuen £r|djeimtng juerp nad) 
itjrer Stillung fragt, bem niBge eS berrntyen fein, bafj ber 
junge flflnftltt fift? jener jabjteidjen ©enoffenfd;aft anreiht, in 
u>eldt)er <84>nbert, cSdjumaun nnb 5ranj tonangebenb 
pnb. Der Sinflug namentlidj be« Steteren iß offenbar — iljm 
iß and) ba« SBJerl getoibmet. 

<&6 Ißnbigt ftä) betreiben genug an — toir toerben nad)» 
$er ftcjtn, baß unter ber anfprudjfllofen $fi0c ein fet)r mert$- 
bofler Sern »erborgen fiegt. Sie Variationenform, obfdjon 
Don ben 9W ei (lern mit befenberer Vorliebe cuUicirt, Wirb nod) 
immer t>on $fufd>ern nnb $.inb(artgern fp arg genti§$anbett, 
baß man tyr, too fie auftritt, enttoeber au« bem Wege gebj 
obet bodj mit äRifjtrauen begegnet, nnb in $a(ge i^«« aßge- 
meinen SRifjcrebit« fetbfr namhafte ^eotetifer unb Heftljetiftr 
i^r faum nodj einen befa^eibenen ?la(j neben ben berechtigten 
ftunftformen }uerttnnen mSgen. ÜRii Unrtdjt, toie uns fdjeint. 

©d>Iiefjen mir bie QraDour*33ariation auä , fo fafjen fid) 
bie terfd>tebenen gormen ber ©ariation oarne^uiltd) in brei 
^üupttlaffen eintb.eiten. 3n b«. erfien, toel^e fid) paffenb 
aU bie becoralive be3eid)nen liege, liegt aOt0 Onteuffe im 
jCIjema. Diefefl ^UDt fia) mit jeber Seränberung gleidjfam in 
ein neue« Ofreanb, aber e« berbÖQt fi*) "i^t ganj bomit, 
fonbern (igt, nenn t« aua) ber jebeemaligen 9)ta0fe gemäg 
@ang, Ladung unb ©ttinmung änbert nnb bie Spradie «er- 
pellt, bod) immer feine urlprflngfiaje ©eflalt flar burd) fd)im- 
mern unb tritt in biefer aud> rool am ©djlnffe roieber nnr>er> 
fteDt r)eiBor. ÖS ijl gemBb^nlia) eine befannte ÜRelobie, nnb 



i^re in fiele neue Meije gefleibete Siebeit)elung ift aUtintget 
3»ed biefer ©ottung. — 3r ber jmeittn, n>eld>e mir bie 
contrabunctifdfe nennen, liegt betSdjrcerpunttinberSorm 
ber Variation felber. Die »erfd}tebenen Arten U9 fttnfHid)« 
Ecntrapancta: Omttation, Canon, 5uge tc. bilben bjer bie 
Slufgabe ber $robucttoR. 3)a8 X^tma i^ t)ier nur ber @runb* 
riß, auf n>eld)em mannigfaltige ardjtteftomfdje ©ebilbe aufge* 
ffib.it »erben. D^ne tnbieibueDe ©tftatt — benn foId)e geminnt 
tfl erp in ber Variation felber — befielt e« tneifl nur anfl 
einer Äetb^e einfad) mcbultrenbet; Äcrorbe (Cad)'9 (J^aconne, 
Veetb,oeen'> 32 Variationen in (£ raoD), oft nur au« einem 
Baffe ($affacaglia öon V a a)) f unb wo tt ja in benimmt meto« 
bifier gorm auftritt (toie inBad)'a 30 Variationen), uirb 
nidjt tiefe, fonbern bie it>r jut Sapfl bienenbe ^armentenfoCge 
jut Catiattonenbilbutig umgearbeitet. Diefe ftlaffe fleb, t ^Sb^er 
al* bie erfte, benn et ^anbett pd) nidjtnte^r, nie bort, um 
eine äu§ertid)e Umfieibung be* ib,emofl, ue[d)eä babei in fei* 
nem inneren SSefen befielen bleibt, fonbern um bie ©d)5pfnng 
felbftflänbiger ©ebttbe auf ©runb gegebener ^armonifd>er Ver» 
t)ältniffe. $at bort ber Somponift lebiglid) ffir reigenbe 8b- 
med/ feiung int ©emanbe ©orge ju tragen, fo ift t)ier feine 
Aufgabe, ben gortfdjritt 8om Sinfadteren jnm Snttoidelteren 
batjttpeQen. — 3n ber brüten Älaffe liegt bet ©djwerbunet 
roeber im£t)ema allein, nod) in ben Variationen aKein, fonbern 
in bem pfba)otogif(pen Vanbe jniifd>en jenem unb tiefen. 
3ene« ift ber Reim, bitfe flnb lEnttoirlriungö^afen tineä inner« 
lid)en Vorgänge«. S)«fj ba* Ibtma r)ier gero^ntid) ein oom 
Com^ontften eigen« erfunbener ©a$ — ein fogenannte« Ori* 
ginal'Zb.ema — ip, liegt ganj in ber Statur ber ©ad)e. 3)te 
einreiben Variationen toerben ben 3 u f amratn ^ ail fl "itt bem 
Ib,tma fotool al« unter Pd) jü beaeifen Ijaben, leitete« 
baffenb baburd), ba§ pe unmittelbar in efnanber fiberfQbnn 
(obmol bie« nid)t unbebtngt nBtb,ig ip); im llebrtgen aber 
toerben Pe mit ibjren neugeborenen SRotioen audj neue ffint« 
ttirfelnngflgefete mit auf bie SOßelt bringen, alfo jn in pd) 
felbftpänbigen ftunPfcrmen pd) entfalten — ja oft audf »er« 
manbte, nidjt btrect au« bem lijema hergeleitete ©ä()e a(« 
„3nterme s }i" mit in it)ren Vereid) rieben — mie in ©djn- 
mann'« Variationen für jmei glasiere, dnbem bie Varia' 
tionenfotm in biefer ©attung it)TC t)8d)Pe Vebeutung erreidjt, 
ip Pe jugteid) bei i^ter ängerPen ©renje angelangt, Prebt pe 
btefe jn fiberfd)reiten unb in ba« ©ebiet ber freien ffjantafie 
fiber)ugeb,en. C« erfa)eiut mithin nidjt unva^enb, tt)r ben Ka« 
men ^antaPcVariationen ju geben, ebenfo toie man fagt: 



106 



Sonata quasi Fantasia , Polonaise-Fantaisie , Impromptu- 
Fantaisie u. bgl. m. Referent fyat benSRamen juerft bei feinen 
^antafte« Variationen Dp. 2 angemenbet, unb ber Slutor ber 
borliegenben mag borin eine Verantaffung gcfunbeu Ijaben, 
ifyn ebenfalls ju aboptiren. 

Damit eerfteljt eS fid) oon felber, baß fein ffierf ber 
brüten ©attung angehört. Das Ib,ema ift natürlich ein eige^ 
neS. ©ein inniger ©efang ift oofl geheimer ©eljnfudtt — fie 
motzte Ijeroorbredjen unb wagt eS wieber nic^t, fie fdjwillt unb 
jieljt fid) »ieber fdieu jurücf , ber ©efang ift wie gebunben an 
ber ÄnfangSpfyrafe : 

jiemlidj langfam 

de 



^ 



ef i r itr \ j 



bie in immer gefteigerter Sßeife wieberfefyrt. Die erften oier 
Variationen geben nod) nidjt meljr, als baS Üfyema in neuer 
SBeteudjtung , nad)brüo!lidjerer Vetonung; fie fteigern baS ®e* 
füb,l bis auf jenen ^ßunet, wo ber innere Drang bie Reffet 
bridjt unb frei unb breit auSftrömt. Jperoorjnljeben ift b,ier bie 
erfte Variation, in weldjer fid) ber Ijarmenifdje Äörper beS 
SljemaS ju freier ^oltyp^onie entfaltet, unb ber ©efang beS 
StenorS ber Gelobte einen fyöd)ft auSbrucfSoollen (Sontrapunct 
entgegenfteHt. Die jweite Variation jerlegt baS Üfyema in 
leiditfdjmingenbe oon einfachen Slccorbfdjlägen begleitete gi= 
guren; bie britte bringt es einfad) wieber, umfpielt oon einer 
fdjnellen 3i'9ur; in ber eierten liegt bie SNelobie im 93affe, 
begleitet oon mächtig anftürmenben Slccorben. Huf ifyrem 
©d)lußaccorb fpringt plo^lid) ein luftiges ÜDcotio : 



Effi 



-A 



g^^ 



Ijeroor; auf Slditeltriolen getragen, befdjreibt eS mit elafHfdjen 
©djwingen ben weiten Slettjer, wienblid) fdjwclgenb in ber neu 
gewonnenen greiljeit, bis eS entließ, wie aus fd)winbelnber 
J)öb,e allmälig abwärts fdjwebenfc (man bead)te tjier bie burd) 
jwei Dctaocn ftnfenweije frfjreitenben Söffe), auf bei« OrgeU 
punete ber Dominante ruljig auSatljmet. Die folgenbe, feiste 
Variation ((5 but 3 / 4 Jact) ergebt ftd) in leifen Wadjflängen. 
Das ®efiil)t jieb.t fid) bier, nad)bem eS bie Üöeite feines ©c= 
bietS erforfdtt, ju feiiger ©etbftbefd)aulid)feit jufammen. 3nneie 
Stimmen: 



N4^f^ 



fpinnen balb weitere, balb engere Greife um ben bie ganie Va* 
riation b,inturd) anb,a(tenben leife erjitternben Drgelpimct ber 
Dominante. Dod) an biefer ©d)önfeligfeit b,at ba« ©efüljl 
nod) fein ©enüge. @S rafft ftd) nod) einmal energifd) empor, 
aud) feine innere firaft ju eiproben. Dies gefdjiefjt in ber 
fiebenten Variation mit folgenbem ftreitfertigen ÜHotioe: 



E 



' ü J Jj-UJ ^rrirr 



QT 



unbwaljrlid), biefiraft wäcbft mit jebem Schritte, unb bie ad)te 
Variation fdjilbert uns baS ©efiibl in feiner ©iegeSgewißfyeit 
in einem breiter ausgeführten marfdjartigen ©a(je. £ier ift ber 
§öf>epunct beS ganzen SBerfeS unb bis Ijierlper wirb Oeber, ber 
eS fpielt, beuiÄünftler mit Vewunberung folgen unb oergeffen, 



baß eS ein Dp. 1 ifr, weldjeS er unter ben Singern b,at — eS 
ift ber fertige 3Jieifter, weldjer ifym überaß entgegentritt. 3 U * 
gleidj wirb aber aua) ÜKandjem um ben weiteren Verlauf bange 
werben, wenn er fieljt, bafj er wenig me^r als bie $)älfte befl 
SBerfeS abfolbirt b,at, unb wirb fragen, Was nadj einer fo im« 
pofanten Steigerung nod) folgen fbnne, baS nidjt matt bagegen 
erfdjeine. ©eb,en wir jebod) weiter: Witten in ber ftoljeften 
©iegeSfreube (©cblufj »on Variation 8) finfen bie Söne, wie 
oon einem töctlidjen ©treidle getroffen, ptö^lid> sufammen, ib,re 
Veroegung ift gefrört, ib,re ßnergie gebrochen unc eS ift, al« 
wollten fie cerröAeln. Variation 9, ein an fid) feb.r rei3uoDer 
3wiegefang, ift uns an biefer ©teile für ben ,3"fawmenb.ang 
unoerftänblid) geblieben. SllS wäre injwifdjen 9JidjtS pajfirt, 
fe^t fie bie ©timmung oon ber fedjSteu Variation fort. Da 
wir leine anbere paffenbe ©teile für fie b,aben ent^ecfen fönnen, 
gefteb,en wir offen, bafj wir fie jum Veften beS ©ansen lieber 
entfernt wünf6ten. @S fdpeint uns, als fdjlßffe fieb, bie jeb,nte 
Variation weit pfodjologifdjer an. Diefelbe jieb, t fid) wicoer in 
bie ©renjen beS Ib,emaS jurürf, aber ibr ©ang ift unftät, ib,r 
©efang oon ©cb,merjenSaccenten erjüllt, ir)re innere parmonie 
jerriffen. Die elfte Variation madjt einen Verfud), baSJ6,ema 
in feiner urfpriinglidjen ©eftalt n)ieberb,eijuftellen — aber 
eine fdjmerjlidje ^xa^t begleitet eS auf Sritt uub ©djritt: 




nod) er)e es einen £alt genommen, oerftummt eS, unb nadj 
einigen 3"d < ungen ftürmt eine Sabenj mit unftäter §aft, wie 
oon einein plcßlidien 6ntfd)luffe getrieben, jählings in ben wil* 
ben Taumel b,inein, weldjer ben 9lb)d)(uö beS ©anjen bilbet. 
DiefeS ©türf, ginale genannt, ift eine Slrt VurleSte in üttonco« 
form unb madjte auf uns ben (Sinbrucf, wie jene Verfe in ber 
„9Binterrei|c": 

Sujlig in bie SSelt binein, 

©egen 3ßinb unb Söetter, 
3Bill fein @ott auf erben fein, 

@inb wir felber ©ötter! 

2Bot tönt eS fyie unb ba, wie ein ftilles ©eufjen, wie eine 
religiofe ÜMalmung, wol fd)WiQt auf mächtigen ©d;mingungeu 
ber (Erinnerung baS Ul;ema nodj einmal ftrab,lenfi b,eran — 
oergebenS! — biefer ^rieben ift auf ewig balnn! — unb fort 
geb,tS in ben wilben Strubel hinein ! 

Db biefeS tragifdje 6nbe burd) ben ganzen Verlauf be« 
bingt war, ober ob nid)t oielme^r bie erfte §älfte beS SßJerleS 
ju Erwartungen eines glücflidieren Ausganges beredjtigte: baS 
ftnb Sragen, über weld)e fid) bie Urteile fpalten werben. SEBenn 
Referent fid) hiermit offen für einen fiegreid>en 3lbjd)lufj mit 
ober bod) gleid) nad) ber aditen Variation erflärt, fo muß er 
bod) anbrerfeitS auf bie in Dem SBerfe fid) überall funbgebenbe 
Steife ber Smpfiubung, baS 2Bob,lburd)bad)te ber gorm unb bie 
unbebingte $>errfd)aft über bie ted>nifd)en ^ülfSmittet b,inweifen, 
Vorzüge genug, um jeben 3 we 'f e ^ J u bannen, baß ber $lutor, 
inbem er oorliegenbem SSJerfe biefe Entwidlung gab, mit Wob,l 
überlegter 2lbfid)t oerfub,r. V3ic bem aud) fein mag, ber junge 
ftünftler wirb fid) biefem feinem SrftlingSwerfe bie Xb,eilnab,me 
ber (Steiften fidjer erwerben. 

s J?od) fei erwähnt, baß fid) bie VerlagSb.anblung nid)t ge« 
fträubt b,at, bieOab,reSjab.l auf ben Xitel ju fe^en, ein Veifpiel, 
welcbeS 9cad)ab,mung oerbient. 

Julius ©djäffer. 



107 



'g&ittijeifimflen 

Hier bie tum #rn. gnebridj üabegaft in SBeifjenftl« jß er= 
bauenbe große Orgel in ber ÜRtcolaifinlje jn &ty}tg. 

8on 

Ittmann SdjeUenbtrg, 

Drganifl an genannter ffit<6t. 
(Scrtfetung.) 

SBä^renb nun $r. S?abegaft nad> biefer Diepofttion ba« 
•9a^r 1857 über babeim fleißig arbeitete, trug er fieb, aber 
mit einem nodj größeren $tane für ba$ neue dnftrument. 

Grr teilte mir tiefen $lan ju Anfang December 1857 
mit. @8 war ein gewaltiger <ßlan; benn eS fyanbelte ftd) bei 
biefer brttten unb legten 3)i8pofition um eine Orgel mit 
4 SKanualen unb 81 flingenben Stimmen. 

SBenn nun aud) bie jtueite ÜDiGpcfition eine IjBcfyft cor» 
jüglidje genannt ju werben »erbiente, burdj beren SJermir!» 
licfyung fotool ben fireb. lieben SBebürf niffen ooUftanbig, ben fünft« 
(erifd)en 3lnforberungen aber febon bie ju einem feljr Ijofyen 
©rabe genügt tourbe, fo »ereinigte bodj bie tritte ilispofition 
erft ätteö, »aS bafl neue dnfirument befähigte, nid)t allein für 
bie SRicolaifirdje, fonbern auefe über bie@renjen unferer©tabt 
tyinau« als Shinfhcer! erften Stange« auf biefem ©ebiete gelten 
ju IBnnen unb ben iRuf Seipjigä als SJunftftabt aud) ton biefer 
©eite ju bewähren. Son biefem ©tanbpunete au« führten wir 
»ereint ber mo^llöll. 93efyBrbe bie ©ad)e »on Weitem ftfyriftlidj 
»or unb gaben ben großartigen britten $(an, aueb. oon $rof. 
ÜBpfer in SBeimar al« ber Seipjig allein würbige anerfannt, 
juSlnfangüKärj 1858 beren fernerer funftfinnigen S^eilna^me 
anleint. 

jDiefe britte 3)iepofUion war nun folgenbe. 

I. Dltanuaf. 

©rfte 31 bt Teilung. 

1. Principal 16 ftuß 

2. SSorbun 32 

3. Sorbun 16 

4. gagott 16 „ 

5. 3)oppelgeDafl 8 „ 

6. @em«fyorn 8 „ 

7. ©ambe 8 

8. SRofyrflBte 4 

9. ©ciuflöte 4 „ 

3»eite 21 btlj eilung. 

10. Principal 8 

11. Dctace 4 

12. SRo^rflötquinte 6 

13. SBledflöte 3»; 5 „ 

14. Ouinte 2»/ 3 „ 

15. Dcta»e 2 

16. 2erj i«/ 4 „ 

17. dornet! 3- bie 5fa<b, 

18. aWirtur 4facb, 

19. Simbel 3fad> 

20. SErompete 8 

n. 31Tanuaf. 

Grfte ?lbt Teilung. 

21. Principal 16 „ 

22. Duintatön 16 



23. Principal 8 gufj 

24. fjngara 8 

25. SorbunalfIBte 8 

26. SRo^rflBte 8 

27. OuintatBn 8 

28. fcobJflBte 4 

3 w ei te Abteilung. 

29. Dctace 4 

30. ©ebatt 4 

31. SRoIjrquinte 2 S / S 

32. Dctaoe 2 

33. SOSalbflöte 2 

34. lerj V/ b 

35. Ouinte l«/s 

36. ©ifflöte (gtageolet) 1 

37. Gornett 3faa>, bom II. c ab (6, 4, 3>/& guß) 

38. ßimbel 4fad> 

39. Oboe 8 

m. JTtanuaf. 

ffirfte Bbtfceilung. 

40. ©etgenprineipal 8 

41. Sieblicb, @eba!t 16 

42. glauto traoerfo 8 

43. Doppelflöte 8 

44. $armonica (eine fdfßne glBte) 8 

45. SJer bumana 8 

46. fiffero 4 

3 »eite Abteilung. 

47. Dctace 4 

48. SRof>rquinte 2 2 / 3 

49. ^iccolo 2 

50. ©a)arf 3fad) 

51. Klarinette 4 

IV. 3Ttanuaf. 

(®ä)ott>erf.) 

52. ©iola b'amore 8 

53. SSiola 16 

54. ©alicionat 8 

55. Unba mari« (boppelt) 8 

56. ©anftflote 8 

57. Sieblicb ©ebalt 8 

58. SJiola 4 

59. 3artfIBte 4 

60. Waffat 3 

61. SMoline . . . . , 2 

62. $armonia aet^erea 3fat^ 

63. Sleoline 16 



]TebaC. 

«grfte «bt^eilung. 

64. ^Principalbafj (»om großen F an im^Jrofpect). 32 

65. ^ofaune 32 

66. ^tincipalbaß 16 

67. *|Sofaune 16 

3 w e i t e ü b t fy e i l u n g. 

68. Ser.j 12» 

69. ©rofi.9?affat 10 1 



108 



70. Octanbag 8 3ug 

71. Eaffat 5«/, „ 

72. Octaebag 4 

73. Gornett 5fad> 

74. £ronipete 8 „ 

75. (Jlarine 4 „ 

©ritte Slbttyeüung. 

76. Siolon 16 

77. ©ubbag 16 

78. ©alicetbag 16 

79. SMcian 16 

80. (Jedo 8 

81. «agflöte 8 

9tebenregifter. 

a) gür bie §änbe. 

82. 2Ranualfeppef, um ba8 2.9Jcanual) 

83. „ „ „ 3. „ > an ba8 1. ju foppeln. 
°4. n ii ii 4. „ j 

85. 5D?anualfoppel, um ba8 2. mit bem 3. 3Wanual ju foppeln. 

86. <J3ebalfoppel jum 1. 9Ranual. 

87. „ „ 2. „ 

88. Gfalcantenruf. 

89. Jremulant. 

b) gut bie güße. 

90. £ritt jur 1. Abteilung be6 1. 2Wanual8. 

**** tt tt ■*• tt tt tt 

92. „ „ 1. „ „ 2. SKauual«. 

"**. tt tt *• tt tt t* 

94. „ „ 1. „ „ 3. 2J?anual8. 

•»&• »» «< ■»• »» »> /f 

96. „ juin Sdjomerr. 

97. „ „ 1. unb 2. <ßebalmerf. 

98. „ „ 3. ^ebalwerf. 

99. „ „ ©cbroefler be8 Sd>owerfe8. 

(2*Iu6 folgt.) 

Aus Bresöen. 

(SortfeBunn.) 

©er Xonfünfrleroercin bat ben SBerfen ber ©egenwart 
nicbt ganj bie 23erürffid>tigung gefdjenfl, weldje beaufprudjt 
werben tonnte, bocbbat er in bem dargebotenen äugerftroertr)* 
rode ©oben ju &e\)'6r gebracht. Sin äbenb war ber Erinnerung 
babingefcbiebener Stifter — SReigiger'8 unb ©pofyr'8 — 
gproeiot. ©ie 2Bat)l ber Sonftürfe war eine glürfltd>e. 3n 
©pobVa ©oppelquartett Dp. 65) erfannte man bie fiebere 
unc auägefcbjiebene $>anb be« auf biefem ©ebtete tyeimifdjeu 
5DJeifter8. 9teigiger'8 Quartett in £ moU (Op. 173) ift ein 
fcbmungooHe8 2Berf, in melct/eni ba8 ^Jiano — »on$rn.33lajj = 
mann trefilidj erecutirt — inforoeit ein moberne« ©emanb 
trug, als e« bem lonbicbter möglich, mar, fttb) bie ted)nifdjen 
gortfchritte biefeä 3nftrumente8 anzueignen, ©afür, bap 
SReijjiger in früherer 3eitbiefigen@efangoereinen regeÜtbeil« 
nabme gefcbenfr, ja ein gut S^eil feiner beften (Sompofitionen 
fürbiefelbengefdmeben&at, ift iljm ein ebrenbe8 unbbanfbare« 
Slnbenfen bewahrt werben unb ba er Grbrenmitglieb faft jebed 
SJereine« mar, fo bat i^m aud) jeber berfelben eine ®ebädjtniö= 
feier geroibmet. ©er „OrpbeuS" unb bie ©ingalabemie finb 
biefer ^flidjt mit groger ^ietät nadjgefoinmen. 3 urölf ' e & r *nb 
ju bentfeiftungen be8 $onfiinftlert>erein8, fo ift ber 13ftimmigen 
©erenabe W o j a r t'8 f ilr 93la8inftrumente, Sioloncefl unb Son» 



trabag »orjug8meife ju gebenfen. 35er eieren ©äfce unb iljrer 
Sänge roegen mürbe fie auf jroei äbenbe oeitbeilt unb bot ab' 
gefe^en »on Harer, fag(td)er gorm, roie f(bönem ©ebanfeninbalt, 
bui'4 berrlidje £(angu)irfung unb ungemein treffliebe Sluöfüb» 
rung, an ber bie $p. i'auterbacb, gorfert, ÄB(jf(bte, 
SBerger, ©tein, ^iebenbab,(, ^»err, SBörner, Üorenj, 
©d>litter£au,2)cüllet, lief uubÄe^l partieipirten, einen 
b>ben ®enu§. IDie luffübrung biefe« SBerfeg burdj ben 2on« 
fünftlerverein ift um fo oerbienftli^er, al8 ol^ne bie auögejeid)» 
netenffräfte, wetebe bemfelben jur SJerfügung fteben, eine fola^e 
ni<b,t ftattfinben Ibnnte. ^ier^er gebort aud} Jp ä n b e 1'8 ilSaffer» 
mufif, über beren Sntftebungögef<bicbte un« ßbr^fanber in 
feiner $dnbeI=93iograpb^ie fytil I baö 9?ab,ere mittb>eilt. Sie 
beftebt au« 6 ©äßen unb ift für 2 £örner, 2 Oboen, gagott 
unb Streichquartett gefd>rieben. 3)a8 Sntercffe an biefer JHujtf 
ift meb.r ein biftorifd)e8, benn über bie mufitalijcbe SIu3brucf8= 
roeife ber bamaligen 3 c > t Hnb mir b^iiiläiu^tcb im Staren. 
SRob. ©tbumann'8 Slaoiertrio in © moll (Op. 106) erfüflte 
mit tiefer 2Beb,mutb^, benn e8 trägt fd)on bie Ü)Jerfmate einer 
?eiben8jeit an fid>, bie ein graufame8 ©efdjicf über ben Ion» 
bidjter »erbängte. 2lu8 biefem @efia)täpuncte mugte unfere 
ganje I^eilnabme bem Ürio jugeioenbet fein. 2)en geinben 
be8 ©cbumann'fd)en @eniu8 mar e8 natürtieb eine »illfom« 
mene©peife. ÜDeSfelben ÜJleiftere^^antafie in Sbur (Op.17) 
unb 93eetb|ooen'8 ©onaten in ©8 bur (Op. 31) unb 6 mott 
(Op. 111) mürben bureb $rn. 33 lag mann in »oüenbetet 
SJBeife mtebergegeben. ÜKänniglicb unb fiegreid) b^at biefer 
ßünfiter geraume 3 e '* ba * panier emporgebalten unb alle 
feine bebeutenten Äräfte mie feine reidie anteiligen} baran 
gefefet, un8 mit ben größten unb fd^önften Söerten SBeetb,o» 
oen'8, Sb]opin'8, ©d)umann'8 unb Sifjt'8 befannt ju 
madjen, gern unb oft aud> fein lalent bem ÜDieufie älcojart'fl 
unb $a»bn'8 gemeint. Slntaften fonnte man feinen S'ünfHer« 
beruf nid)t, aber !(einlid> gemäfelt b^t man an ben SBerfen, 
bie er ftd> j«m SJortrag mäblte, »erfannt bat man all ba8 
^eb^re unb ©roge, n>a9 biefelben aue^eiebnet, »erfümmert bat 
man iljm bie (Sb" unb^lu8jeid)nung, bie ibm gebührt unb ent= 
jogen fomit bie JJebenStuft, in roeldjer ber Hünftler atb.met unb 
gebeizt, ©öden mir barauf oerjicbten, ©d)uniann ju boren, 
um un8 nid)t bed fubjeetioen 3ßobtgcfaQen8 bejüa^tigen ju 
laffen? ©ott Jpr. Slagmann aufboren, in ©d)umauu ju 
tere^un, xoaS bebeutenb ift unb fein offentlicbe8 Söefenntnijj 
barüber einftcQen? ©oll SBeetbooen allein un8 ein reicbeS, 
tiefeS ©eelenleben erfcbliegen bürfen, jcbe8 r.erroanbte Streben 
aber al8 Iranfb>>fter JWidjtitng angebßrenb uerpönt fein? — 
SHöge ftd> $>r. 331agmann nicht beirren laffen unb überjeugt 
fein, bag feine ?eiftungen auf biefem ©ebiete ebenfo oerbienft» 
lid) at8 erfpriegtieb finb unb ibjn ber märntfte 3)anf gar oieler 
9JJufifer unb SWufiffreunbe ermiitc)igenfc jur ©eite fteb^t. — 
Soltmann'8 ©treidjquartett in @ moll (Op.35) würbe (jum 
erftenmale) ebenfaü8 im lonfünftteroerein r-orgetragen. ©olibe 
3)urcbfübvung unb©ebaufentiefe jeidjnen biefeS Sffierf aud unb 
fiebern bemfelben einen Gbrenpla^ in biefer ©attung. ©cm 
erften ber »ier ©ä^e wollte man ben SSorjug cor ben bret 
legten geben. (S41uS fe i 9 ,.) 

Wiener Briefe. 

Conrertberid)t. 

I ®roße Ordjefler« unb SSocatconcerte. 

(BotfftSuiifl.) 

Unfer „SWuftrr-ereinS« ober @efellfd)afteconcert" ift bt« 

fefet mit jtoei iJb^aten in ba8 gelb gerücft unb eb. rent>oQ au« 



109 



bemfelben ljerBorgeganjjen. Wie in 3b«r 3 e **f c ö r »ft fd}° n 
längft erwähnt, tft £ erbe cf an $e Urne« berge r'« Stelle al« 
Dirigent ber großen Drdjefterconcerte getreten. Sie tennen 
mid) tängft al« Einen, ber über allem "ißarteigebränge unb«©e« 
triebe fid) ju erhalten fudjt. 3d) fd)äge unb liebe ba« ©ute, 
uo unb an wem e« immer ju finben. ©o babe id) beim — 
namentlich, in fester 3"t — bem Wirten 4>el(me«berger'8 
lebhaft ba« Wort gerebet. Diefe« galt junad)ft feinem gein* 
gefüble in ber ©lieberung ber ßoncertprogramme. Deufelben 
SJorjug räume id) na<b wie cor unferem treff lieben £erbecf 
ein. 3<b nenne tyn, ob^ne auf ftet« mißliebige SBergleidje ein» 
jugefyen, einen ffünftler tooll eblen, reinen Strebend. Dbne 
naebbinfenbe 9? ücfblicfe auf feinen fd)ägenöwertben Vorgänger, 
nenne id) > — geflößt auf fein bisherige« Wirten — aueb $er« 
beef einen SDcufifer ton £act unb ©barafter unb einen eben fo 
geübten wie cerftänbnißDoHen Dirigenten. Da« erfte Eoncert 
begann mit ©djumann'« „Saflaben bom ^ßagen unb ber 
ffbnig«tod)ter ", unb fdjloß mit ber aebten ©ompfjonie 33eet« 
hoben'«. 3 ro 'f c ^ en tiefen beiben ©pigen brachte ber ©ing* 
»erein (Jb,öre oen 3uliu« ÜJcaier unb 5Wenbel«fobn. Die 
Sb^öre, ba« Ord)efter unb bic männlidien ©oliften waren beiben 
©cbumann'fd}en5BaflabenibrerSlufgabeoollfoMniengewad)fen. 
Ein eigentümlicher Unftern waltete jebod) über btn Veiftungcn 
ber weiblichen ©oliften. Diefe wollten niebt fo reebt in«3«ug 
geb^en. Daju tarn nod) ba«3ufpatfommen einer ©olofängerin. 
Diefe mußte, ba bie 3 e '* brängte, fo gut e« eben ging, erfegt 
werben. Dafyer fo mandje« 3 er f a ^ cene m oer Wiedergabe 
biefer eben nietet auf flauer $>anb liegeuben Partie. Ott ber 
„Siebten" war e« namentlid) ba« finnige Setoneu be« b' er f° 
mäcbtige ^Sulfe regenben bumoriftifebeu Wefen«, ba« unferem 
»aeferen £)rd)efter fd)on lange nicht fo geglücft, unb feit 9c i» 
colai wol con feinem Dirigenten tbm fo nar;e gelegt worben 
ift, wie bie«mal unter Jjperbecf« Leitung. — Den ^b'bepunct 
be« jweiten @efellfd)af töconcerte« bilbete nnftreitigbiefdjwitng« 
fräftige, lange genug miberbient im ©taube unferer Streb ibe 
gelegene E bur • ©bmpbonie ©d)itbert'«. SBerfe foleber 
grifdje fönnen nie oft genug geboten werben. Ueberbaupt tbut 
e« in Wien nod) immer 9Jotb um eine burdigreifenbe Slner» 
fennung ©d)uberf«. Slußer einigen bunoerttaufent-mat ge« 
fungenen fiebern wollte unb will bi« jegt nod) immer nid>t« 
©djubert'fdje« fo red)t ©oben bei un« faffen. Slußerbem 
bradjte biefe« Eoncert nod) eine bonSffer gefd)ictt infirumen* 
tirte SSadj'fdje loccata mit großer Wirtuug. Sölinber am 
fJlage war £. Wl. ». Sßeber'« gerabeju unbeceutenbe Üuber» 
Iure ju „Slbu $>affan". ©ans unb gar »erfeb't war enblid) 
bie ©teÜnng eine« Duette« au« Wagner'« „gliegenbem $>ot* 
länber". SOceifierroerfe foldjer Slrt wollen al« ©air,e«, nid)t 
au« bem SJerbanbe beffelben geriffen, bargeftellt werben; aud) 
fiebert ibnen nur bie S3iibne, für weld)e |'ie gefd)iieben, ein 
»oDe« Serftänbniß. Der Wiebergabe all biefer gut unb felbfl 
minber glücflid) gewählten Sonfiücfe ift aber ^räcifion unb 
©djwung nacbjurüb.men. Die« £ob gilt nainentlid) ber ©änge« 
rin Srau Duftmann, bem Ordjefter unb beut Dirigenteu. 
Der ©änger bingegen, ^r. Stubolpb. ift Slnfanger in biefe« 
Worte« niebrigfter SBebeutung. — Der ©ingrercin, ungefabr 
feit 3ab.re«frift in ba« ?eben getreten unb unter fierbect'« 
äegibe gefiellt, b.at mit feiner erften bie«|äbrigeu 2bat einen 
glanjenben grfolg geerntet. Obenan ftebt in biefer £in|id>t 
bie feinburdjbilbete Sßiebergabe ber bervlidjen 9Wanfiebnui|'if 
Don $1. ©ebumann. ©ie bat einen (Sinbruct waebgerufen, 
ber an nacbb,altigcr fftaft unb Xiefe feine« ©leiden fauin fin« 
ben bürfte. fjragen ©ie " ' " ' 



©anjen am 5D?eiften gejünbet! 3tij fönnte Oijnen barauf nur 
mit bem Worte: „SlQe«" antworten. 9cur bebauerte id» für 
meine 'JfJerfon ba« ju fpäte Eintreffen be« »erbinbenben ®e= 
biebte« con SR. ^5obl. Da« an beffen ©teile gewäblte bat 
jwar einen gewanbten b.iefigen Dichter, $>rn. Nürnberger, 
ium SBerfaffer. Diefer Wann ift aber fein ÜJJufifer. ©ein 
Ztft würbe baljer bio« ben Worten Snron'«, bod) nur im 
adgemeinften ©inne benÄIängen ©djumann'S geredjt. Wolle 
im gaße einer jweiten Sluffiibrung , j , s IWanfreb'«" boeb auf 
$ob.l'« mittlerweile eingetroffenen »erbinbenben lert Söebadjt 
genommen werben, bem ba« Job innigen Serwacbfenfeiit« mit 
Worl= unb 2onbid)tung unumfd)ränften ©inne« nacbgerübmt 
werben fann. Die Jeiftungen be« Declamator«, $>rn. ?e« 
»in«fi, wie jene be«Sb°re« unb Orcbefler«, waren gaiij ©in« 
mit ibrer Aufgabe, tlud) bie« Job büntt mid> ba« fräftigfte. 
Wie fdjwer hierbei aud) ^erbeef'« SJerbienft in bie Wagfdjale 
falle, ift felbftuerftänblicb. Um biefen mäcbtigen ©tamin öon 
fernbuftiger üKufif ranften fid) in biefein Soncerte al« fd)öne 
Cpb^eupflanjen s Dienbel«fob,n'« 98. ^falra unb jwei SJocal« 
d)öre „9tubctbal" unb ,,©d)ön 9?ob traut", erfterer au« üJJen» 
bel«fobn'«, Unterer au« ©d)umann'«@eifieberoorgegangen, 
in wirffamer 3eid)nung empor. — Unbefümmert um bie 3«it« 
folge unferer großen Ord)efter« unb SSocalconcerte, will id) 
juerft aü berjenigen gebenfen, an beren ©»ige $erbecf ge» 
fteQt war. Dabin gehört nun juerfl im tollen ©inne bie inu= 
fifalifdje ©d)iQerfeier ber SfünftlergefeUfcljaft „ßoncorbia", 
tbeilmeife aueb ba« erfle bieüjäbrige Soncert unfere« ÜRanner« 
gefangtjerein«. Da«Äünftlerroncert, conffünftlern bemftünft« 
ler gefbenbet, würbig eröffnet mit 33eetbox>en'« Ou»erture 
Dp. 124, braebte im weiteren ©erlaufe »iel be« ^eruorragen« 
ben au« Sd)iller'« Sieberfcbage. Diefer war tbeil« burd) 
9Äenbel«fobn („Sbor an bie Äünftler") tbeil« bureb ©d)u» 
bert („ber Äaiubf", „bie Erwartung" unb bie „©rubbe au« 
bem Sartaru«", lefctere« Sieb mit großer Wirf ung »on ©tob« 
inftrumentirt) in« ÜWuiifalifcb" WeibecoUe überfegt. Der 
©d)lup würbe mit einer ioar;rbaft efclbaften, gefdjraubteu, 
gebanfenlofen gefteantate gemad)t, weld)e ber 8lllerweU«com= 
bonift be3 „^Srobbeten" unb „ÜJorbftern" eigen« $u biefer ©e« 
legenbeit bieber eiugefanbt batte. Wa« ta geboten würbe, trat 
in fünftlerifd) burebreifter unb fd)Wungooller Darfteilung ju 
STage. $erbed"« Serbienft fommt b,ier Slngefidjt« ber orebe» 
ftralen ?luffiibiung i)oi) genug an3ufd)(agen. Jpatte er bod) 
einen Äüuftlerförcer ^weiten 9iange«, eine burd) tagtägtiebe« 
Slbfpielen ton ^Soffeumufifen entnerote 35orftat>ttbeatevcapetIc 
ju befebügen! Dennod) flappte Sitte« im ©inne feiner, groß» 
ftribtifeber S3i(buug. Daß ju bem im ©anjen guten Erfolge 
biefe« ©diiüercoucerte« einerfeit« ber „aKänuergefangoerein", 
aubrerfeit« ber Äern unferer beften ©olofdnger einen erbeb« 
lid)en Beitrag geliefert, mag fdjließlid) nod) bemerft werben. 
Minber glücflid) war ba« Ergebniß ber erften bie«jäbt'igen 
Z\)al unfere« Süfännergefangoerein«. Daß mittelmäßige 
Dugenbarbeiten felbfl in forgfaltigfter Wiebergabe abprallen 
muffen, liegt am läge. Htleiii felbft über loirtlid) ©utem, ja 
$>errlid)em, ba« an biefem cerbäiignißoollen borgen un« ge« 
fungen würbe, fdjwebte ber Unftern einer gewiffen apalbifd)en 
Äälte. Dal)in gebort u.Sl. ©abe'« in glücflicber bumoriftifeber 
©timmung geborener Sb or „Warnung cor bem SKfjcia". Eben 
fo wenig bat im« bieämal ©djubert'« „©eifterebor" berührt. 
Da« berrlicbe 58rud)|"tücf für 93aritonfolo unbEbor au«©d)u« 
mann'« „©encocoa" maebt außerbübnlid) eben fo Sia«co, wie 
ba« an fid) prad)tootIe, aber unpaffeub gemäblte „©teuer* 
" ~" " länber". ©poby« 



110 



reijenbe«<Soloquartett: „9? afttofe Siebe" mar bie einzige @abe, 
toelc^er ein »acjreö ^Durchgreifen nachgerühmt toerben fann. 
SBicn ift mit feinem ©pobjcultu« gegen anbere beutfdje ©tobte 
fet)r im SRürfftanbe. @« bat manche ©djufb an jenem ÜKanne 



ju titgen, ber cor nidjt gar fo langer Qtit in feinen SRauern 
getoirft, unb ebenba ber frifcbeften ©änge einen — ben„^auft" 
nämlicb, — gefd)affen tyat. 

(Sottfcfung folgt.) 



JUetne 3ettung. 



(Eorttfpon&cnj. 

*Trip)tg. Sttn 5. SRarj mürbe im ©ewanbbaufe jum SSeften be« 
Drcbefler'^enfton8«gonb8 „Sa« ^Sarabie« nnb bte $ert" Bon Stöbert 
© 4 u m a n n aufgeführt. Ser SBefudj war überraftbenb ftarf, ber Gr« 
folg be« berrlie^en SEBerfe« trofe nic^t eben febr lobenswerter Surcb« 
führung mehrerer ©olopartien wieber, wie bei ben früheren Suffüb» 
rungen, ein überau« bebeutenber. Sßenben wir uns, ba bte Stiftungen 
be« Drtbefler« betannt ftnb (bie freilieb bieSmal nid)t burebau« auf ber 
©Bbe be« SBerte« ftanben) unb bie Sböre jebenfall« ibv S.fte« gaben, 
wenn auch in S3ejug auf 5Hetnt>ett unb ^räcifton an inaneben ©teilen 
ju wünfeben blieb, fogleid) ju ben jablreidjen ©oliften. grau Sürbe« 
91 e p fang bie^eri. ©ie war niebtgut bi«ponirt, betonirte in ber beben 
Sage nidjt feiten unb lieg in ber unteren oft gräßere Äraft bermiffen; 
ba« ©eelenoolle it>rer Aufgabe unb bie »abtreiben feinen Nuancen 
traten nur feiten beroor, bie ©lutb ber Smpfinbung feblte; bod) ifl 
bierbei ju berürffid)tigen , baß ihr jum (Sinftubiren ber bebeutenben 
Partie nur verbältnifjinägic) Wenig 3eit gegiinnt gewefen. Saß ibre 
»irtuofe Xecbnit Sinjelne« ju bBcbfter SSirtung brachte, brauebt wol 
niebt erft gejagt ju werben, unb bie große Sßärme im ©aale tbat gewiß 
noch ba« übrige, eine »olle ©ntfaltung ber bebeutenben SBittel ju ber» 
binbern. grl. 3ba Sannemann trug namentlich ben ©efang ber 
SBraut: „O laß mieb bon ber Suft burebbringen" mit tief ergreifenber 
Smpfinbung bor unb machte barum aUerfeit« einen lieblicben, erquicfen> 
ben Sinbrud. grau Sreofcbocf genügte; bie Partie war für ibre 
üTtittel mebrfacb geänbert. §r. 2Rufif>Sir. 3obn au« §alle, ber 
fdjleuttigft an ©teile unfere« beifer geworbenen SBernarb bie Xenor« 
Partie übernommen hatte, entwidelte eine tücbtige ©d)ule, im ©anjen 
wäre eine feinere, innigere Sbaratteriftit unb Slccentuatiott ju wünieben 
gewefen, bocg war feine ?eiftung unter ben gegebenen Sßerbältnijfen 
recht anertennenswertb. $r. Sertram jeigte in jeber söejiebuug, baß 
er feine ftbwierige Aufgabe erfaßt batte unb fang »orjüglich ba« Heine 
©olo be«@ünber« unb bie wenig banfbarc 92aturfcb.ilberung im britten 
Xbeile mit SBerftänbniß unb (Sorrectbeit. 

fripjia. Sie britte Aufführung be« Silettanten»Ord)efler« 
8} er ein« tm großen ©aale be« ©djüfcenbaufe« batte am ll.äRärj 
Wieberum ein jablreicbe«, gewäblte« publicum »erfammelt, ba« bie 
mebr unb mebr anerfennen«wertben Stiftungen febr beifällig aufnabm. 
Sie Ortbefterfliide: Ouvertüre jur „Qntfübrung au« bem©erail" unb 
bie ad)te ©bmpbonie in SB bur bon $apbn jeigten namentlich in SBe» 
jug auf ba« «Streichquartett ein präeifere« 3 u f a mmengebcn , fefteren 
ßinfa^, größere ©id>erbeit unb barum aud) bebeutenbere Slangfülle; 
bie Segenfübrung ift gleicbmäßiger geworben, bie leibige SBeweg'lia)tett 
bat einem Esprit de corps, einer rubigen Haltung ^3Ia^ gemacht unb 
wenn in ben langfamen ©äfcen noch mebr ©röße bc« 8u«brucf« ju 
wünfeben bleibt, fo tonnen bocbbie3lllegro«[cbon jiemlid) beliebigen. — 
grl. SBaernewod fang: „©IBdlein im Xbale" au« „(Suroantbe", 
„Ser Neugierige" bon ©chubert unb „©uleita" »on SWenbel«* 
fo&n tecbmfcb fauber, aber ebne Smpfinbung, unb ein 3)2itglieb be« 
SBerein« fpielte bie Sab ib'fdjen Variationen über ba« „i'ob ber 
Ibränen" red)t beifällig. 

fpari». 5». SS a g n e r'« $roject, eine feiner Opern bier jur 2(uf • 
fübrung \u bringen, fepeiterte für ben Moment an ber Unmüglicbteit, bie 
jur 3J{itwirtung eingelabenen beutfeben Itünftler unb Äüiiftlerinnen an 
einem paffenben 3e>tpunct ;u bereinigen. ©« ifl inbeß eine äBenbung 
eingetreten, welebe jene« erfte^rojeet überbaupt überflüffig mad)t. 2>er 
Äaifer bat nämlid) cor wenigen lagen ben SScfcbl gegeben, „Xann» 
bäufer" in ber großen Oper jur Sluffübrnng ju bringen. Siefer glütf = 
lid)eUmftanb überbebt SB agn er natürlich jeter weiteren Söemübung. — 
2lm y. Tläi\ fanb $. c. 3)ülow'8 bierte« Soucert ftatt, in bem er 
Cp. 57 bon SBeetbocen, 9Jomauce eon ©ebuntann unb einen 
©cbutert'icbcn 2i.'a 
unt ÜJienuett au« £ 
»onäJiojart unb@ 



außerbem jum ©eblnß Sifjt'« Xannbäufer»Xtan«fcription unb 9ta« 
toc)9>9Rarfd) fpiette. Stefe« Soncert war ba« glänjenbfle bon allen. 
$. o. ©ülow begiebt ftd) nun nad) Utredjt, wo er am 14. in ber 
„Mutua tides" auftritt. 3n Stmflerbam wirb er einer Stuffiibrung 
be« 2ifjt'fd)en „Xaffo" beiwohnen, unb bann nad) *f5ari« jurüct« 
lebren, ba er — ber erfle beutfaje Sünfller, bem biefe Sbre ju Xbeit 
wirb — eine Qinlabung bom taiferlid)en §ofe erbalten bati bort ju 
fpielen. ©päter gebentt er nod) in SBien ju concertiren, unb wirb 
nad) Oflern ba« jährlich ftattfinbenbe Soncert ber Süiebiciner in $rag 
birigiren. 

ßtrlin. 3m britten Slbonnementconcert ber ©ingatabemie tarn 
am l.SKärii ba« Oratorium „Abraham" Unterteilung be« (Somponiflen 
^»rn. äßartinClumnermit bem Siebt g'fdjen Drd)efler jur äuPb* 
rung. Jpr.SB lumner bat in biefemSJertegejetgt, wie bebeuteubegort« 
fd)titte er in ber Compofitionäfunft gemacht, ftätte berfelbe mehr ben 
hanbelnben, al« ben leibenben unb fd)wer geprüften Abraham befut« 
gen tonnen, wir ftnb überjeugt, feine arbeit wäre nidjt nur eine gute, 
fonbern eine »ortrefflidje geworben, ©o mußte er aber Bfter« bte tejt« 
lieben ©thronten burebbreeben. Seffenungeachtet erbalten wir junacbfl 
nur ein negatibe« Silb »on bem hanbelnben gelben 3Ibraüam. Saju 
tommt noch, baß ba« Oratorium burd) 9}ebenfäd)lid) teilen eine viel ju 
große 9lu«bebnung erhalten hat. @« währte gerabe 2 3 / 4 ©tunben. 
SBiU ber (Sompomfl feinem Oratorium einen bleibenben Söertb »er» 
leiben, foflreicbe erfowol im erften wie im {weiten Xbeile Serfcbiebene«. 
Söenn bem Steinen aud) 3llle« rein ift, fo wünfd)ten wir namentlich, au« 
bem Oratorium im jweiten Xbeile ba« ju wenig äftbetifcb fituirte 9te« 
titatio ber ©arab unb be« Abraham: „Ser ©obn ber §agar bon 
©gbpteu" unb ba« Ouintett, weld)e« Jpagar, 3«mael, ©arab, Sliefer 
unbäbrabam fingen, wegjulaffen. Sie^anblungunbbie'I'iurttwflrben 
baburd) bünbiger unb bebeutent gewinnen. Xev (Somponift wirtte am 
großattigften mit feinen fugirten fibören. Srinnern einige, wie nod) 
anbere '»äfce, aud) an ^änbel'ä unb äJcenbel« jobn'« ©tpl, fo hat 
§r. SB lumner bodj al« gefdjidter 3nftrumentaltft ge;eigt, baß er aüe 
Seiltet moberner Schreibart anjuwenben oerftebt. iHatnentlid) ijl bie« 
ber gatl bei bem Sbor ber htmmlifd)en $eerfebaaren, welcher bie 3er« 
ftb'rung SobomS unb ©omortba« febilbert. )prn. ©abbatb'« fonft fo 
fonorer ^Bariton tlang in ber Partie be« Abraham wegen Unpäßlicbteit 
ein wenig alterirt. grl. iBaer, eine uujerer au«ge)eid)netften Slltiftin* 
nen, fang bie ©arab mit eblem Slu«brud unb »ortrefflicher ©timme. 
Sie^iJp.b. töfen^S8ennewi(} unb Dr.OTüller, bie Samen ^Jech» 
mann, grieblänber, $oppe unb ©trabl trugen mit loben«» 
wertbem Sifer burch ihren ©olo-Sejang jum ©elingen be« Oanjen 
bei. Sa« ganje Söert war »om Sompontften, welcher jweiter Sirigent 
ber ©ingatabemie unbalfo nicht mit bem turjltd) in b. Söl. befprochenen 
^Jianiften ©igismunb S'.umiter ju oerwecbieln ifl, febr gut ein» 
flubirt. SBie wir hören, wirb in ber näcbflen ißoebe »u einem wohl» 
tbätigen 3wede eine wteberbolte äuffübrnng biefe« Oratorium« in ber 
©ingatabemie mit benjelben Äräften ftattfinben. Xh- Stöbe. 

3m ijaag. Sllfreb 3aell, ber nun jum fech«tenmal Jpollanb 
befud)t, ifl bereit« in jweiSoncerten bei un« aufgetreten unb jwar, wie 
©ie fich benten tonnen, mit einem wahrhaft riefenbaften Srfclge. 8m 
8. 3J(ätj trug er im fiebenten Soncert ber Diligentia ba« £« bur« 
ffioncert oon ißeetbooen, eine Soncert'Stube oon i'ifjt, ein ilioc* 
turne unb SUaljer oon &bopin, außerbem jwei eigene Sompofttionen 
cor, bon benen er bieSinorab'Xranefcription datiapo fpielen mußte; 
am folgenben Xage mußte er in ter Eruditio musica biefe (entere unb 
bie Somcrt-Qtutte bon l'ifjt ebenfall« wieberboten unb nad) feinem 
Galop phantastique erhielt er »om Ortbefter einen breimaligen lufeh. — 
95on beroorrageuber iBcbeutung waren übrigen« aud) bie Ortbefter« 
ftücte beiber (Soncerte. 3n letzterem tarnen: 4*eetho»en'« (Stoica, bie 
9Banfreb=Cut'erture »on©cbumann unb bie »on iDcenbel«fobn 

in ber Diligentia außer ©ab e'8 
it „.^ermann unb Sorotbea" »on 
1 jur Aufführung. £r. ©tod« 



111 



Raufen war in berEruditio Sranfbeit« b>(Ber ausgeblieben, an feintr 
©teile »irrte eine italienifd* ©ängerin grl. 3ncli mit. — Saett 
wirb bei un8 nodj einmal concertiren unb bann junädjfi SSmfler« 
bam, Utrecbt, i ebben befugen. 

ConDon. 8m 23. gebruar tarn in ber IBnigl. englifdjen Ober 
SB. 83. SBallace'* : „SoteleB" jur erflen «uffübrung. ©ie Warb mit 
entbuftaftifdiem SBeifaü be« »«Ken Jpaufe« aufgenommen unb barf 
at« bie befte englijdje Oper ber legten 3<«t angejeben »erben. Der 
Äritiler ter „Musical World" fpridit fidj in ber Times befonber« an« 
ettennenb barüber aus. ©etanntlicb finbet »or biefem Referenten, Ra« 
meng Dabifon, eigentlid) Ridjt« ©nabe, al« bödmend ba« ^iano« 
fortefpiel feiner grau Arabella ©obbarb, unb fein ?ob fällt alfo 
in biefem gälte um fo fetterer in bie SiSagfibale. Sfc)ei ber erften Auf« 
fityrung mußten nidjt »eniger al« fieben Rummern auf ftürmiftbe« 
Serlaugen »ieberbblt »erben. 45i« jegt ift bie Oper aüabenblid) »ie« 
berbolt »orben unb botb. bat ber Slnbrang »egen SiHet« nodj niibt 
einmal »otlftänbig befriebigt »erben tonnen. Da« 83erlag8re(bt für 
3)eutfd)lanb bot 3. ©d? ubertb & Eomp. erworben. — 3m Uebrigen 
\>obt i<b 3bnen *on bier SScnig »on SÖidjtigteit ju melbtn. Die tBntgl. 
ttalienifd)e Oper »irb mit bem „greijdjüfe" eröffnet »erben; aud) 
gilicien Da»ib'« „$erculanum" gebt nod) in biefer ©aifon in 
fecene. 93on Dublin lief jüngft »ie Racbtiibt ein, bafj fi<b grl. S|Hc» 
c o 1 o m i n i , bie aud> in D e u t f <b 1 a n b betonnte Sängerin, mit einem 
italienifdien Ebelmann »erbeirathet habe. Dr.SÖBlbe führte im legten 
»bilbarnicniicbcii Eoncert ein red>t intereffante« Programm »or. Unter 
änterm jpiclte grl. Warte SBied an biefem Sbenb ba* 2Renbel8« 
[obn'fdje ® moll«, Jpr. 33 lag rotte baS ©pobr'fdhe Eoncert in 
E moll, üegterer ba« burdi 3oad>im'« »crjäbrige Üeiftung nod? in 
guter Erinnerung gebliebene j<b»ierige SSÖert tedinifd) fertig unb mit 
glänjenber SBortrag«weije. <ßiatti führte S a d>'8 ©arabanbe unb®a« 
uotte auf bem SHoloncell untabelbaft burd). JBeetbooen'8 35 bur« 
©ömpbcnie bilbete bie ©pitje ber Ordjefterttorträge. 

Stettin. 2Jcuftt=Dir. ©. gtügel bat bereits begonnen, Bier, an 
feiner neuen 2ßirtung«ftätte, eine rege Xbätigtcit ju entfalten. 3m 
legten ÄoßmalB'fdjen äbonnement;oncert am 2b. gebruar trug er 
ba« E« bur«Ecncert »on 33eetbo»en »or unb iwar unter bem leb« 
bafteften Setfall. Er ift jegt mit ber Errichtung eine8 Äinbendjore« 
für bie tiimgl. ©<blofjiird)e befeb. äftigt unb »eranftaltet außerbem jur 
©rünbung eines gonbfc für eine neue Orgel in genannter Strebe mufi» 
talifd)e 33e«pern, für bie ftcb bereits eine rege iöe'tbeiligung eingefunben 
bat; es f ollen barin tireblicbe @efang«ftüde älterer unb neuerer j&tH 
mit OrgelBorträgcn ab»ecbfcln. Da« neue Oratotium »on E. l'öwe: 
,,^3olu« »on Stella", ju tem ber betannte £iftorifer C-iejeb recht 
einen jtemlid) gefdjniarilofen Xert gefebrieben, bat bier cor Siirjem. bei 
feiner erftmaligen aupprung »enig Erfolg gebabt 35ie 9Jiuftt bewegt 
ftd) nidjt feiten in trioiaten ' £an)rbbtbmen unb tann an mandjen 
©teilen als ein Mixtum compositum oon jiemlicb, ge»öb.nlicb.ein @e« 
fd)mad unb aufjcvlitbem Effect betradjtt't »erben. 

Clbmg. ?lm 28. gebruar tarn eine ber bebeutenbfien Xon« 
fdjBbfurtgen unferer 3«<t, ©d)umann'8„'ßarabies unb bie^Jeri", fei« 
tens ber ©ingatabemie untet Begleitung be« «oQftänbigen OrcbefterS 
unter Sirettion be« §rn. 2Hufif*25ir. Samrotb b«r J«t Äuffüb,« 
rung. Die grofjen ©dj»ierigteiten, »eldje ben ©oti, ben Ebören unb 
bem Orcbefter »,uge»ie(cn finb, maren bei präiifem Einjage, reiner Xon« 
fübrung unbaufmeitfainer, bisereteriPeg!eitungber3nftrumente taum 
»abrjunebmen. Unfer roaderer Dirigent ift bureb bie lebbajte Sner« 
teunung beS jablreidj oerfamnielten ^ubitoriumS veranlagt »orben, 
ba« an bie„^Peri" in mufifalifd;er pinftd^t fid) anrei&enbe Sßerf ©d^u» 
mann'«: „Die Pilgerfahrt ber Diofe" jur atupbrung »orjubereiten. 



Eagesgerc^ic^te. 

Reifen, Conrerte, Cnaagemenl». Der Xenorifl äöaebtet fanb 
Bei feinem ©aftfpiel in ©rauufdtreeig entbufiaflifcb,e 3tufnal)me. 

3n Darmftabt bat ein lenorift O. I'. SBolterS aus §am-> 
bürg, ©dbüler be« Äammtrjänger« E. Äodj in Cbln, bebutirt, unb 
aWSorenjo in „gra Diasolo", fo»ie al«@omej im „9Jaditlager" auf3er« 
orbentlitb gefallen. 

Der t. üflerr. Sammerfänger ©eremia 93ettini ift nadj S3een« 
bigung ber ©tagione in 9tom nad) gtorenj abgereift, jeboeb. für 
9iom ein neue« Engagement mit erbebtem Honorar eingegangen. Er 
fott einer ber auSgcjeitbnetften Xenoriften ber ©egen»art fein. 

9tad>bem pdj in DreSben Bor Äußern ber Siolinfpieler 91 ab» 
bolbi mit SBetfatt ^atte <»3ren laffen, »eranftaltete ein jweiter ©eiger, 



SCIeranber Eaforti, am 3. SHärj ein eigene« Sonecrt, in bem tr 
eine $bantafte eigener Sombofttion unb ben $erentanj »on $aga< 
ni«i fpielte. Er foff einen „deinen, aber »eichen unb angenehmen 
Xon, eine febr anertennen«»ertbe, geraanbte Xecbnit, 2l»lomb unb 
Seiitigteit ber SBeljanblung" beftgen. 

Da« legte ©bmpbonieconcert ber fünigl. ^ofcabeHe in DreSben 
bradjte ©abe'8 „ s J!ad^tlänge an Offtan", Serlioj' Ouvertüre ju 
„Sentoenuto EeUini" unb an ©ompbonien bie in D bur ofjne Menuett 
oon SlRojart unb bie in 9 bur oon 93eett)o»en. 

3n 3»i<f au fanb am 4. SDJärj eine erfle murilalifdje ©oirte ber 
$p. Smanuel filigfeb unb $aul gifeber ftatt, in ber biefelben 
8if jt'« fpmpbonifdje Didjtungen: „OrpbeuS", „Xaffo" unb ,,$rome« 
tbeu«" auf j»ei Elaoieren bortrugen. 83on Erna nuel Äronad) 
teurben oier lieber mit <ßianofortebegfeitung gefungen. 

3n ©tettin fang »or jturjem bie in b. S31. fo^on BfterS er» 
»äbnte Slltifitn grl. 21 bertin e iKieoer. 3uEb<mnig unb grei« 
berg conceitirte bie 33iotinfpielerin Slofa b'Or, an erfierem Orte 
im ©tabttbeater. 

3Ungft tarn in einem Eontert ber tBntgl. JpofcapeKe in ©tutt« 
gart ©djubert'« E bur«@vmpbonie jur erften äujfübrung. 2n 
beinfelben 3lbenb fpielte ©peibel in ber ißbantafie Op. 80 bie 
Elaoierpartie. 

Ülufikfefte, vluffitbrunflen. 3m fiebenten Jlbonnementconcert 
ju $anno»er tarn bie »or iturjem aud) in Hamburg gegebene 
©ereuabe »on 3- S3rabm8 jur Sluffü^rung. ©ie »irb als ein nidjt 
fonirt originale«, iebenfall« aber in Erfiubung unb Durd)fübrung ber 
©runbgebanten feb.r bebeuteubee äSJerl gefdiilbert. 3n beinfelben Eon« 
cert fpielten 3oa$im unb ber «ammermurttu« S. Ettertt bie 3Ro« 
)art'fd)e Symphonie concertante für Sioline unb ©ratfd;e. 

im 11. 3JJärj »urbe in ber ^Berliner ©ingatabemie jum 
SSeften eines Dentmal« für bie ©dbr8ber»Deorient SDtojart'S 
Requiem unter ©tem'« Leitung unb mit ben beften bortigen Kräften 
aufgeführt. 

3m ad>ten unb fecb.«;ebnten Eoncert ber fürftl. ^ofcapeUe in 
2ö»enberg würben eine Sinfonia appassionata unb eine gefloucer« 
ture Dom tonmi. SDlufif-Dir. ©. 2Bid)tl mit großem Jöetfatt unter 
Direction be« Eompontften aufgeführt. 

3m jweiten Eoncert beS Sßiener ©ingöerein« Würben 33eet« 
bo»en'S äHufit ju ben „Ruinen »on •iltben", brei ©dtutnanu'jdie 
Eböre unb ein El?or aus bem Fragment „EbriftuS" »on :Dcenbel«» 
f o b u aufgeführt. — 3n ber borttgen Jpellme* berge r'jo^en Ouartett« 
foiree tarn ein neue« ^ianoforte«Xrio in 33 bur »on Ääßmaier jur 
beifälligen äuffiiprung. 

Ueue unb nrueinftubirtt ©pern. 9m 4. 2Rär» tarn in ber 58 er« 
liner §ofoper jum »iertenmale „Ehriftine" »om ©rafen ». Rebern 
jur Slufjübrung, unb j»ar jum erftenmal mit grau Dr. x oft er in ber 
Xitelrolle. 93onXbcobor Äullat ftnb bei©djlefinger berDtatro« 
fentanj, unb bei griebl änbev eine ^S^antafie au« „Ehriftine" er« 
fdjienen. Der ElaoierauSjug ber ganjen Oper erf(b.eint bei S3ote 
unb 43 cd. 

3n ©otba fanb eine Oper „Der ©raf »on ©leidjen" »on ®. R. 
Dörftling, bem bortigen Söantbirector, freunblid>e Slujnabme; ber 
Xert ift »on Änauer nacb sDtujäu«' 3Jiäljrcfcen bearbeitet. 

58on©uftao *J3reffel ift in Stuttgart eineCper: „Die@anct 
3o$anni«nad)t" jur Suffübrung angenommen »orben. 

f)crfonalnad)rtd)trn. 3" 3)<itglicbern ber Sommiffion für ben 
Reubau eine« $>ofoperntb.eater« in äbien imb bie Directoren Ectert 
unb Va übe, fo»ie bie 'flvdjitetten g b* r ft e r unb »anberRüli er« 
nannt »orben. 

3usteid)mingen, «eforberungen. Die ^ofopernfSngerin grau 
9)ceber«Duftmann in SBien b>t ben Xitel einer t. t. Äammer« 
fängeriu erbalten. 

Dr. 5D{. Hauptmann würbe »or Ättrjem bei einem iSefucb.c in 
Hannover gleidj am 3lbenb feiner Sntunft burd) ein ©tänbi^en be« 
äHännergefangoerein« erfreut. 

9toti). 

Sejüglid) einer in Rr. 7 b. SBl au«gefdjriebenen SDcufttle^rerfteOe 
Bei Obcffa ftnb un« jahlreirt)e 3ufcb.rijten jugegangen. Sir er»äb« 
nen bie« mit ber SBemcrfung, baß »ir eigentlicib, mit ber ganzen ilnge« 
legenbett Rtdpt« ju tbun haben, ba biefelb« burdj bie $enag«banblung 
beforgt »irb, baß nie aber Die barauf bejüglicb.en iörieje fanimtlidb an 
bie legiere abgegeben, ©pecielte antworten »on uns »ollen baher bie 
Ferren Sinfenber nid)t »eiter erwarten. D. Reb. 



- 112 



Intelligenz -Blatt. 



Im Verlage von C. P« MAHNT in Leipzig erschien 
soeben : 

Engel, D. H., Zionsharfe. Geistliche Lie- 
der von H. Elmenhorst, mit neuen Melodien versehen 
von Georg Böhme, I. W.Frank und Peter Lorenz Wocken- 
fuss aus dem 17. Jahrhundert, für eine Singstimme mit 
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mit beso nderer Berücksichtigung der kleineren Orchester, 
sowie der Arrangements von Bruchstücken grosserer 
Werke für dieselben und der Tanzmusik. Als Lehrbuch 
eingeführt am Conservatorium der Musik zu Prag. Zweite 
vermehrte Auflage. 15 Ngr. 

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Faustmusik. 6 Ngr. 

Schwarz, Dr., Die Musik als Gefuhls- 

sprache im Verhältniss zur Stimm- u.Oesangbildung. 6 Ngr. 

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welche mit Eigentumsrecht in unserem Verlage erscheinen: 
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sind ihre Werke von Bedeutung und werden nicht verfehlen, Auf- 
sehen zu erregen. 

J. Schoberth <t GOHp., Leipzig und New York. 



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Ein Musikdirector im 30- Jahre, der sich einen Ruf 
als Componist erworben hat, Orchesterdirigent ist, und 
mehrere Vereine leitet, wünscht seine jetzige Stellung mit 
einer anderen zu vertauschen. 

Auf Verlangen stehen Zeugnisse über Fähigkeiten, 
sowie moralischen Werth zur Ansicht. 

Adresse zu erfragen bei der Redaction dieses Blattes. 



»tattprier JltesiltsMe. 



Mit dem Anfang des Sommersemeiters, den 10. April, können in diese Anstalt, welche durch die Onade Seiner 
Majestät des Königs aus Staatsmitteln subventionirt ist, neue Schüler und Schülerinnen eintreten. 

Die Lehrgegenstände und Lehrer der zur Ausbildung von Künstlern bestimmten Abtheilung der Schule sind: 
Chorgesang: Herr Ludwig Stark; Sologesang: Herr Kammersänger Pischek, Herr Kammersänger Rauscher, Herr Stark; 
Ciavierspiel und Methodik des Ciavierunterrichts : Herren Sigmund Lebert, Dionys Pruckner, Wilhelm Speidel; Orgelspiel 
und Orgelkunde: Prof. Faisst; Violinspiel: Herren Hofmusiker Debnysere und Keller; Violoncellspiel: Herr Hofmusiker 
Boch; Tonsatzlehre und Partiturspiel: Herren Faisst und Stark; Geschichte der Musik: Herr Stark; Declamation: Herr 
Hofschauspieler Arndt, und in besonderen Fällen Herr Hoftheaterregisseur Dr. Gronert; italienische Sprache: Herr 
Prof. Oantter. Zum Ensemblespiel, sowie zurUebung im Orgelspiel ist den dazu befähigten Schülern Gelegenheit gegeben. 

Das jährliche Honorar für den Unterricht in der Künstlerschule beträgt je nach den Unterrichtsfächern 100 oder 
120 Gulden. 

Anfragen und Anmeldungen wollen spätestens bis zum 31. März, an welchem Tage die Aufnahmeprüfung statt- 
findet, an die unterzeichnete Stelle gerichtet werden. 

Stuttgart, im März 1860. Die Direction der Musikschule: Professor Dr. Faisst 

Die 

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Hkflbllttt- imb ffna|>e*nMimRrB ■■. 



U0th, 



&an$ BrenfteC, 8eiantroortItä)er 9tebacteiir. — Verleger: C .f. Xafjnt in Ceipjig, 



ttuntri'fttt ©nA. hmnntli. (*"- H«*iU i> Qmtn. 
So. «*fi*>-l) * W. *•* in «lag. 
Mrttir C°4 i« ^fiii*. 

V«tt« Hifbarfer«! , 31 mini Euüuiic* m Ctotteu. 



**fl3. 

3nmani>futtfjiß|frr Sanft. 



1. 9rlim*iH • tarnt. I» ttt» port. 

f. »ftnnnbc* ia »tot, 

■■*. JnrMii« ia Htnfitaa. 

C »Aäftt ■ *•»>« in U(>iI«b(H>ttB 



3nbt.lt: Ktctnfianra: Satin* Jhwxr, MniffifaTto« CTaatf t«M«$»»e. — Bert. 
fUbr, O*. JB. — HRittytimngeii fliei tlt gnfc« Oigtt ia i« KiceUtttnt« 

BianlFmt «. SR. (g*rHi(treg). — Jtftine 3tttmtg: «orwf peaMai ; Inge*« 
BCf41d)te ; 8trnrtf$!«t. — SnUBiaentMaltJ 



Dnftructioes. 

gilt ^tonofott«. 

Julius Alton:, ÄU5fSI)rrtdjt <If<ipi(r«ütdfjoor in jtoei Steilen. 
(Erfier ItjetI: SRttljobe. Jjmetter £l>U: ©d)ute ber 
Melanit. Petbjta, <£. $. ftabnt. fr. I £b>. 24 Kgr. 

B(forod)tn von £««{0 »Wer. 

Unfrre 3" 1 wirb burm iljre t$eoretifd)en (Errungenfoaf* 
ten ton »eittragenber SBirtung für f ofgenbe (Epodjen fein ; bofl 
Schreit b>t al« ffunft tmt> al3 SBiffenfdjaft, ttie efl fd)etnt, 
einen Ijoijen ©tanbpunet erreicht, unb t9 bleibt jjauptfädjlicb. 
CineS ben folgenben dafcrljunberten cotbe galten: bie redeten 
9Xenfd)en jur Billigen (Empfangnit} ber fertigen 8e$r* 
ntett|oben ju crjieljen, bomit ba« Cerfjattni|j bei realjr^aft 
guten $äbagogen, »rläje ba* ffBnnen, SBoDtn unb 3Biffen in 
befterÄrt innehaben, ein gUnfitgeree »erbe, al6 efi je&t, gegenüber 
ben Sernbegietigen, ift. 6« gebart eben eine langjährige (Er* 
faljrung eine* eingeb,enben ©toba^tet« baju, um bie befielen' 
ben Sefjreroerfcäitttiffe richtig toürbigeii ju tSnnen. -Sd) meine«- 
!b,ette bin ju bei ttebetgeugung getätigt, bafj in biefem, ttie in 
jebetn @ebiete r bie Sfld^tigen fetten finb; ja, idj glaube feft: 
gute Stirer feien eiet feltener ju pnben, aTe gute StünftTer — 
n>aö eigenttid) fttfcflceifiänbti^ ift, benn ein guter Sehtet 
vmfs ou<6 immer ein guter .Rfinftfer fein, ein anäübtuber, gut 
t>raftifd)et ffänftler, Sei er bie« aut^ nui in einem begrenzten 
S9ejirf, j. 9. nur für ben Cfementarunterri^t big an bie SHiU 
telfrafe: innerhalb bedfelben miig er funfttertfeb, unb päba* 
gogtfc^ gebtlbet fein. 9ft bieö nun im Kleinen feiten ju ftnben, 
roie Biet fettener int@ri>f}en! ©q giefct esSe^rer, bie »o( gern 
gut teuren uiB^ten, »enn fte e« nur Bnnten; anbete giebt es, 
bie «8 reift iuc^I tonnten, bie aber ju blafirt, ju bequem baju 
flnb; rbet bie fidj übertäubt erniebrtgt fügten, bag fie lehren 
mQffen unb bie« nnn mit bop^eltem Stbermillen tb,un. 3Wän- 
uer, bie ben ©eruf be« Sefjrerö »on innen i^erfiii^ treiben, bei 
benert fid) ba« ÄSnnen unb sfiliffen boit felbft in leb, tenbe SCßit- 
tb)«(ung für Untere umfe^t; bie i^re 9eb,rmet^obe etwa fo in 
ttr'JJtOliS fittben, Wie normaTr Wttntihrn hfi» (ÄpfirouA ihr^r 



©tnne in jebem esrtotnmenben%erb,altnig: fold^e ÜDiänit* r flnb 
feiten! felbft unter ben befferen Syrern gte&t efl i^rer nur 
Benige, »eil bie Siebe junt ?e()ren, bie gufr, barin Xud)tige9 

Si leiften, bie Steigung jum (Ergrünbett alled Seffen, toa« jmn 
entfege^Brt, fo feiten ju ftnben ift. ^anbwerrtmafjiger 8teb- 
ermerb, in Ermangelung onberer SKittel jnr Sriftenjfriftung, 
pflegt baS $anbtmott9 jum Seb^bernf ju fem, man „f^toinbelt" 
fia) burd) unb — man tann tt, bie „Seute" finb leidjt betört! 
©ie (Ehrenmänner Bom 3ad> aber, meld)e bat Streiten unterer 
Rar erlernten, mßgen getpifj liojt ju übenuncianten an ft)nen 
toerben. 

ÜDtefe 3>arfteÜung fSnnte noe> teeit anAgeffi^rt unb bar* 
Eebenbige ©tifoitle tOuftrirt toerben, bod) laffe id)8 baoet be« 
tpenben, ba meine ttbfid)t nur mar: bie »irdietjen trüben Seben«- 
eerfj&Ilnifft ben gebruitten Eeiftungen im gelbe ber 3Retb,Dben 
gegenüber gu fteQen. öd> tomine nur auf meinen Anfang* ge- 
äußerten SBunfd) jurüd: bafj — in «Inbetradjt unferer jtear 
iab,lreid>en, bod) nur in ber fleinften SJiinoritÖt tüd)tigen 
Selttfräfte — bicBufunft gu ben bor^anbenen guten 3Ket^o> 
ben bie gehörigen guten fl)tenfd)en ^eranbilben mBdjte. 

2Ban wirb b.cffentlia> nie eine aOeiugfllttge 3)tet^cbt tt* 
fittben! benn bie* afirbe nur iJeugnifj einer geiftigen 83ttar« 
tnung ber metb.obifirenben dnbtsibuen fein. Sie gönnen ber 
nTtet^oben flnb fo nerf$i(brnartig m5glid), toie bie te^renben 
dnbioibucn fetber. SJie tiefe aber al9 3ßeufa)en immer in ge- 
kniffen (Eigenheiten ein anter gl cid) fein werben, fo toerben au in 
bie ÜJJetfcoben immer eine aWaffe ganj gleicben Stoffe« jtt oer- 
arbeiten b^aben. SBiie er beiarbeitet toirb, ift bie ^aiibtleiftung 
be« Se^rcnben. 

[»«Hetang folgt.) 



Kammer^ unö gausmufift. 

giiv ^SiüiKioTte. 

Stti. JBiUer, (Dp. 78. Dritte Sonate ffir $ianofotte. %re«fau, 
g. ffi. S. ?eurfart. fr. 1 Itjlr. 15 Utgr. 

Diefe Sonate §<xt uns nid)t wenig Dberrafdft. S)ag 
©ebiegeneä unb gertiged in i^r enthalten fei, mar von bem 
Combcniften boraiLfljuf c^en ; aber ein 2Berf in fo ganj mober* 
nen SH tu > '«"äftig, unb frtfd) erfüllten, fotoot tu geiftiger als 
aufjtrliä) wiifenber Stjieb^ung, Ratten n>ir faum erwartet. Senn 
Seute nie filier anfangen, bent gortfdiritt ju tjiilbtgen, 
min fi» hurA 5lhi>fii inptrfip nur in h»r; SReuieit ihr fit Ur* 



114 



fprung tyaben tonnen , fid) gejwungen füljlen , bte geffeln ber 
alten formen oou ftcb, ju werfen, unb e« nicbt mebjr oerfdjmä« 
Ijen, ttjre beften ©ebanfen ba ein* unb ausfließen 311 (äffen; 
wofjin ber gortfdjritt feinen 9Beg genommen bat, fo fann bie 
3eit nidjt meljr fern fein, wo fid) bie Parteien »erföljiienb bie 
£änbe reiben werben, ©efdjietyt eS audj nidjt perfönlidj, fo 
muß e« bed) in ibjen SQBerfen gefd)etjen; unb biefe« ifl bann ber 
unoerfennbare innere gortfdjritt ber fiiuift, welker burdj 
bie SSerfftatt be« Äünftler« felbft allem später ein @itbe madjt. 

35ie ©onate (© moQ) beginnt mit einem Andante agi- 
tato. ©ein 3nljalt ergebt fidj ganj frei unb unabhängig »on 
fyergebradjten gönnen. 25er ©a(j giebt brängenbe ©efüljle 
wieber, weldje fid) au« briitfenber ?age befreien mödjten. 9Zur 
wenige befänftigenbe ©teilen gönnen einige 9?ulje; eö brängt 
fort, biß ber ©afe feinen SluSgang auf ber Dominante »on © 
moll pnbet. Oi>m fdjließt fid) oljne Unterbrechung ein feuerjo« 
artige« ©ioace ffi« bur an. greunblidj unb überrafdienb wirft 
bai erfte £ljema, »od änmutb, unb ©innigfeit ifl ba« jweite, 
welche« man eb,er einem Jüngling al« einem gereiften SDcanneju» 
fd)retben mödjte. angelegt unb auSgefpoitncn ift biefer ©ag 
weit breiter als ber »orige; burdj ba« herüber jieb, en »erfdj iebe« 
ner Sternen au« jenem,, weldje, trofc ber f reunblidjen 2id)tpuncte, 
bie iljnen fegt gegenüber fielen, nod) meb,r an innerem Drang 
unb ©ebarrlidjfeit gewinnen, wirb berfelbe nid)t allein inniger 
oerbunben, fonbern erbält aud) babutd) eine Ausbreitung unb 
eigenartige 3ufammenftefluug ber gorm, weldje wieber bebeu« 
tenb oon ber gewöhnlichen abweist. Unmittelbar fdjlteßt fid) 
aueb, fjier ba« ginale Allegro energico an. 2Kit geftäljlter 
Sfraft tritt ba« $aupttbema Ijeroor, jeber ©efaljr trofcenb. 
3b, m gegenüber ftet)t ein jweite«, berubigenb unb befriebigenb; 
fc^ön empfunben, Ijarmonifdj intereffant gehalten, bringt e« 
einen guten (Eontraft tjeroor. Da« ©anje burd)läuft nod) ein 
britte« Üljema oon meljr grollenbem SbaraFter, welche« an« 
fefjnlidj jur Äraft unb geftigfeit be« ©age« beiträgt. SBare 
terfelbe nicr)t etwa« ju lang gehalten, unb enbigte er nidjt am 
©djluffe mit einem auffadenben Äometenfdjweif , wir wüßten 
aud) an it)m, ebenfo wie an ben oorigen, faum eine bewerfen«» 
roertlje Sluefteflung ju madjen. 

Da« ganje 3Berf möge fowol be« trefflichen Onb,a(t« wie 
aud) ber ciclfeitigen formellen unb tjarmonifdten SBenbungen 
wegen, weldje gleidjjeitig ber alten unb neuen ©cb,ule jur Sljre 
gereieben unb eine treffliche ©rücfe oon jener ju biefer bilbeu, 
hiermit warm empfohlen fein. 6. ^}. 



'gSlififtcifutiflen 

ilbcr bie toon $rn. griebrtdj ifobe^aft in SBcijjenfcl« m tt- 
banenbe grofle Orgel in ber üRuolaifinfye ju tfeüijtg. 

Itcmann Sdjellenbcrg, 

Ciijanift an genauntet fiir$e. 
(Sdlu'j.) 

Da« erfle unb jweite Gslaoier enthält alle Stimmen ber 
früheren jweiten Dt*po|ltion uiuhi äntert, nur ifl bem jweiten 
(Slamer wegen be« »eränberten Sbarafter« be« $aupt« unb 
Oberwerfe« ben anberen beiben <5lat>ieven gegenüber ^Jrin» 
cipal 16' unb Ouinte V/ 3 jugefügt worben. 

3)a« britte unD eierte Slaoier finb burd) SJertbeilung ber 
©timmen be« bi«b,erigen britten ßlaoier« unb ^injufügung 
neuer ©timmen gebilbet. 



3)a« «ßebal b.at fiatt Unterfafc 32', Principal 32' unb ju 
allen bisherigen nod) brei neue ©timmen (©alicet 16', 35ul« 
«an 16', Saßflöte 8') ert;alten. 

Den 2)Jed)ani«mu« anlangenb, fo pnbet fid) \)in außer 
ben fdjon in ber erften unb jweiten 5)i«pofition genannten 
ÜJJanual« unb $ebalfoppelungen nebft ben dritten für ba« 
<£d)owerr unb ba« ^ßebal nod) bie befonbere Sinricbtung, baß 
bie ©timmen be« erften, jweiten unb britten SKanual« in je 
jwei Abteilungen, bie be« ^Sebal« fogar in brei Slbtfyeilun«' 
gen mittel« über ber *J3ebaUlamatur anjubringenber dritte ge* 
fonbert werben fönnen. 3)urd> biefe gußregiftratur im ©roßen 
ift e« möglid), gauje Dfuancencomplere in unb außer SBitffam» 
feit ;u fe^en unb uerbunben mit ber ^panbregiftratur unb ben 
jab,Ireid)en mobernen j?oppefung«arten oermag bei fold)en me« 
d)anifd)en ^ülfämitteln ber i^rer mäcbtige Spieler bem folof« 
falen dnfirument alle ©tarrt)eit unb Unbiegfamfeit ju benehmen, 
e« oon einem fo Meinen 9taume au«, wie ib,n bie ÜJianual« 
^Jebalclaoiaturen einnehmen, mit 8eid)tigfeit ju beb,errfd)en 
unb tt)m bte wunberbarften klänge unb lonoerbinbungen ju 
enttoden 

2Bar nun fd)on nad) ber jweiten 35i«po|ltion eine SSer* 
größerung bc« Orgelraume« nötb,ig unb baburd) ein Sb,or= 
bau nnrjermeiblid), fo ftanben bieje Umgeftaltungen bei ber 
britten 35i«pofition niebt nur außer allem 3"^ifel, fonbern 
mußten aud), wenn biefe 2>iöpofition jur 3lnnab,me gelangte, 
tb,eilweife auf ganj anbere 3lrt beioerfftefligt weroen. 

gür beu Söau ber Orgel nad) ber jweiten DiSpofttion 
foule ba« ©eljäufe um brei guß b,erau«gerütft, fonft aber in 
feinen gormen unoeränbert beibehalten werben, jro^ be« oer» 
größerten Sfaume« blieb aber b,ierbet für jmedmäßige Sfufftel» 
hing be« 2Berfe« ber Uebelftanb immer unbefeitigt, baß bie 
großen ©äffe wie in ber alten Orgel wieber in ben hinter« 
grunb, in ben £t)urm, gefegt werben mußten, oon weldbem 
©tanbpunete au« aber ein großer £b,eil ib,rer ?eiflung«fäb,ig* 
feit oerloren ging. Sei S3er»irflid)ung ber britten 'Dißpofition 
trat in 23ejug auf 9?äuinlicbfeit ba«|elbe SJerbältniß jwifd)en 
ber brüten unb jweiten Di«pofition ein, roeldje« fid) oori)er 
jwifdjen ber jweiten unb erften geltenb madjte. Der für ben 
Sau nad) ber jweiten üDiepefition bewilligte JRaum geftattete 
für bie britte wieberum feine ungefäbrbete SuffteHung. 6« 
wäre ein 3"fonimenbrängen be« ganjen 2Berfe« an fid) unb 
befonbtr« ein 3 u fü0en be« ganjen SRaume« oor ben großen 
©äffen unoermeiblid) unb bie beabfid>tigte SDSirfung ber Orgel, 
namentlid) bie oolle SBirfung ber ©äffe, unmöglid) geworben. 
5)ab,cr beabfid)tigte$r.Sabegaft, fämmtlidje ©äffe al« redeten 
unf linten Seitenflügel in ben 3?orbergrunb ber Orgel ju brin* 
gen, »on welcbem $uncte au« fid) ib,r Ion unbeb,inbert ju ent« 
wicfeln unb gettenb ju machen oermag. gür bie 9lu«fübrung 
biefer 3bee fam freilid) cor Slllem ba« Orgelgeb. äufe in grage, 
e« mußte nacb beiben ©eiten l)in oerlängert, ober, wenn bie« feine 
germen nid)t juließen, ganj neu bergefteQt werben, ©ei foldjer 
anläge be« ©ebäufe« beburfte e« jetoa> nidjt beffen $>erau«« 
rürfung, weldje wir bab, er wieber aufgaben, wobl aber behielten 
wir babei bie befcb,loffenen Stjoterweiterungen im äuge. ÜDie 
gleidjgroßen ©ortbeile, weldje ftc^ auf biefe SBeife für Orgel 
unb Äirdje ergeben, finb, wie id> in meiner ffiingabe anbeutete, 
folgente: 

1) (Srbalten fämmtlidje ©äffe ben oortbeilb,afteften ©tanb« 
punet unb ba« ganje 2Berf läßt fidj auf baß £medmä%i$t 
auffteQen. 

2) @rb,ält ber (5b,orraum, welchem nad) ber bisherigen 3nten= 
tion, ba ba« @b°r nidit weiter b,erau«rücft, al« bie Orgel 



115 



nathrürft, in ber Mitte bie geringe frühere Jtefe blieb unb 

nur ju beiben ©eiten ber räumliche ©eminn erwud}*, burd} 

bie Verbreiterung, roobei bie £erau*rücfung ber Orgel auf« 

gegeben wirb, eine fr/mmetrifdjere unb gmecfmäfjigereÖefialt. 

3) Sntftebt burd> bie Au*befynung ber Orgel faft über bie 

gange Jtirtbenbreite eine Sacabe, weldje, ba fie einen £beil 

be* '•Jkincipalbaffe* 32' in fid) aufnimmt, gu ben grofjar« 

ttgften gehören würbe, bie eriftiren, roogegen aQe ardjitef« 

tonifd)«äfthetifd)en Sebenfen in ben ^intergrunb treten 

bürften, ba biefe trächtige gacabe ber 9?tcoIailirdjc gugleidj 

einen neuen ©cbmucf gu »erleiden vermag. 

SRacbbem aucb bief er britte ^lan Jpm. $of organift © cb n e i ■ 

ber inDre*ben gur Prüfung vorgelegen unb bief er fid) auf 

ba* SBärmfte über benfelben aii*gefprod)en batte, befcblog bie 

»ofyllöbl. Sebörbe beffen Ausführung in allen feinen Steilen 

unb erbielt biefer Sefd)luß bie3ufümmung ber sperren ©labt» 

»erorbneten am 8. December 1858, roomit nun bie angelegen« 

beit jum ooUftänbigen Slbfcbtufj gelangte. 

Durd) biefen Sefd)luß" giebt fid) unfere roobllöbl. Seljörbe 
felbft ba* efyrenooüfte 3«>gni&. 3m richtigen Erfennen, bafj 
e* fid) bei biefer Angelegenheit nicbt allein um eine oorgüglid)e 
Orgel für bie 9cicolaifird)e, fonbern um eine bie ©tabt Sfcipgig 
angeljenbe Sunftfrage Ijanbelt, b,at fte 9cid)t* unterlaffen, wa* 
bieföfung berfelben berbeijufübren oermod)te. Son biefem ®e= 
fid)t«puncte au* t/at fie ben Sorfd)lägen be* $rn. Sabegaft 
für bie Entmicflung be* Sauplane bis }u fetner bermaligen 
©roßartigfeitftet* lebhaften Anteil gewibmet, unb, inSetrad)t 
ber burdj bie Ausführung be* lebten großen planes erwachsen» 
ben bebeutenCen Soften, in funftftnnigfter SBeife bie Äoftenfrage 
nicbt über bie Shinftfrage gefreut. Um nur Einige* gu erwähnen, 
würbe oon Ben jroei Sorfcblägen be* $rn. Sabegaft für ben 
■"•ßrincipalbaß" 32', nad) benen biefe ©timme fowol oon ntaffi» 
»ein 3'""/ a ' 8 aU( k con &°h ntit 3inn platirt gebaut werben 
fann, ber erfte Sorfcblag, nad) weldjem bie 25 riefigen 3' nn ° 
pfeifen biefer ©timme (bie fünf tiefften finb oon $>olj) 2309 
^Jfunb wiegen unb allein 1385 Jbaler foften, gewählt, ferner 
3ur (£rlangung ridttiger b,aniionifcber Serbältniffe, moju Da* 
bisherige, wenngleich foftbare unb mit reiben ©ebnifcereien 
oerfebene ©efpäufc nicht geeignet mar, ber Sau eine* gänjlidj 
neuen @ebäuje*befd)loffen. §ür biefe bie ©tabt Seipjig efyrenbe 
©efinnung feiner Sehövbe gebührt tiefer ber aufi icbtigfte Danf. 
Sereit* im Mai b. 3. b,at ber Abbruch, ber alten Orgel 
ftattgefunben *) uno ber Ehorbau begonnen, üefcierer ift jefct 
fo giemlid) beenbet. Er roar in fetner Art einMeiflerftütf; benn 
bie ftuuft ber Saumeifter geigte ficb nidjt juerft im Einreißen, 
fonbern int Erbalten be* mit ©tuet feböu gezierten Ebore*. 
Die* gefebah auf bieSßeife, baß ba*Sf;or, abgetrennt oon ben 
einfpringenben fdmiälemt, tiefer liegenben, ju ben Emporen ge* 
börenben ©eitenflügeltt, in bie ^öfae gefdjraubt unb auf ein 
©erüfte gebrad)t rourbe. Denfelben "ißroceß machten hierauf bie 
ba* bisherige Ebor tragenden acht forintbifeben ©äulen burd), 
unb al* enblicb bie ganje, nach, bem AuSfpruch ber gad)tnänner 
rool 1500 Eetttner betragenbe Maffe auf bem ©erüfte ftanb, 
würbe fie, naditem leßtere* felbft auf SBalgen gebradtt war, 
auf bem ©erüfte rubenb famint biefem nacb bem neuen ©tanb« 

*) gür bie Sauer be8 SBaueS \>at $r. Cabegafl »on ba ab eine 
Keine Orgel mit jroei ÜRanualen unb ^Jebal unb 13 «Stimmen, für 
biefen jWd eigen« »erfertigt, aufgeteilt, ©ie ift oon rounberfd)önem, 
eigentbumlicbem Xon unb elaftifdjer ©ebanblung, oereinigt V'icblidjtttt 
unb Straft unb ift troß ibrer^anr Stimmen, aber untciftUijjt von einem 
febr günfligen ©taiirpunct, ein febr guter Srfa(j für bie .iltc große 
Orgel, ftür eine Heinere Sirdie roürbe biefe Orgel einflcineoortrefflidje 
äcquifttion fein. 



punete »orbewegt. Aue* bie* ging ohne irgenb einen UnfaQ 
auf* 93efte oon fiatten, ebenfo nad) ben nötigen Vorarbeiten 
ba* 9?ieberlaffen ber ©äulen unb be* ehemaligen Shore* auf 
ibre neuen ©tanbpunete. 9eun folgte ber eigentliche ßborbau. 
6r beftanb barin, bafj bie 311 beiben ©eiten be* ehemaligen 
Shore* ficb anfdjliefjenben (Smporen gum neuen Sbor b^inguge« 
nommen unb beffen nunmehriger liefe entfpretbenb hergefteflt 
würben, woburdj fid) ba* ©anje in eine bie gange weftlicbe ©eite 
entlang (aufenbe f^(äcbe oerwanbelte, beren rjeroortretenbe ÜRitte 
ba* frühere @hor bilbet. hiermit ift nun auch ein gwedmägi' 
gere* iDcufüchor gewonnen, welche* bei befonberen ©elegen« 
Reiten burd) SÖJitbenufung ber an ber nörblicben unb füblid)en 
©eite anfdjliefjenben Emporen nod) Erweiterung guläfjt, wetebe 
9iücffid)t bei bem Sau nicbt unbeachtet blieb. 

On biefem dah, re foQ noch, faU*nich,t^inberniffe eintreten, 
ba* ©ebeiufe aufgefteflt werben unb bie Regung cer SBinblaben 
erfolgen. 3tu näd)ften dahre wirb bie AuffteÜung be* SBerfe« 
felbft, oon bem fdjon oiele Sefianbtheile geliefert finb, ftattfin« 
ben, im 3at;re 1861 aber hoffentlich, ber Orgelbau gänglich 
oodenbet fein. 

3u biefem 3 e itbuncte gebenfen wir unfere Mitteilungen 
wieber aufgunehmen. gür je^t mögen folgenbe Angaben ben 
Seftblufj machen. 

Da* Säerf befommt 81 flingenbe ©timmen, gegen 100 
9?egifter unb SRegiflraturen, 4 Manuale unb 1 $eba(c(aoiatur 
(Umfang oon C— f, erftere 54, Untere 30 2aften), 20 SBinb» 
laben, ca. 5000 pfeifen, 10 Eblinberbälge, welche gufamnten 
500 Äubiffufj SBiitb faffen. 

Die Sänge be* Orgetgeljäufe* beträgt 36, beffen $Blje 
18 6Qen. 3)er $rofpect ift in 7 gelber geseilt, oon benen bie 
mittleren 5 mit 16füijigen, bie beiöen Etffelter mit 32füfjigen 
pfeifen befefct werben. 3)ie längfte pfeife be* im Ißrofpect 
ftebenben 32füfjigen ^rincipalbaffe* wirb 15 Eden tneffen. 

Die Anforberungen, bie man feinergeit an bie neue Orgel 
fteHeu wirb, ftnb gewifj febr grofje. Mau erwartet, unb gewiß 
mit Stecht, nadjbem unfere verehrte Sebörbe oon ibrec ©eite 
Ade* get^an bat, wa* gu biefem 3' e ' e führen tann, eine* 
ber au«gejeid)netften Snftrumente ber 3eftgeit. Dcad) ben bis* 
berigen heroorragenben Seiftungen unb bem Stufe be* Erbauer* 
bürfen wir ber ^Rechtfertigung unb Erfüllung ber auf ihn ge* 
festen Hoffnungen unb Erwartungen mit 3noerfid)t entgegen« 
(eben. Unb fo möge e* bem raftle* ftrebenben unc fleißigen 
ftünftler unter ©otte* ©egen gelingen, bie große Aufgabe auf 
ba* SBürbigfte gu (Öfen unb ba* SBert gur fdjönften Sollen« 
bung gu bringen, bamit e* einft baftebe als Dentmal wahrer 
beutfd)er Orgelbautunfi. 



Am Drcsöen. 

(&»tu|.) 

Da* ©ebiet ber Äammermuftf war ferner burd) Drei 
©oireen oertreten, welche bie $$. ^üllwed , 9ceumann, 
©öring unb E. ffummer unter Mitmirfung be* Jpni.Slajj- 
tnann oeranftalteten. Die 3""flg*nonnten h^ben e« fid) gur 
Aufgabe geftcQt, bie le^en Seetbooen<Oitartette bem eingebenben 
Serftänbnifj näher ju führen. ©d)on feit mebreren fahren oer« 
banten wir ihnen biefe ^)ülfe. Diesmal war e*Op. 135(gbur)mit 
ber bebeutfanten grage: „Mufj e* fein?" unb t-eni ntd)t mitiber 
inb,altfd)tveren: „E* muß fein", womit auf* Srnfteftc bcjdjäf» 
tigt mnrbe. Ob obne ba* Programm, weldje* Secthooeu 
aufftellte unb ohne ©diincler'S weitere Mittheilung ba.- 



116 — 



ruber bie ©immung, welcher Slu«brucf gegeben mürbe, r;erau«« 
gefunben roorben märe, mag babingeftellt fein; jetjt wirb man 
ob,ne 3 roe 'f< 1 ""' fleiftreic^en fpeciellen Interpretationen bei 
ber $anb fein unD inconfequenter Seife b,ier jugeben, wa« 
man anberweit verneint. Darauf »erben roir aber bei Seet* 
r;o»en'« legten Sexten immer wieber jurüdfommen, baß eben 
bie überFommenen gönnen ^u geffeln würben, benen ftd) fein 
großer ©eift ju entjieben trachtete. — 35 o lfm an n'« Ürio in 
Ö moQ (Dp. 5) ift ein gewaltige« Seif, tai ben gan3en (Stuft 
be«©d)affen« einer nid)t gemötynlidjenftünftlewtatur offenbart. 
9)celobifd), rbbtbmifd) wie b. armonifd) gleid) auagejeidjnet, bietet 
e« bem ÜJiufifer eine Sülle intereffanterSinjelbeiteH, ben©pie« 
lern mannigfadje ©djmierigfeiteu, — ben $örern einen feljr 
anregeuben ©enuß. Die gelungene Sludfüljrung fanb unge« 
feilten SBeifall. üKojart'« ©treidjtrio in S« (Dp. 19) gab 
£rn. ©öring ©elegenljeit, fid) auf ber Sratfdje, bie fyier roe» 
jentlid) bebaa)t ift, auÄjujeicr/nen. 

S3on ben SJirtuofen, weld)e b,icr concertirten, ift ber Steige 
nad) SBieurtempö ju nennen, (fr trat im Soncertfaat unb 
im Übeater auf unb fpielte t>on feinen Souipofitionen ba« 
D mofl»Soucert, Fantasie slave, Bouquetamericain, Fantasia 
appatsionata unb ^aganini'« „©treglje". Die tedjnifdje 
Stuöfüljrung gebadeter Scummern trifft feine tabelnbe Äritif 
unb be« fiüuftler« ÜNeifterfdjaft nad; biefer ©eite b,in ift unan* 
gefodjteu. Senn beffenungead)tet ba« publicum it/m, bem einft 
fo feljr ©efeierten, bie b,ödjfte äu«aeid)nung oorentbjelt, fo ift 
ber ©runb baoon tb,eil« in ben — mit 3lu«nar;ine be« forg« 
fältig, aber ju breit befjanbelten Soncerte« — unbebeutenben, 
ja leeren Sompofitionen 3U fudjen, bie $r. SJieuytemp« cor* 
trug, tb,eil« in ber »ernennten M&le, weldje e« »ermieb, jum 
$erjen ju reben ober Segeifterung ju »erraffen. Saft fdjien 
e« aueb, al« b,abe ba« SBolumen feine« £one« gegen früher 
merflidje Slbminberung erlitten. 80 ift e« iljm nid)t gelungen, 
bie Erinnerung an bie ÜWeifter ju fdjiuädjen, beren ©eigenfpicl 
wir tn ben »ergangenen darren ju bewunbern ©elegenrjeit 
Ratten; ja, ba« @ebäd)tniß an unfern VipinSfi, ber alle« 
bot, wa« wir b,ier oermißten, ift fdjmerjlid) wad) gerufen wor» 
ben. ©ine ganj entgegengefefcte Sirfung erftrebte $r. Sari 
lauf ig, einer ber begabteften ©djüler Vifjt'«. 2)iit bem ber 
Ougenb eigenen Ungeftüm entfaltete er feine glänjenben bittet, 
nameutlid) in £ifjt'« 9febcrt = $b,antafie, beren ^Bewältigung 
allgemein für eine faum ju löfenbe aufgäbe gilt. 9cod) ftaunen 
wir über bie btö babin unerhörte Erweiterung ber Slar-ier» 
tedjnif, uod» fmben wir fte ju fo großartigem ©ebanfenauöbrucf 
verwenbrt, baß jefct, nad) 20 3abjen, bie feitbem cerfloffen, 
ber »ielleicot nidjt ju überbietenbc ©tantpunet faft unerreidjt 
geblieben ift. Seid) ein Unterfdjieb jmiidjen 8if jt'«Serf unb 
ter ebenfall« cou laufig t>orgefüi)rten Sb,opin'fd)en 33ev= 
ceufe, biefem feinften, reijenbftenßabinetSftürf, unb wieftattete 
ter Äüuftler legiere« auö! äßal^er 0011 granj Schubert, 
Vif jt unb ßl;opin b,atte £r. laufig ferner ju feinen 33or» 
trägen gewählt. Unoergeßlidi Werben unö bie turnen ©treif« 
tid)ter, bie merfwürbigen ©djlagfdiatten bleiben, mit benen 
mir felbft ba überrafdjt nuiroeu, wo wir un« ber getreueften 
SBieDergabe ber 9(oten)"d)iift oevfidjert wußten. So war eine 
SJergeiftigung , con melier nur Derjenige nod) einen 33egriff 
baben fann, ber i'if.jt felbft gebort b,at. Seetb,ocen'« 32 
itfariationen (teilten ftcb im« in üppigfter garbenpradjt falei» 
tojfopifd) bar. 3)e3 Sünfilera SSrauour unb Slu^bauer frönte 
Vif^t'e $iopb,eten--3Uuftration. ©tatt be« ©efange«, ber in 
Soncerten nid)t immer rülmilidjft Beitreten ift, fprad) grau 
granjidfa bitter 23ürger'8„i!enore"; bie oon t'ifjt baju 



gefdjriebene Slaoierpartie war in ben $änben be« Soncert* 
geber«. 2ßir b,aben bie erfd)ütternbe ffiitfung biefer 33aOabe 
fdjon bei ber Deijab,tigen ■JonfünftletDerfatnuilung in Veipjig 
erfahren unb muffen biefelbe auf«9ceue beftatigen. 3)ieb,od)be« 
gabte Dame würbe mit Seifall unb Blumen überfdjüttet. üDaß 
aud) ber Soncertgcber b.b'd)fte Stjre genoß, lag in ber 92atur 
ber ©ad?e. Sin S31ütb,ner'fd)er glügel reichte collfommen 
au« für bie enorme Slnftrengung be« 3lbenb«, faum baß ftdj 
einige ©aiteu verjogen. 

^r. Ouliu« ©torfljaufen ftanb nod) in ju gutem 3ln« 
benfen, al« baß fein Srfdb,eiuen nid)t millfommen gewefen wäre, 
©r'gab am ll.Jebruar eine jabjreicb, befudjte Soiree, in »el= 
djer er bie befannte gigaro=3lrie, eine un« unbefannte Sacatine 
»on Soielbieu, ein 5)uett au« 3toffini'« „23arbier" (mit 
grau Sürbe' s J?er>), ©djubert'ö „SSanberer" unb brei ?ie« 
ber oon ©ajumann oortrug. Der ©änger fennt feine Äraft 
unb b,ä(t genau bie ©renje inne, welaje ib,m allein Sifotg »er« 
bürgt, um fo meb,r nab^m e« SBunber, baß er in unbeb,clfener, 
faft ftbrenber Seife ftd) ben„Sanberer" felbft aecompagnirte. 
Sine 92ötb,igung ju fo wefentlidjer !öecintiäd)tiguug ber 
©ange«teiftung lag nid)t cor. Sben fo unglüdlid) war $r. 
©torf Raufen in ber 2Bafjl ber brei ©d)umaun'fd)eii Vieber: 
„glutb,enreid)er Sbro", „3)em rotten SKöflein" unb „©eftänb« 
niß". Ungeeignet für ben öffentlichen SSortrag an unb für 
ftd), wie ©dju mann'« gelungenen Viebern nidjt beijujäljlen, 
tonnte burd) ben Vortrag biefer Scummern ein glüdlidjer 6r= 
folg nid)t ftattb,aben. Sutjc^äbigung bafür boten bie übrigen 
Sßiecen reidjlid) burd) feine, correcte unb gefd)iuacfoone Slu«» 
füfjrung, fomie burd) ba« tyerrlidje ©timiuorgan be« Soncert« 
geber«. grau S3ürbe-9?e^ partieipirte im Duett unb einigen 
tieberoorträgen. 3b,r warb freubig Öewunberung gejollt. $r. 
Äammermufifuö ©eelmann unterftügte $>rn. ©tocfb,aufen 
burth ben trefflichen Vortrag ber beibeu legten ©äße be« 
©pofjr'fdjen Siolittconcerte« in S moQ (5Rr. 7). $r. g. 
©tocft)aufen, einSruber be« ©änger«, entlebigte fid) einiget 
aufgaben am Slaoier nid)t mit Dem ®efd)icf, welche« unum« 
ganglid) nötb,ig ift, um cor ein mufifalifd) gebilbete« publicum 
ju treten. S« beabfid)tigt berfelbe bem SJeme^men nad), »or* 
erft nod) weiterer Jlu«bilbung objuliegen. ^Jaolo. 



Aus tfranftfurt a. M. 

(Scttftjuna.) 

Sin neue« Onftitut, worauf mir nid)t ininber ftolj fein 
fönnen, tritt un« in bem Ouartettcirfel De« Soncert-SW. Vub» 
wig ©trau« in SJerbinbung mit ben £$. ^ermann ©tein, 
Stuft SBelfer unb jpermann Srinfmann b,offnung«ooll 
entgegen. Slbet id) trücf te mid) f alfd) au«, Denn Ijier bleibt s J2id)t« 
meb.r ju b,cffen. §ier ift fdjon »om elften ©eigenftrid) be« 
ü)?enbel«fob,n'fd)en Quartett« in 3) Dur (Dp. 44) 2Wefl 
complet. Slußer ben Quartetten unter ©pob,r, ©ub,r, 
4)einrid) Solff, ben ©ebrüPeru Füller unb bem berüb^m» 
ten ^iarifer Quartett ber $)jp. SKaurtn u. f. m. tjabeu wir 
un« nid)t meb,r einer fold)en @ebiegenb,eit ju erfreuen gehabt, 
unb wünfd>en wir nur ein gute« ©tanbb,alteii. 2lber ber 3In* 
tb,eil baran ift fo allgemein unb innig, baß bie« ju erwarten 
ftebt. Da biefe uier Hövper mit einer Seele bie 2J?»fterien 
einer jeben »on ib,nen gefpielten Sompofition im reinften unb 
»erftänblid)ften ©ti)le proDucireu, inbem fte, fem con aller 
Oftentation, ben cierfad) terfd)lungeiienSb.ebunD rein erhalten 
unb in ber ledjnif 9?id)t« ju wünfdjen übrig laffen, burf man 



117 



ba« gewichtige „ootlenbet" ofyne ©djeu fyex anmenbcn. 3fu§er 
ben genannten Hünftlern treten, wenn Quintette gemalt wer* 
ben, aud) nod) anbete baju: §r. griebrid) 2)ie(j, ©eorg 
SJeder u. f. w. Um Üßeitläufigfeit ju »ermeiben, füljre id) 
nur bie Gontponiften ber »orgefütjrten Quartette an: $aubn, 
SKojart, 93eett)ooen, ÜRenbel«fofyn, ©djumann, 
(Styerubini, granj ©d>ubert (5) moll) unb SRobe^t 
Volf mann. ('efetereS, in © mofl, Dp. 14, meljr in gorm be« 
©oloquartettftyl«, alfl be« concertanten gehalten, unb r>eU oon 
reijenben Effecten, jeigt und ein füllte«, »iquante« Üalent. 

6b,e id) nun ju bem ((einen ©ewefjrfeuer ber faft unjälj* 
ligen Soncerte, ©oireen unb ÜDlatineen fdjreite, bie mit uner» 
fd)ütterlid)er ßonfequenj iljr jabe« Pebeu behaupten unb burd) 
6rfat;rung niemal« flugroerben motten, feien ba« 9ftonftre-ßon* 
cert unfer« Sliafon, fo wie bie nid)t minber würbig gemalte« 
nen Soncerte ber $>§. 2luguft $3utyl, VojnanSftt, au« 
(SljiarleSton befonber« Ijeruorgefyoben. (jrfterem fei fein 
©treten nad) ÜRaffe »ergeben, weit er barin and} bie Qualität 
im Sluge behält, unb »or Slflem 9cer>itäten aufjuftöbern meifj. 
©o würben und am 5. SRooember fofgenbe nur feiten gefyifrte 
ßompofttionen geboten: ba« große Octettfcon ©p ol)r(Op. 32), 
ba« ad)tt)änbige Soncertante ,,Les Contrastes" oon ÜKo» 
fd)ele«, bie maurerifdje Srauermufif unb ein italientfdje« 
Sterjett ,,Mi lagnerotacendo", beibe« oon SRojart. Elftere 
»urbe in SBien 1785 unb lefctere« mol um biefelbe 3eit }U 
^rioatjreecfen gefdjrieben. Unfer Sari Slnbre b,at ftet« ber« 
gleiten SReliquien in petto. Unter ber SOJenge ber übrigen 
|>ifecen, womit biefe attalifdjen ©d)ä£e umzingelt waren, madjte 
SDrouet mit feiner ^lötc (wie and) fpüter in bem ßoncerte 
ber grau $agenaar) gurore, unb bafj ber Soncertgeber al« 
(feiger nidjt juvüdblieb (Sbagio unb SRonbo au« bem 7. Eon* 
cert oon Veriot), ifl begreiflich. 



2luguft S3ub,t'« doncert gewann burd) Sieurtemp« 
Unterftüfeung einen erbeten 9?eij unb aud) ljicr öffnete fid> 
ein ©d)ad)t au«gejeid)neter Soinpofitionen, worunter befonber« 
beroorftadjen: £rio oon 33eeti)ooen in @« bur Qp. 70; 
Variationen (gi« moU) für IJJiano unb SioloitceD oon 2tloü« 
©djmitt, ein Duo concertant für s }5iano unb Violine über 
Stiemen au« bem „ÜRorbflern" unb einige neue Sompofitionen 
loon bem ßoncertgeber, beffen SMetfterfpiel fid) befonber« in 
feiner d)arafteriftifd)en (Stube ,,L'Assaut" (eine Prüfung ber 
§anbgelenfe in Dctaoengangen) funb gab. 211« Sfyrenwädjter 
ber claffifd)en©olo*©onate würbe Vnfyl in b. 23t. fd)onlängft 
bejeid) net. Von ben jaljlreicben ©efängeu erregten „ Veit lungene 
Sieber" oon granj äWeffer ©enfation. 3n bem Soncert be« 
©eiger« Vojnan«f» foßten wir bie ganje ü)cad)t einer cor» 
trefflidjen ©djule lennen lernen. Der nod) feb,r junge ffünftler 
oerfudjte an biefem Slbenb unter ben Slugen feine« SDientor« 
SJieurtemp« juerft feine ©Zwingen, unb — mit einem 
SBorte fei e« gefagt: 3Bir »erföredien bem 3°8'' n d unter 
foldien Slufpicien eine ©teile unter ben ftori»b,äen ber Violine, 
ßr fpielte ben erfien @a$ be« $t« moß»S'oncert« unb Varia» 
tionen oon Vieurtemb« unb eine Sabrice über eine amerU 
(anifdje National »^mne feiner eigenen, freilieb, für feine 
Strafte berechneten unb baljer effectDoUeuEompofition. Vieur» 
temb« felbft bezauberte un« burd) eine ©arcarole unb ein 
©djerjo au« einer feiner ©onaten für bie Vratfdje, unb mad)te 
un« bie mitunter bamonifdjen Sirfungen biefe« 3nftrumente« 
redjt tlar. üDen ®efang oertrat fjrl. 3)orctbea 9car3 in 
ber 2itu«=2lrie „Parto" unb in Siebein »on ©oltermann 
unb SBubl. 3n ^Jarentbefe gefagt, folgte biefe jugenblidje 
©ängerin iüngft einem eb^renoollen SRufe ju einein Soncerte, 
welche« ber ©eiger dean Vecfer in ©tragburg gab, unb 
fang bort mit bem beften Erfolge. (€$iug folgt.) 



Kfcine 3cttuRQ. 



Conefponbenj. 



Crtpjia. Xai 18. ftbonnementeencert im ©ewanbbaufe am 
15. SKärj fübrte un« eine Dioftität: bie JDuoerture ju „Jlönig 3ob«nn" 
oon Stöbert dtabedt unter 3)itecticu bes Somvcnifien toot. Slbge« 
\tf)ta batton, baß reo! äöenige, bie ©bafefbeare'ö Xtagöbie tennen, 
fid) bureb biefe Xonbidptung anber« aU etwa burd) bie unbetmlid) 
büflere ® runbflimmung an ba82ßert bes großen ©rtten baten erinnern 
(äffen, tonnen wir über bie fpecifiid) mufttalifd)e ©ette berfelben nidit 
ganj ungnnftig urtbeilen. de lft eine Ouoerture im eigentlichen Sinne, 
tnfofern eine beftimmte©eelen»erfaflungbaburd) eingeleitet, oorbereitet 
wirb; SRegelmafjigteit ber einjelnen SkftanbtbeÜe wirbjwar barin »er« 
mißt unb bie ibemata felbft finb »erblaßt ober obne urfbrünglidie« 
geben, aber au« bem ©anjen fbridit eine geiftig gewedte sperjönlidifeit, 
bie Bor ber djaratteriftifeben Beidinung nidjt jutüdfi<redt, bem bloßen 
finniicben ©ebagen ju Jtebe. 3>ie2lufnabme Warnicbt eben febr beifällig, 
unb biefer Seifall batte ben 3lnflri(b be« Conoenttoneuen — gerabe fo 
wie ba«SEBert felbft ben jenigen be8@rftre6ten, erlernten, aber mebt be« 
au« überfttümenber^bantafie Jperoorqiteüenben; bie Leitung be«Com« 
poniften war fd)lio>t unb fieser, ausgeführt würbe biefe, bieOuoerture 
jum „SSaff ertraget" unb bie ©abe'fcbe SB bur»©»mbbonte ju Anfang 
mit größtem ßeuer. — grau fireb8*3Jcid)alefi, fönigl. fäd?f. $>of» 
opernf ängerin au«3)reeben, fang bieälvien: „Ecce il punto" au« 
„Xttu«", „Bei raggio'-au«„©enitrami*" unb jwei lieber: „grüblingB* 
lieb" unb ,,£e« ffianberburfeben Slbftbieb", Untere »on ibrem ©atten, 
bem tönigl. fädij. Jpofcaoeümeifter Ä reb»; ber erfolg war febr bebeu« 
tenb, bie ©ängerin wurbe jebe*mal gerufen, unb wir ftnben ba« wcbl 
gerechtfertigt, grau üreb«»2J(id)aleii brad)te mit ibrer großen, 
nid)t mebr febr jugenbfrifeben, aber namentlid) in ber unteren i'age 

außerorbentlid)mäd)tigen@tinini'- ihrrmarmnltinrn. i»hcr föffinttiriinn 



fabigen SSortrage bie Sieber ibre« ©atten unb bor Mem bie an unb 
für fid) nid)t eben burebgängig feffelnbe Xitu««Sriejur beften ©eltung. 
SDtBge fie un« red)t oft erfreuen!— $r. Soncert-iK. SÄ. 2>rebjdiod 
fpielte bie effeetttode aber gefdimattloje Fantasia appassionata oon 
ääieurtem»« unb ein ermübenb lange«, wenig ^bontafte aufweijen» 
be« unb babei für ben Spieler ntebt jet)r banfbare« Sabriccio (äJianu* 
feript) oon 3- Site 5, bette Xonflüde burd)weg mit großer ©idjerbett 
be« Xone» unb oiituofer Xedjnit. 

£ei{i)ig. Sa« attjäbrlii flattftnbenbe ertra^Soncert be« 5Diuftt- 
oerein« „euterbe" am 13. SKärj führte an Orä)efierwerten bie Duoer« 
Iure jum„@ommernacbt8traum" oon SDcenbeUfobn unb bie £ bur« 
©ompbonie Ben ©ebubert, erflere unter r>. Öernutb'«, lefetere 
unter Dr. Sanger'« Seitung, ber biermit befinitio al« Dirigent ber 
„euterbe" abfepieb nabm, »or. SBeibe SSerte würben im ©an'jen redjt 
Wader gefpielt, wa« um fo mebr beroorju^oen, al« »erfdiiebene S8ia«< 
injirumente neu befe^t unb ba« Serbalten be« publicum« namentlid) 
bei ber ©dtubert'fcben @t)mpbonie nidtt eben febr aufmunternb War. 
Sie Xembi waren in Unterer redtt treffenb gewäljlt, im erften ©a(je 
bie aüju bebnenbe äBieberbolung weggelaf|en unb ba« Snbante 
nic^t, wie im ©ewanbbaufe, bem Sbaratter juwiber rafdjer genom« 
men, um etwaige Monotonie ju termeiben. — grl.emilie Siganb 
fang bie Srien: „2öie nable mir ber 'Stblummer" au« bem „greif d)ii(}" 
unb ,,3(d), ba« ©rab" au« „Selifar". Sir tonnen unfer frübere« gün« 
ftige« Urtbeil, ben mißglüdten Eingang ber sffi e b e r'fcben Sürie ausge- 
nommen, aud) auf biefe Seiflungen anwenben. grl. Söiganb wurbe 
benn aud) nad> bem jweiten SSortrage beroorgerufen. — Jg>r. $£gar 
auSSafel eutwidelte in bem 2) moU'Soncert oon gerb. Da oib einen 
fräftigenXon, wenngletdj ber etwa« beifere Slang feine« neuen 3nftru> 
mentc«3)2and)e8 niebt jur ootlen 3Birtung lemmen ließ. Ser9u«brud 

'mar nHtttt\\n\\\en IpftrtiAFrififi tniifir unh mnfitjull, ba« ailbantC obne 



118 



©fißlidjteit, aber bon anfprecbenber Snnigleit. 8ud) bie Xecbnit ift ;u 
loben, eine gewiffe$aft im 3HIegro, ju weilen aud) etwa« Serwifdjte« in 
fcbjbierigen SSaffagen fefeen Wir auf 8ced)nung be« nod) ungewobnten 
öffentlichen Spiels mit Ordjejter, muffen jugleid) biefem (enteren für 
(ommenbe Rotte weit mebr Si«cretion, mebr Singet)en auf bie Snten« 
tionen be« ©clofpieler« jur Sebingung machen. Jpr. €>£gar ^atte ftd) 
ebenfalls be« §erborrufS ju erfreuen. 

Äeipjig. Sie fünfte &ammermufiMlnterc)attung im ©aale be« 
©ewanbbaufe« führte am 7. 5Wärj außer bem @« bur«Duartett oon 
SRojart unb bem S bur-Ouintett oon ©djubert au* eine Sieuig» 
feit, ba« bereit« bei ©reitfopf & Partei imSrud erfdjienene jweite 
Xrio oon @.3aba«fobn für Cianofortc, Ctoline unb SSiotonceÜ oor. 
Sa« SWojart'fdje Duartett, borgetragen bon ben $$. Soncert«3H. 
9t. Srebftboci, SRöntgen, Hermann unb gr. ©rüfcmacber, 
fowie ba« ©cbubert'fdje SBerf, in bem außer ben eben (genannten 
1'. ©rü^madjer am jweiten SMoloncell mitwirtte, würben in ber oft 
gerühmten, bi« in« Gnnjelne nuancirenben, ted)nifd) bottenbeten SBeife 
gefpielt, nurbaßwirinSrebfd)od'e$ortrage nod) mebr feinere geiftige 
©djattirung, minbere ©pröbigfeit unb cor Stuem burd)gebenbe iReinbett 
be« Xone« wünfdjten. SaeSabaSfobn'fcbVXrio, beffen Slaoierpartie 
berSombonift jelbfl lebhaft unb eract burdjjübrte, wäfcaenb^r. Sreb« 
fd)ed bie Cioline unb J^r. ©rübmarfjer ba« SSioloncett bertraten, 
batte fielt) anfebnlicben Beifall«, berSomponifi fc^liefjttc^ be8§erborruf« 
ju erfreuen. 6« ift eine frifebe Arbeit, bon warmer ©mpfinbung in ben 
Xtjematen, bie nur bei ber attju breit gehaltenen unb allju äußerlid) 
fteigernben Verarbeitung juweilen in eine falfdje Sentimentalität au«' 
artet ober Seerbeiten jetgt. 3ebe« 3nftrument ift in eigentümlicher, 
paffenber Seife bebanbelt, bie Stabierpartie febr bolt unb banlbar. 
SJon ben einjelnen ©äfeen bürfte ber legte jugleid) ber fd)wad;fte fein, 
ba« ©d)er$o entbehrt ber rechten fprubelnben Saune, feb>r feböne ©e« 
banten weift ber erfte ©afc auf, wäbreub wir ba« Slnbante in Sejug 
auf ben ©efammteinbrud ju oberft feßen möchten. Unter allen Umftan» 
ben ift ba« SBerf beachtenswerte). 

Königsberg. 9iacbbem grl. SennbSMeberin einigen febr be« 
fuebten Soncerten großen Seifall bureb ihre feltene ©timme unb ibren 
SSortrag geerntet, befuebte unfere ©tabt aud) Stier. Srebfd)od unb 
belferte in brei Soncerten fein Slubitorium in Sntbufiaemu« Der 
»eridjt bon Xb. SRobe au« »erlin in 9er. 10 b. »I. ift fo gut auf 
Srebfdjod'S biefige« auftreten, fowol bie Srfolge al« aud) bie "Pro- 
gramme betreffenb, anwenbbar, baß un« babureb alle weiteren Sjpec« 
torationen an biefer ©teile überflüffig geworben fd)einen. Slbfebenb 
bon allen Ski-gleichen mit Sifjt (ber fd)on al« eigentlicher „@d)8pfer" 
einer neuen Slaoiertecbnif unb 95ortrag«weife ba« $rä bat unb außer 
bem 93eigleid)e ftebt), muß mau bor Sreofcbod'8 außerorbentlidjer 
tfunft, bie ebenfo glänjenb al« folibe ift, mit größter Jöemunberung 
fteben. ©eine Äraft unb ©efd)nunbigfeit bei 3Bot)lflang unb Älaibeit 
bürften nicht 3u überbieten fein. — SDie ber beer'« „Dinorab." bat be» 
reit« mehrere Aufführungen mit ganj geredetem Srfolge erlebt: benn 
man rühmt bie „reijenbe" 3Wufi!, bermißt in ibr faft alle« menfdjlid)« 
gemütblid)e Element unb bevl)öbnt jugleid; ba« Sujet. — Sie ich bore, 
bat man „Sebengrin" auf« 9ceue aufgenommen, naebbem man ic)n nun 
bereit« brei» bis'oietmal jurüctgelegt t)at r weil bie Üb. ore nid) t gelin- 
gen wollten. 

ßrrslau. ®ie „Pr61udes" bon ?i[}t, we(d)e fdjon im bongen 
SQ3inter burd) §rn. Dr. JJamrofd) mebvmal« »ur 21uffi'bxung ge« 
bra*t Waren, finb nun aud) bon ber Xbeatercabetle unter l'eitung be« 
.§rn. üBurtf-Xir. ^)effe aufgefübrt werben. Sie Sabeüe bewabrte 
babei ibren alten 9tubm, unb ber Srfolg beim publicum war ein giin- 
ftiger, turd) feine Cbbofition getrübter. — 3n ber bierten ©b"ibb. onie- 
feiräe unter 91 ein ede'e Üeitung errang grl. 3)c 8 « n e r einen großen 
(Srfolg; bagegen ließ bie 31u«füprung ber Ordjefterftücfe ju witnfeben 
übrig. — Con bem Sbclu« breier ©oiröen für tainmermufif unb ©e» 
fang, welche $r- I>r Samrofdj angefünbigt batte, finb bereit« jwei 
unter außerorbentlicber Ibeilnabme unb jur größten Sefriebigung be« 
aubitoriuni« gegeben worben. SBon ber Üocalfritif werben namentlid) 
bie SSorträge ber Siaconne oon 58 ad? unb ber © bur=3toman}e bon 
Seetboben burd) $rn. Dr. Samrofdj, fowte bie i'ieberoonräge 
ber gvau Helene Samrofcb. al« fünftlerifd) boüenbet bejeidjnet. 
%n ber Slu«fiib^rung bereiifemblc=?iecen beteiligte ü6 ber talentbolle 
^Pianift SUiäcbtig, fowie bie £$ faoppt Zweite Cioline), SSalenta 
(erfle SBratfcbe), Sjcurba (jrceite Söratfdje) unb Jpeper (3?ieloiuell). 
fübedi. Unfer mufifaliicbe« Veben bat im i'aufe tiefe* SBinter« 
einen böd?ft erfreulichen @iar con Äegfamfeit, oon gefunber govtcnt' 
wiefluna an ben lag gelegt. Sie bebeutenbften 2ü>evfe bet Sieuveit fin« 
teil t)icr iicteeoüe 'Pfleiie unt eine bereitwilliae Slnerfenuung. (iabell- 
nicifier i^crrmaim bringt in feinen ©eireen für Äammermiirit 
mcglidjft siel - JJeuigfeiten"— u. a. bon 9iubinftein — unb ber 



L' 



äBufifberein führte bereite in feinen bie#jSb)rigen SfbonnementconcerttH 
neben jab.lreia)enSBerfen bon Ceetboben,©d)umann,9)cenbel0« 
'ot)n unb@abe aud) bie 2ann()äufer«Oubertnre bon SBagner, bie 
! if}t'fd)en„PrfSludes" unb©erlioj' Ouberture ju „ÄönigSear" auf. 
Cbarfreitag finbet eine äuffübruna. bon Cacb'« 3Rattbäu8>$affion 
ftatt, bann feben wir bem großen ©angerfeft am 2i). unb 30. ÜRai ent« 
gegen, fttt ba« bereite folgenbe« reid)baltige ^rogramm aufgefiellt ifi: 
Stfie« Concert: Sienftag ben '2tf. 2J!ai in ber <Satbarinentird)e. 
1) Ouberture; 2) 3weite« diequiem bon <SI)erubini; 3) Ouberture 
jum „Wäreben bon ber fd)önen iUtelufina" bon SDlenbelefobn; 
4) „Sem Sawaltenben" bon $. ©d)äffer; 5) 9<ad)tgefang im SBalbe 
bon gr. @d)ubert; 6) r; grübling«naben" oon 3. 8. 3of ebb. fon; 
7) „Auf offener See" oon 2Köbring; 8) ©djladjtlieb bon Slobftocf, 
für » wei SDtännerdjöre unb OrdjefieroonSarlSReinecte. 3 wettee 
Soncert (im freien). 1) Xbürmerlieb oon ©. ©eibel, für }mei 
3Rännerd)öre componirt oon 9eebling; 2) „Cenage nid)t" bon ft. 
abt; 3) ^etmatblieb oon $. ©djäffer; 4) Äneger« Sieb oon g. 
Sad)ner, mit 9Jcilitairmuritbegleitung; 5) ,,@« raufet ber fflalb" oen 
©urlitt; G) SBalbfriebeu oon g. «bt; 7) „Swig treu!" bon 3Mö^- 
ring; 8) Slltbeutfdjer ©djlact/tgefang bon 3ul. Stiel}, mit Snftrn« 
mentalbegleitung; 9) „2öo greube ibre Äränje flid)t" bon Ättcfen; 
10) Sie Slofe, oon©abe; 11) SBarnung oor bem 9e^ein, oon bem» 
felben; 12) Sibeinweinlieb oon g. Sifjt, mit Snftrumentalbegleitung. 
Äandjefler. ©leidjoiel in weldjem Xb^eile berSQBelt ein Ort liege, 
befinbet ftd) barin nur ein Wirtlicher SKufifer, ber ben guten Söitten 
b^at, feine ganje Sraft auf bie Pflege feiner Sunft ju wenben: feine «r» 
beit wirb nidjt bergeben« fein, einen foleben SWaun befifeen Wir un* 
jweifelbaft in üHr. Sbarle« ©alU. SBei feiner $ierbertunft nur 
SBenigen befannt, genießt er je(}t eine« ed)t bolfstbümlidjen Stuf« burd; 
ganj (Snglanb, unb jwar nid)t nur ate Senner ber alten claffifd)en 
ÜRufif, fonbern aud) al« einer ber eifrtgften görberer neuerer SJteifter. — 
ffir war e«, unter beffen umfid)tiger Leitung am 11. Sanuar ©lucl'8 
„3bb)igenie in Xaurie" in ber Free Trade Hall jur 8uffüt)rung ge« 
langte. Srft einmal, unb jwar in ganj unoollftänbiger SSJeife, in ffing« 
Ianb bargeftetlt, unternabm e« ^alle bter pm erftenmaf, allen $in> 
berniffen jum Xro(}, ba« ganje ilüert oor^ufübren; baeitSagniß gliidte 
in foldjem ©rabe, baß fofort eine SBieberboluug ftattbaben' tonnte, ja, 
baß in näcbfter 3eit nodj eine brttte fluffübrung in 9ln«jid)t genommen 
worben ift. Sie allgemeine entbufiaftifebe Sufnabme jeigte red)t beut« 
lieb, wie tief bie Siebe jur claffifd)en SDcuftt bereit« in unferem publicum 
SBurjel gefcblagen bat. Sm 20. gebruar wurb^e in bemfelben ©aale 
$änbei'« „jDieffiaS" oortrefftidj aufgefübrt, mit 3Kab. Satberine 
4>ape«,3Kr«. *roote, 3Wr.©im« »tecoe« unb ©ignor Selletti 
al« ©olijten, unb im ©anjen 300 SluSfübrenben. Sbenfatl« unter 
$alle'8 Sirection folgte am 27. gebruar ÜKenbelSf obn'e „Slia«" 
jumöeftenberJlrmenftbulen; „3ubae2Kaccabäu8" ift auf benl4.3Wär» 
angefe^t. — 9Jeben JpalU'8 Sienftag=älbenbconcerten oerbienen aud) 
bie ällontag-Soncerte unter ©anf«' Seitung bolle »ead)tung. 3lm 
12. SDtärj erwarten wir eine neue Santate bon ^3ercibal: „The 
Lyre 1 '; in bemfelben Soncert wirb3J(iß©obbarb 0egt9}ir«. Sabib« 
fon) mitwirfen. 

iJfflh. Sie $affion fud)t bier bie«mal, ftatt <5oncert«Seiben ju 
bringen, Seibenben burd)2öobltbätigfeit8» v üfabemien unter SRitwirtung 
ber D}ationaUXbeatei«iDcitglieber, ber aJioloncettoirtuofin grl. 9lofa 
©ud, ber §ip. 9temenbi unb S3o«cooi^ bülfreid)eJpanb »u bieten; 
fo trug benÜcotbleibeuben in Kroatien unb©laoonienba«im9cationai« 
Xbeater um bie 2Jcittag«ftunbe gegebene (Soncert 3000 gl. ein. — 
Sie ungarijd)e 8fabemie ber äöiffenfd)afteu unb unfer 3Jcu|if-ISonfer> 
batorium erbielten ben ganzen nambaften Srtrag be8 geftern borwie« 
genb burd) 9i e m e n p i getragenen Soncerte«, beffen feelenooller Vor- 
trag ungarifdjer SBolfälieber ibm ba« Sbitbeton „Sifjt ber SJiolhte" 
erworben. — Stemenpi'« Serbienft ift aud? ba« Arrangement Sbo« 
bin'fcber CompofUionen für Biotine unb Slabier; mit i(inen unb 
eigenen Sompofuionen bat er bier alle $er;en gewonnen. SBoecobtfe 
gab brei gut befuebte Soncerte, unb glänjte burd) bie wafyrbaft unüber« 
treffliebe ^nthpretation Shop in'«, inbem er ba« Slaoier ju einem 
faft träumerijcb flingenben ©efangsinfirumente erbebt. Satin ift er 
bebeutenb, unb e« tritt feine tedmifebe Cirtuofität bem gegenüber in 
ben Jpintergrunb; Sifjt tonnte fein „Au bord d'une source" nict)t 
reijenber oortragen. unb aud) teil Sif jt'fcben ungarifeben XranSfcrip» 
tionen ift ber junge Soncertift in Sluffaffung unb Äraft gewad)fen, 
beffen im ©alonftoi gehaltene Sompofitionen ben 9tuf ber ©anglid)- 
teit wie be« gravöjen ©tijl« rechtfertigen. — 9Jofa ©ud wirb al« 
üioloncellifiiii eine größere «unftreife antreten, unb wol überall ben 
SüieDerliall mi'erer SBerebrung fmben. — äöcregbß&ßb'« Soncert« 
glügcl er v eüinen in ben jämmtlidjen Soncerten bon S.g. iöo«cobi(j. 
Dr. g-r. 



um um iii-^i-m 



119 



(tagesflel'cfjidMe. 

Seifen, Concrrte, engaaemenl». grl. ©Bobr, ©*ülerin be« 
©ejanglebrer« Dr. ©*Warj in ©erltn, bat auf bem ©tutt« 
garter igiofibeaier als Slgatbe bebutirt unb ift infolge ibrer Borjfig« 
Fi*en l'eiftuug fojott engagirt »erben. 

am 17. 3Hörj gab ©ionb* 35rudner in Stuttgartern 
Concert, in wel*em er unter großartigem SJeifall Söerfe Bon ©eet» 
BoBen,©*ubert, Cbobin, SBeber unb Sif jt fpielte. 

®em S5ernebmen na* ift SR.SBagner na* ©ruf fei gereift, um 
au* bort Concerte, am 2i. b. 9Kt8. ba« erfte, ju Beranftalten. 

grl. anna ©retf*neiber »on b«« bat am 9. äRärj auf bem 
©tabtbeater }U §alle at« Sabine in ber „Cinfatt Born i'anbe" mit 
Bietern ©lud jum erftenmal bie »reter betreten. 

gür„HerMajestyTheatre- in Sonbon, ba« Bor abtauf b.SWt«. 
eröffnet wirb, finb bie Samen Xietjen«, «llbont unb ©orgbi» 
SRamo al« Shimabennen engagirt. 

Sm 13. 2Härj fanb im ©ihjeni* ju CBln ein Concert für ba« 
bortige Orcbeftet ftatt. ©ie fl}bäbra»OiiBerture »on g. §iller eröff- 
nete beii Bbenb, im »weiten Ibeil folgte al« jweite« Or*efterftüd bie 
Croica. ©tod bauten fang bie Brie au« „3obann »on $ari«" unb 
fünf Sieber. Bon ©*ubcrt, S*umann unb 3Renbel»fobn. 
. filier fbielte äJiojart'« C moll-Concert unb ber Cbor fang ba« 
yrie unb Resunexit au« bet $ moH*9Reffe Bon 33 a *. 

©ie &§. ©rilnwalb unb ©tuntner in Berlin fbielten in 
ibrer britteu ©oirte ba« Claeierquartett be« ^rinjen Soui« gerbi« 
nanb in g mott mit ben §§. «able unb ©run«, außerbem tarnen 
©eetboBen'« Sonate für Sßianoforte unb ©ioloncett, Op.5 in gbur, 
unb SDcojart'« <S« bur>Xrio jur Supbtung. 

3m jweiten Concert be« DcännergefangBerein« in SBien würbe 
n. a. @*ubert'«: „©efang ber ©eifter über ben SBaffern", unb ein 
Sieb „Bon ber S)cartin«gan8" Bon Orlanbo Saffo, ein ^iftorifc^e« 
Guriofum, gelungen. 

3m 126. Bljilbarmonif*en Concert in Hamburg fbielte ber 
^ianift 9tacciaronc au« 9ceabel ba« © moll»C©ncert Bon 
3Renbet«feb"- 8 r «" (Satbarina finget au« Petersburg 
entbuftaämirte bur* ibten SieberBortrag, riamentlicb be« ,,©eil*en«" 
Bon SKojart. 

älejanber 9Halibran gab in grantfurt a. SM. ein «Eon« 
cert, in bem er mit feinem ©ioliufBiel fi* al« ein tBÜrbiger @*üler 
©bobr'« bemäbrte. ©on feinen Compofitionen gefiel'namentli* eine 
SWilitairmeffe. 

itlulililelle, Aufführungen. 3ur Cröffnung be« neuen Cafino» 
faale« würbe in Clberfelb unter ©cbornftein'8 ©irection am 
17. 2»ärj ber ,,<ßaulu«" aujgefübrt. $r. Dr. arnolb fBra* Borber 
einen Prolog, am 18. folgte ein Concert mit SoloBorträgen. 

auf ^almi'onntag tuirb, teie wir f*on berichteten, bie aupbrung 
Bon ©eetboBen'e Missa solemnis bur* ben 5K i e b e rieben SJerein in 
ber biertgen Xboma«tir*e ftattfinben. SBir macben auswärtige Äunft» 
freunbe tcieberbolt barauf aufmerffam, bamit fte noeb frübjeitig genug 
in ber Sage finb, ficb SöiUete für bie aujjübrung ju terf*affen. ©ie 
»ollen ju bem ©ebufe ficb brieflieb birect an §rn. Site bei, ©olbbabn« 
göß*en 9h. 8, wenben, ber bann bie ©illete, ebenfalls in jeiner SBob« 
nung, hinterlegen unb jum Slbtpolert bereit balten wirb. 

(Sin junget Componift in SBien: SDtögerle seranfialtete am 
11. SKä'rj eine öffentliche aupbrung eigener äiäerfe: einer ©onate für 
^ianoforte unb Sioliue, eiueSipiaiiojorte^Xiio«, eine« Streicbquartett« 
unb einiger Sieber. 3)ie fämmtlicben (Somtofitionen werben Born 9le- 
ferenten ber „Cefterr. 3tg." al» „fleißige arbeit" bejeitbnet. 

Urur unb nrueinllubirte Cprrn. 3m äüiener ^ofoberntbeater 
tarn © b o n t i n i'« „gerbinanb Corte)" neu einftubirt mit febr mäßigem 
Stifaü jur auffüb r > l nfl- 

©ie Cter be« Surften $oniatow«tu: „$ietro ba 9Jcebict" bat 
bei ibrer erften auffübrung in $ari« Bor einem b°b"t eingelabenen 
publicum nur wenig gefallen. — ©ie au«ftattung feil 125,000 grc«. 
getoftet baben. 

Jftteranfdie llotijen. SBei tjmann'« juerft in b. SBt. abgebrudte 
$rei«fcbrift ift nun unter bem Xitel „$armoniefuftem" au* al« ©ro« 
ebure (bei <£. g. Äabnt) erfcbienen; ebenfall« bet Äabnt würbe in 
bieten ©agen bie jweite aufläge Bon g. ©lei*'« „^atibbu* ber mo* 
bernen 3uftruinentirung"; ferner: ,,©ie üMufit al« ©efübläfpracbe", 
eine abbanblung Born Dr. ©*warj in ©erlin, unb bie im oor. 
Bbe. unferev3fitftb r ift entbaltene ©eurtbeilung ber Scbumann'fd)en 
ganfttnufit Bon ^J. Jobmann al« ©roebure ausgegeben. — ©ei 38i« 
aanb in ©Bttingen erfcbienen bie beiben erflen Lieferungen Bon 
©Bobr'« ©elbftbiograpbi«. 



Sluejeicbnungen , fierdrberungen. ©ie grau ©roftberjogin Bon 
SBeimar bat bem Somboniften 3a. Ban <Soten in Slberfelb 
für bie Sibmung feiner aJlufit jum ©rauerfpiel „?ucifer" eine loftbate 
mit ©riüanten serjierte ©ufennabel mit ©egleitfcbreibeu jugeben 
laffen. ©er £laBierau«jug biefe«3Serte« ift BorÄurjem bei R.SB.ar« 
nolb in Slberfelb erfcbienen: e« bat bereit« bei ben auffübrungen 
inStotterbam unb amfterbam ben größten ©eifatl gefuuben unb 
Wirb au* tbeilweife auf bem bieejäbrigen SKuüffefte »u arnbtim 
aufgefübrt werben. 

am 17.aJlärj würbe in ber biefigen (EentralbaHe ber 60.©eburt«« 
tag be« i'iebercemboniften Sari Zöllner Bon Seibjiger 2Rän« 
nergefangBereinen bur* eine ©efangauffübrung gefeiert unb bem 
3ubilar bei biejer ©elegenbeit eine ©otiotafel unb ein filberner ©actir« 
ftod überrei*t. 

JPerfonalnacbridjten. ©er frilbere ©irigent be« SoBentgarben« 
2b«ater« in Sonbon, 3ullien, ift in Spari«, wo er Jpänbel'8 
„aJceffta«" unb anbere Oratorien Borbereitete, geiflesfrant geworben 
unb bat einen SelbftentleibungSBerfu* gema*t. (ißeuere 92a*ri*ten 
melben tbn bereit« an einer ©ebirnlä'bmung )u 9ceuiUb geftorben.) 

grau 3a*mann«SBagner ift am 13. SJJärj Bon etnec Xo*ter 
entbunben worben. 

«obeepiU«- ^tn 6. SJcarj ftarb in ©reSben ber ©ioloncellift 
3. g. ©ofeauer, 3Jtitglieb ber tünigt. ©ofcapeüe, 1783 in Raffel» 
rietb bei^ilbburgbaufen geboren, au* bur* jablreicbe öomBofttionen 
befannt. 

D ermt festes. 

9ca* bem ©organge ber $oftbeater wirb nun au* feit Borigem 
Sabre Born ©irector unfere« ©tabttbeaterS, bem einfi*t8Bo(len unb 
tbätigen diubolbbSBtrfing, eine Ueberfi*t ber ©orfietlungen im 
Saufe eine« 3abre« na* ablauf be«felben Bertbeilt. SDJir baben bie 
Ueberft*t be« Berfloffenen 3abre« Bor un« unb freuen un«, fagen ju 
tonnen, baß namentli* ba« Meßertoir im Suftfpiel unb in ber Ob« 
Bon einer feltenen, bei$oftbeatern ni*t entfernt errei*ten, unbbenno* 
>u glei*er 3<i' gebiegenen 9tei*baltigteit war. Senn au* bie 9coBi< 
täten in ber Ober ni*t eben rei*li* ftrümten — „©anta Cbiara" Bon 
S. $. }. ©., „©er ffialb bei $ermannftabt" Bon ffleflmeper, ,,©ie 
^o*jeit Bor ber Saterne" — fo entf*abigte bafür bie 3<*l »on 37 
fiebenben SBerten älteren Urfbrung«, unter benen 3Jco;art mit 4, 
©*umann, SBagner,3Karf*ner je mit 1, SBeber mit 23Berten 
Bertrcten war unb woBon fein einjige« ber ©erüdfi*tigung unwertb 
genannt werben bürfte. 9Jebmen Wir binju, baß außerbem feit Äurjem 
„©on 3uan". „gibelio", ,,4>an« ^eiling" neu einftubirt finb unb baß 
„Sobengrin" in naber au«ft*t ftebt, fo ergiebt ft* eine Xbätigteit, bie 
jeber ©übne al« 9Jiufter aufgefteUt werben tann. 

©a« „l'eipjwer 3ournal" bra*te biefer Xage einen artitel, ber 
ben bebeutenben erfolg be« „$ i f j t 'f *en „^rometbeu«" in ©t. ty e t e r 8 » 
bürg ben betannten ©orgängen bei ber äSiener auffübrung gegen« 
überfteUte unb bei biefer ©elegenbeit eine Keine diüge barüber au«« 
fbra*, baß b. ©I. be« $ e t e r « b u r g e r ©rfolge« nurgan) Borübergebenb 
erwäbut bauen. (5«gef*ab, weil un8ausjüprli*e9ca*ri*ten Bon bort 
tur 3«' fehlten, anjuerfennen ift jebenfad« ber wadere ©inn, ber ft* 
in bem erwäbnten artitel au«fpri*t, unb ber u. a. 92i*t« al« berfon« 
li*e ©ebäffigtcit barin erblidt, baß bie beutf*e treffe im allgemeinen 
fo f*nell bei ber §anb ift, wo e« bie 9ticberlaa,e einer bebeutenben Lei« 
ftung in Äunft unb 2Sifjenf*aft ju beri*ten gilt, fo langfam, fo feiten 
anbrerfeit«, wo ein große« @eifte«wert bem SÖerftänbniß be« größeren, 
unBorbereiteten publicum« näber ju fübreit ift. 

3n einem Concert ju ©Ibing würbe bor Äurjem ba« ©rio 
Ob. 11 Bon ©eetbosen in ber ÜBeife Borgetragen, baß ber erfte ©ab. 
für fi*, bann eine ©iolonce(l>$bantafie Bon ©ersai«, ©efang, unb 
Jobann erjt ber jweite unb britte ©a(j be« ©eetboBen'f*en SBerte« 
jur auffüprung tarn! 

Sine ^ßarifer ©itte ift nun au* in SBien eingeführt: baß bie 
SRecenfenten f*on ju berSeneralprobe neuer Obern eingelaben werben. 
C« gef*ab in tiefen Xagen juerft im Carltbeater bei ©elegenbeit Bon 
Dffenba*'« „Orpbtu«" unb eine ber bortigen gropeit 3"tungen 
bra*te benn au* wirtli* f*on Bor ber auff übrung eine Jcritit übei 
ba« launige Söert. — 3m guten ©inne regfarn ift au* ba« \>\tx feit 
1. 3anuar crf*eincnbe „l'eipjiger 3ournal" mit feinen am SMorgen 
na* ber jebeSmaliaen Soncert» unb Xbeaterauffübrung erfolgeuben 
Referaten, ©a« ift um fo bBber anjuf*lagen, al« fowol ber Concert» 
referent ber ©ewanbbau«concerte wie berjenige für bie Oper eine febr 
wadere ©cfinnung unb tH*tige Xenntniffe bocumentiren. 



120 



Intelligenz -Blatt. 



$mt JftuaiftH&n 

im Verlage von 

Breitkopf & Härtel in Leipzig. 

Dnpont, A. , Op. 33. Grand Trio pour Piano, Violon et 

Violoncelle. 3 Thlr. 15 Ngr. 
Eccard, J. , Geistliche Lieder auf den Choral oder die ge- 
bräuchliche Kirchenmelodie gerichtet und fünfstimmig 
gesetzt. Nach den Königsberger Original -Ausgaben, 
beide von 1597, herausgegeben von G. W. Teschner. 
In Partitur 2 Theile ä 2 Thlr. 20 Ngr. 5 Thlr. 10 Ngr. 
In Stimmen 1. Theil in 2 Abtheilungen 2 Thlr. 16 Ngr. 
2.Theil in 2 Abtheilungen 3 Thlr. 25 Ngr. 
Lee, S., Op. 91. Herculanum de Fei. David. Morceau de 

Salon pour Violoncelle av. acc. de Piano. 20 Ngr. 
Lefebore-Wely, Op. 133. Le Retour de 1' Armee. Marche 
triomphale pour Piano ä 4 mains. 1 Thlr. 5 Ngr. 

, Op. 137. Roveredo. Fantaisie-Tyrolienne pour 

Piano. 18 Ngr. 

, Op. 138. La Bergerie. Scene cbampetre pour 

Piano. 18 Ngr. 
Mozart, W. A., Concert Nr. 8 (D moll) für das Pianoforte 
mit Begleitung des Orchesters. Ausgabe für zwei Piano- 
forte. 2 Thlr. 15 Ngr. 
Partzsch, C. E., Op. 5. Dans la grotte d'azur. Pensee 

elegique pour le Piano. 25 Ngr. 
Potpourris nach Themen der Oper: Weibertreue von 
G. Schmidt. Für das Pfte. zu 4 Händen 1 Thlr. 
Für das Pfte. zu 2 Händen 20 Ngr. 
Schmidt, G., Weibertreue, oder Kaiser Konrad vor Weins- 
berg. Komisch-romant. Oper in 3 Akten. Vollständiger 
Klavierauszug vom Componisten. netto 8 Thlr. 
Daraus einzeln: 
Nr. I 1 '. Hochzeitslied für eine Sopranstimme 

Ex zog ein Bräut'gam mit der Braut. 5 Ngr. 
Nr. 8. Quartett für 2 Soprane, Tenor u. Bariton 

Da ist sie, die Holde. 18 Ngr. 
Nr. 8 1 '. Schwäbisches Volkslied. Für Sopran oder Tenor 
Ach Herzle, lieb Schätzle, wie fällt mir's. 5 Ngr. 
Nr. 8 C . Dasselbe für Alt oder Bass. 5 Ngr. 
Nr. 11. Recitativ und Cavatine für Tenor 

Hier also soll ein streng Gericht. 8 Ngr. 



Nr. 13. Scene und Arie für Sopran 

. Sie lassen mich allein. 12 Ngr. 
Nr. 14- Duett für Sopran und Bass 

Komm, Weibchen, lass uns Frieden stiften. 15Ngr. 
Nr. 15. Duett für Tenor und Bass 

Ach lieber Herr Jerobeam. 15 Ngr. 
Nr. 16. Recitativ und Lied für Bariton 

Ha! so verrathen und betrogen. 10 Ngr. 
Nr. 17 a . Lied für Sopran 

So sagt mir an, wo Weinsberg liegt. 5 Ngr. 

Interessante nnd werthvolle Neuigkeiten, 

welche mit Eigenthumsrecht in unserem Verlage erscheinen: 
Weitzmann, C. F., Zehn Räthsel- Canons für Pianoforte, 

zwei- und vierhändig. 
(Bereit» auf das Rühmlichste in der Berliner Zeitung besprochen.) 
Taussig, C, Das Geisterschiff, symphonische Ballade für 

Piano. Op. 1. 
Qraben-Hofimann, Op. 58. Der Hahn, heiteres Lied für 

eine Stimme mit Piano. 
Baff, J., Op. 77. Grosses Streichquartett, in Partitur und 

Stimmen. 
Pierton, H. Hugo, Op. 26. Drei Liebeslieder für Sopran 

mit Piano. 
Die Namen Graben-Hoffmann, Pierton und Baff sind bereits 
rühmlichst bekannt ; — auf die Einfahrung der Werke von Weits- 
nuum nnd Tauuig legen wir Gewicht. 

J. Schuberlh d GOOip., Leipzig und New York. 

Musiker-Gesuch. 

Ein Solo-Clarinettist, 
Ein erster Clarinettist, 
Ein Es-Clarinettist, 

Ein erster Geiger 

finden unter vorteilhaften Bedingungen Stelle beim 34. In- 
fanterie-Regiment in Rastatt. — Näheres beim Capellmeiter 
Parlow daselbst. 

Ein Clarinettist, der zugleich Geiger ist, hat den Vorzug. 



In bie Jlrftrr m priefeit /für JJraMsfoljit f artMüii'i 

Die Unterzeichneten glauben der Zustimmung Aller, denen die Erinnerung an Felix Mendelssohn Bartholdy 
werth ist. gewiss zu sein, wenn sie es unternehmen, aus der Fülle von Briefen, die er geschrieben, eine Reihenfolge 
der für ihn und seine Arbeiten bezeichnenden zu veröffentlichen. Schon befinden sich fast alle Briefe, an deren 
Empfänger sie sich deshalb direct wenden konnten, in ihren Händen; aber von sehr vielen fehlt ihnen der Nach- 
weis und die Spur ihres Verbleibens. — Sie erlauben sich daher die ihnen unbekannten Empfänger oder Besitzer 
solcher Briefe ergebenst zu bitten, dieselben entweder in Original, das nach gemachtem Gebrauche dankbar zurück- 
gesendet werden wird, oder in zuverlässiger Abschrift, unfrankirt, einem von ihnen zuschicken zu wollen. 

Berlin, im Februar 1860. 

Job. Gast Droysen, Paul Mendelssohn Bartholdy, 



Professor an der Universität, Victorm-Struae Nr. 9. E. 



jÄgerstrasw Nr. 51 . 



Da e^n& ä-aM^ gi iS O —s& ä 



-i&= 



Bn «Mb JKMiiI «1Mw< atouua 
1 ft amai «m 1 ifecr ltji «lim. tntl 
Mi JUnK* Ha M * ■!■" 4'is Uli 



MVM, öe« 30. 1Pi$ 1860. 

9teue 




ettödjtift tut 




aifatUal*M«Hx Mi JnttnUi * »t*r. 



E0tli* 



Aaili Srenbet, Berantttorfltcber SRebacteur. — Serleger: C. <T Kofint in Ceiu if|. 



CtutBtli'f«« B»*. ft IRnfUt. (W. 8»*n> ts Berti». 

•ctiiin •■• i» 3ürt*. 

Mail« li^utfn, Hulcal Kubuf* ix SS Boa. 



^14. 

3«t(iua&fanfjifl|t(T Ban6, 



I. aifmin * Chi. hl fittB P»rt. 
1 *4mimaia) ix fBic*. 
■■1. jrirttria in tBulftu. 

CjWte » A*m»I u B|tUbeI*tU 



Sntift: iflwffftot $8tc alt (Befanflfttttet. — 8ll|t'f „ftumet^tsl". — »ecra- 
ffeacn: 3n[(ul£nm, KnlfBWiit« SU»it(rfflct$abc(ff«tfftimg}.— ffiftmtt 
Öifef* (S»rtft|«ma). — Ältim 3eUuf : S«tc|pmlciit XagttgtWt^tc; 
Btnti W*> — ÜuMHttniMatt. 



profeflbr £Öfce ab ^efangstefirer. 

«Ott 

f. 6rtn>el. 

©er Umftanb, baf) »ir fett einer 8?eib< »an -Jahren unb 
gang neueibing« raieber ©elegenbeit Ratten, ©exilier unb 
©djüttrinntn be« in ber Ueberfcbrift ©enannten in i^ren Sei» 
{hingen bei i&rem erften &ffentüd)en auftreten fouiof, a(« audj 
toeiter^tn im Sortgange tyrer Sauf ba^n fennen ju lernen unb 
)u beobachten r bilbet bie näcbfte äufjere SJcTanlaffung, bte midj 
jnr tlbfaffung be« 9?ad)fte^enben beflimmt. Önnere Seran> 
(affungen finb burdj btn ©cgrnfianb fetbjl gegeben, ffi« ift 
notbwenbig, bie @efang«fragen jur ©pradje ju bringen, e« 
iß bxingtnb geboten, biefelbcn geiturilig in *en Sorbergrunb 
jn (teilen, n>enn mir irgenb hoffen rouflen, betn Serfafl tiefe« 
jfanftjtpeige« entgegentreten. Änüpfe id} ba« bier ju ©agenbe 
an bte tn ber Uebetfdfiift genannte $(rj3nlid)trit, fo roirb 
SRiemanb, bem bte oben genannten Stiftungen betamtt gemorben 
fiitb, barin ben Serfud) einer fteclome feiern 9cid)t bto«, baß 
efl eine greube ifl, auf adjt funfit«rifa)e öeftrebungen ^inju» 
»eifen, tto fidj ©etegenbrit baju bietet, e« ift$flid)t ber ffritil, 
unb biefelbe wirb fieb aud) bann ntdjt abgalten [äffen, nenn, 
»ie im «oiliegenben Satt, bie $erfönlid)hit be« Ce^rerö e&er 
geneigt ift, von ber Oeffentlidjieit fid) jurfiijuji^en, af« bie- 
felbe ju fud)en. SRatfhlid) banbtlt e« fi^ ^itr nia)t barum, 
auf eine betn mnfifaliföen publicum nod) nid)t kfannte I^ä« 
ttgteit aufntertfam jn madfen: $rof. @a(fe'« Jeiftungen alt 
@anger fotoie atto) ("tritt alfl ©efangd[f^rtr finb tängft be« 
fannte. Srft in ben legten -Sauren jeboC^, feit fetner Ueber* 
ftebtlnng naa) Seipjig, tonnte berfelbe fid> bent Öerufe atS 
Sefjrer auäfd^lieglia) roibmen. ffirft feit bieferä'tt (tat bernnaö^ 
auo5 biefe ©eite feiner X^atigfeit ba3 Ucbergeniid^t erlangt, 
fo bafj eine befonbere SBefpredfung bitbur^ ntotiuiit wirb. 

SRan bat fid) oieifad) mit ttnUrfadjen ber geutnteartigen 
©efatigCcalantität befd)aftigt. Setfo^iebene berfelben finbfd)on 
oft evöttert tuorben , unb aua) in b. ©(. ift roiet-rrijolt bavon 
bie 9iebe getoeftn, üßafi junadjft jeneUrfatbtn betrifft, bie au« 



bei @eftaltung ber Ännft an unb für fi<^ refultircn, fo iol 
man isiebtrt/eft ben Äutn ber Stimmen beflagt, ben eine ja 
meiftnbafte Önftrumentotion unb eine in bie $9fc getriebene 
Stimmung jut $olge r)a&en muffen. ÜDttftä Z)ftma ift fo aQ> 
gemein nnb fo oft be^anbett, baf) ^ier nia)t weiter bason bte 
liebe )tt fein braudjt. 3>ie ©ad)e ^at i^re oolltommene Widt« 
tigteit, nnr bog ba4 Utbel leidjter ju rrfennen ald ju befeitigen 
ift, benn aud^ bie, wie e« fa^etnt, lebtglid) auf ber SSSillt&r ber 
Sonfeger beru^enbe oiaffeii^afte dnftruntentirung bat in ber 
Runfttntroirflung feibfl i^ren @runb. — 3Ran t)at ferner bte 
btuifdjen lonfeeer btfdjulbigt, bafj Biete berfelben bei i^rem 
Streben nadj a)arafteriftifa>em ^uöbrud ju wenig bie Katur 
beflDrganS, fttr ba3 fie fa>reiben, berüdfiebtigen. Sud) ba8 
ift ooQIommtn mabr unb begrSnbet, unb nur bad Sine ^at man 
babei ttberfe^en , bafj e« häufig nnmogtid) ift, in ber ted>nifd> 
ftimtngeredjten Seife ber Italiener ju fd^reiben, toenn toirtltd) 
tief ©eiftigeä unb nicht blöd finnlidj SolilgefäDige« jur Dar« 
fleQung gebraut tterben foll. Stuf bem ©tanepunet ber beut* 
fd>en Äunft fielen jene Sorberungen, fo bereebtigt fie an fieb, 
finb, in jmeiter Pinie. — SWan bat enbticb, aud) auf jenen an- 
gfinftigenUmftaitb aufmeiffam gemacht, ber barin feinen @runb 
(Jat, ba6 unfere ©ängrr genotbigt finb, ni<bt btofl eine Sdjule 
fid) JH eigen ju machen, niebt blo8 für ben beutfdjen ©tfang 
ft4 jn btlben nnb in beffen <£tgentf|flm[id)feit jid> bintitijultbeti, 
fonbern jiigttid) aud) Ötalienifcr>es unb gtflnj3fifcl)t« ju eulti* 
biren. !Ca« SS0e« ift, toie gefagt, colltomnien richtig unb ^u> 
glei6 cielfacb erorten. 2>te klagen barilber finb iitbef) nun« 
bef^enS infotoeit jiemlio) müßige» al« man nid)t abfielt, mie 
eine Sienberung ^erbeigefQbrt »erben fann. Unmittelbar 
toenigflend ift eine foldje ntebt in unfere $anb gegeben, nnb 
nur aflmälig nnb auf Umwegen tonnte auf Serbefferung $in> 
gearbeitet »erben. J&ierju fommt, bafj biefe angaben nod) 
leinedteege bie Urfadjen See gegenaärtigen SerfaOe biefe« 
Kunft^meigc« erfdj&pfen, SiQ man grunblia) ju ffierte geben, 
fo bat man ÄUe« bafl in« Huge ju faffen, roa« im C^arafttt 
be« SotfeS, in ber Erhebung unb Sugenbbilbung, foaie in ben 
fociafen Serbältniffen — fuiiftterifdien fo»ol a(« allgemeinen — 
feinen ©runb t^at. SUIancbe« bason ift jmar ebenfaÜO bereit« 
jur ©pratbe gebrad)t toorben, 9»bere« bagegen ttir £eit toe> 
niger ertannt ober beneblet. Hu« biefem ©mute ift e« nolb* 
toeitbig, bter im ©innange au* nod) na6 tiefen Seiten feie 
Slid*e ju roeitbrn. ?iegt jmai ber ©cbiueipuiKt meiner 99f 
lrüd)tung nidjt barin, fndjen toir 3L>bülfe nuvi in einem un- 
mittelbaren Sntimv|eii bagegen, fonbern auf anbeten SBegen, 



122 



wie aus bem weiter gelgenben fld^ ergeben rotrb, fo bürfte e« 
bod) nid)t überjlii(ftg fein, beoer mir baju übergeben, eine mög» 
Iidb.ft öoöftänbige Orientimng über aQ bie $inberniffe, welcbe 
entgegenpeben, anjubabnen. Kommt bod) babei jugleid) aud) 
nod) ber Umftanb in 33etrad)t, baß baS, maS fpätcr ju fagen 
ifl, fyierburd) oorjugätoeife motioirt wirb. 

Sei bem ben 3)eutfd)en eigentümlichen Äunflfinn unb 

ber großen ^Begabung be« 33elfe« bafür ftedt bod) noch febr 

viel $tofa unb ^ßb/iüflert^um in ben Familien, (jfl fe^lt ben 

Äinbern nur ju bänfig aud) bei guten anlagen an entfpredjen« 

ber Anregung im £aufe, namentlid) in allgemein tünftlerifdjer 

33ejier/ung. 3Der rechte ftunftfinn foinmt nidjt jur (Sutroicf hing, 

wirb im ®egentbeil niebergebalten unb unterbrücft burd) bie 

9Kad)t roiberfhebenber Serbältniffe. 3Me« erflärt u. 91. jenen 

ÜWangel an ©djwuttg unb freier 33eh)eglid)feit , jene« befannte 

9tid)tau8|'id)=$erau«geben, namentlid) beim weiblichen ®efd)led)t 

in 3)eutfd)lanb. SBerben nun b,ierburd> bie böberen fünftle» 

rifdjenÜebeiiäbebingungen gäiijlid) entjogen, fo feblt e« anbrer« 

feit« aud) nicht an Urfadjen, weldje eine grünblidje tecbnifdje 

©Übung unniöglid) mad)cn. ©o febr man nämlich in 3lu«pcbt 

auf @ewinn neuerbing« in ben Familien bie fünftferifd)e ?auf« 

batm ju unterftüfcen geneigt ift, fo finb bod) jene öälle nod) 

eben fo jaljlreid), wo ein jahrelanger ffampf unoermeiblid) ift 

unb erft beenbet werben muß, bevor e« gelingt, wiberftrebenbe 

Snpdjten ju befeitigen, fo baß, wenn fcbließlid) bie ©enebmi» 

gung erfolgt, bieftraft fdwn ermattet ober ba« günPigfce älter, 

um mit Sifolg ©tubien ju rnadjeu, oerfäumt ift. — 3)och ba« 

ift nur bie eine ©eite ber ©ad)e. äud) bei ben Sernenben 

felbft begegnen wir oerroanbten Urfacben, bie e« ju einer ge« 

beiblidjen (äntroitflung nidjt fouimen [äffen. 3n gewiffen fjäüen 

jeigen ©d)üler unb ©djülerinnen großen gleiß unb ftreben in 

furjer 3eit mög(id)ft oiel ju lernen; aber fie betreiben iljren 

33eruf möglich ft b,au«baden, ebne bie nötbige griffe unb ©bann» 

fraft, übernehmen fid) im arbeiten, namentlid) im Slaoier» 

jpielen, unb ©timme unb förderliche ftraft fd)roinben, bebor 

fie nod; an bie Deffentlidjfeit IjerauSgetreten finb. SBieberSln« 

bere pnb nad)lafpg unb nbne ©treben; fie würben gern 9?e= 

fultate erlangen, roenn eS ob,ne große 2Wüb,e gefd)el)en tonnte. 

9cur oon SRücf ficht auf 33ortbeil gelocft, wibmet man fid) einem 

33eruf, beffen ©cbaierigfeiten man nid)t fennt. allgemein ift 

baS SJerurtbeil, felbft bei ©ebilbeteren, baß ber ©efang bod) 

eigentlid) eine feljr leidjte ©ad)e fei, wie man aud) gemeinhin 

feine 91b,nung oon ber Slnftrengung b,at, weldje baS öffentliche 

auftreten mit fid) bringt. 

93etracbten wir ferner baS S3erb,ältniß ber ©d)ü(er ju 
ten 8et)rern, fo muffen wir gewabren, toie ben Srfteren nur 
ju bäupg ba« nötbige Vertrauen feljtt. Sin inftinetioe« ®e* 
fütit fagt iljnen, baß e« nidjt ba« Steckte ift, maS iljnen geboten 
wirb, unb fo laufen fie oon bemSinen jum9lnberen. Unb wenn 
bei i'ebrer 93effereS leiftet, Ijaben fie feine 8uft unb ©ebulb 
jum geftbalten beftimmter ©tufen im @ntwicflung«gange, im 
fdilimmften gafle felbft jum Orren mit bem SDceifter, wa« einem 
alten ©ag jufolge in geniffem ©inue nur ®ewinn bringt, 
immer beftrebt, bie fd)ließlid)en SRefultate »orau«juneb,men. 
©o fommt e«, baß bei ber un»erb,ältnißmäßig großen Qaty 
oon jungen beuten, bie jäbrlid) bem ©efang«fad) fid) wibmen, 
fd)ließlicb nur ein fet)r fleiner ^Tf>etl a(« wirflid) brauchbar 
übrig bleibt. 3)ie meiften geb^rn für ben oon ib,nen gewäblten 
Süeruf unter nod) wäbrenb ib,reö Stubium«. 

333a« Ougenbbilcurtg überhaupt betrifft, fo bat man Wei- 
ter mit SRecbt, roie mir fd)eint, auf ben 33erberb ber ©timmen 
burd) ben ©cbulgefang tyingeroiefen. ilu guten ©timmen feb,lt 



e8 tb,atfad)tid) nod) immer nid)t, aber fie werben früb^jettig 
burd) mibernatürlid)e Slnftrengung abgenu^t. 

83on gleicher, wenn nidjt nod) größerer SBid)tigfeit finb 
ferner bie fünft(erifd)»focialen 33erb.ältniffe. $ier ift in erfter 
Steige eine ju b, äufige 93et|) eiligung, namentlid) ber Schülerinnen, 
an ©cireen unb ^rioatanffübrungen, ein ju bäupger Soncert= 
unb Zi)eatexbt\ud), überhaupt eine ju große Eingabe an bie 
I 3 er P rcuun fl en oe8 gefeüfdjaftlicben Seben« ju betlagen, ©o 
wid)tig e« aud) genannt werben muß, iu Reiten gefeHige @e» 
wanbtbeit fowie Uebung im öffentlichen Vortrage ju erlangen, 
fo widjtig e« ift, gute ÜKufter ju boren, fo wirb bod) barin 
bäupg gar feljr gefehlt. 2)er ®oetb,e'fd)e ©aß, ein Jalent 
bilbe fid) in ber ©tide, pubet oiel ju wenig S3ead)tung, eine 
atb^emlofe $aft b^inbert ba« ruhige JReifenlaffen. Unfer aufge» 
regte«, fd)iiell bewegte« Sueben ift überhaupt einer georbneten 
Sntmicflung niett günftig, ber <5ifer, fo fcbneU al« möglid) 
oorwärt« ju tommen, erjeugt eine ftete Unruhe unb lieber« 
reijung, Äbfpannung unb törperlicbe ©cbwäcbe finb bie golge. 
Ü)Jan benft ju wenig baran, baß e« notbwenbig ift, erft etwa« 
9ted)te« ju lernen, beoor man in ba« ?cben heraustritt. — 3n 
biefelbe Kategorie gehört aueb, toad über oorjeitige Engage- 
ment« ju fagen ift. Unter faft allen Srwevb«$n>eigen ift bie 
©ängercarriere, wenn man nid)t etwa auf Segrünbung oon 
ßrebitanftalten unb äctienunterne^mungen fpeculiven roid, 
jegt bie einträglid)fte. ®runb genug für ben SBunfdj, biefe 
golbenen grüd)te fobalb al« möglid) ju einten. @in gewiffen« 
bafte«, grünblicbe« ©tubium wirb bab^er nur nod) in ben fei« 
tenften gäHen gemadjt; e« b^anbelt fieb nur noeb. um ein tnU 
fprecbenbe« 3«f*"fetn» um f° fd)nell al« möglid) fertig ju 
werben, ^ierju fommt, baß bie oor^anbenen ®efang«frafte 
fdjon längft nid)t mebr ausreichen für ba« SBebürfniß ber 
Sunftinftitute, unb es rotrb baruin förmlid) 3agb gemadjt auf 
biefelben. 3)en Iljeaterbirectionen, bie natürlich nur ir;r 93e» 
bürfniß im üuge b^aben unb in ibrem 3ntereffe b^anbeln, ift e« 
babei ganj gleicbgültig, ob ein Üalent 3)auer oerfpriebt, ober 
nicht. Oft e« abgenugt, fo wirb es befeitigt unb naa) einem 
neuen gegriffen; bie jungen Mnftler unb Äünftlerinnen aber 
lernen leiber oiel ju fpat einfeljen, baß fie felbft eine erfolg- 
reiche Sarriere burd) üjre $iaft fid) eerfäerjt l)aben. S33eil fie 
ben Eintritt in bie ffünftlerlaufba^n nid)t erwarten tonnten, 
unterließen pe, ibre ©timme ju feftigen bureb ben fieberen 
Unterbau, ben allein bie ©d)iüe gewäbrt unb finb in wenig 
Oabren abgenußt. 

68 ift fcbließtici) r>ier ber Ort, auef; noeb beS ®efang« 
unterridjt« unb ber nur ju b^äupg fläglidjen S3efcb.affen^eit 
beSfelben ju gebenfen. 2Ba8 unter ben bezeichneten Umftäuben 
@uteS aßenfatlS no6 übrig bleibt, ba« Derberben nur ju oft 
gemiffenlofe teurer. 3)aS publicum ift ber ÜWeinung, jeber 
SKufiter fönne, weil er 3Rupfer ip, aud) ®efangSunterrid)t er« 
tbeilen, unbmand)er biefer?ebrer ift leidjtpnnig ober fenntniß« 
loS genug, biefe« Sorurtbeil auSjubeuten unb ju oerfudjen, 
wie weit er fommt, oljne eigentlidje ©efangSftubien gemalt 
ju b^aben. SBieber anbere, beffere i'ebrer fehlen baburd), baß 
fie jene $>aft unb Ucberftürjung be« ?ernenben, bie in cen ge« 
fammten ^eitoer^ältniPen ibren @runb bat» nidjt befämpfen, 
fonbern, jum !£r>ei( oielleicbt au« egoiftifeben ÜJcotioen, ben« 
feiten efjer bulcigen. ©ie macben pd) anbeifcf>ig, ib.re ©leoen 
binnen föirjem fertig unb auSgebilbet b^inuifteUen, unb biefen 
letzteren, bie 9?id)t8 oon ber ©acbe oerfteben, ift e« natürlich 
erwünfd)t, bem^ifle '6"v Seftrebungen fo na^ie ju feiu. 3)aS 
SRefuItat aber ift gewö^nlid) ba« SluSgefprodjene. 

(5ott|nung fofgt.) 



123 



Ws „JTrometöeus". 

Sbuarb Italitt. 

9m 26. gebruar b.3. braute in SBien bie „®efeHfd>aft 
ber SWufiffreunbe" unter Vrof. $erbed'« Leitung unb unter 
ÜRitwirfung be« „©ingoereine" ?if jt'S „Vrometfyeu«" (fttm* 
p^onifcbe Didjtung unb ßfyßre au« $erber'« „Vrometfyeu«") 
jur Aufführung. Da« SBerf Ijatte einen entfd)iebenen ÜWiß* 
erfolg unb würbe »on ber bieftgen Äritit mit nur geringen 
?(u«nab,m«n al« eine niufifalifcc»e SOTißgeburt bejeicbnet. 3Bie 
e« tomme, baß ein SBerf »on folcber Vebeutung nie ber „Vro* 
mettjeu«" fowol com publicum al« »on ber ßritit fallen gelaffen 
»erben tonnte, ift ein f o einfach, ju IBfenbe« Problem, baß man 
eigentlich gar 9cid)t« barüber fpredjen fottte. Senn aber bie 
SDcebiocrität ficb. immer unb immer breit macb,t, fo muß man, 
mit webbem SBibermiüen bie« aud) gefd)e1?e, bennod) bie ©adje 
nad) Gräften beleuchten, bamit Unbefangene, bie außer beut 
großen muftfalifdjen Äampfe ber ©egenwart fteb.en, nidjt Bon 
cornfyerein mit Vorurteilen erfüllt »erben, vielmehr ©elegen* 
r)eit erhalten, bie ©adje »on »erfcbiebenen @efid)t«puncten ju 
betrachten. 

Berber felbft äußert fid) in feinem Vorworte „an ©leim": 
„ — baß bie barte 3Rutt)o(ogie ber ©riechen au« ben älteften 
Reiten »on un« nicbt anber« al« milbe unb menf d)lia> angemanbt 
»erben bfirfe"; — „fein 2Bettfireit mitÄefcbttto«" — fagt er 
— „foflen biefe ©cenen fein — ", „wer möchte ju unferer 3«t 
Vrometheu«' 6b.arafter, wie Äefcbölo« ihn barfieUt, fortju* 
führen wagen?" — „Snbeffen bleibt bie ftabel be« alten 
£aIbgotte« ein febj lehrreiche« (Emblem" — „gebrauchet ba« 
geuer, ba8 Sud» Vrometlj eu« brachte, für <£u<h; laffet efl heuer 
unb fcbBner glänjen! benn e« ift bie Stamme ber immer fort* 
gebenben ÜRenfcbenbilbung". V3em follte bie greifyeit, in bie 
©efd)i<&te Vrontetbeu«' einen ©inn jn legen, »erfagt fein, 
jumal wenn er ben ebelften, cieQeicbt auch ben natürlichen 
©inn in fie legt, bie Vilbung unb gortbilbung be« OJienfdjen* 
gefd)led)t« ju jeber Gultur; ba« gortftreben be« göttlichen 
©eifie« im ÜJcenfcben jur Aufwerfung aller feiner Äräfte? 

inwiefern ber $rometb.eu«m^trto« burd) $erber'fl Auf* 
faffung unferem mobernen Vewußtfein näher gerücft worben, 
»irb ftcb am beften ergeben, wenn mir feine Ausführung in 
bie Vefprechung ber$*ifjt'fd)en6ompofition mit bineinfled)ten. 
$ier fei inbeß »or SWern ba« $>auptmoment betont, baß $er« 
ber an bie ©teile be« griedjifcben 9caturali«mu« ben ©piri* 
tualiSmu« feiner cen ber reinften Humanität burdjbrungenen 
änfd}auung«weife Vlnfc greifen läßt. SBenn bie $erber'fcbe 
äuffaffung in Vejug auf bie ben Stören »orangebenbe fttm* 
»bonifcbe Dichtung „Vrometbeu«" aucb nicbt »on »efentlid>em 
ffiinfluffe ift, fo ift fie e« jebenfall« in Vejug auf bie ßompo« 
fition ber $erber'fcben (Eifert felbft. 3n ber fttnipboiiifcben 
Sichtung fonnte aOerbing« »on ben „roed)felnben gönnen" 
be« SKtttb.0« abgefeb.en »erben. Diefe fonnten jurficftreten 
gegen bie „©eele" beffelben. AI« fold>e bejeidjnet Sifjt: 
ftttfmheit, Seiben, Au«fyarren unb (Srtöfung. Ob bie Sfübnljeit 
barin beftebe, ba« »irflicb,e ?icb,t, ober ba« fttmbclifcbe ?ia>t 
ber Vernunft ben $>immlifcben ju entroenben, — ob ba« „bleiben" 
ba« »btyfifcbe t'eiö be« an teil gelfen gefcbmiebeten $>elDen, bem 
ein ©eier am $>erjen frißt, ober ba« geiftige Seiben be« für 
ba« fittlidje ©ebeib.cn feiner 2Jcenfdjen befcrgten Vater« be* 
beute, bei ben $interniffen unb Vprurtbeilfn, roeldje allent« 
halben im SBege fielen, — ob ba« 3lu«barren unb Die ßrlöfung 



ein Äu«b, arren unb <£rI5fh»erben in unb (bejflglicb,) au« einem 
»tjfcfifcben ober geiftigen ©djmerje corftede — ba« liegt freiließ 
»ol nicbt ganj in bem Vereidj ber 8fu«brucf«fäb. igfeit ber reineu 
dnftrumentalmuftf. ©enug, nenn »ir in berfelben bie ©runb* 
fiimmungen al« folebe »iebergegeben finben. Sifjt fbric^t ficb 
aud) in feinem Vorworte babin au«, unb be jeiebnet einen tiefen 
©cb^merj, ber bureb trogbieteube« ausharren triumcb, irt , al« 
ben mufifalifeben (Sbaiafter biefer fumsb.onifcb.en I)iä)tung. 
6« »irb ftcb, nadjbem mir über biefe werben geferotyen tjaben, 
jeigen, inniefern Sifjt bei ben (Jb.oren ber ^erber'fd)enSluf« 
faffung gefolgt fei. 

(SortfUimg folgt.) 



3nflructioes. 

gür $ianoforte. 

Jluliu» tnotr, Qtusfue)rncr)e fffapier-ölet^oöe in j»ei feilen. 
Srfter Z\)til: SKetbobe. 3»eiter £l;eil: ©cb.u(e ber 
2Red)anif. Seidig, S. g. »abnt. $r. 1 Ib.lr. 24 5Rgr. 

(8»rt(e»unj.) 

(Sin ©lief in Änorr'« 3Retb.obe jeigt fogleicb ben reebten 
SDcann. SBie er bie ©ad)e einteilt unb befüriebt, ge»äb.rt (mit 
SluSnaljme eine« fbäter ju ertoäbnenben 2eb. rgegenftanbe«) einen 
fo beutlicb.en (Einblicf in ben ?e^rftoff, nafj ber ©tubirenbe al«* 
balb in ben Vefifc be«felben gelangen wirb. 3)er „erfte Ib. eil", 
bie eigentliche SWet^obe be« ?eb.ren« bureb. ben ganjen Unter« 
rid)t, ift ber t/aubtfäajlicbe Ib.eil, ba er ju bem tb.eoretifcb.en 
Serie bereit« »iele Uebungen giebt. Der „jmeite SDb.eil" ent* 
b.ält ooT3Üg[ict) mecb.anifcbe Uebungen unb gilt jugleicb. al« 
fdjäfcbare« felbftänbige« Obu«. 

3)a ber ©toff im Mgemeinen betannt ift, weisen eine 
Ela»iernietb.ooe ju »erarbeiten ^at, fo bebarf e« wo! nur einer 
^erfe^ung ber Ueberfcbriften, um bie gorm in ib^ren $>au»t* 
jügen anfcb.aulid> ju macben. 

§ 1 — 4. Von bem ^ianoforte. § 5. Von ber©timmung. 
§ 6—7. Vom erften Unterrichte (3eit be« Veginnen«, 8eb.rer* 
wab.1). § 8—9. ftenntniß berlaften. § 10—11. Regeln für 
ben ©»ieler. § 12 — 29. Uebungen mit ftiflftebenber $>anb. 
§ 30—35. Von ben SWoten unb ©cblüffeln. § 36—37. Von 
ben Verfe$ung«jeid}en. § 38 — 42. Von ben Ontercallen. 
§ 43—47. Von ben Tonleitern. § 48—50. Von ben 2on* 
arten. § 51—54. Von ben äecorben. § 55—61. Von bem 
SBertbe ber 9?oten. § 62—68. Von bem Sacte. § 69—71. 
Von bemlempo. § 72—73. Von ben iRb^men. § 74—75. 
Von ben 9repetition«jeicb. en. §76 — 76. Von einigen Slbbrecia* 
turen. § 78—88. Von ben Verjierungen. § 89—104. Von 
bem Vortrage unb ben Vortrag«bejeicbnungen. § 105 — 115. 
Scplicaturregeln. — 6« folgen fobann § 116 — 138 brei 
©tabien be« Slaoierfbieler«, in welken ftcb. bie praf* 
ttfdje Vilbung an einer Steifyenfolge »on ©tücfen (nur in ben 
Üiteln angebeutet) jwei* unb »ierbänbig, folo unb mit Ve= 
gleitung, (Stuben :c. anfcb.aulia) madjt. 3)a« erfte ©tabium l)at 
al« ?lnfang«* uitb @nbpuncte: Diabellt'« Dp. 149, ©tücfe 
ju »ier $>änben auf fünf Üönen, unb (Sjernn Dp. 111; ba« 
jroeite: Ö- Surgmfiller Dp. 90, Sionbo, unb ©ebumann 
Dp. 2, ^apiöon«; ba« britte: bie f ruberen ©onaten »on 
Veetfyo»eu, unb beffeu Dp. 106, wie aucb Vaeb/«, 8if jt'8 
Serfe ic. 

3)er Sutor giebt ju fer>r »ielen Viferen bclebrente Ve* 
merfuugen, praftifebe JBinte über bie ©pielart unb Verwen« 



124 



bung beim Unterricht. Danad) folgt § 140, ein 9?acbtrag unb 
Onbaltaverieicbnifl in vortrefflicher Snorbnung. 

Die2ht Der Darlegung ift burd>roeg ed)t päbagogifd), bie 
ÜHetbobe überhaupt burdj Erfahrung unb ßrfolge tbalfäd)lid) 
erprobt. 3d) glaube, bafj in biefem burajgreifenben Sobe ba« 
SBerf bjnlänglid) djarafterifirt fei, um nid)t nod) »eiterer be= 
fdjreibenber Sßorte ju bebiirfen. 

Dafj Snorr fid) in feiner <Dcett)obe vorjugeweije mit ber 
SDcufiMälementarlebre in Slnmenbung auf ba« ßlavierfpiel 
befd)äftigte unb nid)t meb,r über baß fpecififdje ßlavier« 
fpielen fagte, r)atte id) für einen SDcangel, ber um fo empfinb» 
lieber ift, al« gerate unfer Slutor in bem ißunete ber 31 n = 
fcblagmedjanit unb praftifdjen ©runblegung ber Spielart 
al* eine fo ad)tung«wertbe ffraft gilt. 9cur flüdjtig berührt 
Änorr bie £anb= unb gingerfteÜung; bie beigegebene perfpec» 
tivifd) unb anatoniifd) ; ncorrecte 3"tbnung ift nid)t geeignet, 
Unau«gefprod}ene« anfdjaulid) ju matten; — aud) bie Sin« 
fd)lag«arten werben niebt eingeljenb genug befprodjen, fo bafj 
ein 9?id)teingeweibter tiefen aflerwidjtigften ß(aoierleb,rftoff 
nur unfidjer erf äffen fann. 3n biefem ^unete verharrt Änorr 
in feinem SBerfe ju febr auf bem alten Stanbpuncte : er läjjt 
ta« eigentlich, e Spielen, bie Seljanbtung be« 2Ned>ani«mu8 
burd) bie ©lieber unb ©elenfe bei Spieler«, auf bem bunfeltt 
3ufall«wege fid) felber madjen, ftatt baß er tiefen Stoff ebeufo 
fttftematifd) wie bie 6lementarinufiflet)re (9?oten, ÜTact ic.) be« 
arbeitet hätte — roa« bei einer rein tbeoretifdjen Slbbanblung 
roel tbunlid) gewefen wäre. SieHetcbt freute ber Slutor eine 
weitläufige JBefdjreibung, bie bem änfcblagwefen bod) aber 
notfyroenbiger gewefen fein würbe, al« 3. SB. ben verfdjiebenen 
näljer befprodjenen Slaoierforten. 2Ba« id) in meiner „Sl)fte= 
matifeben Sebrmetfjobe für ßlavierfpiel unb üttujU" im erftert 
SBanbe über bie vier ©runbanfcblaggattungen unb beren 60m« 
binationen, unterftüfct burd) 10 3«i<b, nungen (von ftünftlerb,anb 
nad) ber s J?atur gefertigt), unb ma« id) ferner bafelbft über jebe 
Spieiweife unb jeben vorfommenten medjanifdjeu 8lct (Unter« 
unb Ueberfefcen, SRüden, Springen jc.) fage, ift nid)t meine 
perföulidje „ßrfinbung", fonbern bie (von mir nur jum erften« 
male in ein „Softem" gebraute) allgemeine SWetbobe aQer 
jureebnunggfäbigen tfebrer: barum baif id; wol, obne ben 
Sd>ein oon Selbftfucbt, tarauf 33ejug nehmen unb ben 2Bunfd) 
auäfpredien, auch Snorr blatte tiefen Jpauptftoff nad) feinet 
SBeife bargelegt, um Dasjenige ju verbreiten, ma« immer nod) 
r>iel ju feb,r ScbrergebeimniB ift unb ma« burd) ein einzelnes 
SHJerf ober turd) beren jroei (benn aud) Dr. 8lb. Äuflaf b,at 
über bie „fiunft 'jiS Slnfdjlag«" gefebrieben) nidjt in alle 
Sd)id)ten bringen tann. 

(S*lufc folgt.; 



Wiener Briefe. 

Concertbertdjt. 
I. ©rojje Orcbefler« unb sßoeakoncerte. 

(Scttftsung.) 

Unfere Sd)if(erfefte, beren eine« id) febon berührt Ijabe, 
nahmen — ftreng genommen — mit einem Soncerte ibren An- 
fang, ba« lucus a non lucendo, nid)t bie leifefte SKabnung an 
teu 33er(|err(id)ten enthielt, ß« galt einfad) bem Sd)iQerfonb. 
3in Uebrigen batte baä Programm ein äufjerft cergilbtefl 
aufljebeu. ßineßaterfd)eOuoerture, bieüKojart'fdje 6bur» 
Sumpbonie, enblid) ^änbel'ö „^aOeluja" tourben ba ganj 
»erträglich, neben Sirtuofenfäd)eld)en ber abgelebteften Slrt 



gefteüt. Der Drd)efter»erein „Guterpe", gebilbet au8 jungen, 
im ©an^en fähigen unb rührigen beuten, b,ätte fid) bei folgern 
änlaffe roürbiger b,erüortb,un fßnneu. ^pieroon abgefeb,en, roa« 
ren feine 2eiftungen gut, wenigi'ten« tedjnifd» ob.ne 2abel. — 
SRed)t eigentliche Dpf ergaben auf Scbiller'« ÜJiufenaltar b.at 
Director @cf ert in jenem ßoncerte nietergelegt, beffen erfter 
2b,eil, mit Seetljoöen'S Oucerture Op. 124 beginnenb, nur 
6d)iller'fd)ea t^eilö in bectamatorifdjem, tb.eil« in tontoört« 
liebem ©eioanbe, unb beffen jweite^pälfte eine Darfteüung ber 
„Neunten" bradjte. Diefe bürfte für äßien fogar gefdjid)t» 
liebe SBebeutung geroinnen. Denn feit ungefähr groei Decen« 
nien ift fie bie erfte ib.rer 8frt gewefen, weldje ganj mafello« 
oon fiatten gegangen. Diefer äuefprud) b,at felbftoerftänblid) 
nur ben oerbängnifjooOen ScblufjfaU tiefer „ f^mpbonifcb, en 
Dichtung" im Sluge. Denn bie brei erften Safe berfelben ^at 
unfer trefflidje« SDrdjefter bie jeft, wie aud) bei biefem Stnlaffe, 
immer guDanfe gefpielt. Diesmal trat aber aud) berSdjlufjfa^ 
in berfelben fflarbeit, 8iid)tig!eit unb Sd)Wungfrnft an« 2id)t, 
wie er com Xonbid)ter urfprfinglid) gebad)t unb eutwicfelt ei« 
fdjeint. SBagner unb ÜKarr, bis je(jt bie fdjranfenlofeften 
S3erfed)ter ber „Neunten", bitten al« 3 eu 8 cn Diefer Dar« 
ftellung wab,re iriumpb.e ib.rer 2lnfid)ten gefeiert. Daffelbe 
gilt von ber mit benfelben Gräften unb unter berfelben fjüb/ 
rung »oHbracbten SReprife biefer S»mpb,onie. Diefe folgte ben 
Sd)iQertagen auf bem fjufje. Da« Soncert galt einem wob.1« 
tb.ätigen3wecfe. Dab,er ba« unoerantroortlid) bunte Programm 
ber erften 2lbtbeilung beffelben. $>ier ftanben 9ioffini unb 
Serbi, ein glötenconcert unb ein coquette« Declamation«ftücf 
ganj eerträglid) neben SR ö« eben'« 33but = 3lrie au« bem 
Spobr'fcben „gauft". ßublid) (am bie allgewaltige legte 
S»jmpb,onie«Obe SBeetb^ooen'« unb brängte ade« SJorau«ge» 
gangene gebieterifd) von ber Stelle. Obt Sieg war in jeber 
SBejieipung vollberechtigt. Da« oben von beren erfter Sluffüb,« 
rung S3emertte gilt aud) biet. SBar e« glücflid)er 3 u f a ^ ooec 
gruebt eine« rüftigen gleifje«: bie „b.vpertran«fcenbentale 
Neunte" ift feit ben 9covembertagen 1859 aueb für Söien 
voltetbümhd) geworben. On ber Sbat ein Sreignifj von be= 
beutenbe'r üragroeite ! — 

Stegmaier'ö Singafabemie b.at fid) in biefem Soncert» 
jabje bei jroei ©elegenbeiten vernehmen laffen. Der erften 
vermag id) nur vom Jpörenfagen ju gebenfen. Sie bradjte 
93ad)'« Santate: „Du $)irte 3frael«" mit ü)cenbel«fob. n'« 
95. ^ßfalin nebft anberen lonmerfen Heineren Umfange« von 
granef, Srcabelt, 6ccarb,Sd)ein unb@abrieli, enblid) 
Qijixt von Sdjubert, Sd)umann, ©abe, laubert unb 
SBerg in einer — wie mir erjagt rourte — muftergültigen 
DarfteQung. Selbft bie b. Bcbfte Spiße beutfdjer älterer ftireben« 
mufif, Seb. ÜSacp, war bi« auf bie neueften Sage in unferen 
ßoncertfälen fo gut wie unbefunnt. 3e(}t erft bringen unfere 
Singvereinc ba unb bort ßinige« au« bem ergiebigen Sd)age 
tiefe« „großen mufilalifcben Seb, er«". 9cur follte halb ju 
größeren, vollftänbigeren SHJerfen biefe« beeren ÜWeifter« ge» 
febritten werten. 5Öfit 33rud)ftücten ift für ben Anfang »ol 
Siel, für bie Solge aber fo gut wie 9cid)t« getfyan. Darum 
jögere man nicht länger, unb bringe nach unb nad) bie s J5affion«« 
mufifen, bie 9Weffcn, bie Santaten be« ÜKeifter« u. f. f. Die 
Gräfte jur Durdjfiibrung foleber Aufgaben finb unläugbar ge* 
geben, unb — (£l)re ben Semü^uugen Stegmaier'ö unb 
$>erbe<f'« — aua> grünblicb gefdjult. Da« jroeite Soncert 
ber Singafabemie gab jroei l)errlid)e Sritdjftücfe — bod) wieber 
nur eben foldje — au« ber „SWattljäifdjen", unb jwar ben 
Teuften Sboral: „O $>aupt voQ S3lut unb 9Bunben", biefem 



125 



junädjft Den burd) feine ft)mbolifd)=bramatifd)e ftraft bis in 
ba« innerfle fDiarf erfd)ütteniten Gibor: ,,©inb SBlifce unb 
Donner in SBolten »evfdjmunben". Diefent folgte Sltlcgr i'8 
Miserere, ©oroeit bie fyod)fird)lid>e Seite beä im ©anjen 
adjtungäroertljen Programme«. 9)ienbel$for/n'ä Lauda 
Sion, bie folgenbe Stummer, fteflt — aller felbftoerftänblidjcn 
ÜJteifierarbeit unb rein miififalifdjen ©dtönijeit ungeachtet — 
jtoei nad) feldjen 33orau«gangen nidjt eben ganj tuiQfonimenc 
©egenfätje unoermittelt nebeneinanber. Der eine liegt in einer 
getoiffen, beiüJcenbeläfor;nntd)tfeltciienpfalmoDifd)en©tarr» 
tyeit; ber jrceite hingegen in einer biefem SWeifter oft eigen» 
t^ümlidjen Sone ber 2Beid)r/eit, bie nur einen ©djritt ©on 
SWattigfeit abliegt. Otylie §rage gehört X>aS Lauda Sion 



ju ben fd)wöd)even SBerfen eine« in feiner 5lrt ©tarfen. 3n» 
beffen mar eS ^ßflid>t, e« einmal bod) ju bringen. „(Sin geiftlid) 
Sbenblieb" »on Sffer, ber folgenbe Choral, gehört ju ben 
entfdjtebeuften ©lücfäw iitfen be« fonft wol itiebroenber ©djule 
benn com $aufe au« begabten (Somponiften. 3n biefem Styore 
ift aber cor Slllem ©timmung unb eine geroiffe eble 2lumutfj 
niebergelegt» bie immerhin »ofyltfyuenb wirft. 3n 3uliu« 
ÜMaüer'ö fonft nid)t bebeiiteiibcm „SBiegenliebe" feffelte ein 
unleugbarer 3 U 8 unbefangener Äinblidifeit, ber in feiner guten 
j SBirfung nidjt fehlging, „llngeroiffe« ?id)t" unb „$atben* 
[ rö«lehi" enblid) gehören mit jum ©d)önften, tun« ©d)iimann 
I je gebiditet. Die Sluffüfyrung ade« Deffen blatte ein roatyrbaft 
1 Iünftlerifd)e« ©epräge. (8ertie»un 8 foi g t.) 



3Uetne 3ßttunfl. 



(EorreTponbrnj. 



Ceiwij. 3>a« 19. äbonnementconeertim ©ewanbbaufe bot 
am 22.äRärj ein febr reicbe«Vrogramm, freilid) obne baß bie einjelnen 
Stummem unter einanber in ber wüufdjenewettben inneren Verwnnbt« 
fd^aft geftanben bätten. 2>a« Ordjefter führte ju Anfang be« erjten 
Xbeil« bie adjte ©ompbonie von Veetbooen.ju Hnfanq be« jweiten 
bie 2Jtanfreb«Ou»erture »on ©djumann mit jener VoUenbung au«, 
bie namentlid) ba« beitere Veetbooen'fd)e Xonftüd ju einem ber ber« 
»orragenbften im @ewanbbau«repertoire madien. 3wei tiebe ©äfle 
au« Weimar, $r. unb grau o. Heilte, erfreuten un« in brei ©e« 
fang«»orträgen. §r. b. ÜKilbe entwidelte in ber ärie be« ©rafen au« 
„gigarc« §od)äeit": „3(b fott ein ©lud entbebven", wenn wir aud) bie 
garbung etwa« lebenbiger, inbioibualiftrter gewünfebt bätten, feine 
beflen Kräfte, ber Vortrag War nobel, correct unb mafjtiou". grau 
e. SDiilbe fang am ©cbluffe be« erften Xbeil« bie Slrie ber Seonorc 
au« „gibelto". fflir tonnen biefe SSJabl fdjon im allgemeinen nidjt 
bantbar nennen, b«er im befonberen galle tarn nodj baju. baß grau 
». 9)2 übe, »on Statur auf bie ©atftettung fanfter Smpftnbungen bin« 
aewiefen, eben erft oon febwerer Krantbeü genefen unb alfo nidtt im 
Voubefili ibrer reidjeu SWittel War. 3br Vortrag War bennodj, »orjüg« 
lieb in ben elegtjdjen Partien, ergreifenb unb aud» in ben beroifeben 
©teilen bewährte ftdj bie tünftlerifcbe unb geiflig bobe ©Übung in 
»obltbuenber ffieife. 3)ie glän^enbfte i'eiflung beiber @c|)e ift ba« 
2)uett au« bem „gliegenben ©ollänber", e« bilbete nii>t gang ange« 
meffen ben @d?luß be« Sonterte«, batte ficb aber bennod? and) bieflmal 
be« (ebbaftefien Seifalle ju erfreuen, ber um fo tiiber anjufd)lagen ift, 
al« ba« Sßert felbfl, oon bem wunberfd?2n ftnbfunbenen ©ingange ab« 
gefeben, niebt geiabe conci« gefaßt genannt werben tann unb überbie« 
ba« lange Programm fd?on ermübet batte. grau ». SKilbe würbe 
nad) ber Srie, beibe ©äfie nadi bem jluett gerufen, ©a« ©olofoiel 
war bureb ein SBeber'ftbe« Concert für (Slarinette unb bureb ba« 
S> moU«Soncert »on 3W e n b e 1 8 f o b n oertreten. ©eibe Somoofitionen 
trugen nid>t febr jur Srböbung ber Stimmung bei, obgleid) oon ben 
beiben Susfübrenben namentlid) 4>r. Sanbgraf für bie SBeber'fdje 
Sßiece ba« befte l'ob oerbient. S0tenbel«fobn'8 oft geborte« (Joncert 
trug ein ©cbüler be« biefigen Conferoatorium«, 4>r yobngranci« 
ibarnett au« i'onbon, jauber, tcdjnijd) febon jiemlidj fertig unb mit 
geftbmadooQer 9tuancirung cor, unb bocumentirte fid> fomit al« ein 
redit beadjten«wertbe« latent, bem nur eine größere geiflige Vertiefung, 
eine forgfältigere SBeaditung be« ©eelifdjen in ber aJiufit außer ber 
medianijdien gortbilbung bringenb ju wünfdjen ift. 

Ctin^ig. 8m 20 aWärj fdjloß mit bem aditen Eoncert biefe ©aifon 
be« aKuftloerein« „Suteroe". Sie Ordiefterftüde be« «benb«, bie 
Ouvertüre jur„3auberfl8te", ju „Oberen" unb bie Sroica>©&mpbonie, 
würben redjt wader gefpielt, unb burften al« SRefcräjentanten ber ein« 
fettig, im bau«badenen Äunftoerftanbe gebiegenen diiebtung gelten, bie 
ba« Önftitut in Ie(j*er 3eit »orwiegenb eingefd)Ugen bat, unb bie, wie 
ein fogen. claffifape« 9ie»ertoir im Xbeater, nad) unb nad) ermübet, 
einfdjldfert — unb bie fernere lebenäjrtjcbe SBirtfamteit oerfiimmert 
C« ift nun objuwarten, ob bie „Suterbe" im näcbften 3ab«, fall« fie 
überbaust befteben bleibt, in biefem ausgetretenen ©eleife teine SSerän» 
berungberlbeilnabme erfäbrt. äBir unfrerfeit« entbalten un« barüber 
be« UrtbeiU, ob unter foldjen Umftänben neben ben bebeuten« 



beren Seiftungen be« ©ewanbbaueinflitute«, Wa« bie 9u«fiibruna be« 
trifft, überbaubt noeb ein jweiter Soncertoerein am $laj;e ift, muffen 
aber betonen, baß ftbon in biefem SBinter ber öefuib ein fd)wädieier 
unb bie innere Xbeilnabme be« publicum« bei allen Concerten nur 
eine auffaQenbe laue genannt werben tonnte. — grl. Slife Sirfe fang 
bie arie: „O jittre nia?t" ber Königin ber9lad?t unb bie brillante Srie: 
,,S« fleiben bie üungfrau" au« ben „Puritanern". Sie erftere bätten 
wir an ben öerfänglidjen @taccato»®tetten freilieb noeb etwa« tiarer 
unb ftd)erer gewünfd)t, gegenüber ber wabrbaft riefenbaften ©d)wierig« 
teit tonnen wir jebod) ber 3lu«fUbtung im ©anjen ba« befte Heb fpen« 
ben. 3n ber Bellini'fcben 9(ipbtifd)«3lrie batte grl. (aide »orjüglicbe 
©elegenbeit, ibre Sorjüge reiner, ungezwungener, fefter Xonentwidlung 
unb einer jauberen, bie ©timmung treffenben 8}ortrag«weife ju ent« 
wideln. ©te würbe nad) biefer ärie benn aud) gerufen. — Jpr. Öma« 
nuel ©tord), 3Ritglieb be« ^ieftqen ©eWanbbau««Or(befter«, fpielte 
ein Soncertino auf bem — (Sontrabaß. Sir ftnb gern bereit, in ben 
raufebenben ©eifall be« 3tubitorium« ein^uftiminen, bie t<tibnif(be ger« 
tigteit be« Spieler« ftanb, obgleid) ber Xon nid>t febr martig, ber®riff 
ntdit immer ganj feft unb fi^er, bod) in ber Xbat auf ber ^)Bbe be« 
3nflrumente«; wir fmb aud) bamit ganj einverftanben unb wünfd)en 
fogar, baß jebe« 3nftrument oon 3eit }u 3eit feine bie Xedmit weiter« 
bilbenben Vertreter evjiebe unb oorfübre; bann wollen wir aber aud) 
Sombofitionen, bie ber <Ratur be« betreff enben 3nftiumente« gemäß 
ftnb, nid>t triegerifd>e Klänge auf ber Violine, nid)t üebeSjeuf jer auf 
ber Xrombete, nid)t fentimeiitale s ßbrafen auf bem Contrabaß ®iefe« 
Concertino oon §rabe, an unj für fi<b fd)on leere« ©trob, warb auf 
bem gewaltigen ©aßinftrument bei rafeben ^affagen unb bann wieber 
bei füßlidjer ffiantilene wabrbaft jur Xraoeftie. iüJir ratben bem tüd?« 
tigen Äünftler, wenn er ja mit feinen Vorträgen ben guten ©ejdjmad 
niebt beleibigen wiH, ftd; auf biejenige ©bbäre ju befd)ränteu, bie ber 
Statur feine« 3nftrumente« angemeffen ift. Slud) ^>t. ©tord) würbe 
gerufen. 

«Teipjia. 9m 26. 3Kärj tarn auf unferm ©tabttbeater nadi einer 
Steibe »on 3abren neu einftubirt „üobengrin" wteber jur ftuffübrung, 
unb jwar, um ba« ju betonen, in einer weife, bie allen SDtitwirtenben 
jur ffibre gereidite. Sa« Ord>efter, anfebnlid) oerftärtt, lBfte feine be« 
beutfame aufgäbe burdiau« »ollenbet, iebe Nuance tarn jur ©eltung, 
unb nur bie etwa« fdjwaa) befehlen Contrabäffe »ermodjten an einjel- 
nen ©teilen, fo in ber Kampf jeene be« erften Scte«, in bem ©runb« 
motio ber erften ©cene be« jweiten u. a„ nid)t ganj bejiiglid) ber Xon« 
wtrtung ju genügen. Jpr. (SabeU« s JJt. 9ticciu« batte bie bei 
befdjräntteren räunilid»en Verbältniffen nötbigen Küriuugeu in ben 
8ui jügen unb anbetweite deine 3lenberungen mit Umfidit unb @d)o» 
nung be« bramatifeben ©ange« oorgenommen — feine Xurection War 
fteber unb einftd)t«oo(l , bie Xembi buribweg gut gewählt. Von ben 
©ängeru gebübrt grl. 9tad)tigal al« ölfa'ein oor;üglid)e« Sob. ©ie 
fang bie $artie niebt nur mufUalijd) fttber unb correit, fonbern aud) 
mit jener fetlifdjen Qmpfinbung , bie bei ben meiften Sarftellerinnen 
biefer ibealifd) gejeia)neten tßartie febmer jlid) oermißt wirb. px. J) o u n g 
al« tfobengrin würbe ebenfall« feiner aufgäbe gereebt; tSinjelne«, fo 
bie ©teile im Duett be» britten acte«: „atbmeft 3)u niebt", madjten 
burd) bie ungetünflelte anmutbige gätbung einen wobltbucnben (Sin« 
brud. $x. unb grau Vertram gaben al« Xelramunb unb Ortrub 
iebenfall« teine Veranlaffung jur Ünjuitiebenbeit, wenn wir aud) bem 



126 



Selramunb me$r Sarfteflung unb freier ficb. entwidelnbe Seclamation 
unb ber Drttub ju ibrer macbtigen Seibenföaft be« ©fiel« mebt in« 
tenftbe Slangentwidtung ber ©timmegetoünfcbt Ratten. §r.8tafal«fto 
al« fiifnig ^einrieb unb §r. Sü d al« §eerrufer würben ibren Partien 
geredet. Sie CbSre waren mannigmal ;u fd)wadj, aber bortrefflid) 
eingeübt. Sie 3nfcenirung hatte mit ben fnappen Bülmenbimenflonen 
ju tampfen, fie War übrigen« mit@efd)mad unb »or otten Singen aud) 
mit (Sractitat hergerichtet. Sa« publicum nabm bie ganje Sarfleltung 
mit einer Sötte auf, bie tbettweife bariii ibren ©runb finben mag, baß 
bie gerabe jegt beliebte berliner S3offe: „einer bon unfre Seut" 
bie Begeiferung fdion fet)r in Slnfprucb. genommen bat. SWödjte fidj 
§r.SirectorSBirfing, bem wir für bie Borfübrung fcbließlicb unfern 
Sanf fagen , baburcb nidjt bon einer öfteren SBieberbolung be« großen 
SBerfe« abgalten laffen! 

flarie. Sie Soncertfaifon ift in bollern ©ange. Alle«, wa« nur 
irgenb ein Meine« Salent befigt, unb fei e« aucb nocb fo (lein, beeilt 
fkp, nocb »or bem eintritt ber warmen Sage eintjoncert ju geben, unb 
fo tbmmt e« benn, baß bie erarb'fdien, S)le»el'f<ben unb per j'fd)en 
©öle täglicb von SWittag* unb 3tbenb>Soncerten in Befctjlag genommen 
jinb, fo baß e« fcbwer hält, einen berfelben aucb nur nodjfiir einen Slbcnb 
in biefem unb bietleicbt noch im na'cbfien SKonat ju ^gewinnen. 9m 
SReiflen auerbing« finb bie erarb'föen ©alon« in Slnfprud) genom» 
inen, ba ficb ba« §au« erarb allen Sünftlern bBcbft gütig geigt unb 
ihnen feine ©alon« unentgeltlich jur Si«pofttion ftellt, wa« lederen 
bei ben ohnehin großen ausgaben, bie it)re Soncert» Arrangement« 
erforbern, natürlich eine große Gjrleidjterung berfd)afft. Sieben ben 
bieten unbefannten unb mittelmäßigen Talenten, beren „Annonces" 
an allen ©traßenecfen ju lefen jinb, ragten aud; biete bebeutenbe unb 
anerfannte Äünftlernamen fcerbor, fo baß un« felbft unter biefen bie 
SBabl fdjwer würbe, unb Wir nicht wußten, wot)in un« juerfi wenben. 
SBir bürfen aber mit gutem ©ewiffen behaupten, baß Wir ba« Unfrige 
getban, unb laum ein intereffante« CEoncert berfaumt haben ju boren. 
9Jcit§. b. Bülow, über befjen erfle« Concert wir bereit« berietet, 
fangen wir an. Ulm 9. b. SDft«. gab er fein bierte« unb legte« unb 
unfireitig aucb. fein glänjenbfie«, fowol in Setreff feiner Seiflun« 
gen, wie be« erfolge«. Sie §auptpuncte be« Slbenb« bilbeten bie 
Beetboben'fcbe ©onate appassicmata, ber ©$ubert'f$e äBatjer 
in Sifjt'fcher Bearbeitung, be« Segteren SRatocj»«9Jcarfcb. unb bie 
SranSfcription be« SBagner'fcben 2ann&aufer«9Jcarf<Jbe«. festere 
fpiette er mit einer Äraft unb Begeiferung, bie ftdj bem ganjen ^Jubli« 
cum mittbeilte, welche« ihn am ©cb luffe be« Bortrag« ftürmifcb jurüct« 
rief. Steijenb unb mit feinen SJuancen führte er aucb. bie B a cb. 'fdje 
S moll'©abotte au«, auf beren da Capo-Berlangen ber Äünftler bie 
©igue bon SWojart jugab. Dbfcbon ba« Soncert<$rogramm nicht 
weniger al« jebn faft nur lange Stummem entbielt, welche §. b. Bü« 
low hinter einanber mit nur turjer Unterbrechung bortrug, hätten wir 
bod> immer nodj gern mehr unb mebr gebärt, fo wußte un« ber fittnft= 
ler burcb fein intereffante« ©biet ju feffeln. — 31. 3aell beranftaltete 
am 2. b. 5Wt«. im 4? er J'fcben ©aal eine Soiree musicale unter SDlit« 
wirtung ber $£. b. »ülow, mit bem er bie Sifjt'fdjen „Prtludes" 
fbielte, ©ibori unb Sünbau. 5Da bem ffioncertgeber ein guter 
9iuf boranging, fa&en Wir feinen Seiftungen mit ©bannung entgegen, 
unb wir betennen, baß er unfere aUerbing« fdjon bo(ien erwartungen 
noc^ übertroffen b^at. 92ur feiten [(laben wir einen fo Ijb'djfl eleganten, 
gefd)madbollen ©bieler, wie 3a eil, gebort; er berbinbet mit biefen 
eigenfctjaftcn einen außergewb'b^nlid) fcbonen, bellen Jon. Slußer ber 
©eet|io»en'jd)en ©onate Cb. 30, bie er mit ©ibori fbielte, trug er 
faft nur eigene Sombofitionen bor, unb erwarb ftdj mit allen reiebett 
Söeifaü. iQr. Vinbau fang }Wei ©d)umann'fd?e Sieber mit SBJärme 
unb ed)t mufitalifd)em 91u«brud, wie Wir fU bon biefem ©Sitger, ber 
alle frembeu Äünfiler r)ier fo bereitwillig mit feinem latent unterftü^t, 
gewohnt finb ^u b^b'ren. — erwähnen wir nod) ein große« mitOrd^efter 
gegebene« Soncert be« ^ßianiften Subet, ber ficb. befonber« burdj ein 
jelbft combonirte« Soncert bielen Seifatt erwarb. Subef ift ein au«« 
gezeichneter $ianifi, ber al« foldjer gewiß aucb. in 3)eutfd)lanb aner« 
tannt Werben wirb, wenn er einft tortbin geben follte. S5on ©amen 
glänjen tieSKamen© jarbabb unb^letjel auf ben eoncert«8fficb.en. 
Örftere ^ab brei Soncerte, in benen fie biel ©d)öne« bradjte. Jöefon» 
ber« maebte fie fiä> turdi bie SluSfübrung größerer ©tbumann'fcb.er 
SBerfe bertient, welcbe iu ^Jari« leiber nocb fo Wenig eingang gefun« 
ben. Sie brachte ein Ouartett, t'ein Ouintett unb feine fonibbonifctjen 
Stuben, nußerbemS?iele« bon SJadj.SDtojart, geller unb(£bobin. 
3(m SDieifteii fefjelte fie un« burcb ben 83crtiag ibrer S b o b t n'f djen 
^Jiecen, ben fie mit SHänne unb eieganj wiebergiebt, unb ber i^r ben 
lauteften Beifall etiibracbte. — 3n SDiab. Sßlebet, bie wir nod> nie 
gebort, unb beten gießet SJuf un« in« Jpotel bu Soubre lodte, in wel« 
d>em fie ein gieße« tSoncert mit Crd;efter gab, fa&en wir un« redjt fefc)r 



getSufd)t. ©ie fbielte ba« SJcenbel«fot)n'fcb> @ moa>eoncert, bie 
Siftt'fcb.eeoncert>$arab^rafe über btn „@ommernac§t«traum", eint 
Soncert'^iece bon äfber unb Snbante unb ©d)er)o au« bem Sif jt'« 
fcb. en (Wenn wir nic^t irren) 3) mott«Soncert. 3m 9K e n b e 1 « f o $ n'« 
feben Soncert trug fie bie erfien ©ejangsftellen, fowie ba« Slnbantt in 
unnatürlid) affectirter SEBeife bor. 2>er legte @a(} bagegen gelang ü)t 
in ted?nifd>er §infidjt feljr gut; nur will e« un« nidjt besagen, baß fie 
gar ju un)eitig wdb^ renb ber fc^neUften unb fiärtfien Baß>$affagen ba« 
$eba( tritt, woburdi (ie Stile« unflar unb berworren erf fingen läßt. 
Sie iHfjt'fdje <ßarar>brafe gefiel un« nod; weniger. 3n biefer brachte 
fie nit^t einmal bie gewübnlic^en eigenfd)aften eine« jeben felbf) unbt« 
beutenben franjb'fifcpen Stabierfbieler«, ©rajie unb ©efd^mad, jur 
©eltung. ©ie bat übrigen« feitbem fdjon ein britte« Soncert im 
^ßlebel'fdjen ©aal gegeben, boeb boben wir e« nidjt gebärt. — Sieben 
biefen bielen Soncerten finben nun nocb. ade 14 Sage bie S&mces ber 
berfdjiebenen Ouartett« ©efetlfd^aften flatt, welche immer nur daffifdje 
SBerle jur Stuffübrung bringen. Ser erfte SRang gebübrt immer nod; 
ben 3Raurin«et)ebiIlarb'fdjen Ouartett'Unterbaltungen, »eldje in 
ber fo fc^wierigen Stuefübrung ber SSeetboben'fd^en legten Guar« 
tetten taum etwa« ju wünfdjen übrig laffen. ©djließlid; fei nod; ge« 
fagt, baß 9ue« ber Stuffübrung ber SBagner'fdien Ober mit ©ban» 
nung entgegen fter>t. 9Jcan arbeitet eifrtg an ber Ueberfegung be« 
„Xann^a'ufer", bod> ift im« nocb. nidjt betannt, weldje Sünftler mttwir« 
ten werben. 

Wien. §. b. ©ülow fpielte am 25. äJcarj in bem ffioncerte btr 
©efellfn)aft ber SDcufttfreunbe bie©cbubert'fd;e ^antafte Ob. 15, bon 
Sif jt burc^ reijenbe Snftrumentation unb bracb. tbode ©rubbirung bet 
$iano« unb Ord;efter« ju einem ber fünften Slabierftüde mit Orafefter 
geftaltet, uno eine ungarifebe 9tbabfobie, ebenfaü« mit Orcbefterbeglti» 
tung. ©leicb bei bem oon ® ü l o w in großartiger Seife gefungenen 
Sbagio ber ©cb. ubert'fdjen^l^antafie erfannte man ben eckten Beet» 
^obenft>ieler. SBie in SKarmor gemeißelt würbe ba« gugentfcma btt 
legten ©age« gefbiett. 9tur bottftä'nbigfte«9cicbtanerfennenWoilen tarnt 
Ber ber SRbabfobie ingmoü biebobe, boetifcbeScbcSpferfraftSif jt'Sbtr« 
lennen. (Sin fotebe« jaubertjafte« S8tlb be« ©tebbenlebtn« mußte natür- 
lich in folget Seife, wie nur B ü 1 o w außer S i f j t e« wieber jugeben ber« 
mag, trog be« großen Borurttyeil« gegen Stile«, rvaS „neubeutfd)" b^eißt, 
mächtig ba« publicum baden. SB tt l o w bat einen glSnjenben erfolg 
errungen. Slußer ben erwähnten SÖerten tarn bie Berggeift'Ouberturt 
©bo^r'«, bie St bur»©bmbbonie Seet^oben'8 unb ©Hubert'« 
Äeitermarfcb^ (au« feinen ungarifiben SKärftit) en) , bon Sif jt für« Or* 
dtjefter übertragen, jur Stuffübrung. 

Berlin, eine öffentliche Prüfung ber ©d^üler be« 
Sonferbatorium« ju Berlin, weldje am 8. SDJarj im Strnirn'» 
fd>en ©aale ftattfanb, gab einen erfreulieben Bewei« bon bem ©ebtib! en 
unb ben gortfebritten biefe* Snftitute«. Sa«felbe befc^äftigt, wie ba« 
einlabung««^rogramm mitteilt, jur 3eit 18 Sebrer, Welcpe 95 ©d)fl« 
lern in ber £t)eorie, im Sontrabunct, in ber freien Sombofition, im 
©efange, filabier«, Biotin« unb $artiturfbiel Unterricht erteilen. 
Unter ben ©$ülern, beren Seiftungen einem jaljlreid) berfammeltra 
publicum jur Beurtl)ei(i;«g bargeboten würben, jeidmeten fidj ganj 
1 befonbtr« bie f otgenben au«, grl. erntftineBorc^arb, ©cbillerin 
j be» $rn. aJcufit-Sir. ©tern, welche mit Wobltbuenb botttönenber 
©timme unb mit innigftem ©efübl«au«brurfe »wei Sieber bontturfeb.» 
mann unb bonSPienbelefoljn bortrug, ferner grt. SWarie Uter« 
barbt, ©c^üterin ber ^>§. b. Bülow unb (in beffen Slbwefenbeit) 
Ar oll, welche mit meiftertyafter energie unb ©icb.erbeit unb mit fein« 
fter Sluffaffung unb Älarbeit ba« Slbagio unb ginale be« fdjwierigen 
©eiifelt'fcben Slabierconcerte« ausführte, ein frifebe Söalbluft ati» 
menbe« bierftimmige« Sägerlieb, componirt »on grl. Suife Be&r, 
©diülerin be« §rn. SKufiNSir. SBeigmann, welche« bon ben Sa- 
men SJialbine ©trat)l unb 3ennb SWeber unb ben f)$. Ott» 
unb ©eibel mit Suft unb Siebe gemütbboQ unb lebenbig »orgttragtn 
würbe, mußte unter raufebenbem Beifalle wieberbolt werben. Sa« 
Programm jeigte ferner nod; eiabiercombofttionen bon Bad}, Beet« 
bo»en, SKeiibelüfobn unb Sbobin, bie bon ben Samen Stnno 
9Ji"e»er, eibire SBolff unb Sllöine Äern, fowie »on ben $$>. 
Sllbert SBerfentbin, granj SRotiti unb Dtfrieb SRBtfcber ju 
aligemeiner Befriebigung jutSebörgobracbt würben; ebenfo ein Biotin- 
concert »on Sa»ib, gefbielt »on $rn. Slbolb^ Mittelläufen; 
eine in ber gorm unb im ©töl zwar nod) teineBweg« »otlenbete, ben« 
nod) aber »on erfreulieber erfinbung«gabe jeugenbe eompofition für 
Bioline unb lilabier »on £rn. ^errmann Sobn, unb enblid) ©e» 
fange toon@lud, Jpabbn unb9ioffini, botgetta^en »on ben Samen 
Helene garten, Sbba ifceber unb Slmeiie üJcünfter. SBir t8n- 
nen bem tbäiigen unb untftdjtigen Seiter be« Sonferoatorium«, $rn. 
SDiufitsSir. ©tern, jewie ben ibn träftig uuterftiigenben Sebrern 



127 



unftre »olle Anertennung nit^t »erfagen, benn au« allen hier erwähnten 
Seiftungen blidte ein lebentia, gcwedter unb geläutertet 9Rufttfinn, ein 
©treten nad) innerem Verftdnbniß unb nach äußerer Vollenbung ber 
gewählten Vorträge beutlich berttor ; ben talent»oüen ä^glingen ber 
Anfielt aber bürfen wir bei fortgefefetem Eifer für ihre fiunft ben 
günfiigfien Erfolg ibre« gemeinfamen ©treben« »orausfagen. C. D. 
»jtbing. Sin bie Stellung ber mufifalifcben Sritit tennjeicbnen« 
be« Curiofum liefert ber Elbimier Eorrefponbent für bie SBnigSberger 
«partung'fcbe Leitung in ber 92r. »om 19. b. 3R.; berfelbe, noch lange 
nicht auf ber Ipöbe be« betannten Augenarjte«, fcbreibt trofcbem flott 
Aber SRufit unb Ibeater , unb liefert in obiger ä^'ung unbefümmert 
eine gebarnifchte SRecenfion über ein »on ben§§. @d)ulj, ©entecl 
u. ». SBeber (au« Sanjig) jum 18. SKärj hier angelünbigte« , aber 
»erfchiebener $inberniffe wegen gar nid)t ju ©tanbe gefomme« 
ne« Eoncert, unb ergebt ficb namentlich barüber, baß ihm ein Suo für 
Violine unb Klarinette viele« Vergnügen gemadjt habe. Sa« Vro« 
gtantm ju bem tritiftrten unb nicht ftattgefunbenen Eoncert »eignete 
jtd) übrigen« baburd) au« , baß auf ganj neue äJlanier jwifqen bem 
crfien @a& be« Veetho»en'ftben Irio Op. 11 eine V&antafie »on 
©erttai« eingefd)oben unb bann im Irio fortgefahren Werben fottte. 
($iernaa) ift alfo audjunfre auf ba« im Vorau« gefanbte Programm &in 
gemalte Vemertung in ber »or. 9fr. ju berichtigen. S. SReb.) 



£agesg«fc§ic§t«. 

Seifen, Concerte, (Engagement». 3m jweiten Concert'be« Eon« 
ftTbatorium« in $raa fpielte Eoncert«2H. gerb. Sastb »on bier ba« 
Ä OTofl'Eoncert »on Viotti unb feine 3ntrobuction unb Variationen 
über ein ruffifche« Ibemamit böd)ft bebeutenbem (Erfolge, ©ei feinem 
ttrfcbeinen empfangen, warb er nach, jebem ©tütfe »ier« bi« fünfmal 
gerufen. Sin bemfelben Abenb tarn auch 91 ubinftein'« Ocean»©om« 
pbonie unter lebhaftem Seifall jur Aufführung. SBir begnügen un« 
fceute mit tiefer 9cotij, ba in nädjfter 3«t «tt ausführlicher Vetidjt 
unfere« ? rager Eorrejponbenten ju erwarten ftebt. 

3n Hamburg gab ber Vianift JRubolph ©afert am 21.2Rärj 
rin »War nur ftb>ach befucbte«, aber »on bem größten Erfolge beglei» 
tete« Eoncert. ©eine Variationen über „Casta diva" für bie linte 
$anb erregten einen Wabren VeifaflSßurm. 

Sie ©ängerin grl. Siie»en, je(jt in ©tettin engagirt, bat »om 
Berliner §oftbeater au« einen Antrag erhalten. 

Ueber ba« am 2. SDlärj in Vari« ftattgefunbene Eoncert Alfreb 
3aeU'8 tragen wir nod) nad), baß ber Erfolg namentlich nach feinen 
eigenen Compofitionen unb nod? ber mit ©i»ori gefpielten ©onate 
Ob. 30 »on Veetbosen ein folcber war, t»ie ihn ben Varifer 
©lättern jufolge bi« babin nur febr wenige Virtuofen gefunben hatten. 
3a eil hat nun attd) in Amfterbam concertirt, bafelbfl am 19. in 
Eoenen'e O-uartettfoiröe u. a. ben ©d)umann'fd)en Earneoat »or« 
getragen, unb bann junäcbft i> ebben, jura jweitenmal ben $aag 
unb wotterbam, fpdter Uttcdji unD lrocbmal«, mit ©todbaufen 
jnfammen, ämfterbam befudjt. 

3n ber91benbunteTbaltungM4lrib)igu lonfer»atorium« 
»om 23. 9)iärj, bie ftcb burcb ein b^vaber« inteteffante« Programm 
au«}eid)nete, famen jur 3luffü()rung : Irio »on §ummet in ©« bur, 
Slrie au« ber „©cböipfung" : „Wun beut bie ftlur", Xrio tor g. ©cbu« 
bert in SB bur, ©onate »on @abe in @ motl für ^ianofctte, unb Irio 
»onJp. ». ©abr, Dp. 7, in $ molt. 

92ad;bem bie $$. Slnton «raufe, gran? ©eifj unb §er> 
mann3äger in ©armen am 7. SWärj bafelbfl ibre britte ©oirte 
jürÄammermufit abgebalten (ee waren bie9camen£a»bn, aHojart, 
unb SB eetbosen »ertreten), folgte am 14. ba« {weite Abonnement« 
toncert unter Äraufe'« Sitrection. 3)ie Orcbefterftüde be« atenb« 
toaren bie Ouserture jur„3bbigente in Suli«" mit bem9Jco}art'fd>en 
©cbluß unb ©dbumann'« SB bur>@bmbbonie. $r. granj ©eifj 
toielte ©»obr'8 adjteä Concert. flußerbem tarnen bie Slecitatioe unb 
(tböre au« bem „Cbriflu«" »on SWenbeUfobn jur auffübrung. 

3n ber »ierten £ammermufit<©oir£e ber ^)Jp. @rünn>alb unb 
©. SBlumner in sBetlin tarn neben aHojart'« Ouintett Ob- 108 
unb Jöeetbo»en'* Ouintett Ob. 16 eine ©onate für ^Jianoforte unb 
Violine »on gr. Siel jur Aufführung, bie nicbt eben reicb an Srpn« 
bung, aber »on nobler Haltung fein foll. 

3>er Ortbefter«2)ilettanten»erein „Suterpe" in SBien gab am 
18.2JJärj ju @bren be«$erjog« »on ©ad)fen>ISoburg<@otba eine Vor« 
fteUung, t»elt5>e mit ber Ouoerture ju „Santa ttbiara" begann. 3» ben 
3t»ifdjennummern gebb'rte ein Sieb „A»e äBaria", gefungen »on grau 



©tern unb ein tnelobramatifcber Vortrag „An bie" gerne", »ongrl. 
8ina©cbäfer geftrocben unb ebenfalle »om $enog »erfaßt. Sann 
folgte eine ©ompbonie »on granj ». ©ubb^ über SBotioe au« ben 
(Eomboptionen be«$erjog«, nämlidjau« ben Obern: „3aijre", „loni", 
„®iana »on ©olange", „Safilba' u. a. <Satoefl'2R. Buppi errang 
fonol al« Dirigent wie al« „(Somboftteur biefer bS$ft anförecbenben, 
gut burcbgefiibrten ©bmbbonie" VeifaH. 

S)a« am 23. SKärj in SDcünfter ftattgefunbene Vetein«concert 
brachte u. a. ein ©^m»bonie«5oncert für <£la»ier unb Orcbefter jur 
Aufführung, combonirt unb »orgetragen »on $rn. IheoborÄrauffe. 
©owol bieCombofition al« ba« feit längerer 3eit nidjt öffentlich gekürte 
©biet be« Sombonifien würbe mit au&erorbentlid)em Beifall aufge« 
nommen. Von bemfelben erf cbienen f oeben bei9lieter«Viebermann 
in VJinterthur eine neue golge feiner inftructioen ©onaten Ob. 84 
unb 85 unb eine Scene dramatique Ob. 86. 

grau Clara ©dju mann eröffnet in SBien no$ einen jtoetten 
<Sttc(u« »on brei Concerten. 

Älußkfent.aufniljrunaen. 8ifjt'«„PrfSludes" pnb »or «urgent 
in Vofton unter fierrabn'«, unb inVeter«burg unter Siubtn« 
ftein'« Seitung, an beiben Orten mit großem Erfolge, jur Aufführung 
gelangt. 

3m »ierten »bitbarmonifcben Concert in SBien Tarn $änbet'8 
„3frael in (Sgbbten" jur Auphrung, unb »War biefe« granbiofe 
äJceifterwert älterer 3«'# >»a« gegenüber ben 5Wifjfall«»Vejeugungen 
beim 2if jt'fchen „Prometheus" ju betonen ift, ebenfall« mit äüßerft 
fchwadjem Erfolge. 

Am 20. SKärj würbe burdj bie Vacbgefellfdjaft in Hamburg, in 
ber bortigenSetritirche, Vad>'« f>obe SKejfe in fo unreifer SBeife au^e« 
führt, baß mandje 3uhöter lange »or bem ©d) luß fiä) entfernten. Sie 
Chöre fcbwantten, bie Vlechinftrumente fchlugen um unb namentlich 
ba« Cnfembte war nirgenbwo genügenb. 

Der Eäcilienverem in Hamburg führte am 19. SKärj in feinem 
brüten Eoncert u. a. ba« Requiem »on Eh'tubini auf. 

Am 25. SDlarj {am in bem »on Vtoch in SBien arrangirten Eon« 
cert jum Veften be« Vürgerfbitalfonb« aud) bie Einleitung ju„Iriftan 
unb 3folbe" »on SBagner jur Aufführung. 

Vom CScilienoerein juAmfterbam würbe am 15.5Kärj Cifjt'« 
„laffo" unter bebeutenbem «Beifall aufgeführt. 

Heut unb nrueinftubirte Opern. 3n Ofmüft ift eine neue ein« 
actige romantifdje Oper: „^einrieb, ber gintler" »om bortigen Eapett« 
meifler SRafael in Vorbereitung. 

Sie italienijcbe Operngefeüfthaft in Petersburg hat ben „grei« 
fd)ü(}" mit gläujenbem Erfolge wieber in ©eene gefegt. 

iitulthaltfdje nooitättn. Sie Partitur be« erften Iheil« »on 
SR. SB agner'« „Nibelungen" wirb bei Sdjott in SWainj erfd)einen. 
2>er ©ttd) hat bereit« begonnen. 

Auszeichnungen, 0erdrberungtn. Sie ©angerin grau Stofa 
Stbrie« an ber italienifchen Oper in Amfterbam hat »on ihren 
bortigen Verehrern einen toftbaren ©djmud erhalten, ber auf minbc« 
ften« 12,000 ©u'.ben gefchaljt wirb. 



Dermifc^Jes. 

Schon im »origen ©erbft gebad)ten wir einmal mit Anerlennung 
ber $ianino8 au« ber gabrit be« $rn. ^ermann SJJenfing in 
Erfurt. Serfelbe hat jefct (Gelegenheit genommen, ein nach Sterten 
heftimmte« 3nftrument biefer Art auf einige läge bei bem SRebacteur 
b. VI. aufjufteflen, wo e« »on benen, bie fid) bafilr interefpren, in ben 
SWacbmittagftunben »on ä Uhr an in Augenfcbein genommen werben tann. 
SBir machen angelegentlich barauf aufmerlfam, ba baffelbe in ber Ibat 
au«gejeichnet ift. Es heftet eine Egalität ber Klangfarbe unb ber Ion« 
ftärfe in ben »erfebiebenen Octa»en, eine gülle unb einen 3auber , wie 
er un« an VianinoS bi« jefet taum noch »orgefommen ift. Ebenfo »or> 
jüglich ift bie ©pielart. Äurj , ba« 3nftrument erfibeint un« al« ein 
feltene« äJceifletftücf. 



Srudfet)ler»Verid)tigung. 

3n ber Eorrefbonbenj au«: 3m $>aag (9lr. 12 b. Vb«.) ift hin« 
ter „Eruditio musica" ber 92ame be« Orte«: „in 9totterbam" au« 
Verfemen weggeblieben. 



128 



Intelligenz -Blatt. 



Durch FrlCdr. BartllOlOllfiDS in Erfurt ist zu beziehen: 



(Eine neue Art kleiner Drehorgeln.) 
Diese Kelodions sind nicht allein für Kinder ein reizendes Spiel- 
zeug, sondern auch für Erwachsene ein willkommene« Geschenk ; 
sie eignen sich behufs ihrer Vollkommenheit zu Abend-Unterhal- 
tungen undTanzkranzchen im Familienkreise, in denen sie die Stelle 
kleiner Tanz-Orchester oder Pianoforte vollständig ersetzen und auch 
in Bezug auf Tact, Reinheit und sicheren Einsatz Nichts zu wünschen 
übrig lassen. Der Ton, der den grossen Harmoniums ähnelt (nicht 
Pfeifen, wie bei gewohnlichen Leierkasten), ist wohlklingend und 
angenehm, so dass das Instrument, trotz seiner Billigkeit, grossen 
Harmoniums gleichkommt. 

Preis eines Melodions in elegantem poürten Nuss- oder Kirsch- 
baumholz-Kasten (jedes 4 Musikstacke auf 22 Tonen spielend): 

JÖr 8 Thlr. ^ß 

Diese Instrumente spielen die neuesten und beliebtesten Opern- 
melodien, Lieder, Tanze und Kirsche von Strautt, Gvngl, Lanner, 
Fahrbach, Friedl, E. Bartholomäus, E.Beyer, Hamm, Heitudorffu.A. 

Grossere Melodions mit 42 und mehr Tönen, 7 — 9 Musikstücke 
executirend, von 10 — 110 Thlr. sind ebenfalls durch mich zu be- 
ziehen und wird für die Güte dieser Instrumente Garantie geleistet. 

t&- Bei Bestellungen bitte den Betrag gefalligst beizufügen. — 
Jede Buchhandlung nimmt Bestellungen auf obige Instrumente an. 

Erfurt. Friedr. Bartholomäus. 

(Musikalienhandlung.) 

von 

Bernhard Friedel (früher W.Paul) in Dresden. 

Fach, J. B., Kladdradatsch in fliegenden Blättern. Perio- 
dische Sammlung komischer Lieder für heitere Kreise. 
Nr. 1. Heuschreckenlied. 5 Ngr. Kr. 2. Der Häring 
und die Auster. 5 Ngr. 

Fricke, F. A. f Op. 6. Erinnerung an Tyrol. 3 Tonstücke 
für Piano. Nr. 1. Alpenklänge. 7*/» Ngr. Nr. 2. Jäger- 
lied. 7 1 /* Ngr. Nr. 3. Am Bache. 7'/ s Ngr- 

Herz, C, Saison-Klänge. Scherz-Polka arrangirt für Piano 
über Keveil du Lion-Radetzky-Marsch — Ach ich \ün 
so müde. — Mein Oesterreinh — Gemsenjäger u. ■ w. 
///. Auflage. 7 1 /, Ngr. 

Mannsfeldt, H., Op. 1. Lebenslust-Galopp. 5 Ngr. 

, Op. 2. Freundesgrüsse. Walzer. 12 1 /* Ngr. 

(Von beiden Tanzen sind die Orchesterstiminen in Abschrift zu haben.) 

Reissiger, C. 0., Portrait, lith. von C. Meyer, gedruckt von 
F. Hanfstängl. Chin. 20, weiss 15 Ngr. 

Ausgaben in einzelnen Nummern. 

Onmbert, F., Op. 28. Fünf Lieder für Alt oder Bariton 
mit Piano. Nr. 1. sieh mich nicht so lächelnd an. 
Nr. 2. Neapolitanisches Lied. Nr. 3. Beim Scheiden. 
Nr. 4. Leichter Sinn. Nr. 5. Wiedersehn, ä 7 1 /» Ngr. 

, Dieselben für 8opran oder Tenor, k 77g Ngr. 

Haydn, J., Vollständige Sammlungjder Quartette für 2 Vio- 
linen, Viola und Violoncello. Neue Ausgabe, revidirt 
und mit Tempobezeichnung versehen von C. Lipintky. 
Nr. 59- Kaiser-Quartett in C dur. 1 Thlr. 

Schumann, R., Op. 127- . Lieder und Gesänge von J. Kör- 
ner. H.Heine, Graf Strachwitz und Shakespeare für eine 
Singstimme mit Piano. Nr. 1. Sängers Trost. 7 J /s Ngr. 
Nr. 2. Dein Angesicht. 5 Ngr. Nr. 3. Es leuchtet meine 
Liebe. Nr. 4. Mein altes Ross. ä 7V 2 Ngr. Nr. 5. 
Sclilusslied des Narren aus. Was ihr wollt. 5 Ngr. 



Sieber, F., Op. 12. 4 Lieder für Sopran oder Tenor mit 
Piano. Nr. 1. Frühling und Liebe. Nr. 2. In der Fremde. 
Nr. 3. Frühlings Wiederkehr, ä 5 Ngr. Nr. 4. Am 
Neckar, am Rhein. 7*/j Ngr. 

"Wir bringen hiermit zur Kenntniss der zahlreichen Verehrer 
des zu früh dahingeschiedenen Meisters, dass 

S0b.$d)ttmaim'0 tljfmatifiljf* »frjeuiWfi 

in wenigen Tagen die Presse verlässt. 

Die Verzögerung des Erscheinens hat seinen Grund in den erst 
kürzlich edirten nachgelassenen Werken, welche der Vollständigkeit 
halber noch Aufnahme finden sollten. 

Bestellungen zum Subscriptions-Preise, das Exemplar mit dem 
Portrait des Componisten (3 Thlr.) werden nur bis zum 1. Mai durch 
alle Buch- und Musikhandlungen angenommen. 

J. SChUDerth (t Comp., Leipzig, (Hamburg) und New York. 

Im Verlage von C. F. KAHNT in Leipzig erschien 
soeben : 

Engel, D. H., Zionsharfe. Geistliche Lie- 
der von H. Elmenhorst, mit neuen Melodien versehen 
von Georg Böhme, I. W.Frank und Peter Lorenz Wocken- 
fuss aus dem 17- Jahrhundert, für eine Singstimme mit 
Piano. 9 Ngr. 

Gleich, Ferd., Handbuch der modernen 

Instrumentirung für Orchester und Militairmusikcorps, 
mit besonderer Berücksichtigung der kleineren Orchester, 
sowie der Arrangements von Bruchstücken grosserer 
Werke für dieselben und der Tanzmusik. Als Lehrbuch 
eingeführt am Conservatorium der Musik zu Prag. Zweite 
vermehrte Auflage. 15 Ngr. 

Lohmann, P., Ueber Bob. Schumann's 

Faustmusik. 6 Ngr. 

Schwarz, Dr., Die Musik als Gefühls- 

sprache imVerbältniss zur Stimm- u.Gesangbildung. 6 Ngr. 

Weitzmann, C.F., Harmoniesystem (ge- 
krönte Preissetarir»). 12JTfr. 



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Ton, ist «U verkaufen «IkWü die Musikalienhandlung von 
Hermann Conrad in Chemnitz. 

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finden unter vortheilhaften Bedingungen Stelle beim 34. In- 
fanterie-Regiment in Rastatt. — Näheres beim Capellmeister 
Parlow daselbst. 

Ein Clarincttint, der zugleich Geiger ist. hat den Vorzug. 



iii i ii i 1 1 1 ■ 



Bn Min gMtWrtll «M«M iMoM 
i Runur tun t M*t Vit »•»«. Fnu 
M f*«M HD M Hmm J«l»SMi 



Jeipiig, tat 6. gtprü 1860. 

Stteue 



MicM«ilHWH«B Mi f«u*tlt t Rtt. 



£dt0d)*tft Cut Jttusih» 

rftonj SrenÖef, SSeranitoortliäer SKeßarteur. — «erleget: (C. <r". Xafjnt in Cttniig. 



CtraiaKK'Wf Stt*>&lRnfttt. (SR. Situ) ineedtn- 
*>. Cftritot * *• *■»* ta <*!■«. 

I«|u Siftirtf«, MihümI Emhwf* hl Sultan. 



JlflS. 

3flmanofnnfjigftrr Batib, 



I, tPilmta* • «Ml». In fit» pcrt. 

L °f4tiluiikf4 in Dien. 

tat. frirtlri» in SPorftlaii. 

«. »4Ha t ImM in ¥W*beI»tU. 



lil-Jt: frofeff« «tyt all lB<f MgfldS trr (gntfctna)- — Hftfi „fwme- 
t$«nl" (Bmtfetrog). — »(«nfUnmt : 3itHnf Aiwr, 8nlF%rid>t Btwtrt« 
Siel* ok* (C^Inf). — ffiitMT Srltfe (^mrtftfcitua). — Sn« Siwilfatt o. 9t. 
(«4l«S). — »tciu 3«it"»g: Srnnff ob1i«ij i I«Bt»gtfB)i(*tt ( »twrif*. 
ttl. — «tttH*rt IntdgcT. — 3»ttnig(njiUtt. 



yrof effor flöge nfe jefangsrefjrer. 

Sou 
1. 4rtttbcL. 

(8ottftS»=ä-> 

3)ajj ba« SlHed bie f orgfältigfte (Erwägung forbert, fobalb 
t# ftdj barutn b, anbelt, bringenb gebotene Sierbefferungen anju« 
bahnen, bebarf Eeiner Bewertung. 3)tffemntgeaD>tet bin id) ber 
Anfielt, bafj eine St^atigleit, metdje fid) nur auf ein unmittel- 
bar e£ Änfämpfen Dagegen btfdjr inten moöte, niifyt jum er* 
wftnfdjten 3iele führen mürbe, wie ja «De« in Bejug barauf 
Unternommene t&atf5'dilicb, bis jefct nid)t ba^in geführt b,at; 
namcntlid) im gaß man immer nur einjetne Uebelftanbe jur 
alleinigen $auptquefle oder anDeren mad)t, unb folglid) immer 
nur einfeitige Berbeffemngen anftrebt. 3)te wahren Urfa$en 
be$ Berfafl« ber @efang6Tunft in nnferer £eit finb anberer 
Art, unb »ir muffen b«r @ad)e tiefer auf ben ©runb flehen, 
um fie aufjufinben. $terju bannt, bog eine unmittelbare, 
birecte Abhülfe in bieten %&ütn gar nidit in unfere $>anb ge- 
geben ift, unb ee" wirb fonadj auu) fdjon aus biefem @runbe 
notljmenbig, »eiterjuge^en unb ju ben Duellen aufzeigen, 

3n biefer Bejielmng mSdjte id) junadjft bic fdjiefe ®tel« 
lang betonen, in weldje bie I^eotie gut ^raris gefommen 
iß. gort unb fort fitcbt man in unferer j$e\t S^eorien über 
©efangätunft aufjupelltn, obne biefe bura) vorausgegangene 
[fingere $rari3 erprobt ju b,aben. ÜWan unterri(b,tet uatb, im 
Sorauö fertigen @b,ftemen, ja man fu(b,t bei ^rarie baburd) 
aufzuhelfen, ob^ne ju bebenten, baß aße i^eotie bom Uebel ift, 
fobalb fie Dor^ti fettig unb, ob,ne tbatfäc^ti^e Segrßnbung, 
bennoeb, Qinflufj auf Da« ?eben gewinnen miQ. 9Iatürli^ fcfl 
hamit ben n>ifftnfd)aftlid)en Seftrebungen auf bem ©ebtet ber 
Ännft, bie 111 unttrftütftn eine Hauptaufgabe unferer 3 e ** l % 
iffte grofje iBebentung nio)t abgefbrocb,en toerben. Haben fie 
ben Qntd, tat praftiftb tStßbte tb^eorttifa) ju begreifen, fo 
tftnnen fie nur im 6,tb,en Srabe toiDtommen fein. Bor aDen 
Dingen aber mufj eine oollfomme, fixere frarifi befielen, 
uqb bevor nidjt biefe eor^anben, fdjeint efl mir im bob.en@rabe 



gaetflod, fi(^ in tb,eoretifcb.e ©treiligfeiten tingutaffen. $iergu 
tommt, ba§, toie Stnigt beraubten, bie Irobition ber Italiener 
unft$er gettoroen, unb f omit bei -altt *8nmb unb ©oben oer» 
toten gegangen, minbeftenä fäftoanfenb geworben tft. Mnf bad 
3tel einer feften brattifdjen ©runblage »äre atfo Bor aßen 
Singen b, in juar betten, ffis ift ein großer Orrtb^um, toenn man 
glaubt, in biefem $a$e burd) Seb. rbudftr reformiren ju FSnneu, 
felbfi in bem auenab^mSioeife günftigen ft&Üt', bag biefelben 
»irflio^ 9tefult.it »on @rfab,rungen unb nia^t im Sorauö fertig 
finb. 9?ur buröj OTufter unb SJetfoiete, Iprtftifrfie Belege, fann 
b,ier genügt merben, unb nur in einem folajen Säße ift efl 
meiner 9nfio>t tiad) von butdjgrtiftnber Bebeutung, wenn 
fdlliefjlidf ein SBerT ocrSffentti^t »irb, met^eS bie Sßege bc 
jei(b,net, um Derartige SRefuttate ju erlangtn. 

ÜBtt bem oben ©emeihen bangt weiter jufammen, »a« 
Aber bie llnetnigteit ber @efaugteb,rcr ju fagen ift. 5i) 
ftnbe barin eine Weitere Urfacb,e ber geringen (Erfolge auf bem 
@tbiet ber ©efanggtunft in ber @egen»art. (5$ ift bie fubjec* 
tioe ^ecfblitterung ber Vnftdften, ber Umflanb, bag 3eber feine 
eigene Üljeorie au8jub,c<ftn unb nadj biefer ju unterrichten be* 
ftrebt ift, ee ift ber Mangel aQee @emeitifamen, ber 3Jiangel 
einer bn^d^gretfenben, aßgeinein anertannten 9form, ber fio>, 
beftor nod) t»n einer inbisioueßen Berfab.Tuiigäujeife bie !Rebe 
fein lann, alle Stljrer anjufdiliefjen Ratten, mit einem SBorte: 
ber 3Range( einet ©djult, ber ju bettagtn ift. <5eit 
SJlieffd)' Sobe namentlia) ift biefer Uebclftanb bemertbar ge« 
motbeu. SRieffd? in üDreSbtn war üitQeid)t ber ?e()te in 
ÜDeutfdjlanb, ber burd) feinen Sinfluß unb burd} fein Beifeiet 
aßeä ber artige fubjeetioe 3rrti$te(iren nirtdfdjtug. ©tatt 
Brpcrimente mit ber@timme naa> eigenen tb.eoretifcb.enSI'tut^ 
mafjungen ju tnadjen, faßten bie Stirer lieber einer bewahrten 
3Retb.obe fid) anfdjtießen. 3ene ffiitelfeit ift anjullagen, bic fltb, 
auf fid> f elbft ju jiellen tiebt, ftatt mit bem 9Jadjbar unb Soße* 
gen fid) ju befreunben unb barauf ju adjttn, ob nidjt ba«, tta6 
von t^m ju lernen ift, grSfeeren SBtrt^i ^obe, als baS ffiigent. 
©8 fe^lt baS SJirtett in einem Sinne unti ©eifte, ba« gemein» 
fame arbeiten, unb ftatt cined gutxirfomnienben HuStaufdjei 
öon (Erfahrungen feb^en wir weit eb,et fle^äffige Vnfeinbungen. 
^reilicb. liegt bie« im aßgemeinen£b,atatttr ber^eit, bie fidj in 
Atome jtrfplittert, bie jebeä berfelben berfttbftänbigt, baSgrofje 
ubergreifenbe @anje aber nur ju leidft au« ben Rügen verliert. 
E« ift eine tfigentljumlid)feit betfetben, bafj dtber fpridjt unb 
fdjreibt, wie ib, m ber ©$nabel gewaa) fen ift, wie überhaupt, fo 
in ffunftfragen, ofene bie beffere Cinft^t ju tefpectiren nnb fid) 



130 



cor allen Dingen ju überlegen, ob er ba«, woöon er fpridjt, 
audj wirflid) oerftanben b^abe. 

Srwägen wir bie«, fo läßt fidj, worauf e« tyauptfäcblidj 
antommt unb rooburdj meiner Anficht nacb, bie $auptfd)mierig* 
feit befeitigt würbe, in bem ©afee jufommenfaffen, baß e« ber 
ÜRangel an Autoritäten be« gaaje« ifi, ber eS ju etwas 
©ebeujlicbem nur in oerfyältnißmäßig geringem ©rabe (ommen 
lägt, ber Mangel an praftifcb bewährten, weithin im großen 
publicum genannten uub belannten ©efangSletirern. (Sine 
nachhaltige Serbefferung fann, wie gefagt, niajt burcb, 93üa)er 
erreicht werben, fie mögen fo »ortrefflicb, fein al« fie wollen; 
auch, bie Pebjer erringen babureb, für fia? felbft feine ©eltung 
unb feinen Sinfluß, wie fo mancher berfelben irrtljümliä) an» 
juneb,men fd>eint. 

Daß tjierju aua) bie treffe mitjumirfen tjat, verfielt fiel} 
»on felbft. Sie tyat e« oorjug«weife in ber $anb, bie Beftre* 
bungen »erbienftlidjer 8eb,rer ju forbern, unb fonadj bie Sr» 
reidjung be« bezeichneten 3n>ede« ju »ermitteln, fjreilid) muß 
ba«, wa« fie vorbringt, wirflieb ©runb baben, unb barf nidjt 
eine balb ju burcb, fdjauenbe perfBnlicbe SR'eclame fein. SRurba«, 
roa« wirtlidj pofitioen ©eb^alt in fta) trägt, lägt fid> auf foldje 
Sßeife fluten, wätjrenb bloße« 3 e ' tun 8 8 fl e W re ' f^ned »erb, aHt. 
Da« waljrljaft berechtigte freilid) b^ält bann aud) wirflieb, 
©tanb, unb brauet)! fid) um Anfeinbungen nidjt ju fümmern. 
Ueberbaupt muß bie treffe, um bie« beiläufig ju erwähnen, 
ben ©egenftanb nteb^r ju einem ftetyenben madjen unb barauf 
Einarbeiten, bafj ba« publicum wieber meljr Sinftd>t in biefe 
Singe gewinnt, als e« gegenwärtig ber JJaH ifi. Oefct ift biefe 
le^tere beinahe »erloren gegangen, unb bei ber atigemeinen 
Unftct)eir)eit, bie in Bezug auf ®efang«fragen tyerrfdjt, ljat 
aud) bieftritif |lct) möglia)ft jurücfgeb, alten, unb ift ben©d)mie« 
rigfeiten meljr au« bem SEBege gegangen. Die 3'>tung«creffe 
bermag in biefem Sinne meljr ju wirfen, als biet leibige Bücber 
über bie Itjeorie be« ©efangeS. 

Äenn ict) eä bab.er unternehme, bem Söirten be« in ber 
Ueberfdjrift ©enannten eine furje Betrachtung ju wibmen, fo 
gefd)iet)t e« in biefem ©inne; e« gefdjieljt, weil icb, in ber $er« 
fönlidjfeit be«felben Eigenfcbaften ftnbe, welche biefelben geeig* 
net erfdjeinen (äffen, ber fünft be« ©efange« ju einem neuen 
Auffdiwung ju r>err)elfen. Natürlich foD bamit ben Berbienften 
anberer l'ebrer nidjt ju nal)e getreten werben ; im ©egentljeil, 
e« fann nur erfprießlicb fein, wenn überall ba, wo namhafte 
Srfelge oorliegen, auf biefe l)ingewiefen wirb, üd) fleQe ben 
in ber Ueberfcbrift ©enannten nur barum ^ier in ben Berber« 
grunb, weil un« bie SBirffamfeit beSfelben perfBnlid) nabe ge= 
rücft ift. ©elingt e« aber auf biefem SEBege, ben bezeichneten 
3wecf nad> unb nacb ju erreichen, fo wirb ben im Eingänge 
gefd)ilberten Uebelftäncen am Beften baburd) entgegengetreten 
werben tönuen. Oene Urfad)en mebr feeunbärer SWatur wer» 
ben atlmälig »erfdjroinben, befeitigt burcb bie erljBljte ©eltung 
ber Se^rer; bie ©d)üler werben mit größerem £utrauen einem 
längeren Unterrid)t«curfu« ficb Eingeben, zugleich audj pünet- 
lieber bie Borfdjriften eines al« gewiffenb, aft anerfannten ?eljrcr$ 
befolgen, unb fo allen jenen fcbäblidjen ©inwirfungen aus bem 
SBege geb.en, bie je^t bie beften Anlagen jerftören. 3)a« aber 
ift bie$auptfacbe. Ot)neb,ier weiter auf ©pecialitäten einju« 
gelten, ift e« bod) erforberlid), biefen einen ^ßunet noeb, befonber« 
ZU betonen. Sludj baS ^rioatleben ber ©djüler ift ju 
berücfficbtigen, bei Sängern unb Sängerinnen meb^ralS bei 
allen übrigen Sieben; es ift fbecieU ju beauff iebttgen. DaS 
ift e« DorjugSweife, woran bie beften Anlagen in unferer 3eit 
ju ©runbe geb^en. Da« ^ßrioatleben unb jugleidj bie Art ber 



fünftlerifcben SBetb^ätigung in bemfetben entfpriebt nidjt ben 
gorberungen, bie ber erwählte Beruf auferlegt. ÜRan will 
jrnar ©efang ftubiren, aber man will leben wie jeber An* 
bere, unb feiner Anneljmlidjfeit, fei fie aueb, noeb fo cerberb« 
lieb,, entfagen. Sine fo(cc)e 93eauffid)tigung if} inbeß nur mög« 
lieb, wenn bie ©cbüler mit »oQfommenftem Vertrauen ber 
Leitung eine« 2eb.rer« ficb überlaffen fönnen. SBie bie Singe 
jegt fielen, t;aben bie metften feinen Sfefpect, fegen fein Sßtv 
trauen in feine Anorbnungen, unb wenn biefe Unteren unbe« 
quem zu werben anfangen, geb,t man lieber zu einem Anberen, 
ber e« (eidjter nimmt. Sin innigerer perfönlicber Anfd)luß an 
ben SWeifter ift notb,wenbig, wie in alter 3*it/ unb ein barauS 
entfpringenber ©eb^orfam, unb bie«, wie gefagt, nur z" «• 
reiben burcb bie unzweifelhaft anerfannte Autorität ber$?eb,rer. 
©inb aber foldje oort)anben, fo wirb aud? bie ©efangSfunft 
wieber einen erneuten Auffctjwung nehmen. 3)ie SReuzeit zwar 
ift folct>en patriarajalifeb^en SSert)ältniffen, wie e« feb,eint, nttbt 
günftig. S« läßt ficb aber Seibe«, ba« ©ute ber alten unb bie 
Srrungenfcb,aften ber neuen, mit Seidjtigfeit »ereinigen, wenn 
nur ber eben auSgefbrodjenen ^auptbebingung ©enüge geleistet 
wirb, felbft an öffentlichen SÜhififf djulen , unb e« fommt in 
biefer Seziet)ung nur auf ein einmütige« 3ufammenwirfen 
ber $?eb,rer unb eine einb.eitlid)e birectorielle Leitung an. SBenn 
freilia) ber eine Sebjer bem entgegentritt, ma« ber anbere cor« 
feb, reibt, fann etwa« SRedjteS nidjt erwartet werben. 2Ba« enblidj 
jene Uebelftänbe betrifft, beren Sef eitigung nidj t in unfere §anb 
gegeben ifi (bie juerft im Singange bezeichneten), fo bürfte, 
ganz w " eö in früherer 3eit ber gaU war, eine grünblid)ere 
SJorbilbung biefelben weniger gefä^rlirf) machen. S« liegt bod) 
nur ljaubtfäcblid) in ber 9}ernadjläffigung eine« auf bie oben 
angebeutete Seife wieber zu gewinnenben georbneten ©tubien» 
gange«, wenn ©änger unb ©ängerinnen je|t eb,er abgenufet 
werben, al« in früherer 3 e '*- 

@eb,en wir bemnadj nun auf bie üBirffamfeit be« in ber 
Ueberfdjrift ©enannten näb^er ein, unb belegen burcb bie ge« 
wonnenen Erfahrungen unb burd) Seifpiele ba« bi« jefet im 
Allgemeinen ©efagte. 

(@«lu$ folst.) 



Cifät's „promctfjcus". 

«ort 
Cbuarb fiulht. 

iScttfteunfl.) 

Die fombcwnifdje Dichtung „^römett)eu8" fann gereifter. 
maßen al« ber „lidjtbiingenbe" unb „gefeffelte ^rome» 
tb.euS" betrachtet werben, fo baß fie mit ben Stjören au« 
$erber'S ,,15romett>eu«" bie gaiije ^Jromet^euStrilogie z u r 
Darfiedung bringt. 

Sin mädjtig erfebütternbe« 3Botio ber Bläfer, umfeb, wirrt 
»on einer fajwungboll auf» unb abwogenben Biolinfigur, zfifli 
un« ben b,immelanftürmenbeu, ben füt>nen $rometb,eu«, ber 
ben ©öttern ba« b,immlifcb,e Sict)t entwenbet, um ber äWenfdjen 
©lüef z" begrünben. Sr wirb wie befannt für fein Bergeben 
an ben gelfen gef einriebet. Die Älagetöne, bie wir je(jt »er- 
nehmen (^olzbläfer) , geben un« jfrtnbt »on bem tiefen 
©cb,merz, »on bem furebtbaren Seiben, ba« ib,n quält. 5Kun 
folgt ein« »on ben brei Dfotioen ber fbmpt)onifd)en Dicbtung, 
welche aud) in ben Stören wieber »orfommen, unb weld)e zu 
ber Annahme berechtigen, baß bie fb,mpb,onifcbe Dichtung mit 
ben St)ören in bem oben »on un« angebeuteten 3ufa>nmenEange 
fiebt. SBir werben bei ben Sb. Bren auf biefe 3)Joti»e jurfict« 



131 



fomtnen. Diefe« crfie fetyrt wicber im 6b or ber Dttjaben 
bei ben SBorten: „SBeiffagenbe Sräume, ©efialten ber alten 
3eit." — Der ©d)merj legt unb befänftigt fid), ftifler wirb« 
auf einmal unb freubiger ^ßrometbeu«' £erj, e« tritt ba« jweite 
jener brei SWotiöe ein, juerft blo« »on ben SiolonceH«, bann »on 
benSBiolinen unb bem »ollen JDrdjefter burcbgefübrt, einSföoti», 
weldje« u>ie eine Zeitige SBeiffagung fein unb unfer $erj be» 
rfibrt, bie Hoffnung ertlingt in ib,m, baß er fein 333er! coli« 
bringen werbe. 2Bir boren baffelbe fpäter wieber in einer 
anberen Jonart (21 bur) im ßb,or ber Unftcbtbaren bei ben 
SDorten: „ Unb bu allein bift, bie fte orbnet, göttliche, menfd)« 
Iid)e, weife Ib,emiö". — 3n ber fömpbontfd)en Dichtung ift 
e« in ®e« bur. ^rometfyeuä gelangt jur Ueber3eugung, baß er 
nur burd) Sebarrlid)teit ju feinem erfeljnten 3* e ^ c gelangen 
fßnne. Diefe« fein SluSljarren »üb »om genialen SDieifter 
burdj bie ftnnigfte unb fcerebtefte Slrt fbmbolifirt. S« ift bie 
gorm ber guge, bie ftd) auf einem merfwürbigen ÜJtoti» mit 
einer außerorbentlidjen Äübnbeit unb gormenfreibeit aufbaut. 
SBie fonnte aud) ba« Sebarren, »eldje« eint ber ©runbbeftim« 
mungen ber Didjtung bilbet, beffer »erfinnbilblid>t »erben, al« 
burd) bie gorm ber Suge, bie Sorm, weld)e felbft mit tü^ner 
83ebarrlid)feit bei einem ÜWotioe eerweilt, um e« ton allen 
©eiten ju beberrfd)en! 9Bir tonnen bei biefer ©elegenbeit nid)t 
umbin, un« an bie §uge in Sifjt'« Dantefnmpbonie ju er« 
innern, wo fie ebenfalls ,,ba« unabläfftge SBoHen unb SBogen 
De« f orttoäbjenb rficfwärt« f djauenben, wie »orwärt« b. offenben 
©efübl«" anbeutet, unb mit bemfelben 9ted>te wie b.ier an 
ib,rem ^ßla&e ift. Sin einer foldjen ©teile unb in einem folgen 
Saue wirb un« bie Sebeutung berguge al« poetifcber ÜRoment 
nid)t com blo« mufi!alifd)en ©tanbpuncte erft red)t flar. £ier 
ift bie guge feine bloße Oorinenarbeit, fie bient »ielmefyr juni 
poetifd)=mufifalifd)en 2lu«brude einer ©timmung, bie burd) 
fein SDcittel beffer auögebrüdt »erben tonnte. 9?ad) einer 
2Bieberaufnab,me be« erften anftürmenDen SWotie« fet)rt bann 
aud) jum ©d)luß ba« früher »on ben ©treid)inftrumenten au«« 
geführte, »erföbnenbe, Erlöfung »eiffagenbe 9Jcoti» jurürf, 
aber je$t and) in gellerer garbe (Sied)) unb fd)nellerem, leb* 
^öfterem Üempo, »on ben fönfopirenben ©treidjern burdjfdjnit« 
ten, bie immer ftärter uub lebenciger werbenbe Hoffnung au«« 
brücfenb. ©nfclid) tommt jum ©d)luffe nod» ein SÖioti», weldje« 
früher leife angebeutet »urbe unb ba« im Sb,or ber SOfufen 
wieberfebrt. 

©eben wir nad) biefen wenigen Semerfungen ju ben 
Stören über: Dem an ben Reifen gefdjmiebeten 'jßrometbeu« 
lebt eine beilige SBeiffagung in ber 33ruft: „Dulbe, ^rome» 
tbeu«, wenn ber ftärffte teiner ü)Jenfd)en bie größte 2;^at 
DoHbradtt b,at, wenn bu felbft bie tapferfte boQfür>rt, bann 
IBfen fid) bie geffeln unb bu fie^ft bein grofje« 333ert gebeil>n 
auf Erben." — -3n biefer Hoffnung fd>eint ib,m ber ^erbfte 
©djmerj gelinb unb leitet. — 5Da fomnien bie „Dfeaniben", 
fid) über bie fifityn&eit ber 3D?enfd)en betlagenb. „©eftört ift 
be« ÜJieere« tjeiltge 9tur;" ; ^rometljeufl befcbwidjtigt fie. 9?idjt 
unberührt ift ba« SWeer. S33a« irgenb lebt unb wirft, »irft für 
einanbev. S)ie« fagt er bem Ofeano«. "Der Sb,or ber Ofeani» 
ben ift ein 3lu«ruf be« tiefen ©djmerje«: „S33e^ bir, $rome» 
tb.eu«, »eb.!" @ine Ijieftge ftritif »ar fo geiftreid), ju entbecfen, 
bafj Sifjt b,ier ftatt bem $lud)e ber Älage SluSbriicf gegeben. 
3)ie Ofeaniben fluten nid)t, fie bebauern ben ^romet^eu«, 
baß er ben ©terblidjen bie gadel ber SJernunft angejüubet, 
woburd) e« benfelben nun mßglid) ift, ib^nen über ben Häuptern 
ju fd)»eben. SBöre e« ein g lud) gegen ^ßrometfjeu« , ben bie 
Ofeaniben au«fpred)en foden. fie »ürben nicbt fo leiit au be« 



fd)»id)tigen geoefen fein, wie fid) bie« gleidj barauf in bem 
folgenben ß^ore ber Üritonen unb Dfeaniben auf« ©djönfte 
au«fprid)t. G« übertommt un« ein ®efüb,l be« feligften grie- 
ben« bei biefen Klängen. Die 93äffe grollen anfang« notb, ein 
»enig, ba« SBogen unb ©türmen ber braufenbenglutb, anbeu* 
tenb, aber biefe« Üoben legt fid), unb in wunberfeliger 3 art * 
b,eit rufen bie überwunbenen Ofeaniben bem ^ßromet^eu« : 
$eil! Die ©teile: „SBenn unferm glutb,en bie golbene3«it er« 
fdjeint" ift eine ber ^eroorragenbften ber ganjen ^}rometb,eu«= 
mufif. ©ie wirb juerft com ©opran (©olo), bann com 9llt 
(©olo), unb enblid) »om »ollen ß^ore aufgenommen, unb 
bringt einen jener befeligenben (Sinbrüde b,er»or, wie wir fie 
aufjer bei Seet^ocen, SBagner unb ©djumann »on 9cie= 
manbem empfangen b,aben. 

Dod) nid)t nur bie Ofeaniben allein finb mit ben SKen» 
fd>en unjuf rieben, aud) bie Qrtyaben fomnien unb flogen bie 
SDtenfdjen an: „3erriffen ift beiner ÜHutter S3ruft" (6er ©äa 
nämlid)) — „gefdjout wirb feine« b,eiligen Saum«" — . Slud) 
für fie finbet $rometb,eu« SBorte ber Setu^igung unb »erlangt 
»on ib.neu für feine ÜRenf d)en, für biefe Slumen, nur ba«, ma« 
fie allen gewähren, jur 9teife3eit. Da« „»eb, bir" berDrua« 
ben fd)auert un« nod) jefct bei ber blofjen (Erinnerung burd) bie 
©eele. On bem ©olo mit Sljor »ieberb.olt fid) ba« oben fd)on 
in ber f ömpb, onifdjen Did)tung ermähnte üJfott» : „SJBeiff agenbe 
SErciume." 

Son ©äa, »eld)e fid) über ben toüfü&nen ?llfibe« beflagt, 
erfährt ^Jromet^eu« auf feine Srage: „3Bo ift er jefct?" — 
„Er ftieg jur $öQ' b^inab, ben greunb ju retten unb ?libe« 
9?eid) ju ftürmen". ^Prometb.eu« erfennt mit fidierm Sliife 
biefe Jb^at al« bie größte, a(« ben ebelften Gsntfdjlufj', ber 
einem ÜMenfd)en ju 2f;eil warb, er erfennt in tyr bie 2&at, 
auf bie fein »eiffagenb $erj ib,n bingewiefen, bie Xfyat, bie 
i^mErlöfung bringen »erbe; benn »er mut^ig für bengreunb 
fein Sebeu »agt, wirb e« für SlDe« wagen, »a« groß unb ebel 
ift. Dod) bie (Srlöfung 1)'ana,t »on biefer Xfyat allein nicbt ab. 
6r felbft — ^rometbeu« felbft — b at noä ) « ne ^^ at J u v °ü* 
bringen! E« erfdjeint ßereö mit ibren ©d)nittern unb ©d)nit= 
terinnen unb fpridjt ju ^rometbeu« SBorte be« £rofte« in 
Sejug auf fein 9)cenfd)engefd)lcd)t. 

(8ort(c(|Uiis fi> ! ät.) 



Dnflructiües. 

gür ^tanoforte. 

3ultu» ftnorr, Hüsf&fyiify ttfapier4Hfll)oöe in jwei Ztyiltn 
Erfter %t)til: ÜJietbobe. 3 roe ' ter Sfjeil: ©d)ule ber 
2Hed)anif. Jeipjig, S. g. tfabnt. ^r. 1 5£r;lr. 24 9cgr. 

(e*m§.) 

Sine anbere Eigenfd)aft ber ÜMetbobe Rnorr'« »ermiffe 
id) nod): bie größere Serücffid)tigung ber neueren Unter« 
rid)t«literatur. Sjern», Junten, Äublau u. 31. werben 
immer für ben 3 roec * *>er Slnfängerbilbung SJBertb fyaben; bod) 
nur in einigen SBerfen, weldje mit ber Einfad)beit be« ©a^e« 
unb ©efäüigfeit De« Onbalte« eine gewiffc Sffiürbe für fid) 
baben, wie fte in ber 9lufrid)tigfeit ber (jompofition bevubt. 
Öd) »etftebe biet unter äufridjtigfeit: baß bie Eompofitionen 
mit wirtlidjem innerem triebe gefd)affen würben, »a« bei 
»ielen SRummern ber Ejern^'fd)en 100 Uebitng«ftücfe, wie 
aud) bei Diabe(li'fd)en ©tücfen über 5 Ißne ä 4 mains ber 
Sali ift; aud) mundje fouft nur äußerlidje JRonbo« unb Sa« 
riationeuftüde »on ßünten atbmen bie natttrlid)e greube im 



132 



©djaffen. 2lber tdj glaube, ffnorr cultioirt biefe Somponiften 
meljr al« nötbig tft, Bleibt aud) in biefem functe ju fefyr im 
Sergangenen ftetfen unb berücf fi^tigt S^eueS ju wenig: 2öerfe, 
wie j. 33.: (5. SReinecfe'8 ©onatinen, ©räbener'« gliegenbe 
Slätter, Dp. 24, 33, 33olfmann'« Dp. 11, Äraufe'8, 
Sngel'« Dp. 21 unb Slnberer neuere Sompofitionen fyaben 
ein natürlichem 9?ed)t, mit jenen jufaminen, ober, fad« fte »on 
muftfalifdjerer unb complicirterer Slrt finb, nadj ib,nen ange- 
wenbet ju »erben, ffnorr wirb bie neuere Literatur Wol 
fennen, b,at fid) aber »iefleidjt in ber^SvariS nicbt bainit befaßt 
unb fo 9cirf)t« bacon in feine brei „©tabien" aufgenommen, 
wa« be« Slufnebmen« wol wert!; geroefen roäre. 

3. ©. 33 ad)'« leichtere SBetfe in einer 2Iu«roaf)l be« 
Slnfpredjenbften aus ben 12 ^rälubien, 15 Oncentionen 
ä 2 voix, (Suiten u. brgl. fann man wol früher unb me^r 
»erwenben, al« id) e« bei Snorr unb anberen adjtung«würbi* 
gen SDcet&obifern pnbe; man muß eben nid)t 2KeIjr »on 
G^ernt), Junten u. Sl. f fielen laffen, al« abfolut notljig tft 
unb mögiid)ft balb 3U ©etyaltooderem überleiten, ma« fel>r wof)l 
angebt. Slud) id) fpredje b,ier au« praftifdjer Erfahrung. 

2J?it biefen Sinmenbungen gegen ffnorr'« SBerf »erbinbe 
id) feine«weg« bte SMeinung, ba«felbe »erfleinert ju f/aben. S« 
fteljt im Sebcn unb SBirfen SWann gegen SDcann, Siner ftnbet 
Die«, ber Slnbere 3ene« für gut ober übel; b,at aber irgenb 
Semanb ein Sfedjt, feinen eigenen SBeg ju gefyen unb ib,n für 
ben ridjtigen ju galten, fo ift e« ein fo gewiegter Seljrer wie 
Änorr. Derfelbe ift aber aud) gewiß ber liberale ®eift, um 
einer ffritif 3taum ju geftatten, bte au« rein fad>(id>em 93eweg» 
grunb entfpringt. 

Die 33ielfeiligfeit be« ffnorr'fdjen Unterridjtörepertotr« 
wiegt 3KangeI, wie bie angeführten, vielfach, auf: fo ftnb 
j. 33. bte fämmtlidjen beadjten«mertfyen unb großen öompo* 
niften bie 3U Sb,opin, £tyalberg, ?ifjt, ©dwmann in 
iljren SBerfen erwähnt. D ie Stufenfolge ift babei muftertjaft 
eingehalten. 

Der 3Weite Üfjeil ber ÜRetljobe, bie ©djute ber 2Jce« 
djanif, bringt lauter Uebungen jum täglidjen ©ebraudje für 
aüe erbenf(id»en gätte : günffingerübungen, Tonleitern, <ßaffa* 
gen, Ükcorbübungen in ben mannigfaltigften Oormen. 3lud) tiefer 
illjeil tft fefcir bttrd)bad)t , forgfältig georbnet, reichhaltig unb 
nufcbar, fo, baß id» 9<id)t« barin ju roünfdjen übrig finbe, ju= 
mal 33erjierung«übungen bereit« im erften Steile corljanben 
ftnb unb Die Tonleitern u. bvgl. aud) im ©taccato ju üben 
Oebem frei fteb,t. Die gingerfefcung ift bei Änorr oon 
einer 3Irt, bafj er (aufjer einigen furiofen Slauier-Ääuöen, bte 
um jeben *ßrei« wa« Slparte« für ftcb, b,aben muffen) wol bie 
©bmpatfyie aöer ©pieler für ftd) ^aben wirb. — 3?ielleicb,t 
wären in berartigen SBerfen (wob,in außer btefer „©djule ber 
9Jfed)anit" aud) beffelben äutor« „ÜKaterialien", wie aud) 
mein Dp. 70: „ÜHedjanifdje unb tec&nifdje ©tubien", 
gehören) aucb, Uebungen für baö meb,rfiimmige ©piel, be> 
fonber« jweiftimmtg mitßtner $anb in berfcbiebenen 9Zo= 
tengattungen, anjubringen — eine ber widjtigften ©anformen, 
bie in betreffenben SBerfen auögelaffen ju b^aben aucb id) midi 
felbcr anflogen muß. 

©0 wünfdje id), bafj man ffnorr'ö SBerfe bie oerbiente 
8ead>tung ju Sb^eil werben laffen mBdjte unb fdjliefje b,ier mit 
rem Suäbmtfe ber aufridjtigften Slnerfennung für bie mufifa» 
lifcb päbagogifdje Ib,ätigfeit be« Sutorö, bem id) neue unb 
bauernbe grifdje be« ©eifte« wünfdje, um nocb, lange für bafl 
Slat)ierleb,rfaa> erfolgreid) wirfen ju fönnen. 

Soui« Äöb,(er. 



Wiener Briefe. 

Goncertbrridjt. 
I. ©roß« Ordjefter« unb Socakoncerte. 
(Borttttunj.) 
Unfer „pb,ilb,armonifcb,e« Soncert," urfprünglid) burdj 
g. 2a ebener in ba8 Seben gerufen, fpäter burd) 9ctcolai auf 
einen in ber Xfyat bebeutungScoden ^obepunet gefa)wungen, 
b,at in neueften Sagen wteber feften Soben gewonnen, ©te 
fennen wol bie frühere ©lieberung biefe« forberlidjen Unter« 
nehmen«. 9?un fteb^t e« unter bem ©djilbe Scfert'«. 3)iefer 
b,at bie Onitiatioe bejüglicb, ber 3 u f ammen f ie Q un 8 ^ e * $ T0 * 
gramm«. Sin au« ÜJcitgliebern unferer ^ofoperncapeüe gebil« 
beter enger äu«fdjufj fietjt $rn. (Sdert a(« beratb,enber SBabJ' 
förper jur ©eite. Da« Dpernordjefter felbft aber tft — mit 
Äu«fd)lief3ung aller anberen nicb,toperiftifd)en Äräfte — mit 
ber j)urd)füb,rung ber Snftrumentalfälje betraut. Die Raufen 
Werben enblicb, burdj ©efangSoorträge ber ^ofopernmitglieber 
ausgefüllt, an beren begleitenber {tälfte felbftoerftänblia> nidjt 
etwa ber Flügel, fonbern wieber unfere ftänbige $ofopern« 
capede beteiligt ift. ©eit id) an biefem ©riefe fdpreibe, liaben 
erfi jwei biefer Soncerte ftattgefunben. Die ©efammtjab,! 
berfelben ift meine« SBiffen« vorläufig auf oier feftgeftedt. 3d) 
behalte mir ein umfaffenbe« Urteil nacb, bem ©djluffe ber 
erften Steige biefer Soncerte »or. OebenfaÜ« ift ba« Ünterneb,» 
men an unb für ftd) mit SBürme ju begrüßen. Die 8lu«füb,rung 
tft — nad» ber erften »orliegenben Jb,at 3U urteilen — bifl 
in ba« @injelnfte gewiffenb,aft. ?lud) trägt fte ba« unoerfenn« 
bare ©epräge ber ?ufi unb Siebe 3ur <BaA)e. 6in tiefere« 
ßrgebniß, ba« etwa auf geinbeit ber nidjt bto« fpecififdb,= 
mufifalifdjen, fonbern aüfeitigen Durd)bilbung fämmtlidjer 
Setb^etligten, ober auf einen regen ©inn für gortfdjrttt ju 
fdiließen berechtigte, fyat wol leiber ba« erfte doncert aüerbing« 
nodj nidjt geoffenbart. (Sinmal war fein 3nb,a(t nur Sängft« 
befannte«. Sb^erubini'« 81nafreon»Ouoerture unb Söeet» 
b,o»en'ö ftebente ©^mpb^onie bilbeten bte ©pt(}en. hiermit 
ift — bei ädern Ijoljen 8iefpecte für biefe immerbar fyerrlidjen, 
bod) fattfam auSgefofteten ÜWeifterwerfe — wol fd)on genug 
gefagt. 33 erlioj' „gee 3Kab," fo einzig at« eigentb^ümlidpfie 
nadj=S3eetb,o»en'fcbe $umore«fe baftebenb, ift gleidjfaH« fdjon 
öfter« geboten worben. Durd) eine foldje, wenngleid; nod) fo 
wiUfontmene ®a.bt ift baber ber leidjtbegreiflidje 3öunfd>, nad) 
ioierjef>n 3at)ren bod) enblid) einmal wieber ein große« ©a^e« 
biefe« ÜWeifter« 3U Ijören, wol faum jur^älfte erfüflt. SBarum 
nur ein Srucbftücf au« einer SBerli-oj'fdjen ©t)mpb,onie, unb 
nicbt ein oofljUnbige« SBerf biefer «rt? Diefe jjrage bleibt 
febenfad« ber ffritif offen. ÜJco3art'8 lenorarie: „£) wie 
ängftlid)" au« ber „Gntfüb,rung" ift ein unläugbar buftige« 
©tüd unb ein ©efüljtöbilb feinfter pf^d)ologifcber ßeidjnung. 
$>r. Slnber fang unb ba« Drd>efter begleitete meifterb,aft. 
Mein wer con un« Slden wüßte ba« föftlidje ©tüd nid)t fd>on 
aufiwenbig? SKenbel«fob,n'«(5oncertarie tft felbftcerftänblid) 
aud) feine Steubeit meb^r. 3 utem bürfte fte wol fa)werlid) btn 
g(üdlid)ften ©d>öpfungen be« SWeifter« angehören. Sud) b,ier 
ftritteit Srau Duft mann unb ib,re ^Begleiter würbig um bte 
©iegeSpalme. 2Bte gefagt, mürbe ade« Dargebotene innerbalb 
ber angegebenen ©rensen feb,r gu Danfe oorgefüb,«. Die 
„See ÜMab" war fogar eine ©lanjleiftung unferer braven 
Sapede. Slber gerabe fo fd)öne Anfänge madjen nad) 8J0D« 
enbetem, @an3em lüftern. ©oUte »iedeid)t ba« Programm be« 
erften pIjiHjarmonifd)en doncerte« eine captatio benevolen- 
tiae für bie fommenben geWefen fein? SEBare bem alfo, unb 



133 



foflte bemjenigen ©toffe, in ben wir un« Alle längft eingelebt, 
balb frifd)e« ©rün au« fernliegenben Sagen einer beeren 
muftfalifdjen Vergangenheit ober au« unferer jüngften 3eit 
folgen, bann bin id) al« ber (Svfte mit greuben erbötig, eine 
anbere ©pradje über ba« Programm unferer "ipijilbarmoiiifd)en 
ju führen. 35enn id) weiß, roa« unb wieviel unfer Orajefter 
unb fein treffücbei Dirigent, $>r. Scfert, id) weiß aud), Wa« 
bie beften unferer Dpernfänger bei nur einigem SQSiflen«» 
ernfte ju (eiften im ©tanbe. 3 um 2ib,eile b,at fdjon ba« 
Programm be« jweiten biefer ßoncerte auSföbnenb getoirft. 
G« bradjte jtoar ftrenggenommen aud) nid)t« 9ceue«. üDenn 
©cbumann'« 3) moü*©btnpbonie ift und fdjon oon mebrcren 
Aufführungen b,er eine wertfye Vefannte. 3n wie oiel b,öberem 
©rabe baffelbe aud» oon 9ftenbel«fol)n'« „9Balpurgi«nad)t" 
gelte, Neroon überjeugt felbft ber flüd)tigfte 9tütfbticf auf 
unfere etwa brei bis oier 3ab,re jurüdretdjenben ßoncertpro« 
gramine. dagegen ift ©d)umann'fl britte ©ompbonie b,ier 
nndj gar nidjt gehört werben. Von ben in bieg gelb einfd)la* 
genben SBerfeit ber neubeutfdjen ©dmle, bte bod) minbeften« 
ba« 9ted)t, gehört ju werben, beanfprudjen bürfen, tennt man 
fjier nur bie ,,1'reludes". Von Verlioj fprad) id) fd)on 
oben, gern oon aller mir in ben lob »erfaßten ÜRäflerluft 
— nament(id) gegenüber fo förberlidjen Unternehmungen, wie 
e« biefe pb,i(barmonifd)en ßoncerte — gefiele id) bod) offen 
mein 9?id)teinoerftänbnifj mit jener Art unb 2Beije, in welcher 
man bieSmal ©djumann unb ÜKenbel8fob,n ju einanber» 
gefreut b,at. ©rfterer ift bod) unftreitig — bei aller Pietät für 
ben Sedieren fei e« gefagt — ber tiefere, gebanfenootlere, 
überhaupt reidjere Srfinber. Sefcteren bafyer ßrfterem folgen 
laffen, b,eifjt 3enent, wenn nid)t fd)aben, bod) in unüberlegtem 
S9et»orjugung«brange ein fdjmere« Unredjt jufügen. ÜRan eb,re 
beibe SWeifter! Aber man übe biefen ßultu« Ijauptfadjlid) 
bnrd) ba« geftftellen einer ib,rem funftgefd)id)tlid)en Vebeuten 
genau entfpredjenben 9tangorbnung. Von biefer fehlerhaften 
©lieberung be« Programme« abgefeb,en, ift bei biefem Anlaffe 
fowol unfer £)rd)efter, al« fogar ber Operndjor t>on bem Vor« 
juge blofjer ßorrectljeit aud) ju jenem einer burd)au« fdjwung* 
baften Vetonung oorgebrungen. ©djumann'« ©tjmpljonie 
bürfte nidit leid)t (ebenbiger, buftiger unb feiner, al« eben 
bieämal, bargefteüt werben tonnen, deinem ©efüfyle fagten 
aud) ßcf ert'« Sempi codftänbig ju; bennodj b,örte id) ©lim« 
men, bie 2)?and)e8 bewegter, üftanrtje« wieber getragener Der« 
langt Ratten. SBie bem aud) immer fein möge: bie Aufführung 
war ein ed)ter ftünftlermurf. 3>a«felbe gilt, mit Au«nabme be8 
©afjfoliften unb ber Altfolopartic, aud) oon ber ÜBiebergabe 
ber „2BaIpurgi8nad)t". $>r. $rabanef lieg nur fein fd)öne8 
Organ walten. ®od) fehlte feiner Vetonung jebe ©pur ber 
2Beib,e. grau Sjillag fang, wie fie immer ju fingen pflegt. 
Od) verfiele barunter, milbe au«gebrüdt, ba« »irtuofenljaft 
Anfprudjöooüe im fd)led)ten ©inne. Anber unb SDiaoer» 
b,ofer aber waren, mit bem waderen Ordjefter unb ßb^ore, 
ganj ibrer Aufgabe SDleifter. Seiftungen fold)er Art Ratten bie 
febönften (Sinbrürfe Wadjgerufen, wäre bie ©tedung beiber 
Soncertftürfe feine fo grünblid) »erfel)lte gewefen, wie id) felbe 
fd)on oben angebeutet unb begrünbet b,abe. — Eben faDt mir 
ein, bafj id) Oljnen nod) fein SBorl über bie fett Dorigem grüb^* 
jabre wieber aufgelebten Ordjefter* unb Vocalconcerte ber 
3öglinge be« b,iefigeu ßonferoatorium« gefebrieben b,abe. Vor 
wenigen Sagen trat biefe« jugenblicbe Drdjefter neuerbing« in 
bie Deffentlidjfeit, unb jwar mit einer redjt frifdjen, gelunge» 
nen Ib,at. 93eetbooen'8 Cgmontounerture, ©abe'« 33 bur= 
©^m»|)onit, enblid) ©" 



b,ert»rragenbfien Onfjalt biefer ^robuetion. ©abe'« ©Mn« 
Pbonie mürbe — fpät genug — jum erftenmale b,ter gefpielt. 
©ie jungen Seutd)en madjten ib,re©acbe feb,r bra», unb frönten 
bie reblid>en 33emüb,ungen ib,rer Seb^rer unb befonber« jene 
i^re« Sorftanbe« $ellme«berger mit gutem Srfolge. 3)a8 
weitere Programm biefe« Soncerte« b,atte, tro(j ber glanjboUen 
Au«b,ängefd)i(ber »on 9camen wie SKojart, ©carlattt, 
ÜJcenbel«fob,n, ©djumann unb SRubinftein ein etwa« 
oergilbte« Au«feb,en. ©d)on ©pobr'8 Soncert fübrt jeben 
33eobad)ter unferer SOtufifjuftänbe auf bie grage: warum b,ier 
immei nur bie ,,©efang«fcene" gefpielt werte? ÜJlojart'fl 
Slarinettarie au« „Situ«" mufj bei faft allen ©elegenb,eiten 
behalten, wo eö gilt, eine ©ängerin in ba« Seben einjuf üb^ren. 
©carlatti'« A bur=©onatine ift wol ba« Singige, wa« man 
ju 3«ten oon biefem b«rlid)en Alten ju b,ören befommt. 
ÜJtenbelSfo^n'« gi« moü»$refto oerlangt eine bergeiftigte 
Sed>nif. 3)a«felbe gilt oon ©d>umann'« ß bur«9?ooetette. 
grl. dacobine Söinber fpielte aüt biefe ©ad)en wie am 
©ebnürdjen, bod) mit äugerft mattem Anfdjlage unb ob^ne bie 
leifefte ©pur oon ©eift. SRod) b,örten wir in biefem ßoncerte 
jwei Duetten für weiblicbe ©tiinmen: eine« oon 9?ubinftein 
unb eine« au« ü)Jenbel«fob|n'e Sieberfpiele: „3)ie ^eim= 
febr". Srftere« ift gerabeweg unbebeutenb. Sefetere« atb.met 
aüerbing« oiel Anmutb. unb Onnigfeit; allein fdjabe um jwei 
oon ©runb unb SSoben au« fo oerbilbete ©timmen! grau 
SDcarcfcefi, ©efangölebrerin am b, ieftgen ßonferoatorium, b,at 
ib,ren 3öglingen bi«b,er nur ben©d)ein äugerUdjer ßorrectb,eit, 
im Uebrigen jebod) einfad) nur bie tunftfertigfeit im ©freien 
gelehrt. 2>aß unter foldjer Leitung feine golbenen grüd)te ge= 
beiden fonnen, ift felbftoerftänblid». — 

iQortfctfuns fotst.) 



tf.»>A fflaf AM i.A( **—*!* (.■fV A »d*i 



Aus rfranftfurt a. 31t. 

(6(»Iu6.) 

gernere ßoncerte alfo gaben — aber man erlaube mir 
erft, ben gehörigen Ätzern ju b,olen — ber neu b,ier errichtete 
.«naben»Onftrumental'93erein unter Leitung be« ^rn. ßarl 
SRefj, eine« guten SDcufifer« unb SSioliniften. 3)er Verein be-» 
ftebt nunmebr au« etwa 40 Änaben, worunter freilid) mand)e 
Veteranen bei ben Vlaeinftrumenten fi^en. ©oQ e« b,ier auf 
eine conferoatorifdje Vilbung abgefeben fein, fo muffen anbere 
SBege eingefd)lagen werben, unb barf ber Verein — wenn 
benn burdjau« fogleid) öffentlid) probucirt werben mu§ — na* 
mentlid) feine ßompofitionen wäblen, bie über feine Gräfte 
binauSgeben. — Qvoti ßoneerte gab bie ViolonceÜiftin Anna 
Süll, unb würbe ir>r f leine« Ünftrument in mannen ^ßrioat« 
freifen gefud)t. ©d)öner, weid)er Jon, elegante ©pielweife, 
namentlid) ein b,trjen«marme« ßantabile, ftnb bie Vorjüge 
biefe« taum acbtjebnjäb,rigen unb fd)önen 2Wäbd)en«. 3Re$r 
mufttalifebe ©olibität , namentlid) im gtorituren« unb ^af- 
fagewefen, ftd) anjueignen b,at fte jeßt in Vart« d)armante 
©elegenb.eit, wob,in fte ftd) feit bem October begeben b,at. — 
S)ie b,ie|lge ©efang«leb,rerin 9?ofa $a gen aar probucirte ben 
b,übfd)en ©opran einer bereit« aoancirten ©d)ülerin grl. Anna 
Srüfcbler. 2Kab. Sorinna be 2uigi jeigte in ib.rer ultra- 
romanifdjen ©d)ule meb,r gertigteit unb ÜKimif al« ©timme 
unb ©ejdjmacf. Unterftüßt würbe fte unter Anberm burd) 
{Robert greiberrn o.^jornftein, welchem aldßomponift unb 
ßlaoierfpieler ju glänjen nid)t wobl gelingen wollte, grl. 
!»„„.«.„ rs;^.«. ^.... «;♦..»» * e ;„ e j aum fü n fj e ^ n jä^« 



134 



rige $arfenifiin, gab eine ÜWatinSe mit bebentenbem (Erfolge, 
©ie fpiette ©obejfroi unb Saborre mit feffelfreier SBraoour 
unb für fo grojje 3ugenb feltener ©orgfait. Den Sänget 
(Sari «Sibenfdjüfc unterflfifcte unter Snbexm ba« 9ceeb'fd)e 
Ouartett. ©r felbft eyceflirte in ärien unb ©efängen »on 
STOoiart, ©dfumann ic. Dabei tarn ein reijenbe« Zrio »on 
fclor;« ©d)mitt jur Stiffübrung. Der ©eiger SKarimi» 
lian SBotff gab ein jum erftenmal fyier aufgeführte« Sonett 
in <£« bur »on 3. 6. £auff, fcen ein biefige« ffllatt mit Stecht 
ben ©ctjfilerbübenben nennt. JMart)ett be« ©ttjl«, logifcbe ®e= 
banfenfolge, tb,ematifcbe Durchführung, anfprucb«lofe (Sintjett 
begrüßen wir bi«r mit Äcbtung. Die barin befd>äftigten 3n» 
flrumente ftnb jwei 83iolinen, S3toIo, SiolonceO, Gentrabafj, 
Klarinette, Dboe, gagott unb £orn. $r. ÜRarimüian 



2Botff, »on einer Stjrenwanberung jurficfgefeb.rt, ertoiefl feine 
gemalten $rogreffen in bem ÜRenbelefo&n'fdjen 6 moll« 
(Joncert, in bem ,,Le streghe" »on ^ßaganini unb einer 
eigenen Qjompefitiou „Les adieux". ffinblitf) ermähne idj 
nod) ba« jäfc)rlicf>e Sencert be« früheren tjieftgen Sütynenmit« 
gliebe« £rn. 33. SBillftäbt unter 9Jfittt>irfitng mehrerer 
©änger au« ÜRainj unb 9Bie«baben. Unmöglich fonnte idj 
mieb in meinem Referat auf eine Slufiätjlung unb SRecenfion 
aller SWitmirfenben unb aOer einjetnen lonftücte einlaffen, 
rooju weit met)r ©ebtilb, £til unb 3eitung«rauin gebort als 
t)ter öorbiinben. 3cb fönnte nur eine ÜotaMleberfidjt über 
ba« SDcufiftreiben geben, womit unfere SDcetroBole be« £anbel« 
eine«tt)eil« gefegnet, anberntyeil« Ijart beimgefuebt roirb, unb 
tjoffe, bajj bie« mir gelungen ift. ßra«mu«. 



DUetne 3ettung. 



(Eorrefponbettj. 



Ctijijig. 21m 29. SMärj warb mit bem jwanjigften äbonne« 
mentconcert im ©aale be« ©eWanbbaufe« bie ©aifon befc&toffen. 
5« war jualeicb jum legten 2M, bag ber al« §ofcapelImcifler nacb 
3)re8ben Berufene 3- fötefc birigirte, fein ^5ult barum reieb befränjt ; 
er felbfi würbe mit einem Xufdj be« Orebefter« unb mit einem $cd) be* 
Slubitorium« empfangen unb »on biefem am ©ä)luffe gerufen. 2Bir 
(eben in ibm einen 3J?ann »on »oUtommener mufttalijcber Durcbbil« 
bung, ton groger (Energie, »on entfajiebener 2Biflen«rraft unb barum 
einen Dirigenten febeiben, ber ba« Xedjntfcbe ber 3lu«fflbrung »ie 
feiten ffiiner beberrfebt, ober e« erroeett in un« eben biefe« Slbfcbieb«« 
concert au<b bie Erinnerung an alle bie Qinfeitigteiten , bie großen 
SWängel unb §albbeiten, benen ba« Concertinftitut tm Saufe ber legten 
3abre mebr unb mebr anbeim gefallen ift, unb weun mir un. tura)bie 
Xbatfaä)e, baß ber bi«berige mufitalifcbe Setter obnebin febeiben »erbe, 
im Saufe be« SBinter« »on einer firengeren Betonung biefer 3etcben 
be« Verfall« baben abgalten laffen, fo wirb c» nun, nacb biefem legten 
Programm, jur ^flicbt, tuenigflen« aufjubalten, n>a« noeb aufjubalten 
ijl, ju rügen, reo ba« biege ©ebroeigen offenbaren ©cbaben bringen 
hjiirbe. 9tie^ b atte > wie e» ftbeint, mit biefem Programm fein ®lau- 
bensbetenntnig ablegen trollen unb e« roar auf folebe SBeife ein 
fogen. biftorifebe« Öoncert entflanben, in bem bie tarnen Sacb, &an« 
bei, ©lud, $apbn, Sfojatt unb Söeetbooen nacb einanber 
batabtrten. SBäre ba8 mit einiger Umficbt angeorbnet roorbeit, fo 
würbe ber mit ben biftorifeben Öebingungen »ertraute $örer gewiffer« 
magen einen gelebrten @enug babet baben finben tonnen; aber »on bie» 
fer Umficbt, bie junäcbft nur ba« aeiftig SJermanbte jufammenflellt, bie 
überbauet nur einen türjeren 3«traum au« ber ©efebiebte berau«« 
greift, au« biefem bie $8beöuncte ber Seiflungen jum ©runbe legt «nb 
bie Ausläufer unb nebenfäcblicben Srfebeinungen um jene berum grub« 
pirt, fobag bei aller 3erftreutbeit ber (Sinbrurte boeb ein abgerunbete« 
©efammturtbeil ertncglidjt teirb, biefe burebau« roUnf(ben«t»ertbe Um« 
ftebt lear niebt angeteanbt. 3>er 2>irigent bat alfo nidjt nur gejeigt, 
bag er bem bebeutenben ©treben unb ffiirfen ber SReujett unbetbeiligt 

gegenüber flebt, er bat au<b nicf>t einmal in ber 3ufammenfieHiing 
Iterer SSJerte jenen lact entroictelt, ber biefe au« mancherlei ©rünben 
unferem S9e»ugtfein feiner fiebenben^robuetionen un« bennoaj nabe» 
rüden tonnte, auf eine © a tb'fcbe ©uite folgte ba bie 3rie : „3cb toeig 
bag mein QrlBfer lebt", »on grl. 3ba Sannemann mit ®elicateffe, 
aber obne ©röge be« ?tu«brud« gefungen , bann bie Ouoerture ^ur 
„3bbi9 e nie in Sluli«" mit bem SDcojart'fcben ©ajlug, bann bie 9JJo« 
tette: ,,2>e« ©taube« eilte ©orgen" »on $>a»bn unb al« ©cblug be« 
erflen Xbeil« ba« © fcur-Irio »on 3Kojart, »orgetragen »on grl. 
Souife §auffe, ^)rn. (Joncert-SW. g. 2>a»ib unb §rn. Ca)>efl'3R- 
3. 9iie(}. 2)en jfteiten Xbeil bilbete Ceetboben'« <J moU.@»m« 
bbonie in unübertrefflieberäuSfübrung. 2Bir überlaffen unferen i'efern 
ba« Urtbeil über eine frlcbe 3ufammenftellung , laffen beute aiidj bie 
StuSfübrung ber ^ianofortepartie im SJtojart'fcben Xrio al« etwa« 
Unwefentliepe« bei ©eite, wo e« bem ©ein ober Üiicbtfein einer bi«ber 
faft atlfeitig anertannten, grogen (Eoncertanftalt gilt. Denn einem 
©ein ober "slicbtfein im b^ften ©inne, wa« bie geiftige äBirtfamfeit 
unb gortbilbung betrifft, gilt e« bereite feit einigen 3abren unb in 



biefem Sugenblid, beim 3)irection«wecbfel, mebr al« je. Dag bie $ro> 
gramme »on ©rab ju ©rab febteebter geworben, ifl bunbertmal wieber. 
bolt unb aümälig. aua) »on Denen jugeflanben, bie fonfi niebt eben jur 
gabne ber ffintwtctlung fcbwSren. 3«an bat fid) mit ber au«gejetcbnf 
ten , nur juweilen in« SSirtuofe fidj »erirrenben 9u«fübrung be« ©e. 
botenen bingebalten, ftdj wol gar eingerebet, eine beffere SBabl fei 
überbaust taum mBglidb, weil etne gefunbe ©lütbe ber mufttalifebeu 
^robuetion niebt »orbanben fei. Da« SBabre an ber ©adje aber ift 
bielmebr biefe«: bie Serfcblecbterung beräu«wabl, ba« ©inten ber 
Wabrbaft tünftlerifrben SRegfamteit bat ©abritt gehalten mit bem ©in» 
ten be« ©efebmad«, ber geijtigen SSerfladmng unfere« publicum« übex« 
baubt. <S« ifi für Seibjtg im Slttgemeinen unb für ba« (Soncerttnfiitut 
be« ©ewanbbaufe« im ©efonberen ber Slugenblid getommen, wo ein 
energifebe« Aufraffen au« bem fanften ©ebtummer be« ©alonbafein«, 
ein traftvode« Sßerlaffen biefer 9la4)tlange an 9Äenbel«fobn'« 
©cbwäcben einjig nod; »or ber »Sütgen Stagnation unb, al« gotge 
biefer SBerbumpfung , »or gänjlicbem Verfall retten tonnen. Xrttt 
wteberum ber 9lacbf olger unfere« je(;t gefebiebenen 9itebj in treffen 
gugflapfen, wte9tie^ »or3abren in bie gugflat>fen 2Kenbel«fobn'« 
au« SNangel an llrfbrünglicbteit getreten ift, fo wirb in einigen 3abren 
ba« Concertinfiitut ju jenen guten , trefflieben Soncertinfiituten gebo- 
ren, bie ein genü^fame« publicum an tieineren Orten 3abr au« 3abr 
ein mit ber SJorfubrung alter, lieber iklannten ergoßen; unb nidjt 
einmal ba«, benn jene $bü'fier ber Xonfunfl anbernort« ftnb boeb WC' 
nigfien« im ©tanbe, ba« Site in gefcbmadcoOer SBeife ju arrangiren 
— in Seipjig aber lägt man auf „De« ©taube« eitle ©orgen" ba« 
© bur»Xrio »on SRojart folgen! — Der 3eitounct ifl getommen, 
Wo bie tübne Neuerung, natürlicb mit »oder ftebtung ber grogen 
SWeifler »ergangener 3«iten , wo bie warme Pflege ber neueren 
©cböbfun^en , wo bie (Songenialitat it>r SSJert ju beginnen baben. Ob 
bie bi«bertge bobe Xecbnit be« Orcbefler« unter minber energifo>er 
gübrerfebaft biefelbe bleiben werbe, ift bie grage; mBge mit ibrem ju 
befürebtenben ©inten ni<bt aueb ba« ungleicb Sebeutfamere, bie 
geifiige (Sultur, bie tüiiftlerifdie Jnte'lligenj, »erloren 
werben I 

feipjia. 3m ©tabttbeater warb am 31. 9RSrj jum SSeneftj be« 
Xenoriften ?)oung eine „tomifebe" Operette in jwei Steten »on 
X. $entenrieberau« SMüncben: „Die« $au« ift ju »erlaufe